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steile

mnd. bis nhd. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steile f.

Bd. 18, Sp. 1963
steile, f. anscheinend erst im 18. jh. gebildet; älteste literaturbelege bei Göthe. 11) st. in abgezogener verwendung: 'im sinne von 'steilheit' kennzeichnet st. die beschaffenheit eines dinges, da es steil ist' Heinsius 4, 773a; Hübner 4, 398b. ähnl. Jagemann 2, 1157. vom gelände: in enger verbindung mit attributiven genitiven: die st. der unteren Watzmannstufe H. v. Barth Kalkalpen 11; die st. und härte der paszsperrenden felsen W. Jordan die Sebalds (1904) 1, 125. selbständiger gebraucht: aus der gegenüberliegenden seite des wassers, ... stieg eine felswand empor, ... ihre st. verkündete, wie tief hier das kleine gewässer sein müsse G. Keller ges. w. 1, 248; da (im Algäu) wird er eine st. kennen lernen, die vorher ihm fremd gewesen H. v. Barth Kalkalpen 144. mit charakterisierenden adjectiven: grotten ..., die ... in furchtbarer st. über den abgründen schweben Ritter erdkunde 1, 777; abhänge ... von schwindelnder, fürchterlicher st. jahrb. d. Grillparzerges. 1, 368; in plumper st. Scheffel ges. w. (1907) 1, 213; mit gewaltiger st. H. v. Barth Kalkalpen 574; eine lichtung führt in rasch steigender st. ... hinauf D. v. Liliencron w. 4, 226. ähnl. von wegen im gebirgsgelände: bei Rothenburg ... ist eine wilde steig, die Kniebrechen genannt wegen ihrer st. Aurbacher volksbüchl. 2 (1839) 196; endlich fing der pfad an, etwas von seiner jähen st. zu verlieren fürst Pückler briefw. u. tageb. 2, 199. von sonstigen in die höhe ragenden dingen: ich hatt erstiegen des katheders steile Rückert w. (1867 ff.) 2, 164. st. = höhe? s. unter 3, α. 22) nicht selten bleibt aber st., schon nach 3 hinüberdeutend, in eigenartig schillernder bedeutung ein nur mit einschränkung abgezogener begriff: das wasser entstürzt der steile des felsens Göthe 1, 288 W.; über ihm durch sturz und steile flieht der gemsen scheue eile Rückert w. (1867 ff.) 3, 17; der aufstieg ging besser ... die st. zeigte sich freilich beträchtlich, aber überall waren spalten und risse Fontane ges. w. 1, 6, 283; nachdem (beim abfahren im schnee) die erste st. sich verlaufen H. v. Barth Kalkalpen 20; träumerisch ging ich waldabwärts, oft in der st. strauchelnd H. Hesse diesseits (1907) 86. 33) st. in concreter bedeutung. 3@aα) von erhebungen im gelände. die steile stelle selbst (vgl. Heyne 3, 785): auf dem schroffsten rande einer solchen st. Göthe 25, 296 W.; matten, wald, abhang und st. III 2, 179 W.; das ich ... die st. vorsichtig hinabzukommen suchte L. Richter lebenserinn. 1, 259; die st. zu erklettern brüder Grimm sagen 1, 159; wie d d steiln hraufteufelt bist Anzengruber ges. w. 1, 266; unerträglich wurde es endlich den feinden, an der st. [] zu haften, in groszen sprüngen flohen sie zurück G. Freytag ges. w. 8, 197. in solchen zusammenhängen dafür auch das comp. bergsteile: ahnen 1, 124. noch plastischer wird der concrete gebrauch, wenn zu st. adjectiva hinzutreten: stadt an der glatten st. W. v. Humboldt 4, 100 ak. ausg.; eine felseninsel, ringsum von unersteiglichen steilen umgeben Fr. L. Jahn 2, 434 E.; in finsternisz und eile, da tritt das röszlein fehl, es stürzt von hoher steile. gott tröst des reiters seel! Uhland 1, 433 krit. ausg.; die jähe st. Ebner - Eschenbach ges. schr. 6, 230; an einer kleinen st. G. Freytag ges. w. 9, 237. nur ganz vereinzelt von bauwerken, wenn nicht st. einfach = höhe in abgezogenem sinne ist: (der feldherr Zal ruft Nudabe an, die auf einem altane steht): o mond in der steil, ein grusz von mir, von den sphären dir heil! ... den schöpfer fleht ich an mit begier, dasz heimlich dein bild er zeige mir Rückert Firdosi 1, 161. 3@bβ) als technischer fachausdruck: 'steilen (pl.) der bettungen. (schiffsbau.) dieses sind zwei starke viereckigte posten, die einige fusz hinter dem fockmast aufrecht stehen' Jacobsson 7, 434a; Krünitz 171, 231; Hübner 4, 398b. ähnl. Heinsius 4, 373a; Bobrik 662a. in den letztgenannten quellen als weitere bedeutung: 'die taue an den netzen, womit die häringe gefangen werden'. vgl. zu beiden verwendungsarten auch Beil 1, 570.
4061 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    steileN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    steile , N. Vw.: s. stēle (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SteileDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Die Steile , Mz. — n . 1) Die Eigenschaft, Beschaffenheit eines Dinges, da es steil ist, die Steilheit; ohne Mehrzahl. D…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steile

10 Bildungen · 3 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von steile 2 Komponenten

ste+ile

steile setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steile‑ als Erstglied (3 von 3)

Steilenkeiker

RhWB

Steilen-keiker -īləkikər Geilk-Brachelen m.: verächtl. Faulenzer, Tagedieb.

Steilerfransel

PfWB

steiler·fransel

Steiler-fransel f. : ' Kartoffelpfannkuchen ', Steileʳfränslich Dim. Pl. [ BZ-O'schlettb ]; vgl. PfWB Tatsche 3 a.

steile als Zweitglied (6 von 6)

Bäumsteile

RhWBN

baum·steile

Bäum-steile -sti˙l. Kref f.: Pfosten an der Bäumemaschine in der Weberei.

felsensteile

DWB

felsen·steile

felsensteile , f. praeruptum: Haslaus gründe, felsensteile, vielbesucht und vielgenannt. Göthe geognostischer dank im chaos 2 n o 12.

muosteile

Lexer

muos·teile

muos-teile stf. speiseteilung: die hälfte der bei der erbteilung vorfindlichen, der frau zufallenden speisevorräte. md. mûsteile Ssp. 1,24. …

Operatsteile

LDWB2

Ope|rats|tei|le pl. perts dl operat f.pl.

wandsteile

DWB

wand·steile

wandsteile , f. : starker stieg, wandsteile der ungeheuern felsen, enge der schlucht Göthe 34, I, 397 Weim. ausg.

Ableitungen von steile (1 von 1)

Gesteile

RhWBN

Ge-steile -īl ebd. f.: dass.