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zukommen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zukommen v.

Bd. 32, Sp. 468
zukommen, v. , ahd. zuoqueman Graff 4, 672, mhd. zuokomen mhd. wb. 1, 904a; Lexer 3, 1183, mnd. tokomen Schiller-Lübben 4, 567, mnl. toecomen Verdam mnl. hdwb. 596a. das ags. hat nur tócumende als subst. Bosworth-Toller 995a, vgl. zukömmling. die bedeutung hat sich auf dem festland ziemlich gleichartig entwickelt, nur das afries. ist eigene wege gegangen Richthofen 1091a. II. nur in den älteren denkmälern des nhd. ist die ursprüngliche räumliche bedeutung lebendig geblieben. doch haben sich daraus besondere anwendungen entfaltet, die zum theil sich länger gehalten haben. I@11) von räumlicher annäherung gebraucht, wie im nhd., gilt es schon am ende des 17. jhs. als selten Stieler 1007. I@1@aa) es bezeichnet die bewegung auf ein ziel hin: wenn ain schiff gen Alexandriam zuokompt und verr noch in dem mör ist Fortunatus 78 ndr.; und ein don wart gemacht gechlich vom himel als eins starcken geists des zuokumenden erste d. bibel 2, 283; do gehe hin und trag die leute über, vielleicht komet dir der selbig konig auch zu, das du im dienest Luther 29, 499 W.; ist euch nit etwan komen zu oder begegnet ein weibsbild Spreng Äneis 9b als er sahe, dasz hauptmann Kronau mit seiner gemahlin ... seinem zimmer zu kamen, gieng er ihnen sofort entgegen mediz. maulaffe (1719) 946; eben jene entoptischen erscheinungen belehren uns, dasz das tageslicht ganz anders zurückwirke, wenn es der directe widerschein der gegenüber stehenden sonne zu uns bringt, als wenn es uns im geviertschein zukommt Göthe II 5, 2, 372 W. gelegentlich wie entgegenkommen: er hat sich selbs ... gegen aller menigklich so ein ... güttigen fürsten und keiser irzaigt, das er den zuokommenden burgern sein rechte hand miltigklich geboten H. Boner Herodian (1532) 1b; dem wind .., der durch sein gegenwehen, alles was ihm zukompt, widerumb hindersich treibt Schweickhart gr. zu Helfenstein Basilius Magnus (1591) 303. I@1@bb) zukomme dein reich ist von alters die übliche übersetzung der zweiten bitte, adveniat regnum tuum, z. b. zuokum dein reich erste d. bibel 1, 22 Kurrelm. = 1, 255, und hat auch nach Luthers dein reich kome Matth. 6, 10 und Luc. 11, 2 sich im gebrauch erhalten, so bei Luther selbst 2, 97; 10, 2, 398; 34, 2, 474 W.; s. auch die lesarten zu Matth. 6, 10 bei Bindseil. spätere beisp. im 17. jh. Schupp schr. (1663) 194; 278; Fr. Spee güld. tugendb. (1649) 331, im 18. jh.: zukomme dein reich, im vater unser, besser zu uns komme Adelung 4, 1757, noch später: der, ohn' vom vaterland zu schrein als: 'herr, zukomme uns dein reich', die fraun und jungfraun im verein der milde machte engeln gleich Brentano 1, 266; was in der kirch ist dir geweiht, steckt er (der Franzos) in sack und lacht und schreit: zukomme uns jugend und heimat, bücher der rose 23, 58 (schelmenvaterunser). I@1@cc) ähnlich in älterer zeit wie 'zu gesichte kommen': halt in allen diutschen rîchen kom mir nie deheiner zuo der beidiu spât unde fruo sô wol an trinken tûre weinschwelg 307 E. Schröder; das erst das dir zuokumpt (beim öffnen des schädels) das ist dura mater und pia mater Gersdorff wundarzney (1517) 3b. I@1@dd) mit der bedeutung des 'hinzu': wenn ein wolff zukompt, so fressen ihn die andern Petri 2, C c c 2b; nim geiszmilch, da kein wasser zukommen sey, also warm, wie sie gemolcken würdt O. Gäbelkover arzneybuch (1595) 2, 172; noch unser letztes gefecht über Homers einheit ... endigte mit einem lustigen, vom zukommenden Matthias Sprengel geforderten trunk J. H. Vosz antisymb. 2, 2. heute noch in der wendung darüber zukommen: Lälius, der über diese hochzeit zukam, verbarg seinen unwillen so wenig G. Hanker Sophonisbe (1782) 37; als wir gerade im besten schmausen waren, kam Hühnchen 'ganz zufällig' drüber zu H. Seidel Leb. Hühnchen 48. I@1@ee) fest ist schon lange die verbindung mit können, meist negativ: pati repulsam verstossen oder verschupft werden, nit mögen gelangen oder zuokommen Frisius 958a; der da wohnet in einem licht, da niemand zukommen kan 1. Timoth. 6, 16; sie machen ire näst auf hohen thürmen, da niemand mag zukommen Sebiz feldbau 113; ein hoher fels etc. da niemand zukommen kan, rocca inaccessibile Kramer 1, 827c; es ist alles so voll, dasz kein mensch zukommen kan ebda; dem man nicht zukommen kan inaccessus Dentzler 2, 367a; nicht lassen zukommen Spieser 2, 437b; eines morgens .. strich er ihm .. den rücken, soweit er zukommen konnte, mit ... farbe an Hebel 2, 388 Behaghel. I@22) formelhafte übertragungen der älteren sprache. I@2@aa) eine anstellung finden, wie heutiges ankommen, unterkommen: also kam Eulenspiegel zu (bei einem schreiner) Fischart Eulensp. 284 Hauffen; die weiber ... ersetzen die ämpter, dasz schier niemand kan zukommen .. ohne ihren gunst Äg. Albertinus hirnschleifer (1664) 28; und mocht ich deste lichter (als geselle) zuokummen Th. Platter 52 Boos. heute noch in Basel Seiler 328a. I@2@bb) gleichkommen: keyn edelmann dir an kleydung, zerung und köstlichkeyt zuokummen mag Wickram 1, 123 B.; es ist auszer streit, ... dasz jenes letztere werck (die Odyssee) diesem ersteren (der Ilias) weder an erhabenheit .., noch an erregung der leidenschaften, noch an der glaubwürdigen wahrscheinlichkeit zukömmt J. Breitinger crit. dichtk. (1740) 36. Heynatz antibarb. 2, 675 bezeichnet es als oberdeutsch (beleg aus Bodmers Milton). I@2@cc) einem zukommen, wie 'einem beikommen', 'an ihn herankommen', meist in feindlichem sinne, vgl. zukunft I 3: luog dasz dir nicht zuokum dein gleich und dir wol balt ein fel abstreich darzuo den bauch vol buoben mach weim. jahrb. 2, 123 (antwort auf ein 'klopfan' eines mädchens); das sie versichert gewesen von sümpfiger wesseriger öder und unfruchtbarer landtschafft, also dasz man inen nicht zukommen möcht L. Fronsperger kriegsb. 2, 30a; der juncker wuste nicht, wie er dem bawren zukommen möchte B. Hertzog d. schiltwache e 2; aber wan man inen (den frauen) mit beschaidenheit zukommet, sie sanftiglich mit glimpf hinterschlaichet ... da werden sie erst geschlachter, ergeben sich selbs gutwillig Fischart philos. ehzuchtbüchl. 134 Hauffen; besonders vom teufel, vom bösen: und da der bOese geist mit ime selber nút kann zuokomen gegen eime gesitten menschen, da reisset er aber sin gesinde zuo mit bittern schalkhaften worten oder mit bOesen raten Seuse 426 Bihlm.; der (teufel) ruhet ... zu nacht nicht, als welcher wol weisz, dasz er euch im schlaff besser werde zukommen Moscherosch insomnis cura parentum 90 ndr. so auch von sachen: geschwer des leibs, so man denen mit artzney zuokommen will Xylander Polybius (1574) 61; einer solchen brücken kan man aber noch leichter zukommen ohne petart, mit einem andern instrument J. J. Wallhausen kriegsmanual (1616) 59. afries. auch von rechtlichem vorgehen: so schil hi hem to comma ihn angreifen, anklagen Richthofen 1091a. I@2@dd) erhalten, worauf man als gewinn oder ersatz anspruch hat: der herzog sîner flust wær gerne komen zuo Ottokar österr. reimchr. 29 308 (ähnl. 95 408) Seemüller; der schuomacher entpfieng sein guot und was frölich als der ginne der verloren schadens oder schulden wider zuokumpt Eulenspiegel 73 ndr.; ich sol den abend und den morgen meins herren gantzes haus versorgen, und was versaumbt wirdt spat und fru, wil man als an mir kommen zu H. Sachs 6, 142 K. seine rechnung finden: der rechnung halb zuokommen Frisius 534b; item als unser herrn (vom rath) daz flaisch zu 5 hallern liessen geben, do kont man (die fleischhauer) nit zukomen, also das verlust dobei was chr. d. st. 2, 309; wol zukommen bey einer waare trovar il suo conto a qualche mercantia Kramer 1, 828a; wenn der wirth schreibt ein X vor ein V, so kompt er seiner rechnung zu Lehmann flor. 2, 940. I@2@ee) auskommen, wie man heute hinkommen oder reichen sagt: da beger ich von euweren fürstlichen gnaden meiner tochter ein trinckgelt, wan ich nit mit dem lon wol zukummen mag privatbr. d. ma. 1, 82 Steinhausen; ich will hie schweygen, das ettlich alszo fasten, das sie sich dennoch vollsauffen, ettlich szo reychlich mit fisschen und anderen speyszen fasten, das sie viel nehrer mit fleysch, eyern nnd puttern zcukemen Luther v. d. gut. werk. 65 ndr.; dann sollte ich e. f. gn. schreiben, wie es hie zuging, konde ich mit keiner kawhaut zukommen (vgl. th. 5, 2555) pol. corresp. Moritz v. Sachsen 1, 127; ich (Dionysius) will ... mit ihm (dem götzen, dem er den goldenen mantel abnimmt, der ihm im sommer zu schwer und im winter zu kalt sei) tauschen, damit er, es seye sommer oder winter, es besser zukommen möge Kirchhof wendunmuth 2, 36 lit. ver.; ich kann nicht zuekommen curta mihi est supellex Stieler 1007; ich kan mit so geringer besoldung nicht zukommen Kramer 1, 828a; ohne zu gedenken, dasz wir ... mit dem zehnten theil zukommen können J. Möser 2, 70. verwandt damit ist: wer all sein lebtag arbeiten sol, dem kompts umb einen tag nicht zu (kommt es nicht darauf an) Petri d d d 7a. I@2@ff) einer aufgabe genügen, etwas leisten, wie mhd. vollekomen: gleich wie den leuten geschicht, die mit fronen und diensten so zuplagt werden, das sie es nicht mügen zukomen Luther 19, 410 W.; darumb sol man bisweilen ruhen, auf das wir der arbeit mögen zukomen J. Barth weiberspiegel (1565) r 2b; bitt ich, das er soll ihr (der unterthanen) verschonen, sie können desz nicht kommen zu Jac. Ayrer 2, 1700 K. I@2@gg) ohne obj., vorwärts kommen, zu wege kommen, bestehen können, anknüpfend an 1 d: dann er (Thersites) war ein unnützer wäscher, und feindseliger plauderer. niemand kunt vor seinem schwetzen zukommen Erasm. Alberus fabeln 8 ndr.; wer ein X schreibt für ein V, kompt in der welt am besten zu Petri 2, f f f 4b; in der weiszheit zukommen, seynd zweyerley weg Lehmann flor. 1, 205; wir zeichnen uns dadurch gar sehr von den eben erwähnten geschichtschreibern aus, bey denen, mut. mut. die wassertrinker vor der menge von weinsäufern, kaffehschwestern und schnappsbrüdern gar nicht zukommen können Lichtenberg verm. schr. 5 (1803), 467. I@2@hh) so auch von einem verhältnis zu personen: denn ob du uns verachtest, betreugst, stilst und raubst, wollen wirs zwar noch zukomen (sufferemus) und deinen homut ausstehen Luther 30, 1, 167 W.; etlich ... haben sich entschuldigt, ich sey seltzam, es köndt niemandt mit mir zukommen Paracelsus op. (1616) 1, 261; diese grossirer beweisen, dasz wir die conduite besitzen, mit miserablen subjectis ... eine gute zeit zuzukommen Zinzendorf περὶ ἑαυτοῦ (1746) 28. I@33) landmann und jäger brauchen es von der begattung der thiere. I@3@aa) von der begattung selbst, auch verächtlich von menschen Kramer 1, 827c f.; Adelung; Martiny milchwirtsch. 142: nach zwey monden, von der kalbzeit an, wollen die kühe gemeiniglich wieder zukommen Hohberg georg. cur. aucta 3 (1715), 240b. obsächs. von der brunst der kühe Müller-Fraureuth 2, 715a, und entsprechend von hunden Behlen forst- und jagdkunde 6, 546. I@3@bb) von der empfängnis Adelung, in Hessen Pfister 1, 28, Oberlausitz K. G. Anton 6, 10, Steiermark Rosegger I 4, 97, von hündinnen Behlen. I@3@cc) von der geburt, nd. tokamen Schütze 4, 264: die stute fohlt, das lamm kommt zu Brockes ird. vergnügen 7, 62. IIII. es wird zeitlich gebraucht. II@11) wie sich ereignen, vorkommen, vorfallen Diefenbach 212b, vgl. zufallen: ez wirt ein zit so swinde als sie da vor ie gewart irvreischt bi menschlicher art untz an die stunt die dan ist zukumen Daniel 7286 Hübner; influentia negotia zuofallende geschäfft, die häuffigen und gerad auf einanderen uns zuokommend Frisius 693b; wie das in ainer söllichen klainen stat ... zuokomen möcht Richental chr. d. Const. conz. 112 lit. ver.; was noch zukommen wird, kan kein mensch wissen Kramer 1, 827c. II@22) von dem, was bevorsteht: mir gezimpt den hochzeytlichen tag der do zukumpt zemachen in Jherusalem erste d. bibel 2, 363 K.; he predigede und propheterde einen nien loven, de tokomen scholde und scholde heiten des hilgen gestes love chr. d. st. 7, 140. weit verbreitet ist das part. präs. für zukünftig, bes. im gebiet des nd. und nl.: tokomende Diefenbach 16c; 254c; toecomende Verdam mnl. hdwb. 596a; zu sente Walpurge tage, die nu aller erest zukummede ist J. A. Varnhagen waldeck. urkundenb. 133 (1309); terminus Joh. bapt. neest czukomende handelsrechn. d. d. ordens 114 Sattler; des abendes merke des tzukommenden tages werke Eberhard v. Cersne d. minne regel 1694; wo dünket dy umme dit tokamende jar? (im frühling) burenbedregerie 155 Seelmann; für alle die andere (seelen), die in zukommender zeit noch dahin (ins fegefeuer) kommen möchten Fischart bienenkorb (1588) 124b; man sprach schon (im sommer) von den brillanten redouten des zukommenden winters Göthe 27, 282 W. auch als subst.: alles gegenwärtige im zweifel schwebet, und das zukommende ein rähtsel ist Harsdörfer gesprechsp. 8, 323. daraus entstand die im nd. allgemein übliche kurzform tokum, tokam: tokum jar, tokum week Schütze 4, 265. im hd. als mischform in zukummen zeiten Burkard Waldis Esopus 1, 213 Kurz. II@33) wie zufällig 2, sp. 350, für accidentalis: durch unversehene und zukommende kranckheiten Guarinonius greuel d. verwüstung (1610) 15; zukommende ursachen Schiller 1, 87 G. II@44) es bezieht sich auf eine ursache wie zugehen II 2 c, herkommen th. 4, 2, 1109: doch wenne dis (die sünde) zuokummet von krangkeit und unversehen zuovellet Tauler pred. 128 V.; wie dit zuquam, daz merkit d. myst. 1, 184 Pf.; in dem 1366 jare wart upstot twischen unsen heren dem bischope und den borgern. dat kam sus to chr. d. st. 7, 252 (ähnlich 16, 333). dazu der beleg aus Dreszer sächs. chr. bei zugestatten. nord- und niederdeutsch. IIIIII. was einem zukommt, was man einem zukommen läszt, kommt in dessen hände, besitz, in mannigfacher verwendung bis heute üblich. III@11) der räumliche vorgang ist dabei deutlich. III@1@aa) von bedürfnissen aller art, vgl. zufuhr 2: so mocht doch Hannibal, als in eynem frembden land, nit ruowen, und liesz den reysigen zeüg streyffen, die alle dorffer und weiler verheerten und verbrannten, damit dasz den Römern nichts zuo mocht kommen dann auf dem Pado Carbach Livius 114a; den regimentern, so dem könige aus Preuszen zukommen solten Chemnitz schwed. krieg 1, 89; der Dueroflusz, auf dem den belagerten an fangs noch ... einige vorräthe zugekommen waren Mommsen m. gesch. 24, 17. III@1@bb) von sendungen, briefen, paketen u. dgl.: des Myritianus ander büchlin, so yhr habt zu mir geschickt, ist mir zukomen Luther 26, 552 W.; hastu noch etwan von dem buder, so lasz mir ein pfund zukomen Chr. Weise die drey klügsten leute (1675) 97; ich schicke dieses paquet durch einen boten, damit es ihnen so früh als möglich zukomme Göthe IV 10, 285 W.; ein gleichfalls mir zugekommener eigenhändiger brief IV 28, 82 W. (ähnl. IV 13, 231, 15, 212 u. ö. in den briefen); letztere beide ... schliesz' in ein couvert, bemerke kurz, sie seyen dir über Stuttgart zugekommen Hebbel br. 1, 197. III@22) das räumliche tritt zurück und zukommen heiszt allgemein 'zu theil werden', zukommen lassen 'gewähren, geben, schenken', vgl.zugehen: dir ist zukummen dein fraw und gepieterin, deinen stieffkindern ... ein peinigerin Albr. v. Eyb d. schr. 1, 7 Herrm.; so werden uns zukommen alle ding die uns nott sind H. v. Cronberg 98 ndr.; uns ist kein pfenning drausz zukommen H. Sachs 21, 10 G.; was aber für nutzen und wolgefallen schaffet, denen solche acker, wiesen, häuszer und garten (wo ein heer gelagert hat) zukommen, ist bald auszzurechnen Kirchhof wendunmuth 2, 305 lit. ver.; der ihr von beiden zukommende trost Lohenstein Armin. 2, 1098b; verstand kommt dir nicht zu; er wohnet in dir Herder 21, 3 S.; die baarschaft .., die ihm so unvermutet ... zugekommen war Göthe 22, 8 W.; die gutsherrschaft ... liesz ihr auch ärztliche behandlung zukommen Droste-Hülshoff 2, 307; was die verfassung ihnen (dem abgeordnetenhause) an rechten zubilligt, soll ihnen unverkürzt zukommen Bismarck pol. reden 2, 86. besonders wird es so gebraucht III@2@aa) von schriften und urkunden, als quellen: und ist uns die beschreibung derselben als volksbuch ... zugekommen Göthe 7, 188 W. (ähnl. 7, 231; 25, 269; 28, 339; 48, 25; IV 28, 140 W.; gespr. 7, 300 B.); Gottfried und Wolfram überdichteten, was ihnen zukam Scherer kl. schr. 1, 34. von sitten und gebräuchen: elemente der civilisation konnten von dort her den Italikern nicht zukommen Mommsen m. gesch. 14, 117. III@2@bb) von mittheilungen jeder art: als nun solcher befehl dem Nikanor zukam, ward er betrübt 2. Maccab. 14, 28; also will ich der zu Mencz radtschlag ans liecht tragen und auffdecken, wilcher myr wunderlich ist zukomen Luther 19, 262 W.; afferuntur rumores ad eum es kompt im vil zuo Frisius 57b (ähnl. 332b; 879a); das nicht allein der ungebildete, sondern auch der durchaus rein gebildete, natürliche mensch dasjenige mit augen sehen will, was ihm durchs ohr zukommt Göthe IV 28, 179 W.; von beidem habe ich mit jenem lebhaften interesse kenntnisz genommen, welches ich allem, was mir von ihnen zukommt, entgegenbringe Bismarck ged. u. er. 1, 405 volksausg.; es kommt einem eine nachricht, bestellung, botschaft, kunde, ein befehl, eine weisung, eine warnung zu. auch unpersönlich: sie (anr.) sind von aller beschränktheit entbunden, wie es ihnen schon zugekommen sein sollte, wäre uns ihr aufenthalt bekannt gewesen Göthe 24, 378 W. III@2@cc) von dem was uns durch das schicksal, besonders als unglück oder leid gebracht wird Frisius 901a f., ähnlich wie zufallen 2 e, zustoszen: so lasst uns leiden was uns zukompt Luther 32, 37 W.; ob dir zuokumpt ain grosse wund H. Braunschweig chir. (1539) 13a; wer kinder hat, der musz immer fürchten, das ihnen etwas zukom Petri 2, g g g 8a; es weisz doch gleichwohl ein mensch nicht, was einem begegnen kan; es könte doch einem etwas zukommen (man könnte sterben) A. H. Francke sonn-, fest- und aposteltagspred. (1746) 1, 600. heute wohl nur in wendungen wie einem eine züchtigung zukommen lassen Mommsen m. gesch. 24, 322. IVIV. indem, was einem zukommt, angesehen wird als etwas, was einem aus irgend einem grunde zu theil werden soll oder musz, erhält es die bed. 'zustehen', 'gebühren'. seit dem 17. jh. im gebrauch und jetzt die vorherrschende bedeutung, vgl. auch zugehören. IV@11) was man von rechtswegen verdient oder worauf man einen rechtmäszigen anspruch hat: gebt her den brieff, er wird wohl mir zukommen Chr. Reuter ehrl. frau 17 ndr.; mein frommes kind, wem kombstu zu, und was weinestu? und es antwortet mir ...: ich bin ein sohn eines grossen ... königs Spee güld. tugendb. (1649) 159; wir möchten ... nicht die nachrede haben, dasz wir uns etwas zugeeignet hätten, was uns nicht von rechtswegen zukäme J. Möser 5, 40; die reichssturmfahne, die dem herzog als reichsbannerträger zukam W. Hauff 1, 259; der verbrecher leide die strafe, die ihm zukömmt A. Ruge briefw. und tageb. 2, 356; ein name, ein platz, ein rang, eine stelle u. ä. kommt einem zu. sprichwörtlich: ehre dem ehre zukömmt Düringsfeld 1, 164a; was den vögeln zukömmt (der galgen), paszt nicht für die fische 1, 280b. IV@22) was einem zu thun gebührt oder ziemt: zuekommen .. decere Stieler 1007; (der sohn) betet fleiszig, und thut unverdrossen, was ihm zukömmt J. G. Schmidt rockenphilos. 2, 62; darumb redet nicht mehr, als euch zukömmt Lohenstein Armin. 2, 1533b; uns männern aber kommt das angedencken zu (viris meminisse honestum) J. v. Besser schr. 1, 26 König; er .. versprach nun alles, was einem guten pabst zukomme Ranke gesch. der päpste 1, 94; das kriegsministerium, dem in diesen bundesstaaten ... der vollzug des gesetzes ... zukommt ges. über d. vaterländ. hilfsdienst § 5. IV@33) was einer sache durch das denken beigelegt wird: wenn man demnach mancherley in einem dinge von einander unterscheiden kan; so musz eins unter ihnen den grund in sich enthalten, warum das übrige ihm zukömmt Chr. Wolff vern. gedanken v. gott (1720) 14; das allgemeine eines solchen geistes ist die tendenz: zu erforschen, ob irgend einem object irgend ein prädicat wirklich zukomme Göthe 42, 2, 258 W.; welche schwierigkeiten findet die der idee des rechts zukommende selbständigkeit hier (im leben) vor Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 21. IV@44) schlieszlich ist es einfach, was thatsächlich zu einer person als urheber oder sonst zu einer sache gehört: wer ist wie du beredt? wer kan so zierlich schreiben? dein römisch kompt der zeit des grossen Cesars zu Opitz geistl. u. w. weltl. ged. (1690) 2, 18; ob diese griechische schrifften ... eigentlich dem ersten ... Dionysio Areopagita zukommen, oder einem andern, der sie unter seinem namen in dem 5 ten seculo untergeschoben und bekant gemacht habe Arnold unpart. kirchen- u. ketzerhist. (1699) 37a; es wäre möglich, dasz der magnetismus allen steinen in gewissem betracht zukäme Lichtenberg verm. schr. 9, 294; die groszen vorzüge, die einer reizenden frau durch stand und geburt, feine sitte und bildung vor anderen zukommen Mörike 3, 26 Göschen. IV@55) ungemein verbreitet ist die unpersönliche verwendung in diesem sinne: allein es komt dir doch nicht zu, dasz du der frau mutter so antwortest? Chr. Reuter ehrl. frau 16 ndr.; ja das vorurtheil ist bey uns fast allgemein, dasz es nur jungen leuten zukomme, in diesem felde (der schönen literatur) zu arbeiten Lessing 10, 188 M.; aber wozu wäre sie auch sonst da, als, wie es alten leuten zukömmt, zu moralisiren Droste - Hülshoff an L. Schücking 110. IV@66) ebenso die des part. präs.: keiner soll von der ihm anbefohlenen und zukommenden wache bleiben Fleming vollk. t. soldat 140b; aber hat die natur nicht jeder art der thiere die ihnen zukommende nahrung aufgetischt? Klinger werke 11, 18; die ihm von rechtswegen zukommende belohnung W. Raabe hungerpastor 1, 130. VV. nur vereinzelt belegt ist für zukommen die bedeutung des sich schlieszens: und da das thürlin wider zukam Paracelsus chir. (1618) 156c. VIVI. das subst. zukommen, n., erscheint in verschiedener bedeutung. räumlich: wizzet, im ist iur zuokomen hie gewesen also guot als sin leben Joh. v. Würzburg Wilhelm 11 124; so ist daz ander zukomen in reine hertzen und gedang Heinr. v. Neustadt gottes zuk. 5005 Singer. darum im übel geredt ward, dasz er so vil auszgab und mit minderem hett eigner person zuokomen und herrengunst erwerben und des costens in anderm weg hette mögen ergetzt werden J. v. Watt 1, 265. wie I 2 d: so er sich in jars frist nit absoluieren laszt und mit den verletzten vertregt, soll er aller seiner land und jurisdiction entsetzt, und nimmermer ein zuokummen (wiedererlangung des besitzes) gestatt werden S. Franck chron. Germ. (1538) 165. was einem zukommt, wie IV 1: allein so bald der elephant gleichfals seine masz gerste bekame, ware er so billig-müthig, dasz er selbige mit einem rüssel in zwey theile theilete und dem esel auch sein zukommen darreichete Lindenborn Diogenes 2, 287; soll ich's zurückhalten von seinem zukommen? B. Auerbach schr. 13, 133.
23008 Zeichen · 474 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zukommen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zukommen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Kommen ,) welches das Hülfswort seyn erfordert. 1. Zu etwas kommen; in welc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zukommen

    Goethe-Wörterbuch

    zukommen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zukommenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    zu-kommen st. : 1. 'entgegenkommen', räumlich und zeitlich, -komme, -kumme, -kamme, s. kommen [verbr., Lambert Penns 185…

  4. Sprichwörter
    Zukommen

    Wander (Sprichwörter)

    Zukommen 1. Alles kümmt mir zü, nor kein Batel Geld. – Blass, 5. Die Sprache eines Menschen, dem vorherrschend Unangeneh…

  5. Spezial
    zukommen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    zu|kom|men vb.intr. 1 (sich nähern) se avijiné, gní (rové) pormez 2 (zugestellt werden) rové (röia) 3 podëi pro, gní pro…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zukommen

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zukommen als Zweitglied (1 von 1)

Dazukommen

Wander

dazu·kommen

Dazukommen 1. Er ist dazugekommen, wie der Hund zur Bratwurst. 2. Er ist dazugekommen, wie der Teufel zum Klumpfuss. Vielleicht aus einer We…

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Cotta, M. (2026). „zukommen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zukommen/dwb
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Cotta, Marcel. „zukommen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zukommen/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zukommen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zukommen/dwb.
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