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klunker

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klunker f.

Bd. 11, Sp. 1297
[]klunker, f. , auch m. (s. 2). 11, 1@aa) kotklümpchen das sich in der wolle des schafes bildet oder im barte u. ä., auch die zusammenbackenden kleinen büschel wolle, haare u. ä., schafklunkern, bartklunkern Stieler 989, Rädlein 548a, an kühen M. Kramer, auch an den kleidern Stieler, Frisch 1, 525c. Steinbach 1, 879, ein kleid von den klunkern saubern ders., der mantel hängt voll klunkern M. Kramer, daher sich beklunkern. 1@bb) auch lappen, fetzen, die an alten kleidern hängen, mit inbegriff des schmutzes, zotteln, und wie lappen, lumpen von solchen kleidern selbst (Bernd Posen 130), so schles., laus., sächs., thür., aber auch nd., z. b. in Pommern, Osnabrück (Strodtm. 325), selbst für kleidung überhaupt, nordböhm. (Petters andeut. 45): sich mit alten klunkern behängen. Campe; verstecke dich in die alten klunkern (kleider). Peter volksth. aus österr. Schlesien 2, 170; da kam mein alter schatz in den zerrisznen klunkern. Hoffmannn schles. volksl. s. 89a; wenn die bettelleute tanzen, wackeln klunkern und die franzen. schles. volkslied. 1@cc) anders in Ostpreuszen, das grobe das von dem gereinigten flachs in der hechel zurückbleibt (oberd. kauder, kuder), daher klunkergarn (alem. kudergarn), klunkerleinwand, die daraus bereitet werden. Hennig preusz. wb. 126; s. dazu klotz 11, b und klumpe 1, d, wonach auch hier die bed. klump unterliegen kann, der büschel als klump angesehen. 1@dd) ähnlich in Osnabrück verfitzte haare Strodtmann 326, und oberd.: ein klunkeren, es sei wollen, flachs, hanf, stamen Calepinus (1570) 1453, was um die kunkel gelegt wird (doch vgl. klanke sp. 950 unten). 1@ee) die samenknollen des kartoffelkrautes heiszen thür. klunkern (vgl.klumper 2 so). 22) troddel, quaste, und was sonst so als beiwerk hängt gleich den vorigen klunkern, md. und nd.; 'hangender quast wie z. e. am kopfgeschirr der pferde' Richey 125, auch bei Schambach, Stürenburg: (die kutsche) war mit sechs pferden bespannt, die mit fränzchen, klunkern und quasten, wie die madam die drinnen sasz, behangen waren. Weisze kom. opern (1771) 1, 20, im munde einer bäuerin; sein wappen ziert die deck', im glanz der goldnen klunker. Voss 6, 168 (1825 4, 138), junker Kord 22; trug einen goldnen tressenhut und einen klunker dran. Claudius, also masc.; goldene uhrklunkern. E. Helmer prinz Rosa-Stramin (1857) 125; oberst, capitän und junker hieb sich ab den garstgen klunker (den zopf). Freiligrath glaubensbek. 69. Dieser gebrauch, der sich so mit dem vorigen zusammen auch in zotte, zottel findet, mag eig. nur aus dem volkswitz stammen. während ihn Adelung noch nicht nennt, ist er nach Campe nur verächtlich, wie in Münchhausens reisen (1822) 18: lustpartien, ritterübungen und preisliche thaten, welche den edelmann besser kleiden als .. alle riechsächelchen, klunkern und capriolen französischer schöngeister und haarkräuseler. 33) verwandtschaft. 3@aa) es spielen hier wahrscheinlich mehrere stämme in einander, wie so oft. die zweite bed. neigt sich zu klunken, baumeln, daher z. b. auch schweiz. glüngger n. gehänge, ohraglüngger ohrgehänge, dim. glünggerli das bei den ziegen oben am halse hängende läppchen. Tobler 226a; mit anderm ausgang kärnt. glunggel grosze schelle oder was ihr ähnlich ist. Fromm. 5, 105; vgl.glungeln u. klunkern 1, b, auch klüngel troddel. aber die erste bed. stellt sich deutlich zu einem stamme mit der bed. klump. 3@bb) das nd. klunker, mit dem das mitteld. notwendig zusammengehört (vgl.klunkererbse), ist nämlich klümpchen überhaupt, z. b. klunkern botter in der buttermilch, klunkern fett u. s. w. (brem. wb. 2, 814), stimmt also völlig mit klumper, wie klunkericht mit klümpericht, klunkermelk mit klumpermelk. und wie alt stamm und bildung sein müssen, zeigt schottisch clunker verhärtetes kotklümpchen (auch beule, knoten). das -er scheint hier verkleinernde kraft zu haben. 3@cc) auch zu klunker ist das mutterwort noch zu finden (wie klump, klumpe zu klumper) in schwed. klunk (klonk) m. groszes klümpchen (z. b. in der suppe) Rietz 330b, auch bei uns in ahd. glonko erdklump, nhd. klunk klunker (s. klung 2, a), westf. klunke klecks Fromm. 5, 281 (genauer kotklümpchen?). auch der ablaut, den klump zeigt, fehlt hier nicht: norw. klank m. gleich klakje, eisklump Aasen 219b, schott. clinkers pl. gebrochene felsstücke, engl. dial. clinker-bell eiszapfen, wie clonker. ebenso zu dem folg. klunter, klunt schwed. klannt klump, klint knollen (s. klint 3). [] 3@dd) die klunker heiszt nämlich nd. auch klunter f. (kotklümpchen wie troddel) Schambach 105a, desgleichen mitteld. z. b. in der Wetterau (s. auch unter klunkermutz), auch bei Frisch 1, 525c; ostfr. klunter und klunder klümpchen Stürenburg 114a (klundermelk 113b gleich klumpermelk, klunkermelk), in Aachen klönter m. 'klümper im brei', im Siegerlande klonter, klonder f. klumpen mehl, erde u. a., nl. klonter m. schafklunker wie klümpchen, klump überhaupt (z. b. een klonter in de borst, eine harte brust). dem klonder läszt sich klüngel, klunge mit weicherem auslaut vergleichen, die auch zu dem stamme gehören. 3@ee) auch dazu besteht einfaches nl. klont, bei Kilian klonte, massa, gleba, grumus, ostfries. klunte klump Stürenb. 114a, nd. klunt brem. wb. 2, 814, dem. kluntje, nl. klontje, z. b. stückchen zucker zum thee (ostfr. auch klumpje); selbst hd. klunz (s. d.). 3@ff) so stehn neben einander klunker : klumper : klunter und klump : klunt : klunk, auch klumpfusz : klunkfôt : kluntsfôt (ostfr. auch blosz klunte genannt), in wirklich wünschenswertester vollständigkeit, um die thatsache sehen zu lassen, dasz unsere vorfahren eine wurzel gern im auslaut verschieden gestalteten mittelst der drei verschiedenen lautarten (s. sp. 6). auch sind die formen noch in der gegenwart ziemlich nahe beisammen zu finden, nicht wie sonst meist nur noch in trümmern und zeitlich und räumlich weit versprengt über das germanische sprachreich hin. 3@gg) die bei klump angenommene urspr. bed. spalten wird auch hier bezeugt z. b. durch nl. klinke spalt (sp. 1198 unten), vergl. sp. 1199 unten, und auch die einfachere gestalt der wurzel, ohne die liquida (s. klippe II, 2, b. c sp. 1203 und klosz), läszt sich erkennen in klucker, ahd. clucli globulus sp. 1260, vgl.kluck spalt.
6298 Zeichen · 172 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klunker

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Klunker , plur. die -n, im gemeinen Leben, herab hangende Klümper, oder unförmliche kleine Massen. Klunkern von Koth…

  2. modern
    Dialekt
    Klunkerm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Wossidia Klunker m. Troddel, Quast, Klumpen, Haufe Mi 43 a ; der Schmutzbehang am Vlies der Schafe Sta Stargard@Jatzke J…

  3. Sprichwörter
    Klunker

    Wander (Sprichwörter)

    Klunker 1. Zum Klunker findet sich auch eine Lode. ( Breslau. ) Ich habe fast nur gehört: Zur Klunker. (S. Zucker, Zurke…

  4. Spezial
    Klunker

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Klun|ker f. (-,-n) (Klümpchen) baloche (-chi) m. , golber (-bri) m. , grop (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klunker

20 Bildungen · 16 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von klunker

klunk + -er

klunker leitet sich vom Lemma klunk ab mit Suffix -er.

klunker‑ als Erstglied (16 von 16)

Klunkerbeer

MeckWB

klunker·beer

Wossidia Klunkerbeer f. gleich Klunk- ( s. d. ) Schw Schwerin@Pampow Pamp .

klunkeren

WWB

klunk·eren

klunkeren V. 1. ohne Kontrolle Speichel verlieren, seibern (von Säuglingen) ( KkWb ). — 2. reden, unüberlegt sprechen ( WmWb ). — 3. langsam…

klunkererbse

DWB

klunker·erbse

klunkererbse , f. eine grosze erbsenart. Nemnich, vergl. DWB klotzerbse ; doldenerbse, rosenerbse. Adelung.

klunkerfuchs

DWB

klunker·fuchs

klunkerfuchs , m. ein scheltwort: die dritte sagte 'ja hätte disz nicht gethan, mein mann hätte nicht so viel geld dürfen ( brauchen ) hinge…

klunkerhammel

DWB

klunker·hammel

klunkerhammel , m. klunkerichter hammel, auch von einer schmutzigen frau. Frisch 1, 525 c , wie dreckhammel.

klunkericht

DWB

klunke·richt

klunkericht , klunkerig , adj. zu klunker. 1 1) klunkerig, klümperig Frisch 1, 525 c . klunkerichte milch, brei M. Kramer. nl. klonterig. 2 …

Klunkerig

Campe

klunke·rig

Х Klunkerig , — er, — ste , adj . u. adv . (R.) Klunkern habend, mit Klunkern behängt. Ein klunkeriges Kleid. Klunkerig sein. Klunkerig einh…

klunkerloch

DWB

klunker·loch

klunkerloch , n. eine klunkerichte kerbe (klunkerarsch), nl. klontergat. M. Kramer 1719 1, 150 b .

klunkermilch

DWB

klunker·milch

klunkermilch , f. dicke, geronnene milch, schlippermilch u. ä., nd. klunkermelk ( s. DWB klunker 3, b ): so weisz wie klunkermilch. Soltau ü…

klunkermus

DWB

klunker·mus

klunkermus , n. ein klümperig gekochter mehlbrei, auch klinkerkost, so Adelung nach Hennig preusz. wb. 126 ( ostfries. klunderbrê Stürenburg…

Klúnkermūß

Adelung

klunker·muss

Das Klúnkermūß , des -es, plur. inus. im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, ein mit Fleiß klümperig gekochter Mehlbrey, welcher eine …

klunkermutz

DWB

klunker·mutz

klunkermutz , m. femina sordida. Stieler 989 , Steinbach 1, 881 : ich habe sie irgend einen klunkermutz geheiszen. Weise körbelmacher 67 ; d…

klunkermuz:

DWBQVZ

klunkermuz: der grosse klunkermuz. o. o. 1671. liegt auch als faksimileausg. vor.

Klunkersupp

MeckWB

klunker·supp

Wossidia Klunkersupp f. gleich Klütergrütt (1892) Ma Malchin@Groß Helle GHelle .

Klunkerte

WWB

Klunkerte Eidechse (Frbg.) ( Kr. Meschede Mes Br).

klunker als Zweitglied (4 von 4)

klinkerklunker

DWB

klinker·klunker

klinkerklunker , klinkerklunker gehn: unser prinz geht klinker klunker gleich wie ein ander narrenjunker. Fr. Dedekind miles christ. prolog,…

Ohrenklunker

PfWB

ohren·klunker

Ohren-klunker m. : 'an den Stielen zusammengewachsene Kirschen, von den Kindern über die Ohren gehängt', nur Pl. -klunkere (-gluŋgərə) [ ZW-…