untergang,
m. zum v. untergehen (
s. d.).
ahd. untarganc;
mhd. underganc;
mnd. undergank;
mnl. onderganc;
nl. ondergang;
afries. undergung;
nfries. ondergong.
isl. undirgangr,
dän. undergang,
schwed. undergng
aus dem deutschen. der plur. untergänge (Chr. v. Ryssel
seelenfrieden [1685] 730; Göthe
gespräche 7, 76
B.; A. v. Humboldt
kosmos 2, 110)
wird von Adelung
für bed. A
und B
zu unrecht geleugnet. AA.
nach 1unter III B 1
a. A@11)
räumlich-örtlich. durchgang unter einer überbrückung Staub-Tobler 2, 344, undergang 2;
1unter III B 1
α.
vielleicht dasselbe: bis an den u. des Voghtischen weges Göthe III 3, 150
W.; vgl. niedergang 3;
nicht schriftsprachlich. dem nl. benedengang in bauwerken entsprechend (
nl. wb. 10, 1313;
vgl.obergang th. 7, 1086; gang II 1
f.): was
die unter- und obergänge samt den gantzen innern platz des tempels anlanget, so sind sie sehr grosz
F. v. Troilo
oriental. reisebeschreibung (1676) 510;
veraltet. über die örtliche vorstellung des niedersinkens und niederganges s. B. A@22)
übertragen. a)
untersuchung, prüfung (
1unter III A 1
b α und III B 1
b γ): wir haben mit unermüdetem u. der sachen beschaffenheit die setz- und ordnungen zusammen tragen lassen
stadtrecht des 18.
jahrhs. bei Staub-Tobler 2, 345, 4.
vgl. luxemb. önnergôen
ausholen, -forschen Gangler 317.
veraltet und mundartlich (
vgl. Murray 10, 1, 132
c undergo 1
c und 4). b)
im geistlichen sinne '
freiwillige unterwerfung' (
1unter III B 1
a γ; mhd. wb. 1, 476
a, 2): o süszer vater ... ich erman dich und danck dir des demttigen undergangs deiner zarten naturen ... do du den freyen willen uffgabst ... zu leyden den bitteren ... tod
der ew. wiszheit betbüchlin (1518) 70
b.
veraltet. BB.
in den bedd. occasus, interitus verflieszen die von inter (
sp. 1482; Falk-Torp 292)
und die von sub (
sp. 1456)
ausgehenden vorstellungen; für das heutige sprachgefühl scheidet inter aus (
s. Campe).
die bezeichnung u.
ist noch nicht ahd. (untarganc
ist zwischengang, interceptum Graff 4, 102.
occasus solis heiszt sedalgang 4, 103,
das schon mhd. verschwindet; andere bezeichnungen Pfeiffers Germania 19, 430),
auch im classischen mhd. fehlt sie noch. beim verfasser des väterbuches 34 989
Reissenberger (ir loufender underganc ist ir noch harte lanc)
ist u.
das niedersinken der sonne von der mittagshöhe. erst im 14.
jahrh. wird u.
zur bezeichnung von occasus, interitus, wahrscheinlich unter einflusz des lateinischen (
zeitschr. f. d. wortf. 4, 131; Falk-Torp
a. a. o.),
bei mystikern und Konrad v. Megenberg
üblich. mnl. wb. 5, 349, 1.
das synonyme niedergang (
s. d. 2)
wird heute vom u.
so unterschieden, dasz jenes das herabsinken von einem erreichten höhepunkte bezeichnet. 'niedergang
der sonne beginnt also schon von dem mittage an, ihr u.
dagegen hat erst am abende mit dem eintritt unter den gesichtskreis statt' Weigand
syn. 2
2, 474; '
der n. des reiches beginnt mit der zeit, wo es seinen höhenpunkt zu überschreiten anfängt, und kann also noch sehr weit entfernt sein von dem u.
oder dem zugrundegehen' Sanders
syn. (1882) 576.
früher galt diese unterscheidung nicht: s. die angeführte stelle des väterbuches; alles was in seinem wesen hat den höchsten grad erreichet, ist auch fertig, das es wieder sich zum untergange neiget
bearbeitung L des narrenschiffes bei Zarncke 39
anm. B@II.
von himmelskörpern. B@I@11)
vom vorgang des untergehens: der wer[lt]leich undergank ist widerkrigend dem werltlichem aufgang Konrad v. Megenberg
sphaera 25, 29; zumahl der mond den u. dräuete Ziegler
Banise (1689) 10; jetzt mit feierlich stiller bewunderung sahn sie der sonne stralenden untergang J. H. Voss
sämtl. ged. 2, 328; die sonne begann dem horizonte sich zuzusenken, doch wars kein schöner u., und keinen schönen aufgang versprach dieser H. v. Barth
Kalkalpen 432;
astronomisch: wahrer und poetischer u. Zedler 49, 2122;
descensio signi eines zeichens undergang Maaler 456
a; '
descension in der sternkunde u.' Kinderling (1795) 250.
zusammensetzungen z. b. untergangsbogen Sachs-Villatte, -punkt Lueger
lex. d. ges. technik 1, 24, -zeit 1, 561. B@I@22)
ort des untergehens. occidens, unterganck, besten
Sachses glossar (
Herrigs archiv 47) 404
a;
zeitschr. f. d. wortf. 7, 104
ff.: den leuten gegen der sunnen undergank,
occidentales Konrad v. Megenberg
sphaera 11, 30
M.; du wirst geweytert zuo dem undergange und zuo dem auffgange, zuo mittem tag und zuo mitter nacht
erste d. bibel 3, 135, 8; von dem micheln flosz Eufraten untz zuo dem undergang des meeres 4, 172, 47;
vom starken weine: den undergang und den mittag sol er nit sehen
Petrus de Crescentiis 56
b;
heyligenleben summerteil (1472) 142
b; die sun wais iren untergang, wen die scheinet den tage lang H. Sachs 18, 402, 37
G.; B. v. Chiemsee 460; Guarinonius (1610) 409; wandeltest du, geliebter, auch gleich durch länder und länder von dem aufgang herauf bis zu dem untergang nieder, würdest du dennoch nicht einen, der Gottscheden ähnlichte, finden Göthe IV 1, 17, 22
W.; auf dem meerschiff ist es (
das herrschergeschlecht) gekommen, von der sonne röthlichtem untergang Schiller 14, 23; auf den bergen gegen u. war es lichter Stifter 5, 1, 288.
feste verbindungen: die sonne hat sich geneygt zuom untergange
reformationsflugschr. 1, 391
Clemen; Göthe 23, 61
W.; die sonn hat sich seer zum undergang gesenckt
Aymon (1535) s 1
b; die zum u. eilende sonne Harsdörfer
gesprechspiele 5, x x x x x 7
a; der himmel ... sehnet sich zum u.
Fischer-Tümpel 3, 37.
dichterisch: mahnend zieht die nacht den mantel vor des unterganges thore Brentano 3, 85. B@I@33)
als zeitbestimmung, mit präpositionen: nach dem undergang des sunns
erste d. bibel 3, 134, 59; pysz zu der sunnen unterganck Schiltberger
reisebuch 15 (
lit. verein); vor undergang der sunnen A. v. Eyb
spiegel der sitten (1511) y 2
b; gegen der sonnen u.
Josua 23, 4; G. Forster 1, 231;
zusammensetzung untergangszeit E. Francisci
lusthaus (1676) 893.
ungewöhnlicher im uneigentlichen sinne: nach u. diser trüben wolcken (
zeitumstände)
F. A. v. Brandis
ehrenkräntzel (1678) 200; bei u. seiner jahre (
in der spätzeit seines lebens) Rosegger
vorr. zu Stelzhamer (1884) 18. B@I@44)
sprichwörtlich: die himlische klarheit hat keinen u. Petri
d. Teutschen weisheit B 5
a;
mit einschlag von III: der sonnen auffgang ist der eulen und nebels u. Lehmann
florileg. 2, 859. B@IIII.
vom versinken im wasser, naufragium: in disem undergange (
des schiffes) Tauler
pred. 344, 20
V.; wer schiffen will über mOere, der muosz fürchten den u. des schiffes, so sich erheben die ungestmen winden A. v. Eyb
spiegel d. sitten (1511) E 3
b; ich sihe ... das schiff ... zu grund und seinem u. eylen Fischart
discours (1589) A 2
a; sowohl am schroffen als am seichten ufer des stroms können fahrzeuge ihren u. finden Herder 16, 109; wenn das schiff absichtlich auf den strand gesetzt wird, jedoch nur wenn es zum zwecke der abwendung des unterganges oder der nehmung geschieht
handelsgesetzb. 706, 3.
im vergleich Musäus
volksmärchen 1, 36
Hempel. B@IIIIII.
figürlich interitus, exitium, strages. verderbung, der todt,
καταφθορά,
occasus, τελευτή Decimator
thesaurus. as. forgang. niedergang
ist heute von u.
geschieden (
vgl. oben): den nieder-, wenn nicht den u. der kleinen universitäten Du Bois Reymond
über eine akademie d. d. spr. (1874) 2; niedergang
und u. eines geschäftes, ruin Spanutius (1720) 422; sturz, umsturz, fall Gottsched
sprachkunst (1748) 106.
verbunden werden: nachteil und underganck Murner
an d. adel 49
ndr.; undergang und schaden Stumpf
Schwytzerchron. 316
a; todt und u. Kirchhof
wendunmuth 2, 28
Ö.;
N. D. Gisecke
poet. werke 43
Gärtner; undergang und verheerung
theatrum amoris (1626) 107; verderb und undergang
theatrum diabolorum (1569) 30
a u. ä. im schwäbischen ist diese bed. nicht populär Fischer 6, 230. B@III@11)
von personen: des künigs undergang Stainhöwel
ber. frauen 118
Drescher; es mus zu eynem undergang komen mit eynem iglichen menschen Luther 18, 480
W.; Zinkgref-Weidner
teutscher nation weisheit 2 (1653), 22; dem verdienste seine kronen, untergang der lügenbrut! Schiller 4, 4; das eisern wilde kämpenlied, das lied vom untergang der Nibelungen H. Heine 1, 427
Elster; einige tage nach dem u. des advocaten G. Freytag 5, 373;
ungewöhnlicher: wann Rom ein in muetterleib noch verschlossenes kind weinent gehört, als Titus ... sich zum u. naigte Fr. A. v. Brandis
ehrenkräntzel (1678) 226.
von thieren Seb. Bürster 5
Weech. von pflanzen Göthe II 7, 144
W. B@III@22)
von nichtpersönlichem: aller meiner bücher untergang Luther 6, 616
W.; Göthe IV 9, 39
W.; der guten sitten undergang Kirchhof
militaris disc. (1602) 16; verachtung und u. des studirens Opitz
poemata 166
ndr.; ich will nur eine dieser opern, die etwa zwey jahre vor ihrem gänzlichen untergange (
verschwinden vom spielplane) zum vorscheine kam, anführen Scheibe
crit. musicus (1745) 69; u. einer sache
rechtssprachlich Zedler 49, 2121;
bgb. 351; u. der welt Ringwaldt
evangelia k 2
b; Herder 25, 466; u. der vier hauptmonarchien Mathesius
Sarepta (1571) 1
a; u. der stadt D. v.
d. Werder
buszpsalmen (1632) C 3
a, des staates Chr. v. Ryssel
seelenfrieden (1685) 585; aller tage feierabend ist der welt u. Raupach
dram. w. kom. gattung 4, 160; u. der männererde G. Freytag 8, 323; solches köndte ohn des landes u. nicht geschehen Micrälius
Pommerland (1640) 2, 237; der wildbahn baldiger u. Heppe
aufrichtiger lehrprinz (1751) 173; am 14. october in J., an demselben puncte, wo vor soviel jahren alles zusammen nur ein u. war Göthe IV 35, 140
W. individuell und ungebräuchlich: untergangsthum
ruine J. Scherr
Nemesis (1843) 2, 91; untergangstümler
novellenb. 5, 253
Hesse. B@III@33)
stilistische verbindungen: besteen on eynen u. H. Sachs 3, 309, 39
K.; (
blumen) aus einem untergange zusammensuchen G. Keller 4, 129; den weg zum u. verbergen A. v. Haller
ged. (1882) 30; den weg des unterganges wandeln Stifter 14, 36; am rande des unterganges G. Keller 5, 49; dem u. nahe sein Krünitz 199, 378; alles zum u. reif Niebuhr
röm. gesch. 1, 11; Schubart
briefe 2, 164
Strausz; attribute: grewlicher und schrecklicher u. B. Krüger
spiel v. d. bäur. richtern (1884) 4, groszer
schweiz. schauspiele des 16.
jahrhs. 2, 268, 3933
Bächtold, gewisser Moscherosch
insomnis cura 44
ndr., rauher Th. Höck
blumenfeld 94
ndr., frühzeitiger Fr. A. v. Brandis
ehrenkräntzel (1678) 158, naher Stoppe
Parnasz (1735) 451, endlicher Schoch
studentenleben (1657) H
b, letzter J. Chr. Günther
gedichte (1735) 725, Herder 5, 190, gänzlicher
s. 2, völliger Caroline Schlegel 1, 86
Waitz, sittlicher Bettine
dies buch geh. d. könig 2, 319, poetischer Gervinus
gesch. d. d. dichtung 5, 95, ungemessner Droysen
Äschylus 104
u. s. w.; epitheta der geschäftsspr. bei Sattler
phraseologey (1631) 476.
mit verben: u. haben, nehmen H. Sachs 19, 193, 9
G.; 13, 424, 18
G.; 17, 44, 3
G.; 17, 66, 12
G.; u. kriegen S.
Dach 162
Österley; u. finden Schiller 13, 353; in u. geraten
acta publ. 1, 246
P.; Sattler
phraseologey (1631) 350; seinem u. entgegenlaufen Moscherosch
gesichte 2 (1650), 117; zum untergange eilen J. Chr. Günther (1735) 206; seinem untergange zueilen Raumer
Hohenstaufen 1, 3, entgegengehen Tieck 17, 10, entgehen Moltke
ges. schriften 1, 65; das, worauff ich mich verlassen, bringet mich zum u. A. Olearius
pers. rosenthal 111; sich selbst den u. bereiten Schiller 13, 229; den u. herbeiführen, verursachen, beschleunigen, verhindern, etwas vom u. erretten J. G. Jacobi 1, 9, dem u. entreiszen Ayrenhoff 1, 200
u. s. w.; an seinem untergange arbeiten W. v. Humboldt 1, 239; den u. drohen: gott dreuet Ninive den u. Dannhawer
catechismusm. 1, 77; untersuchungen, welche nicht nur der schlimmen schreibart den u. droheten Bodmer
crit. poet. schr. (1741) 2, 131; ob der u. ihr (
der welt) dräut Göthe 3, 107
W.; eine schwierigkeit, die ... der freiheit dennoch mit ihrem gänzlichen untergange droht Kant 5, 100, 19
ak. ausg.; drohenden u. Steffens
was ich erlebte 1, 108;
veraltet den u. weisen Abr. a S. Clara
Judas 1, 4;
allgemein: einer person
oder sache den u. schwören (
nl. wb. 10, 1311),
bes. den u. geschworen haben: dir hat er längst den u. geschworen Schiller 14, 284; dieser schreckliche monarch ... hatte dem protestantismus den u. geschworen 4, 101; einen
oder etwas dem untergange weihen (
th. 14, 1, 685
f.): Schiller 6, 352; 12, 320; Ranke 4, 101; etwas dem untergange zuführen Allmers
marschenbuch5 42
u. s. f. B@III@44)
im geistlichen sinne: nu grifest du mir in min herz mit dem undergang miner eren (
interceptio? vgl. C 1) H. Seuse 67, 2
Bihlmeyer; nach seinem beschwerd und u. erhebt er (
gott) ihn (
den demütigen) zur glory J. Arnd
nachfolge Christi (1631) 44;
in verbindung mit II: gebet ist balsam, trost und friede, in gott ein froher untergang Lenau 501
Barthel. B@III@55)
entwicklungsgeschichtlich und culturphilosophisch: den dritten (
zeitpunkt), wenn endlich die thierischen oder pflanzigten formen verschwinden und unscheinbar werden, nennen wir den u.
M. Mendelssohn (1843) 2, 130; sobald in einer natur voll veränderlicher dinge gang seyn musz, so bald musz auch u. seyn; scheinbarer u. nehmlich, eine abwechselung von gestalten und formen Herder 13, 24;
individuell für die überwindung des gewöhnlichen menschen Nietzsche
Zarathustra 16
kriegsausg. u. o.; bei O. Spengler:
Nietzsche gebrauchte das wort decadence. dasselbe, nur umfassender, nur von dem heute vorliegenden fall zu einem allgemein historischen typus erweitert und aus der vogelperspektive einer philosophie des werdens betrachtet, bedeutet in diesem buche das wort untergang des abendlandes
unterg. d. abendl. (1918) 1, 410; es gibt menschen, welche den u. der antike mit dem u. eines ozeandampfers verwechseln. der begriff einer katastrophe ist in dem worte nicht enthalten. sagt man statt u. vollendung ... so ist die pessimistische seite einstweilen ausgeschaltet, ohne dasz der eigentliche sinn des begriffs verändert worden wäre
pessimismus (1921) 3. B@III@66)
persönlich vorgestellt: indessen regt die zeit der flügel leichte ruder, ihr sohn heiszt untergang J. J. Schwabe
belustigungen (1741) 1, 297; der flor des frühlings
heiszt des winters u. (
vertreiber, vernichter) Hagedorn (1769) 3, 123; Mars ... du u. der sterblichen Bürger
bei Campe; einmüthig reichten untergang und tod die bände sich und schritten vor dem heer Herder 18, 266; hier lauerte der u. Holtei
erz. schr. 5, 77. B@III@77)
sprichwörtlich: vil seck seind des esels undergang S. Franck
sprichw. (1541) 2, 100
b; viel ecken und umbgäng sind des esels u. und verderben Lehmann
florileg. 4, 224; müssiggang der tugent undergang S. Franck
sprichw. (1541) 1, 148
b; des einen u. ist des andern auffgang A. Olearius
orient. reisebeschreibung (1696) 89; Lehmann
florileg. 1, 198; der u. hat keinen grund Binder 200; Wander 4, 1478, 1. B@III@88)
zusammensetzungen: untergangdrohend J. v. Müller 21, 396; unterganggeweiht
F. Poppenberg
bibelots (1904) 206. untergangsbrand Hippel
kreuz- u. querzüge (1793) 1, 282, -epoche Fr. Schlegel 14, 54, -feier
F. v. Sonnenberg
Donatoa (1807) 2, 1, 80, -hymne 2, 2, 11, -kampf, G. Keller
nachgel. schr. (1893) 267, -kluft
F. v. Sonnenberg
Donatoa 2, 1, 111, -process
handwb. d. staatswiss. 2
2, 417, -scene G. Keller 6, 163, -stimmung A. Kerr
ges. schr. 2, 186, -tag
F. v. Sonnenberg
Donatoa 2, 1, 244, -zeit
gespräche mit einem grobian (1866) 323;
bei Jean Paul: untergangserde 19/23, 400
Hempel, -insel 15/18, 535, -reiz 24/26, 8
u. dgl. CC.
nach 1unter III B 1
b. C@11)
ahd. untarganc
interceptum; mhd. underganc
interceptio: die bredige ... lert, wie man die geburt suochen sol und vinden muos in dem liehte der gnoden mit undergange des natúrlichen liehtes durch langbeitsamkeit in den begerungen Tauler
pred. 20, 16
Vetter. vgl. 1unter III B 1 b
α β.
veraltet. C@22)
grenzbegehung und -festsetzung. syn. anleite, begang, grenzbegang, pfattenschau, umgang. J. Grimm
rechtsalt. 2
4, 74;
kl. schr. 2, 61
ff. schriftsprachlich heute wenig bekannt, aber alt und namentlich oberdeutsch verbreitet; mhd. wb. 1, 476
b, 3; Lexer 2, 1785; Staub-Tobler 2, 344; Fischer 6, 230; Schmeller 1, 922; Egger
glossar 939
b: exactione tributaria vel disterminatione, quae vulgariter undergank dicitur (1281)
würtemb. urkundenb. 8, 252;
weisth. 1, 47;
urkundenb. des klosters Heiligkreuztal 2, 167; wir setzen und wöllen, das in undergengen und anleiten, so an unserm stattgericht oder vor den anleitenmeistern, durch uns darzuo verordent, zuo ieder zeit gerechtfertiget und entscheiden werden, von denselben urteln und entscheidt nit weiter für ander richter soll oder mög appellirt (werden)
d. stat Worms reformation (1513) 72
a; von erst theylt er (
Numa) die ecker und das bawfelt under sie und satzt marckstein und undergeng, das vor zuo Rom nit war Carbach
Livius 8
a; von anlaiten oder undergengen
Frankfurter reform. (1578) 8, 9; item alle anleyt- und undergangsachen 1, 15; nachdem der untergäng halber biszhero bei unsern unterthanen zweiffel und miszverstand fürgefallen, ... so ordnen und setzen wir ... J. J. Speidel
notabilia (1634) 938;
badische weisth. 1, 70 (1661); schied, u. und versteinigung der güter Besold
thes. (1697) 1, 623
a; W. G. v. Moser
forstarchiv 8, 180; G. H. Zinck
öcon. lex. (1744) 3021; Jacobsson 4, 488
b; den verhaszten namen des untergangs in der meinung aufzuheben, dasz die ausstehenden schulden eingezogen und dann daraus die untergangsschulden und ergehende unkosten bezahlt werden (1770) Staub - Tobler 2, 345; da in den nächsten tagen der u. von Bietigheim wieder in thätigkeit tritt
Enz- u. Metterbote 1879, 82
bei Sanders
erg. wb. 219
b.
attribute: gemeiner, gebührlicher, gleicher, unparteiischer, geschworener u. Fischer 6, 230.
verbale verbindungen: einen u. tun Staub - Tobler 2, 344
f.; J. v. Watt 2, 172; Schönsleder, Dentzler, Aler; einen u. halten Frisius 943
a; Adelung, Krünitz; vollführen, führen Haltaus 1954; Aler (1727) 2, 2068
a; zu u. gebieten, in u. reden Fischer 6, 230. u.
heiszt auch das collegium der untergänger und die stelle des untergangs Fischer 6, 231. oberuntergang
ein auszerordentlicher u.
durch eine andre behörde 6, 230; 5, 20. '
auf den dörfern heiszt es der untere u.,
in den städten der obere u.' Beck
de jure limitum 20
bei Frisch (1741) 1, 317
b;
danach ober-
und unteruntergang Zedler 49, 2121; Adelung; Krünitz. C@33) hintergang 4
entsprechend, schiedsrichterlicher vergleich, compromisz. mhd. wb. 1, 476
b; Lexer 2, 1785; Staub - Tobler 2, 345, 5; Schmeller 1, 922.
s. 1unter III B 1
b ε: und liesze bede partheien durch ain untergang gutlich gegen einander vertragen ... entschiede er die selben partheien wider nach ausweisung des obgedachten untergangs, den kaiser Carls rathe gethan heten L. Fries
würzb. chron. 69
a.
veraltet. —