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worin

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

worin

Bd. 30, Sp. 1463
worin , älter worinne, worinn, adv., seit dem 15. jh. belegbare zusammensetzung aus wo (mhd. wâr, wâ) mit erhaltenem r vor vokalischem anlaut und adv. in aus ahd. inni, inna, inne, mhd. inne, lat. intus. die form worin ist demnach nicht aufzufassen als eine verschmelzung von wo mit präpositionalem in, das in des zweiten wortgliedes hat vielmehr, wie sich auch aus der bis zur wende des 18. und 19. jh. überaus häufigen schreibung worinn ergibt, als zu inn, in verkürztes adverb inne zu gelten, vgl. dazu auch inne teil 4, 2, 2123f. mit dem 19. jh. verschwinden freilich die formen worinne, worinn zugunsten der kurzform worin, so dasz dem sprachbewusztsein der ursprung aus adverbialem inne verlorengeht, zumal auch das neben worinne bestehende alte worinnen (s. d.) mit dem 19. jh. fast völlig auszer gebrauch kommt. neben worinn, worin steht älter häufig warinn, warin, gelegentlich noch im 17. jh.: Moscherosch ges. 1 (1650) 69; Grimmelshausen 2, 18 K.; einmal waur inn Steinhöwel Äsop 42 Ö. trennung der beiden wortteile durch eingeschobene satzglieder, wie sie Kramer 2 (1702) 1375c zuläszt, ist nur mundartlich und von da aus umgangssprachlich möglich, vgl. wo ik in biet Mensing schlesw.-holst. 5, 688 und in der form wo ... drin Fischer schwäb. 6, 438; vgl. ferner mundartl. worin Mensing a. a. o.; wodrin Hofmann niederhess. 265b. demonstrativem darin gegenüber wendet sich worin ins interrogative, relative und indefinite. 11) vorwiegend den zustand des beharrens und bestehens umschreibend. 1@aa) in fragekonstruktionen, selten in sinnlich lokaler anwendung, meist abstrakter zur bezeichnung eines verhältnisses, einer beziehung, eines gesichtspunktes. 1@a@aα) in direkter frage: do sprach der koufman ... waur inn möchtest du mir gut sin? Steinhöwel Äsop 42 Ö.; da sind mein häfen all zerbrochen, worin sol ich dir jetzund kochen? Scheit Grobianus v. 4011 ndr.; worinn soll sie (die inquisition) grausamer seyn, als die edikte? Schiller 7, 192 G. namentlich: was iszt und trincket er? worinn besteht sein preis als im geraubten gut und armer leute thränen? P. Gerhardt in: Fischer-Tümpel 3, 360; worinn besteht ... der richterspruch des publicums? Gerstenberg recensionen 167 lit.-denkm. 1@a@bβ) in indirekter frage: betreuge in (Samson) und lerne von im, worynn er hab die grossen sterck (richter 16, 5) erste dt. bibel 4, 400; (wenn) sie soll antzeygen wie und warynn man soll frum werden Luther 10, 1, 1, 205 W.; worinne das ... urtheil über andre bestehe ... kann uns das betragen der schriftgelehrten ... lehren J. M. Miller pred. fürs landvolk (1776) 1, 97; Wilhelm ... wünscht zu erfahren worin man die zöglinge sonst noch zu üben pflege Göthe I 25, 1, 3 W. besonders: darumb ist auch mitt allen figuren nichst anders bedeuttet, dan worynn eyn recht christlich leben stehen soll Luther 9, 575 W.; es ist noch eine grosse frag: worinne die schönheit bestehe? Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641), g 5a; von der trefflichkeit des alten Athenervolkes, woher sie komme, worin sie bestehe Hölderlin ges. dicht. 2, 131 L. 1@bb) in relativer anwendung. 1@b@aα) meist in unmittelbarer beziehung auf ein substantiv des übergeordneten satzes, an stelle der persönlich konstruierten wendungen in dem, in der, in denen, die modernem sprachgebrauch als korrekter gelten. häufig in konkret räumlichem sinne: ein zimmer, worinn eine tafel ... stunde Grimmelshausen 2, 372 K.; vgl. 330; 611; das logis, worin Thouret gewohnt Schiller br. 5, 475 Jonas; schicke mir doch den theil des atlas, worinne die carten von Italien sich befinden Göthe IV 6, 217 W.; (der) schrank, worin die flasche stand O. Ludwig ges. schr. 2, 417 Schm.-St. unter verblassen der räumlichen vorstellung: in dem ... buche ist enthalten ... eine introductio ad linguam germanicam, worin die teutsche sprache selbst als eine rednerinn aufgeführet Schottel haubtspr. (1663) 6; verse, worin er das glück der Ming beneidete A. v. Haller Usong (1771) 26; an einem buch über die liebe, worinn bewiesen seyn wird, dasz reine liebe nur bey den Griechen statt gefunden habe Schiller br. 4, 14 Jonas; vgl. 3, 1; 5, 251; 7, 17; ein brief ..., worin ich ... nach Baden zu gehen vermeldete Göthe IV 27, 118 W.; heilige gefäsze sind die dichter, worinn des lebens wein, der geist der helden sich aufbewahrt Hölderlin s. w. 3, 18 v. Hellingrath; von Büsching sind vorlesungen über die alte ritterzeit angekündigt, worin himmlische dummheiten stehen werden Jac. Grimm an Lachmann in: briefw. 1, 389 Leitzmann. in der beziehung auf zeitbegriffe: in der zeit, worinn er lebte Wieland Agathon (1766) 1, 106; er genosz der stunde voraus, worinn alle diese ... lufterscheinungen zusammenstürzen ... würden Klinger w. (1809) 3, 145. sonst in sachlicher oder abstrakter beziehung: höre das gepräng der abdanckung, warin des rühmens ... kein ende ist Moscherosch ges. 1 (1650) 69; ein gespräch, warinn ich ihn ... fragte Grimmelshausen 2, 18 K.; in einer wiszenschafft ..., worinne schon allzuviele excellirt haben Lessing 17, 16 L.-M.; meine damalige gemüthsfassung war diejenige nicht, worinn man sich solchen menschen ... gern zum erstenmal vors auge bringt Schiller br. 1, 221 Jonas; ordnung und reinlichkeit (war) das element, worin er athmete Göthe I 51, 58 W. 1@b@bβ) seltener verallgemeinernd auf die ganze aussage eines übergeordneten satzes bezogen: worinne wir euer liebe freuntlichen willen, dinst und gefallen wusten zu erzeigen, findt ir uns gantz zu thunde geneigt (1474) privatbr. d. mittelalt. 1, 119 Steinhausen; nim das weisz von hünerkaht und gibs ihm ein, warinn du magst einbringen Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 238; wie möcht der fromme ..., es sey gleich warinn es wölle oder möge, vor dem unkraut ... sein fürgang erlangen? Paracelsus chir. büch. u. schr. (1618) 126; ein mensch, der, worinn es auch sey, seinen unrath an sich trägt Herder 22, 32 S. im sinne von wobei: andere schlgen mit großen holtzschlAegen an eine dicke eichen, oder trommelten, worinne einige mit dem maul einen schal machten, als wenns zincken wAeren Döpler theatr. poenarum (1693) 427. 1@cc) nur gelegentlich in indefinitem gebrauch, soviel wie 'in etwas': wenn ein rittmeister einen officier, wenn er worin gegen die subordination wieder ihn handelt, in arrest setzt reglement vor die kgl. preusz. cavallerie-regimenter (1743) 8, 8; wer meiner tochter zu nahe kommt oder ihr worin zu leid lebt Lenz ges. schr. 1, 11 Tieck. 22) viel seltener als richtungskonstruktion in frage- oder relativsätzen, an stelle von worein (s. d.) oder wohinein (s. d.), vgl. 'adverbia der richtung (sind) ... wohin, worein, worin' Adelung umständl. lehrgeb. (1782) 2, 41: ein anderer hoff, worynn er well Keisersberg bilgerschaft (1512) 20a; (die) noth, worinn dich nun gestürtzt ihr tod Neukirch auserles. ged. (1697) 2, 174; ein hinterhalt, worinn Hannibal einige tausend seiner besten völcker gelegt hatte A. v. Haller Fabius u. Cato (1774) 23; wie wenige sind. .. cultivirt? und worinn ist dieser vorzug zu setzen? Herder 13, 4 S.; ein zettelgen ..., worin ich etwas geld gewickelt hatte Lichtenberg br. (1901) 1, 40 L.-Sch.
7126 Zeichen · 190 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Worin

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Worin , eine Partikel, von wo und in, welche auf gedoppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Fragewort. Worin lieget es? W…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    worin

    Goethe-Wörterbuch

    worin [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    worin

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wo|rin adv. 1 (interrogativ) te ci, olá, olache 2 (relativ) te ci, te chël che. ▬ worin besteht der Vorteil? te ci (olá)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit worin

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von worin

wor + -in

worin leitet sich vom Lemma wor ab mit Suffix -in.

worin‑ als Erstglied (1 von 1)

worinnen

DWB

worin·nen

worinnen , adv. , aus wo ( mhd. wâr, wâ) und adv. innen, ahd. innana, innan, innin, mhd. innen. als seltenere seitenbildung zum vorigen ( s.…

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Cotta, M. (2026). „worin". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/worin/dwb
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Cotta, Marcel. „worin". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/worin/dwb. Abgerufen 17. May 2026.
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Cotta, Marcel. „worin". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/worin/dwb.
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