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verstecken

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verstecken verb.

Bd. 25, Sp. 1642
verstecken, verb. form. 11) es geht in der bedeutung auf das trans. 1stecken (th. 10, 2, 1298) als factitivum zu stechen zurück, hat aber auch die ausläufer des intrans. (ebd. 1319), einer durativbildung zu stechen, in sich aufgenommen. das zeigt sich in dem eindringen starker flexion in das von hause aus schwache verbum, mag sie nun von stechen aus übernommen oder dem bedürfnis entsprungen sein, intransitiv- und transitivbildung durch starke und schwache flexion von einander zu scheiden (ebd. 1222, 1298, 1319; Heyne 2 3, 771; Paul 2 522a). dieser vorgang konnte besonders auf ndd. boden leicht erfolgen, da hier die spröszlinge von stechen, von trans. und intrans. stecken formell zusammengefallen sind und eine mischung starker und schwacher formen zeigen, vgl. Frommanns zeitschr. 4, 416; mnd. vorsteken, vorstak, vorsteken Schiller-Lübben 5, 461b; später versteken, verstak, versteken: götting. Schambach 267a; pomm. Dähnert 527b; holst. Schütze 4, 198; lübisch Schumann 75; ostfries. ferstäken (ferstëken), ferstôk, ferstâken ten Doornkaat Koolman 1, 467a; mnld. versteken Verdam hdwb. 638a; nld. Kilian (1599) 605a; versteken, verstak, versteken Kramer nider - hochteutsch. dict. 456a. ins fries. eingedrungen: forstekke Dijkstra 1, 420b; fərstēk Siebs Helgoland 218b. 22) diese formen sind auf mittel- und niederdeutschem boden in die vulgärsprache eingedrungen: im ndd. wird es auf sehr fehlerhafte art häufig mit verstechen verwechselt, und man hört daselbst oft, dasz einer vor dem andern etwas verstochen habe Campe; preusz. er verstach sich im strauch, versteckte sich; gegen den musz er sich verstechen, vermag er nicht aufzukommen Frischbier 2, 364b; Berliner dialect: un in mein angst um meine biesternis verstach ich ihm in das schrank Seidel Leberecht Hühnchen 287; schles.: einem schüchternen jüngling ähnlich, der seines herzens regungen schlecht versticht hinter angenommener gleichgültigkeit oder kälte Holtei erz. schriften 13, 59. in den westmitteldeutschen mundarten ist die verwechselung von verstechen und verstecken mit mischung starker und schwacher flexion üblich: luxemb. verštiechen, siebenbürg. verštêchen, part. verštôchen luxemb. wb. 467b; Frommanns zeitschr. 4, 416; lothring. verstechen Follmann 154a; nass. verstechen, verstoch, verstochen Kehrein 1, 389; köln. versteche Hönig 194b. seit dem 16. jh. nachzuweisen: kan denn der lufft durch das dicke klotzechte element der erden kommen, und den verborgenen verstochenen thieren, als maulwerffen .., daselbs athem geben (animalium, quae semper defossa vivont) Heyden Plinius (1565) 315; abscondere, occultare .. verbergen, verhälen, verstechen, vermuchlen Apherdianus (1601) 228. 33) die alten umlautlosen formen des schwachen verbs verstackte, verstackt sind ganz vereinzelt auf ostmitteldeutschem boden im 16.—17. jh. nachzuweisen (vgl. th. 10, 2, 1298): und verstackte es auf den obersten boden Chr. Reuter Schelmuffsky 13 neudr.; hat sie eilendt den ehebrecher unter das bette verstackt Barth weiberspiegel (1565) N VIIb; wie der esel, der sich in die löwenhaut verstackte Weise klügste leute (1675) 98. zu derselben zeit tritt ein schwäb. verstöcken bisweilen für verstecken auf: damit er die gloschende boszheyt nit verstöcket und das glomend dacht .. nit auszleschet Franck sprüchw. (1541) 2, 179a; der stritigen sachen wahrheit .. also zuvertuncklen und zuverstökken Rompler v. Löwenhalt reimgetichte (1647) 000 b; ob .. die wahre liebe .. sich .. in ein edles hertz .. verschantzt oder verstöckt haben möchte Weckherlin 1, 55 Fischer. die form versticken erscheint in einer mittelfränkischen quelle des 15. jh.: wolt ir mîn suster in ein verrêtergeslecht versticken Loher und Maller 118d bei Lexer hdwb. 3, 252. 44) ältestes vorkommen in einer glosse des 13. jh.: obtu rantis, versteket zeitschr. f. d. wortforschung 1, 113; mhd. verstecken mhd. wb. 2, 2, 628a; Lexer hdwb. 3, 249; nhd. verstecken Maaler 432b; Calepinus 4b; Duez 191; Stieler 2159; Kramer it. dict. 2, 926b; hoch-niderteutsch. 247c; Dentzler 313a; Apinus 394; Kirsch 2, 314a; Frisch 2, 325b; Adelung, Campe; Wilmanns gramm. 2, § 125, 3. bedeutung. II. in der weitaus häufigsten verwendung von verstecken als 'verbergen, verdecken, versperren' scheint eine fra-type mit einer faur-type aufgegangen zu sein: 'ein ding wegstecken, so dasz es nicht zu finden istvor einem dinge etwas vorstecken, so dasz es dem anblick dadurch entzogen wird'. in älterer sprache ist die grenze zwischen verbergen und verstecken häufig verwischt; heute ist verbergen allgemeiner. Adelung bevorzugt für verstecken 'in den meisten fällen in der edlern schreibart' verbergen, ebenfalls Campe, 'weil stecken schon unedler ist als bergen und verstecken mehr von kleinen dingen gebraucht wird, auch in uneigentlicher bedeutung nur in wenigen fällen gebraucht werden kann'. I@AA. trans. gebrauch: mnd. Lübben-Walther hdwb. 525c; mnld. Verdam hdwb. 638a; nhd. abdo, abscondo, occulto, obtego, retrudo, verbergen, ab weg thun, verstecken Calepinus 4b; abscondere, tegere, celare, occulere Stieler 2159; abdere Dentzler 313a; wegbringen, verstecken, rem subducere Apinus 394; abscondere, occultare Frisch 2, 325b; nascondere, occultare, celare, soppiatare, appiciare, investire quà e Kramer it. dict. 2, 926b; Adelung; Campe. in den lebenden mundarten allgemein vertreten, in den obd. als verstecken neben verstecklen (s. d.): elsäss. Martin-Lienhart 2, 582b; schwäb. Fischer 2, 1356; tirol. Schöpf 704. über die nieder- und mitteldeutschen formen s. oben unter 1—2. im Berliner dialect sagt man scherzhaft: den haben se ooch schon versteckt, begraben Meyer 128a. veraltet 'einen ins kloster stecken': das man das junge volck .. in die klöster .. versteckt hat Melanchthon im corpus doctrinae christianae (1560) 30; er ward .. inn ein closter verstecket und zum mönch gemachet Stumpf Schwytzerchron. (1606) 220b; er were ein böser vatter, dasz er seine söhn also hin und wider in die stiffter versteckte Zinkgref apophthegm. (1628) 1, 123. I@A@11) etwas an einen verborgenen oder doch unbekannten ort stecken oder thun, um es dadurch den augen andrer zu entziehen Adelung. das geld verstecken vor einem; er hat das seinige, seine gelder zimlich verstecket, hier und dort versteckt; einem seinen hut verstecken; das essen verstecken, wann jemand drüber komt Kramer it. dict. 2, 926b c; vor den kindern versteckt man das, was sie nicht sehen und haben sollen, indem man es irgend wohin steckt; aus furcht, aus scham: so versteckt ein mädchen ein buch, welches zu lesen ihr verboten oder für sie nicht schicklich ist, wenn sie beim lesen überrascht wird Campe; wo ihn (den liebhaber) eine jungfer verstecket, das sie ihn lasse lauffen, oder sie mag ihn gar behalten schausp. engl. com. 75, 30 Creizenach; du bist die braut dieses burschen, der sich vor seinem vater fürchtet, weil er dich da drinnen versteckt hatte Bauernfeld 5, 125; es bleyb aber über Jothan der jüngst sun .., dann er ward versteckt (vor dem mörder) Züricher bibel (1531) richter 9 A; der jäger .. laszt im selben haag etliche löuff .. zuo yedem lauff versteckt er ein mann Gesner-Forer thierbuch (1563) 17; got versteckt seine gaben wunderbarlich, und ist hohen titteln menschlicher weyszheyt gar feindt Franck sprüchw. (1541) 2, 102b; habt ihr das sicher versteckt? Göthe 8, 116 Weim. (Götz); in diesem ist er (der spieler) schlim geart, bezeichnet und versteckt die kart Ringwalt lauter warheit (1597) 75; wenn dir ein gott noch räth, so verstecke die cither, indesz pauk' und trommet' ertönt Herder 27, 241; da feuern die batterien, die wir ganz klug versteckt hist. volkslieder d. preusz. heeres 19 Ditfurth; zu ostern versteckt man bunte eier, um sie von kindern suchen und finden zu lassen: elsäss. han ihr d ostereier schun versteckt? Martin-Lienhart 2, 582b. bei angabe des ortes, wo man etwas versteckt, geht ständig ruhe- und richtungsconstruction nebeneinander her; heute überwiegt die erstere, doch bucht Heyne: etwas im hause, unter dem stroh, ins haus, unters stroh verstecken; Adelung: auf dem boden, in dem walde, unter die treppe, hinter die thür; Campe nur: hinter den ofen, den spiegel, unter die treppe verstecken. richtungsconstruction: (er) versteckt sie in die hölen 1 n. 18, 4; versteckt er etlich seins volcks zuo rosz und fuosz, inn eyn wald Carbach Tit. Liv. (1551) 14v; der hat sie nun als seine mätresse in irgend einen ort verstekt Schubart briefe 2, 239; und den kleinen bösewicht in den weinberg zu verstecken Gottsched ged. (1751) 255; wie froh erschrak ich, als mir unvermutet ein briefchen in die finger kam, das sie in diesen handschuh zu verstecken wuszten Schiller 52, 234 (Karlos 1732); wenn Leo selbst so tieff ein jedes ding durchgraben, wenn ihn die leichte furcht so weibisch abgeschreckt, wär jetzt wohl Michael ins härne kleid versteckt? Gryphius trauersp. 35 (Leo 1, 4, 426); (sie) verstecken den dritten römischen adler in einen sumpff Lohenstein Arminius 1, 4; wann er (der künstler) die schlangen in die haare versteckt, so können sie zieren Herder 3, 58; wenn die frauenzimmer .. ihre hände in die rockfalten versteckten Göthe 22, 185 Weim.; in die kleinen berge versteckte er in künstlichen mauslöchern herrliche mäuse Keller 4, 274; wo Benediktchen schon seinen blonden lockenkopf an deine schulter versteckte Bettine frühlingskranz 252; er hatte etliche säcke .. auf wagen geleget, unter die säcke aber theils soldaten mit bandalier-rohren verstecket Chemnitz schwed. krieg (1648) 1, 70; das, .. wo unter die jacken sollt zu verstecken gehn Ludwig 2, 77; ich wil .... ihn heymlich hinders holtz verstecken H. Sachs 17, 13, 34 Keller-Götze; so verstecken wir zum exempel einen schweinestall hinter einen tempel Göthe 17, 37 Weim. (triumph der empfindsamkeit 4). ruheconstruction: solche verstecken meh inn den seckeln, als sie in den fingern lecken Fischart Garg. 78 neudr.; da sie seiner zukunfft gewar worden, haben sie ihm auffsatz versteckt in etlichen wäldern Xylander Polyb. (1574) 141; da er mich fleiszig hat verdeckt in seiner hütten und versteckt in einem starcken felsen P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 363a; und diese haben mich im lager dort versteckt, und, was ich nur begehrt, mit redlichkeit entdeckt Gottschedin briefe 3, 206; bei einem befreundeten pfarrherrn auf einem dorfe müszten wir freilich .. den besen im holze verstecken Keller 1, 174; sagte die maus zur katze: komm wir wollen zum vorrath gehen, den wir in der kirche unter dem altar versteckt haben Grimm märchen 1, 8; so will ich sie morgen ehe der tag auffgee, hinderm berg sonder eynig geschrey oder rommor zumachen verstecken lassen Aymont (1535) f Ib; der schwiegervater hat es heimlich weggenommen und dort hinter dem groszen schranke versteckt Immermann 1, 216. I@A@22) dem anblick und der kenntnis entziehen Campe. unter einer hülle verbergen. in der malerei: etwas verstecken, nicht in die augen fallen lassen, das gegentheil von erheben oder heben ebd.; Jacobsson 4, 533a; so hat er (der künstler) sie doch nur als einkleidung wie ein zart umhüllend gewand zu betrachten, welches .. nicht die nackte form verstecken, sondern uns dieselbe anmuthig durchscheinend zeigen soll Göthe 48, 224 Weim.; Fiesko (an Juliens busen beschäftigt) sehen sie — dieses versteke ich weislich Schiller 3, 104 (Fiesko 3, 10); wie lang wiltu das antlitz dein für mir o herr verstecken Ringwalt handbüchlin (1586) A 11a; wenn ich das gesicht verstecken darf (in der maske), so gebt mir Thisbe auch Shakespeare 1, 192 (sommernachtstraum 1, 2); Hermann versteckte sein gähnen erfolglos hinter vorgehaltener hand Wieland 7, 23. freier: o hätt' er gift geschluckt in seinem schrecken, das zittern seiner glieder zu verstecken Lenau 638. auf unbelebtes subject übertragen, wo die absicht des verbergens nicht vorliegt, besonders bei natürlicher lage: diese himmlische hülle versteckt kein so teuflisches herz Schiller 3, 448 (kabale 4, 2); kein berg ist, der dich birgt, kein wald, der dich verstecket Logau 185; ein nebel flosz um ihn, der ihn dem blick versteckte, damit kein gläubiger den fernen weg entdeckte Zachariae 1, 9; vernünfftige begierde sucht blumen, deren glantz die knospe noch verstecket Lohenstein Ibrahim (1680) 14; Kennedy. ihr seht nur nicht die mauer, die uns einschlieszt, weil sie der bäume dicht gesträuch versteckt. Maria. o dank, dank diesen freundlich grünen bäumen, die meines kerkers mauern mir verstecken! Schiller 12, 487 (M. Stuart 2086); am feuchten fels, den dichtes moos versteckt, erblühen blumen, flattert manch insect Göthe 4, 55 Weim.; weil ein krystallener damm der flüsse lauf versteckt, dann zieht sich auch der hirt in die beschneiten hütten Haller ged. 31 Hirzel; grasz und kraut wird zugedeckt und in reiff und schnee versteckt Königsberger dichterkreis 87 neudr.; wenn jetzt der rauhe winter einbricht und schneeflocken die erde verstecken maler Müller 3, 356; was für eine gestalt zum vorschein kommt, wenn einem verkehrten menschen das alter die maske wegdorret, fleisch und farbe seine züge nicht mehr verstecken F. H. Jacobi 1, 96; verbrecher und gemeine seelen fürchten, ihresgleichen an ihrer seite fallen zu sehen, weil sie, wenn keine schaar von mitschuldigen sie mehr versteckt, sich dem lichte der wahrheit ausgesetzt sehen Büchner nachgel. schriften 106. I@A@33) der bildliche gebrauch ist sehr ausgedehnt; absichten, neigungen, handlungen unter einer maske der kenntnis der menschen entziehen. sunder sin werck will er verstecken und uff sin schalck ein hütlin decken Brant narrenschiff 31, 15; ir vil werden geschendet, gefangen und ermort, die warhayt zu verstecken H. Sachs 22, 92, 4 Götze; doch ach — ein armes mädchen musz musz wahrheit schon verstecken Herder 25, 167; er musz diesz wissen, denn es zu verstecken, brächt uns mehr gram, als hasz, die lieb' entdecken Shakespeare 3, 194 (Hamlet 2, 1); wird er den unmuth wohl auf meiner stirn entdecken? ach! schwester, hilf mir ja mein herz vor ihm verstecken d. schaubühne 4, 17 Gottsched; endlich mus ein weltmann seine mangel .. wissen zu verstekken Butschky Pathmos (1677) 605; aber der abt mocht dennoch sein noth damit nit verstecken Stumpf Schwytzerchron. 371b; es ist zwar auch kunst, die kunst zu verstecken, sie zu rechter zeit aus den augen zu setzen Lessing 17, 121; dasz er seine charaktere, wenn nicht versteckt, so doch hinterhält Gervinus gesch. d. d. dichtung 5, 191; er scheine seine gaben versteckt zu haben, bis er gelegenheit fand, gebrauch davon zu machen Justi Winckelmann 1, 445; (Newton) verschwieg sie (die gegengründe) nicht, er verhüllte, er versteckte sie nur, doch erwähnt war derselben Göthe II 2, 127 Weim.; der graf .. versteckte .. den eigentlichen .. grund seiner rückkehr Fontane 4, 61; von natur still .., wuszte er .. sein gefühl selbst durch entgegengesetzte bezeigungen zu verstecken Ranke 15, 167; Josephine erschrak, versteckte aber sorgfältig ihr bemerken und erschrecken Jean Paul 30, 32. mit dativ der person: dir hat das helle licht dein ungelück verstecket Pietsch 6; noch voll heimlicher banger bemühung dem forscher der nieren diese schamrothe wange, dis furchtsame aug zu verstecken Lenz ged. 5 Weinhold; allein ich kann's euch nicht verstecken, wenn euch die wahrheit nicht gefällt: das was euch schmeckt wird ihr nicht schmecken Göthe 4, 219 Weim.; mit abhängigem satz: neben dieser .. unredlichkeit bewegte sie eine ganz thörichte eitelkeit zu verstecken, dasz es eine zeit gegeben hatte, in der die republik klein .. gewesen war Niebuhr m. geschichte 2, 472; der mann, der nach einem glase wein noch verstecken kann, was er denkt — ist mein mann nicht Iffland 2, 42. mit reflex. dativ: selber unser Wuz konnte sich's nicht verstecken, was es sagen will, unter tausend menschen allein zu orgeln Jean Paul (1826) 3, 150. an stelle der sache persönliches object: die ihren Deutschen gern verstecken in einen kurzrock Gleim 3, 297 Körte; wir waren beide in der kirche gewesen. die mutter treibt mich zuweilen hinein, ich aber verstecke meinen schalk und gehe im grunde nur hin, wo und wann ich gern hingehe Arndt an s. l. Deutschen 1, 73. verbunden mit richtungsconstruction: (die) tröstlichen und seligen leren, so gott inn die bergkgleichnusz verstecket Mathesius Sarepta (1571) vorr. 1b; so haben weise männer, was sie zue erbauung der gottesfurcht .. erfunden, in reime und fabeln .. verstecken und verbergen müssen Opitz poeterei 9 neudr.; also kan man dann die pillen,die sonst bitter wollen schmecken, scheinlich machen und vergolden, und die pflicht ins lob verstecken Logau 260; des duldens ernst, den du, mich nicht zu schrecken, stets in ein lächeln wusztest zu verstecken F. v. Saar 2, 154; er spürt nur gar zu bald, .. dasz er seinen grund tiefer graben, stärcker und breiter legen musz. er musz den aufwand an zeit und kräften erst in die erde verstecken, um in der folge .. sein gebäude aufführen zu können Göthe IV 8, 301 Weim.; dasz wir also den schalck und teuffels-larwen unters leyden Christi verstecken und fein zudecken Jacob Böhme 4, 135; freylich sucht er diese scham noch dann und wann unter das verächtliche eines schimpfworts zu verstecken Lessing 2, 81 (freigeist 3, 1); wir hatten viel noth damit, unsre niedergeschlagenheit unter die maske der heiterkeit zu verstecken Schiller 1, 117; aber hinter diese leidenschaftliche unbesonnenheit der jugend versteckten andere erfahrenere unruhestifter ihre entwürfe 9, 388; versteckt dieser mann .. seine bitterkeit hinter ein freundlich gesicht und glatte worte? Göthe 24, 208 Weim.; Liane hatte .. alle stiche (innere schmerzen) hinter thätige freude versteckt Jean Paul Titan 2, 225. mit ruheconstruction: in den trockenen zahlen hat die natur oft ihre bewundernswürdigste kunst versteckt F. Th. v. Schubert 2, 92; dein verdorbener verstand möchte gern unter rednerischen sophismen dein feiges herz verstecken! Klinger theater 2, 43; (sie) versteckte diese anwandlung unter feierlichem ernst Ludwig 2, 172; die grenzenloseste erbitterung unter dem mantel der demuth versteckend Mommsen m. geschichte 2, 27; vergeblich versuchte er in den letzten tagen seine bewegung hinter leisem pfeifen zu verstecken Freytag 4, 268. I@BB. reflex. gebrauch: mnd. vorsteken sick in de steynritzen lüb. chron. 42b bei Schiller-Lübben 5, 461b; nhd. sich verstecken, latebras quaerere, abscondere se Stieler 2159. I@B@11) sich an einem geheimen orte oder hinter einem schützenden gegenstande verbergen, um nicht gesehen zu werden: sich verstecken in einen winkel, in einen wald, hinter den ofen, in keller, auf den boden, unter die stiege, im wald, vor jemand Kramer it. dict. 2, 926b; sich hinter den berg verstecken deutet die richtung nach der hintern seite des berges an Adelung lehrgebäude 2, 167; sich hinter einen strauch, hinter eine wand verstecken Campe. im anschlusz an versteck A (sp. 1639) kann man sich verstecken, um einen hinterhalt zu legen, um zu lauschen und zu beobachten, um einen zufluchtsort zu finden. I@B@1@aa) in feindlicher absicht: da der marggraf sich mit seinem hauffen versteckt hat Berlichingen 20 Bieling; zuvor aber hette sich dieser abentheurer mit seinem gesellen desz handels verglichen, der vorn an gangen, und versteckt derhalben an einem bequemen ort Kirchhof wendunmuth 2, 238; und nun musz ein theil auf die bäume klettern, oder sich ins dickicht verstecken, und feuer auf sie geben im hinterhalt Schiller 2, 99 (räuber 2, 3); hier ist noch einer von den feinden, der sich hinter jenem busch versteckt hatte Tieck 5, 31. I@B@1@bb) um andre zu belauschen und zu beobachten: sie verstecken sich beyde und geen ab H. Sachs 1, 41, 5 Keller; (ich) thet mich da genau verstecken bey yhn ynn einer rosenhecken 22, 159, 1 Götze; manchmal versteck' ich mich sie zu belauschen Göthe 12, 48 Weim.; derhalben versteckt sich der knab Cupido in die hinderhus Amadis 16 Keller; ja ich versteckte mich so gar in seine schlaff-kammer Grimmelshausen 4, 610, 8 Keller; ich will auff den abend mich in den garten verstecken Gryphius Horribil. 68 neudr.; schles. se pflait gemeeniglich umb de zeet e moll auszegihn, oder nochm hoffe ze sahn, drümb musz ich a wing mich an den strauch verstecken lustspiele 286 (Dornrose); sie sollen sich hinter die tapeten verstecken Schiller 3, 122 (Fiesko 4, 11); hinter der dornenheck hat sich mein schatz versteckt Arnim 21, 130; da will ich unter die hecken und bäume mich verstecken Rückert 3, 9. I@B@1@cc) vom versteckenspiel der kinder: Campe; Heyne; Martin-Lienhart elsäss. wb. 2, 582b; was ist kindern erfreulicher, als .. sich zu verstecken und finden zu lassen Herder 17, 384; es spielen deine sinnen das spinkelwinkel-spiel; drey haben sich verstekkt, die andern suchen sie Neumark lustwäldchen (1652) 224; das (mädchen), wie ein reh in junge tannenhecken nicht ohne schalkheit flieht, vor ihrem freunde schnell sich schalkhaft zu verstecken, doch so, dasz er sie sieht Götz bei Campe. I@B@1@dd) einen schlupfwinkel und zufluchtsort aufsuchen: und Adam versteckt sich mit seinem weibe, fur dem angesicht gottes des herrn, unter die bäume im garten 1 Mos. 3, 8; aber diese fünff könige waren geflohen, und hatten sich versteckt in die höle zu Makeda Jos. 10, 16; köng Isboset wird das erschrecken, das er sich flüchtig musz verstecken und könig Sauls reich raumen schir H. Sachs 10, 294, 4 Keller; ihr (flöhe) aber thuot auch an vil kummer den weibern in dem winter kalt, und henckt euch bey in an mit gwalt, versteckt euch bey ihn allenthalben Fischart flöhhaz 31 neudr. (v. 1051); ey, sihstu nicht, wie Veit für weibern sich verstecke? Logau 291; vor sorg der feind, hatten sie sich inn ein garten hinder die bonenstengel .. versteckt und gestreckt Fischart Garg. 376 neudr.; das wir .. uns in die winckel versteckten Schaidenraisser Odyssea (1537) 38b; es gibt fast keine insel, keinen erdstrich, wo nicht ein fremdes späteres volk die ebnen bewohnt und rauhe ältere nationen sich in die berge versteckt haben Herder 13, 35; dein auge rollt fürchterlich — ich will mich hinter dich verstecken Klinger werke 1, 67; die irrsinnige, die sich auf dem orgelchor versteckt hatte Fontane 1, 178. in älterer sprache auch sich ins kloster verstecken: wie Christus thet und die aposteln und sich nicht eynig yn clöster ewiglich versteckten Luther 19, 290 Weim.; so ward gut man so bekümmert, dasz er sich inn ein carthäuser kloster versteckte Fischart bienenkorb 249b; weyl sie kein gebürlichen geistlichen habit trügen noch sich in clösteren versteckten, wie andere orden Stumpf Schwytzerchron. 273a; ich weisz keinen rath, als dasz ich, meine schande vor der welt zu verbergen, mich ins kloster verstecke Petrasch lustspiele (1765) 1, 148. bildlich: also sol auch dise dirne gottes .. sich in sich slieszen nnd vor den sinnen in dem geist sich verbergen und verstecken und entslieffen Tauler pred. 11, 28 Vetter. den vergleich mit anderen nicht aufnehmen können: will ein reisender mich sehen, wie die Donau, wie den Rhein, ich (die Ilm) versteck' mich, lasz' ihn gehen, denn ich bin doch gar zu klein Göthe 16, 301 Weim.; vor dem lord B. musz sich alles verstecken Stephanie lustspiele 37; der förster, der einen .. so üppigen haar- und bartwuchs hat, dasz sich jeder pintscher vor ihm verstecken kann Ebner-Eschenbach 4, 153; preusz. gegen den musz er sich verstecken, vermag er nicht aufzukommen Frischbier sprichw. 2, 189. I@B@1@ee) von thieren, die einen schlupfwinkel aufsuchen: wirt es (das eichhörnchen) dennocht so zam, dasz es dem menschen in den buosen .. laufft, in kleidern sich versteckt Gesner-Forer thierbuch (1563) 13; bewachsen .. von jungen holtz und sträuchern, damit sich das wiltpreth darinnen verstecken und bergen kan Täntzer Dianen jagtgeheimnüsz (1682) 1, 20; was ist das für ein wilder schall ..? ist das ein lieblich musikspiel, vor welchem sich die thier verstecken Fischart lob der lauten 357 Hauffen; eulen müssen sich verstecken für der sonnen glantz und licht Lohenstein Arminius 1, 66a; und mich darin verdecken (will ich) gleichwie ein klein wald-vögelein im holen baum verstecken evang. kirchenlied 1, 27 Fischer-Tümpel; wenn wollust die schlange so lieblich gefleckt, sich unter die blumen des frühlings versteckt Schubart ged. 2, 297; die binen den imenstöcken zufliehen, oder sich unter die bäum verstecken Sebiz feldbau (1579) 9; endlich verkroch er sich hinter ein gesträuche, dort hatte sich auch ein bock versteckt Lessing 8, 56; ein junger edelmarder .. huschte, als ich die augen aufschlug, unter die bettdecke, blinzelte da und dort hervor und versteckte sich wieder Keller 1, 179. I@B@22) sich verhüllen, sich dem anblick entziehen. I@B@2@aa) unter der tüllmütze versteckte sich nur halb das .. haar Fontane 1, 81; auf Deutschlands gränzen versteckte ich mich in ein pilgersgewand Pfeffel pros. versuche 1, 116; als purpur, seid und sammt noch keinen schneider dekte, als sich ein ehren-mann in rauche fell versteckte Rachel sat. ged. 84 neudr. unter einer menschenmenge: welche von ihnen noch überig waren, haben sich unter die hereinbrechende Longobarder verstecket Micraelius altes Pommerland (1640) 1, 99; welche gegen einander zu verhetzen, einige römisch-gesinnte sich .. unter sie verstecket haben sollen Leibniz 2, 249; kein sünder wirt ja dann der frommen wohn beflöcken, noch sich under der zunfft der gerechten verstöcken Weckherlin ged. 1, 300 Fischer; sollst keine goldne kette mehr tragen! .. in ein finstre jammerecken unter bettler und krüppel dich verstecken Göthe 14, 190 Weim. (Faust 3761); im äuszersten fall bin ich gedeckt .. und mag dann der onkel gegen mich toben, soviel er will — ich verstecke mich hinter den neffen, ich verhelf' ihm zu seiner braut, er musz erkenntlich sein Schiller 14, 168 (neffe als onkel 2, 15). I@B@2@bb) ohne die absicht des verbergens entzieht sich etwas dem blick. naturerscheinungen können dabei persönlich vorgestellt werden: der mond versteckt sich hinter den wolken Adelung; eh' sie (die abendsonne) sich hinter das hohe gebirg versteckte Göthe 25, 232 Weim.; die morgensonne, die sich noch dem blick verstecket Miller ged. 13; als wann ausz dem gewülck so schnell, erglasten thut ein steren hell, der sich bald widerumb versteckt, und von den wolcken wird bedeckt Spreng Ilias (1610) 139a; läst sich der lichte blitz bey trüber nacht verstecken? Gryphius trauerspiele 188 (Catharina 2, 126); und die schwarze nacht musz sich verstecken Brentano Godwi 1, 213; hier, o mein beszter, wo, bedeckt mit moos, die hütte sich versteckt J. G. Jacobi 1, 22. I@B@2@cc) anderes ist der kenntnis verborgen: weil er (der brief) sich unter meinen papieren versteckt hat, und ich ihn schon eine halbe stunde vergebens gesucht habe Lessing 17, 26; das interessanteste blatt hatte sich in meinen mappen versteckt Göthe IV 41, 7 Weim.; ein haar .., das ins zugemüse sich verstekt hatte Bahrdt gesch. s. lebens 3, 174; der reichthum hatte sich unter einzelne familien versteckt Schubart leben 1, 29; dasz die bosheit der menschen .. (gift) so unvermerckt beyzubringen weisz, dasz er sich auch lange zeit in dem geblüte verstecken .. kan Chomel öcon. lex. 4, 1084. bildlich: indesz hinter der letzten that deren lange ahnenreihe und blutsverwandtschaft sich ins ganze leben versteckt (verborgen auf das ganze verflossene leben zurückgeht) Jean Paul (1827) 33, 17. I@B@33) bildlich. I@B@3@aa) von leuten, die persönlichkeit, namen, ihr inneres geheim halten und hinter einem deckmantel verbergen: er hielt ihn für den Zeus, der oft den thron verliesz, sich in verstellter tracht den menschen zu verstecken Gottsched ged. (1750) 122; sie wollen sich einander nicht entdecken, sie thun auch wahrlich wohl daran, sie brauchen's sehr, sich zu verstecken Ebert episteln u. ged. 58; o könnt ich mich, o herr, mir selbst verstecken! Cronegk 2, 156; umsonst sucht sich der verfasser zu verstecken, er entgeht meinen augen nicht, und ich erblicke ihn unaufhörlich hinter seinen personen Lessing 10, 145; sie glaubten, dasz die Spanier sich hinter den launen des herzogs versteckten Schiller 4, 133; er würde sich nicht hinter das wort »vernunftfähigkeit« .. verstecken Herder 5, 41; bemerkte sie die absicht einige aufklärung von ihr zu gewinnen, so versteckte sie sich hinter allgemeine sittensprüche Göthe 24, 84 Weim.; wer nicht noth hat, sich in eine kalte beschränktheit zu verstecken, .. der wird mit viel freude seinen eignen gesinnungen begegnen Lavater physiogn. fragm. 1, 22; Julius versteckte sich mit seiner furcht vor frau Hart hinter einer aus zorn und trotz gewobenen maske Holtei erzähl. schriften 5, 67; sie kenn' ooch a offnes wort vertragen. vor ihn da braucht ma sich nich zu verstecken G. Hauptmann biberpelz 104; Hedwig. es ist so gut, dasz sie uns von Berlin fortgebracht haben. das war so freundschaftlich .. Rolf. nanu ..! Hedwig. aber verstecken sie sich doch nicht immer, ich will ja gar nicht dankbar sein Hirschfeld mütter (1896) 6. I@B@3@bb) besonders gern werden menschliche eigenschaften verpersönlicht: seine tugenden .. verstecken sich zu wenig H. Grimm Michelangelo 1, 57; wenn sich das geheime spiel der begehrungskraft bei dem matteren spiel gewöhnlicher affekte versteckt Schiller 4, 61; vor ihm verstecket sich umsonst der dinge wesen, er weis, wie jedes ward, wozu es gott erlesen Giseke 57 Gärtner; trau nicht dem menschen; dicker firnisz decket die wahre farbe, welche sich verstecket und in der leidenschaft nur zeigt Seume ged. 11; versicherung der gnade .., die .. im fortgange sich oft versteckt und mit ernst wieder gesucht werden musz Göthe 22, 306 Weim.; die letzten schlupfwinkel .., in welchen sich die allerliebste wehmut zu verstecken beliebt IV 25, 310; vaterrecht ist ein weites wort — der frevel selbst kann sich in seinen falten versteken Schiller 3, 413 (kabale 2, 5); nunmehr verstecken sich die laster nicht in die winckel Albertinus hirnschleifer (1664) 92; der gräuel .., die sich hinter den deckmantel der religion versteckten Bettine königsbuch 1, 252; welche eigenschaften sich alle hinter der schweigsamen blödigkeit des freiers versteckt hatten Keller 2, 47; die larve, hinter der das laster sich versteckt Ramler fabellese 1, 148. sich zu verstecken wissen, geben: weisz nicht, wo die erinnrung zu verstecken sich hat so lange zeit gewuszt Rückert 1, 330; du, mein hertz, bist träg und kalt, giebst noch dich zu verstecken der faulen winter-decken, der wollust schirm und auffenthalt Königsberg. dichterkreis 70 neudr. I@CC. im subst. part. prät. musz das reflexivum fortfallen: die meisten (wasservögel) sind .. scheu, dasz sie nur mit groszer vorsicht .. erlegt werden können, dem eine besondere familie (reiher) .. durch stilles versteckthalten zu entgehen sucht Naumann naturgesch. d. vögel 9, 9. der gebrauch des part. prät. ist sehr ausgedehnt. attributiv- und prädicativ-, adjectiv- und substantiv-, comparativ- und adverbialformen sind vertreten. die zusammengesetzten wendungen versteckt liegen, sitzen, stehen, bleiben, sich versteckt halten kommen vor. I@C@11) ein reflex. verb. ist vorauszusetzen. I@C@1@aa) im hinterhalt, auf der lauer liegend (vgl. versteck A 1): (er hatte) durch sie und die dragoner, so im negsten holtze verstecket gewesen, der stadt sich zu bemächtigen vermeinet Chemnitz schwed. krieg (1653) 2, 158; bei welcher gelegenheit Leiva hinter einer tapete versteckt ihr gespräch vernommen hatte Ranke 2, 236; diese versteckte giftschlange Arndt werke 1, 93; ein gegner, der versteckt dem patriarchen aufgepasset Pfeffel pros. versuche 1, 63; siehst du ihn (den wolf) versteckt im graben? Gaudy 4, 12. I@C@1@bb) im schlupfwinkel verborgen: welche ... den versteckten general commissarius hervorgezogen Chemnitz schwed. krieg 2, 54; ich fürchtete, eine glückliche nebenbuhlerin sei irgendwo versteckt Göthe 23, 70 Weim.; zwei fremde, die wir in des ufers höhlen versteckt gefunden 10, 24 (Iphigenie 532); wo bist verstecket, junger mann? H. Sachs 17, 25, 13 Keller-Götze; gefallner kriegesobersten darbende versteckte wittwen Ramler lyr. gedichte 165; der kuckuck nur ruft sein einförmig grüszen versteckt aus unerforschter wildnis grüne Mörike 1, 48. I@C@1@cc) übertragen: ein versteckter mensch, dem es zur gewohnheit geworden ist, seine gesinnungen und meinungen nicht zu äuszern, dasz man sich vergeblich mühe gibt, sie zu entdecken: er war verschlossen und doch nicht versteckt Garve bei Campe; wenn freunde, immer versteckt für einander, in einem heimlichen misztrauen leben Gottschedin briefe 1, 124; Ulysses war ein mann, der in seinen unternehmungen überaus versteckt war J. E. Schlegel 3, 207; ich bin offen und gutmüthig .. du bist versteckt und still, und die leute glauben wunder was hinter dir verborgen sei Göthe 27, 291 Weim.; herr, dies volk ist versteckt und misztrauisch Hebbel 1, 12 (Judith 1); wie es denn im deutschen vaterlande immer noch zu viele versteckte und offenbare franzosenfreunde giebt Arndt an s. l. Deutschen 1, 431; dasz man mich überall für einen versteckten vornehmen herrn hält, und ich hier und da mehr bezahlen musz, als ich sollte Heinse 9, 32; daher gibts auch mehr liederliche — offenbar frevlende sünder, als versteckte böswichter Schubart leben 1, 178; mit dem falschen versteckten Stuart sei jedes verhandeln vergeblich Treitschke histor. aufsätze 1, 19; immer versteckt; du kannst nichts offen tun Fontane 6, 40; versteckte societäten, societates occultae, heiszen diejenigen gesellschaften, welche ihre besondern absichten haben, warum nicht jedermann, auch selbst nicht allen ihren mitgliedern die geheimen absichten ihrer gesellschaft kund werden mögen Chomel öcon. lex. 8, 2180. schwäb. versteckt 'falsch, heimtückisch' Fischer 2, 1356. I@C@22) ein trans. verb. ist vorauszusetzen. I@C@2@aa) versteckt gelegt, verborgen angelegt, vom hinterhalt: da ritt er wider zuo seinem versteckten halt von dannen Franck chron. German. (1538) 270; hat er die durch einen versteckten hinderhalt uberfallen Stumpf Schwytzerchr. 28a; meine geisteskräfte, nur darauf gerichtet, versteckten hinterhalt zu legen Gutzkow werke 4, 52; in mein verstecktes garn zu jagen La Roche Sternheim 1, 234; die ganze behandlung so, dasz man keinen versteckten schlag auf das gemüt im hinterhalte vermuten kann Ludwig 5, 234; was sind sie anders .. als feine versteckte giftmischerei Schiller 3, 511. I@C@2@bb) verhüllt, verdeckt: und noch dazu sind alle streben .. (der kirche) versteckt Justi Winckelmann 1, 261; (der park) ist mit einem .. gebäude verziert, das .. eine versteckte küche hat Hirschfeld gartenkunst 4, 203; eben so wollte er auch bei instrumentalmusiken die orchester so viel als möglich versteckt haben Göthe 23, 202 Weim.; hals, nacken, brust .. müssen durch leichte gewande mehr geziert als versteckt eine freyere menschlichkeit darstellen IV 42, 109; eine erhabene matrone, deren sanfte züge und edle gestalt unter einem priestergewande versteckt waren Klinger werke 3, 262; allein so weit sich auch soldaten geitz erstreckt, so ist doch sein gesicht in masken nicht versteckt Neukirch ged. (1744) 125. übertragen: ich sinne jetzo nur auf ein versteckt geschencke Göthe 9, 483 Weim. (mitschuldige); und zieht des greises stirne nieder, ihm flüsternd, mit verstecktem ton Droste-Hülshoff 2, 47. von personen: dan ær wird mich, zuor zeit des uongefels, verbærgen wol in seiner hutten dek, haimlich verstekt an seins zelts innerm ek Schede-Melissus psalmen 97 neudr.; gnediger herr, es wer wol fein, doch meins bedunckens nit sehr gut, das so ein adeliches blut so junger tag solt sein verstecket (der alte soll die tochter nicht der ehe entziehen) H. Sachs 2, 23, 36 Keller. I@C@2@cc) übertragen: ein verstecktes gemüth; sein verstecktes wesen macht ihn verdächtig; darin liegt ein versteckter vorwurf für mich Campe; ein mensch von verstecktem (nicht offenem) charakter Heyne; überall herrschen .. die kaum versteckten grundsätze F. H. Jacobi 1, 351; dabei war sein ton und betragen ganz dem pfiffigen und versteckten charakter der rolle gemäsz Göthe 40, 12 Weim.; dasz er mit uns das spiel versteckter plane wäre 23, 191; ihr (der opposition) fortbestand giebt sich .. bald in offenkundiger fehde, bald in versteckten umtrieben kund Moltke 2, 39; der jungen leute ..., die jeder schönheit mit mehr oder minder versteckten ansprüchen nahen Holtei erz. schriften 2, 11; itzt aber, sollte ich sie (die schmeichelei) fast für einen versteckten vorwurf annehmen Lessing 2, 310 (Sara Sampson 3, 5); ironie, versteckter spott Kinderling reinigkeit 183; wenn man in ihren gelungensten gestaltungen gerade nichts als versteckte oder gezähmte satire erblicken will J. Grimm Reinhart Fuchs vorr. XI; es giebt versteckte und förmliche gleichnisse Adelung magazin 2, 88; versteckter bilder dunkler schmutz und weitgesuchter wörter putz entwichen nun beschämt Apollons reinem schalle Gottsched ged. (1750) 11; gibt's ein gespräch, wenn wir uns nicht betrügen, mehr oder weniger versteckt? Göthe 3, 239 Weim.; tiefe herzensflüche, versteckt hinter augendienerei und leeren wortschwall Bürger 1, 311 (Macbeth 5, 2); die schlaueste wollust, hinter eine verblendende pracht versteckt, hatte dieses fest angeordnet Wieland Agathon (1766) 2, 140; sein witz war blos eine versteckte verlegenheit Jean Paul 7, 117; der versteckte kummer ist eben der nagendste, der bitterste Moltke 1, 93; vielleicht ist auch ihre jetzige schwermut nur eine versteckte verliebtheit in sie E. T. A. Hoffmann 1, 244; im gesicht des mägdchens entdeckt man etwas von verstecktem lächeln Lichtenberg Hogarths kupferstiche 3, 224; eine so fleiszige und beharrliche gottesleugnerei sei eigentlich nur eine andere art von versteckter gottesfurcht Keller 3, 198. I@C@33) ein intrans. ausdruck liegt vor oder zugrunde: versteckt sein, liegen, bleiben. I@C@3@aa) versteckter hahnenkopf, ein halbstrauch, mit ... zwischen die nebenblättchen versteckten hülsen Dietrich lex. der gärtnerei u. botanik 4, 542; der mond ist hinter wolken versteckt Campe; und rümpfft die stirnen unerschröckt, die augen in dem kopff versteckt Spreng Ilias (1610) 240a; gleich wie das gröst theil ist vertecket an den schiltkrotten und verstecket Fischart ehzuchtbüchlin 160 Hauffen; des sees, welcher itzt breit, dann versteckt wie ein strom, rauscht an des waldes hügeln umher Klopstock oden 1, 197; er ritt ins dorf, das dir, versteckt in büschen, zur seite blieb H. v. Kleist 3, 45 (Homburg 2, 1); ich kroch durch alle krümmen des gebirgs, kein thal war so versteckt, ich späht' es aus Schiller 14, 319 (Tell 1043); mit .. den unter erhabenen bogen, wie menschliche augen, versteckten dachfenstern Polenz Büttnerbauer 1, 19; ich werde streben die überbauten und versteckten ... grundfesten des alten römischen volks zu entdecken Niebuhr m. geschichte 1, 3; mich .. trieb diese vorliebe für versteckte erzählungsplätzchen zur entdeckung immer neuer schlupfwinkel Storm 2, 214; gegen norden die beschneiten und in wolcken halb versteckten Tyroler gebirge Göthe III 1, 234 Weim.; die fördernisz versteckter, kaum erreichbarer irdischer schätze I 25, 25; dasz das wirkliche primum mobile, die versteckte triebfeder solcher bewegung .. nicht ideale zwecke sind Schopenhauer 1, 17; versteckte böse feuchtigkeiten Kramer it. dict. 2, 926c; diese wärme giebt sich .. nicht mehr durchs gefühl zu erkennen und man nennt sie daher versteckte .. wärme Stöckhardt chem. feldpredigten 2, 246; als aber ein unter diesem seeboden verstecktes feuer diesen boden zerbrach, .. entstunden die groszen höhen anmuth. gelehrsamkeit 1, 98 Gottsched. versteckt bleiben, sitzen, stehen, liegen: (der fusz bleibt) auch auf züchtigen gemälden immer unter dem kleide versteckt Peschel völkerkunde 177; das wetter aber bleibet offt versteckt, nicht allein im stollen, sondern auch im schacht Bech bergwerkbuch 85; eine musikbande sasz versteckt im walde und empfing die ankommenden familien Freytag 7, 107; die pferde standen im gebüsch versteckt Moltke 6, 15; weiter zurück, wo die landschaft einen winkel macht, stand, gleichsam in die felsen versteckt, die kirche Stifter 51, 74; (die brustwarze ist) nicht selten durch enge kleider flach gedrückt oder liegt in einer grube versteckt Sömmerring menschl. körper 5, 521; götzen, die in unsrer herzenskapelle .. versteckt liegen Arndt werke 1, 209; wie Achill im weibesgewand listig versteckt lag Herder 26, 230; und hinterm waldgebirge, das zum Aetna sich langsam steigend hebt, liegt es (das kloster) versteckt Schiller 14, 48 (braut v. Messina 1683); welches (geschütz) mit etlichen handschützen besetzt, und dabey in den sträuchen versteckt gelegen Harsdörffer secretarius 1, Z z IIIIb; er war genöthigt, sich ... in einer wachtstube, unter einer pritsche liegend, .. mit anhaltung jedes stärkeren athemzuges, versteckt zu halten Kerner bilderbuch 55. I@C@3@bb) bildlich: versteckter katarrh Höfler krankheitsnamen 681a; versteckter weichselzopf, ein latenter krankheitszustand (scrofulosis) 859a; gegenwärtig habe ich einen kleinen versteckten schnupfen, der übrigens so sichtbar ist, dasz mir die augen übergehen W. Grimm an Jacob, briefwechsel 45; andere physische eigenschaften, ... die sich .. unserm gefühle merklich machen, und sich durch andere mehr versteckte wirkungen äuszern F. Th. v. Schubert 4, 181; artige, gleichsam versteckte, oder gar brach liegende ingenia Zinkgref ged. 3 neudr.; dasz hier unlösliche widersprüche versteckt sind du Bois-Reymond grenzen des naturerkennens 41 anm. 6; den förmlichen vernunftschlüssen sind die versteckten (cryptica) entgegengesetzt, ... in welchen entweder die prämissen versetzt, oder eine der prämissen ausgelassen, oder endlich der mittelbegriff allein mit der conclusion verbunden ist Kant 1, 466 Hartenstein; weilen die wörter so sehr verworffen, und der verstand verstecket (ist) Morhof unterricht 1, 292; es musz alles .. in weitläufftige, oder doch fremde worte versteckt .. seyn d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 10; Justinians bejahrte sätze eröffnen dir die tiefen schätze, so dunkel und versteckt sie sind Gottsched ged. (1751) 153; und hast du lange versteckt gewohnt, o freudige kraft der lieder, so schütt'le heut in den silbernen mond dein silbernes gefieder! Strachwitz ged. 339; schöne ode! deren plan für uns nicht versteckt seyn dörfte Herder 12, 272; ihre hypothesen .. sind versteckte anthropomorphismen Göthe III 6, 33 Weim.; es gibt volkserziehung zur arbeit im ... kleinen styl, ... diese bleibt versteckt im privatleben der völker Riehl deutsche arbeit 303. versteckt liegen: es giengen wohl zwey jahre hin, dasz dieses zumuthen meiner frau mutter versteckt lage medizin. maulaffe (1719) 240; (da bei Homer) die kunst mehr ... unter einem einfältigen und natürlichen ansehen verstecket lieget Breitinger crit. dichtkunst 1, 41; das alles liegt in dem werke theils klar und unbewunden ausgedrückt, theils rednerisch künstlich angedeutet und versteckt Göthe II 4, 6 Weim.; die wahrheit liegt sehr tief versteckt, wer kann den theuren schatz ergründen? Gottsched ged. (1751) 268; die liebe lag versteckt, wie feuer in dem stahl' Lohenstein rosen (1680) 104. I@C@44) das adj. gebrauchte part. ist auch der steigerung fähig: dasz bei Egon ... die kräfte des verstandes das vielleicht verstecktere oder unentwickeltere gemüth überwogen Gutzkow ritter 2, 5; dasz er die verstecktesten schönheiten seines autors mehr als irgend ein anderer zu enthüllen weisz Lessing 10, 91; wen sie hassen, kennen sie bis auf seine verstecktesten züge Tieck 3, 145; ich fühle etwas in mir, welches den stosz der verstecktesten zweydeutigkeit nicht ertragen kann Bode Yorik 2, 55; mir sandte der abgrund den verstecktesten der geister, den lügenkundigsten herauf Schiller 12, 309 (Wallensteins tod 2106). I@C@55) adverbial gebraucht, 'verhüllt': weiber, was die männer fängt, tragens auch versteckt Logau 382; Wulkow (hat einen versteckt gehaltenen, eingerollten sack aufgewickelt) G. Hauptmann biberpelz 22; (dort) will ein held seinen namen nicht nennen und heiszt sich versteckt Triaman J. Grimm kl. schriften 4, 83. 'heimlich, nicht offen, verkappt': versteckt handeln Campe; ein sehr eitler mensch wird in manchen fällen versteckt handeln, um seine schwäche zu verbergen Knigge umgang mit menschen 1, 171; (Homer) erzälet unschuldig, offenherzig und, wenn man will, langweilig: der Römer (Virgil) versteckt, verkürzet Herder 3, 310; sie ... deckt nun den priestertalar mit Indiens lotos und Ägyptens, versteckt anzudeuten die braminische obergewalt Voss antisymb. 2, 254; so blieben dem eifrigen finanzmanne allein die hülfen seines bodens übrig, als da sind .. öffentlich und versteckt anleihen Dahlmann franz. revolution 85; die listige begier, sich selbst verstekt zu loben, hat manchen angereizt, dasz er sein volk erhoben J. E. Schlegel 4, 121; das alterthum zählts zu Minervens lobe, dasz sie versteckt den Telemach gelehrt Gottsched ged. (1750) 103. im comparativ: eine maszregel, welche jedoch von vielen offener oder versteckter gemiszbilligt wurde Raumer Hohenstaufen 4, 141; ein kampf ..., der je nach den verhältnissen erbitterter oder versteckter geführt wird Lange materialismus 3; sonst würde er leiser, versteckter, künstlicher aufgetreten sein Immermann 1, 161; dieses ist noch nicht die zeile, die ich meine; sie folgt aber gleich. Voltaire hat sie versteckter Dusch krit. schriften 92. dazu die adverbiale umschreibung versteckter weise: elsäss. versteckter wis oder im versteckten, insgeheim Martin-Lienhart 2, 582b; weil die leute, die von der philosophie leben wollen, ... sogar die seyn können, welche versteckterweise gegen sie machiniren Schopenhauer 4, 210. in zusammensetzungen: auch ist ein vierter durchgang der blätter sehr deutlich zu sehn, welchen die mineralogen den verstecktblättrigen nennen Göthe II 51, 245 Weim.; schwerlich möchte es wol jemals einem raubvogel gelingen, einen dieser versteckt lebenden .. vögel zu erwischen Naumann naturgesch. d. vögel 22, 721. I@C@66) subst. gebrauchtes part.: dieses brachte die ver stecketen bald hervor, und waren des fürsten gemahl, kebsweiber und kinder schier die ersten, die ... sich einstelleten Bucholtz Herkuliskus (1665) 744; er hat die gewohnheit, nichts einfach zu verstehen, sondern hinter allem etwas verstecktes anzunehmen, das zu errathen er sich für gescheidt genug hält Gutzkow werke 8, 67. nur obd.: nun wird's mir klar: er ist ein versteckter — dingsda — ein Brutus, den man anfangs auch immer für einen Simplex hält Bauernfeld 5, 244; ich sag' ihnen offen, dasz ich sie für eine versteckte halte, warum zeigen sie sich nicht in ihrer wahren gestalt? Nestroy 2, 324. I@DD. der infinitiv verliert in subst. form das reflexivpronomen: sintemal dieselbigen (thiere) .. des versteckens und verkriechens für den füchszen .. gar nicht gewohnt Sebiz feldbau (1579) 536. trans.: schon in seinem Meister und in den Ausgewanderten begann jenes verstecken von allerhand geheimniszvoller weisheit Gervinus gesch. d. d. dichtung 5, 645. in der zusammensetzung: er will durch schreck wirken, da das versteckenwollen vergeblich Ludwig 5, 399. am üblichsten ist der infinitiv als name für das bekannte kinderspiel, bald in mehr verbaler, bald in substantivischer, häufig auch in der form versteckens. ein solcher genetiv ist bei spielen ganz üblich, vgl. th. 10, 1, 2358; zeitschr. f. d. wortforschung 4, 60. die genetivform kann auch erstarrt als acc. gebraucht werden (vgl.spottens th. 10, 1, 2700): ja gott der herr selbst spielet auch alsdenn mit uns das versteckens ...: also hat der herr strecke-bein, der tod, vergangenes jahr .. bey uns das versteckens gespielet Wesenigk böse spiel-sieben (1702) 130. jouer à clignemusselle, versteckens oder verbergens spielen Duez (1652) 169; blindekuhe, myinda, coecus musculus; das verstecken, vaccae latebrae, diffugium Calvisius (1653) 863b; des versteckens spielen, vaccae latebras ludere Stieler 2160; der blinden mausz spielen, des versteckens spielen Kramer it. dict. 2, 864a; 926b; verstecken oder versteckens spielen Adelung; verstecken spielen, wie versteck spielen, bei den kindern, sich verstecken, das eine hier, das anderc dort, und sich von einem oder zwei andern, welche nicht sehen durften, aufsuchen lassen, wo dann das erste gefundene oder entdeckte kind das nächste mal suchen musz Campe; elsäss. versteckens, weniger üblich als deminutivformen (vgl. versteckels) Martin-Lienhart 2, 583a; schwäb. verstecken s, versteckerleins tun, machen, versteckspiel der kinder Fischer 2, 1356; köln. versteche, n., kinderspiel: verbergen und aufsuchen des verborgenen Hönig 194b. in der Breslauer pennälersprache versteckus aus verstecke(n)s, irrthümlich auf verstecknis zurückgeführt bei Steinhäuser progr. (Breslau 1906) 24. I@D@11) das kinderspiel: so man etwas spielen will, wäre mein rath, man spielete das verstecken, dasz sich nemlich alle an gewisse örter des hauses zu verstecken macht haben, die von einem aus der compagnie müssen gesucht werden jungfer Robinsone 61; der ... mit den kleinen mädchen versteckens, frau sonn, gerad oder ungerad, und dergleichen spielchen spielte Wieland 15, 158 Hempel; indesz .. die knaben durch die kaum erhellten fichtenstämme versteckens spielten Göthe 24, 52 Weim.; geschwind noch einmal versteckens gespielt (sie treten wieder hinter den laternenpfahl) Kotzebue 4, 91; (die) mit so manchem schönen pagen ein versteckens oft gespielet Arnim 7, 237 (22, 215); spiel mit kindern, kind, verstecken, mich lasz ruhig und allein Grillparzer 2, 15; wir haben am ende aus kindischer lust 'verstecken' gespielt in wäldern und gründen H. Heine 1, 75; spielen wir verstecken, suche nur die ecken, die am schwersten sind Rückert 2, 261; die (kinder) spielten einst verstecken Ebner-Eschenbach 1, 121. heute meist in dieser form üblich. I@D@22) von bildern in der natur: warum sollte es nicht auch ein latentes licht geben? und warum sollten die ... farbigen lichter nicht auch der reihe nach versteckens spielen, und wenn es den gelben beliebte hervorzugucken, warum sollten die übrigen nicht neckisch im hinterhalte lauschen können? Göthe II 4, 254 Weim.; der mond spielte versteckens mit den wolken und schien zuweilen hell, zuweilen gar nicht Hebbel 8, 241; der thau im grase gab der senkung im sonnenlicht einen silbergrauen schein, und die schatten der kühe und der bäume spielten darauf versteckens mit einander Immermann Münchhausen 3, 77; spielt einsam unterm blumenflor verstecken ein simples häuschen, wie ein weiszes blatt, das keine lästerzunge kann belecken D. v. Liliencron 3 11, 16. I@D@33) übertragen auf das menschliche leben: die kinder spielen des versteckens, das gehet noch wohl hin; allein, wenn alte leute in ihren sünden- und laster-leben des versteckens spielen, und in ihren hertzen dencken, der herr siehet's nicht, ... da wachet denn gott im grimm auf, und spielet mit ihnen auch des versteckens in seinen zorn-straffen Wesenigk böse spiel-sieben (1702) 128; zwar weisz ich wohl dasz wir sehr offenbar versteckens spielen, doch halte ich es für sehr ersprieszlich: dasz der leser wenigstens erst urtheilen musz, eh er erfährt wer sein autor sey Göthe IV 10, 231 Weim.; sie liebten beiderseitig nicht ein zartes verstecken mit ihrer zuneigung zu spielen Arnim kronenwächter 1, 288; Falkenstein. meinst du? Wüstenfels (für sich). spiel versteckens (verstell' dich). freilich sitzt sie ihm noch im kragen. aber sie musz heraus Ludwig 3, 518 (pfarrrose 4, 3); getraust du dich, mit deinem ohm versteckens zu spielen Freytag 2, 50; o selig, wer im engen kreis, umringt von seines feldraums hecken, zu leben, zu genieszen weisz! er spielt mit aller welt verstecken Grabbe 2, 126 (don Juan 4, 2); ich sah nur zu gut, dasz sich meine schwester und ihre töchter einen ruf verschafft hatten, der alle welt herausforderte, mit ihnen versteckens zu spielen Gutzkow werke 8, 286; so viel merke ich, .. dasz er mit dem gott-sei-bei-uns hier versteckens spielt Hauff 3, 19; mir wollen doch nich um uns rumtanzen! verstecken-spiel'n woll'n mir doch nich G. Hauptmann Rose Bernd 55; ist das ein starker ketzer! aber man weisz doch wenigstens, woran man ist mit ihm! er spielt nicht verstecken wie die Leiserischen! Handel-Mazzetti Jesse und Maria 2, 46. in subst. form: und mit euerm verstecken. ich versteck mich nicht Ludwig 2, 313; die besatzung war abgerichtet wohl für das versteckensspielen, nicht aber für den offenen kampf Rosegger 3, 116. I@D@44) in weiterer übertragung von menschlichen wesen auf unbelebtes: einige ... schämen sich, weil das schicksal so unbarmherzig mit ihnen versteckens gespielt hatte Gutzkow werke 9, 15; der unsinn spielt versteckens leichter in den geräumigen, abgezogenen kunstwörtern der philosophie Jean Paul 7, 102. I@D@55) in imperativischer form erwähnt Campe ein spiel: versteck', versteck', was ich dir gebe, ... wo man einem nach dem andern in der gesellschaft mit seinen händen zwischen den zusammengeklappten händen hinfährt und einem derselben etwas, z. b. einen ring oder ein stück geld zwischen dieselben fallen läszt, worauf ein anderer rathen musz, wer ihn oder es hat, und im fall er es nicht räth, ein pfand geben musz, oder sonst gestraft wird. zum ganzen vgl. versteck C und versteckspiel. IIII. in andern bedeutungen ist verstecken kaum gebräuchlich und entweder veraltet oder landschaftlich beschränkt. II@AA. vielleicht ist 'versperren, verstopfen' gleichen ursprungs wie verstecken 'verbergen' (I); doch könnte hier eine denominativbildung von dem subst. stecken (th. 10, 2, 1288) vorliegen in dem sinne 'mit stecken versperren'. II@A@11) durch ein dahin gestecktes hindernis versperren Adelung; einen weg verstecken, durch einen an einer stange hingesteckten strohwisch anzeigen, dasz er nicht befahren oder betreten werden darf, und ihn dadurch versperren; die stallthür verstecken, sie dadurch versperren, dasz man z. b. einen pflock vor dieselbe in die krampe steckt Campe; den acker verstecken, durch dornen, äste .. abstecken, verzäunen Fischer schwäb. wb. 2, 1356. mhd. diser uszerlichen dinge sorgveltikeit ... verderbet und verstecket die wege des innewendigen zuoganges zuo gote recht als ein böser nebel und ein dicker rouch Tauler pred. 360, 31 Vetter; nhd. schantzen .., die für die reuterwacht tief in den grund gehauen, mit blendungen versteckt, mit krümmen abgewandt Besser 1, 54. II@A@22) 'verstopfen', nur obd.: halt, ich wil dir dein maul verstecken, hain, hain, hain, hain, wer dich, du schalck H. Sachs 14, 33, 27 Keller-Götze, so versteck dein geferten gar ire ohren mit siegelwachs 7, 411, 15; derwegen ist von nöten, dasz die eingeschlossenen mauwren oder ander wehren .. mit holtz, stein .. eyngefüllt und versteckt werden Fronsperger kriegsbuch 1, 124a. reflex.: ja du möchtest etwan ein blutadern, die sich selber versteckt und gestellt hatte widerumb auffstechen Würtz wundartzney (1612) 136. part. prät.: weilen das töchterlein etliche wochen her ziemlich verstecket war (im darm) bair. quelle bei Schmeller 2, 726; schwäb. die nase, der kopf, unterleib, ein kanal kann versteckt, 'verstopft' sein; versteckt sein, den schnupfen, eine verstopfte nase haben Fischer 2, 1356; Basel: ferstekt si, mit dem schnupfen behaftet sein Seiler 113a; (diese essenz) bringt den jungfrauen und weibern ihre versteckte reinigung wieder Hohberg georgica (1715) 3, 469a. II@A@33) part. prät. in übertragener verwendung, wie vernagelt, 'auf den kopf gefallen', ebenfalls nur obd.; Basel: jo du bisch nit ferstekt Seiler 113a; elsäss. das ist kein versteckter, der ist nicht dumm Martin - Lienhart 2, 582b; schwäb. der ist net versteckt, du wärest net versteckt, bist pfiffig, schlau, weiszt deinen vorteil zu erhaschen Fischer 2, 1356; der alte pfarrer, der war nicht versteckt, der hats zur köchin haben wollen Auerbach 1, 74; eben diese schlang wird von Egyptiern in groszen ehren gehalten .. sie sind dermaszen verblendt und versteckt, dasz sie etwas groszes begiengen, eh sie ein aspisschlangen .. beschedigten und tödten Gesner-Carron schlangenbuch (1613) 27a. II@BB. in verstecken I kann sich ein übler nebensinn entwickeln. II@B@11) verstoszen, verstecken, abstrudere, illatebrare Dentzler 313b. besonders auf ndd. boden ausgeprägt; mnd. verwerfen, bei seite schieben, verachten Lübben-Walther hdwb. 525a; de ungenanten kreghen dat reygemente, de borgermester worden vorsteken d. städtechron. 16, 454, 8; god sal doen wraken up die, de de appostelen verstaken spegel der sonden 45c. vom rechten curs verschlagen: de wind vorstach Hanse in dat lant to Dytmerschen quelle bei Schiller-Lübben 5, 461b; nld. Verdam hdwb. 638a (auch intrans.); Kramer nider - hochteutsch. dict. 456a b; Franck-Wijk etym. wb. 737a; holstein. dat is een versteeken kram, eine zerrissene bekanntschaft; verbindung, aus der man nicht klug wird Schütze 4, 198. wie weit hier etwa verstechen und verstecken zusammengefallen sind, läszt sich nicht entscheiden. vgl. verstechen A 1 c (sp. 1635). II@B@22) veraltet hochdeutsch, aber noch bei Campe: das geld verstecken, es in allerlei dinge, die man kauft, stecken, d. h. dafür ausgeben und so verbrauchen. älter schwäb. 'in schulden bringen': das er sein landt, so ohne das zuvor übel versetzt, noch mehr versteckht quelle bei Fischer 2, 1356; das ainer mit schulden dermaszen beladen und versteckt wiert ebd.; dann rathe ich dir väterlich, verstecke dein geld nicht in bücher aus Schleiermachers leben 1, 97. II@B@33) dazu gehört ein reflex.: sich verhinderen und verstecken, impedire et implicare se Maaler 432b; er hat sich ziemlich verstecket, facultates suas valde disjecit, distraxit, disperse et diffuse collocavit Stieler 2159; sich verstecken, intricari, impediri; sich in schulden verstecken, obruere se aere alieno Dentzler 313a; sich in die bücher verstecken, involvere se libris Kirsch 2, 314a; er versteckt sich mit büchern, nimios sumtus in libros facit Steinbach; im gemeinen leben sagt man, man habe sich versteckt, wenn man mehr geld, als man bequem entbehren kann, in eine sache gesteckt hat Adelung; Campe; Hübner zeitungslex. 4, 803b; von kaufleuten, die durch versplitterung ihrer gelder auf einige zeit eine stockung in ihrem geschäft erleiden Heinsius; Anton Oberlausitz 5, 12: er hat sich versteckt, hat zuviel ausgegeben und sich dadurch in geldverlegenheit gebracht; bei dem hausbau hat jemand sich sehr versteckt, zuviel geld in das haus gesteckt; schles.: zudem so hat sich das land mit aufnehm- und aufborgung groszer ansehenlicher summen geldes .. einschulden und verstecken müszen acta publica 4, 211 Palm. heute nicht mehr üblich; für das 16.-18. jh. zu belegen: in schulden versteckt, obaeratus; mit schulden gantz und gar versteckt, demersus aere alieno Maaler 432b; obaeratus, aere alieno obstrictus, mit geldschulden beladen und versteckt Calepinus 964a; abt Wilhelm von St. Gallen was dermaszen in schulden versteckt, dasz er nit wuszt Tschudi helvet. chron. 1, 190. in übertragenem sinne: ja freylich hab ich unrecht than, das ich bin gwest gantz frey voran, und hab mich versteckt in die ehe, die fengt sich an mit angst und wehe Ayrer dramen 2039 Keller; ob ich vor meine person gern los wär gewesen, wuszte ich doch kein mittel dazu, sondern muszte mich wieder und tiefer in dienst verstecken Schweinichen 130 Österley; es ist seine .. kunst, dasz er sich in widersprüchen versteckt theater der Deutschen (1768) 13, 181. dazu das part. prät.: er sihet dich verstecket und wil dich auch also stecken lassen ynn der ehe und nicht eraus helffen durch offentlich bekentnis, sondern dein hertz heimlich verbittern Luther 303, 233 Weim.; denn itzt bin ich in meinem unglück nur zu sehr versteckt Stephanie lustspiele 122; bei diesem betrübten ungewitter gieng denen zum sterben schon gantz versteckten Deutschen .. unvermuthet eine sonne auf Lohenstein Arminius 2, 250b. anderer art ist ein neueres reflexiv. zum ersatz für das passiv.: so entging man wenigstens der gröszten verwirrung, und war sicher, dasz sich nichts versteckte (falsch gesteckt, verlegt wurde) und verlor Göthe II 4, 18 Weim. II@CC. heute nur obd. ist verstecken in der bedeutung 'ersticken'; früher auch mitteldeutsch: dô wart sî ouch in zorne heiʒ ... und ûf sô lange clekte, unz sî in gar vorstekte Nic. v. Jeroschin preusz. chron. 14782; und di zwû helleegiln, unkûsche und girekeit, vorsteckit gar sîn tuchtikeit 2871. Basel: fersteke, durch ersticken töten; 's hett-in ferstekt, er ist erstickt Seiler 113a; schwäb. es versteckt einen, es will mich verstecken, zum ersticken bringen, einem den atem zurückhalten; man soll nicht leiden, dasz eine katze zu einem wiegenkind liegt, denn der katzenatem versteckt das kind Fischer 2, 1356; das er lang lebte, eh ine das. feyr verstöct quelle ebd. 1355; schweiz. einem ein red im halsz verstecken und frei geschweigen, orationem alicuius opprimere Maaler 432b; das ist ir art, das sy uns bhend das waar (wahre) im hals verstecken wend schweiz. schausp. d. 16. jhs. 1, 158 Bächtold. schwäb. auch reflex.: wolte sich dann der athem gar zu vast verstecken, des auch der kranck nicht schlinden möchte Wirsung artzneybuch (1592) 166. part. prät.: versteckte pferde, kurzatmige Fischer 2, 1356. II@DD. noch lebendig, aber selten gebraucht ist verstecken, 'durch stecken verbrauchen, alle machen': alle samenbohnen verstecken, ausstecken, in die erde in kleinen entfernungen von einander stecken, damit sie wachsen; alle nadeln verstecken Campe. dazu ist vereinzelt obd. und ndd. verstecken, 'anders stecken, umstecken' lebendig: elsäss. men muesz die ziwlen verstecken, verpflanzen Martin-Lienhart 2, 582b; nld. een spelde verstecken, eine stecknadel anders stecken Kramer hoch-niderteutsch. dict. 456a; Sicherer-Akveld 1191a; ostfries. ten Doornkaat Koolman 1, 467a.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    versteckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-stecken swv. BMZ = erstecken, suffocare Dfg. 565 a . Jer.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verstecken

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verstecken , verb. regul. act. 1. Durch ein dahin gestecktes Hinderniß versperren. Einen Weg verstecken, mit Strohwische…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verstecken

    Goethe-Wörterbuch

    verstecken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verstecken

    Elsässisches Wb.

    verstecke n 1. verbergen allg. Han ih r d Ostereier schun versteckt? Ingenh. ‘s bliht niks versteckt, s kummt alles an d…

  5. Sprichwörter
    Verstecken

    Wander (Sprichwörter)

    Verstecken 1. Du wärest net versteckt. ( Ulm. ) D.h. du wärst nicht dumm. 2. Er isch versteckt. ( Solothurn. ) – Schild,…

  6. Spezial
    verstecken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ver|ste|cken I vb.tr. ascogne (-ogn, ascognü) II vb.refl. sich verstecken se ascogne. ▬ Verstecken spielen (Kinderspiel)…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verstecken

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verstecken

ver- + stecken

verstecken leitet sich vom Lemma stecken ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verstecken 2 Komponenten

verst+ecken

verstecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verstecken‑ als Erstglied (1 von 1)