Verstecken, v. trs. 1) Durch Stecken verbrauchen, alle machen. Alle Samenbohnen verstecken, sie alle ausstecken, in die Erde in kleinen Entfernungen von einander stecken, damit sie wachsen. Alle Nadeln verstecken. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung, das Geld verstecken, es in allerlei Dinge, die man kauft, stecken,
d. h. dafür ausgeben und so verbrauchen. So sagt man auch, sich verstecken, sein Geld auf solche Art verbrauchen, wo oft der Nebenbegriff damit verbunden ist, daß man mehr Geld dazu verwendet, als man bequem entbehren kann. 2) Durch etwas, das man hinsteckt oder vorsteckt, versperren. Х Die Stallthür verstecken, sie dadurch versperren, daß man
z. B. einen Pflock vor dieselbe in die Krampe steckt. Einen Weg verstecken, durch einen an einer Stange hingesteckten Strohwisch anzeigen, daß er nicht befahren oder betreten werden darf, und ihn dadurch versperren. 3) An einen verborgenen oder solchen Ort stecken oder thun, wo man es nicht sieht, um es dadurch dem Anblick Anderer zu entziehen. Etwas hinter den Ofen, hinter den Spiegel, unter die Treppe verstecken. Sich hinter einen Strauch, hinter eine Wand verstecken, dahinter treten um nicht gesehen zu werden. Wohnst du nicht noch auf einer von den Fluren, Des Ozeans, in Klippen tief versteckt? Wohin kein Wuchrer, keine Missethäter fuhren, Die kein Eroberer entdeckt? Ramler. Sich oder etwas aus Furcht, aus Scham verstecken. So versteckt ein Mädchen ein Buch, welches zu lesen ihr verboten oder für sie nicht schicklich ist, wenn sie beim Lesen überrascht wird. Verstecken spielen, wie Versteck spielen, bei den Kindern, sich verstecken, das eine hier, das andere dort, und sich von einem oder zwei andern, welche nicht sehen durften, aufsuchen lassen, wo dann das erste gefundene oder entdeckte Kind das nächste Mahl suchen muß. Das (Mädchen), wie ein Reh in junge Tannenhecken Nicht ohne Schalkheit flieht, Vor ihrem Freunde schnell sich schalkhaft zu verstecken, Doch so, daß er sie sieht. I
N. Götz. Х Versteck', versteck' was ich dir gebe, der Name eines Spieles, wo man Einem nach dem Andern in der Gesellschaft mit seinen Händen zwischen den zusammengeklappten Händen hinfährt und Einem derselben etwas,
z. B. einen Ring oder ein Stück Geld zwi= schen dieselben fallen läßt, worauf ein Anderer rathen muß, wer ihr oder es hat, und im Fall er es nicht räth, ein Pfand geben muß, oder sonst gestraft wird. Vor den Kindern versteckt man das, was sie nicht sehen und haben sollen, indem man es irgend wohin steckt. Auch versteckt man etwas vor jemand, daß es nicht gewisse Empfindungen in ihm errege. Dank, Dank diesen freundlich grünen Bäumen, Die meines Kerkers Mauern mir verstecken. Schiller. So auch in weiterer und uneigentlicher Bedeutung, dem Anblick und der Kenntniß entziehen. Der Mond ist hinter Wolken versteckt. »Kann die Welt etwas dafür, daß sich ein großer Geist in ein schlechtes Kleid versteckt?« Rabener. I der Mahlerei, etwas verstecken, es nicht in die Augen fallen lassen; das Gegentheil von erheben oder heben. Ein versteckter Mensch, dem es zur Gewohnheit geworden ist, seine Gesinnungen und Meinungen nicht zu äußern, daß man sich vergeblich Mühe giebt, sie zu entdecken. Ein verstecktes Gemüth. Versteckt handeln. Sein verstecktes Wesen macht ihn verdächtig. Darin liegt ein versteckter Vorwurf für mich, ein nicht mit klaren Worten gesagter, aber wol dem Sinne nach darin enthaltener. Vergl.
Verschlossen. »Er war verschlossen und doch nicht versteckt.« Garve. Vergl.
Verbergen, verhehlen, verheimlichen, verschweigen. I der edeln Schreibart gebraucht man in den meisten Fällen verbergen für verstecken, weil stecken schon unedler ist als bergen und verstecken mehr von kleinen Dingen gebraucht wird, auch in uneigentlicher Bedeutung nur in wenigen Fällen gebraucht werden kann. I
N. D. wird es auf sehr fehlerhafte Art häufig mit verstechen verwechselt und man hört daselbst oft, daß einer vor dem Andern etwas verstochen habe. D. Verstecken. D. — ung.