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kauzen

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kauzen

Bd. 11, Sp. 370
kauzen , mit mehrern bedeutungen verschiednen ursprungs. 11) kauzen, auch sich kauzen, kauern. Stieler 936, Adelung, es ist z. b. thür., sächs.; bair. sich schmiegen. Schm. 2, 346: eule (d. i. als eule) will ich deinetwegen kauzen hier auf der terrasse. Göthe 5, 225; jeder kauzt sich damit in eine ecke und knopert daran wie er kann. 27, 85; das ist freilich etwas anderes als unsere kauzenden, auf kragsteinlein über einander geschichteten heiligen der gothischen zierweisen. 27, 137; eine anzahl zerlumpter knaben im kreise kauzend. 28, 41; gekauzt da hintendrauf (auf dem wagen) hanswurst. 41, 47; in seinem sesselwägelchen zusammengekrümmt, ein herzergreifender anblick, denn gekauzt wie er war, hätte man ihn mit einem mäszigen cubus bedecken können. 45, 233; heda, herr wirth! und gebt uns frisch: was kauzt ihr in den stuben? A. W. Schlegel poet. werke 1, 196. auch nd. im götting. hurkûzen (dazu hurkûz und hurkekûz m. eine kauernde gestalt) Schamb. 89b, es ist wie kûzen mit hûren, hauern kauern zusammengesetzt. Sonst ist nd. kuzen sich auf den bauch niederlegen wie ein hund, bildlich sich demütigen, hd. 'sich kuschen, guschen', he môt vor em kuzen. brem. wb. 2, 903, ostfries. von hunden Stürenb. 129b, nach Adelung auch hd. er musz kauzen!; dazu holst. kûzbedde, auch kûsbedde, schlafstelle in der wand Schütze 2, 370, nl. koets f., ostfries. kuze, wol von der enge wo man 'sich kauzen' musz (vgl.krauche); das nl. koets ist aber auch bette überhaupt. auch in der Leipziger gegend wird zu kindern, die schlafen sollen, gesagt kauz dich! wie auf der Eifel kutsch! in einem wiegenliedchen bei Schmitz 1, 27, die kutsch das. 227b kinderbettchen, entsprechend dem nl. koets. dem nd. kuzen entspricht nl. zich koetsen (auch koesen), eben von hunden; das dazu stimmende sich kutschen auf der Eifel heiszt aber wieder sich niederkauern. Wenn daher kuzen, koetsen von franz. coucher stammen soll (wie schon Kilian koetse bett mit franz. couche zusammenstellt), so ist ein einflusz desselben zwar kaum abzuweisen; aber es musz diesem einflusz ein heimisches wort begegnet sein. das nl. koesen (vgl. holst. kûsbedde) ist auch schwed., kusa Rietz 366b, norw. kusa seg, vgl. schw. dial. kuskja, käusä, n. kuske, altschw. kuska einschüchtern u. ä.; schott. to coutcher down, sich ducken, schmiegen, vgl. engl. couch. Das md. kauzen gehört offenbar als nebenform zu dem gleichbed. kauchen oder kauern, und erinnert an den hockenden kauz (vgl. Göthes kauzende eule und das nd. hurkûz kauermännchen). es heiszt in Leipzig auch kauxen, sich hinkauxen, das vermutlich eig. kauchsen ist, wie kräxen eigentlich krächsen (krächzen) u. a. es soll auch eine form hauzen geben (vgl.kesselhauz), sie verhielte sich zu kauzen wie die gleichbed. hauchen zu kauchen, hutschen zu kutschen, s. sp. 306. 22) von gewissen lauten tönen. 2@aa) von hunden, bellen, so oberd. (bair., tir., auch kaunzen, vgl.knaunzen) und md. (z. b. sächs., thür., deutschungr.), meist auch gauzen; sächs. besonders von einem gewissen wehgeschrei des hundes. schon in zwei md. vocc. 15. jh. kauzen, cauzin bandare, brandare (bellen u. ä.) Dief. 70b. bair. auch kaussen, kauschen, sächs. wieder auch kauxen (gauxen), wie beim vorigen. 2@bb) von menschen, schweiz. kûzen brummen, murren (vgl. kauzig 2), vgl. das gleichbed. engl. chowter Hall. 248b. auch das bair. kauschen ist zanken. das Leipziger kauxen (gauxen) vorhin ist auch wimmern, und laut aufgauxen (auch in Magdeburg) aufschreien vor freude u. ä. Darin ist offenbar ein eigner wortstamm enthalten, mit mehrfacher gestaltung des auslauts; vgl. oberlaus. kächzen dumpf bellen (Anton 9, 5), in den venet. Alpen kaüken schreien (cimbr. wb. 136a), schwed. kuka, kka, koka, mit singendem geschrei zurufen, besonders dem vieh, im hirtenleben, s. Rietz 381a, norw. kauka und hauka, auch einfacher kaue, kua (vgl.kauen 6 und damit schott. engl. cowk to strain to vomit). ist mit dem 'cimbr.' worte, wie wahrscheinlich, dasselbe jodelnde schreien der hirten gemeint, wie mit dem schw. norw., so ist das eine wertvolle und überraschende übereinstimmung aus der ältesten lebensform im tiefsten süden und höchsten norden des germ. lebens. s. auch käken 2, besonders kakeln 2, und götting. kâken langgezogen schreien, von kindern Schambach 95b. 33) prügeln, wieder ein andrer stamm: kauzen, abkauzen, zerkauzen verberare clam (?) Stieler 936; ein abekauzen aus Ringwald s. u.beschnauzen 1, 1587. einen kauzen bildl. für einem zusetzen o. ä. in einem liede des 17. jh. Opel und Cohn 297. 44) henneb. kauzen mit stumpfem messer schlecht schneiden, morksen, z. b. häcksel, auch 'nicht ordentlich kauen'. Frommann 2, 465, die beiden bed. sind ebenso beisammen in kafeln 2, s. dazu kauen 5. bedeutsam findet sich das ganz entsprechend wieder in schott. chowtle (auch chuttle) schwach kauen, wie kinder, alte leute; das heiszt auch chattle, und dazu stimmt nd. katten ungeschickt schneiden, auch kaddeln, katsen. br. wb., Fromm. 5, 148. vgl. auch kätschen, das schweiz. auch nagen heiszt (Rütte 15). 55) vom vogel kauz. 5@aa) mit dem kauz vogelfang treiben: wenn du kauzen und vogelen wilt. Schottel 566; unser liebe frau und die heiligen haben bisz her mszen ... gelt kutzen und in die büchse geltsamler sein. Schades sat. u. pasqu. 3, 185, 36, geld fangen, s. geldkauz sp. 369. b) schreien wie der kauz. c) knausern, so bair., wol von kauz 2, d als geizhals. 66) obscön, vgl. knutzen so: Ännchen von Bautzen, du bist eine wackere magd, du hast dich lassen kautzen, die leut habens gesagt .... dennoch bleibst du eine magd (jungfrau). neuverm. bergliederbüchlein s. 245. 246.
5670 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kauzen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Kauzen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches nur in den gemeinen Sprecharten, besonders Niedersachsens ü…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kauzen

    Goethe-Wörterbuch

    kauzen -tz- 6,221 vom Menschen a durativ: kauern, hocken; auch mBez auf bildl Darstellung; nur im PartPräs u PartPrät sa…

  3. modern
    Dialekt
    kauzen

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    kauzen s. kotzen .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kauzen

17 Bildungen · 16 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von kauzen 2 Komponenten

kau+zen

kauzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kauzen‑ als Erstglied (16 von 16)

Kauzenbock

RhWB

kauzen·bock

Kauzen-bock kǫutsdərbok šę·i.wən Saarbg-Beurig m.: Purzelbaum schlagen.

Kauz(en)eule

RhWB

kauzen·eule

Kauz(en)-eule kūtsy·l.kə Erk ; -y·l. Geilk-Honsd ; kut- Heinsb-Millen ; kūts- Neuw-Erpel ; kūətsøyəl Gummb-Harschd f.: Waldkauz.

Kauz(en)kazen

RhWB

Kauz(en)-kazen kūtsəkātsə Rees .: K. duhn Sausp.

Kauzenköpp

LothWB

Kauzenköpp Spottname der Einwohner von Filsdorf ( Kr. Bolchen), weil sich in dem schmutzigen Bach, der durch den Ort fließt, massenhaft Kaul…

Kauz(en)kopf

RhWB

kauzen·kopf

Kauz(en)-kopf kǫutsəkǫp (s. S.) [im Monophtonggeb. von Saarbr kutsə-, gutsə- ; Ottw-Neunk kǫtsə- ; Pl. -kęp ; Bitb-Mettend keitsə- ] Birkf ,…

kauzenspiel

DWB

kauzen·spiel

kauzenspiel , n. falsches spiel, scheinheiliges treiben, bei Fischart : der pfaffen kauzenspiel wo nicht reinlich doch scheinlich. bienenk. …

kauzenstreichen

DWB

kauzen·streichen

kauzenstreichen , n. schmeichelei, lobhudeln: wen du einen menschen wilt loben, so ligt es fast an der meinung, wann es sünd oder nitt sünd …

kauzenstreicher

DWB

kauzen·streicher

kauzenstreicher , m. schmeichler, s. kauz 3: lobnarren oder kutzenstreicher. Keisersb. narrensch. 196 a ; also geschicht allen schmeichlern …

Ableitungen von kauzen (1 von 1)

verkauzen

RhWB

ver-kauzen: fərkutst zurückgeblieben im Wachstum Siegld-Afholderb .