Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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knaunzen , ein merkwürdiges volkswort, das mit verwandten wörtern hier zusammengestellt werden soll. 11) bair. tir. knaunzen von langsamem und widerlichem tone, in dem manche immer zu befehlen, zu tadeln, zu klagen haben, mit subst. knaunz m. weinerlicher mensch. Schm. 2, 374; dazu auch östr. gnaunsche f., 'eine keke, zuwidere weibsperson' Castelli 144. auch thür. so knaunzen und knaunschen (subst. knaunzerich m.), henneb. gnaunschen, eig. vom katzengeheul, dann von weinerlich näselnder rede, die sich schlechtem gesange nähert, bei ärger oder ohnmächtigem zorn, bes. von kindern und weibern. Fromm. 2, 464 fg.; nürnb. beknaunzen beschnüffeln, die nase in alles stecken. 22) es heiszt bair. auch knauzen Schm. 2, 377, östr. Loritza 75b (wimmern), sodasz das zweite n eingeschoben wäre, wie bair. östr. oft (Schm. bair. gramm. § 554), oder aus dem anlaut wiederholt. eben diesz n ist wie ein förmliches eignes bildungsmittel zur bezeichnung ähnlicher töne, denn Schmeller 373 nennt auch knaunchzen durch die nase reden, knaunfen immerwährend zanken (auch östr., id. austr. 87, gnaunfen Castelli 144), und knenken, knenkezen (s. d.); zu letzterem stimmt ohne n schwäb. knegeln, nd. kniegeln, zu dem zweiten kneufeln keifen, zum ersten nrh. knäucheln knurren, tadeln Aachner mundart 115. 33) es liegt wol aber hier ein alter stamm vor, in manigfacher ausgestaltung und ziemlicher verbreitung. 3@aa) zu dem bair. knaunchzen, nrh. knäucheln stellt sich fläm. knuchen, 'knorren als de varkens' (schweinchen), knochzen seufzen im ungr. berglande Schröer 71b. ebenso zu knaunfen kneufeln zanken (H. Sachs, s. das zweite kneifen), wol auch flämisch knuffen 'knorren, grollen, grommen, morren' (auch fortwährend husten) Schuermans 268b. noch mehr hat knenken (s. d.) eine weitgreifende verwandtschaft zur seite. 3@bb) noch anders im auslaut östr. knausen durch die nase reden (auch keifen) Loritza 75b, siegerländ. gnûseln (sächs. nûscheln), mrh. knauseler m., der langsam, näselnd spricht Kehrein 233. daraus spricht ein alter stamm knau (knu), der im auslaut s, f, ch (l, r) annahm, und den unangenehmen ton, der bei dem allen ist, bezeichnet haben musz. ja er liegt noch rein vor in den norw. schwed. mundarten: kny und gnu (praet. knydde, gnudde) murren, murmeln u. ä., altschwed. gny, kny, altnorw. gnŷja lärmen u. ä. (s. Rietz, Fritzner), auch bei uns in knauen, s. c. 3@cc) es heiszt auch noch östr. knauren, brummen, einen widerwärtigen laut von sich geben Höfer 2, 146, und wieder mit zweitem n gnaunarn Castelli 144. es greift aber selbst über das deutsche gebiet hinaus in ital. gnaulare miauen, gnao katzengeschrei, wie gnaunschen unter 1; ob aus der germ. zeit her? übrigens hat ein entschieden anklingendes wort, fläm. knijnselen, vielmehr die bed. nagen, wie umgekehrt nagen selbst von weinerlichem bitten u. ä. gilt, vgl. knauen nagen und weinen; das ganze knauen 2 (mit knaulen, gnaulen) passt besser hierher schwed. gnola, dial. gnla, gnaula Rietz 206b, brummen, klägeln, nagend bitten u. ä.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschknaunzen
Grimm (DWB, 1854–1961)
knaunzen , ein merkwürdiges volkswort, das mit verwandten wörtern hier zusammengestellt werden soll. 1 1) bair. tir. kna…
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Cotta, M. (2026). „knaunzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knaunzen/dwb?formid=K08640
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Cotta, Marcel. „knaunzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knaunzen/dwb?formid=K08640. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „knaunzen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knaunzen/dwb?formid=K08640.
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