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kutz

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 4 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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4

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kutz

Bd. 11, Sp. 2907
kutz ! ausruf, in mehrfacher verwendung. 11, 1@aa) scheuchruf für katzen, schwäb. 'kutz f., name der katze wenn man sie wegscheucht' Schmid 335, mit dem sprichw. man sagt nicht immer mulle (ihr schmeichelname), man sagt auch kutz. zum glück ist der ruf schon im 15. jh. bezeugt, in einem alem., wie es scheint oberschwäb. spiele, wo ein junger bauer zu einem pfaffen, der sein mädchen bedenklich rühmt, zornig und eifersüchtig u. a. sagt: kutz vom vogel, die katz vom schmär! fastn. 879, 24, vgl. im 17. jahrh. mit umlaut: kompt die katz éinmahl übern vogel, so heiszts darnach immer 'kütz vom vogel'. Lehman flor. 1, 189, vermutlich also pfälzisch. 1@bb) schweiz. in Appenzell chutz chutz! Tobler 124a, bei Stalder 2, 148 aber kûz m., benennung einer katze, besonders der zuruf wenn man sie wegjagt, kûz! kûz ûse (ûʒhin)! in Schmidts id. bern. chuz vox abigendi feles, chuz bysz mi nit! non me latet ejus perfidia Fromm. 2, 483a, was auch chûz meinen wird. Dem müszte denn hd. kauz oder kauze entsprechen, vgl. u. kauz 4 die haselkauzen, 'kätzchen' der haselstaude; doch vgl. unter c. Auch für die katze selbst findet sich, getrennt von dem rufe, ein demin. das kûzibûsi Stalder, wie schwäb. das kutzemulle in der kindersprache, auch von den blütenkätzchen der weiden Schmid 323; vgl. kutzimûs, kutzimûserlis thue, versteckens spielen (katz und maus, vgl. unter katzenjammer) Tobler 124a; das zweite auch übertragen auf eine art äpfel das., wie schwäb. kuzamauserla Sailers schr. 187. 1@cc) dem kutz! steht ablautend zur seite in gleicher bed. kitz! (schles. kitsch aus!) sp. 867, und kätz! oder kätz aus! auch katz ab! nd. kâz! s. sp. 278 fg., wo mehr einschlagendes zu finden ist, wie unter kitz! über diese rufe überhaupt. das kütz unter a steht wol zu kutz, wie kätz zu katz, das schweiz. kûz unter b ist wie kieze neben kitze katze (kein keize), wie kâz, kâzer neben katze (s. d. I, 5). 22) zuruf an einen, der 'sich verkotzt' hat, bair. kuz kuz! oder kutzaus! so ruft man einem kinde zu, ihm auf die schultern klopfend, das öfter auf eine art husten musz, als ob es mit [] erbrechen oder ersticken enden wollte Schm. 2, 347, östr. kuz kuz! Castelli 185: wie eim budel, der das apetitsbröckel so schlecht nach dem verjungten maszstab abgmessen hat, dasz (dasz's) ihm drüber in hals ist steckn bliebn. kutz! kutz! kutzaus, Melackel, kutzaus! ja es wil halt nit auszer, das bröckel geth weder hinterschi noch fürschi, und wan er sich ztodt kotzet. Schwabe tintenf. 1 (Melac als hundename z. b. bei Liscow 206, Melax 430). wenn es hier deutlich mit kotzen oder kutzen (s. d.) husten in verbindung gebracht ist, erinnert doch das kutzaus! auch an das gleiche kutzaus vorhin von der katze, und in Tirol, wenn kinder sich derkirnen (an einem kern ersticken wollen), ist der zuruf kâz! kâz! oder kâzde, kâzde (dich)! Schöpf 307; doch katzlen heiszt ebenda nicht nur junge katzen werfen, sondern auch sich erbrechen, vergl. kätzen (auskätzen) gleich kutzen husten.
2996 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kutz

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    kutz s. kiz.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kûtz

    Mittelniederdeutsches Wb.

    kûtz Kauz, kleine Eule.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kutz

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    kutz ! ausruf, in mehrfacher verwendung. 1 1, 1@a a) scheuchruf für katzen, schwäb. 'kutz f., name der katze wenn man si…

  4. modern
    Dialekt
    kutz

    Rheinisches Wb.

    kutz -u- Daun-OElz Interj.: Ruf beim Klickersp., der dem Rufer erlaubt, statt vom Boden vom Knie aus zu schnellen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kutz

77 Bildungen · 66 Erstglied · 8 Zweitglied · 3 Ableitungen

kutz‑ als Erstglied (30 von 66)

kutzeln

SHW

kutz-eln Band 4, Spalte 69-70

Kutzel

RhWB

Kutzel -ots- Sieg Sg. t. m.: das Kutzeln 2; sengen K. hale.

Kutzelenbaum

RhWB

Kutzelen-baum kutsələnbōm  Sieg-Fussh Schreck m.: K. schlohn Purzelbaum.

Kutzelenbock

RhWB

Kutzelen-bock kutsələ- Sieg-Eischd ; kutzə- Eischd Birkenf ; kutsəkitsə- Merten n.: K. schlohn dass.

Kutzelenbolzen

RhWB

Kutzelen-bolzen ebd. m.: dass. — S. Kuckelenbaum.

kutzelfleisch

DWB

kitzelfleisch , kutzelfleisch , n. ein merkwürdiges wort in älteren vocabb. 1 1) kutzelfleisch titillicus, inde kutzeler, titillator. voc. i…

Kutzelhals

RhWB

Kutzel-hals kuts- Trier-Cordel m.: in der Wend.: Ein Kind op de K. hollen, — K. drohn huckepack.

kutzelig

DWB

kutzelig , verworren, s. DWB kutz m. 2 und kutzlicht.

Kutzelkauf

RhWB

Kutzel-kauf kutsə- Trier-Kenn m.: op de K. h. dass.

kutzeln I

RhWB

kutzeln I = verwirren, schlecht schreiben s. kotzeln bei Kotze II.

kutzeln II

RhWB

kutzeln II meist -ots-, sehr selten -u- [ -ō- Kobl-Weissenthurm , May-Kollig ; -ø- Daun-OEhe , Eusk-OGartzem , Sieg-Rhönd ; -y- Waldbr-Stdt …

kutzeln III

RhWB

kutzeln III -ots- Bernk-Stdt schw.: einen k., quälen. — Abl.: die Kotzel(er)ei, dat Gekotzel(s), der Kotzeler.

kutzeln IV

RhWB

kutzeln IV -uts- Bernk-Bewe Rapperath , Koch-Binning Wirfus ; -tsən Koch-Illerich schw.: eine Last mühselig tragen; ein Kind huckepack tr.; …

Kutzelsarbeit

RhWB

Kutzels-arbeit Verbr. wie k. 2 f.: tiftelige Arbeit; durch Kutzeln entstandene A.; eine verpfuschte Arbeit, die zeigt, dass sie kein gelernt…

Kutzelsbeielchen

RhWB

Kutzels-beielchen Sieg-ODollend n.: kleines Handbeil für K.arbeit.

Kutzelsbruder

RhWB

Kutzels-bruder -ō:d- Verbr. wie k. 2 m.: einer, der gerne u. zu viel kutzelt 2.

Kutzelshandel

RhWB

Kutzels-handel -əlhanəel Simm m.: Tauschhandel.

Kutzelskerl

RhWB

Kutzels-kerl Verbr. wie k. 2 m.: einer, der gerne u. zu viel kutzelt.

Kutzelsmärg

RhWB

Kutzels-märg kotsəlmęrəχ Malm-Aldring (abseits) n.: kleines Mädchen, das eben laufen kann.

kutzelvleisch

KöblerMhd

kutzelvleisch , st. N. nhd. „Kitzelfleisch“, ein Fleisch ÜG.: lat. (titillicus) VocOpt Q.: VocOpt (1328/1329) E.: s. kützelen*, vleisch W.: …

Kutzelweck

RhWB

Kutzel-weck kutsə- Saarbr-Heusw m.: uf de K. h. dass. — S. zu dieser Gruppe auch Gutz, Koze.

kutzen

DWB

kut·zen

kutzen , den kutzen streichen, s. unter kutze m.

kutz als Zweitglied (8 von 8)

Hackekutz

RhWB

hacke·kutz

Hacke-kutz hagələkuts(χəs) maxə Goar-Halsenb ; agakuts u. -nuts Goar-Morshsn : dass.

Mutzenkutz

RhWB

mutzen·kutz

Mutzen-kutz mutsəkuts Düss f.: et ut der M. dohn mit untergelegtem Daumen den Klicker schnellen.

Nachtkutz

ElsWB

nacht·kutz

Nachtkutz (f. Su. ) m. 1. Nachteule. 2. Schreckgespenst für Kinder Co. Blib do, su n s t hole n di ch d Nach t kutze n Urbis . ‘Se gibb jo v…

steinkutz

DWB

stein·kutz

-kutz , m. , im 15. u. 16. jh. name für einen jungen steinbock: aber der bock von solchem steinwildpret wird erstlich genannt ein steinkutz …

Ableitungen von kutz (3 von 3)

bekutzen

FindeB

bekutzen swv. Teichn. *

kutze

DWB

kutze , m. gleich kauz, s. dort; den kutzen streichen, schmeicheln, s. sp. 369 ( vgl. keuzeln und DWB kitzeln I, 4, c ), noch im 18. jahrh.:…

verkutzen

ElsWB

verkutze n zerzausen, verwirren, in Unordnung bringen: Haar, Wolle, Stroh. D e r Wind het ü n s d Zëtte n (Schwaden) ganz verkutzt Dü.