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trübe

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trübe f.

Bd. 22, Sp. 1186
trübe, f. , ahd. truobî, mhd. trüebe; im älteren nhd. auch vereinzelt mit -n trüben (= ahd. *truobîn) weisth. 3, 599, Ercker mineral. ertzt (1580) 9b. wenn ahd. truobî = lat. turbo (procella) als adjectivabstractum zu truobi gebildet ist, musz in diesem die aktionsvorstellung noch überwogen haben; doch läszt sich das subst. in dieser bedeutung auch als nomen actionis unmittelbar auf truoben (s.trüben) beziehen, vgl. noch mhd. si (die irdischen dinge) sint ouch den guoten ein trüebe (erregung, anlasz) urdruzzes und unmuoze mystiker 1, 324 Pfeiffer; sicher stellt sich Notkers in demo (fiure) nehein truobi ne ist nach Graff 5, 489 und der mhd. und nhd. gebrauch als ableitung aus dem adj. dar. mhd. lebendig, verliert trübe im nhd. rasch durch den wettbewerb von trübheit und trübung an boden und hält sich nur noch fachsprachlich und in gehobener oder poetischer diktion. 11) von flüssigen körpern. 1@aa) heftige bewegung in gewässern und die dadurch erzeugte unklarheit (vgl.trübe, adj., I A 1 a); in truobe wis ut turbo Notker 3, 366 P. ist schon auf die schnelle bewegung des sturmwinds übertragen. die grundvorstellung der bewegung, des aufgewühltwerdens ist bis ins frühnhd. in der bedeutung 'hochwasser, überschwemmung' erkennbar: item es magk auch ein iglicher burger ... fischen in der Werra ... alle bannevasten vor mittage und alle trüben, wenn die komptt, es sei frue oder spete (v. j. 1450) weisth. 3, 599; wenn got der herr gibt ain wasser von himel, das ain trüeb kämb, so sol ainer alain aus gen aus seinem hausz (v. j. 1529) österr. weist. 11, 13; in den fluten und truben (zur zeit der fluten und hochwasser), wann der fisch im grasz stehet, so soll der gemeine mann sich des fischens gantz enthalten fischordnung des landgr. Georgs v. Hessen v. j. 1642; dieser flusz (die Thur) ... bricht erschrockenlich an mit groszer trbe (starker strömung) Stumpf Schweizerchron. (1606) 419b; inn dem die trieb desz wassers sich geleget hatt Wickram w. 7, 154 Bolte. 1@bb) entsprechend trübe, adj., I A 1 b und 2 als 'unklarheit, unreinheit, schmutzigkeit' von wasser und anderen flüssigkeiten: das wasser dises brunnens hat mehr ein weiszfarbe trübe alsz andere (wasser) Rauwolff beschreibung der raisz (1582) 260; ein strom von osten durch eiterthale voll schlamm und trübe: Slid heiszt der strom! Herder 25, 100 S., unrichtige übersetzung von Vǫluspá str. 36; die trübe des Jordanwassers ... zeichnet dasselbe auch heute noch ... aus Ritter erdkunde (1822) 15, 551; als fachausdruck des bergbaus für das mit gesteinschlamm u. s. w. vermengte grubenwasser, das bei der erzbereitung abläuft (s.trübe I A 2 a): dasselbige (wasser) geusz auch wider gemach ab, dasz keine trüben mit herab gehet Ercker mineral. ertzt (1580) 9b; das feine korn gelangt mit wasser gemischt als sogen. trübe zur bearbeitung Lueger technik (1894) 5, 146; besonders in technischen zusammensetzungen wie
2934 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trübe

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Trübe , -r, -ste, adj. et adv. 1. Im eigentlichsten Verstande, in denjenigen Zustand versetzt, da die Durchsichtigkeit e…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trübe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Trübe , das bei Aufbereitungsprozessen abfließende, Erzteile enthaltende Wasser; vgl. Aufbereitung.

  3. Sprichwörter
    Trübe

    Wander (Sprichwörter)

    Trübe Wann es lang trüb am himmel ist, so scheint doch zuletst die sonn. – Franck, II, 104 a .

  4. Spezial
    trübe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    trü|be adj. 1 (unklar, matt) turgher (-gri, -gra) 2 (finster) scür (-s, scöra) 3 (regnerisch) da plöia, grisc (-sc, grij…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit truebe

30 Bildungen · 29 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von truebe 2 Komponenten

tru+ebe

truebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

truebe‑ als Erstglied (29 von 29)

trübebildung

DWB

truebe·bildung

trübebildung , f. : bei zähem schottersand wendet man zur trübebildung beim verwaschen läutertrommeln an ( goldgewinnung ) Muspratt chemie 4…

trübeich

DWB

trueb·eich

trübeich , f.; ( altes ) weinmasz in Württemberg für neuen, noch trüben wein oder obstmost, 366, 78 liter enthaltend, vgl. A. dal Piaz unive…

Trübeiche

PfWB

trueb·eiche

 Trüb-eiche f. : a. 1781: 1 Fuder Wein, nach Abzug der Trübeiche, Wert 30 Guld. [SSp., Verteilungsakt aus LA-Nd'hochstdt]. — Nach DWb. XI/1…

Trübelrib

ElsWB

truebel·rib

Trübelrib f. Traubenreibmaschine, aus zwei Walzen bestehend Bebelnh.

Trübelspiess

ElsWB

truebel·spiess

Trübelspiess m. Spiess, den ehemals der Bannwart bei sich trug; in einem Spottlied, das jetzt aber auch bei einem Fangespiel gesungen wird, …

Trübelwin

ElsWB

truebel·win

Trübelwin [Tríwlwin Illk. ] m. Traubenwein, im Ggs. zu Epf e lwin und Kanz e lstrüwelewin.

Trübelzattel

ElsWB

Trübelzattel [Tríwltsàtl Hag. ] m. Traube.

trüben

FWB

1. ›e. S. die Klarheit, Durchsichtigkeit nehmen, etw. durch etw. verunreinigen, trüben (auch ütr.); etw. in der Qualität mindern‹; 2. ›sich …

Trüber Tag

Meyers

trueb·ertag

Trüber Tag , ein Tag, dessen Durchschnittsbewölkung (Mittel aus mindestens zwei Beobachtungen) größer als zwei Zehntel des Firmaments ist.

trübeschicht

DWB

truebe·schicht

-schicht , f. : durch die herdbewegung wird ... bei jedem stosze eine kleine welle in der trübeschicht erzeugt ( erzbereitung ) Lueger 5, 14…

trübestrom

DWB

truebe·strom

-strom , m. : ferner musz die herdfläche ... wagrecht liegen, damit der trübestrom in gleich starker schicht über den herd flieszt ( erzbere…

Truebeteⁿ

Idiotikon

Truebeteⁿ Band 14, Spalte 221 Truebeteⁿ 14,221

trübetrost

DWB

truebe·trost

trübetrost , m. , ' trauriger mensch, kopfhänger ', hess. dialektwort, vgl. triewetrost Saul hess. id. 15 , drīwedrōst Hofmann ndhess. wb. 2…

trübetümpel

DWB

truebe·tuempel

trübetümpel , m. : ' trauriger, stiller mensch ', auch ' unklarer, konfuser kopf ' ; ostmd. dialektwort ( zusammenrückung von bildlich gemei…

trübetümp(e)lig

DWB

truebe·tuempelig

trübetümp(e)lig , adj. , ' traurig, niedergeschlagen ', zu trübetümpel gebildet: so reizend dieser baum ( die lärche ) im frühling, im somme…

truebeⁿ I

Idiotikon

truebeⁿ I Band 14, Spalte 221 truebeⁿ I 14,221

truebeⁿ II

Idiotikon

truebeⁿ II Band 14, Spalte 221 truebeⁿ II 14,221

truebe als Zweitglied (1 von 1)

gichtrübe

DWB

gicht·ruebe

gichtrübe , f. , zaunrübe, bryonia alba, auch bryonia dioica, heute noch ein volksmittel gegen gicht, seit dem 16. jh. bezeugt, aber sicher …