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kumpf

ahd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
17 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kumpf m.

Bd. 11, Sp. 2613
kumpf, m. gefäsz in mehrfacher art und verwendung; pl. kümpfe. einzeln auch schwachf. kumpfe, kumpfen (s. u. 1), wie kumpen neben kump. 11) als fruchtmasz, mhd. kumph, bezeugt in einer Mainzer urk. v. 1194, mensura chunf Guden. cod. dipl. 1, 329; im 15. jh. aus dem Rheingau: als iglichs husgesesz in den .. funfzehen dorfern unserm gn. h. von Menze jerlichs ein hune und drei kumph habern zu geben schuldig. weisth. 1, 551, schon, wie es scheint, flexionslos nach art der masze, vgl. u. kump 2, a, der heute dort gültigen form, gleichmalter. noch bei M. Kramer 1787 kumpf m. mäszchen. auch schwach: gut mehl zu machen und den kumpfen nicht so tief in anderer leute säcke zu stoszen (beim metzen). Garzoni 632b. s. auch kumpfen. 22) suppennapf, trinkschale u. ä., wie kump 2, b: kumpf mit suppe. Melandri jocoseria 2 nr. 333; die einfache bewirthung, die in süszem kuchenwerk und einem kumpf heiszen rothweins bestand. H. König, könig Jerômes carneval 1, 132; verstrichen auch noch zwei stündchen beim kumpf vortrefflichen ananaspunsches. 3, 290, bowle, terrine (nicht bei Vilmar). noch in Kassel z. b. jedes gröszere küchengefäsz, napf, grosze tasse u. ä.; auch noch nordfr., in Salzungen, koumpf napf und trog, letzteres wie kump 2, c, futtertrog; s. auch 5. als napf mhd. bezeugt in der Wiener hs. d. Trist. 8761. 8885, die da für kopf trinkschale komph hat. s. auch kumpfmühle. [] 33) die wetzkieze der schnitter, gefäsz von holz zugleich für den wetzstein und wasser zum netzen des steines, am gürtel getragen, schon mhd. bezeugt: dem vater er brâht ein wetzestein (als geschenk mit), daʒ nie mæder dehein in kumpf beʒʒern gebant. Helmbrecht 1059; ain kumpf, den die mader tragen, do der schlifstein innen ligt. Kellers altd. erz. 482, 2; als der guot meder ein schar oder zwei gemeigt (gemäht) und im sein seges gar nit mer schneiden wolt, hat er erst an seinen kumpf gedacht, (den er zu hause gelassen). Wickram rollw. 78, 22; und bracht mit im ein alten kumpf. Ambr. lb. 140, 20. So noch schwäb. (auch kompf und kampf) Schmid 304, bair. Schm. 2, 302 (auch kümpfel m.), österr. Höfer 2, 179, vgl. Fromm. 6, 335, kärnt. Lexer 169, wo auch der pl. kümpfe bezeugt ist, tirol. Schöpf 352; auch im tiefsten süden, 'cimbrisch' und lusernisch kumf Schm. 140a, Zing. 39b, aber überall da nur in dieser bed., nur dasz das tirol. wort auch eine grosze kuhschelle bezeichnet, sie ähnelt einem verkehrten wetzkumpfe. 44) der kumpf in einem pochwerke, der pochtrog, das stampfloch: da pocht man die zwitter ... da (im pochwerk) hebt ein wasserrad die stempel (stampfen) mit dem bucheisen (pocheisen an der spitze). im kumpf hat es (d. h. befindet sich) ein soleisen (eisen als sohle), darauf pocht man die gerösten zwitter. das wasser (das durchflieszt) jechet den schlam und sand .. in ein langes gerin u. s. w. Mathesius Sar. 100a, 9. pred.; ebenso kump 1, b und 2, c a. e. in walkmühlen, papiermühlen. lat. heiszt es capsa, puchtrog, kumpf, pl. trunen Dief. 98c aus Agricola de re metallica. 55) hessisch kumpf auf dem markte, die hess. reimchronik bei Adrian mitth. 171 erzählt: zu Marpurg in der Hessen stadt der furst selber ein redde that, bei dem kumpf uf dem mark geschach. in der 2. ausg. von Schmeller 1, 1253 ist eine angabe J. Grimms beigebracht: der kumpe in Steinau, rathausplatz. Der kump ist oder war in Hessen ein steinerner brunnentrog, z. b. in Hersfeld noch auf dem rathausplatze; man sagte wol am kumpe, um diesen platz zu bezeichnen, woraus sich Grimms angabe begriffe. 66) schwierig, fraglich, dunkel ist anderes. 6@aa) kumpf eines wollenwebers, wie es scheint, mhd.: quod in dicta area .. nullum tensorium, quod vulgariter rame dicitur, nec instrumentum ad idem (dazu gehörig), quod in vulgo kumph vocatur, quoquo modo locare debent. Wormser urk. v. 1303, Baur hess. urk. 2, 631, verpflichtung die einem colorator, färber, auferlegt wird; vielleicht der walktrog der tuchmacher, s. kump 1, b. 6@bb) von krystallen, wie es scheint, bei Mathesius, wo er von der bildung der erze handelt: man sihet nit allein im gold und silber, sondern im rotgülden erz, zwitter, flöszen und cobaltwasser, wenn die materien erstlich geflossen (in flüssigen zustand gekommen vom erdfeuer) und das wetter (d. h. luft), so für und für im berg durch der erden schweiszlöchlein .. aus und ein zeucht, wie so schöne zenklein (zinken, zanken) werden, die der wind poliert und abeckt, dasz sie ire rechte abtheilung und gleiche seiten und abgestolen kümpfe haben, wie die edlen gesteine, als het sie Bezaleel an seinem schneidzeug mit schmirgel und demantpulver abgezogen und ausgebutzt. Sarepta 33a (30a), 3. pred., die köpfe der crystalle? was ist abgestolen? Frisch 1, 555c faszt es als 'abgeschnittenes eck'. vgl. das folg. kumpf 2, a. 6@cc) schwierig wenigstens im verh. zu den andern kumpf ein kumpf im mühlenbau: kumpf m. ein getriebe, an welchem die drählinge oder triebstecken (s. drilling 1) nicht in die scheiben eingesetzt, sondern in die wälle (welle) eingestemmet sind. diese getriebe sind stärker als die einfachen. Popowitsch vers. 307 aus 'Wolf mathem. lex.'; bei Krünitz 55, 59 'getriebstöcke, die um mehrerer stärke willen in die welle selbst eingeschnitten sind, wie z. b. in den schneidemühlen, unter dem wagen darein das holz gespannet wird.' 77) verwandtschaft. 7@aa) Weigands ableitung aus dem mlat. hält sich an ein wort, das nur in éiner gl. des 12. jh. vorkommt: 'cimpus chumph' Graff 4, 407, altd. bl. 1, 351, dessen bedeutung und bestand daher ganz unsicher ist, vielleicht verlesen oder verschrieben für cunpus, das aber selbst, wie so oft, nichts als das deutsche wort in lat. umprägung wäre; es gibt sonst kein mlat. cimpus oder cumpus, [] gr. κύμβος oder κύμβη becher ist gar nicht ins lat. übergegangen, weder ins alte noch ins mittlere (nur κυμβίον, cimbium, aus dem aber nur ein zimpe o. ä. hätte werden können). dennoch schreibt man ihm die ableitung als feststehend nach, das feste ist ja gar zu anziehend. 7@bb) schon unter kumme (3, b) fand sich, dasz hier eine echt germ. reihe von ausgestaltungen éiner wurzel vorliegen: kumme kumbe kumpe kumpf, alle in der bed. gefäsz, wahrsch. zuerst holzgefäsz, urspr. geschnitzt oder ausgehöhlt (wie noch der kumpf der schnitter), vielleicht auch geflochten, dann vom böttcher hergestellt, s. das kimban fügen unter kumme 3, c. zu dem ebenda auftretenden ablaut i : u gesellt sich ergänzend das schwäb. kampf kumpf u. 3 oben. die reihe von kumme bis kumpf ergänzt sich aber vielleicht vorn durch einfaches k-m, das in dem engl. kymelyn, kemelin unter kumme 3, c zu liegen scheint, und hinten durch kopf becher (kübel u. s. w.), s. sp. 1747. das wäre wie bei klamme, klambe, klampe, klampfe, wo auch klam (in mhd. klamere klammer) und klap (in klaper klaue) am anfang und ende zutreten; und wie bei kramme, krampe, krampf und krapf haken u. ä., s. auch klapf 4, a. b. 7@cc) wie aber so oft bei k- stämmen vorgeschichtliche bewegung im anlaut erscheint (s. z. b. kauchen = hauchen sp. 306), so drängt sich hier der vereinsamte humpen herzu; und auch mit g- für k- oberd. gumpe pfuhl (s.kümpel), wenn das nicht in einen andern stamm ausweicht, der doch mit dem von kumpf an einer stelle verwachsen wäre. Wichtig sind auch rom. anklänge: catal. com m., futtertrog für schweine (Schmeller2 1, 1252), völlig gleich kump 2, c, wird sich weiter finden, vgl. bei Frisch 1, 555c altfrz. cume de pressoir (kelterkasten?); ital. gombetta, in Genua ein kleineres fruchtmasz, ganz wie kumpf 1, kump 2, a, beides reste des germ. wortes auf rom. boden. Endlich kommt als urverwandt in frage eben das gr. κύμβος, κύμβη becken, schale, napf, skr. kumbhas topf, krug, da nach der bewegung im anlaute unseres wortes der gleiche anlaut nicht im wege stünde.
7831 Zeichen · 201 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kumpf

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    kumpfAWB m. a-St., in Gl. 3,694,9 (Hs. 12. Jh., Zeit des Gl.eintrags unbekannt, alem.); 4,184,40 (in 2 Hss., 13./14. Jh.…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KUMPFstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    KUMPF stm. hölzernes gefäß, das der mäher anhängt um den wetzstein darin zu netzen und zu verwahren. Schmeller 2,302. ei…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kumpf

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Kumpf , des -es, plur. die -e, in dem Mühlenbaue, Getriebstöcke, so fern sie in die Welle selbst eingeschnitten sind…

  4. modern
    Dialekt
    kumpf

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kumpf Adj. 1. rund, umgebogen. die frawen sprechen: die kumpffen schuh wëllen zu gemein werden, ich vil anfahen spitze s…

  5. Spezial
    Kumpf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kumpf m. (-[e]s,-e/Kümpfe) (Behälter für den Wetzstein, beim Mähen hinten am Hosengurt zu befestigen) codá (codas) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kumpf

28 Bildungen · 20 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

kumpf‑ als Erstglied (20 von 20)

kumpf(et),

FWB

1. ›stumpf‹.; 2. ›stumpfsinnig‹.

kumpfeien

ElsWB

kumpf·eien

kumpfeie n [khùmpfèiə Str. Lobs. ] stossen, schlagen: zue d e r T h ür nus k. — frz. convoyer; Idiotikon Schweiz. 3, 304.

kumpfel

KöblerMhd

kump·fel

kumpfel , st. M. nhd. Trog, Tröglein ÜG.: lat. alveus Gl Q.: Gl (Ende 12. Jh.) E.: s. kumpf (1) W.: nhd. DW- L.: MWB 3, 687 (kümpfel), Gloss…

kumpfen

DWB

kumpfen , seltnes, schwieriges verbum: sie geben euch ein gut mesz, ein gehufet mesz, ein gekumpfet oder ein geschumpft mesz, ein überlaufen…

kumpfet

DWB

kump·fet

kumpfet , 1 1) gleich kumpf stumpf: nimb dann ein kumpfets messer, das nit schneide. Seuter rossarzn. 240 ; die rufen an den beulen mit eine…

kumpfil

EWA

kump·fil

kumpfilAWB m. a-St., nur in Gl. 3,349,20 (Ende des 12. Jh.s): ‚Trog; alveus‘ (nhd. mdartl. kümpfle [Martin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 1, 44…

Kumpflechte

WWB

kumpf·lechte

Kump-flechte f. Seitenbrett des gewöhnlichen Ackerwagens, etwa beim Mistfahren ( Kr. Minden Min Ml).

kumpfmühle

DWB

kumpf·muehle

kumpfmühle , f. mhd. kumpfmül im weinschwelg 331, kärnt. 16. jh. kumpfmüll s. Lexer mhd. handwb. 1, 1770 , der auch die aufklärung gibt, ein…

kumpfmül

Lexer

kumpf·muel

kumpf-mül stf. BMZ der begunde plôdern als daʒ waʒʒer ûf den flôdern ûf alten kumpfmülen tuot Weinsw. 331, » mülwerk, um mit kumpfen wasser …

kumpfmül

KöblerMhd

kumpfmül , st. F. nhd. „Kumpfmühle“, Mühle mit Kumpfrad, Mühle mein oberschlächtigem Wasserrad das mit trogartigen Zellen versehen ist, Kump…

kumpfmülnære

KöblerMhd

kumpfmülnære , st. M. nhd. Inhaber einer Kumpfmühle Q.: Urk (1327) E.: s. kumpfmül, kump, mülnære W.: nhd. DW- L.: MWB 3, 687 (kumpfmülnære)

kumpfnase

DWB

kumpf·nase

kumpfnase , f. nares compressae Frisch 1, 555 c ; kumpfnas, der die nas ob sich gekrümbt oder gebogen hat, silo. Maaler 256 b ; ein kumpfnas…

kumpfrad

DWB

kump·frad

kumpfrad , n. in einem bair. voc. des 15. jh. chumpfrad pentrum Fromm. 4, 302 a , wasserrad in der kumpfmühle ( s. d. ): 'kumpfrad bei klein…

kumpfrat

KöblerMhd

kump·frat

kumpfrat , st. N. nhd. „Kumpfrad“, oberschlächtiges Mühlrad E.: s. kumpf, rat W.: nhd. (ält.) Kumpfrad, N., Kumpfrad, DW 11, 2616 L.: Lexer …

Kumpful

WWB

kump·ful

Kump-ful m. ein→ WWB Kump voll ( Kr. Herford Hfd Hi).

kumpfūs

Idiotikon

kumpfūs Band 3, Spalte 304 kumpfūs 3,304

kumpf als Zweitglied (8 von 8)

fullkumpf

DWB

full·kumpf

fullkumpf , m. der walktrog, la fouloire. luxemb. follkomp, pl. follkömp d. i. hochd. fullkümpfe. Gangler 156 . vgl. DWB fuller .

Kaffeekumpf

PfWB

kaffee·kumpf

Kaffee-kumpf m. , Kaffee-kümpfchen n. : 1. 'Kaffeetasse mit Henkel', größer als PfWB Kaffeekopf , PfWB -köpfchen , -kump [ KU-Schmittw/O ], …

Milchkumpf

PfWB

milch·kumpf

Milch-kumpf m. : 'kleinerer Topf für Milch', Dim. -kumpche [ RO-Obd ]; vgl. PfWB Milchhafen 2. SHW Südhess. IV 665 Milchkumpen. —

Schoppenkumpf

PfWB

schoppen·kumpf

Schoppen-kumpf m. : 'Trinkgefäß'. Siwwemol han ich moi Schoppekumbche geschlawwertvoll gehat [ Damm Schoggelgaul 35]. —

Spühlkumpf

Adelung

Spühlkumpf , des -es, plur. die -e, ein halbrundes Gefäß, gemeiniglich von Porcellan, die Tassen darin auszuspülen. S. 2 Kumpf. Sonst auch d…

wasserkumpf

DWB

wasser·kumpf

wasserkumpf , m. wassernapf: die meyer machen auch die wasserkümpff zu ihren wetzsteinen ausz diesem ( erlen- ) holtz Lonicerus 43 a . —

wetzkumpf

DWB

wetz·kumpf

wetzkumpf , m. , wie -kitze ( s. o. ): am montag früh nahm der Egyd die sense über die achsel, den wetzkumpf an die lenden und stieg der alm…