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wolle

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wolle f.

Bd. 30, Sp. 1317
wolle, f. , lana, lanugo. II. zur form. wolle ist ein gemeingermanisches wort idg. ursprungs. mhd. wolle; ahd. wolla; mnd. wulle; mnl. wolle, wulle; nnl. wol; afries. wolle, vlle (graphische vereinfachung von wulle? van Helten aofries. gr. § 84, doch vgl. nfries. ule Steller afries. gr. § 27, 1 anm. 2); nfries. oll; ags. wull; engl. wool; got. wulla; an. ull; n. uld; schwed. ull; norweg. ull; germ. *wullô entspricht idg. *n (nach andern elən). auf diese grundform sind zurückzuführen skr. ūrṇ, av. varənā wolle; asl. vlъna samt den einzelslawischen formen, unter denen besonders wichtig serbokroat. vȕna; lit. vìlna 'wollfaser', plur. vìlnos 'wolle'; lett. vina 'wolle, haar von vierfüszigen tieren'; apreusz. wilna 'rock'; lat. lāna; griech. λῆνος (es-stamm nach πέκος, s. Walde in: stand und aufgaben d. sprachwissenschaft [1924] 156. — die zugehörigkeit von οὖλος 'kraus' [aus Ϝολνος?] ist dagegen zweifelhaft); mit anderer vokalstufe lat. vellus 'vlies' sowie armen. gelmn 'wolle, filz' (Hübschmann armen. studien 1, 24), vielleicht auch in ags. wilmod 'colus'. unklar sind die kelt. formen mir. olann, cymr. gwlan, bret. gloan, die nach Pedersen vergl. gr. d. kelt. spr. 1, 79 auf *lanā, nach Walde-Pokorny 1, 296 auf *lənā und nach alde in: stand u. aufg. 156 weiter auf *uelənā zurückgehen.idg. *n ist eine n-ableitung der wurzel *el, die grundbedeutung des wortes ist fraglich: nach Falk-Torp spracheinheit 401, Persson beitr. z. idg. wortforschung 646, Lid norsk tidsskrift f. sprogv. 7, 169 zu el 'drehen', demnach nā 'das gekräuselte' (Schade 2, 1197) oder mit Pott wurzelwb. (1859) 3, 563, Franck-van Wijk 801, Torp 835, Hellquist 21274, Walde-Pokorny 1, 297, Walde-Hofmann 1, 757 zu el 'raufen, reiszen', also 'das ausgerissene, gerupfte, gezupfte'. wolle wird im allgemeinen blosz singularisch verwendet, nur die berufssprachen verwenden es auch pl. für 'wollsorten', bzw. 'wollsendungen', vgl.: (es) werden ... die wollen ... nach dem produkt bezeichnet, zu dessen herstellung sie sich besonders eignen, z. b. wollen für schusz, wollen für kette, spinnwollen, tuchwollen Sonndorfer-Ottel technik des wollhandels4 2, 268. IIII. bedeutung. wolle ist vor allem schafwolle, das haarkleid des lebenden tieres sowie in allen stufen der verarbeitung, dann das aus kurzen weichen (in einander geringelten) haarfäden bestehende tierkleid überhaupt, ferner oberflächenbedeckung ähnlicher faserstruktur bei pflanzen, die fadenbüschel in oder an der samenkapsel, endlich auch material mineralischen ursprungs mit wollähnlicher struktur. wolle wird meist gut differenziert von borste, haar, feder und flaum. in den gloss. und wbb. steht wolle für lat. lana, lanugo, s. Graff 1, 794 f.; gemma gemmarum (1508) o 3a; Alberus dict. (1540) Cc 4b; Calepinus XI ling. (1598) 790b und neuere wbb. II@AA. die wellig geringelte feine haarbekleidung des tierfelles: (die natur hat) den thieren ... auff vilerley weise bedeckung geben ... als ... lang zottecht haar, federen ..., woll Heyden Plinius (1565) 2. II@A@11) am häufigsten prägnant für schafwolle: 'wolle nennt man im weitläuftigen verstande alle kurze, feine, und auch zum theil krause haare der thiere, im engeren verstande aber nur die haare der schafe' Jacobsson 4, 669b; so will ich ein fell mit der wollen auf die tenne legen (hoc vellus lanae) richter 6, 37; der gleichen ein schaff wolt lieber dornen denn wollen tragen Luther 41, 308 W.; hammel mit schwartzer woll bedeckt Schaidenreiszer Odyssea (1537) 39a; apicae oves (sind) kleine schaf mit wenig wollen, quae ventrem lana nudum habent Er. Alberus dict. (1540) x 3b; Mone anzeiger 6, 346; hircus agnus (ist) ein gefotzet schaaff, ðas lange und rauhe wollen tregt Frisius dict. (1556) 64b s. v. agnus; die schaaffe (der Mongolen) haben ... schönere wolle als die in Europa Olearius orient. reisebeschr. (1696) 47; das schöne weisze schaf hier mit krauser wolle Chr. v. Schmid ges. schr. (1856) 1, 86; wie ein schaf in allem vollen mit schön zarter, schneeweiszer wollen seinem hirten in wald enttran Hans Sachs 9, 210 K. in der redensart eyn wollff unter der wollen (wolf im schafpelz) Luther 10, 1, 1, 408 W. vgl. auch: diese hungerigen wölfe müssen die wolle (die schafe) gerochen haben Petrasch s. lustsp. (1765) 2, 103. über geschorene, verarbeitete wolle und wolle im sprichwort s. u. B und C. II@A@22) es wird aber auch das haarkleid anderer domestizierter tiere einfach wolle genannt, z. b. das der ziegen, kamele u. a., besonders in berufssprachen. wolle nennen bürstenmacher u. a. z. b. die wolligten haare, die sich an den wurzelenden der schweinsborsten befinden, s. Jacobsson 4, 670b: man hab an dem ort ausz dem erdtrich gegraben ein sauw, die was halber mit wuollen bedeckt Seb. Münster cosmogr. (1550) 192; vom haarkleid des pudels: ein ... mann, ... der ... die pudel scheert, deren wolle er ... an tapezirer verkauft Gutzkow d. ritter vom geiste (1850) 4, 120. meist determiniert durch compp. oder attribut, z. b. geizwolle lana sucida, ahd. gl. 3, 489, 23 St.-S. kemmelwolle 'kamelhaar' mhd. wb. 3, 803. II@A@33) vom wildtier, ebenfalls schon mhd.: des wolfes woll kreucht voller würm Konrad v. Megenberg buch d. natur 147, 18 Pf. besonders in der jägerspr.: 'in der weidmannssprache heiszt ... das wollhaar (des fuchses) wolle' Brehm tierleben 2, 175 P.-L.; 'wolle nennt der jäger die kurzen winterhaare des roth-, dam-, elen-, schwarz- und rehwildes, welche diese thierarten hauptsächlich gegen die kälte schützen' Behlen forst- u. jagdkde (1840) 6, 488. wolle heiszt auch 'die ganze behaarung an hasen und kaninchen' ebda: der haase hat woll und keine haare J. A. v. Friedenberg abh. von d. in Schlesien übl. rechten (1741) 2, 25; Heppe lehrprinz (1751) 17; Hartig lehrbuch 1, 47. II@A@44) auch die flaumfedern der vögel nennt der jäger wolle: Illiger mammalia et aves (1811) 53; 'wolle wird benennt die pflaumfederlein des jungen geflügelwerks, ehe dasselbe noch recht gefiederig und da heiszet es: das geflüg ist noch in der wolle' Heppe wohlred. jäger (1763) 339a. II@A@55) vom krausen, filzigen negerhaar gesagt: das haar (der Hottentotten und Kaffern) ist die mitte zwischen der wolle der neger und dem haar andrer völker Herder 13, 231 S.; ihre physiognomie war nur negerähnlich ..., das haar zwar kraus, aber keine wolle Ritter erdkde (1822) 1, 538. auch das weiche flaumhaar des sprossenden bartes wird zuweilen wolle genannt: wie konnte ein jüngling ..., um dessen kinn noch zweideutige wolle hing, liebeserklärungen thun? Hölty ged. 217 H.; die feine wolle sproszt um die wange Göthe I 49, 100 W. verächtlich oder in bildlicher sprache vom menschenhaar überhaupt: wenn die nonnen alle haare, welche vor die ihrigen ausgegeben werden, gezeuget hätten, so müsten sie ... so fruchtbar sein, dasz man ihnen alle 4 wochen die wolle abnehmen könte Phil. v. Sinold d. curieuse caffehausz (1698) 29. vgl. auch die nd. redensart einander in der wulle wesen, sich zausen, streiten Schiller-Lübben 5, 785; ähnlich dan hob i amal sei wolln ausgekemmt (habe ihn bei den haaren gezaust) Ruckert unterfränk. ma. 197. II@A@66) pflanzenhaar, lanugo: 'eine art der haarbekleidung aus langen, weichen, mehr oder weniger gebogenen, zwar dicht gedrängt stehenden, aber doch nur locker aufeinander liegenden und noch einzeln unterscheidbaren haaren bestehend' Bischoff wb. d. beschr. bot. (1839) 112; 'eine lange, dichte bekleidung der pflanzenflächen mit etwas krausen haaren, die einen filz bilden, wenn sie dicht anliegen' Behlen a. a. o.: an den wurtzlen des gemeinen hüfflattichs wechset ein weisze wollen Bock kreutterbuch 150. 'wolle der weidenbäume, eine weisze, subtile, fäserichte materie, die sich im frühjahre an den ästen und zweigen der weidenbäume findet und einer zarten baumwolle sehr ähnlich ist' Jacobsson 4, 670b: weidenbeume die hauwt man abe vor der zeit, ehe sie die wullen ausstossen Thurneysser magna alchymia (1583) 52. der baum ist in der wolle sagt man vom treibenden weidenbaum im frühjahr, bevor er blätter entwickelt; auch von der rebe: der gröszte theil der reben (ist) heuer schon in der wolle erfroren Uhland an Laszberg, briefw. 3, 69. eine winzerregel sagt: erfrieren die reben in der wollen, dann trinkt den wein man aus den bollen (humpen) Binder sprichwörterschatz (1873) 158. kätzchen der haselstaude, s. Diefenbach gl. 311c s. v. julus. die faserbildung an manchen früchten und in der samenkapsel, pappus. 'wolle, laine ... das rauche an früchten, coton' Frisch nouv. dict. (1730) 677: die woll von wolligen früchten Sebiz feldbau (1579) 76; nim hagebutzen ..., thue die steinlin unnd wollen inwendig herausz Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 53; nim der weiszen wollen, die in den cardobenedicten disteln ... ist, wenn sie zeittig seind ebda 1, 122; ein grawe wullen, die auff etlichen bluomen wachszt und laszt sich abblaasen Frisius dict. (1556) 944a s. v. pappus; Calepinus XI ling. (1598) 1020b; Hulsius (1618) 2, 219b; nomenclator lat.-germ. (1634) 99; die wolle am kolbe (des schilfrohrs) coma paniculae ebda 89; wolle von schilfkeulen G. Forster s. schr. (1843) 1, 187; die semiflosculi haben ... einen mit wolle geflügelten saamen Ehrhart pflanzenhist. (1753) 10, 45. vor allem die industriell verwertete faserbildung in der samenkapsel der baumwollstaude: baumwollen ... trägt frucht in grösz einer haselnusz, in welcher ... eine zarte wolle sich befindet Abr. a s. Clara etwas für alle (1711) 2, 98. hierher compp. wie baumwolle (s. o. teil 1, sp. 1196), ferner kräuterwolle, kolbenwolle, quittenwolle Kramer dict. 2 (1702) 1385c. landschaftlich wird auch das sporengewebe einzelner pilzarten wolle genannt: 'bei den bülzen das röhrige gewebe, so sich unter dem hute dieser schwämme befindet, und worinnen ihr samen enthalten ist, (heiszt) um Wienn ... die woll' Popowitsch versuch (1780) 589; die woll das poröse gewebe eines boleti Nemnich 655. als pflanzenname für königskerze, verbascum thapsus und für triticum repens, s. u. 2wolle. II@A@77) mineralische stoffe können wolle genannt werden, wenn sie wollartige struktur haben: der haarkies bricht ... in gestalt dünner krystalle, so ... untereinander liegend, dasz sie eine art wolle ... bilden Zappe mineral. handlex. (1817) 1, 436; philosophische wolle lana philosophica, zinkblumen, zinkoxyd Liebig hb. (1843) 485; Hoyer-Kreuter5 1, 857. II@BB. die geschorene, zur verarbeitung bestimmte und auch bereits zu kleidung u. ä. verarbeitete wolle. II@B@11) wolle ohne nähere bestimmung bezeichnet in alter und neuer zeit fast immer schafwolle. wolle anderen ursprungs wird, wo nicht schon durch situation oder zusammenhang der ursprung bekannt ist, durch composita oder durch attribut von (schaf-)wolle differenziert, wie geiszwolle Herold-Forer C. Gesners thierbuch (1563) 59; ziegen-, hasen-, baumwolle u. ä. schon im 8. jh. wird in den ahd. gloss. zu Gregors cura pastor. bysso übersetzt mit deru pominun uuollu ahd. gloss. 2, 221, 37 oder bombix in den Prudentius-gloss. (11. jh.) mit poumuuolla ebda 2, 451, 48; schafwolle dagegen ist gemeint in den belegen: also unsih diu uuolla ... uuider froste skirmet Notker ps. 147, 16; gewant von wollen, s. mhd. wb. 3, 802; laken van wulle pannus Diefenbach nov. gl. 278b; vgl. noch ein puschel wolle (a. 1394) Diefenbach gl. 609c s. v. vellus; ein flusz woln, een bliesch wollen, eyn bunt wllen ebda; eyn locken wullen ebda 239c s. v. floccus; ein kleid von wollen und leinen (lana linoque contextum) 5. Mos. 22, 11; Albertinus hirnschleiffer (1664) 29; ziegnpeltz war der erstn eltern kleid ..., darnach von wollen wardt gemacht die kleidung, damals gros geacht balt hernach es zur leinwand kam Gr. Wagner bei Musculus hosenteufel 4 ndr.; Christus hat ... getragen ... ein schlechtes kleid von woll Abr. a s. Clara etwas für alle (1711) 2, 305; mit tüchern aus wollen und flachs handeln M. I. Schmidt gesch. d. Dtschen (1778) 3, 110; (in den gräbern der völkerwanderungszeit fand man) stoffe teils von wolle, teils von flachs Hoops reallex. 4, 345a; vgl. auch: sie gehet mit wolle und flachs um und erbeitet gerne mit iren händen sprüche Sal. 31, 13; Hippel über d. ehe (1774) 107; ein weib, das wol und flachs von kindheit an verstehet Rachel satyr. ged. 38 ndr. wo nähere bestimmung über farbe, qualität der wolle oder art der verarbeitung u. ä. mitgeteilt wird, ist natürlich determiniert: die schrift sprichet von ime (Jacobus minor) daz her nie kleit getruc danne wollen alse si ûffe dem schâfe stunt (ungewaschene, ungebleichte wolle) Herm. v. Fritzlar in: dtsche myst. 1, 126 Pf.; wolle von braunen oder schwarzen schafen Hoops reallex. 4, 343b. durch zusammensetzung unterscheidet man lamm-, jährlings-, mutter-, widderwolle, ferner sommer-, winterwolle u. a. II@B@22) die verarbeitung der wolle teilt sich in die schäferliche und handwerkliche sphäre; erstere ist die ältere schicht, ihr gehören auch die meisten redensartlichen und sprichwörtlichen wendungen mit wolle an (s. u.C und D). II@B@2@aa) wolle wird gerauft oder geschoren. α) woll plücken lanam carpere Orsäus nomenclator methodicus (1623) 254; wollen rauffen sverre la lana Kramer dict. 2 (1702) 265a. hierher rupfwolle ebda 2, 1385c. sodann een roef wollen Diefenbach gl. 609c s. v. vellus; ursprünglich wurde die wolle ausgerauft, die schere kennt man in Nordeuropa ... seit der mittleren La Tènezeit Ebert reallex. 13, 267. wolle ausraufen, rupfen auch bildlich für 'jemanden berauben, ausplündern', s. Hans Sachs 6, 373 K. β) wolle scheren, abnehmen tondere, demere, s. Steinbach 2, 1018: (der widder sagt zum hirten:) ir söllen mir abscheren alle myne wollen Steinhöwel Äsop 233 Ö.; abgeschorne wolle lana detonsa nomenclator lat.-germ. (1634) 370; den schafen die wolle ... abschären levare, tondere Kramer dict. 2 (1702) 1385c, abnehmen allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 88. hierher compp. wie einschur-, zweischurwolle. bildlich für 'jem. berauben, ausnützen', vgl.: er (der papst) enruochet, wer diu schâf beschirt, daz eht im diu wolle wirt Freidank 153, 11 B. u. anm.; (eine frau rät der andern:) schir im (dem liebhaber) die woll aber bas, das gibt dir sicher fräden vil liederb. d. Hätzlerin 231, 106 H.; das ich ... die schäfflin basz bescher und in abziech erst gar die woll Gengenbach 158 G. II@B@2@bb) wolle reinigen, zurichten u. ä. wolle czeisen carpere Diefenbach ml.-hd.-böhm. wb. 61; nov. gl. 77a s. v. carpinare; wolle schraeden taminare Diefenbach nov. gl. 358a; die wollen streichen oder seuberen pectere et purgare Calepinus XI ling. (1598) 204ab s. vv. carmino, caro; wolle waschen, säubern, butzen, zausen Kramer dict. 2 (1702) 1385c: (Minerva zeigte,) wie die woll nach dem wäschen und erlesen mit den kammen gelütert werden söllte Steinhöwel de cl. mul. 39 Dr.; (ihr mann) sy zuo keinerley guot daucht dann die wolle ze scheiden Arigo decam. 176, 36 K.; sieh nur deine schwester Lotte dort, wie hübsch ordentlich die da sitzt und wolle zertheilt maler Müller schaafschur in: w. (1811) 1, 230; (die königin befahl Aetius) in ihrer frauenstube wolle zu zeisen br. Grimm dtsche sagen (1891) 2, 27; ins landarmenhaus schickt er uns, um wolle zu zupfen Fontane I 5, 161. wolle schlagen, klopfen, kämmen: dô was ein armer man in der stat, der kunde wollen slahen Herm. v. Fritzlar in: dtsche myst. 1, 226 Pf.; woll klopffen Hulsius (1618) 2, 56a; woll kemmen, kardetschen ebda 2, 292b; wolle ... streichen ..., hecheln scardare, spinazzare Kramer dict. 2 (1702) 1385c; wollen schlagen battere ebda 540c; (Eulenspiegel) schluoge die woll, daz sy uber daz husz stob Eulenspiegel (1515) 80 ndr.; wolle krämpeln, kratzen: gekrämpelte wolle Fr. M. Klinger w. (1809) 7, 161; die hand, die einmal wolle kratzte Alexis Roland (1840) 1, 95. wolle spinnen, weben, wirken u. ä. mhd.: der wollen man ir varwe gap, do man sie span unde wap passional 83, 1 K.; si span mit ir selbs hant von der wolle schones gewant Heinrich v. Neustadt Apollonius 13329 S.; die herren, ritter, knechte ... sie tragen auch die wollen, die man weschet unde schirt, da nu riche wat uz wirt könig vom Odenwald 6, 20 Schr. hier in der 'rede von dem schafe' in der folge noch die verba zeisen, verwen, kemmen, spinnen, haspeln, winden, weben, walken, smiren, karten, strîchen, an die ram spannen: 6, 23 ff. nhd.: er (Herkules) span die wollen von der kunkel Steinhöwel de cl. mul. 83 Dr.; sie soll wolle spinnen Zimmermann über d. einsamkeit 1, 312; Schiller 14, 284 G.; wullen wäben contexere uillos ovium Frisius (1556) 1381a: so hat Minerva gefunden die wollen zu geprauchen und zu weben Albr. v. Eyb dtsche schr. 1, 70 H.; item welcher wurkhte barchant von staub, kartwoll oder kernwoll oder sonst böse woll quelle (a. 1638) bei Birlinger schwäb.-augsb. wb. 434b. wolle färben tignere, colorare Kramer dict. 2 (1702) 1385c; die wolle nimmt die farbe nicht an, wenn sie nicht öfters ein getaucht wird lana colorem non perbibit Steinbach (1734) 2, 1018: die woll haben die Lydi ... zum ersten geferbt Eppendorf Plinius (1543) 35. redensartlich in der wolle gefärbt (nicht im stück) für echt, dauerhaft: ein ... schalck, so in de wolle gefaruet quelle bei Schiller-Lübben 5, 785; vgl. auch brem. wb. 5, 12; Brendicke Berliner wortschatz 194a: so seind menschen, heiszent lasterliche menschen, und sein die, die in der wollen geferbet seind. es sol gar kostlich sein, wenn man wollen ferbt und thuch darusz macht. also seind etliche menschen in der wollen geferbet worden in der leckery und bübery ufferzogen Geiler v. Keisersberg brösamlin (1517) 2, 69b; was in der wolle gefärbt ist, behält alle zeit seine farbe K. Rother d. schles. sprichw. 134; diesen in der wolle gefärbten republikanern nahm ihre politische theorie fast den charakter eines religöisen glaubensbekenntnisses an Mommsen m. gesch. 3 (41866) 395. II@B@33) geschorene wolle als wert- und handelsartikel: (dem priester gebühren) die erstlichen ding der frucht des weins und des öls und ein teil der wollen von der scherunge der schaff (vulg.: lanarum partem ex ovium tonsione) 5. Mos. 18, 4 erste dtsche bibel; dazu hat auch Damascus bey dir geholet deine erbeit ... umb starcken wein und köstliche wolle Ezech. 27, 18; Mesa ... zinset ... wullen von hunderttausend lämbern 4.n. 3, 4 Zürcherbibel (ebenso Luther); erstlich ... ordnen wir, das ein gemeiner freier kauff und verkauff der wollen ... einem yeden ... gestatt werde Wirtemb. newe landsordnung (1536) j 4a; es ist aber ... die Alte Marck mit ... gaben gottes gezieret ... botter, kese, wolle, honig Chr. Entzelt altmärk. chr. (1579) 53 B.; ausz Hispania bringt man in Galliam allerley seyden ..., auch wullen Stumpf Schweizerchron. (1606) 12b; nunmehr schiffen die Pommern ihre wolle inn fremde länder Micraelius altes Pommerland (1640) 6, 603; England kan seine wolle im lande nicht beherbergen Chr. Weise polit. redner (1677) 156; holländische leinwand, spanische wolle, persische ... seide F. Th. v. Schubert verm. schr. (1823) 3, 50; böhmische wolle Jacobsson 4, 670b. mit gewichtangabe: ein stein wolle twenty pound weight of wool Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 2527; ein sack wolle, in England 364 pfund, in Schottland 384 pfand ebda; item haben wir 60 m entpfangen vor 180 steyne wolle Marienb. treszlerb. 331 Joach.; 20 stein wollen theatr. diabol. (1569) 152a; als er ... etliche centner wollen einkaufft, befand er ... (16. jh.) B. Hertzog schiltwache b 5. II@B@44) mit wolle wird die gesponnene wolle, das wollgarn bezeichnet sowie die wollwebe, der wollstoff, das wollkleid: zahlreiche mütter kauften sich wolle und strickten ... kriegssocken G. Freytag ges. w. 4 (1887) 372; zu ihren füszen standen körbchen mit bunter wolle und seide G. Keller ges. w. (1889) 6, 58. wollstoff: anders erscheint cochenille auf leinwand, anders auf wolle, anders auf seide Göthe I 45, 295 W.; (sie) sammelt im reinlich geglätteten schrein die schimmernde wolle, den schneeigten lein Schiller 11, 309 G.; er (der leichnam) wird ... in wolle gekleidet Archenholz England u. Italien (1785) I 1, 247; als du saumnachschleppend gingest, stattlich in gestickter wolle Platen w. 1, 585 Hempel. wolle (wollkleid) als zeichen der niedrigkeit, der trauer: er hat ... als ein mönch barfusz und in wolle sein brot gebettelt br. Grimm dtsche sagen (1891) 2, 195; leider war der hof in tiefer trauer oder, wie der höfische ausdruck lautet, 'in der wolle' E. Suesz erinn. (1916) 387; mir geziemt nur düstre wolle, thränentuch und witwenschleier Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 257. II@B@55) die weisze farbe, die dichte, die weichheit der (unverarbeiteten oder verarbeiteten) wolle dienen häufig zum vergleich, z. b. nach ps. 147, 16 (qui dat nivem sicut lanam): er (gott) gibet schnee, wie weise woll Hans Sachs 18, 548 K.-G.; er gibt schnee gleich der wollen weisz A. Pankratius bei Fischer-Tümpel evang. kirchenl. 1, 117; sein har war weis, wie weisse wolle offenb. Joh. 1, 14; Daniel 7, 9; wenn ewre sünde blutroht wäre, so ihr euch bekehret, so soll sie schneeweisz werden wie wolle Jac. Böhme beschreibung der drei prinzipien (1682) 388 (nach Jes. 1, 18 si fuerint peccata vestra ... quasi vermiculus, velut lana alba erunt, wo Luther kurz übersetzt: so sol sie doch wie wolle werden); Spee güld. tugendb. (1649) 189. auch frei auszerhalb der bibelsprache: nicht schnee noch wolle hält bestand für ihrer hände silberblikken Stieler geharnschte Venus 73 ndr. die weichheit der wolle dient zum vergleich: die lippen seind sanfter als wolle zu küssen Zesen vermehrter Helikon (1656) 2, 129. II@CC. in redensarten und bildlichen wendungen. II@C@11) dem schaf in die wolle greifen, es fassen und festhalten, in übertragenem sinne jemandem in die wolle greifen, ihm scharf zusetzen: das heyst dem bapste yn die wolle gegriffen Luther 34, 2, 312 W.; 10, 2, 279; es gefiel mir wol, dasz du ynen (den bischöfen) so weydlich in die wollen griffest kampf d. schwärmer gegen Luther 3, 44 ndr.; hat er angefangen, dem alten herrn mehr und gröber in die wollen zu greifen, dann er im haimlich vil gelts entwert (vor 1566) Zimmer. chron. 2, 121 Barack; auch bei abstraktem subjekt: wo das heilig evangelium dem alten Adam nicht gewaltiglich in die wolle greifft, do ist es noch nicht in das hertz kommen Jac. Strausz das wucher geben u. nemen (1524) e 4b; ding, die den keyserlichen rechten hart in die woll greiffen Lehman floril. polit. (1662) 2, 582. seltener auf, an die wolle greifen: im widrigen fall aber ... er dieses landes öffentlicher feind sein und ihnen rechtschaffen auff die wolle greiffen werde J. Hoppe gesch. d. ersten schwed.-poln. krieges (1887) 52. obszön: wenn ich ... ihr (im brautbett) weidlich auff die wolle greiffen kan engl. com. u. trag. (1624) z 3b; weiber sind schaafsart, sie lassen ihnen gern an die wollen greiffen Lehman a. a. o. 3, 483. variiert sich gegenseitig in die wolle fallen: W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 25. sich in der wolle haben: als die beiden sich in der wolle hatten quelle v. 1926. II@C@22) wolle lassen, vom schaf gesagt, auch vom gejagten wildtier, sodann metaphorisch für 'gezaust werden, verlust erleiden': kommt! der (in die herden eingebrochene wolf) soll davon zu sagen haben, wie viel wolle er lassen musz! Tieck schr. (1828) 5, 312. in gleichem sinne haare, federn lassen, s. o. teil 4, 2, sp. 17. II@C@33) in die wolle kommen, vom schaf gesagt, das bald geschoren werden kann, übertragen 'zu geld, vermögen kommen', s. Schütz holstein. idiot. (1800) 4, 379. ähnlich in der wolle stecken, sitzen, sein u. ä., in guten vermögensumständen sein: sie stecken alle in der wolle. siehst du den, der dort ... sitzet? der hat ... seine achtzig tausend! Heinse s. w. 2, 79 Sch.; er hat ... glück gehabt und sitzt ... in der wolle oder, wie manche sagen, in einer guten assiette Fontane ges. w. (1905) II 2, 33; ich befinde mich jetzt so recht in der wolle Heine s. w. 3, 177 E.; nu bin ick in der wulle habe zu leben Strodtmann Osnabr. (1756) 294. in der wule siten wohlhabend sein Bauer-Collitz 115a; he sittet recht warm in der wulle Woeste westfäl. 329b; Schambach Götting. 306b; Jecht Mansfeld 125a; vgl. noch Kindleben studentenlex. 218; Fr. Kluge dtsche studentenspr. (1895) 135a; Brendicke Berliner wortschatz 194; Binder 216. andern ursprung hat die redensart in der wolle sein für 'zornig sein' K. Rother schles. sprichw. 269b, eine metapher vom treibenden, ausschlagenden baum (s. o. II A 6), vgl. in saft gehen u. ä. II@C@44) von guter wolle, bildlich für 'tüchtig, wertvoll': dieser mönch ... war nicht von der besten wollen (taugte wenig) Grunau preusz. chron. 1, 433 Perlbach. II@DD. im sprichwort. die schäferliche sphäre überwiegt die handwerkliche. II@D@11) es ist ein faul schaff, das seine wolle nicht ertragen kan Friedrich Wilhelm sprichw.-reg. (1577) c 1b; das schaaff tragt im selbst kein wolle nemo sibi nascitur Tappius adag. cent. septem (1545) h 2a; Eyering prov. copia (1601) 2, 81; wer das schaf hat, dem gehört auch die wolle Binder sprichwörtersch. (1873) 169; ein gut schaff tregt gute wolle Petri d. Teutschen weiszheit (1605) 2, v 5a; wenn zwey böck mit einander stutzen, so lieszt der dritt die woll auff Lehman a. a. o. 2, 930. viel geschrey, wenig woll S. Franck sprichw. (1545) 1, 74b; vil geschrey und wenig woll, sprach jhener schäffer, da schare er ein saw klugreden (1548) 167a; Hans Sachs 22, 82 K.-G.; Cuspinianus fama mundi (1620) 3, b 4b; Binder sprichwörtersch. (1873) 71; grosz geschrey und wenig wolle, grosze worte und nichts darhinder Kern sprichw. (1718) 30; Kirchhof wendunmuth 2, 396 lit. ver.; je mehr geschrei, je minder woll Moscherosch ges. (1650) 1, 7. ebenso holländisch, englisch, italienisch, s. Wander 1, 1601, wo weitere belege. ähnlich: die schaf treiben nit vil wesens, haben aber vil woll S. Franck sprichw. (1541) 1, 116a; gibst für, du sigst der tugent voll, es ist grosz gschrey und lützel woll, ein ander geist dir wonet by schweiz. schausp. 2, 141 B. weitere sprichwörtliche redensarten aus der schäferlichen sphäre: ein dummes schaf, das seine wolle freiwillig dem scheerer gibt Binder sprichwörtersch. (1873) 169; wann man mit der wollen zahlen kan, soll man das fell sparen Lehman a. a. o. 1, 282; besser die woln verloren denn das schaffe Fischart v. S. Dom. artl. leben 159 K.; mancher verschenckt die woll unnd hat das schaff nicht Petri weiszh. 2, N n 6; wo wolle ist, musz man scheeren Binder sprichwörtersch. (1873) 216; mancher geht nach wolle aus und kommt geschoren selbst nach haus ebda; Bastel v. d. Sohle Harnisch aus Fleckenland (1648) 82; Tieck schr. (1828) 9, 144; beschorniu schâf sint nirgen wert, dâ man guoter wollen gert Freidank 153, 14 B. der handwerkersphäre näher stehen redensarten wie har under woll schlagen eine falle richten, listig sein S. Franck sprichw. (1545) 1, 27b; Hans Sachs 8, 277 K. vgl. hierzu as ist haar undar dar wolla es ist nicht ganz sauber Bühler Davos 1, nachtr. 328; man hat dabei keine wolle gesponnen, keinen vorteil dabei gehabt Hübner zeitungslex.31 4, 973a; böse wolle läszt sich nicht färben Lehman a. a. o. 1, 115.
27295 Zeichen · 753 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wollest. F. (ō)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    wolle , st. F. (ō) Vw.: s. wulle

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WOLLEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    WOLLE swf. wolle. ahd. wolla Graff 1, 795. vgl. ich wille. wulle Kulm. r. 5,72. lana voc. o. 13,2. eria sumerl. 62,3. — …

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wolleF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wolle , F. Vw.: s. wulle L.: Lü 592a (wolle)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wolle

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Wolle , plur. car. ein Collectivum und Materiale, feine kurze Fäden zu bezeichnen, besonders, wenn sie kraus und in …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wolle

    Goethe-Wörterbuch

    Wolle [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wolle

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Wolle , nennt man vorzugsweise die Haare der Schafe; die einzelnen Büschel heißen Stapel, das abgeschorne, noch zusammen…

  7. modern
    Dialekt
    wolle

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    wolle Band 15, Spalte 1350 wolle 15,1350

  8. Sprichwörter
    Wolle

    Wander (Sprichwörter)

    Wolle 1. Aus grober Wolle wird nie ein feines Tuch. – Nordböhmisches Volksblatt, 1876, Nr. 37, S. 6. 2. Besser die Wolle…

  9. Spezial
    Wolle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wol|le f. (-) 1 lana (lanes) f. 2 (Wollstoff) lana f. , tesciü de lana m. ▬ feine Wolle lana tajina f. ; Wolle durchkämm…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wolle

179 Bildungen · 135 Erstglied · 44 Zweitglied · 0 Ableitungen

wolle‑ als Erstglied (30 von 135)

wolleben

KöblerMhd

woll·eben

wolleben , st. N. nhd. „Wohlleben“ Q.: HMBvT, Lucid (1190-1195) E.: s. wol (2), leben (3) W.: nhd. (ält.) Wohlleben, N., „Wohlleben“, angene…

wollebetac

KöblerMhd

wol·lebetac

wollebetac , st. M. nhd. Wohlleben E.: s. wol, leben, tac W.: nhd. DW- L.: Hennig (wollebetac)

wollebic

KöblerMhd

wolle·bic

wollebic , Adj. nhd. „wohllebig“, wohllebend Q.: Brun (1275-1276) (FB wollëbic) E.: s. wol (2), lebic W.: nhd. (ält.) wohllebig, Adj., „wohl…

wolleboge

KöblerMhd

wolle·boge

wolleboge , sw. M. nhd. „Wollebogen“, Wollbogen, Bogen der Wollschläger, Werkzeug zum Auflockern der Wolle ÜG.: lat. fullo Gl, Voc Hw.: s. w…

wolleins

MeckWB

woll·eins

wolleins , wollins wie wollihr: dat hebt dei Lür wolleins löwt Ratz. Bilder 1, 97; verkürzt: wo dat wollins taugahn is in uns' Heimatland 11…

wolleinwieger

DWB

woll·einwieger

wolleinwieger , m. : uswendig der messe sail nimand underkauff nemen dan die funff wollinwiger ( a. 1373) Frankf. amtsurk. 303 B. —

wollekerl

DWB

wolle·kerl

wollekerl , m. , name einer kinderscheuche zu Hemer: de wullekœrl kritt di! Woeste westf. 329 b .

wolleklē

KöblerMhd

wolle·klē

wolleklē , st. M., st. N. nhd. „Wollklee“, Königskerze ÜG.: lat. thapsus barbatus Gl Q.: Gl (13. Jh.) E.: s. wolle, klē W.: nhd. (ält.) Woll…

wollemangære

KöblerMhd

wolle·mangære

wollemangære , st. M. nhd. Wollhändler ÜG.: lat. lanarius Gl Hw.: s. wollenmangære Q.: Ksk (FB wollemenger), Gl (12. Jh.) I.: Lüs. lat. lana…

Wollenbock

SHW

Wollen-bock Band 6, Spalte 649-650

Wollengarn

SHW

Wollen-garn Band 6, Spalte 649-650

Wollenzeug

SHW

Wollen-zeug Band 6, Spalte 649-650

wollen1

PfWB

wollen 1 unregelm.: 'die Absicht, den Wunsch haben, etwas bestimmtes zu tun oder zu bekommen', wolle (wolə, wǫle) [verbr. NPf MPf nördl. VPf…

wollen2

PfWB

wollen 2 schw. : ' Knospen ansetzen ', von den Rebstöcken. Die Wingert wollen [ LA-Edk ]; Abl. zu Wolle 3.

wollen3

PfWB

wollen 3 Adj. : ' aus Wolle bestehend ', wolle [verbr., Christmann Kaulb 48 Lambert Penns 180], welle [ ZW-Gr'bundb ], wille [mancherorts SO…

Wollen (Adj.)

Wander

Wollen (Adj.) 1. Er ist nicht wollen und nicht seiden. – Eiselein, 649. 2. Halb wollen und halbhären wie der Juden Grama. (?)

wolle als Zweitglied (30 von 44)

bauerwolle

DWB

bauer·wolle

bauerwolle , f. welche die bauern selbst scheren, im gegensatz zur sorgfältiger behandelten schäferwolle.

baumwolle

DWB

baum·wolle

baumwolle , f. lana arborea, erioxylon, gossipium, bei Dasypodius 88 b . 301 c bauwol, wie noch heute alemannisch bawele, bauwele, bei Stald…

boumwolle

Lexer

boum·wolle

boum-wolle swf. BMZ baumwolle Er. Otn. 498. Bph. 700. Altsw. 52,15. Mgb. 392, 26 ; bounwolle, bônwolle Birl. al. 100. bômwol Schiltb. 100. b…

bōmwolle

KöblerMnd

bōmwolle , F. Vw.: s. bōmwulle

Eselswolle

Wander

esel·swolle

Eselswolle Von Eselswolle einen schatten machen. – Franck, II, 90 a .

fruchtwolle

DWB

frucht·wolle

fruchtwolle , f. die wollige umhüllung der samenkörner mancher pflanzen ( z. b. der weide ), pappus.

Gärberwolle

Adelung

gaerber·wolle

Die Gärberwolle , plur. inus. diejenige Wolle, welche der Gärber von den Schaffellen ausraufet.

Geisswolle

Wander

geiss·wolle

Geisswolle Vmb die geysswoll zancken. (S. Esel 651.) – Franck, II, 101 b . Lat. : De lana caprina loqui. ( Binder I, 289; Faselius, 130; Wie…

geiʒwolle

MWB

geiʒwolle swF. ‘Ziegenwolle’ lêre si [die Schüler] denne ein argument / oder ein ander parlament, / mit dem si gar sich selber triegen / und…

goltwolle

Lexer

golt·wolle

golt-wolle f. aureum vellus haiʒt goltwoll ( ein fisch ) Mgb. 245,20.

hantwolle

Lexer

hant·wolle

hant-wolle swf. es soll keiner mêr oder minder geben von eim fleischpfunt handwollen dann 5 dn. und von zweien pfund radwollen auch 5 dn. Mo…

kemelwolle

MWB

kemel·wolle

kemelwolle swF. ‘Kamelhaar’ einer, der truc vil herte / an im ein richez gewant; / kemmelwolle ist daz genant, / davon gemachet was daz klei…

kemmelwolle

BMZ

kemmel·wolle

kemmelwolle swf. kameelwolle. kemmelwolle ist daʒ genant, dâ von gemachet was daʒ kleit Pass. K. 580,40.

kernwolle

DWB

kern·wolle

kernwolle , f. die ausgesuchte, beste wolle, vom rücken und nacken der schafe. Campe ; aber schon im 15 . jh.: von 5 pfd. gemengter wollen, …

kürsenwolle

MWB

kürsenwolle stF. grobe Wolle, die der Kürschner von Fellen abschneidet (s. WMU 2,1063): man [ sol ] wurchen guͦt lemberin gewant an [ âne ] …

lampwolle

KöblerMhd

lamp·wolle

lampwolle , st. F. nhd. Lammwolle, Schafwolle Hw.: s. mnl. lamwolle, mnd. lamwulle Q.: Urk (1293) E.: s. lamp, wolle W.: nhd. Lammwolle, F.,…

landwolle

DWB

land·wolle

landwolle , f. im lande selbst erzeugte wolle, im gegensatz zur ausländischen.

Priesterwolle

DRW

priester·wolle

Priesterwolle, f. aus der Landwirtschaft eines Priesters stammende Schafwolle [Gebot,] kuͤnftig gar keine priester- schaͤfer- und bauer-woll…

Rauchwolle

DRW

rauch·wolle

Rauchwolle, n. wie Rauchwollewerk wer der ist, der in der weberzunft ist und das ruch wulli tribt, der sol kain knecht uff dem ruchen laͧsse…

raufwolle

DWB

rauf·wolle

raufwolle , f. wolle die nicht vom schaffell abgeschoren, sondern aus demselben gerauft wird. Frisch 2, 91 c .

roufwolle

Lexer

rouf·wolle

rouf-wolle swf. BMZ ausgeraufte wolle, eine schlechtere art wolle Freiberg. 292.

schabewolle

DWB

schabe·wolle

schabewolle , f. wolle, welche die weiszgerber von den schaf- und hammelfellen schaben. Jacobsson 3, 1637 .

schafwolle

DWB

schaf·wolle

schafwolle , f. , auch schafswolle, wolle vom schafe, lana ovilla Steinbach 2, 1018 , vellus, pellus schafwoll Dief. 609 c : Aristoteles spr…

scherwolle

DWB

scher·wolle

scherwolle , f. abgeschorne wolle, was beim scheren von tuch abfällt ( vgl. scherflocke ) Karmarsch-Heeren 3 7, 594, scheerwoll, gnaphalon, …

schmierwolle

DWB

schmier·wolle

schmierwolle , f. wolle von schmierschafen. auch die kurze wolle, welche vom halse und zwischen den beinen der schafe abgeschoren wird. Jaco…