Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Walhalla
Walhalla
Walstatt f. ‘Schlachtfeld, Kampfplatz’, mhd. walstat, mnl. wal(e)stat ist eine Zusammensetzung mit dem unter Statt (s. d.) behandelten Substantiv. Das erste Kompositionsglied besteht aus im Nhd. ausgestorbenem ahd. wal m. n. (?) ‘Kampfplatz’ (um 900), mhd. wal(e) n. m. f. ‘Schlachtfeld, Kampfplatz’, auch allgemein ‘Feld, Aue’, asächs. wal ‘Tod’, aengl. wæl n. ‘die Gefallenen, Schlachtfeld, Blutbad’, anord. valr m. ‘der Tote auf dem Kampfplatz’, verwandt mit (dehnstufig) ahd. wuol ‘Niederlage, Verderben, Seuche’ (um 800), asächs. wōl ‘Seuche, Verderben’, aengl. wōl ‘Seuche, Pest’. Außergerm. lassen sich vergleichen air. fuil ‘Blut’, mir. fuili ‘blutige Wunden’, lit. vė͂les ‘geisterhafte Gestalten der Verstorbenen’. Ausgehen läßt sich von ie. *u̯ol- bzw. *u̯ōl- ‘töten, Blut(bad), Schlachtfeld’, die als Ablautformen der Wurzel ie. *u̯el- ‘reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden, Wunde’ (s. Wolle) aufgefaßt werden können. – Walküre f. ‘Kampfjungfrau, die die auf dem Schlachtfeld Gefallenen zu Odin geleitet’, also wohl ‘die die Toten Auswählende, Totenwählerin’, Gestalt der nordischen Mythologie, in die deutsche Dichtung (18. Jh.) nach anord. valkyrja aufgenommen (vgl. auch aengl. wælcyrige ‘zauberkundige Frau’). Das zweite Kompositionsglied gehört zu der unter Kür (s. d.) behandelten Wortgruppe. Walhalla f. und n. in der nordischen Mythologie ‘Aufenthaltsort der auf dem Schlachtfeld gefallenen Krieger’ (Mitte 18. Jh.), auch Walhall f. und n. (von R. Wagner bevorzugt) und vereinzelt (dem Nord. näher stehend) Valholl (1766). Sämtlich Entlehnungen von anord. Valhǫll f.; zu anord. valr m. ‘der Tote auf dem Kampfplatz’ (s. oben) und anord. hǫll f. (s. Halle). Die dt. Form Walhalla (nach Schütze 1750) mit euphonischem Endungs-a als Ausdruck der Erhabenheit wird (1842) auch Bezeichnung für das Pantheon bei Regensburg mit Marmorbüsten berühmter Deutscher.