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Wolle

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RhWB
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22 in 20 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Wolle

Bd. 9, Sp. 625
Wolle das Wort ist allg., u. zwar wǫl, wǫ·l., –o-, Rhfrk auch -ū- Sg. t. f.: 1. wie nhd.; Schof(s)-, Baum-, Half-, Kunstw.; bei der Schafschur Buckel-, Hals-, Bauch-, Lämmerw.; en Lot, Strang W. Allg.; en Grief (Griebe) W. die nach dem Scheren zusammengeschlagene, gerollte W. eines Schafes Prüm. — Wolle u. Schaf u. Scheren. Dat es e ful Schof, wat sing W. net dreht bis Maidag Winterkleider soll man nicht zu früh ablegen; man muss bis zuletzt aushalten Rip, Simm-Horn. Den os net Schäfche, wie e W. dreht wie er aussieht Prüm-Ihren. We schiert vir zent Vos (Sankt Servatius, 13. V.), dem as de W. lewer wie et Schof Prüm-Waxw. Völ Geblöəks (Geschrei, Geblär, Gedrüs) en wennig W. viel Mühe u. geringes Ergebnis Aach, Allg., — saij den Düwel (Ulespegel), duw schor hej en Ferke Klevld, Allg., — sät der Schlöəchter, du soət he ope Ferke Kemp, — sät Ülespegel, du hau (hatte) e en Kar met Verkes (Vörsch, Frösche) gelaə, du hau e e V. statt e Schoəp geschoəre Heinsb. Mannig änen gäht op W. aus un kemmt geschoren selwer ant Haus Wittl-Meerf. Schlof woll (Wortsp. zwischen W. u. wūl »wohl«), dann schere mer dich more frih! Simm-Horn. He krit de W. van siəve Ferke gar nichts Heinsb-Karken. Arnöldche, wo es di Vader? Henger (hinter) de Hecke on schiert de Schof. Wat deht he met dem Wöllche? Ströppche mache (usf., s. weiter bei Schaf) Dür. — W. spinnen. Während der Flachs beim Spinnen auf den sog. »Rechen« aufgelegt u. von dort herabgezaust u. zum Faden gedreht wird, nimmt die Spinnerin die Wolle unter den linken Arm, zieht sie von dort nach u. nach vor u. lässt den gedrehten Faden in die Spule einlaufen Simm, Allg. W. schlompen aufrupfen Rhfrk, Mosfrk. Et Herz gehr em uf wie e Pund geschlumpt W. (zu einer Art Watte verarbeitete W.) Hunsr. Er mecht en Maul wie en P. W. Merz-Haustdt, Trier-Schleidw, Bitb-Badem NWeis. W. klengele knäueln Saargeb. Wie e Wickel W. so schen vom gesunden Aussehen eines Mädchens Wend-Dörrenb. — De Woll es su rauh wie en Perdsschwanz, die es net got fir Kennerstremp Trier. Das Brot is wie W. so locker gebacken Saarbr-Herrensohr. He hät W. am Rocke ist reich uWupp. He hät W. (an de Backe) ist zornig Barm. Eim de W.vam Rocke haulen in Nahrungssorgen halten Sol. Völl Kenger (Kinder), v. Segen, et hält äwwer ok de W. vam Lif Elbf. K. ärmen nit, se freten einem bluss de W. vam Rock Wuppert-Vohwinkel. Er es us der W. sehr erregt, zornig Altk-Michelb. Den han ech ävver eis gehöreg us der W. geschott ihm die Leviten gelesen Köln. Die hant sich en de W. in den Haaren, streiten sich Düss, Birkf; he es alt en der W. im Bett Gummb-Nümbrecht; he setz (lit) (got) en der W. ist reich, — es en der W. gefärf Rip, Allg; er es gleich in der W. aufgeregt, zornig; en de W. geroden (kommen); änen en de W. brengen; sech en de W.. ärbeden, kallen Mosfrk, Allg.; sech en de W. setzen Daun-Darschd; he es em Wöllche Schleid-Üdelhv; sich en de W. krige, lige sich streiten Köln-Stdt. — 2. übertr. a. Wöllchen, Schor, der feine Flausch auf dem Stoff; wann der Rock blänkig wörd, es et W. dervan Gummb. — b. scherzh., verächtl. krauses, dichtes Kopfhaar; W. om Kopp han; du kanns der es deng W. jet scherre losse; pack en bei der W. beim Wickel; die han sich met der W. Rip, Allg.; loss der de W. hulle (schneiden) Birkf. RA.: De Kinger halen enem de W. vam Koppe Gummb. — Enen mem (beim) Wöllche nemmen (packen, schnappen, krigen) beim Schopf Rip. Ich dronk ens ger e Dröppche, ich ging ens ger erus; ich kreg de Katz mom W. on schmöss se vör dat Hus, on en dem Kasteröllche bröllt de Kalfskopp op em Für! Monsch-Witzerath. — c. Flaumfedern junger Vögel; kacke Vügel hant W. op Gummb, Neuw, Sieg, MGladb, Erk, Kemp. — d. de Rewen (Potten, Knoppen) kumme (gihn, sein) en de W., stecke noch en de W., sin aus der W. beim Anschwellen der Tragknospen Allg. in den Weinbaugeb.; de Knoppe däue durch dat Wöllche Ahr. — e. Wöllche, scherzh. Rock; et beiste W.; engen et W. usduə jmd. um sein Amt bringen; heə krit et W. a wird Soldat Aach, Eup. — f. Wöllche, Pl. -cher Flause in der Tasche, kleine wollige Teile Schleid-Dollend, Sieg-Sieglar, Köln-Stdt. — g. Wöllche drop Schimmelbelag Grevbr-Rommersk. — h. Woll krige Absolution bekommen (wie der Weber die Prüfung des abgelieferten Stückes bestand u. W. zu einer neuen Arbeit bekam) Eup-Stdt. — i. Königskerze, Verbascum thapsus Aden-Nürbg.
4373 Zeichen · 145 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wollest. F. (ō)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    wolle , st. F. (ō) Vw.: s. wulle

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WOLLEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    WOLLE swf. wolle. ahd. wolla Graff 1, 795. vgl. ich wille. wulle Kulm. r. 5,72. lana voc. o. 13,2. eria sumerl. 62,3. — …

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wolleF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wolle , F. Vw.: s. wulle L.: Lü 592a (wolle)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wolle

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Wolle , plur. car. ein Collectivum und Materiale, feine kurze Fäden zu bezeichnen, besonders, wenn sie kraus und in …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wolle

    Goethe-Wörterbuch

    Wolle [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wolle

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Wolle , nennt man vorzugsweise die Haare der Schafe; die einzelnen Büschel heißen Stapel, das abgeschorne, noch zusammen…

  7. modern
    Dialekt
    wolle

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    wolle Band 15, Spalte 1350 wolle 15,1350

  8. Sprichwörter
    Wolle

    Wander (Sprichwörter)

    Wolle 1. Aus grober Wolle wird nie ein feines Tuch. – Nordböhmisches Volksblatt, 1876, Nr. 37, S. 6. 2. Besser die Wolle…

  9. Spezial
    Wolle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wol|le f. (-) 1 lana (lanes) f. 2 (Wollstoff) lana f. , tesciü de lana m. ▬ feine Wolle lana tajina f. ; Wolle durchkämm…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wolle

179 Bildungen · 135 Erstglied · 44 Zweitglied · 0 Ableitungen

wolle‑ als Erstglied (30 von 135)

wolleben

KöblerMhd

woll·eben

wolleben , st. N. nhd. „Wohlleben“ Q.: HMBvT, Lucid (1190-1195) E.: s. wol (2), leben (3) W.: nhd. (ält.) Wohlleben, N., „Wohlleben“, angene…

wollebetac

KöblerMhd

wol·lebetac

wollebetac , st. M. nhd. Wohlleben E.: s. wol, leben, tac W.: nhd. DW- L.: Hennig (wollebetac)

wolleboge

KöblerMhd

wolle·boge

wolleboge , sw. M. nhd. „Wollebogen“, Wollbogen, Bogen der Wollschläger, Werkzeug zum Auflockern der Wolle ÜG.: lat. fullo Gl, Voc Hw.: s. w…

wolleins

MeckWB

woll·eins

wolleins , wollins wie wollihr: dat hebt dei Lür wolleins löwt Ratz. Bilder 1, 97; verkürzt: wo dat wollins taugahn is in uns' Heimatland 11…

wolleinwieger

DWB

woll·einwieger

wolleinwieger , m. : uswendig der messe sail nimand underkauff nemen dan die funff wollinwiger ( a. 1373) Frankf. amtsurk. 303 B. —

wollekerl

DWB

wolle·kerl

wollekerl , m. , name einer kinderscheuche zu Hemer: de wullekœrl kritt di! Woeste westf. 329 b .

wolleklē

KöblerMhd

wolle·klē

wolleklē , st. M., st. N. nhd. „Wollklee“, Königskerze ÜG.: lat. thapsus barbatus Gl Q.: Gl (13. Jh.) E.: s. wolle, klē W.: nhd. (ält.) Woll…

wollemangære

KöblerMhd

wolle·mangære

wollemangære , st. M. nhd. Wollhändler ÜG.: lat. lanarius Gl Hw.: s. wollenmangære Q.: Ksk (FB wollemenger), Gl (12. Jh.) I.: Lüs. lat. lana…

Wollenbock

SHW

Wollen-bock Band 6, Spalte 649-650

Wollengarn

SHW

Wollen-garn Band 6, Spalte 649-650

Wollenzeug

SHW

Wollen-zeug Band 6, Spalte 649-650

wollen1

PfWB

wollen 1 unregelm.: 'die Absicht, den Wunsch haben, etwas bestimmtes zu tun oder zu bekommen', wolle (wolə, wǫle) [verbr. NPf MPf nördl. VPf…

wollen2

PfWB

wollen 2 schw. : ' Knospen ansetzen ', von den Rebstöcken. Die Wingert wollen [ LA-Edk ]; Abl. zu Wolle 3.

wollen3

PfWB

wollen 3 Adj. : ' aus Wolle bestehend ', wolle [verbr., Christmann Kaulb 48 Lambert Penns 180], welle [ ZW-Gr'bundb ], wille [mancherorts SO…

Wollen (Adj.)

Wander

Wollen (Adj.) 1. Er ist nicht wollen und nicht seiden. – Eiselein, 649. 2. Halb wollen und halbhären wie der Juden Grama. (?)

wolle als Zweitglied (30 von 44)

bauerwolle

DWB

bauer·wolle

bauerwolle , f. welche die bauern selbst scheren, im gegensatz zur sorgfältiger behandelten schäferwolle.

baumwolle

DWB

baum·wolle

baumwolle , f. lana arborea, erioxylon, gossipium, bei Dasypodius 88 b . 301 c bauwol, wie noch heute alemannisch bawele, bauwele, bei Stald…

boumwolle

Lexer

boum·wolle

boum-wolle swf. BMZ baumwolle Er. Otn. 498. Bph. 700. Altsw. 52,15. Mgb. 392, 26 ; bounwolle, bônwolle Birl. al. 100. bômwol Schiltb. 100. b…

bōmwolle

KöblerMnd

bōmwolle , F. Vw.: s. bōmwulle

Eselswolle

Wander

esel·swolle

Eselswolle Von Eselswolle einen schatten machen. – Franck, II, 90 a .

fruchtwolle

DWB

frucht·wolle

fruchtwolle , f. die wollige umhüllung der samenkörner mancher pflanzen ( z. b. der weide ), pappus.

Gärberwolle

Adelung

gaerber·wolle

Die Gärberwolle , plur. inus. diejenige Wolle, welche der Gärber von den Schaffellen ausraufet.

Geisswolle

Wander

geiss·wolle

Geisswolle Vmb die geysswoll zancken. (S. Esel 651.) – Franck, II, 101 b . Lat. : De lana caprina loqui. ( Binder I, 289; Faselius, 130; Wie…

geiʒwolle

MWB

geiʒwolle swF. ‘Ziegenwolle’ lêre si [die Schüler] denne ein argument / oder ein ander parlament, / mit dem si gar sich selber triegen / und…

goltwolle

Lexer

golt·wolle

golt-wolle f. aureum vellus haiʒt goltwoll ( ein fisch ) Mgb. 245,20.

hantwolle

Lexer

hant·wolle

hant-wolle swf. es soll keiner mêr oder minder geben von eim fleischpfunt handwollen dann 5 dn. und von zweien pfund radwollen auch 5 dn. Mo…

kemmelwolle

BMZ

kemmel·wolle

kemmelwolle swf. kameelwolle. kemmelwolle ist daʒ genant, dâ von gemachet was daʒ kleit Pass. K. 580,40.

kernwolle

DWB

kern·wolle

kernwolle , f. die ausgesuchte, beste wolle, vom rücken und nacken der schafe. Campe ; aber schon im 15 . jh.: von 5 pfd. gemengter wollen, …

kürsenwolle

KöblerMhd

kürsenwolle , st. F. nhd. „Kursenwolle“, grobe Wolle die der Kürschner von Schaffellen oder Lammfellen abschneidet Q.: Urk (1283) E.: s. kür…

lampwolle

KöblerMhd

lamp·wolle

lampwolle , st. F. nhd. Lammwolle, Schafwolle Hw.: s. mnl. lamwolle, mnd. lamwulle Q.: Urk (1293) E.: s. lamp, wolle W.: nhd. Lammwolle, F.,…

landwolle

DWB

land·wolle

landwolle , f. im lande selbst erzeugte wolle, im gegensatz zur ausländischen.

Priesterwolle

DRW

priester·wolle

Priesterwolle, f. aus der Landwirtschaft eines Priesters stammende Schafwolle [Gebot,] kuͤnftig gar keine priester- schaͤfer- und bauer-woll…

Rauchwolle

DRW

rauch·wolle

Rauchwolle, n. wie Rauchwollewerk wer der ist, der in der weberzunft ist und das ruch wulli tribt, der sol kain knecht uff dem ruchen laͧsse…

raufwolle

DWB

rauf·wolle

raufwolle , f. wolle die nicht vom schaffell abgeschoren, sondern aus demselben gerauft wird. Frisch 2, 91 c .

roufwolle

Lexer

rouf·wolle

rouf-wolle swf. BMZ ausgeraufte wolle, eine schlechtere art wolle Freiberg. 292.

schabewolle

DWB

schabe·wolle

schabewolle , f. wolle, welche die weiszgerber von den schaf- und hammelfellen schaben. Jacobsson 3, 1637 .

schafwolle

DWB

schaf·wolle

schafwolle , f. , auch schafswolle, wolle vom schafe, lana ovilla Steinbach 2, 1018 , vellus, pellus schafwoll Dief. 609 c : Aristoteles spr…

scherwolle

DWB

scher·wolle

scherwolle , f. abgeschorne wolle, was beim scheren von tuch abfällt ( vgl. scherflocke ) Karmarsch-Heeren 3 7, 594, scheerwoll, gnaphalon, …

schmierwolle

DWB

schmier·wolle

schmierwolle , f. wolle von schmierschafen. auch die kurze wolle, welche vom halse und zwischen den beinen der schafe abgeschoren wird. Jaco…