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zweifach

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zweifach adj.

Bd. 32, Sp. 993
zweifach, adj. , doppelt. seit dem 15. jh. neben dem wenig älteren zwiefach (s. dort) belegt. im 15. und 16. jh. auch mit epithetischem t zweifacht, vgl. Diefenbach gl. 347a (md. 15. jh.), Frisius 1376b, J. Ayrer hist. proc. juris (1600) 499; so heute noch in alem. maa. lebendig, vgl. schweiz. id. 1, 641, Martin-Lienhart 2, 935b, Tobler Appenzell 463. 11) von doppelt auftretenden oder in doppelter menge erscheinenden sachobjekten und werten: erscheint ein toppeler oder zweifacher regenbogen, bedeuts regen Sebiz feldbau (1579) 9; das gold fast helt zweifachen werth Rollenhagen froschmeuseler (1595) n 7b; nimb gutten starcken ... zwilch ... mit einem zweyfachen faden Reutter v. Speir kriegsordnung 119; den doppelhacken gab ich zweyfache (doppelte Scholte) ladung Grimmelshausen Simplic. 234 Kögel; der ball mit dem zweyfachen ll Gueintz dt. rechtschreib. (1666) 32; zuweilen ist in einem jahr der zweifache betrag dessen, was das einkommen ertrug, ... verbraucht worden Ranke s. w. 9, 49; sie hatte ein zweifaches kinn Rosegger waldschulmeister (1934) 28. 'doppelt zusammengelegt': lege froschleich in einen zweyfachen tüchlein über H. v. Fleming t. soldat (1726) 338b; binde ihn in ein zweyfaches tüchlein und lege es in die reusen fischbüchlein 41. 22) oft weniger den zahlbegriff als eine verstärkung bezeichnend: denn was ein fromm man schenckt ohn schimpff, das bringt mit sich zweyfachen glimpff W. Spangenberg ausgew. dicht. 142 Martin; denn die siegenden Deutschen fochten mit zweyfachen hertzen, die erschrockenen Römer aber nur mit laszen händen Lohenstein Arminius (1689) 2, 286a; s hat freilich (das geschenk) zweifachen wert, kommt es zum rechten tag O. Ludwig ges. schr. 3, 166; gesteigert zur paarung zwei- und dreifach: alle unsre dienste, zwey- und dreyfach in jedem stück geleistet, blieben noch zu arm Schiller 13, 32 G.; Uli spudete sich freilich ganz wunderbar, und es schien manchmal, als ob er zwei- und dreifach sei Jer. Gotthelf Uli d. knecht (1841) 178. 33) zwei verschiedene formen, inhalte oder wirkungen zeigend; auch 'verschiedenartig': so ist nun das heilige gesetz ein zweyfacher spiegel, ein heller ... tugendspiegel, und dann ein brennender zorn- und feuerspiegel Dannhauer catechismusmilch (1657) 1, 49; ich musz hier wiederholen, ... dasz die absicht der natur ... zweyfach sey Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 107; (sie) erfüllte mit rührendem eifer ihren zweyfachen beruf: die liebe eines ... mannes zu vergelten und das herz eines ... kindes zu bilden Pfeffel pros. vers. (1810) 5, 172; thierische empfindungen haben demnach einen zweifachen grund Schiller 1, 147 G.; meine feurige beredsamkeit, die jetzt den zweifachen zweck hatte, die eigene furcht zu dämpfen und die zuhörer zu entflammen H. Steffens was ich erlebte (1840) 1, 119. ähnlich 'in zwei teile gespalten': so es (das licht) nun im schüler ist, so wird der schüler zweyfach, das ist, er redt mit ihm selbs und gibt ihm selber antwort Paracelsus op. (1616) 2, 329; dasz der mensch eine gleichsam zweifache seele hat, die da thut, was er nicht will, und will, was er nicht thut G. Forster s. schr. (1843) 7, 194. auch 'doppelzüngig, zweideutig': bruder, du gibst für du syest einfaltig, aber so vil ich ausz dir hOer, so vermerck ich, dasz du zweifach bist, nit einfaltig J. Stumpf concil zu Costenz (1541) 20b; zweifel- ò zweifache reden, zweideutige reden Kramer 2 (1702) 286b; 'nach zwei seiten hin schillernd': obgleich auch unser original überhaupt zärter ist als unsre copey, so hat es dennoch viel zu viel unbestimmtes, rohes, zweifaches, unfestes Lavater physiogn. fragm. (1775) 1, 115. 44) als adverb. zweimal, doppelt: nun war ich zuvor zweyfach am bischoff gewesen G. v. Berlichingen lebensbeschreib. 46 Bieling; ... musz alls zweyfacht bezahlen Hollonius somn. vit. hum. 95 ndr.; nimm zweifach, was einfach zu lang ist Petri d. Teutschen weiszheit (1604) 2, Q q 5b; die letzte zeile war zweifach unterstrichen Storm w. (1899) 1, 255. steigernd (s. oben 2), gerne vor adj. und part. gebraucht: wer etwas gibt, und gibts geschwind, der ist ein zweifach guter fründ Casp. Scheit Grobianus 3251 ndr.; dieser ... macht mich zweifach blind Anton Ulrich v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 1004; ich bin doppelt verwundet und mein zweifach blutendes herz bedarf des stärkenden trostes Lavater verm. schr. (1774) 2, 416; ich bin zweifach elend H. Sturz schr. (1779) 2, 240.
4453 Zeichen · 111 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zweifachadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Zweifach , adj . u. adv . zwei verschiedene Mahle genommen; auch zwiefach . Etwas zweifach zusammenlegen. Einem etwas zw…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zweifach

    Goethe-Wörterbuch

    zweifach [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zweifach

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    zweifach Band 1, Spalte 641 zweifach 1,641

  4. Sprichwörter
    Zweifach

    Wander (Sprichwörter)

    Zweifach 1. Fass zwifach, kanst's nit einfach fassen. – Franck, II, 64 b . Lat. : Rem pateris modicam et mediocri bole f…

  5. Spezial
    zweifach

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    zwei|fach I adj. 1 (doppelt) dopl (-i, -a) 2 te dui (döes) II adv. (zweimal soviel) dui iadi tan, le dopl. ▬ in zweifach…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zweifach

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von zweifach 2 Komponenten

zwei+fach

zweifach setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zweifach‑ als Erstglied (2 von 2)

zweifachen

DWB

zwei·fachen

zweifachen , vb. , verdoppeln, s. zwiefachen : vor gedachter kundschaft in schrifften gezweifacht ... fürbringen halsgerichtsordn. Carls V. …

zweifachtig

DWB

zweifach·tig

zweifachtig , -fächtig, adj., doppelt, älternhd., erweiterung von zweifach, vgl. auch zwiefachtig: ( Alexandria ) hait eyn tzweyvachtige muy…

Ableitungen von zweifach (1 von 1)

verzweifachen

DWB

verzweifachen , vb. , sporadisch belegt; verdoppeln: habe ich nicht schon ursach gnug, und mehr als euer keine, meine augen schamhafftig nie…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zweifach". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zweifach/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „zweifach". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zweifach/dwb. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zweifach". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zweifach/dwb.
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