grube,
f. ,
fovea. II.
form. I@11)
gemeingerm. wort, zu graban
gehörig: got. groba,
anord. grōf,
mengl. grōfe,
ahd. gruoba, cropa
u. ä. Graff 4, 307
f.; anzumerken ist, dasz das wort im mnd. nur vereinzelt nachzuweisen ist (
s. Schiller-Lübben 2, 157
b)
und auch in den heutigen nd. maa. weithin fehlt oder als jüngere entlehnung erscheint; ahd. herrscht noch die starke flexion; erst seit dem 11.
jh. schwache formen: dat. sg. gruopun Graff (
aus Prud. gl.); acc.
pl. groibun Diefenbach
nov. gl. 226
b (12.
jh.).
seit dem mhd. mit steigender häufigkeit schwach, bis im 16.
und noch im 17.
jh. diese flexionsweise wenigstens im süden das übergewicht hat; im 18.
jh. literarisch schnell überwunden (
von norden her)
; nur in der ersten hälfte noch häufiger, auch lexicalisch anerkannt, Aler
dict. 1, 988; ausz der gruben Elis. Charlotte v. O.
br. 3, 158
lit. ver.; auf der gruben Chr. Thomasius
gedanken u. erinnerungen 3, 2; in die gruben (
acc. sg.) Fleming
der vollkommene teutsche soldat 297; in ein gruben Tschudi
chron. helvet. 1, 209;
oberdeutsche mundarten halten die schwache flexion fest Schmeller 1, 984; Hügel 71; Fischer
schwäb. 3, 861. I@22)
einen hinweis verlangen merkwürdige, anscheinend umgelautete formen: Schmeller 1, 984
notiert als pluralform griəbm, griəmə;
das erhellt eine dunkle stelle bei Lori: ob auch hinfür etlich unser burger .. neue fänge und grieben fachen und treiben wurden .. wan dan solche grieben zu berg-grueben getrieben und gebracht werden, so sollen dieselben, die die grueben also zu berg-grueben getrieben .. haben, dieselben grueben zwey jahr .. haben und behalten
baier. bergrecht 46
b (
quelle v. 1455),
wo grieben
versuchsschürfungen zu bedeuten scheint; vgl. unten II B 5.
hierher möglicherweise auch die grieb,
ein stadtpalast in Regensburg, mit den straszennamen vor
und hinter der grieb:
in einer Regensburger urkunde von 1183
erscheint ein Udalric in der grb
cod. dipl. episc. Ratisb. 1, 263.
für das bad. Rappenau bietet Meisinger 78
den sing. kriiwe,
für Handschuhsheim Lenz 29
b kriip;
danach dürften die zahlreichen schreibungen grben, grüeben
u. ä. im älteren schwäb. (Fischer 3, 861)
nicht belanglos sein; auch nicht die (
an sich nicht durchschlagenden)
mhd. reime alem. herkunft die selben grüebe (
plur.): er hüebe
g. frau 2024; in ir grüeben: üeben, betrüeben, erhüeben Konr. v. Würzburg
klage d. kunst str. 28
Joseph; uf mines dotes grüeben (
dat. sg.): üeben Herm. v. Sachsenheim (
s. u. II B 4).
[] IIII.
bedeutung. II@AA.
zunächst und hauptsächlich eine vertiefung im erdboden. II@A@11)
der etymologie entsprechend gewöhnlich von einer künstlich hergestellten vertiefung, und zwar denkt man, zum unterschiede von graben,
zumeist an eine einigermaszen runde oder gleichseitige höhlung: bisz so lange, das czwene ... secke mit koln gluwende worden in eyner gruben Stolle
thür. chr. 205; wie sie .. gruben hacketen und die erde auszwurfen
grillenvertr. (1670) 164; das .. machet eine gruben in die erden mit seinem finger, aus dem selben gräblein entsprung ein .. brunn Prätorius
saturn. 376; (
ich gebiete dir) eine grube zu graben, von einer ell' ins gevierte Voss
Od. 189
Bernays; wäre es möglich, dasz eine grube durch und durch das erdreich gehauen würde J. Grimm
kl. schr. 4, 342; sie (
bodenuntersuchung) geschieht durch ausheben von gruben v. Alten 3, 404; da kraczet der lev ein gruoben mit seinen füssen
summerteil der heil. leben 6
d; grub dy ain saw wulet Diefenbach
nov. gl. 385
b s. v. volutare; machet er (
der hirsch), wann er rüben geniesset, gruben in die erde Göchhausen
notab. venat. 30;
in älterer sprache indessen nicht selten auch synonym mit graben: ain grub o. graben
fossa Diefenbach 244
c; statgrab
vel grube
fossatum ib.; ebenso: nachdem er 7 monat darauf gekriegt und nun 10 000 männer in der gruben verloren hatte
quellen z. gesch. der stadt Kronstadt 4, 11; alle czit sullin vride habin .. kirchin unde kirchowe unde iczlich dorf unde stat binnen siner grubin unde siner mure adir czune
Neumarkter rechtsb. 173;
von kleineren gräben, rainen u. ä. oft in alten grenzbeschreibungen, vgl. Fischer
schwäb. 3, 861;
sulcus Serranus
synon. s. v. grub; und macht um den altar her eine gruben
1. kön. 18, 32; der keyser Julius, da er .. spectackel halten wolt, lyesz er gruoben umb den platz .. aufwerfen Eppendorf
Plinius 45; ein runde gruoben umb die böum Frisius 926
b; im frühling ... grabe sie um die linde eine grube, bis zur wurtzel Ettner
u. Eiteritz
med. maulaffe 170;
dioryges ein grub mit der hand gemacht
sunt fossae manu factae in Aegypto, ad Nili aquas in agros derivandas Calepin xi
ling. 428
a; tiefe gewölbte gruben in den stätten, dadurch alle unsauberkeit ausz den heimlichen gemächern .. auszgeführt wirdt
cloacae Henisch 1760; grove
ein tiefer graben zur befriedigung einer marschfenne Schütze
holst. 2, 64; krumme grube
strasze in Königsberg Frischbier 1, 256
b. II@A@22)
gern aber auch, zumal in älterer sprache, von natürlichen vertiefungen in der erdfläche, von den umfänglichsten bis zu den kleinsten, mit verschieden gerichtetem sinn: II@A@2@aa)
abgrund, schlund: praecipitium gemma gemm. (1508) t 6
d;
barathrum .. ein grosz tief oder grundtlosz gruob Er. Alberus
dict. a 2
b;
barathrum ein grausame tieffe grub oder loch Calepin xi
ling. 154
b; mannes muot kâhes kesturtez in dia gruoba (
mersa praecipiti profundo) Notker 1, 13. diu gruobe, dar in viel der man, dâ soltu die welt merken an (
vorher: in ein abgründe tief) Rud. v. Ems
Barl. 119, 9; es thet sich das erdtrich im mitten auf dem marckt auf und gewann eyn tiefe gruoben Carbach
Livius 65
a; ein tiefe grub war im abgrund, dieselbig risz auf ihren schlund Spreng
Än. 112
a;
aber auch von flacheren vertiefungen: schlucht, thalsenke, kessel, mulde, '
ein jeder ort, der etwas tiefer ist als die andern dabei' Frisch (1741) 1, 377
c: sie gien durch teler und gruben und in die höler A. v. Eyb
dtsche schr. 1, 82; er .. fülte (
mit fluten) alle täler und gruoben, die vor im wären Tauler
serm. (1508) 65
c; so erzeiget sich der platz innerthalb mit gruoben, büchlen und verfallnen
[] mauern Stumpf
Schwytzerchr. 418
a; die hütte war in eine grube der erde gesenkt Haller
Alfred 234: an den gruben vorbei, wo ein ewiger schnee sich gelagert Körner 2, 18
H.; unter mir lag der schnee in den gruben Moltke
schr. u. denkw. 4, 11;
auf dieser linie wird das wort zum ortsnamen: dasz man gar frölich ziechen sach die von sant Gallen schnelle in die gruob mit richem schall
hist. volksl. 2, 276
Lil.; vgl. 274, 46;
sehr häufig als flurname Fischer
schwäb. 3, 862;
vgl. Staub-Tobler 2, 692;
auch von erdlöchern kleineren ausmaszes: wie oft springen sie uber einen schatten ... vermeynende, sie haben ein bach, klotz oder gruoben vor ihnen Ambach
v. zusaufen c 1
a; kein stein noch grub soll deinen fusz verhindern Weckherlin 1, 364
F.; der gottlosen weg ... hat viel gruben und anstösse Petri
d. Teutschen weish. 1, a 8
b; er tritt in die grube
sagt das volk vom hinkenden Körte
sprichw. 179. II@A@2@bb)
höhle: spelunca hulin, gruob Diefenbach
nov. gl. 345
a; hube (
l. hule) o. gruobe 332
b s. v. scrobs; eyn grosz hole
vel gruob
gloss. 607
c s. v. vastrum; grube der trachen und wurme
antrum 39
a;
antrum Frisius 102
b; ein höle, grub unter dem erdtrich
caverna Hulsius (1618) 2, 82
b;
schon mhd.: der minne gruobe, der minne hol, dar inne in vor was sô wol Heinr. v. Freiberg
Trist. 3325; ir habt es (
mein haus) gemacht ein gruob der diebe
erste dtsche bibel, Matth. 21, 13, Luther: mördergrube; die 5 kunig warn geflohen und hetten sich verborgen in die gruobe der stat Maceda
ib. Jos. 10, 16, Luther: höhle; nach mitternacht, da der wynd Aquilo entsteet und von ym ein gruob oder höly ein nammen hat Eppendorf
Plinius 5; den ring .., den er in der nacht aus der unterirdischen grube gebracht hatte Tieck
schr. 8, 72; die .. beschaffenheit .. einer grube oder eines gewölbes, welches sie (
die fledermaus) benutzen will Brehm
thierl. 1, 321
P.-L.; bildlich: und aus des elends gruben da schallt es: fluch euch buben!
br. von u. an Herwegh 272; ach, herz des menschen, grube, die viel verbirgt Herder 27, 147
S. II@A@2@cc)
hölle; schon ahd. hellagruoba Graff 4, 308; das ist der da unden ist in der gruoben, da wonet Sathanas mit sinen buoben
pilgerf. d. träum. mönchs 8975; das sy lebendig hinunder in die gruoben farend
Züricher bibel (1531)
4. Mos. 16
E (
v. 33), Luther: hölle; lass sie faren, eyn blind dem andern nach, yn die ewigen gruben Luther 10, 1, 1, 388
W.; er .. trachtet, wie er uns ubers seil werfe und in die hellische grube stürtze Dedekind
christl. ritter b 4
a,
im spiel mit der bedeutung B 3; denn diese höllische grube soll himmlische geister nicht ... in banden behalten Bodmer
samml. crit. poet. schr. 1, 41;
vgl. noch: daher er sie ... unbarmherzig zurück in die grube stürzte (
die hölle der volksbühne) Göthe 21, 114
W.; auf einer ähnlichen vorstellung scheint zu beruhen: beruoft der gnedige gott .. Abraham usz der abgötter gruob von Ur Joh. Kessler
sabbata 20;
wohl auch: sie uuurden beheftet mit uuerlt kiridon unde bediu sturzton sie in foveam mortis (in gruoba todis) Notker 2, 62 (
ps. 19, 9);
dieselbe verbindung in anderem sinne unter B 4. II@A@33)
gewisse wendungen sind zu übertragenem u. sprichwörtlichem gebrauch gediehen, besonders in die grube fallen: enti ibu daz (
sc. schaf) in gropa fallit
Mons. fragm. 4, 24
Hench (
in foveam Matth. 12, 11);
sehr gern bildlich im sinne: in noth, gefahr, verlegenheit gerathen: gleich als wo du in ain gruoben felst, got reckt dir sein hand dich herauszeziehen Berth. v. Chiemsee
teutsche theol. 306; ich unseliger bin gefallen in die gruob
Terenz [] (1499) 119
b (
in eum incidi infelix locum Phorm. 175); wer die strasz der warheit nicht .. weisz, der stürzt sich in die grub der thorheit Lehmann
florileg. pol. 2, 901; Sickingen, du wirst mit mir in die grube fallen! ich hoffte, du solltest mir heraushelfen Göthe 8, 108
W.; grade in die grube gefallen, die man vermeiden wolte Lichtenberg
br. 2, 175; das er (
gott) dich also wil verblenden, das du mit offnen augen yn die gruben fallest Eb. v. Günzburg 3, 134
ndr.; wer mit offenen augen in die grube rennt, soll die beine brechen Holtei
erz. schr. 37, 146;
umgekehrt: wer dem ochsen ausz der gruben mit händen hilft, dessen hülf ist gewisz Lehmann
florileg. polit. 1, 410; dadurch war ich im stande, sie in verwirrung zu setzen und unsere Zierlich aus der grube heraus zu ziehen Petrasch
lustsp. 2, 512; sie (
die kirche) hat alten füchs art .. sie weisz uber alle zäun und hage, uber alle gruben und graben .. gar fein zu springen Fischart
bienenk. 50
a; üben sie sich, die gruben, die der zufall ihrer eitelkeit in den weg legt, zu überspringen Pückler
briefw. und tageb. 1, 165;
hierher weiter ein vielcitiertes und abgewandeltes biblisches gleichniswort: blinter oba blintemo leitidon forgibit, beidae in gruobe uallent
Tat. 84, 7 (
Matth. 15, 14)
und ähnlich bis zu Luther;
vielfältig variiert: dem geschicht als dem gesehenden, der mit ainem blinden über feld wandelt, und vielen beyd in ain tieff gruob
buch d. beisp. 3
lit. ver.; dieses kind ist ein blinder wegweiser und stürtzet seine nachfolger in die gruben Harsdörfer
teutsch. secret. 1, C c c 1
a; wo ... der blinde den lahmen in die grube führt Fr. Schlegel 5, 218. II@BB.
sehr häufig erscheint das subst. in speciellerer verwendung; die vielfältigkeit des gebrauchs wird am deutlichsten, wenn man nach dem zweck der grube fragt. II@B@11) grube
als thierunterschlupf: grube der wilden thieren
cavernae, cubilia ferarum Henisch 1758; die fuhse habin grubin Beheim
ev. buch, Matth. 8, 20; gegen welchem theil die maulwörf, igel und murmelthier ihre gruben zustopfen Sebiz
feldbau 8; die unzähligen gruben und höhlen der erdmäuse Ritter
erdk. 2, 548; (
dieser krieg) der auch die wilden thiere sanftmuth lehrt, dasz sie sich scheu in ihre gruben bergen Schiller 13, 310
G.; thierzwinger: fone louuuon gruobo Notker
nach Graff 4, 307; grube der leuwen
spelunca leonum Diefenbach 546
a; also musten die löwen den Daniel in der gruben unverletzt lassen Cyr. Spangenberg
in theatr. diab. (1569) 287
a;
kerker: do warf man mich sarein disen charchære in dise vinster gruobe
Milst. gen. 81, 14; und hie bin ich unschuldig gelegt in die gruobe
erste dtsch. bibel 3, 180; das sie versamlet werden in ein bündlin zur gruben und verschlossen werden im kercker
Jes. 24, 22;
vgl. Jer. 3, 16; und werft in in der gfengknuss gruben H. Sachs 11, 21
K.; und wer zuerst in gruben liegt, kan bald den thron ersteigen Günther
ged. 31; der könig ... befahl den kutscher in eine grube zu werfen, die voll ottern und schlangen - gezücht war brüder Grimm
kinder- u. hausm. 2, 257;
bildlich: ausz des todes kercker oder gruben Mathesius
Sar. 73
a;
krypta: eyn grube under der kirchen Diefenbach 597
b s. v. tripta (
l. cripta)
; crypta Calepin xi
ling. 353
b;
vgl.grube, ein gemach und gewelbe unter der erden
crypta Decimator
thes. (1615)
s. v.; auch syn yn allen kirchen oder muschkeen tieffe locher oder gruoben Breidenbach
reisen (1486) 136
a;
vorrathsgrube: gruben im erdtrich, dareyn man das korn gehaltet Henisch 1758; für die keller hetten sie grben mit mist bedeckt Seb. Franck
chron. Germ. 5
a; (
wenn der feind naht) flüchte jeder in die gruben kartoffeln, kraut, gelb, weisze ruben A. v. Arnim 14, 68;
[] grube
in der nähe des hauses zur aufbewahrung von feldfrüchten über den winter Staub-Tobler 2, 692;
kartoffelgrube Weinhold
schles. 30
b;
abfallgrube: das .. ewere bronnen ferr seien von den gruben, pfitzen und lachen, da man den mist pflegt zusammlen Sebiz
feldbau 14; hat ein reichstat .. aus des hundtschlagers gruoben einen gottsacker gemacht Nas
antipap. eins u. hundert 1, 40
b; (
das fleisch) stinckt, als ob es schelmig wer oder kAem ab der gruoben her Montanus
schwankb. 438
lit. ver.; es war, als fegte man den mist aus sechsunddreiszig gruben Heine 2, 490
E.; düngergrube Weinhold
schles. 30
b;
abort: grub o. privet Diefenbach 474
c s. v. puteal; latrina Wachter 618; ist aber, daz ein man sinken wil eine grube, di da heizet heimelichkeit
urk. buch d. st. Freiberg i. S. 3, 21; die grube leeren Fischer
schwäb. 3, 861;
bildlich: mensch .. du bist ein gruben Abr. a St. Clara
etw. für alle 2, 262; obscena, sordida, humilia
etc. alles in einer grube! (
bei Klotz) Herder 3, 305
S.; (
ein witz) recht aus der stinkenden grube der tiefsten depravation gestiegen E. Th. A. Hoffmann 14, 170
Gr.; wassergrube: aequorreos lacus wazzerlichon groibun Diefenbach
nov. gl. 226
b;
lacus gloss. 316
a;
sentina stinckende grube mit wasser 527
b; ein cistern oder gruoben dareyn das rägenwasser sich samlet
compluvius lacus Frisius 271
a; und warfen ihn in die grube; aber dieselbige grube war leer und kein wasser drinnen
1. Mos. 37, 24;
bildlich: trink wasser aus deiner grube
lasz dir an deiner frau genügen spr. Sal. 5, 15; das man .. die predig schöpfe auss dem brunnen der bibel .., nit auss den gruoben, cistern und lachen newer predigbücher Eb. v. Günzburg 1, 51
ndr.; (
der vorwitz) ruft die irrenden herbei, die oft aus trägheit, oft aus unverstand aus seiner grube schöpfen grafen Stolberg 3, 14;
von wasserleitungen: die gruben unter der erden, dardurch man das wasser füert
specus, cuniculi Henisch 1757; gewelbte brunnenstuben oder eingeschloszne gruoben in den brunnenleitungen, ausz welchen die teuchel das wasser fassend Frisius 196
b;
fischgrube: wewer
vel grub Diefenbach 108
a s. v. cavea; vischwyer
vel gruob
piscina 438
a; es ist kein fisch in unser gruben (
vorher: sprich, dasz sie den fisch in der gheim in der fischgrub auf morgen bhalt!) H. Sachs 21, 257
K.-G.; da man nun die gruben aufzoch, kein grossen fisch er darinn sach A. D. Widmann
Peter Leu v. 600
Schade; spielgrube für kinder Staub-Tobler 2, 693; spielst du mit schussern, das kügelchen rollt, dreht sich zur grube Göthe 4, 46
W.; aschengrube: morgens sasz sie ganz berusset in der heiszen aschen gruben Brentano 3, 394;
vgl.gruob und ort under dem herd
cavea Henisch 1757. II@B@22) grube
in der sprache der verschiedensten gewerbe u. gewerke: schanzgrube: auf dem walle, da tiefe gruben zu verwahrung der artollerey gemachet Micrälius
Pommerland 4, 167;
baugrube: grub, darinn der baw angelegt wirdt
fundamentum Henisch 1757;
vgl.man sihet noch heut .. die gruben desselbigen hauses (
das ausgebrannt war)
buch d. liebe 273
a;
gieszgrube: was in des dammes tiefer grube die hand mit feuers hilfe baut Schiller 11, 306
G.; da brachten sie ... ihr werk in die grube Göthe 44, 61
W.; bildlich: müssen wir die form bereit halten, in die das siedende metall sich ergieszen kann, damit die blanke ... Germania aus der grube steigt Uhland
Frankf. parl. reden 4, 2879;
setzgrube für pflanzen: [] grub, grabe darein man etwas pflantzet Henisch 1757;
im weinberg die gruben, in die die grubreben (
s. d.)
gesetzt werden: waz mistes man in die grüban bedarf Fischer
schwäb. 3, 861 (
quelle v. 1361); ein alter rebstock dessen schosz man mit gruben eynleget
propago Calepin xi
ling. 1171
b; auch soll er jährlich eine gewisse anzahl (
weinstöcke) zu gruben und bogen legen zu lassen verbunden seyn Hohberg
georg. cur. 1, 19;
vgl.gruben
vb.; das gruben-einlegen und sencken (
beim baumpflanzen) 2, 413; um sie (
die eichen) in eine neue grube zu setzen Brentano 2, 66;
grube zum kohlenbrennen: er hab es (
kohlen) uff der grub oder uff dem marckt kauft Fischer
schwäb. 3, 861 (
Ulm 1505); den kolern, wann sie holz zu den grueben schleifen
ib.; wobei das holz .. in .. meilern oder in gruben verkohlt .. wird Rossmässler
d. wald 614;
kalkgrube: lacus der trog oder die grube, darinnen der kalck gelöschet wird Reyher (1668) 2, 3942; der kalch muss wenigstens ¼ jahr in der grube bleiben
allg. dtsche bibl., anh. zu 37—52, 432;
gerbgrube Karmarsch-Heeren
3 5, 331;
ein gerber musz 1000 gulden in der hand, 1000 im buch und 1000 in der grube haben Fischer
schwäb. 3, 861;
färbgrube: der knecht hatte die hälfte seines garns .. in einer grube mit eichenlaub gefärbt Möser 1, 301;
waschgrube: das treten der wäsche in der grube bei Homer Bücher
arbeit u. rhythmus 4368;
und mannigfach sonst: gruben
zum einsumpfen d. thons Muspratt
chemie 8, 388; gruben
der rost- oder brettschneider Hoyer-Kreuter 1, 314
u. a. II@B@33) grube
als fall- u. fanggrube zeigt eine reichere entwicklung: wenn die jäger ainen pern vâhen wellent, sô grabent si ain gruob Konr. v. Megenberg
buch d. natur 163; ir ardt zu fahen ist, dass man sölche (
auerochsen) in tieffe gruben stürtzt Herold-Forer
Gesners thierb. 128; als wann ihm zwölf füchse ... in die grube gefallen Zend. a Zendoriis
winternächte 565;
am verbreitetsten waren die wolfsgruben (
auch ortsname),
s. d.; '
eine art vogelfang, da man die kleine vögel in gruben
fängt' Krünitz 20, 152;
als kriegsmittel: unde machten grosse gruben an den enden, da sie wissten die fiende herquamen Wigand Gerstenberg
chron. 28; seinen feinden kan man mit .. verdeckten gruben .. incommodiren Fleming
der vollk. teutsche soldat 271.
zwei linien bildlichen gebrauches sind hervorzuheben: II@B@3@aa) sy werdent euch zuo einer gruobe und zuo eim strick
erste dtsche bibel 4, 332 (
Jos. 23, 13); das ir .. vor trunckenheit, als einer hellischen gruoben, erschrecken .. werdet Ambach
v. zusaufen d 4
a; sie (
die welt) ist .. foller bosheit, steine und gruben Butschky
Pathmos 42;
dabei kann sich der gegenständliche sinn des subst. stark verflüchtigen; gelegentlich wird es fast wie ein abstractum gebraucht: grub, hinderlist, beruckung ...
dolus, fraus, fallacia, insidiae, technae Henisch 1758; dasz einer etwas studiert, das ist dazu ... nutz, dasz man der füchsz ränck und gruben erlernt Lehmann
florileg. pol. 1, 494;
vgl. si haben mir on ursach gestellet di gruoben yrer netze Schede
psalmen 131
ndr.; eine reihe von bibelstellen haben diesen bildlichen gebrauch befördert, vor allem Jes. Sir. 27, 29: wer eine grube gräbt, der fällt selber darein;
ganz ähnlich spr. Sal. 26, 27;
pred. 10, 8;
auf sie geht das vielverwerthete sprichwort zurück: wer einem anderen eine gruben gräbt, fält gemeiniglich selbst darein Aler 1, 988
a,
das schon der mhd. zeit geläufig war: vil dikke er selbe drinne lît der dem andern grebt die gruoben
minnes. frühl. 22, 32;
vgl. Rother 4527; dann ich bin, der die gruoben getolben hat, und zuo dem ersten hineingefallen Wickram 2, 161
Bolte; auch eine reflexive fassung ist alt: Gâwein im selp die gruobe gruop: Gasozein er wider ûf huop Heinr. v.
d. Türlin
krone 12 003;
vgl. 16 827; da grabend ir unsinnigen .. euch selb ain gruob und fallen darein
reform. flugschr. 1, 112
Clemen; auf grund dieser sprichwörter entwickelte sich die des citatcharakters [] allmählich ganz entkleidete formel einem eine grube graben
im sinne '
insidias alicui struere' Stieler 689; der ... grosse haufe .. dencket und trachtet, wie man Christo eine grube grabe Mathesius
fastenpred. (1670) 28
b;
Atropos: sehen sie da den herzbuben.
Lachesis: aber die trefdame grabt eine gruben Meisl
theatr. quodl. 1, 48;
auch mit anderen verben: auch haben on ursach die buben meiner seel zugericht ein gruben H. Sachs 18, 150
K.-G.; wie er (
der teufel) solchen abergläubischen fuhrleuten .. eine grube bereite J. G. Schmidt
rockenphil. 1, 341; die tiefsinnigen gedanken unserer philosophie .., denen Leo heimliche gruben legt Gutzkow
w. 10, 148. II@B@3@bb)
einige andere bibelstellen streifen wenigstens an diese sonderbedeutung: aber, gott, du wirst sie hinunter stoszen in die tiefe grube
ps. 55, 24; lasz sie treffen ihr böse sach und stürz sie in die grub hinein Pape
bettel- u. garteteufel q 7
b; im hertzen aber dencket er, dasz er dich fell int gruben schwer H. Sachs 19, 50
K.-G. als paraphrase von Sir. 12, 16; aber sein unordentliches leben stürzte ihn in die grube Haller
Usong 93;
auf dieser linie gelegentlich der abstracten bedeutung '
verderben, untergang'
nahekommend: yhr (
der gottlosen) grube und verderben ist fürhanden Luther 19, 590
W.; öfter vermengt mit den bibelstellen unter a: wurden .. also in die grube selbst gestürtzet, die sie andern hetten zugerichtet Schütz
hist. rer. pruss. m 4
c; stürtze sie selbst in die gruben, die sie uns gegraben haben
aus einem gebet Fleming
d. vollk. teutsche soldat 297;
dieselbe spielart des sinnes auch in anderen fügungen: o, ich thor! .. so lang mich von solchem umgang entfernt gehalten haben, und im letzten jahr wie ein unsinniger in die grube laufen! Miller
br. dreier akad. freunde 430; das (
wangengrübchen) ist die grube, worein mich trieb wahnsinniges verlangen Heine 1, 50
E. II@B@44) grube
zur bestattung von toten: si folten manige grûben mit frunden unde mit mâgen
Straszb. Alex. 4753; alle greber und gruoben mit den todten cörpern erfüllet warn Hedio
chron. german. c 4
a; damit .. er .. (
die leichen) in die gemain gruoben warf Lindener
rastbüchl. 19
lit. ver.; der sarg (
Mozarts) wurde in einer allgemeinen grube beigesetzt O. Jahn
Mozart 4, 688;
dann auch im specifischen sinne des einzelgrabes; schon mhd.: (
ich) bin worden nu so alt daz ich nicht zu beytene han me wan der gruben
Hiob 6854
Karsten; uf mines dotes grüeben Herm. v. Sachsenheim
in: meister Altswert 136, 15;
erst nhd. in breiter entfaltung, aber bei literarischem gebrauch im ganzen ein wort gehobener sprache: (
du wirst) nicht zugeben, das dein heilige sehe die gruben
ps. 16, 10
var.; ähnlich ps. 49, 10; mein geist vergeht, mein herze bricht gleich denen in der grube Neukirch
ged. 103; fünf jahre sind es schon, dasz deine werten glider in ihrer grube ruhn Drollinger
ged. 112; ich fliehe und fliehe, bis sich mir eine frühe grube öffnet Hauff 3, 102; die erste starb bei dem morgengeläut, man grub ihre grube zu thaueszeit Mittler
dtsche volksl. 192: seit den tagen, wo dieser zweig alemannischen volkes sich hier festgesetzt und die erste grube gegraben G. Keller 1, 182;
auf der anderen seite aber auch mit einem vulgären klang: meinetwegen! besser sie als wir
[] in die grube maler Müller 3, 209; futter für pulver; sie füllen eine grube so gut wie bessere
Shakesp. 6, 142!
wo das wort in niederen sprachschichten erscheint, ist es wesentlich an bestimmte formeln gebunden: es müszt' mit ganz verkehrten dingen zugehen, wenn er mir nicht in die grube nachsehen könnte Anzengruber 3, 88; i füll sei gruab'n ned aus
sterbe nicht an seiner statt Hügel 71; wer bethat und wainat und wurf ma aft dö drei knöllerl in d' grue? Stelzhamer
ausgew. dicht. 1, 29;
vgl. Fischer
schwäb. 3, 862; Staub-Tobler 2, 692;
überhaupt bewegt sich das leben dieser bedeutung grösztentheils in der bahn fester wendungen, von denen einige der meistgebrauchten und entwicklungsfähigsten auf die Luthersche bibel zurückgehen: auf ihre rechnung kommt zum guten theil die breitere entfaltung der bedeutung '
grab'
im nhd. II@B@4@aa) würdet ihr meine grauen haare mit herzeleid
in die grube bringen 1. Mos. 42, 38;
vgl. 44, 29. 31;
1. kön. 2, 6; diese zeitung wird mein graues haar in die grube bringen
schausp. engl. comöd. 85
Creiz.; denk, einsamer! wenn du kinder hättest, die deine grauen haare in die grube brächten? Hippel
lebensl. 4, 651; soll denn Friederich seine grauen haare nicht können mit frieden in die grube bringen? Gleim
briefw. 1, 462;
aber auch ohne so greifbare beziehung auf die bibelstellen: ich wurt sie mit leydigen dingen so alter in die gruben bringen H. Sachs 1, 145
K.; den jähen umsturz .., der mich in meine frühe grube bringt S. v. Laroche
frl. v. Sternheim 2, 218;
von den zahlreichen sonstigen transitiven wendungen sind manche deutlich nur abwandlungen der biblischen formel: und wie dein kühner degen so manchen Saracen konnt in die grube legen Neukirch
ged. 186; wollt ihr mit gram mich in die grube senken? A. v. Arnim 20, 259; wenn nicht der schnelle tod das abgekränckte pfand noch vor der sechsten nacht der gruben zugesandt Gryphius
ged. 576
lit. ver.; wie die jungen .. ärzte .. ein paar hundert krancke in die grube schicken Mattheson
kl. generalbaszsch. 55; mit schande stöszt sie mich in die grube Iffland
theatr. w. 1, 49; als bis ihn ein frühes sterben in die dunkle grube reiszt Triller
poet. betracht. 3, 108; das gifftig aug der frauen ... wirft das kamel in die grueb
proplem. Arestotilis (1492) 19
b;
intransitiv: ich werde mit leide
hinunter fahren in die grube 1. Mos. 37, 35;
vgl. ps. 143, 7
; spr. Sal. 1, 12
; Jes. 38, 18
u. ö.; wolltest mich .. aus herzleid über dich in die grube fahren sehen? Fr.
M. Klinger 1, 435
; und ist darüber verzweifelnd in die grube gefahren Göthe IV
27, 221 W.; nicht selten auch mit zu: wi zuo'r gruoben farende leich
Schede
psalm. 100
ndr.; ob er (Napoleon) zur grube fährt, wohin er so viele vor sich her gesendet Görres 2, 467
; von den zahlreichen anderen intransitiven u. reflexiven verbindungen desselben sinnes sind manche wieder deutlich nur abwandlungen der biblischen wendungen: eh soll meine schwester ledig in die grube gehen Meisl
theatr. quodl. 1, 104
; als dasz ich .. mein graues haar mit schande bedeckt in die grube legen sollte E.
M. Arndt
schr. für u. an s. l. Deutschen 3, 192
; mein graues haupt wird
eher nicht in die grube sich neigen, als ..
Klopstock
Mess. (1780) 477;
anderen sinnes (vgl.b): als Rom zur grube neigte Laube 5, 107
; damit ich nicht mit ihm in die grube sinke Sturz
schr. 2, 7
; dasz ich hinabsteigen werde in die kalte .. grube Holtei
erz. schriften 11, 299
; auch umgekehrt: [] sollt' Helena auch selbst aus asch' und grube steigen
Weichmann
poesie d. Nieders. 1, 183;
sprichwörtlich: wer aus der grube komt, der weisz vom tod zu sagen Kramer
teutsch-ital. 1, 570
c. II@B@4@bb) auf der grube gehen
dem tode nahe sein; im älteren nhd. ungemein häufig, auch im 18.
jh. noch durchaus gebräuchlich: wiewol du täglich gast uff der gruob
N. Manuel 263
B.; je neher er auf der gruben get Luther 32, 227
W.; weil sie (
die welt) zu irem ende nahet und bereit auf der gruben gehet 34, 2, 476; im nahmen des auf der grube gehenden Augustus Lohenstein
Armin. 2, 1339
a;
variiert: wie vast wir laufen uff der gruob, schenck yn Murner
narrenbeschw. 234
ndr.; die uf's dots gruben gan Schede
psalm. 81
ndr.: ihr sehet, dass der eine fuss schon auf der grube gehet Moscherosch
ges. 1, 215; die alten auf der grube wallenden
allg. haush. lex. 2, 706
b; mein nachbar geht .. auf der grube herum Nieritz
nach Müller-Fraureuth 1, 446
a;
jüngere sprache verändert die präpositionale fügung: das hohe alter, das nun beginnt auf die gruben zu gehen Corvinus
fons 23; der auf die grube losgeht Holtei
erz. schr. 22, 275; wir .. laufen gegen unsere gruben zu Jac. Böhme 4, 64; gehen wir entgegen der grube maler Müller 1, 93;
andere wendungen derselben bedeutung: wann man sieht die schellen tragen den, der nach der grube sticht S. Brant
narrensch. 8
Z.; ein zahnlos weib, das an der grube wankt Eschenburg
beispielsamml. 2, 236; schon nach der grube riechen Kramer
teutsch-ital. 1, 570
c. II@B@4@cc) etwas mit in die grube nehmen
seit dem 17.
jh. in schwang: eines getrewen .. fürsten namen und nachruhm mit sich in die grube zunehmen Chemnitz
schwed. krieg 1, 60; der das .. geheimnis seines todes mit in seine grube nimmt Fr. L. Schröder
dram. w. 1, 192; hat einer zank ..., so nehme ers ja nicht mit sich unter die gruben Otho
ev. krankentrost 685;
doch schon früher ähnliche wendungen: bring in (
den willen) ze dîner gruobe hin
Winsbeke 6, 4; aber die eer wil ich ... unversert mit mir in mein gruoben bringen Hutten 2, 137
Böcking; dem sey nicht mehr zu helfen und muss solche (
sc. sucht) mit sich in die gruben tragen Guarinonius
greuel 27;
alt ist auch: sus muoz leide ân endes zil in volgen in ir grüeben
minnes. 3, 336
b v. d. H.; wenn deine .. leiden mir in die grube folgten Gerstenberg
Ugolino 243; das gerucht ... so einem yeden menschen bis in sein gruoben nachvolgt
Theuerdank 184
Haltaus. II@B@4@dd)
nicht von verben bestimmte präpositionale wendungen: bis in die grube, bis zur grube
bis in den tod; namentlich im älteren nhd. sehr ausgebreitet: der sicher ain frummer .. man was bisz in sein grueb
städtechr. 5, 202; du wirst noch vil daran zu lernen haben, ich auch bisz in meine gruben Luther 32, 93
W.; dasz er bisz in seinen tod und gruben ein reines .. leben .. führen ... wolte Schütz
hist. rer. pruss. 1, c 6
a;
im 18.
jh. literarisch zurückgehend: dir bis zur grube treu Gottsched
ged. (1751) 1, 287;
mundartlich noch heute, s. Fischer
schwäb. 3, 862; (noch) in der grube
noch nach dem tode: dasz nicht grobe hübeler .. mich damit in meiner gruben ausschwätzen Schweinichen
denkw. 7
Ö.; das musz ich ihm noch in seiner grube nachrühmen Gottsched
dtsche schaub. 3, 287; beschimpfte den vater jenseit der grube Göthe 50, 61
W. [] II@B@55) grube
zur gewinnung von mineralien, sei es an der erdoberfläche oder unter der erde: fodina Diefenbach 241
b; goltaderen
vel gruben
mine 362
a; ein schacht, gruben, zeche
fodina Faber
thes. 328
b; grube '
dadurch wird das berg-gebäude verstanden, wo man anfähret' Minerophilus (1730) 312; '
ein berggebäude, es sey schacht oder stollen, insbesondere aber ein schacht' Jacobsson 2, 158
b; das perckwerck creutzweisz durchrefiret, beschawet die stollen, schech und gruben H. Sachs 3, 480
K.; weil er (
gott) weisz, das arme bergkleut in gruben und hütten viel bösz wetter .. in sich ziehen Mathesius
Sar. 3
a; ich habe .. als praktischer bergmann .. einen groszen theil des tages in den gruben zugebracht A. v. Humboldt
kosm. 3, 71;
in weiterem sinne auch von dem industriellen gesamtkörper des bergwerks Veith
bergwb. 249; von einem sehr energischen betrieb der gruben Mommsen
röm. gesch. 1, 748; hypotheken .. an gruben und brüchen
hypoth.-bankgesetz (1899) § 12, 3;
nach dem zu tage geförderten unterscheidet man ertz-, bley-, gold-, silbergruben Calepin xi
ling. 818
b; 1305
a; saltz-, schwefel-, stein-, sandgruben Henisch 1759; kohlen-, thon-, lehmgruben
u. a.: all unsere bürgere .., die eisenbergwerck haben, es sey an berg-grieben, alten grueben und fängen Lori
baier. bergrecht 46 (
quelle v. 1455); es ligt das ertz noch halb yn der gruben Luther
post. (1528) 112
a; von den goltertzen, die ausz der gruben von den gengen gewunnen .. werden Ercker
beschr. aller mineral. ertzt 45
b; es hat gruben alda von goldt, silber und allerley metall
volksb. von dr. Faust 67
ndr.; anstatt die kohlen in der nähe der gruben zu verkohken Liebig
chem. br. 126;
daneben seit alters für oberirdische anlagen: es soll auch kein steinprecher dem andern kein fels oder gruben .. am perg nit verkaufen E. Tucher
baumeisterb. 81
lit. ver.; gerade für steinbruch in älterer sprache gangbar, vgl. Fischer
schwäb. 3, 861; der marmor sey keinem aus den gruben von Carrara kommenden ähnlich H. Meyer
gesch. d. bild. künste 3, 294; des schiefers, den er aus eigener grube gewinnt O. Ludwig 1, 144;
stehende wendungen: perchknappen, die in die gruob varnt Konr. v. Megenberg
buch d. natur 109; beym einfahren in die grube Göthe IV 8, 4
W.; das befahren der zwei vorzüglichsten Klausthaler gruben Heine 3, 28
E.; die bergleute, die auf dem Harze die dort gefundenen gruben eröffneten Eichhorn
staats- u. rechtsgesch. 2, 340; vermögen sie das lezte nicht mehr, wie etwa eine abgebaute grube oder ein ganz ausgesogner acker Schleiermacher III 2, 457;
dazu vielerlei rein technische ausdrücke wie eine grube abhütten, abköhlen
eingehen lassen, belegen
arbeiter anfahren lassen, eben machen
räuberisch bauen, zu sumpf treiben
ähnlichen sinnes u. a. Minerophilus (1730) 312;
in bildlichem gebrauch nicht eben häufig: herr Weiss hat den stoff zu seinem Thyest aus dieser grube geholt Lessing 9, 350
M.; dieses sind die gruben, wo ich geld zu graben hoffe A. v. Haller
Fabius u. Cato 141. II@CC. grube
übertragen auf vertiefungen in anderen stoffen und flächen als der erdoberfläche. II@C@11)
seit alters sehr gewöhnlich von vertiefungen am menschlichen und thierischen körper: sîn (
des rosses) ougen tief, die gruoben wît Wolfr. v. Eschenbach
Parz. 256, 23; die augen (
des papstes) unbeweglich und tief in ihren gruben Ranke
3 40/41, 49; die slangen habent neur gruob an der ôrn stat Konr. v. Megenberg
buch der natur 285; von einer gruoben daz geschach, die sie (
die nase) in die stirne zôch Heinr. v. Türlin
krone 19661;
vgl. 19639; aus denen gruben ihrer gedörrten wangen Ziegler
Banise 227; im sibenzehenden jar pflegen den pferden .. die schläf einzufallen und gruben zubekommen Sebiz
feldb. 151; man sicht under dem arm die gruoben meister Altswert 50;
[] in die gruob der schulteren Gersdorf
wundarzn. (1517) 7
b; toll seid ihr alle bis an die grube im nacken Herb. Eulenberg
dogenglück (1899) 148; ech schlo'n der eng an't grube
ins genick Follmann
lothr. 218
b; grube auf der brust
cavita, fossetta Jagemann 547; grube an der kehle
ib.; durch eyn grub eynes holen zans Fischart
geschichtklitt. 378
ndr.; wo die knochen durch gruben rauh und uneben sind Sömmerring 2, 10;
mannigfach in der kunstsprache der anatomie, z. b. die flache grube am augenhöhlenstücke des schädels
fovea glandulae lacrymalis, weiteres bei Campe 2, 466
a;
narbe, '
eine harte figur' Rüdiger
zuwachs 2, 80 (
vgl.blattergrube): dasz sie (
die urschlechten im angesicht) keine gruben noch masen geben Gäbelkover
arzneib. 2, 144; ich kriegte gruben im gesicht Grimmelshausen
Simpl. 310
ndr.; wenn er die eklen gruben im angesicht seiner Brobdingrags sah Schubart
leb. u. gesinn. 1, 199. II@C@22)
im übrigen öfter in technischer sprache: grube '
sind flachrandige vertiefungen in guszstücken' v. Alten 4, 475; gruben, gallen, chambres, äuszern sich zuweilen in dem laufe der stücke und mörser v. Eggers 1, 1113; den gruben in den stücken, so man mit einem wachslicht .. inwendig erforschen kan Gruber
mathem. friedens- u. kriegslust 427;
an blüthen bezeichnet grube
eine art honigbehälter, nectarium Röhling
Deutschlands flora 1, 41; (
die blätter der fieberrinde), welche in ihren drüsigen gruben eine herbe flüssigkeit absondern Oken 3, 2, 864; sie (
die '
nusz'
der armbrust) hatte ferner eine vertiefung (grube) für die abzugsstange G. Köhler
kriegsw. 3, 1, 115; grube = sponning,
eine kerbe zu beiden seiten des kieles, in die die unteren kanten der auszenplanken gefügt werden Bobrik 320
a; 652
b;
bei pulvermühlen die löcher im grubenbaum Mothes 2, 531;
bei den schuhmachern die vertiefung im hölzernen absatz für die ferse Sanders 1, 632
a u. a.; darüber hinaus nur in beschränktem ausmasz: ainer .. der da auszwürfft das wasser ausz dem schiff .. allso versammelt in der gruoben Keisersberg
schiff d. pen. 20
b; darnach machet so viel gruben (
in die mit butter beschmierte schüssel), als eyer sollen drauf gestellet werden Amaranthes
frauenz. lex. 509; ein stückgen kupfer .., welches vom roste halb verzehret ist und deshalb einige gruben .. zeiget Gottsched
vernünft. tadler. 1, 340; man sah am morgen eine kleine grube (
im bett) Grimm
dtsche sagen 1, 59.