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grube

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grube f.

Bd. 9, Sp. 600
grube, f. , fovea. II. form. I@11) gemeingerm. wort, zu graban gehörig: got. groba, anord. grōf, mengl. grōfe, ahd. gruoba, cropa u. ä. Graff 4, 307 f.; anzumerken ist, dasz das wort im mnd. nur vereinzelt nachzuweisen ist (s. Schiller-Lübben 2, 157b) und auch in den heutigen nd. maa. weithin fehlt oder als jüngere entlehnung erscheint; ahd. herrscht noch die starke flexion; erst seit dem 11. jh. schwache formen: dat. sg. gruopun Graff (aus Prud. gl.); acc. pl. groibun Diefenbach nov. gl. 226b (12. jh.). seit dem mhd. mit steigender häufigkeit schwach, bis im 16. und noch im 17. jh. diese flexionsweise wenigstens im süden das übergewicht hat; im 18. jh. literarisch schnell überwunden (von norden her); nur in der ersten hälfte noch häufiger, auch lexicalisch anerkannt, Aler dict. 1, 988; ausz der gruben Elis. Charlotte v. O. br. 3, 158 lit. ver.; auf der gruben Chr. Thomasius gedanken u. erinnerungen 3, 2; in die gruben (acc. sg.) Fleming der vollkommene teutsche soldat 297; in ein gruben Tschudi chron. helvet. 1, 209; oberdeutsche mundarten halten die schwache flexion fest Schmeller 1, 984; Hügel 71; Fischer schwäb. 3, 861. I@22) einen hinweis verlangen merkwürdige, anscheinend umgelautete formen: Schmeller 1, 984 notiert als pluralform griəbm, griəmə; das erhellt eine dunkle stelle bei Lori: ob auch hinfür etlich unser burger .. neue fänge und grieben fachen und treiben wurden .. wan dan solche grieben zu berg-grueben getrieben und gebracht werden, so sollen dieselben, die die grueben also zu berg-grueben getrieben .. haben, dieselben grueben zwey jahr .. haben und behalten baier. bergrecht 46b (quelle v. 1455), wo grieben versuchsschürfungen zu bedeuten scheint; vgl. unten II B 5. hierher möglicherweise auch die grieb, ein stadtpalast in Regensburg, mit den straszennamen vor und hinter der grieb: in einer Regensburger urkunde von 1183 erscheint ein Udalric in der grb cod. dipl. episc. Ratisb. 1, 263. für das bad. Rappenau bietet Meisinger 78 den sing. kriiwe, für Handschuhsheim Lenz 29b kriip; danach dürften die zahlreichen schreibungen grben, grüeben u. ä. im älteren schwäb. (Fischer 3, 861) nicht belanglos sein; auch nicht die (an sich nicht durchschlagenden) mhd. reime alem. herkunft die selben grüebe (plur.): er hüebe g. frau 2024; in ir grüeben: üeben, betrüeben, erhüeben Konr. v. Würzburg klage d. kunst str. 28 Joseph; uf mines dotes grüeben (dat. sg.): üeben Herm. v. Sachsenheim (s. u. II B 4). [] IIII. bedeutung. II@AA. zunächst und hauptsächlich eine vertiefung im erdboden. II@A@11) der etymologie entsprechend gewöhnlich von einer künstlich hergestellten vertiefung, und zwar denkt man, zum unterschiede von graben, zumeist an eine einigermaszen runde oder gleichseitige höhlung: bisz so lange, das czwene ... secke mit koln gluwende worden in eyner gruben Stolle thür. chr. 205; wie sie .. gruben hacketen und die erde auszwurfen grillenvertr. (1670) 164; das .. machet eine gruben in die erden mit seinem finger, aus dem selben gräblein entsprung ein .. brunn Prätorius saturn. 376; (ich gebiete dir) eine grube zu graben, von einer ell' ins gevierte Voss Od. 189 Bernays; wäre es möglich, dasz eine grube durch und durch das erdreich gehauen würde J. Grimm kl. schr. 4, 342; sie (bodenuntersuchung) geschieht durch ausheben von gruben v. Alten 3, 404; da kraczet der lev ein gruoben mit seinen füssen summerteil der heil. leben 6d; grub dy ain saw wulet Diefenbach nov. gl. 385b s. v. volutare; machet er (der hirsch), wann er rüben geniesset, gruben in die erde Göchhausen notab. venat. 30; in älterer sprache indessen nicht selten auch synonym mit graben: ain grub o. graben fossa Diefenbach 244c; statgrab vel grube fossatum ib.; ebenso: nachdem er 7 monat darauf gekriegt und nun 10 000 männer in der gruben verloren hatte quellen z. gesch. der stadt Kronstadt 4, 11; alle czit sullin vride habin .. kirchin unde kirchowe unde iczlich dorf unde stat binnen siner grubin unde siner mure adir czune Neumarkter rechtsb. 173; von kleineren gräben, rainen u. ä. oft in alten grenzbeschreibungen, vgl. Fischer schwäb. 3, 861; sulcus Serranus synon. s. v. grub; und macht um den altar her eine gruben 1.n. 18, 32; der keyser Julius, da er .. spectackel halten wolt, lyesz er gruoben umb den platz .. aufwerfen Eppendorf Plinius 45; ein runde gruoben umb die böum Frisius 926b; im frühling ... grabe sie um die linde eine grube, bis zur wurtzel Ettner u. Eiteritz med. maulaffe 170; dioryges ein grub mit der hand gemacht sunt fossae manu factae in Aegypto, ad Nili aquas in agros derivandas Calepin xi ling. 428a; tiefe gewölbte gruben in den stätten, dadurch alle unsauberkeit ausz den heimlichen gemächern .. auszgeführt wirdt cloacae Henisch 1760; grove ein tiefer graben zur befriedigung einer marschfenne Schütze holst. 2, 64; krumme grube strasze in Königsberg Frischbier 1, 256b. II@A@22) gern aber auch, zumal in älterer sprache, von natürlichen vertiefungen in der erdfläche, von den umfänglichsten bis zu den kleinsten, mit verschieden gerichtetem sinn: II@A@2@aa) abgrund, schlund: praecipitium gemma gemm. (1508) t 6d; barathrum .. ein grosz tief oder grundtlosz gruob Er. Alberus dict. a 2b; barathrum ein grausame tieffe grub oder loch Calepin xi ling. 154b; mannes muot kâhes kesturtez in dia gruoba (mersa praecipiti profundo) Notker 1, 13. diu gruobe, dar in viel der man, dâ soltu die welt merken an (vorher: in ein abgründe tief) Rud. v. Ems Barl. 119, 9; es thet sich das erdtrich im mitten auf dem marckt auf und gewann eyn tiefe gruoben Carbach Livius 65a; ein tiefe grub war im abgrund, dieselbig risz auf ihren schlund Spreng Än. 112a; aber auch von flacheren vertiefungen: schlucht, thalsenke, kessel, mulde, 'ein jeder ort, der etwas tiefer ist als die andern dabei' Frisch (1741) 1, 377c: sie gien durch teler und gruben und in die höler A. v. Eyb dtsche schr. 1, 82; er .. fülte (mit fluten) alle täler und gruoben, die vor im wären Tauler serm. (1508) 65c; so erzeiget sich der platz innerthalb mit gruoben, büchlen und verfallnen [] mauern Stumpf Schwytzerchr. 418a; die hütte war in eine grube der erde gesenkt Haller Alfred 234: an den gruben vorbei, wo ein ewiger schnee sich gelagert Körner 2, 18 H.; unter mir lag der schnee in den gruben Moltke schr. u. denkw. 4, 11; auf dieser linie wird das wort zum ortsnamen: dasz man gar frölich ziechen sach die von sant Gallen schnelle in die gruob mit richem schall hist. volksl. 2, 276 Lil.; vgl. 274, 46; sehr häufig als flurname Fischer schwäb. 3, 862; vgl. Staub-Tobler 2, 692; auch von erdlöchern kleineren ausmaszes: wie oft springen sie uber einen schatten ... vermeynende, sie haben ein bach, klotz oder gruoben vor ihnen Ambach v. zusaufen c 1a; kein stein noch grub soll deinen fusz verhindern Weckherlin 1, 364 F.; der gottlosen weg ... hat viel gruben und anstösse Petri d. Teutschen weish. 1, a 8b; er tritt in die grube sagt das volk vom hinkenden Körte sprichw. 179. II@A@2@bb) höhle: spelunca hulin, gruob Diefenbach nov. gl. 345a; hube (l. hule) o. gruobe 332b s. v. scrobs; eyn grosz hole vel gruob gloss. 607c s. v. vastrum; grube der trachen und wurme antrum 39a; antrum Frisius 102b; ein höle, grub unter dem erdtrich caverna Hulsius (1618) 2, 82b; schon mhd.: der minne gruobe, der minne hol, dar inne in vor was sô wol Heinr. v. Freiberg Trist. 3325; ir habt es (mein haus) gemacht ein gruob der diebe erste dtsche bibel, Matth. 21, 13, Luther: mördergrube; die 5 kunig warn geflohen und hetten sich verborgen in die gruobe der stat Maceda ib. Jos. 10, 16, Luther: höhle; nach mitternacht, da der wynd Aquilo entsteet und von ym ein gruob oder höly ein nammen hat Eppendorf Plinius 5; den ring .., den er in der nacht aus der unterirdischen grube gebracht hatte Tieck schr. 8, 72; die .. beschaffenheit .. einer grube oder eines gewölbes, welches sie (die fledermaus) benutzen will Brehm thierl. 1, 321 P.-L.; bildlich: und aus des elends gruben da schallt es: fluch euch buben! br. von u. an Herwegh 272; ach, herz des menschen, grube, die viel verbirgt Herder 27, 147 S. II@A@2@cc) hölle; schon ahd. hellagruoba Graff 4, 308; das ist der da unden ist in der gruoben, da wonet Sathanas mit sinen buoben pilgerf. d. träum. mönchs 8975; das sy lebendig hinunder in die gruoben farend Züricher bibel (1531) 4. Mos. 16 E (v. 33), Luther: hölle; lass sie faren, eyn blind dem andern nach, yn die ewigen gruben Luther 10, 1, 1, 388 W.; er .. trachtet, wie er uns ubers seil werfe und in die hellische grube stürtze Dedekind christl. ritter b 4a, im spiel mit der bedeutung B 3; denn diese höllische grube soll himmlische geister nicht ... in banden behalten Bodmer samml. crit. poet. schr. 1, 41; vgl. noch: daher er sie ... unbarmherzig zurück in die grube stürzte (die hölle der volksbühne) Göthe 21, 114 W.; auf einer ähnlichen vorstellung scheint zu beruhen: beruoft der gnedige gott .. Abraham usz der abgötter gruob von Ur Joh. Kessler sabbata 20; wohl auch: sie uuurden beheftet mit uuerlt kiridon unde bediu sturzton sie in foveam mortis (in gruoba todis) Notker 2, 62 (ps. 19, 9); dieselbe verbindung in anderem sinne unter B 4. II@A@33) gewisse wendungen sind zu übertragenem u. sprichwörtlichem gebrauch gediehen, besonders in die grube fallen: enti ibu daz (sc. schaf) in gropa fallit Mons. fragm. 4, 24 Hench (in foveam Matth. 12, 11); sehr gern bildlich im sinne: in noth, gefahr, verlegenheit gerathen: gleich als wo du in ain gruoben felst, got reckt dir sein hand dich herauszeziehen Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 306; ich unseliger bin gefallen in die gruob Terenz [] (1499) 119b (in eum incidi infelix locum Phorm. 175); wer die strasz der warheit nicht .. weisz, der stürzt sich in die grub der thorheit Lehmann florileg. pol. 2, 901; Sickingen, du wirst mit mir in die grube fallen! ich hoffte, du solltest mir heraushelfen Göthe 8, 108 W.; grade in die grube gefallen, die man vermeiden wolte Lichtenberg br. 2, 175; das er (gott) dich also wil verblenden, das du mit offnen augen yn die gruben fallest Eb. v. Günzburg 3, 134 ndr.; wer mit offenen augen in die grube rennt, soll die beine brechen Holtei erz. schr. 37, 146; umgekehrt: wer dem ochsen ausz der gruben mit händen hilft, dessen hülf ist gewisz Lehmann florileg. polit. 1, 410; dadurch war ich im stande, sie in verwirrung zu setzen und unsere Zierlich aus der grube heraus zu ziehen Petrasch lustsp. 2, 512; sie (die kirche) hat alten füchs art .. sie weisz uber alle zäun und hage, uber alle gruben und graben .. gar fein zu springen Fischart bienenk. 50a; üben sie sich, die gruben, die der zufall ihrer eitelkeit in den weg legt, zu überspringen Pückler briefw. und tageb. 1, 165; hierher weiter ein vielcitiertes und abgewandeltes biblisches gleichniswort: blinter oba blintemo leitidon forgibit, beidae in gruobe uallent Tat. 84, 7 (Matth. 15, 14) und ähnlich bis zu Luther; vielfältig variiert: dem geschicht als dem gesehenden, der mit ainem blinden über feld wandelt, und vielen beyd in ain tieff gruob buch d. beisp. 3 lit. ver.; dieses kind ist ein blinder wegweiser und stürtzet seine nachfolger in die gruben Harsdörfer teutsch. secret. 1, C c c 1a; wo ... der blinde den lahmen in die grube führt Fr. Schlegel 5, 218. II@BB. sehr häufig erscheint das subst. in speciellerer verwendung; die vielfältigkeit des gebrauchs wird am deutlichsten, wenn man nach dem zweck der grube fragt. II@B@11) grube als thierunterschlupf: grube der wilden thieren cavernae, cubilia ferarum Henisch 1758; die fuhse habin grubin Beheim ev. buch, Matth. 8, 20; gegen welchem theil die maulwörf, igel und murmelthier ihre gruben zustopfen Sebiz feldbau 8; die unzähligen gruben und höhlen der erdmäuse Ritter erdk. 2, 548; (dieser krieg) der auch die wilden thiere sanftmuth lehrt, dasz sie sich scheu in ihre gruben bergen Schiller 13, 310 G.; thierzwinger: fone louuuon gruobo Notker nach Graff 4, 307; grube der leuwen spelunca leonum Diefenbach 546a; also musten die löwen den Daniel in der gruben unverletzt lassen Cyr. Spangenberg in theatr. diab. (1569) 287a; kerker: do warf man mich sarein disen charchære in dise vinster gruobe Milst. gen. 81, 14; und hie bin ich unschuldig gelegt in die gruobe erste dtsch. bibel 3, 180; das sie versamlet werden in ein bündlin zur gruben und verschlossen werden im kercker Jes. 24, 22; vgl. Jer. 3, 16; und werft in in der gfengknuss gruben H. Sachs 11, 21 K.; und wer zuerst in gruben liegt, kan bald den thron ersteigen Günther ged. 31; der könig ... befahl den kutscher in eine grube zu werfen, die voll ottern und schlangen - gezücht war brüder Grimm kinder- u. hausm. 2, 257; bildlich: ausz des todes kercker oder gruben Mathesius Sar. 73a; krypta: eyn grube under der kirchen Diefenbach 597b s. v. tripta (l. cripta); crypta Calepin xi ling. 353b; vgl.grube, ein gemach und gewelbe unter der erden crypta Decimator thes. (1615) s. v.; auch syn yn allen kirchen oder muschkeen tieffe locher oder gruoben Breidenbach reisen (1486) 136a; vorrathsgrube: gruben im erdtrich, dareyn man das korn gehaltet Henisch 1758; für die keller hetten sie grben mit mist bedeckt Seb. Franck chron. Germ. 5a; (wenn der feind naht) flüchte jeder in die gruben kartoffeln, kraut, gelb, weisze ruben A. v. Arnim 14, 68; [] grube in der nähe des hauses zur aufbewahrung von feldfrüchten über den winter Staub-Tobler 2, 692; kartoffelgrube Weinhold schles. 30b; abfallgrube: das .. ewere bronnen ferr seien von den gruben, pfitzen und lachen, da man den mist pflegt zusammlen Sebiz feldbau 14; hat ein reichstat .. aus des hundtschlagers gruoben einen gottsacker gemacht Nas antipap. eins u. hundert 1, 40b; (das fleisch) stinckt, als ob es schelmig wer oder kAem ab der gruoben her Montanus schwankb. 438 lit. ver.; es war, als fegte man den mist aus sechsunddreiszig gruben Heine 2, 490 E.; düngergrube Weinhold schles. 30b; abort: grub o. privet Diefenbach 474c s. v. puteal; latrina Wachter 618; ist aber, daz ein man sinken wil eine grube, di da heizet heimelichkeit urk. buch d. st. Freiberg i. S. 3, 21; die grube leeren Fischer schwäb. 3, 861; bildlich: mensch .. du bist ein gruben Abr. a St. Clara etw. für alle 2, 262; obscena, sordida, humilia etc. alles in einer grube! (bei Klotz) Herder 3, 305 S.; (ein witz) recht aus der stinkenden grube der tiefsten depravation gestiegen E. Th. A. Hoffmann 14, 170 Gr.; wassergrube: aequorreos lacus wazzerlichon groibun Diefenbach nov. gl. 226b; lacus gloss. 316a; sentina stinckende grube mit wasser 527b; ein cistern oder gruoben dareyn das rägenwasser sich samlet compluvius lacus Frisius 271a; und warfen ihn in die grube; aber dieselbige grube war leer und kein wasser drinnen 1. Mos. 37, 24; bildlich: trink wasser aus deiner grube lasz dir an deiner frau genügen spr. Sal. 5, 15; das man .. die predig schöpfe auss dem brunnen der bibel .., nit auss den gruoben, cistern und lachen newer predigbücher Eb. v. Günzburg 1, 51 ndr.; (der vorwitz) ruft die irrenden herbei, die oft aus trägheit, oft aus unverstand aus seiner grube schöpfen grafen Stolberg 3, 14; von wasserleitungen: die gruben unter der erden, dardurch man das wasser füert specus, cuniculi Henisch 1757; gewelbte brunnenstuben oder eingeschloszne gruoben in den brunnenleitungen, ausz welchen die teuchel das wasser fassend Frisius 196b; fischgrube: wewer vel grub Diefenbach 108a s. v. cavea; vischwyer vel gruob piscina 438a; es ist kein fisch in unser gruben (vorher: sprich, dasz sie den fisch in der gheim in der fischgrub auf morgen bhalt!) H. Sachs 21, 257 K.-G.; da man nun die gruben aufzoch, kein grossen fisch er darinn sach A. D. Widmann Peter Leu v. 600 Schade; spielgrube für kinder Staub-Tobler 2, 693; spielst du mit schussern, das kügelchen rollt, dreht sich zur grube Göthe 4, 46 W.; aschengrube: morgens sasz sie ganz berusset in der heiszen aschen gruben Brentano 3, 394; vgl.gruob und ort under dem herd cavea Henisch 1757. II@B@22) grube in der sprache der verschiedensten gewerbe u. gewerke: schanzgrube: auf dem walle, da tiefe gruben zu verwahrung der artollerey gemachet Micrälius Pommerland 4, 167; baugrube: grub, darinn der baw angelegt wirdt fundamentum Henisch 1757; vgl.man sihet noch heut .. die gruben desselbigen hauses (das ausgebrannt war) buch d. liebe 273a; gieszgrube: was in des dammes tiefer grube die hand mit feuers hilfe baut Schiller 11, 306 G.; da brachten sie ... ihr werk in die grube Göthe 44, 61 W.; bildlich: müssen wir die form bereit halten, in die das siedende metall sich ergieszen kann, damit die blanke ... Germania aus der grube steigt Uhland Frankf. parl. reden 4, 2879; setzgrube für pflanzen: [] grub, grabe darein man etwas pflantzet Henisch 1757; im weinberg die gruben, in die die grubreben (s. d.) gesetzt werden: waz mistes man in die grüban bedarf Fischer schwäb. 3, 861 (quelle v. 1361); ein alter rebstock dessen schosz man mit gruben eynleget propago Calepin xi ling. 1171b; auch soll er jährlich eine gewisse anzahl (weinstöcke) zu gruben und bogen legen zu lassen verbunden seyn Hohberg georg. cur. 1, 19; vgl.gruben vb.; das gruben-einlegen und sencken (beim baumpflanzen) 2, 413; um sie (die eichen) in eine neue grube zu setzen Brentano 2, 66; grube zum kohlenbrennen: er hab es (kohlen) uff der grub oder uff dem marckt kauft Fischer schwäb. 3, 861 (Ulm 1505); den kolern, wann sie holz zu den grueben schleifen ib.; wobei das holz .. in .. meilern oder in gruben verkohlt .. wird Rossmässler d. wald 614; kalkgrube: lacus der trog oder die grube, darinnen der kalck gelöschet wird Reyher (1668) 2, 3942; der kalch muss wenigstens ¼ jahr in der grube bleiben allg. dtsche bibl., anh. zu 37—52, 432; gerbgrube Karmarsch-Heeren 3 5, 331; ein gerber musz 1000 gulden in der hand, 1000 im buch und 1000 in der grube haben Fischer schwäb. 3, 861; färbgrube: der knecht hatte die hälfte seines garns .. in einer grube mit eichenlaub gefärbt Möser 1, 301; waschgrube: das treten der wäsche in der grube bei Homer Bücher arbeit u. rhythmus 4368; und mannigfach sonst: gruben zum einsumpfen d. thons Muspratt chemie 8, 388; gruben der rost- oder brettschneider Hoyer-Kreuter 1, 314 u. a. II@B@33) grube als fall- u. fanggrube zeigt eine reichere entwicklung: wenn die jäger ainen pern vâhen wellent, sô grabent si ain gruob Konr. v. Megenberg buch d. natur 163; ir ardt zu fahen ist, dass man sölche (auerochsen) in tieffe gruben stürtzt Herold-Forer Gesners thierb. 128; als wann ihm zwölf füchse ... in die grube gefallen Zend. a Zendoriis winternächte 565; am verbreitetsten waren die wolfsgruben (auch ortsname), s. d.; 'eine art vogelfang, da man die kleine vögel in gruben fängt' Krünitz 20, 152; als kriegsmittel: unde machten grosse gruben an den enden, da sie wissten die fiende herquamen Wigand Gerstenberg chron. 28; seinen feinden kan man mit .. verdeckten gruben .. incommodiren Fleming der vollk. teutsche soldat 271. zwei linien bildlichen gebrauches sind hervorzuheben: II@B@3@aa) sy werdent euch zuo einer gruobe und zuo eim strick erste dtsche bibel 4, 332 (Jos. 23, 13); das ir .. vor trunckenheit, als einer hellischen gruoben, erschrecken .. werdet Ambach v. zusaufen d 4a; sie (die welt) ist .. foller bosheit, steine und gruben Butschky Pathmos 42; dabei kann sich der gegenständliche sinn des subst. stark verflüchtigen; gelegentlich wird es fast wie ein abstractum gebraucht: grub, hinderlist, beruckung ... dolus, fraus, fallacia, insidiae, technae Henisch 1758; dasz einer etwas studiert, das ist dazu ... nutz, dasz man der füchsz ränck und gruben erlernt Lehmann florileg. pol. 1, 494; vgl. si haben mir on ursach gestellet di gruoben yrer netze Schede psalmen 131 ndr.; eine reihe von bibelstellen haben diesen bildlichen gebrauch befördert, vor allem Jes. Sir. 27, 29: wer eine grube gräbt, der fällt selber darein; ganz ähnlich spr. Sal. 26, 27; pred. 10, 8; auf sie geht das vielverwerthete sprichwort zurück: wer einem anderen eine gruben gräbt, fält gemeiniglich selbst darein Aler 1, 988a, das schon der mhd. zeit geläufig war: vil dikke er selbe drinne lît der dem andern grebt die gruoben minnes. frühl. 22, 32; vgl. Rother 4527; dann ich bin, der die gruoben getolben hat, und zuo dem ersten hineingefallen Wickram 2, 161 Bolte; auch eine reflexive fassung ist alt: Gâwein im selp die gruobe gruop: Gasozein er wider ûf huop Heinr. v. d. Türlin krone 12 003; vgl. 16 827; da grabend ir unsinnigen .. euch selb ain gruob und fallen darein reform. flugschr. 1, 112 Clemen; auf grund dieser sprichwörter entwickelte sich die des citatcharakters [] allmählich ganz entkleidete formel einem eine grube graben im sinne 'insidias alicui struere' Stieler 689; der ... grosse haufe .. dencket und trachtet, wie man Christo eine grube grabe Mathesius fastenpred. (1670) 28b; Atropos: sehen sie da den herzbuben. Lachesis: aber die trefdame grabt eine gruben Meisl theatr. quodl. 1, 48; auch mit anderen verben: auch haben on ursach die buben meiner seel zugericht ein gruben H. Sachs 18, 150 K.-G.; wie er (der teufel) solchen abergläubischen fuhrleuten .. eine grube bereite J. G. Schmidt rockenphil. 1, 341; die tiefsinnigen gedanken unserer philosophie .., denen Leo heimliche gruben legt Gutzkow w. 10, 148. II@B@3@bb) einige andere bibelstellen streifen wenigstens an diese sonderbedeutung: aber, gott, du wirst sie hinunter stoszen in die tiefe grube ps. 55, 24; lasz sie treffen ihr böse sach und stürz sie in die grub hinein Pape bettel- u. garteteufel q 7b; im hertzen aber dencket er, dasz er dich fell int gruben schwer H. Sachs 19, 50 K.-G. als paraphrase von Sir. 12, 16; aber sein unordentliches leben stürzte ihn in die grube Haller Usong 93; auf dieser linie gelegentlich der abstracten bedeutung 'verderben, untergang' nahekommend: yhr (der gottlosen) grube und verderben ist fürhanden Luther 19, 590 W.; öfter vermengt mit den bibelstellen unter a: wurden .. also in die grube selbst gestürtzet, die sie andern hetten zugerichtet Schütz hist. rer. pruss. m 4c; stürtze sie selbst in die gruben, die sie uns gegraben haben aus einem gebet Fleming d. vollk. teutsche soldat 297; dieselbe spielart des sinnes auch in anderen fügungen: o, ich thor! .. so lang mich von solchem umgang entfernt gehalten haben, und im letzten jahr wie ein unsinniger in die grube laufen! Miller br. dreier akad. freunde 430; das (wangengrübchen) ist die grube, worein mich trieb wahnsinniges verlangen Heine 1, 50 E. II@B@44) grube zur bestattung von toten: si folten manige grûben mit frunden unde mit mâgen Straszb. Alex. 4753; alle greber und gruoben mit den todten cörpern erfüllet warn Hedio chron. german. c 4a; damit .. er .. (die leichen) in die gemain gruoben warf Lindener rastbüchl. 19 lit. ver.; der sarg (Mozarts) wurde in einer allgemeinen grube beigesetzt O. Jahn Mozart 4, 688; dann auch im specifischen sinne des einzelgrabes; schon mhd.: (ich) bin worden nu so alt daz ich nicht zu beytene han me wan der gruben Hiob 6854 Karsten; uf mines dotes grüeben Herm. v. Sachsenheim in: meister Altswert 136, 15; erst nhd. in breiter entfaltung, aber bei literarischem gebrauch im ganzen ein wort gehobener sprache: (du wirst) nicht zugeben, das dein heilige sehe die gruben ps. 16, 10 var.; ähnlich ps. 49, 10; mein geist vergeht, mein herze bricht gleich denen in der grube Neukirch ged. 103; fünf jahre sind es schon, dasz deine werten glider in ihrer grube ruhn Drollinger ged. 112; ich fliehe und fliehe, bis sich mir eine frühe grube öffnet Hauff 3, 102; die erste starb bei dem morgengeläut, man grub ihre grube zu thaueszeit Mittler dtsche volksl. 192: seit den tagen, wo dieser zweig alemannischen volkes sich hier festgesetzt und die erste grube gegraben G. Keller 1, 182; auf der anderen seite aber auch mit einem vulgären klang: meinetwegen! besser sie als wir [] in die grube maler Müller 3, 209; futter für pulver; sie füllen eine grube so gut wie bessere Shakesp. 6, 142! wo das wort in niederen sprachschichten erscheint, ist es wesentlich an bestimmte formeln gebunden: es müszt' mit ganz verkehrten dingen zugehen, wenn er mir nicht in die grube nachsehen könnte Anzengruber 3, 88; i füll sei gruab'n ned aus sterbe nicht an seiner statt Hügel 71; wer bethat und wainat und wurf ma aft dö drei knöllerl in d' grue? Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 29; vgl. Fischer schwäb. 3, 862; Staub-Tobler 2, 692; überhaupt bewegt sich das leben dieser bedeutung grösztentheils in der bahn fester wendungen, von denen einige der meistgebrauchten und entwicklungsfähigsten auf die Luthersche bibel zurückgehen: auf ihre rechnung kommt zum guten theil die breitere entfaltung der bedeutung 'grab' im nhd. II@B@4@aa) würdet ihr meine grauen haare mit herzeleid in die grube bringen 1. Mos. 42, 38; vgl. 44, 29. 31; 1.n. 2, 6; diese zeitung wird mein graues haar in die grube bringen schausp. engl. comöd. 85 Creiz.; denk, einsamer! wenn du kinder hättest, die deine grauen haare in die grube brächten? Hippel lebensl. 4, 651; soll denn Friederich seine grauen haare nicht können mit frieden in die grube bringen? Gleim briefw. 1, 462; aber auch ohne so greifbare beziehung auf die bibelstellen: ich wurt sie mit leydigen dingen so alter in die gruben bringen H. Sachs 1, 145 K.; den jähen umsturz .., der mich in meine frühe grube bringt S. v. Laroche frl. v. Sternheim 2, 218; von den zahlreichen sonstigen transitiven wendungen sind manche deutlich nur abwandlungen der biblischen formel: und wie dein kühner degen so manchen Saracen konnt in die grube legen Neukirch ged. 186; wollt ihr mit gram mich in die grube senken? A. v. Arnim 20, 259; wenn nicht der schnelle tod das abgekränckte pfand noch vor der sechsten nacht der gruben zugesandt Gryphius ged. 576 lit. ver.; wie die jungen .. ärzte .. ein paar hundert krancke in die grube schicken Mattheson kl. generalbaszsch. 55; mit schande stöszt sie mich in die grube Iffland theatr. w. 1, 49; als bis ihn ein frühes sterben in die dunkle grube reiszt Triller poet. betracht. 3, 108; das gifftig aug der frauen ... wirft das kamel in die grueb proplem. Arestotilis (1492) 19b; intransitiv: ich werde mit leide hinunter fahren in die grube 1. Mos. 37, 35; vgl. ps. 143, 7; spr. Sal. 1, 12; Jes. 38, 18 u. ö.; wolltest mich .. aus herzleid über dich in die grube fahren sehen? Fr. M. Klinger 1, 435; und ist darüber verzweifelnd in die grube gefahren Göthe IV 27, 221 W.; nicht selten auch mit zu: wi zuo'r gruoben farende leich Schede psalm. 100 ndr.; ob er (Napoleon) zur grube fährt, wohin er so viele vor sich her gesendet Görres 2, 467; von den zahlreichen anderen intransitiven u. reflexiven verbindungen desselben sinnes sind manche wieder deutlich nur abwandlungen der biblischen wendungen: eh soll meine schwester ledig in die grube gehen Meisl theatr. quodl. 1, 104; als dasz ich .. mein graues haar mit schande bedeckt in die grube legen sollte E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 3, 192; mein graues haupt wird eher nicht in die grube sich neigen, als .. Klopstock Mess. (1780) 477; anderen sinnes (vgl.b): als Rom zur grube neigte Laube 5, 107; damit ich nicht mit ihm in die grube sinke Sturz schr. 2, 7; dasz ich hinabsteigen werde in die kalte .. grube Holtei erz. schriften 11, 299; auch umgekehrt: [] sollt' Helena auch selbst aus asch' und grube steigen Weichmann poesie d. Nieders. 1, 183; sprichwörtlich: wer aus der grube komt, der weisz vom tod zu sagen Kramer teutsch-ital. 1, 570c. II@B@4@bb) auf der grube gehen dem tode nahe sein; im älteren nhd. ungemein häufig, auch im 18. jh. noch durchaus gebräuchlich: wiewol du täglich gast uff der gruob N. Manuel 263 B.; je neher er auf der gruben get Luther 32, 227 W.; weil sie (die welt) zu irem ende nahet und bereit auf der gruben gehet 34, 2, 476; im nahmen des auf der grube gehenden Augustus Lohenstein Armin. 2, 1339a; variiert: wie vast wir laufen uff der gruob, schenck yn Murner narrenbeschw. 234 ndr.; die uf's dots gruben gan Schede psalm. 81 ndr.: ihr sehet, dass der eine fuss schon auf der grube gehet Moscherosch ges. 1, 215; die alten auf der grube wallenden allg. haush. lex. 2, 706b; mein nachbar geht .. auf der grube herum Nieritz nach Müller-Fraureuth 1, 446a; jüngere sprache verändert die präpositionale fügung: das hohe alter, das nun beginnt auf die gruben zu gehen Corvinus fons 23; der auf die grube losgeht Holtei erz. schr. 22, 275; wir .. laufen gegen unsere gruben zu Jac. Böhme 4, 64; gehen wir entgegen der grube maler Müller 1, 93; andere wendungen derselben bedeutung: wann man sieht die schellen tragen den, der nach der grube sticht S. Brant narrensch. 8 Z.; ein zahnlos weib, das an der grube wankt Eschenburg beispielsamml. 2, 236; schon nach der grube riechen Kramer teutsch-ital. 1, 570c. II@B@4@cc) etwas mit in die grube nehmen seit dem 17. jh. in schwang: eines getrewen .. fürsten namen und nachruhm mit sich in die grube zunehmen Chemnitz schwed. krieg 1, 60; der das .. geheimnis seines todes mit in seine grube nimmt Fr. L. Schröder dram. w. 1, 192; hat einer zank ..., so nehme ers ja nicht mit sich unter die gruben Otho ev. krankentrost 685; doch schon früher ähnliche wendungen: bring in (den willen) ze dîner gruobe hin Winsbeke 6, 4; aber die eer wil ich ... unversert mit mir in mein gruoben bringen Hutten 2, 137 Böcking; dem sey nicht mehr zu helfen und muss solche (sc. sucht) mit sich in die gruben tragen Guarinonius greuel 27; alt ist auch: sus muoz leide ân endes zil in volgen in ir grüeben minnes. 3, 336b v. d. H.; wenn deine .. leiden mir in die grube folgten Gerstenberg Ugolino 243; das gerucht ... so einem yeden menschen bis in sein gruoben nachvolgt Theuerdank 184 Haltaus. II@B@4@dd) nicht von verben bestimmte präpositionale wendungen: bis in die grube, bis zur grube bis in den tod; namentlich im älteren nhd. sehr ausgebreitet: der sicher ain frummer .. man was bisz in sein grueb städtechr. 5, 202; du wirst noch vil daran zu lernen haben, ich auch bisz in meine gruben Luther 32, 93 W.; dasz er bisz in seinen tod und gruben ein reines .. leben .. führen ... wolte Schütz hist. rer. pruss. 1, c 6a; im 18. jh. literarisch zurückgehend: dir bis zur grube treu Gottsched ged. (1751) 1, 287; mundartlich noch heute, s. Fischer schwäb. 3, 862; (noch) in der grube noch nach dem tode: dasz nicht grobe hübeler .. mich damit in meiner gruben ausschwätzen Schweinichen denkw. 7 Ö.; das musz ich ihm noch in seiner grube nachrühmen Gottsched dtsche schaub. 3, 287; beschimpfte den vater jenseit der grube Göthe 50, 61 W. [] II@B@55) grube zur gewinnung von mineralien, sei es an der erdoberfläche oder unter der erde: fodina Diefenbach 241b; goltaderen vel gruben mine 362a; ein schacht, gruben, zeche fodina Faber thes. 328b; grube 'dadurch wird das berg-gebäude verstanden, wo man anfähret' Minerophilus (1730) 312; 'ein berggebäude, es sey schacht oder stollen, insbesondere aber ein schacht' Jacobsson 2, 158b; das perckwerck creutzweisz durchrefiret, beschawet die stollen, schech und gruben H. Sachs 3, 480 K.; weil er (gott) weisz, das arme bergkleut in gruben und hütten viel bösz wetter .. in sich ziehen Mathesius Sar. 3a; ich habe .. als praktischer bergmann .. einen groszen theil des tages in den gruben zugebracht A. v. Humboldt kosm. 3, 71; in weiterem sinne auch von dem industriellen gesamtkörper des bergwerks Veith bergwb. 249; von einem sehr energischen betrieb der gruben Mommsen m. gesch. 1, 748; hypotheken .. an gruben und brüchen hypoth.-bankgesetz (1899) § 12, 3; nach dem zu tage geförderten unterscheidet man ertz-, bley-, gold-, silbergruben Calepin xi ling. 818b; 1305a; saltz-, schwefel-, stein-, sandgruben Henisch 1759; kohlen-, thon-, lehmgruben u. a.: all unsere bürgere .., die eisenbergwerck haben, es sey an berg-grieben, alten grueben und fängen Lori baier. bergrecht 46 (quelle v. 1455); es ligt das ertz noch halb yn der gruben Luther post. (1528) 112a; von den goltertzen, die ausz der gruben von den gengen gewunnen .. werden Ercker beschr. aller mineral. ertzt 45b; es hat gruben alda von goldt, silber und allerley metall volksb. von dr. Faust 67 ndr.; anstatt die kohlen in der nähe der gruben zu verkohken Liebig chem. br. 126; daneben seit alters für oberirdische anlagen: es soll auch kein steinprecher dem andern kein fels oder gruben .. am perg nit verkaufen E. Tucher baumeisterb. 81 lit. ver.; gerade für steinbruch in älterer sprache gangbar, vgl. Fischer schwäb. 3, 861; der marmor sey keinem aus den gruben von Carrara kommenden ähnlich H. Meyer gesch. d. bild. künste 3, 294; des schiefers, den er aus eigener grube gewinnt O. Ludwig 1, 144; stehende wendungen: perchknappen, die in die gruob varnt Konr. v. Megenberg buch d. natur 109; beym einfahren in die grube Göthe IV 8, 4 W.; das befahren der zwei vorzüglichsten Klausthaler gruben Heine 3, 28 E.; die bergleute, die auf dem Harze die dort gefundenen gruben eröffneten Eichhorn staats- u. rechtsgesch. 2, 340; vermögen sie das lezte nicht mehr, wie etwa eine abgebaute grube oder ein ganz ausgesogner acker Schleiermacher III 2, 457; dazu vielerlei rein technische ausdrücke wie eine grube abhütten, abköhlen eingehen lassen, belegen arbeiter anfahren lassen, eben machen räuberisch bauen, zu sumpf treiben ähnlichen sinnes u. a. Minerophilus (1730) 312; in bildlichem gebrauch nicht eben häufig: herr Weiss hat den stoff zu seinem Thyest aus dieser grube geholt Lessing 9, 350 M.; dieses sind die gruben, wo ich geld zu graben hoffe A. v. Haller Fabius u. Cato 141. II@CC. grube übertragen auf vertiefungen in anderen stoffen und flächen als der erdoberfläche. II@C@11) seit alters sehr gewöhnlich von vertiefungen am menschlichen und thierischen körper: sîn (des rosses) ougen tief, die gruoben wît Wolfr. v. Eschenbach Parz. 256, 23; die augen (des papstes) unbeweglich und tief in ihren gruben Ranke 3 40/41, 49; die slangen habent neur gruob an der ôrn stat Konr. v. Megenberg buch der natur 285; von einer gruoben daz geschach, die sie (die nase) in die stirne zôch Heinr. v. Türlin krone 19661; vgl. 19639; aus denen gruben ihrer gedörrten wangen Ziegler Banise 227; im sibenzehenden jar pflegen den pferden .. die schläf einzufallen und gruben zubekommen Sebiz feldb. 151; man sicht under dem arm die gruoben meister Altswert 50; [] in die gruob der schulteren Gersdorf wundarzn. (1517) 7b; toll seid ihr alle bis an die grube im nacken Herb. Eulenberg dogenglück (1899) 148; ech schlo'n der eng an't grube ins genick Follmann lothr. 218b; grube auf der brust cavita, fossetta Jagemann 547; grube an der kehle ib.; durch eyn grub eynes holen zans Fischart geschichtklitt. 378 ndr.; wo die knochen durch gruben rauh und uneben sind Sömmerring 2, 10; mannigfach in der kunstsprache der anatomie, z. b. die flache grube am augenhöhlenstücke des schädels fovea glandulae lacrymalis, weiteres bei Campe 2, 466a; narbe, 'eine harte figur' Rüdiger zuwachs 2, 80 (vgl.blattergrube): dasz sie (die urschlechten im angesicht) keine gruben noch masen geben Gäbelkover arzneib. 2, 144; ich kriegte gruben im gesicht Grimmelshausen Simpl. 310 ndr.; wenn er die eklen gruben im angesicht seiner Brobdingrags sah Schubart leb. u. gesinn. 1, 199. II@C@22) im übrigen öfter in technischer sprache: grube 'sind flachrandige vertiefungen in guszstücken' v. Alten 4, 475; gruben, gallen, chambres, äuszern sich zuweilen in dem laufe der stücke und mörser v. Eggers 1, 1113; den gruben in den stücken, so man mit einem wachslicht .. inwendig erforschen kan Gruber mathem. friedens- u. kriegslust 427; an blüthen bezeichnet grube eine art honigbehälter, nectarium Röhling Deutschlands flora 1, 41; (die blätter der fieberrinde), welche in ihren drüsigen gruben eine herbe flüssigkeit absondern Oken 3, 2, 864; sie (die 'nusz' der armbrust) hatte ferner eine vertiefung (grube) für die abzugsstange G. Köhler kriegsw. 3, 1, 115; grube = sponning, eine kerbe zu beiden seiten des kieles, in die die unteren kanten der auszenplanken gefügt werden Bobrik 320a; 652b; bei pulvermühlen die löcher im grubenbaum Mothes 2, 531; bei den schuhmachern die vertiefung im hölzernen absatz für die ferse Sanders 1, 632a u. a.; darüber hinaus nur in beschränktem ausmasz: ainer .. der da auszwürfft das wasser ausz dem schiff .. allso versammelt in der gruoben Keisersberg schiff d. pen. 20b; darnach machet so viel gruben (in die mit butter beschmierte schüssel), als eyer sollen drauf gestellet werden Amaranthes frauenz. lex. 509; ein stückgen kupfer .., welches vom roste halb verzehret ist und deshalb einige gruben .. zeiget Gottsched vernünft. tadler. 1, 340; man sah am morgen eine kleine grube (im bett) Grimm dtsche sagen 1, 59.
36945 Zeichen · 827 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grube

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Grube , plur. die -n, Diminut. das Grübchen, Oberd. das Grüblein. 1. Eine in die Erde gegrabene Öffnung oder Vertief…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grube

    Goethe-Wörterbuch

    Grube 1 Vertiefung, (flaches) Loch im Erdboden od in einer anderen Oberfläche a zu einem best Zweck geschaffene (zT ausg…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Grube , eine in die Erde gegrabene Höhlung. Die Alten bedienten sich solcher Gruben als Zisternen (s. d.), Getreidemagaz…

  4. modern
    Dialekt
    Grubef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Grube , Grübe f. : 1. 'vom Menschen gegrabene Vertiefung im Erdboden', Grub (grūb), Pl. Gruwe [vereinzelt WPf NPf], Grib…

  5. Sprichwörter
    Grube

    Wander (Sprichwörter)

    Grube 1. Diar öölern an Gruw grêft, fêlt 'r sallew iin uun. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 366, 261. 2. Die Grube ist zu spät…

  6. Spezial
    Grube

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gru|be f. (-,-n) 1 (Vertiefung) büja (büjes) f. 2 (Grab) fossa (fosses) f. 3 (Bergwerk) ciavara (-res) f. 4 (Bergbau) mi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grube

411 Bildungen · 153 Erstglied · 258 Zweitglied · 0 Ableitungen

grube‑ als Erstglied (30 von 153)

Grube II

RhWB

Grube II RhWBN Rhfrk -ūp, Pl. -wə bis zur bleib/bleif- L.; dann -ūf, Pl. -wə ; Mosfrk -ū:f, –ōu-, –o·u.-, –ō:- [ Saarl-Griesborn Ensd grū: ]…

grubeinen

DWB

grube·inen

grubeinen , vb. , nach der grube riechen, dem tode nahe sein Kramer teutsch - ital. 1, 571 a ; vgl. Wilmanns 2, 103 ; im selben sinne auch g…

Grubeleisen

SHW

Grubel-eisen Band 2, Spalte 1485-1486

grubeln

DWB

grübeln , grubeln , vb. , ableitung von grube: kleine gruben zum setzen junger pflänzchen bohren Unger-Khull 309 b ; ein gegrübeltes kinn ha…

gruben,

FWB

1. ›eine Grube anlegen‹; speziell: ›Löcher für neue Setzlinge im Weinberg graben, Reben pflanzen (auch als Fronarbeit)‹; 2. ›etw. (einen Reb…

Grubenholz

SHW

Gruben-holz Band 2, Spalte 1485-1486

Grubenloch

SHW

Gruben-loch Band 2, Spalte 1485-1486

Grubensäge

SHW

Gruben-säge Band 2, Spalte 1485-1486

Grūben_s;rz

Adelung

Das Grūben_s;rz , des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, im Bergbaue, Erz, welches in der Grube gewonnen worden, im Gegen…

grubenarbeit

DWB

gruben·arbeit

-arbeit : gruben- oder stollenarbeit Lori baier. bergr. 177 ( a. d. j. 1515); Schönberg berginf. 1, 189 ;

grubenarbeiter

DWB

gruben·arbeiter

-arbeiter akten u. briefe z. kirchengesch. Georgs v. Sachsen 3, 123 ( a. d. j. 1525); Mathesius Sar. 7 a ;

grubenartig

DWB

gruben·artig

-artig : wegen einer grubenartigen vertiefung ( am schädel ) Brehm thierl. 3, 312 P.-L.;

Grubenaufstand

Adelung

gruben·aufstand

Der Grubenaufstand , des -es, plur. die -stände, im Bergbaue, eine Nachricht, von der Beschaffenheit einer Erzgrube, zum Behuf der Gewerken,…

grubenbau

DWB

gruben·bau

-bau , die summe der arbeiten in der grube, im gegensatz zum hüttenbau Krünitz 20, 153 ; ' fast gleichbedeutend mit bergbau' Motthes baulex.…

grubenbaum

DWB

gruben·baum

-baum , ' ein strauch, dessen blätter zum schwarzfärben dienen ', fouie (= rhus cotinus ) Schrader dtsch-frz. wb. 1, 578 ; anders, ein gerät…

Grubenbeil

Campe

gruben·beil

Das Grubenbeil , des — es, Mz. die — e , im Bergbaue, ein kleines Beil, das die Bergleute bei ihren Arbeiten in der Grube gebrauchen.

Grubenbericht

Adelung

gruben·bericht

Der Grubenbericht , des -es, plur. die -e, eben daselbst, ein Bericht, welchen das Bergamt dem Oberbergamte von dem Zustande einer oder mehr…

grubenbetrieb

DWB

gruben·betrieb

-betrieb Scheuchenstuel 110 ; im nördlichen theile des reviers findet .. kein gruben-, sondern nur hüttenbetrieb statt Ritter erdkunde 2, 85…

grubenbiber

DWB

gruben·biber

-biber , castor fiber Nemnich 212 ; vgl. Oken allg. naturgesch. 7, 750 ; nicht gesellig, sondern einsam in gruben lebend;

Grubenbild

Meyers

gruben·bild

Grubenbild , die vom Markscheider auszuführende zeichnerische Darstellung der Baue eines Bergwerkes im Grund- und Aufriß.

Grubenblaue

RhWB

gruben·blaue

Gruben-blaue -bl Siegld-Freier Grund f.: die Stelle, wo ein Kohlenmeiler gestanden hat.

Grubenblênde

Adelung

gruben·blende

Die Grubenblênde , plur. die -n, eben daselbst, eine hölzerne Laterne, welche vorn offen ist, in welche der Bergmann sein Grubenlicht stecke…

grube als Zweitglied (30 von 258)

Fundgrube

RDWB1

Fundgrube f бюро находок, стол находок übertr. россыпи, залежи Fundgrube der Alltagsweisheiten - россыпи практической мудрости

Magengrube

RDWB1

Magengrube f wie ein Schlag in die Magengrube idiom. - как удар поддых идиом. , разг. , как будто меня кто ударил идиом.

Aasgrube

Campe

aas·grube

Die Aasgrube , Mz. die — n, eine Grube, in welche das Aas geworfen wird; auch † Aaskuhle.

ABFALLGRUBE

DWB2

abfall·grube

DWB2 ABFALLGRUBE f. : DWB2 DWB2 1936/8 Janko/S. dt.-tschech. 1,11 a . 1956 daß in B. keine konservenbüchse je in die abfallgrube wanderte dt…

ABORTGRUBE

DWB2

abort·grube

DWB2 ABORTGRUBE f. : DWB2 DWB2 1873 will man den geruch im abort beseitigen, so muß die abortsgrube desinficirt .. werden zs. bauhandwerker …

Abstechgrube

Campe

Die Abstechgrube , Mz. die —n, in den Hüttenwerken, eine Grube im Fußboden der Hütte, in welche das geschmolzene Erz nach ausgestochenem Aug…

ACHSELGRUBE

DWB2

achsel·grube

DWB2 ACHSELGRUBE f. DWB2 achselhöhle: DWB2 1725 beym durchsuchen fanden sie .. 2. uhren .. jede unter einer achselgrube Sheppards leben 16. …

Anfeuchtungsgrube

Campe

anfeuchtung·s·grube

Die Anfeuchtungsgrube , Mz. die — n, in den Papiermühlen, ein Trog, in welchen die Lumpen vor dem Faulen geworfen und mit Wasser begossen we…

armgrube

DWB

arm·grube

armgrube , f. ala sub brachio hominis, μασχάλη , armhöle: man siht unter dem arm die gruoben. Altswert 50, 27 .

augengrube

DWB

augen·grube

augengrube , f. caverna oculi, augenhöle, franz. salière ( salzfasz ), wird zumal von pferden gesagt.

Backengrube

Adelung

backen·grube

Die Backengrube , plur. die -n, Diminutivum das Backengrübchen, eine kleine Vertiefung in den Backen mancher Personen; das Grübchen.

bärengrube

DWB

baeren·grube

bärengrube , f. locus ursis capiendis: eine residenzstadt ist die bärengrube der provinz. J. Paul lit. nachl. 4, 37 .

Basaltgrube

GWB

basalt·grube

Basaltgrube mBez auf die Basaltbrüche von Bockenheim bei Frankf Früh nach Bockenheim, die B-n zu besehen GWB Tgb 20.8.97 vgl GWB Basaltbruch…

berggrube

DWB

berg·grube

berggrube , f. fodina: glaubt den berggruben nicht zu viel, denn die berggruben sein betrüglich, kosten viel und mit süszer hofnung machen s…

Bockengrube

Adelung

bocken·grube

Die Bockengrube , richtiger Pockengrube, Pockennarbe, u. s. f. S. Adelung Blattergrube u. s. f.

Braunsteingrube

GWB

braunstein·grube

Braunsteingrube Manganbergwerk [ Geologie von Thüringen 1) ] Porphyr. Die Herrmannsteiner Wand. B-n. Fluß Grube GWB N13,361,18 MinGeol Plp 1…

dammgrube

DWB

damm·grube

dammgrube , f. bei den glockengieszern die grube worin die form einer groszen glocke gemacht und dann zugedämmt wird. was in des dammes tief…

dampfgrube

DWB2

dampf·grube

dampfgrube f. : 1698 Ray, klee-blätlein 233. 1751 n. corp. constitutionum pruss.-brand. 1 [ 1753 ] 95. 1