Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Mesner m.
Mesner m.
Mesner m. ‘Küster, Kirchendiener in der katholischen Kirche’ (vor allem obd.), ahd. mesināri (9. Jh.), mhd. mesnære, mesner ‘Küster’ ist (wie gleichbed. aengl. mæslere) eine kirchensprachliche Entlehnung von mlat. mansionarius ‘Hüter des Gotteshauses, Kirchendiener’, auch ‘Bediensteter, Knecht, Quartiermeister des Hofes’, das sich als Substantivierung zum Adjektiv spätlat. mānsiōnārius ‘zur Herberge, zum Haus gehörig’ (von lat. mānsio ‘das Bleiben, Nachtlager, Wohnung, Haus’, dieses abgeleitet von lat. manēre ‘bleiben’, s. auch Menage) stellt. Wie die roman. Entsprechungen (afrz. maisnier, mesnier ‘Bediensteter, Bewohner, Pächter’, aprov. maisnier ‘Krieger, Söldner’, span. mesonero ‘Wirt’) zeigen die dt. Formen Schwund des ersten -n- (vgl. aber vereinzeltes spätmhd. mensner). Durch sekundären Anschluß an sachlich naheliegendes mhd. messe, misse, nhd. 1Messe (s. d.) entwickelt sich die Variante mhd. messenære, messener, die bereits im Mhd. Vorrang gewinnt und als nhd. Meßner noch bis ins 19. Jh. oft bezeugt ist. Im Schweiz. gilt bis zur Gegenwart die alem. Nebenform Mesmer.