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Grube

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Adelung
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Grube

Bd. 2, Sp. 820
Die Grube, plur. die -n, Diminut. das Grübchen, Oberd. das Grüblein. 1. Eine in die Erde gegrabene Öffnung oder Vertiefung; im gemeinen Leben ein Loch. 1) Überhaupt. Eine Grube graben oder machen. Wilde Thiere in Gruben[] fangen. Gruben auf wilde Thiere graben, sie darein zu fangen, dergleichen die Wolfsgruben, Fuchsgruben u. s. f. sind. Einem andern eine Grube graben, oder ihm ein Grüblein graben, figürlich nach einem daher genommenen Gleichnisse. Von der Absicht dieser Gruben bekommen sie oft besondere Nahmen, dergleichen die Lehmgrube, aus welcher Lehm gegraben wird, die Steingrube, Erzgrube, Sandgrube, Mistgrube, Mördergrube u. s. f. sind. 2) In engerer Bedeutung. (a) Eine Erz- oder Steingrube, eine Öffnung in oder unter der Erde, aus welcher man Erz und Steine gräbt; ein allgemeiner Ausdruck, der die Gesenke, Örter, Strecken, Stockwerke u. s. f. als besondere Arten unter sich begreift. In engerer Bedeutung, die zu einer Zeche gehörigen Gebäude dieser Art. Die Grube belegen, Arbeiter anfahren lassen, sie mit Arbeitern belegen. Die Grube gehet zusammen, wenn sie einstürzet. S. auch die folgenden Zusammensetzungen. (b) Ein Grab, eine in die Erde gegrabene Öffnung, einen Verstorbenen darein zu begraben, doch nur in einigen besondern Fällen. Auf der Grube gehen, wahrscheinlicher Weise bald sterben müssen; wofür es bey Gellerten heißt: Ich gehe nach der Grube zu. Einen Fehler, eine Schwachheit, eine Wunde u. s. f. mit in die Grube nehmen, sie bis an seinen Tod an sich haben. Das wird ihm bis in die Grube anhängen. Einen Satz bis in seine Grube verfechten. Ihr würdet meine grauen Haare mit Herzeleid in die Grube bringen, 1 Mos. 42, 38. Die übrigen biblischen R. A. in die Grube fahren, sterben, die Grube nicht sehen, u. s. f. sind im Hochdeutschen ungewöhnlich. 2. Figürlich, eine Vertiefung, eine tiefere Stelle in einem Körper, auch wenn sie nicht durch Kunst gemacht ist. Die Grube in den Wangen, in dem Kinne, welche am häufigsten im Diminut. Grübchen genannt, und für eine vorzügliche Schönheit gehalten werden. S. auch Herzgrube und Grübling. Anm. Bey dem Notker Gruoba, im mittlern Lat. Groba, bey dem Ulphilas Grobo, im Schwed. Grop, Grufwa, im Alban. Gropa, im Wallach. Groapa, im Lettischen Grabas, im Pohln. Gruba. Es stammet von graben her, welches in einigen Mundarten auch gruben lautet, S. dasselbe. Durch Vorsetzung des Zischlautes ist daraus das Schwed. Skrubb und Lat. Scrobs, eine Grube, entstanden. Die Niedersachsen haben dafür unter andern auch das Wort Kule, Schwed. Kula, Holländ. Kuile, welches zu dem Griech. γωλεα, eine Höhle, κιλος, hohl, und dem Deutschen hohl selbst gehöret, und von Haltaus v. Kaute sehr unrichtig erkläret wird.
2687 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grube

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Grube , plur. die -n, Diminut. das Grübchen, Oberd. das Grüblein. 1. Eine in die Erde gegrabene Öffnung oder Vertief…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grube

    Goethe-Wörterbuch

    Grube 1 Vertiefung, (flaches) Loch im Erdboden od in einer anderen Oberfläche a zu einem best Zweck geschaffene (zT ausg…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Grube , 1) August Wilhelm , pädagog. Schriftsteller, geb. 17. Dez. 1816 in Wernigerode, gest. 28. Januar 1884 in Bregenz…

  4. modern
    Dialekt
    Grubef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Grube , Grübe f. : 1. 'vom Menschen gegrabene Vertiefung im Erdboden', Grub (grūb), Pl. Gruwe [vereinzelt WPf NPf], Grib…

  5. Sprichwörter
    Grube

    Wander (Sprichwörter)

    Grube 1. Diar öölern an Gruw grêft, fêlt 'r sallew iin uun. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 366, 261. 2. Die Grube ist zu spät…

  6. Spezial
    Grube

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gru|be f. (-,-n) 1 (Vertiefung) büja (büjes) f. 2 (Grab) fossa (fosses) f. 3 (Bergwerk) ciavara (-res) f. 4 (Bergbau) mi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grube

211 Bildungen · 153 Erstglied · 58 Zweitglied · 0 Ableitungen

grube‑ als Erstglied (30 von 153)

Grube II

RhWB

Grube II Rhfrk -ūp, Pl. -wə bis zur bleib/bleif- L.; dann -ūf, Pl. -wə ; Mosfrk -ū:f, –ōu-, –o·u.-, –ō:- [ Saarl-Griesborn Ensd grū: ], Pl. …

grubeinen

DWB

grube·inen

grubeinen , vb. , nach der grube riechen, dem tode nahe sein Kramer teutsch - ital. 1, 571 a ; vgl. Wilmanns 2, 103 ; im selben sinne auch g…

Grubeleisen

SHW

Grubel-eisen Band 2, Spalte 1485-1486

grubeln

DWB

grübeln , grubeln , vb. , ableitung von grube: kleine gruben zum setzen junger pflänzchen bohren Unger-Khull 309 b ; ein gegrübeltes kinn ha…

gruben

FWB

1. ›eine Grube anlegen‹; speziell: ›Löcher für neue Setzlinge im Weinberg graben, Reben pflanzen (auch als Fronarbeit)‹; 2. ›etw. (einen Reb…

Grubenholz

SHW

Gruben-holz Band 2, Spalte 1485-1486

Grubenloch

SHW

Gruben-loch Band 2, Spalte 1485-1486

Grubensäge

SHW

Gruben-säge Band 2, Spalte 1485-1486

Grūben_s;rz

Adelung

Das Grūben_s;rz , des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, im Bergbaue, Erz, welches in der Grube gewonnen worden, im Gegen…

grubenarbeit

DWB

gruben·arbeit

-arbeit : gruben- oder stollenarbeit Lori baier. bergr. 177 ( a. d. j. 1515); Schönberg berginf. 1, 189 ;

grubenarbeiter

DWB

gruben·arbeiter

-arbeiter akten u. briefe z. kirchengesch. Georgs v. Sachsen 3, 123 ( a. d. j. 1525); Mathesius Sar. 7 a ;

grubenartig

DWB

gruben·artig

-artig : wegen einer grubenartigen vertiefung ( am schädel ) Brehm thierl. 3, 312 P.-L.;

Grubenaufstand

Adelung

gruben·aufstand

Der Grubenaufstand , des -es, plur. die -stände, im Bergbaue, eine Nachricht, von der Beschaffenheit einer Erzgrube, zum Behuf der Gewerken,…

grubenbau

DWB

gruben·bau

-bau , die summe der arbeiten in der grube, im gegensatz zum hüttenbau Krünitz 20, 153 ; ' fast gleichbedeutend mit bergbau' Motthes baulex.…

grubenbaum

DWB

gruben·baum

-baum , ' ein strauch, dessen blätter zum schwarzfärben dienen ', fouie (= rhus cotinus ) Schrader dtsch-frz. wb. 1, 578 ; anders, ein gerät…

Grubenbeil

Campe

gruben·beil

Das Grubenbeil , des — es, Mz. die — e , im Bergbaue, ein kleines Beil, das die Bergleute bei ihren Arbeiten in der Grube gebrauchen.

Grubenbericht

Adelung

gruben·bericht

Der Grubenbericht , des -es, plur. die -e, eben daselbst, ein Bericht, welchen das Bergamt dem Oberbergamte von dem Zustande einer oder mehr…

grubenbetrieb

DWB

gruben·betrieb

-betrieb Scheuchenstuel 110 ; im nördlichen theile des reviers findet .. kein gruben-, sondern nur hüttenbetrieb statt Ritter erdkunde 2, 85…

grubenbiber

DWB

gruben·biber

-biber , castor fiber Nemnich 212 ; vgl. Oken allg. naturgesch. 7, 750 ; nicht gesellig, sondern einsam in gruben lebend;

Grubenbild

Meyers

gruben·bild

Grubenbild , die vom Markscheider auszuführende zeichnerische Darstellung der Baue eines Bergwerkes im Grund- und Aufriß.

Grubenblaue

RhWB

gruben·blaue

Gruben-blaue -bl Siegld-Freier Grund f.: die Stelle, wo ein Kohlenmeiler gestanden hat.

Grubenblênde

Adelung

gruben·blende

Die Grubenblênde , plur. die -n, eben daselbst, eine hölzerne Laterne, welche vorn offen ist, in welche der Bergmann sein Grubenlicht stecke…

grube als Zweitglied (30 von 58)

Fundgrube

RDWB1

Fundgrube f бюро находок, стол находок übertr. россыпи, залежи Fundgrube der Alltagsweisheiten - россыпи практической мудрости

Magengrube

RDWB1

Magengrube f wie ein Schlag in die Magengrube idiom. - как удар поддых идиом. , разг. , как будто меня кто ударил идиом.

augengrube

DWB

augen·grube

augengrube , f. caverna oculi, augenhöle, franz. salière ( salzfasz ), wird zumal von pferden gesagt.

Backengrube

Adelung

backen·grube

Die Backengrube , plur. die -n, Diminutivum das Backengrübchen, eine kleine Vertiefung in den Backen mancher Personen; das Grübchen.

Bockengrube

Adelung

bocken·grube

Die Bockengrube , richtiger Pockengrube, Pockennarbe, u. s. f. S. Adelung Blattergrube u. s. f.

Diamantgrube

Adelung

diamant·grube

Die Diamantgrube , oder Demantgrube, plur. die -n, ein Flötz, in welchem echte Diamanten gebrochen werden.

eisgrube

DWB

eis·grube

eisgrube , f. fovea ad conservanda glaciei frusta. bildlich: das alter oder grab ist selber eine eisgrube. J. P. Fibel 1, 143; genieszest du…

fischgrube

DWB

fisch·grube

fischgrube , f. piscina. voc. 1482 kk 5 b . weier, see, vischgrube. Albr. von Eybe 46 a ; man sihet auch noch zu Rom, wie er ein fischgruobe…

fuchsgrube

DWB

fuchs·grube

fuchsgrube , f. 1 1) die höle des fuchses, der fuchsbau. so schon bei Henisch 1273, 7 fuchsgruben, caverna vulpina. aber das wort ist gewis …

fundgrube

DWB

fund·grube

fundgrube , f. , ein früh im 16. jh. aufgekommenes wort der bergmannssprache. im 14. und 15. jh. sagte man nach den metallen, nach denen geg…

goldgrube

DWB

gold·grube

goldgrube , f. 1 1) goldbergwerk, vgl. aurifodina goltgrube, goltgrub, goltgrueb (1429 md. ); goltgrobe (1414 nd. ) bei Diefenbach gl. 62 a …

herzgrube

DWB

herz·grube

herzgrube , f. die äuszere höhlung, welche sich in der mitte der brust unter dem brustbein befindet: ach hätt ich an der herzgrube ein kappf…

kiesgrube

DWB

kies·grube

kiesgrube , f. 1) bergmännisch, grube in der meist kies, schwefelkies, giftkies gebrochen wird. Adelung. 2 ) sandgrube.

kothgrube

DWB

koth·grube

kothgrube , f. mistgrube, düngergrube. Adelung. schundloch, mering. Rädlein 560 a .

löwengrube

DWB

loewen·grube

löwengrube , f. grube worin löwen verwahrt werden: du lôstost sie, also du tate filios Israhel de Egypto, unde Danihelem de lacu leonum (fon…

lohgrube

DWB

loh·grube

lohgrube , f. grube worin das leder mit lohe gar gemacht wird. vgl. lohbeize .

Markgrube

DRW

mark·grube

Markgrube, f. zu 2Mark (I) ausgehobene Erdgrube als Grenzzeichen vgl. Markzeichen (I) 1570 OÖsterr./ÖW. XIV 299 sein vier freisassen vorhand…

mistgrube

DWB

mist·grube

mistgrube , f. grube für den mist: sterquilinium mistgrub Dief. 552 a ; mistgrube, fimetum Stieler 689 ; mistgrube, sterquilinium in fovea F…

mördergrube

DWB

moerder·grube

mördergrube , f. grube, unterirdischer schlupfwinkel für mörder: halt jr denn dis haus, das nach meinem namen genennet ist, fur eine morderg…

mordgrube

DWB

mord·grube

mordgrube , f. grube oder höhle in der gemordet wird: specus, mortgrube Dief. 545 c ; dis leben ist nicht ein leben, sondern eine mordgrube,…

Mördergrube

DRW

mörder·grube

Mördergrube, f. Höhle, in der sich Mörder aufhalten, meist in übtr. Sinn gebraucht 15. Jh. u.ö. TrübnerWB. IV 675

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APA
Cotta, M. (2026). „grube". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grube/adelung?formid=G03282
MLA
Cotta, Marcel. „grube". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grube/adelung?formid=G03282. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „grube". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grube/adelung?formid=G03282.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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