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grube

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grube f.

Bd. 9, Sp. 600
grube, f. , fovea. II. form. I@11) gemeingerm. wort, zu graban gehörig: got. groba, anord. grōf, mengl. grōfe, ahd. gruoba, cropa u. ä. Graff 4, 307 f.; anzumerken ist, dasz das wort im mnd. nur vereinzelt nachzuweisen ist (s. Schiller-Lübben 2, 157b) und auch in den heutigen nd. maa. weithin fehlt oder als jüngere entlehnung erscheint; ahd. herrscht noch die starke flexion; erst seit dem 11. jh. schwache formen: dat. sg. gruopun Graff (aus Prud. gl.); acc. pl. groibun Diefenbach nov. gl. 226b (12. jh.). seit dem mhd. mit steigender häufigkeit schwach, bis im 16. und noch im 17. jh. diese flexionsweise wenigstens im süden das übergewicht hat; im 18. jh. literarisch schnell überwunden (von norden her); nur in der ersten hälfte noch häufiger, auch lexicalisch anerkannt, Aler dict. 1, 988; ausz der gruben Elis. Charlotte v. O. br. 3, 158 lit. ver.; auf der gruben Chr. Thomasius gedanken u. erinnerungen 3, 2; in die gruben (acc. sg.) Fleming der vollkommene teutsche soldat 297; in ein gruben Tschudi chron. helvet. 1, 209; oberdeutsche mundarten halten die schwache flexion fest Schmeller 1, 984; Hügel 71; Fischer schwäb. 3, 861. I@22) einen hinweis verlangen merkwürdige, anscheinend umgelautete formen: Schmeller 1, 984 notiert als pluralform griəbm, griəmə; das erhellt eine dunkle stelle bei Lori: ob auch hinfür etlich unser burger .. neue fänge und grieben fachen und treiben wurden .. wan dan solche grieben zu berg-grueben getrieben und gebracht werden, so sollen dieselben, die die grueben also zu berg-grueben getrieben .. haben, dieselben grueben zwey jahr .. haben und behalten baier. bergrecht 46b (quelle v. 1455), wo grieben versuchsschürfungen zu bedeuten scheint; vgl. unten II B 5. hierher möglicherweise auch die grieb, ein stadtpalast in Regensburg, mit den straszennamen vor und hinter der grieb: in einer Regensburger urkunde von 1183 erscheint ein Udalric in der grb cod. dipl. episc. Ratisb. 1, 263. für das bad. Rappenau bietet Meisinger 78 den sing. kriiwe, für Handschuhsheim Lenz 29b kriip; danach dürften die zahlreichen schreibungen grben, grüeben u. ä. im älteren schwäb. (Fischer 3, 861) nicht belanglos sein; auch nicht die (an sich nicht durchschlagenden) mhd. reime alem. herkunft die selben grüebe (plur.): er hüebe g. frau 2024; in ir grüeben: üeben, betrüeben, erhüeben Konr. v. Würzburg klage d. kunst str. 28 Joseph; uf mines dotes grüeben (dat. sg.): üeben Herm. v. Sachsenheim (s. u. II B 4). IIII. bedeutung. II@AA. zunächst und hauptsächlich eine vertiefung im erdboden. II@A@11) der etymologie entsprechend gewöhnlich von einer künstlich hergestellten vertiefung, und zwar denkt man, zum unterschiede von graben, zumeist an eine einigermaszen runde oder gleichseitige höhlung: bisz so lange, das czwene ... secke mit koln gluwende worden in eyner gruben Stolle thür. chr. 205; wie sie .. gruben hacketen und die erde auszwurfen grillenvertr. (1670) 164; das .. machet eine gruben in die erden mit seinem finger, aus dem selben gräblein entsprung ein .. brunn Prätorius saturn. 376; (ich gebiete dir) eine grube zu graben, von einer ell' ins gevierte Voss Od. 189 Bernays; wäre es möglich, dasz eine grube durch und durch das erdreich gehauen würde J. Grimm kl. schr. 4, 342; sie (bodenuntersuchung) geschieht durch ausheben von gruben v. Alten 3, 404; da kraczet der lev ein gruoben mit seinen füssen summerteil der heil. leben 6d; grub dy ain saw wulet Diefenbach nov. gl. 385b s. v. volutare; machet er (der hirsch), wann er rüben geniesset, gruben in die erde Göchhausen notab. venat. 30; in älterer sprache indessen nicht selten auch synonym mit graben: ain grub o. graben fossa Diefenbach 244c; statgrab vel grube fossatum ib.; ebenso: nachdem er 7 monat darauf gekriegt und nun 10 000 männer in der gruben verloren hatte quellen z. gesch. der stadt Kronstadt 4, 11; alle czit sullin vride habin .. kirchin unde kirchowe unde iczlich dorf unde stat binnen siner grubin unde siner mure adir czune Neumarkter rechtsb. 173; von kleineren gräben, rainen u. ä. oft in alten grenzbeschreibungen, vgl. Fischer schwäb. 3, 861; sulcus Serranus synon. s. v. grub; und macht um den altar her eine gruben 1.n. 18, 32; der keyser Julius, da er .. spectackel halten wolt, lyesz er gruoben umb den platz .. aufwerfen Eppendorf Plinius 45; ein runde gruoben umb die böum Frisius 926b; im frühling ... grabe sie um die linde eine grube, bis zur wurtzel Ettner u. Eiteritz med. maulaffe 170; dioryges ein grub mit der hand gemacht sunt fossae manu factae in Aegypto, ad Nili aquas in agros derivandas Calepin xi ling. 428a; tiefe gewölbte gruben in den stätten, dadurch alle unsauberkeit ausz den heimlichen gemächern .. auszgeführt wirdt cloacae Henisch 1760; grove ein tiefer graben zur befriedigung einer marschfenne Schütze holst. 2, 64; krumme grube strasze in Königsberg Frischbier 1, 256b. II@A@22) gern aber auch, zumal in älterer sprache, von natürlichen vertiefungen in der erdfläche, von den umfänglichsten bis zu den kleinsten, mit verschieden gerichtetem sinn: II@A@2@aa) abgrund, schlund: praecipitium gemma gemm. (1508) t 6d; barathrum .. ein grosz tief oder grundtlosz gruob Er. Alberus dict. a 2b; barathrum ein grausame tieffe grub oder loch Calepin xi ling. 154b; mannes muot kâhes kesturtez in dia gruoba (mersa praecipiti profundo) Notker 1, 13. diu gruobe, dar in viel der man, dâ soltu die welt merken an (vorher: in ein abgründe tief) Rud. v. Ems Barl. 119, 9; es thet sich das erdtrich im mitten auf dem marckt auf und gewann eyn tiefe gruoben Carbach Livius 65a; ein tiefe grub war im abgrund, dieselbig risz auf ihren schlund Spreng Än. 112a; aber auch von flacheren vertiefungen: schlucht, thalsenke, kessel, mulde, 'ein jeder ort, der etwas tiefer ist als die andern dabei' Frisch (1741) 1, 377c: sie gien durch teler und gruben und in die höler A. v. Eyb dtsche schr. 1, 82; er .. fülte (mit fluten) alle täler und gruoben, die vor im wären Tauler serm. (1508) 65c; so erzeiget sich der platz innerthalb mit gruoben, büchlen und verfallnen mauern Stumpf Schwytzerchr. 418a; die hütte war in eine grube der erde gesenkt Haller Alfred 234: an den gruben vorbei, wo ein ewiger schnee sich gelagert Körner 2, 18 H.; unter mir lag der schnee in den gruben Moltke schr. u. denkw. 4, 11; auf dieser linie wird das wort zum ortsnamen: dasz man gar frölich ziechen sach die von sant Gallen schnelle in die gruob mit richem schall hist. volksl. 2, 276 Lil.; vgl. 274, 46; sehr häufig als flurname Fischer schwäb. 3, 862; vgl. Staub-Tobler 2, 692; auch von erdlöchern kleineren ausmaszes: wie oft springen sie uber einen schatten ... vermeynende, sie haben ein bach, klotz oder gruoben vor ihnen Ambach v. zusaufen c 1a; kein stein noch grub soll deinen fusz verhindern Weckherlin 1, 364 F.; der gottlosen weg ... hat viel gruben und anstösse Petri d. Teutschen weish. 1, a 8b; er tritt in die grube sagt das volk vom hinkenden Körte sprichw. 179. II@A@2@bb) höhle: spelunca hulin, gruob Diefenbach nov. gl. 345a; hube (l. hule) o. gruobe 332b s. v. scrobs; eyn grosz hole vel gruob gloss. 607c s. v. vastrum; grube der trachen und wurme antrum 39a; antrum Frisius 102b; ein höle, grub unter dem erdtrich caverna Hulsius (1618) 2, 82b; schon mhd.: der minne gruobe, der minne hol, dar inne in vor was sô wol Heinr. v. Freiberg Trist. 3325; ir habt es (mein haus) gemacht ein gruob der diebe erste dtsche bibel, Matth. 21, 13, Luther: mördergrube; die 5 kunig warn geflohen und hetten sich verborgen in die gruobe der stat Maceda ib. Jos. 10, 16, Luther: höhle; nach mitternacht, da der wynd Aquilo entsteet und von ym ein gruob oder höly ein nammen hat Eppendorf Plinius 5; den ring .., den er in der nacht aus der unterirdischen grube gebracht hatte Tieck schr. 8, 72; die .. beschaffenheit .. einer grube oder eines gewölbes, welches sie (die fledermaus) benutzen will Brehm thierl. 1, 321 P.-L.; bildlich: und aus des elends gruben da schallt es: fluch euch buben! br. von u. an Herwegh 272; ach, herz des menschen, grube, die viel verbirgt Herder 27, 147 S. II@A@2@cc) hölle; schon ahd. hellagruoba Graff 4, 308; das ist der da unden ist in der gruoben, da wonet Sathanas mit sinen buoben pilgerf. d. träum. mönchs 8975; das sy lebendig hinunder in die gruoben farend Züricher bibel (1531) 4. Mos. 16 E (v. 33), Luther: hölle; lass sie faren, eyn blind dem andern nach, yn die ewigen gruben Luther 10, 1, 1, 388 W.; er .. trachtet, wie er uns ubers seil werfe und in die hellische grube stürtze Dedekind christl. ritter b 4a, im spiel mit der bedeutung B 3; denn diese höllische grube soll himmlische geister nicht ... in banden behalten Bodmer samml. crit. poet. schr. 1, 41; vgl. noch: daher er sie ... unbarmherzig zurück in die grube stürzte (die hölle der volksbühne) Göthe 21, 114 W.; auf einer ähnlichen vorstellung scheint zu beruhen: beruoft der gnedige gott .. Abraham usz der abgötter gruob von Ur Joh. Kessler sabbata 20; wohl auch: sie uuurden beheftet mit uuerlt kiridon unde bediu sturzton sie in foveam mortis (in gruoba todis) Notker 2, 62 (ps. 19, 9); dieselbe verbindung in anderem sinne unter B 4. II@A@33) gewisse wendungen sind zu übertragenem u. sprichwörtlichem gebrauch gediehen, besonders in die grube fallen: enti ibu daz (sc. schaf) in gropa fallit Mons. fragm. 4, 24 Hench (in foveam Matth. 12, 11); sehr gern bildlich im sinne: in noth, gefahr, verlegenheit gerathen: gleich als wo du in ain gruoben felst, got reckt dir sein hand dich herauszeziehen Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 306; ich unseliger bin gefallen in die gruob Terenz (1499) 119b (in eum incidi infelix locum Phorm. 175); wer die strasz der warheit nicht .. weisz, der stürzt sich in die grub der thorheit Lehmann florileg. pol. 2, 901; Sickingen, du wirst mit mir in die grube fallen! ich hoffte, du solltest mir heraushelfen Göthe 8, 108 W.; grade in die grube gefallen, die man vermeiden wolte Lichtenberg br. 2, 175; das er (gott) dich also wil verblenden, das du mit offnen augen yn die gruben fallest Eb. v. Günzburg 3, 134 ndr.; wer mit offenen augen in die grube rennt, soll die beine brechen Holtei erz. schr. 37, 146; umgekehrt: wer dem ochsen ausz der gruben mit händen hilft, dessen hülf ist gewisz Lehmann florileg. polit. 1, 410; dadurch war ich im stande, sie in verwirrung zu setzen und unsere Zierlich aus der grube heraus zu ziehen Petrasch lustsp. 2, 512; sie (die kirche) hat alten füchs art .. sie weisz uber alle zäun und hage, uber alle gruben und graben .. gar fein zu springen Fischart bienenk. 50a; üben sie sich, die gruben, die der zufall ihrer eitelkeit in den weg legt, zu überspringen Pückler briefw. und tageb. 1, 165; hierher weiter ein vielcitiertes und abgewandeltes biblisches gleichniswort: blinter oba blintemo leitidon forgibit, beidae in gruobe uallent Tat. 84, 7 (Matth. 15, 14) und ähnlich bis zu Luther; vielfältig variiert: dem geschicht als dem gesehenden, der mit ainem blinden über feld wandelt, und vielen beyd in ain tieff gruob buch d. beisp. 3 lit. ver.; dieses kind ist ein blinder wegweiser und stürtzet seine nachfolger in die gruben Harsdörfer teutsch. secret. 1, C c c 1a; wo ... der blinde den lahmen in die grube führt Fr. Schlegel 5, 218. II@BB. sehr häufig erscheint das subst. in speciellerer verwendung; die vielfältigkeit des gebrauchs wird am deutlichsten, wenn man nach dem zweck der grube fragt. II@B@11) grube als thierunterschlupf: grube der wilden thieren cavernae, cubilia ferarum Henisch 1758; die fuhse habin grubin Beheim ev. buch, Matth. 8, 20; gegen welchem theil die maulwörf, igel und murmelthier ihre gruben zustopfen Sebiz feldbau 8; die unzähligen gruben und höhlen der erdmäuse Ritter erdk. 2, 548; (dieser krieg) der auch die wilden thiere sanftmuth lehrt, dasz sie sich scheu in ihre gruben bergen Schiller 13, 310 G.; thierzwinger: fone louuuon gruobo Notker nach Graff 4, 307; grube der leuwen spelunca leonum Diefenbach 546a; also musten die löwen den Daniel in der gruben unverletzt lassen Cyr. Spangenberg in theatr. diab. (1569) 287a; kerker: do warf man mich sarein disen charchære in dise vinster gruobe Milst. gen. 81, 14; und hie bin ich unschuldig gelegt in die gruobe erste dtsch. bibel 3, 180; das sie versamlet werden in ein bündlin zur gruben und verschlossen werden im kercker Jes. 24, 22; vgl. Jer. 3, 16; und werft in in der gfengknuss gruben H. Sachs 11, 21 K.; und wer zuerst in gruben liegt, kan bald den thron ersteigen Günther ged. 31; der könig ... befahl den kutscher in eine grube zu werfen, die voll ottern und schlangen - gezücht war brüder Grimm kinder- u. hausm. 2, 257; bildlich: ausz des todes kercker oder gruben Mathesius Sar. 73a; krypta: eyn grube under der kirchen Diefenbach 597b s. v. tripta (l. cripta); crypta Calepin xi ling. 353b; vgl.grube, ein gemach und gewelbe unter der erden crypta Decimator thes. (1615) s. v.; auch syn yn allen kirchen oder muschkeen tieffe locher oder gruoben Breidenbach reisen (1486) 136a; vorrathsgrube: gruben im erdtrich, dareyn man das korn gehaltet Henisch 1758; für die keller hetten sie grben mit mist bedeckt Seb. Franck chron. Germ. 5a; (wenn der feind naht) flüchte jeder in die gruben kartoffeln, kraut, gelb, weisze ruben A. v. Arnim 14, 68; grube in der nähe des hauses zur aufbewahrung von feldfrüchten über den winter Staub-Tobler 2, 692; kartoffelgrube Weinhold schles. 30b; abfallgrube: das .. ewere bronnen ferr seien von den gruben, pfitzen und lachen, da man den mist pflegt zusammlen Sebiz feldbau 14; hat ein reichstat .. aus des hundtschlagers gruoben einen gottsacker gemacht Nas antipap. eins u. hundert 1, 40b; (das fleisch) stinckt, als ob es schelmig wer oder kAem ab der gruoben her Montanus schwankb. 438 lit. ver.; es war, als fegte man den mist aus sechsunddreiszig gruben Heine 2, 490 E.; düngergrube Weinhold schles. 30b; abort: grub o. privet Diefenbach 474c s. v. puteal; latrina Wachter 618; ist aber, daz ein man sinken wil eine grube, di da heizet heimelichkeit urk. buch d. st. Freiberg i. S. 3, 21; die grube leeren Fischer schwäb. 3, 861; bildlich: mensch .. du bist ein gruben Abr. a St. Clara etw. für alle 2, 262; obscena, sordida, humilia etc. alles in einer grube! (bei Klotz) Herder 3, 305 S.; (ein witz) recht aus der stinkenden grube der tiefsten depravation gestiegen E. Th. A. Hoffmann 14, 170 Gr.; wassergrube: aequorreos lacus wazzerlichon groibun Diefenbach nov. gl. 226b; lacus gloss. 316a; sentina stinckende grube mit wasser 527b; ein cistern oder gruoben dareyn das rägenwasser sich samlet compluvius lacus Frisius 271a; und warfen ihn in die grube; aber dieselbige grube war leer und kein wasser drinnen 1. Mos. 37, 24; bildlich: trink wasser aus deiner grube lasz dir an deiner frau genügen spr. Sal. 5, 15; das man .. die predig schöpfe auss dem brunnen der bibel .., nit auss den gruoben, cistern und lachen newer predigbücher Eb. v. Günzburg 1, 51 ndr.; (der vorwitz) ruft die irrenden herbei, die oft aus trägheit, oft aus unverstand aus seiner grube schöpfen grafen Stolberg 3, 14; von wasserleitungen: die gruben unter der erden, dardurch man das wasser füert specus, cuniculi Henisch 1757; gewelbte brunnenstuben oder eingeschloszne gruoben in den brunnenleitungen, ausz welchen die teuchel das wasser fassend Frisius 196b; fischgrube: wewer vel grub Diefenbach 108a s. v. cavea; vischwyer vel gruob piscina 438a; es ist kein fisch in unser gruben (vorher: sprich, dasz sie den fisch in der gheim in der fischgrub auf morgen bhalt!) H. Sachs 21, 257 K.-G.; da man nun die gruben aufzoch, kein grossen fisch er darinn sach A. D. Widmann Peter Leu v. 600 Schade; spielgrube für kinder Staub-Tobler 2, 693; spielst du mit schussern, das kügelchen rollt, dreht sich zur grube Göthe 4, 46 W.; aschengrube: morgens sasz sie ganz berusset in der heiszen aschen gruben Brentano 3, 394; vgl.gruob und ort under dem herd cavea Henisch 1757. II@B@22) grube in der sprache der verschiedensten gewerbe u. gewerke: schanzgrube: auf dem walle, da tiefe gruben zu verwahrung der artollerey gemachet Micrälius Pommerland 4, 167; baugrube: grub, darinn der baw angelegt wirdt fundamentum Henisch 1757; vgl.man sihet noch heut .. die gruben desselbigen hauses (das ausgebrannt war) buch d. liebe 273a; gieszgrube: was in des dammes tiefer grube die hand mit feuers hilfe baut Schiller 11, 306 G.; da brachten sie ... ihr werk in die grube Göthe 44, 61 W.; bildlich: müssen wir die form bereit halten, in die das siedende metall sich ergieszen kann, damit die blanke ... Germania aus der grube steigt Uhland Frankf. parl. reden 4, 2879; setzgrube für pflanzen: grub, grabe darein man etwas pflantzet Henisch 1757; im weinberg die gruben, in die die grubreben (s. d.) gesetzt werden: waz mistes man in die grüban bedarf Fischer schwäb. 3, 861 (quelle v. 1361); ein alter rebstock dessen schosz man mit gruben eynleget propago Calepin xi ling. 1171b; auch soll er jährlich eine gewisse anzahl (weinstöcke) zu gruben und bogen legen zu lassen verbunden seyn Hohberg georg. cur. 1, 19; vgl.gruben vb.; das gruben-einlegen und sencken (beim baumpflanzen) 2, 413; um sie (die eichen) in eine neue grube zu setzen Brentano 2, 66; grube zum kohlenbrennen: er hab es (kohlen) uff der grub oder uff dem marckt kauft Fischer schwäb. 3, 861 (Ulm 1505); den kolern, wann sie holz zu den grueben schleifen ib.; wobei das holz .. in .. meilern oder in gruben verkohlt .. wird Rossmässler d. wald 614; kalkgrube: lacus der trog oder die grube, darinnen der kalck gelöschet wird Reyher (1668) 2, 3942; der kalch muss wenigstens ¼ jahr in der grube bleiben allg. dtsche bibl., anh. zu 37—52, 432; gerbgrube Karmarsch-Heeren 3 5, 331; ein gerber musz 1000 gulden in der hand, 1000 im buch und 1000 in der grube haben Fischer schwäb. 3, 861; färbgrube: der knecht hatte die hälfte seines garns .. in einer grube mit eichenlaub gefärbt Möser 1, 301; waschgrube: das treten der wäsche in der grube bei Homer Bücher arbeit u. rhythmus 4368; und mannigfach sonst: gruben zum einsumpfen d. thons Muspratt chemie 8, 388; gruben der rost- oder brettschneider Hoyer-Kreuter 1, 314 u. a. II@B@33) grube als fall- u. fanggrube zeigt eine reichere entwicklung: wenn die jäger ainen pern vâhen wellent, sô grabent si ain gruob Konr. v. Megenberg buch d. natur 163; ir ardt zu fahen ist, dass man sölche (auerochsen) in tieffe gruben stürtzt Herold-Forer Gesners thierb. 128; als wann ihm zwölf füchse ... in die grube gefallen Zend. a Zendoriis winternächte 565; am verbreitetsten waren die wolfsgruben (auch ortsname), s. d.; 'eine art vogelfang, da man die kleine vögel in gruben fängt' Krünitz 20, 152; als kriegsmittel: unde machten grosse gruben an den enden, da sie wissten die fiende herquamen Wigand Gerstenberg chron. 28; seinen feinden kan man mit .. verdeckten gruben .. incommodiren Fleming der vollk. teutsche soldat 271. zwei linien bildlichen gebrauches sind hervorzuheben: II@B@3@aa) sy werdent euch zuo einer gruobe und zuo eim strick erste dtsche bibel 4, 332 (Jos. 23, 13); das ir .. vor trunckenheit, als einer hellischen gruoben, erschrecken .. werdet Ambach v. zusaufen d 4a; sie (die welt) ist .. foller bosheit, steine und gruben Butschky Pathmos 42; dabei kann sich der gegenständliche sinn des subst. stark verflüchtigen; gelegentlich wird es fast wie ein abstractum gebraucht: grub, hinderlist, beruckung ... dolus, fraus, fallacia, insidiae, technae Henisch 1758; dasz einer etwas studiert, das ist dazu ... nutz, dasz man der füchsz ränck und gruben erlernt Lehmann florileg. pol. 1, 494; vgl. si haben mir on ursach gestellet di gruoben yrer netze Schede psalmen 131 ndr.; eine reihe von bibelstellen haben diesen bildlichen gebrauch befördert, vor allem Jes. Sir. 27, 29: wer eine grube gräbt, der fällt selber darein; ganz ähnlich spr. Sal. 26, 27; pred. 10, 8; auf sie geht das vielverwerthete sprichwort zurück: wer einem anderen eine gruben gräbt, fält gemeiniglich selbst darein Aler 1, 988a, das schon der mhd. zeit geläufig war: vil dikke er selbe drinne lît der dem andern grebt die gruoben minnes. frühl. 22, 32; vgl. Rother 4527; dann ich bin, der die gruoben getolben hat, und zuo dem ersten hineingefallen Wickram 2, 161 Bolte; auch eine reflexive fassung ist alt: Gâwein im selp die gruobe gruop: Gasozein er wider ûf huop Heinr. v. d. Türlin krone 12 003; vgl. 16 827; da grabend ir unsinnigen .. euch selb ain gruob und fallen darein reform. flugschr. 1, 112 Clemen; auf grund dieser sprichwörter entwickelte sich die des citatcharakters allmählich ganz entkleidete formel einem eine grube graben im sinne 'insidias alicui struere' Stieler 689; der ... grosse haufe .. dencket und trachtet, wie man Christo eine grube grabe Mathesius fastenpred. (1670) 28b; Atropos: sehen sie da den herzbuben. Lachesis: aber die trefdame grabt eine gruben Meisl theatr. quodl. 1, 48; auch mit anderen verben: auch haben on ursach die buben meiner seel zugericht ein gruben H. Sachs 18, 150 K.-G.; wie er (der teufel) solchen abergläubischen fuhrleuten .. eine grube bereite J. G. Schmidt rockenphil. 1, 341; die tiefsinnigen gedanken unserer philosophie .., denen Leo heimliche gruben legt Gutzkow w. 10, 148. II@B@3@bb) einige andere bibelstellen streifen wenigstens an diese sonderbedeutung: aber, gott, du wirst sie hinunter stoszen in die tiefe grube ps. 55, 24; lasz sie treffen ihr böse sach und stürz sie in die grub hinein Pape bettel- u. garteteufel q 7b; im hertzen aber dencket er, dasz er dich fell int gruben schwer H. Sachs 19, 50 K.-G. als paraphrase von Sir. 12, 16; aber sein unordentliches leben stürzte ihn in die grube Haller Usong 93; auf dieser linie gelegentlich der abstracten bedeutung 'verderben, untergang' nahekommend: yhr (der gottlosen) grube und verderben ist fürhanden Luther 19, 590 W.; öfter vermengt mit den bibelstellen unter a: wurden .. also in die grube selbst gestürtzet, die sie andern hetten zugerichtet Schütz hist. rer. pruss. m 4c; stürtze sie selbst in die gruben, die sie uns gegraben haben aus einem gebet Fleming d. vollk. teutsche soldat 297; dieselbe spielart des sinnes auch in anderen fügungen: o, ich thor! .. so lang mich von solchem umgang entfernt gehalten haben, und im letzten jahr wie ein unsinniger in die grube laufen! Miller br. dreier akad. freunde 430; das (wangengrübchen) ist die grube, worein mich trieb wahnsinniges verlangen Heine 1, 50 E. II@B@44) grube zur bestattung von toten: si folten manige grûben mit frunden unde mit mâgen Straszb. Alex. 4753; alle greber und gruoben mit den todten cörpern erfüllet warn Hedio chron. german. c 4a; damit .. er .. (die leichen) in die gemain gruoben warf Lindener rastbüchl. 19 lit. ver.; der sarg (Mozarts) wurde in einer allgemeinen grube beigesetzt O. Jahn Mozart 4, 688; dann auch im specifischen sinne des einzelgrabes; schon mhd.: (ich) bin worden nu so alt daz ich nicht zu beytene han me wan der gruben Hiob 6854 Karsten; uf mines dotes grüeben Herm. v. Sachsenheim in: meister Altswert 136, 15; erst nhd. in breiter entfaltung, aber bei literarischem gebrauch im ganzen ein wort gehobener sprache: (du wirst) nicht zugeben, das dein heilige sehe die gruben ps. 16, 10 var.; ähnlich ps. 49, 10; mein geist vergeht, mein herze bricht gleich denen in der grube Neukirch ged. 103; fünf jahre sind es schon, dasz deine werten glider in ihrer grube ruhn Drollinger ged. 112; ich fliehe und fliehe, bis sich mir eine frühe grube öffnet Hauff 3, 102; die erste starb bei dem morgengeläut, man grub ihre grube zu thaueszeit Mittler dtsche volksl. 192: seit den tagen, wo dieser zweig alemannischen volkes sich hier festgesetzt und die erste grube gegraben G. Keller 1, 182; auf der anderen seite aber auch mit einem vulgären klang: meinetwegen! besser sie als wir in die grube maler Müller 3, 209; futter für pulver; sie füllen eine grube so gut wie bessere Shakesp. 6, 142! wo das wort in niederen sprachschichten erscheint, ist es wesentlich an bestimmte formeln gebunden: es müszt' mit ganz verkehrten dingen zugehen, wenn er mir nicht in die grube nachsehen könnte Anzengruber 3, 88; i füll sei gruab'n ned aus sterbe nicht an seiner statt Hügel 71; wer bethat und wainat und wurf ma aft dö drei knöllerl in d' grue? Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 29; vgl. Fischer schwäb. 3, 862; Staub-Tobler 2, 692; überhaupt bewegt sich das leben dieser bedeutung grösztentheils in der bahn fester wendungen, von denen einige der meistgebrauchten und entwicklungsfähigsten auf die Luthersche bibel zurückgehen: auf ihre rechnung kommt zum guten theil die breitere entfaltung der bedeutung 'grab' im nhd. II@B@4@aa) würdet ihr meine grauen haare mit herzeleid in die grube bringen 1. Mos. 42, 38; vgl. 44, 29. 31; 1.n. 2, 6; diese zeitung wird mein graues haar in die grube bringen schausp. engl. comöd. 85 Creiz.; denk, einsamer! wenn du kinder hättest, die deine grauen haare in die grube brächten? Hippel lebensl. 4, 651; soll denn Friederich seine grauen haare nicht können mit frieden in die grube bringen? Gleim briefw. 1, 462; aber auch ohne so greifbare beziehung auf die bibelstellen: ich wurt sie mit leydigen dingen so alter in die gruben bringen H. Sachs 1, 145 K.; den jähen umsturz .., der mich in meine frühe grube bringt S. v. Laroche frl. v. Sternheim 2, 218; von den zahlreichen sonstigen transitiven wendungen sind manche deutlich nur abwandlungen der biblischen formel: und wie dein kühner degen so manchen Saracen konnt in die grube legen Neukirch ged. 186; wollt ihr mit gram mich in die grube senken? A. v. Arnim 20, 259; wenn nicht der schnelle tod das abgekränckte pfand noch vor der sechsten nacht der gruben zugesandt Gryphius ged. 576 lit. ver.; wie die jungen .. ärzte .. ein paar hundert krancke in die grube schicken Mattheson kl. generalbaszsch. 55; mit schande stöszt sie mich in die grube Iffland theatr. w. 1, 49; als bis ihn ein frühes sterben in die dunkle grube reiszt Triller poet. betracht. 3, 108; das gifftig aug der frauen ... wirft das kamel in die grueb proplem. Arestotilis (1492) 19b; intransitiv: ich werde mit leide hinunter fahren in die grube 1. Mos. 37, 35; vgl. ps. 143, 7; spr. Sal. 1, 12; Jes. 38, 18 u. ö.; wolltest mich .. aus herzleid über dich in die grube fahren sehen? Fr. M. Klinger 1, 435; und ist darüber verzweifelnd in die grube gefahren Göthe IV 27, 221 W.; nicht selten auch mit zu: wi zuo'r gruoben farende leich Schede psalm. 100 ndr.; ob er (Napoleon) zur grube fährt, wohin er so viele vor sich her gesendet Görres 2, 467; von den zahlreichen anderen intransitiven u. reflexiven verbindungen desselben sinnes sind manche wieder deutlich nur abwandlungen der biblischen wendungen: eh soll meine schwester ledig in die grube gehen Meisl theatr. quodl. 1, 104; als dasz ich .. mein graues haar mit schande bedeckt in die grube legen sollte E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 3, 192; mein graues haupt wird eher nicht in die grube sich neigen, als .. Klopstock Mess. (1780) 477; anderen sinnes (vgl.b): als Rom zur grube neigte Laube 5, 107; damit ich nicht mit ihm in die grube sinke Sturz schr. 2, 7; dasz ich hinabsteigen werde in die kalte .. grube Holtei erz. schriften 11, 299; auch umgekehrt: sollt' Helena auch selbst aus asch' und grube steigen Weichmann poesie d. Nieders. 1, 183; sprichwörtlich: wer aus der grube komt, der weisz vom tod zu sagen Kramer teutsch-ital. 1, 570c. II@B@4@bb) auf der grube gehen dem tode nahe sein; im älteren nhd. ungemein häufig, auch im 18. jh. noch durchaus gebräuchlich: wiewol du täglich gast uff der gruob N. Manuel 263 B.; je neher er auf der gruben get Luther 32, 227 W.; weil sie (die welt) zu irem ende nahet und bereit auf der gruben gehet 34, 2, 476; im nahmen des auf der grube gehenden Augustus Lohenstein Armin. 2, 1339a; variiert: wie vast wir laufen uff der gruob, schenck yn Murner narrenbeschw. 234 ndr.; die uf's dots gruben gan Schede psalm. 81 ndr.: ihr sehet, dass der eine fuss schon auf der grube gehet Moscherosch ges. 1, 215; die alten auf der grube wallenden allg. haush. lex. 2, 706b; mein nachbar geht .. auf der grube herum Nieritz nach Müller-Fraureuth 1, 446a; jüngere sprache verändert die präpositionale fügung: das hohe alter, das nun beginnt auf die gruben zu gehen Corvinus fons 23; der auf die grube losgeht Holtei erz. schr. 22, 275; wir .. laufen gegen unsere gruben zu Jac. Böhme 4, 64; gehen wir entgegen der grube maler Müller 1, 93; andere wendungen derselben bedeutung: wann man sieht die schellen tragen den, der nach der grube sticht S. Brant narrensch. 8 Z.; ein zahnlos weib, das an der grube wankt Eschenburg beispielsamml. 2, 236; schon nach der grube riechen Kramer teutsch-ital. 1, 570c. II@B@4@cc) etwas mit in die grube nehmen seit dem 17. jh. in schwang: eines getrewen .. fürsten namen und nachruhm mit sich in die grube zunehmen Chemnitz schwed. krieg 1, 60; der das .. geheimnis seines todes mit in seine grube nimmt Fr. L. Schröder dram. w. 1, 192; hat einer zank ..., so nehme ers ja nicht mit sich unter die gruben Otho ev. krankentrost 685; doch schon früher ähnliche wendungen: bring in (den willen) ze dîner gruobe hin Winsbeke 6, 4; aber die eer wil ich ... unversert mit mir in mein gruoben bringen Hutten 2, 137 Böcking; dem sey nicht mehr zu helfen und muss solche (sc. sucht) mit sich in die gruben tragen Guarinonius greuel 27; alt ist auch: sus muoz leide ân endes zil in volgen in ir grüeben minnes. 3, 336b v. d. H.; wenn deine .. leiden mir in die grube folgten Gerstenberg Ugolino 243; das gerucht ... so einem yeden menschen bis in sein gruoben nachvolgt Theuerdank 184 Haltaus. II@B@4@dd) nicht von verben bestimmte präpositionale wendungen: bis in die grube, bis zur grube bis in den tod; namentlich im älteren nhd. sehr ausgebreitet: der sicher ain frummer .. man was bisz in sein grueb städtechr. 5, 202; du wirst noch vil daran zu lernen haben, ich auch bisz in meine gruben Luther 32, 93 W.; dasz er bisz in seinen tod und gruben ein reines .. leben .. führen ... wolte Schütz hist. rer. pruss. 1, c 6a; im 18. jh. literarisch zurückgehend: dir bis zur grube treu Gottsched ged. (1751) 1, 287; mundartlich noch heute, s. Fischer schwäb. 3, 862; (noch) in der grube noch nach dem tode: dasz nicht grobe hübeler .. mich damit in meiner gruben ausschwätzen Schweinichen denkw. 7 Ö.; das musz ich ihm noch in seiner grube nachrühmen Gottsched dtsche schaub. 3, 287; beschimpfte den vater jenseit der grube Göthe 50, 61 W. II@B@55) grube zur gewinnung von mineralien, sei es an der erdoberfläche oder unter der erde: fodina Diefenbach 241b; goltaderen vel gruben mine 362a; ein schacht, gruben, zeche fodina Faber thes. 328b; grube 'dadurch wird das berg-gebäude verstanden, wo man anfähret' Minerophilus (1730) 312; 'ein berggebäude, es sey schacht oder stollen, insbesondere aber ein schacht' Jacobsson 2, 158b; das perckwerck creutzweisz durchrefiret, beschawet die stollen, schech und gruben H. Sachs 3, 480 K.; weil er (gott) weisz, das arme bergkleut in gruben und hütten viel bösz wetter .. in sich ziehen Mathesius Sar. 3a; ich habe .. als praktischer bergmann .. einen groszen theil des tages in den gruben zugebracht A. v. Humboldt kosm. 3, 71; in weiterem sinne auch von dem industriellen gesamtkörper des bergwerks Veith bergwb. 249; von einem sehr energischen betrieb der gruben Mommsen m. gesch. 1, 748; hypotheken .. an gruben und brüchen hypoth.-bankgesetz (1899) § 12, 3; nach dem zu tage geförderten unterscheidet man ertz-, bley-, gold-, silbergruben Calepin xi ling. 818b; 1305a; saltz-, schwefel-, stein-, sandgruben Henisch 1759; kohlen-, thon-, lehmgruben u. a.: all unsere bürgere .., die eisenbergwerck haben, es sey an berg-grieben, alten grueben und fängen Lori baier. bergrecht 46 (quelle v. 1455); es ligt das ertz noch halb yn der gruben Luther post. (1528) 112a; von den goltertzen, die ausz der gruben von den gengen gewunnen .. werden Ercker beschr. aller mineral. ertzt 45b; es hat gruben alda von goldt, silber und allerley metall volksb. von dr. Faust 67 ndr.; anstatt die kohlen in der nähe der gruben zu verkohken Liebig chem. br. 126; daneben seit alters für oberirdische anlagen: es soll auch kein steinprecher dem andern kein fels oder gruben .. am perg nit verkaufen E. Tucher baumeisterb. 81 lit. ver.; gerade für steinbruch in älterer sprache gangbar, vgl. Fischer schwäb. 3, 861; der marmor sey keinem aus den gruben von Carrara kommenden ähnlich H. Meyer gesch. d. bild. künste 3, 294; des schiefers, den er aus eigener grube gewinnt O. Ludwig 1, 144; stehende wendungen: perchknappen, die in die gruob varnt Konr. v. Megenberg buch d. natur 109; beym einfahren in die grube Göthe IV 8, 4 W.; das befahren der zwei vorzüglichsten Klausthaler gruben Heine 3, 28 E.; die bergleute, die auf dem Harze die dort gefundenen gruben eröffneten Eichhorn staats- u. rechtsgesch. 2, 340; vermögen sie das lezte nicht mehr, wie etwa eine abgebaute grube oder ein ganz ausgesogner acker Schleiermacher III 2, 457; dazu vielerlei rein technische ausdrücke wie eine grube abhütten, abköhlen eingehen lassen, belegen arbeiter anfahren lassen, eben machen räuberisch bauen, zu sumpf treiben ähnlichen sinnes u. a. Minerophilus (1730) 312; in bildlichem gebrauch nicht eben häufig: herr Weiss hat den stoff zu seinem Thyest aus dieser grube geholt Lessing 9, 350 M.; dieses sind die gruben, wo ich geld zu graben hoffe A. v. Haller Fabius u. Cato 141. II@CC. grube übertragen auf vertiefungen in anderen stoffen und flächen als der erdoberfläche. II@C@11) seit alters sehr gewöhnlich von vertiefungen am menschlichen und thierischen körper: sîn (des rosses) ougen tief, die gruoben wît Wolfr. v. Eschenbach Parz. 256, 23; die augen (des papstes) unbeweglich und tief in ihren gruben Ranke 3 40/41, 49; die slangen habent neur gruob an der ôrn stat Konr. v. Megenberg buch der natur 285; von einer gruoben daz geschach, die sie (die nase) in die stirne zôch Heinr. v. Türlin krone 19661; vgl. 19639; aus denen gruben ihrer gedörrten wangen Ziegler Banise 227; im sibenzehenden jar pflegen den pferden .. die schläf einzufallen und gruben zubekommen Sebiz feldb. 151; man sicht under dem arm die gruoben meister Altswert 50; in die gruob der schulteren Gersdorf wundarzn. (1517) 7b; toll seid ihr alle bis an die grube im nacken Herb. Eulenberg dogenglück (1899) 148; ech schlo'n der eng an't grube ins genick Follmann lothr. 218b; grube auf der brust cavita, fossetta Jagemann 547; grube an der kehle ib.; durch eyn grub eynes holen zans Fischart geschichtklitt. 378 ndr.; wo die knochen durch gruben rauh und uneben sind Sömmerring 2, 10; mannigfach in der kunstsprache der anatomie, z. b. die flache grube am augenhöhlenstücke des schädels fovea glandulae lacrymalis, weiteres bei Campe 2, 466a; narbe, 'eine harte figur' Rüdiger zuwachs 2, 80 (vgl.blattergrube): dasz sie (die urschlechten im angesicht) keine gruben noch masen geben Gäbelkover arzneib. 2, 144; ich kriegte gruben im gesicht Grimmelshausen Simpl. 310 ndr.; wenn er die eklen gruben im angesicht seiner Brobdingrags sah Schubart leb. u. gesinn. 1, 199. II@C@22) im übrigen öfter in technischer sprache: grube 'sind flachrandige vertiefungen in guszstücken' v. Alten 4, 475; gruben, gallen, chambres, äuszern sich zuweilen in dem laufe der stücke und mörser v. Eggers 1, 1113; den gruben in den stücken, so man mit einem wachslicht .. inwendig erforschen kan Gruber mathem. friedens- u. kriegslust 427; an blüthen bezeichnet grube eine art honigbehälter, nectarium Röhling Deutschlands flora 1, 41; (die blätter der fieberrinde), welche in ihren drüsigen gruben eine herbe flüssigkeit absondern Oken 3, 2, 864; sie (die 'nusz' der armbrust) hatte ferner eine vertiefung (grube) für die abzugsstange G. Köhler kriegsw. 3, 1, 115; grube = sponning, eine kerbe zu beiden seiten des kieles, in die die unteren kanten der auszenplanken gefügt werden Bobrik 320a; 652b; bei pulvermühlen die löcher im grubenbaum Mothes 2, 531; bei den schuhmachern die vertiefung im hölzernen absatz für die ferse Sanders 1, 632a u. a.; darüber hinaus nur in beschränktem ausmasz: ainer .. der da auszwürfft das wasser ausz dem schiff .. allso versammelt in der gruoben Keisersberg schiff d. pen. 20b; darnach machet so viel gruben (in die mit butter beschmierte schüssel), als eyer sollen drauf gestellet werden Amaranthes frauenz. lex. 509; ein stückgen kupfer .., welches vom roste halb verzehret ist und deshalb einige gruben .. zeiget Gottsched vernünft. tadler. 1, 340; man sah am morgen eine kleine grube (im bett) Grimm dtsche sagen 1, 59.
36929 Zeichen · 827 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grube

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Grube , plur. die -n, Diminut. das Grübchen, Oberd. das Grüblein. 1. Eine in die Erde gegrabene Öffnung oder Vertief…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grube

    Goethe-Wörterbuch

    Grube 1 Vertiefung, (flaches) Loch im Erdboden od in einer anderen Oberfläche a zu einem best Zweck geschaffene (zT ausg…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Grube , 1) August Wilhelm , pädagog. Schriftsteller, geb. 17. Dez. 1816 in Wernigerode, gest. 28. Januar 1884 in Bregenz…

  4. modern
    Dialekt
    Grubef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Grube , Grübe f. : 1. 'vom Menschen gegrabene Vertiefung im Erdboden', Grub (grūb), Pl. Gruwe [vereinzelt WPf NPf], Grib…

  5. Sprichwörter
    Grube

    Wander (Sprichwörter)

    Grube 1. Diar öölern an Gruw grêft, fêlt 'r sallew iin uun. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 366, 261. 2. Die Grube ist zu spät…

  6. Spezial
    Grube

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gru|be f. (-,-n) 1 (Vertiefung) büja (büjes) f. 2 (Grab) fossa (fosses) f. 3 (Bergwerk) ciavara (-res) f. 4 (Bergbau) mi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grube

211 Bildungen · 153 Erstglied · 58 Zweitglied · 0 Ableitungen

grube‑ als Erstglied (30 von 153)

Grube II

RhWB

Grube II Rhfrk -ūp, Pl. -wə bis zur bleib/bleif- L.; dann -ūf, Pl. -wə ; Mosfrk -ū:f, –ōu-, –o·u.-, –ō:- [ Saarl-Griesborn Ensd grū: ], Pl. …

grubeinen

DWB

grube·inen

grubeinen , vb. , nach der grube riechen, dem tode nahe sein Kramer teutsch - ital. 1, 571 a ; vgl. Wilmanns 2, 103 ; im selben sinne auch g…

Grubeleisen

SHW

Grubel-eisen Band 2, Spalte 1485-1486

grubeln

DWB

grübeln , grubeln , vb. , ableitung von grube: kleine gruben zum setzen junger pflänzchen bohren Unger-Khull 309 b ; ein gegrübeltes kinn ha…

gruben

FWB

1. ›eine Grube anlegen‹; speziell: ›Löcher für neue Setzlinge im Weinberg graben, Reben pflanzen (auch als Fronarbeit)‹; 2. ›etw. (einen Reb…

Grubenholz

SHW

Gruben-holz Band 2, Spalte 1485-1486

Grubenloch

SHW

Gruben-loch Band 2, Spalte 1485-1486

Grubensäge

SHW

Gruben-säge Band 2, Spalte 1485-1486

Grūben_s;rz

Adelung

Das Grūben_s;rz , des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, im Bergbaue, Erz, welches in der Grube gewonnen worden, im Gegen…

grubenarbeit

DWB

gruben·arbeit

-arbeit : gruben- oder stollenarbeit Lori baier. bergr. 177 ( a. d. j. 1515); Schönberg berginf. 1, 189 ;

grubenarbeiter

DWB

gruben·arbeiter

-arbeiter akten u. briefe z. kirchengesch. Georgs v. Sachsen 3, 123 ( a. d. j. 1525); Mathesius Sar. 7 a ;

grubenartig

DWB

gruben·artig

-artig : wegen einer grubenartigen vertiefung ( am schädel ) Brehm thierl. 3, 312 P.-L.;

Grubenaufstand

Adelung

gruben·aufstand

Der Grubenaufstand , des -es, plur. die -stände, im Bergbaue, eine Nachricht, von der Beschaffenheit einer Erzgrube, zum Behuf der Gewerken,…

grubenbau

DWB

gruben·bau

-bau , die summe der arbeiten in der grube, im gegensatz zum hüttenbau Krünitz 20, 153 ; ' fast gleichbedeutend mit bergbau' Motthes baulex.…

grubenbaum

DWB

gruben·baum

-baum , ' ein strauch, dessen blätter zum schwarzfärben dienen ', fouie (= rhus cotinus ) Schrader dtsch-frz. wb. 1, 578 ; anders, ein gerät…

Grubenbeil

Campe

gruben·beil

Das Grubenbeil , des — es, Mz. die — e , im Bergbaue, ein kleines Beil, das die Bergleute bei ihren Arbeiten in der Grube gebrauchen.

Grubenbericht

Adelung

gruben·bericht

Der Grubenbericht , des -es, plur. die -e, eben daselbst, ein Bericht, welchen das Bergamt dem Oberbergamte von dem Zustande einer oder mehr…

grubenbetrieb

DWB

gruben·betrieb

-betrieb Scheuchenstuel 110 ; im nördlichen theile des reviers findet .. kein gruben-, sondern nur hüttenbetrieb statt Ritter erdkunde 2, 85…

grubenbiber

DWB

gruben·biber

-biber , castor fiber Nemnich 212 ; vgl. Oken allg. naturgesch. 7, 750 ; nicht gesellig, sondern einsam in gruben lebend;

Grubenbild

Meyers

gruben·bild

Grubenbild , die vom Markscheider auszuführende zeichnerische Darstellung der Baue eines Bergwerkes im Grund- und Aufriß.

Grubenblaue

RhWB

gruben·blaue

Gruben-blaue -bl Siegld-Freier Grund f.: die Stelle, wo ein Kohlenmeiler gestanden hat.

Grubenblênde

Adelung

gruben·blende

Die Grubenblênde , plur. die -n, eben daselbst, eine hölzerne Laterne, welche vorn offen ist, in welche der Bergmann sein Grubenlicht stecke…

grube als Zweitglied (30 von 58)

Fundgrube

RDWB1

Fundgrube f бюро находок, стол находок übertr. россыпи, залежи Fundgrube der Alltagsweisheiten - россыпи практической мудрости

Magengrube

RDWB1

Magengrube f wie ein Schlag in die Magengrube idiom. - как удар поддых идиом. , разг. , как будто меня кто ударил идиом.

augengrube

DWB

augen·grube

augengrube , f. caverna oculi, augenhöle, franz. salière ( salzfasz ), wird zumal von pferden gesagt.

Backengrube

Adelung

backen·grube

Die Backengrube , plur. die -n, Diminutivum das Backengrübchen, eine kleine Vertiefung in den Backen mancher Personen; das Grübchen.

Bockengrube

Adelung

bocken·grube

Die Bockengrube , richtiger Pockengrube, Pockennarbe, u. s. f. S. Adelung Blattergrube u. s. f.

Diamantgrube

Adelung

diamant·grube

Die Diamantgrube , oder Demantgrube, plur. die -n, ein Flötz, in welchem echte Diamanten gebrochen werden.

eisgrube

DWB

eis·grube

eisgrube , f. fovea ad conservanda glaciei frusta. bildlich: das alter oder grab ist selber eine eisgrube. J. P. Fibel 1, 143; genieszest du…

fischgrube

DWB

fisch·grube

fischgrube , f. piscina. voc. 1482 kk 5 b . weier, see, vischgrube. Albr. von Eybe 46 a ; man sihet auch noch zu Rom, wie er ein fischgruobe…

fuchsgrube

DWB

fuchs·grube

fuchsgrube , f. 1 1) die höle des fuchses, der fuchsbau. so schon bei Henisch 1273, 7 fuchsgruben, caverna vulpina. aber das wort ist gewis …

fundgrube

DWB

fund·grube

fundgrube , f. , ein früh im 16. jh. aufgekommenes wort der bergmannssprache. im 14. und 15. jh. sagte man nach den metallen, nach denen geg…

goldgrube

DWB

gold·grube

goldgrube , f. 1 1) goldbergwerk, vgl. aurifodina goltgrube, goltgrub, goltgrueb (1429 md. ); goltgrobe (1414 nd. ) bei Diefenbach gl. 62 a …

herzgrube

DWB

herz·grube

herzgrube , f. die äuszere höhlung, welche sich in der mitte der brust unter dem brustbein befindet: ach hätt ich an der herzgrube ein kappf…

kiesgrube

DWB

kies·grube

kiesgrube , f. 1) bergmännisch, grube in der meist kies, schwefelkies, giftkies gebrochen wird. Adelung. 2 ) sandgrube.

kothgrube

DWB

koth·grube

kothgrube , f. mistgrube, düngergrube. Adelung. schundloch, mering. Rädlein 560 a .

löwengrube

DWB

loewen·grube

löwengrube , f. grube worin löwen verwahrt werden: du lôstost sie, also du tate filios Israhel de Egypto, unde Danihelem de lacu leonum (fon…

lohgrube

DWB

loh·grube

lohgrube , f. grube worin das leder mit lohe gar gemacht wird. vgl. lohbeize .

Markgrube

DRW

mark·grube

Markgrube, f. zu 2Mark (I) ausgehobene Erdgrube als Grenzzeichen vgl. Markzeichen (I) 1570 OÖsterr./ÖW. XIV 299 sein vier freisassen vorhand…

mistgrube

DWB

mist·grube

mistgrube , f. grube für den mist: sterquilinium mistgrub Dief. 552 a ; mistgrube, fimetum Stieler 689 ; mistgrube, sterquilinium in fovea F…

mördergrube

DWB

moerder·grube

mördergrube , f. grube, unterirdischer schlupfwinkel für mörder: halt jr denn dis haus, das nach meinem namen genennet ist, fur eine morderg…

mordgrube

DWB

mord·grube

mordgrube , f. grube oder höhle in der gemordet wird: specus, mortgrube Dief. 545 c ; dis leben ist nicht ein leben, sondern eine mordgrube,…

Mördergrube

DRW

mörder·grube

Mördergrube, f. Höhle, in der sich Mörder aufhalten, meist in übtr. Sinn gebraucht 15. Jh. u.ö. TrübnerWB. IV 675