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violine

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

violine f.

Bd. 26, Sp. 367
violine, f., geige, aus ital. violino mit veränderung des geschlechts, in neuerer zeit vor geige zurücktretend; violino, kleine viola, auch discantviola, vgl. oben unter 2viole. der name violine wird erst im 18. jh. recht gebräuchlich; Adelung verzeichnet violine, discant-viole, discant-geige als die eigentlichen namen des instruments, geige weist er der 'vertraulichen sprechart' zu. im 18. jh. begegnet noch sehr oft die form violin (s. das vorhergehende wort), doch schon als f.: violin (ohne bezeichnung des geschlechts) Frisch 2, 402a; der andere, so die violin striche Zend. a Zendoriis teutsche winternächte (1682) 605; auf herrn Pfeiffers violin Günther ged. 5 345 (im gedicht selbst reimt er violine auf bühne); der junge graf spielte die violin sehr gut Schubart leben u. ges. (1791) 1, 198; für den munteren vortrag der violin Voss zeitmessung (1802) 12; flügel und violin Göthe 47, 309 Weim.; und glaubt auf seiner violin ein anderer, dritter Orpheus zu syn 3, 334. das wort ist auch in die volkssprache übergegangen, hauptsächlich in Mittel- und Norddeutschland (vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1485). dabei wird zwischen der ersten und zweiten silbe ein übergangslaut eingeschoben vijeline, vicheline, vigeline, die silbengrenze kann auch in diesen [] laut gelegt werden; die kurze form hält sich z. th. in den mundarten, vgl. Hönig köln. wb. 195b; Leihener cronenb. wb. 37a; Frischbier preusz. wb. 2, 445b; Mi mecklenb.-vorpomm. wb. 103b; Danneil altmärk. wb. 241a; Crecelius oberhess. wb. 2, 883; zur form mit auslautendem e vgl. Gerbet mundart. d. Vogtl. § 180, anm. 1; Albrecht leipz. mundart § 30; Müller-Fraureuth obers.-erzgeb. wb. 1, 330b; Collitz waldeck. wb. 32b. anlehnung an fiedel: videline (Oberlausitz) Andresen volksetym. 5 278, anm. 2. mit einer gedämpften violinen Neumark fortgepfl. mus.-poet. lustw. (1657) 1, 6; sonder zweiffel sind es violinen, flautdouces, viol di gamben ollapatrida 74 neudr.; Laertes, der auf der violine nicht ungeschickt war Göthe 22, 137 Weim.; auf dem griffbret einer violine Förster schriften (1843) 2, 366; glaubt mir, die letzte posaune ist keine violine Grabbe werke 1, 333 Blumenthal; das geigen verstimmter violinen Hauff werke 2, 1, 160 (dnl); die zwei glasmaler folgten, ihre violinen unter dem arm Keller ges. werke 2, 239; denn wie seine violine, auch die zärtsten striche fühlt; so empfindt auch, der sie spielt, seiner schönen zärtste mine Gottsched ged. (1751) 1, 236; vielleicht dasz eine saite sprang an einer alten violine Heine werke 1, 429 Elster; das instrument für den spieler: Krüger (war) eine gute violine Bräker schriften (1789ff.) 1, 111; ohne beziehung auf einen bestimmten spieler, sehr oft: hier setzt die zweite violine ein. man sagt die violine spielen, besonders wenn damit bezeichnet werden soll, dasz jemand das instrument erlernt hat; scherzhaft: veglin spöälen kann ick ôk, söä' de bûr, blot dat fing'riren verstoah ick nich Wander sprichw. lexikon 4, 1643; auf der violine spielen: er geht, auf der violine spielend, nach der wiese Göthe 12, 22 Weim. die erste violine spielen oder spielen wollen, übertragen: der erste, wichtigste sein oder sein wollen. hei spält hir de irst' vigelin, er steht hier obenan Mi mecklenb.-vorpomm. wb. 103b; mit anderer vorstellung, doch auch die wichtigste person bezeichnend: wei hiät dann wuol de grötteste viggeline spielt? Collitz waldeck. wb. 248a. vgl. noch violine kratzen u. ä. in wunderlichem bilde: (männer,) die der universität oft so viel nüzzen, als die fünfte seite der violine Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 2, 21. violine statt geige in der redensart der himmel hängt voller geigen: in dem blauen himmel hängen heute lauter violinen Heine werke 2, 140 Elster. in Köln bezeichnet vigelin ein arrestlokal Hönig köln. wb. 195b. als erstes glied von zusammensetzungen: violin -, seltener violinen- (wenn nicht ausdrücklich eine mehrheit von violinen gemeint ist):
3959 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Violīne

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Violīne , plur. die -n, ein aus dem Französ. Violine entlehntes Wort, eine Discant-Viole oder Discant-Geige zu bezei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Violine

    Goethe-Wörterbuch

    Violine [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Violine

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Violine , s. Herder Geige .

  4. modern
    Dialekt
    Violine

    Rheinisches Wb.

    Violine das Wort ist n. der bei Geige angegebenen Linie allg.; im rhfrk., mosfrk. Gei- Geb. noch fajū:l Prüm-Mürlenb 186…

  5. Sprichwörter
    Violine

    Wander (Sprichwörter)

    Violine 1. Nâ de Vigelîn lätt 't sich gôd danzen, säd' de Avkat, dôr krêg he 'n Schinken. ( Münster. ) – Frommann, VI, 4…

  6. Spezial
    Violine

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Vi|o|li|ne f. (-,-n) ‹mus› (Musikinstrument) vidora (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit violine

23 Bildungen · 21 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von violine

viol + -in + -e

violine leitet sich vom Lemma viol ab mit Suffixen -in und -e.

Zerlegung von violine 2 Komponenten

viol+ine

violine setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

violine‑ als Erstglied (21 von 21)

violinenblock

DWB

violine·n·block

-block , m. , theil eines flaschenzuges Alten handb. f. heer u. flotte (1909 ff. ) 2, 332 ; vgl. violblock. —

violinenbogen

DWB

violine·n·bogen

-bogen , m. : des langweiligen hinundherziehens der violinbögen R. Wagner ges. schriften 1, 137 volksausg. —

violinenfigur

DWB

violine·n·figur

-figur , f. , für die vicline geschriebene, besonders eine für sie characteristische und gut liegende tonfolge: die pracht und energie der f…

violineninstrumente

DWB

-instrumente , plur., ungewöhnlich für streichinstrumente: in den vorzugsweise rhythmischen, d. h. in den violininstrumenten Vischer ästhet.…

violinenkasten

DWB

violine·n·kasten

-kasten , m. , kasten, in dem die violine aufbewahrt wird: seinen eigenen violinkasten aus dem gastzimmer herabzuholen Holtei erz. schriften…

violinenkonzert

DWB

violine·n·konzert

-konzert , m. , für die violine komponiertes konzert; anders violinen-concert in folgender stelle: von einem violinenconcert ( konzert von s…

violinenpartie

DWB

violine·n·partie

-partie , f. , wie violinstimme: namentlich darf auch die erste violinpartie sie ( die klarinette ) nicht decken R. Wagner ges. schriften 5,…

violinenpassage

DWB

violine·n·passage

-passage , f. , lauf, schnelle figur der violine; übertragen: Brenners Karlchen, der wohl schläge bekam, fistulierte mit greulichen violinpa…

violinenquintett

DWB

violine·n·quintett

-quintett , n. , ungewöhnlich für streichquintett ( vgl. violininstrumente): wenn Mozart nichts anders componirt hätte als seine violinquint…

violinensaite

DWB

violine·n·saite

-saite , f. : Jacobsson technolog. wörterbuch 4, 545 b ; ein ton bleibt immer derselbe auf derselben violinsaite Göthe II 3, 344 Weim. —

violinenschlüssel

DWB

violine·n·schluessel

-schlüssel , m. , vorzeichen in der notenschrift (g- schlüssel ): der dritte ist eigentlich nur bei instrumenten, als der violin u. s. w. ge…

violinenschule

DWB

violine·n·schule

-schule , f. , lehrbuch des violinspiels: zu wünschen wäre es, man machte seine stücke, als eine wahre violinschule, durch den notendruck al…

violinensekte

DWB

violine·n·sekte

-sekte , f. , für sekte von geigern: seine originelle art mit dem bogen zu mahlen hat eine neue violinsecte hervorgebracht Schubart ästhet. …

violinenspiel

DWB

violine·n·spiel

-spiel , n. : das gewöhnliche violinspiel ist mit dem seinigen ( Paganinis ) gar nicht mehr zu vergleichen Pückler briefw. und tageb. 6, 449…

violinenspieler

DWB

violine·n·spieler

-spieler , m. : er ist der erste violinspieler im ganzen feenreich Raimund werke 1, 212 Glossy-Sauer. —

violinenstimme

DWB

violine·n·stimme

-stimme , f. , der theil einer mehrstimmigen composition, den die violine zu spielen hat; auch das blatt, heft, das die noten enthält. —

violinenstück

DWB

violine·n·stueck

-stück , n. , composition für violine: die violinstücke meines onkels Göthe 45, 122 Weim. —

violinenvirtuos

DWB

violine·n·virtuos

-virtuos , m. : kneipt die mäuse in den schwanz, so habt ihr die töne der neusten violinvirtuosen Hebbel tageb. 3, 69 W. —

violinenzug

DWB

violine·n·zug

-zug , m. , ungewöhnlich, strich auf der violine: jedes glückliche lächeln, jeder flötende violinenzug Jean Paul w. 7/10, 266 Hempel.

violine als Zweitglied (2 von 2)

Hundvioline

RhWB

hund·violine

Hund-violine -fiŋəliŋ Aach-Stdt f.: der Zwinger, in dem die vom H.fänger geschnappten Hunde hausen.