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Loben

ahd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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23 in 19 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Loben

Bd. 2, Sp. 2082
Loben, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es bedeutete, 1. * Ehedem überhaupt, schreyen, eine laute Stimme von sich geben; in welcher Bedeutung es zwar längst veraltet ist, aber doch die verwandten leuen, brüllen, Löwe, Leumund seiner ersten Hälfte nach, laut und andere dieses Geschlechtes mehr hinterlassen hat. S. auch Leben. Besonders bedeutete es, eine vernehmliche Stimme von sich geben, reden, sprechen, und mit vernehmlicher Stimme vorbringen, wo es, 2. In verschiedenen einzelnen Fällen und Arten des Redens oder Sprechens vorkommt. 1) * Erwähnung thun, melden; eine noch im Oberdeutschen und den Kanzelleyen übliche Bedeutung, wo besonders das Mittelwort von beloben in diesem Verstande üblich ist. Mehr belobte, oft belobte, obbelobte Sache, die mehr erwähnte, oft gedachte, oben erwähnte Sache. 2) * Seinen Willen, seine Einwilligung mündlich zu etwas geben, etwas mündlich bewilligen, und hernach bewilligen überhaupt. Im Schwed. lofwa, bey dem Ulphilas laubjan, im mittlern Lat. laudare. Im Deutschen ist nur noch das zusammen gesetzte erlauben in diesem Verstande üblich. S. dasselbe, wo es mit Ihre von dem alten Laf, die Hand, Schwed. Lofwa, abgeleitet worden, sich aber fast noch besser zu diesem Zeitworte rechnen lässet. Im Nieders. ist Lave Erlaubniß, und im mittlern Lat. bedeutete daher Laus, Laudamentum, Laudemium, so wohl die Einwilligung, die Erlaubniß des Lehensherren, als auch das dafür eingeführte Geld, die Lehenware, S. Lobegeld. 3) * Die Aussage eines andern mündlich für wahr halten, und hernach in weiterer Bedeutung, sie überhaupt für wahr halten; Nieders. löven. In diesem Verstande sagen wir jetzt Glauben, welches aber auch die Ableitung von dem alten Laf, die Hand, verstattet. S. Glauben. 4) * Versprechen; Nieders. laven, Dän. love, im Schwabensp. loben, Schwed. lofwa. Der mir bi dem hochsten eide Lobt er keme mir, Graf Otto von Bottenleube. In dieser Bedeutung, in welcher es sich mit Wachtern und Ihre gleichfalls von Laf, die Hand, ableiten lässet, sagen wir noch, geloben, angeloben, verloben, Gelübde u. s. f. S. diese Wörter. Im gemeinen Leben kommt noch hin und wieder das[] einfache loben vor. 5) Seine Waare schätzen, einen Preis für eine Waare fordern; noch im gemeinen Leben, so wohl Ober- als Nieder-Deutschlandes. Wie hoch lobt ihr die Waare? wie hoch haltet ihr sie? wie viel fordert ihr dafür? Er hat mir den Degen um zehen Thaler gelobt, gebothen. Nieders. laven. 6) Seinen Beyfall durch Worte zu erkennen geben. Ich lobe ihn darum, d. i. deßwegen. Das ist an ihm zu loben. In der vertraulichen Sprechart oft mit dem Fürworte mir. Ich lobe mir die Mittelstraße, Gell. gebe ihr meinen Beyfall, ziehe sie vor. In diesem Stücke lobe ich mir ihren Freund, das billige ich an ihm. 7) In engerer Bedeutung, jemandes Vorzüge durch Worte an den Tag legen, sein Urtheil von jemandes Vollkommenheiten mündlich ausdrucken. Eines Fleiß, eines Rechtschaffenheit, eines gute Gestalt loben. Jemanden in das Gesicht loben. Von jedermann gelobt werden. Ein jeder Krämer lobt seine Waare. Gott loben, in der Deutschen Bibel, wofür man doch lieber die mehr sagenden und zugleich edlern preisen, erheben u. s. f. gebraucht. S. das Lob. Das Hauptwort die Lobung ist nur in den Zusammensetzungen üblich. Anm. In dieser letzten Bedeutung im Isidor loban, bey dem Ottfried lobon, im Nieders. laven, im Angels. lofian, im Schwed. lofwa, im Isländ. leiva, im Franz. louer, im Epirotischen lebauem. Die Verwandtschaft mit dem Latein. laudare und unserm laut und Lied, erhellet unter andern auch aus dem Wallisischen llawd, welches so wohl das d als den Deutschen Lippenlaut hat.
3657 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    lobên

    Althochdeutsches Wörterbuch

    lobên s. lobôn.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lobenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    loben stn. das loben. si vertrüege michels baʒ ein schelten danne ein loben Walth. 111,32.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Loben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Loben , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es bedeutete, 1. * Ehedem überh…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    loben

    Goethe-Wörterbuch

    loben ‘das gelobte Land’ s geloben (Ableitung von ‘loben’ od ‘geloben’ möglich, vgl DWb6.1,1082) 1 jdm/einer Sache Beifa…

  5. modern
    Dialekt
    loben

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    lobe n [lòwə Str. ; lôwə Prinzh. Lohr ] wie hochd. Rda. De n Tauwen üwer de n Schële n l. alles loben, auch das Fehlerha…

  6. Sprichwörter
    Loben

    Wander (Sprichwörter)

    Loben 1. Auf einen, der uns lobt, kommen zehn, die einen schelten. – Sutor, 323. Lat. : Principibus placuere viris non u…

  7. Spezial
    loben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    lo|ben vb.tr. laldé (-da), fá n lalt.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit loben

62 Bildungen · 9 Erstglied · 46 Zweitglied · 7 Ableitungen

loben‑ als Erstglied (9 von 9)

lobenbære

KöblerMhd

lobenbære , Adj. Vw.: s. lobebære (1)

Lobenstein

Meyers

loben·stein

Lobenstein , Stadt im Fürstentum Reuß j. L., früher Haupt- und Residenzstadt der Linie Reuß-Lobenstein-Ebersdorf, an der Lemnitz und der Sta…

lobenswerth

DWB

loben·s·werth

lobenswerth , adj. des lobens werth, werth gelobt zu werden: kein mensch ist lobenswehrt wie er. Weckherlin 298 ; sieh die bescheidne dort. …

lobenswierig

GWB

lobenswierig s lebenswierig Elke Dreisbach E.D.

lobenswürdig

DWB

loben·s·wuerdig

lobenswürdig , adj. des lobens würdig ( vergl. dazu lobwürdig): ist nicht derjenige ein lobenswürdiger mann, welcher bei seiner frau mit geb…

loben als Zweitglied (30 von 46)

kloben?

KöblerMhd

*kloben? , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „gespalten“ Vw.: s. unbe-, zer- E.: s. klobe, klieben W.: vgl. nhd. kloben, Adj., kloben, DW 11, 1219

umbeloben?

KöblerMhd

*umbeloben? , V. nhd. „rundherum loben“ Hw.: s. umbeloben (2) E.: s. umbe, loben

zerkloben

KöblerMhd

*zerkloben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. zerbrochen Vw.: s. un- E.: s. zerklīben, klīben, kloben W.: nhd. DW-

abgeloben

DWB

abgeloben , abdicere, feierlich entsagen: er hatte die trügliche minne abgelobt und abgeschworen. Musaeus.

abloben

DWB

abloben , vovendo recusare, abgeloben, geloben etwas zu unterlassen: das trinken, fluchen abloben.

angeloben

DWB

angel·oben

angeloben , spondere, polliceri, geloben an die hand: und hier gelob ichs an, verspritzen will ich. Schiller 337 ; sie war meine, mir von eu…

anloben

DWB

anloben , früher für angeloben, spondere: bis sie hinfort in ruhe zu stehen anlobeten. Micrälius 2, 189 ; die für sich und anstatt der solda…

aufloben

DWB

auf·loben

aufloben , mercem laudare, ut alter emat. Stieler 1172 .

ausloben

DWB

aus·loben

ausloben , finem facere laudis und laudes perficere: mhd. ein frowe wil ze schedelîche schimpfen, ich habe ûʒ gelobet. Walth. 45, 8 ; nhd. d…

beloben

DWB

bel·oben

beloben , collaudare, laudare, bei den dichtern sonst oft in anreden: belobter held! belobter musensohn!; es ist noch immer von den belobtes…

durchloben

DWB

durch·loben

durchloben , hinlänglich loben. ein garten des lust und schöne man nit durchloben mocht Boccaccio.

enloben

KöblerMhd

enloben , sw. V. Vw.: s. entloben

Feilkloben

Adelung

feil·kloben

Der Feilkloben , des -s, plur. ut nom. sing. ein beweglicher Schraubestock, eine Zange mit einer Schraube verschiedener Metallarbeiter, klei…

gekloben

KöblerMhd

gek·loben

gekloben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gespalten Vw.: s. un- Hw.: vgl. mnl. gecloven Q.: RWchr (FB gekloben), Parz (1200-1210), PleierTand E.: s…

geloben

DWB

gelo·ben

geloben , n. nuncupatio voti Frisch 1, 618 a , Weber 338 b , z. b.: wenn du das geloben unterwegen lessest. 5 Mos. 23, 22 ; vergl. âne gelou…

hergeloben

KöblerMhd

herge·loben

hergeloben , sw. V. nhd. „loben“ Q.: HTrist (1285-1290) (FB her geloben) E.: s. her, geloben W.: nhd. DW-

hingeloben

KöblerMhd

hinge·loben

hingeloben , sw. V. nhd. „hingeloben“, verloben Q.: NP, SchwSp (1275/1287) E.: s. hin, geloben W.: nhd. DW- L.: DRW

hochloben

RDWB1

hoch·loben

hochloben высоко отзываться / отозваться о ком-л.; расхваливать / расхвалить; хвалить на все лады идиом.

misseloben

KöblerMhd

misse·loben

misseloben , sw. V. nhd. „missloben“, fälschlich versprechen Q.: Lanc (1240-1250), SchwSp E.: s. misse…, loben (1) W.: nhd. DW- L.: MWB (mis…

mitgeloben

DRW

mit·geloben

mitgeloben, v. mit Vorstufen des Kompositums, formal von mitloben nicht in allen Fällen zu unterscheiden; die Partizipialformen werden hier …

mißloben

DRW

mißloben, v. I fälschlich versprechen niht wan drie sache mag der herre vf den man erzvͥgen. daz ist eines. swaz der man in lehen rehte miss…

nähkloben

DWB

nah·kloben

nähkloben , m. kloben der sattler, womit zwei stücke leder, die zusammengenäht werden sollen, an dem einen ende eingeklemmt werden. Jacobsso…

reifkloben

DWB

reif·kloben

reifkloben , m. bei den metallarbeitern ein zangenartiges werkzeug, welches mit solchen arbeiten in den schraubstock gespannt wird, von dene…

schiebekloben

DWB

schiebe·kloben

schiebekloben , m. eine art von zangen, mit welchen die schlosser den groben draht durch ihre zieheisen ziehen. Jacobsson 3, 582 a .

Ableitungen von loben (7 von 7)

beloben

DWB

beloben , collaudare, laudare, bei den dichtern sonst oft in anreden: belobter held! belobter musensohn!; es ist noch immer von den belobtes…

entloben

Lexer

ent-loben swv. BMZ devovere Dfg. 178 b .

erloben

DWB

erloben , laudando obtinere. Stieler 1172 : möchtet ihr euch nie etwas anderes als gift erloben, verdammte schmeichler. Lessing 1, 148 ; die…

geloben

DWB

geloben , n. nuncupatio voti Frisch 1, 618 a , Weber 338 b , z. b.: wenn du das geloben unterwegen lessest. 5 Mos. 23, 22 ; vergl. âne gelou…

unloben

DWB

unloben , verb. Andreas v. Regensburg sämtl. w. 604 ; Pontus i 2 b . —

verloben

DWB

verloben , n. subst. infin. versprechen der heirat: auffs erst, wenn solchs verloben geschicht hinder vater und mutter wissen und willen. Lu…

zerloben

DWB

zerloben , verb. , übermäszig loben: cumulare ... laude Stieler 1172 ; ach, wie zulobten mir die zween den Erasmum Luther 23, 30 W.; refl. C…

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APA
Cotta, M. (2026). „loben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/loben/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „loben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/loben/adelung. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „loben". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/loben/adelung.
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