Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
loben swV.
1.1 ohne bzw. mit erspartem Obj.
1.2 mit Akk.
1.3 refl. (vgl. 4 )
1.4 mit Akk. und weiterer Erg.
1.4.1 mit präp. Erg.
1.4.1.1 ‘jmdn. wegen etw.’
1.4.1.2 ‘jmdn. jmdm. gegenüber’
1.4.2 mit Dat. ‘jmdn./etw. jmdm. gegenüber’
1.4.3 mit Gen. ‘jmdn. wegen etw.’
1.5 mit präp. Erg. an
1.6 subst.
1.7 Part. (vgl. auch hôchgelobet , wolgelobet )
2 ‘(jmdm.) etw. geloben, versprechen, zusagen, versichern’ ; eine rechtl. Verpflichtung, abgestuft von einer formlosen Zusage bis zur Eidesleistung, eingehen (nach einzelnen Rechtsakten differenziert mit weiteren Belegen vgl. DRW 4,13-19); hier der überw. Teil der ge- präfigierten Formen (vgl. WMU 1,619f. und 2,1150f.); fakultativ können Dat.d.P. und präp. Erg. (z.B. gegen, wider jmdn.; an, in jmds. hant , ûf jmds. eit ) hinzutreten
2.1 mit Akk.d.S. bzw. Passivkonstr.
2.2 mit Nebensatz
2.2.1 meist Obj.-Satz (hier die überw. Menge der Urkundenbelege, vgl. WMU 1,620)
2.2.2 andere Nebensätze
2.3 mit Inf.-Konstr. (überw. mit ze )
2.4 selten ohne Obj., bzw. in anderen Konstr.
2.5 selten nur mit Dat.d.P.
2.6 mit Akk.d.P.
3 ‘jmdn. (er-)wählen (zu etw.)’
3.1 zu einem Amt
3.2 als Freund bzw. Ehepartner (vgl. 2.1 und 2.6 )
4 Phras. (in Auswahl, ausführlich mit zahlreichen Belegen TPMA 8,8-28)
1 ‘(jmdn./etw.) loben, preisen’ 1.1 ohne bzw. mit erspartem Obj.: hie ist wol gelobt, lobe anderswâ! Walth 59,36. 45,8; du solt loben, danken und geren und bitten Mechth 3: 12,1. 3: 6,5 1.2 mit Akk.: daz ein closter da gebuwen werde, da mon got îemerme lobe UrkCorp (WMU) 2741AB,6; von du [daher] lobit in daz liet Roth 1907; dirre tac der ist so uorderlichen heilic, daz in nehein zunge, noch nehein rede ze uollen giloben mac PrHoff 91,6; der konig besah die jungfrawen lang, die yn zum ersten so sere gelobt hett und darnach so größlich sin laster sprach Lanc 491,18; Got moisse’s, here, sin geloff / dat ir wilt zo uns komen HagenChr (G) 2855. – häufig ~ unde êren: so schullen wir loben und eren elliu diu dinch diu unser herre durch uns getan hat PrOberalt 27,11; Konr 3 W1,22; Rol 5366; Eracl 2451; PrBerthKl 6,52 1.3 refl. (vgl. 4 ): sî lobet selbe sich / mit dem, daz sî so stæteclîch ir güete phliget SM:UvS 2: 2,3; eya, nu hoͤre, wie dú helige drivaltekeit sich selber lobet mit ir unbeginlicher wisheit Mechth 5: 26,2. 4: Reg. 3. 5: 26,1 1.4 mit Akk. und weiterer Erg.: dô man si lobte als reine unde wîse, / senfte unde lôs; / dar umbe ich si noch prîse MF:Mor 1: 3,7 1.4.1 mit präp. Erg. 1.4.1.1 ‘jmdn. wegen etw.’ die lobten durch ir schœne daz Guntheres wîp NibB 593,2; daz man si umbe ire goͮtate lobete Spec 128,36; das siu die liute heilic haizzen vnd si loben vmb iren magtum Konr 22,60; für die schœnsten und die besten / lobe ich dich KLD: BvH 17: 2,10 1.4.1.2 ‘jmdn. jmdm. gegenüber’ als er si lobete wider mich Tr 8509 1.4.2 mit Dat. ‘jmdn./etw. jmdm. gegenüber’ ich lobe iu unseren trehtin / unde leide iu den dievel Wahrh 50; den estrîch muoz ich iu lobn Parz 566,20; ‘herre’, sprach er, ‘gott siß gelobet, er ist gesunt und fert wol.’ Lanc 90,6 1.4.3 mit Gen. ‘jmdn. wegen etw.’ des lobe wir got vater al VEzzo 409; AvaLJ 30,5; SpitEich 5,34; wir loben des got und sagen im danc Wh 168,23; uon div schult ir got uerre lobin sinir guͦte Spec 86,8; RvEBarl 15592; Maria, milde kuningin, / nu muozestu gelovet sin / der diner otmuote / und aller diner guode! MarldA 293 1.5 mit präp. Erg. an: si lobeten an Tristande / sîne vuoge und sîne sinne Tr 13454; frouw aller fröude, ich lobe an dir daz dû den got gebære KvWLd 32,46 1.6 subst.: si vertrüege michels baz ein schelten / danne ein loben, daz geloubent mir Walth 112,32; Tauler 293,8; lobens tâten si im genuoc UvZLanz (K) 1320 1.7 Part. (vgl. auch hôchgelobet , wolgelobet ): die volge ist in einer wise nach dem minneklichen bilde unsers herren und begerunge und in dankende und lobende Tauler 254,19. 369,2. – wie verre er da gelobet stat, / der daz reht da begat! VRechte 251; der wolegesagte. gelobete herro [interl. zu benedictus dominus ] PsWindb 27,6; von dem si vnder allen livten gesegnet vnd gelobet ist Konr 18,22 (zu Übersetzungsmöglichkeiten von lat. benedicere durch (ge-)loben, sëgenen, wolsagen etc. vgl. Kirchert, Unters., S. 158ff.) 2 ‘(jmdm.) etw. geloben, versprechen, zusagen, versichern’; eine rechtl. Verpflichtung, abgestuft von einer formlosen Zusage bis zur Eidesleistung, eingehen (nach einzelnen Rechtsakten differenziert mit weiteren Belegen vgl. DRW 4,13-19); hier der überw. Teil der ge-präfigierten Formen (vgl. WMU 1,619f. und 2,1150f.); fakultativ können Dat.d.P. und präp. Erg. (z.B. gegen, wider jmdn.; an, in jmds. hant, ûf jmds. eit) hinzutreten 2.1 mit Akk.d.S. bzw. Passivkonstr.: daz ich minen leuten gelobt und gestætiget han die purch ze Laber UrkCorp (WMU) 1970,17; datz ist gesetzet vnd gelobt ebd. 737,13; ez sullen auch der chinde leutte den lantvride loben mit ir triwen ebd. 869,17; jch gelobe ouch werschaft des vor geschriebenen gvͦtes ebd. 518,32. 875,28; da gelobeten si den champh Rol 8900; man muoz im eine hervart / noch hiute swern oder loben Wh 142,13; Ägidius 1073; Konr 6,31; er hielt yn das er gefengniß must geloben und sichern Lanc 157,9; wir verloben [geben auf] drier hande vnchvsche vnd geloben drier læie chusche PrBerthKl 4,17; sô sprâchet ir / und lobetetez ouch beide / mit rede und mit dem eide Tr 9801; daz lobeten si mit ufferhabener hant Rol 145; ‘daz lob ich’, sprach dô Gunther, ‘Sîvrit, an dîne hant [...].’ NibB 334,1; sie gelobets ir mit ir truwe in ir hant Lanc 339,38; SM:Had 5: 1,6; NibB 374,4; SpitEich 2,9; hie mite gelobetens under in / liebe unde geselleschaft Tr 19120; nû muose der künec lâzen wâr / daz er gelobete wider in Iw 4609; ich lobet ez und leistez sît ebd. 382; Tr 5152; Lanc 7,10; SpdtL 195,1; iz inmac och nichein kint, iz si mannisnami edir wibisnami, nimini nicheini ewi [Ehe] globi, iz insi zu sinin iarin cumin Mühlh 166,4 daz werde wîp /, / der ich dâ lopt ê in ir hant UvLFrd 434,8 (vgl. 2.6 und 3.2 ). – mit Richtungsangaben hër und war (vgl. Wiessner, Richtungsconstr., S. 530f.): hêr Gâwân, lobt mir her für wâr / daz ir von hiute über ein jâr / mir ze gegenrede stêt / in kampfe Parz 418,9; sie sprach: ‘daz gelobet her!’/ ir wîze hant sie bôt im dar; / er gelobete iz ir und liez ez wâr HvFreibTr 4278; er sprach: bruͦder Reinhart, war sol ez gelobet sin? ReinFu S2,946. – als Part.-Adj.: den gelobten strît Parz 684,11; so gebe wir ze burgen mit gelobeter truwen vnsern herren graue Rvͦdoluen UrkCorp (WMU) N11,42; ob ê dehain bruͦch an den gelopten dingen ist geschehen ebd. 127AB,2,3 2.2 mit Nebensatz 2.2.1 meist Obj.-Satz (hier die überw. Menge der Urkundenbelege, vgl. WMU 1,620): dar zv ist gelobt, daz man zwischen hinn [jetzt] vnd sant Michels tach Sprintzenstein rovmen svl UrkCorp (WMU) 482,4; da zvͦ geheizen wir im vnd loben im, daz wir in niht vorderen svlen noch laden ebd. 1747,37. 905B,44. 695,12; si globeten ouch in druwen dar / der frouwen bi ir eide, / daz si ir arbeide / druweliche solten leben Elis 3776; Lanc 4,17; sînem hêrren er lobete waz er rîhtuomes habete, / fihis und scatzes Gen 995; er gelobete vnd tete, / des er gebeten was Herb 8034; daz ich mir selbem daz gelobe, / des sî mir lîchte niet engan SM:UvS 26: 4,3. – 2.2.2 andere Nebensätze: do gelobete er der frowen, / er loste sie von den rowen, / ob sie mit ime wolte keren; / er wolde sie wol eren Herb 18180; Roth 3387; Rol 3177; doch vröuwet mich sîn sicherheit, / daz er lobte, er wolte schiere komen MF:Reinm 50: 3,4; Artûs lobt im an die hant, / kœm imer in sölhe nôt sîn lant / als ez von Clâmidê gewan, / des lasters wolder pflihte hân Parz 331,11; Roth 3460; di lobten den frawen, swelichn schaden si næ̂men von dez Etlingerz bruͦdern, da solt der vorgenanten chnecht lib vnd gvͦt ir pfant vmm sin UrkCorp (WMU) 2283,42 2.3 mit Inf.-Konstr. (überw. mit ze): sô lobt er iu dar dienen NibB 875,3; das er ir bestetige vnde gelobe stête halden vnuerbrochenliche ir vriheit vnd ir reht UrkCorp (WMU) 1788AB,11,10; die haint es gelobt mit ir triͮwen, si ze antwrten ze Costenze ze rehter giselschefte ebd. 531,37. 23,1. 2402,39; daz wir gesichert und gelobt han mit rechter sicherheit und gelobde, die vorgenante giselschaft zuͦ leistene MGHConst 8:509,5 (a. 1348); ich gelob im alles das lant uffzugeben Lanc 11,24; MF:Reinm 23: 3,5; er hatt mir gelobet zu geben was ich im heisch Lanc 276,11; got hat mir ein also erlich ding gewiset und gelobet ze leistende Mechth 5: 29,13 2.4 selten ohne Obj., bzw. in anderen Konstr.: daz volc al gemeine bat, / daz sie sich des landes vnde der stat / zv gedinge vnder wunden; / [...]. / sie globeten also Herb 15495; ‘werlich herre’, sprach er, ‘ir kúnent sere wol geloben, ich weiß nit wie ir leisten kúnnent.’ Lanc 274,35; subst.: alse di bloume foregeit der frucht, und ist ein gelobin [Versprechen] des warin bekentnisses godes, daz dar noch volgit Parad 42,19; ich swer / dir bi diner grozen kraft, / daz ich wil stete sin behaft / an dir, als nu min loben tut Pass III 496,53 2.5 selten nur mit Dat.d.P.: er wart wirs enphangen, / denne im gelobet were Herb 16972; also wir in [den Würzburger Juden] gesworn und globt habin WüP 9,9; da wart er sere fro das im der konig so schon hett gelobet Lanc 23,26 2.6 mit Akk.d.P.: daz ich umbe mitten tac / dannoch hin komen mac / dar ich mich gelobet hân Iw 4755; vnde loben [verpflichten] vnde binden v́ns vnde v́nser nachomen ze den dingen UrkCorp (WMU) 1337AB,7,5. – beim Eheversprechen (vgl. 2.1 und 3.2 ): er hette im sine swester gegeben, / die er im gelobet hete Herb 10329; do schuldegit er Ecubam, / wen sie Polixenam / im gelobet hete ebd. 13087. 13475. – gelobet sîn: Albrest tohter von Hohenberch oder min svn, dev ze der e zvͦeinandr sint gelobt UrkCorp (WMU) 470,25 3 ‘jmdn. (er-)wählen (zu etw.)’ 3.1 zu einem Amt: si gelobeten alle gelîche / den grâven Hainrîchen Kchr 15762; alsô si in gelobeten / ze Rôme ze ainem vogete ebd. 5101. 16831. 16808; die woldin Hademaren / zo eime koninge han genomin unt gelouet Roth 2951; die siben vürsten lobeten Ludewigen ze künege PKchr 179,35. 129,46 3.2 als Freund bzw. Ehepartner (vgl. 2.1 und 2.6 ): den si lobt ze vriunde, der mac wol trœsten sînen lîp NibB 1150,4. – überw. i.d. Wendung (jmdn.) ze manne/ wîbe ~ : er lobte si zen [Hs. cen, Laa. ze ] wîbe /. / ze trûte lobt ouch si den degen KlageB 1817; dem bin ich bevestent: ich lobete in ze einem man, / er nam mich ze wîbe Kudr 770,1; welt ir loben mich ze man, / sô lobe ich iuch ze rehter ê Wildon 4,30; so sullen si di lute vregen uf ir sele, [...] ab si in noch wolle loben zu eime elichen manne StRFreiberg 59,18. – ich wil in loben gerne, den ir mir, herre, gebet ze man NibB 613,4; dô er si gelobte unt ouch in diu meit, / güetlîch umbevâhen was dâ vil bereit / von Sîfrides armen daz minneclîche kint ebd. 616,1. 4 Phras. (in Auswahl, ausführlich mit zahlreichen Belegen TPMA 8,8-28): sich selben nieman loben sol; / swer frum ist, den gelobt man wol Freid 61,3. 60,23; RvEGer 37; ich wæne, daz er sêre tobet, / wer unverschult sich selber lobet. / sô beite, der nicht welle toben, / unz daz in ander liute loben Boner 68,56. 68,49; UvEtzAlex 5050. – swaz man lobet an dem man, / dâ sol er sich flîzen an: / swes er aber unêre habe, / des sol er sich vast enthabe Renner 16119; Freid 61,25; man sol die biderben bilich loben / und die argen schelten; / es sol bilich entgelten / ein arger siner missetât Ammenh 11466; nieman sol ze langer frist / loben, daz ze schelten ist Freid 62,9
MWB 3,3 1233,54; Bearbeiter: Diehl