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Glauben

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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17 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Glauben

Bd. 2, Sp. 703
Glauben, verb. reg. act. etwas für wahr halten. 1. In der weitesten Bedeutung dieses Ausdruckes, ohne Beziehung auf die Gründe, warum man etwas für wahr hält, im Gegensatze des Zweifels und der Verneinung, und mit der vierten Endung des Nennwortes. Einen Gott glauben, dem Satze, daß ein Gott sey, überhaupt Beyfall geben, ohne zu wissen warum. Es gibt immer noch Leute, welche Hexen und Gespenster glauben. Im gemeinen Leben auch mit dem Vorworte an, an Hexen und Gespenster glauben. Er muß daran glauben, sagt man im gemeinen Leben figürlich von jemanden, der einer unvermeidlichen Sache nicht entgehen kann. Ehedem glaubte man, daß sich die Sonne um die Erde bewege. Etwas für gewiß glauben, fest davon überzeugt seyn. Das glaub ich, wenn wir allen helfen könnten, dann wären wir zu beneiden, Less. 2. In engerer Bedeutung, mit verschiedenen Nebenbegriffen und Einschränkungen. 1) Mit dem Nebenbegriffe des Ungrundes, für, sich einbilden. Bav glaubt, daß er ein vortrefflicher Dichter sey. Glaubest du etwa, daß du länger blühen wirst, als einen Frühling? Bey den Dichtern zuweilen auch als ein Reciprocum mit der vierten Endung der Sache. Daß Mops sich einen Dichter glaubt, Cron. 2) Mit dem Nebenbegriffe der wahrscheinlichen Gründe, für vermuthen. Ich Glaube, er wird nicht kommen, oder ich glaube nicht, daß er kommen wird. Ich habe es lange geglaubt, daß Greif der Dieb ist. Wer hätte das glauben[] sollen, daß dein Bruder so aus der Art schlagen würde? Er hatte sie, glaub ich, gestern gesehen, d. i. wie ich glaube, oder vermuthe. Sich sicher glauben, glauben, daß man sicher sey. 3) Am häufigsten, einem Satze um des Zeugnisses eines andern willen Beyfall geben; zum Unterschiede von dem Wissen und der Überzeugung. (a) Eigentlich, mit der dritten Endung der Person und der vierten der Sache. Das kann ich unmöglich glauben. Ich glaube dir diesen Umstand gerne. Star hat schon so oft Unwahrheiten gesagt, daß man ihm nicht mehr glauben kann. Man kann seinen Worten nicht glauben. Glauben sie meinen Schwüren nicht? wo die Sache anstatt der Person in der dritten Endung stehet. Ich will es ihnen auf ihr Wort glauben. Das glaub ich in Ewigkeit nicht. Es ist zu glauben. Ich wills glauben. Im Oberdeutschen auch mit der zweyten Endung der Sache. Thes gilaube man mir, Ottfr. Er sündet, swer des nicht geloubet, Kaiser Heinrich. (b) In engerer Bedeutung. (1) Im Handel und Wandel, eines Zusagen glauben, und ihm um deßwillen etwas anvertrauen; in welcher Bedeutung es doch im Hochdeutschen ungewöhnlich ist. Einem Waaren glauben, d. i. auf Credit geben. (2) In der Theologie, einen Satz auf das Zeugniß Gottes für wahr halten. Ingleichen mit dem Vorworte an, zu jemanden glauben, die Besserung seines Zustandes von ihm erwarten, um des Zeugnisses anderer willen. An Gott glauben, Gutes von ihm um seiner Versicherung willen erwarten; wo dieses Wort so wohl absolute und allein, als auch mit dem Vorworte an unter eben so vielen Einschränkungen üblich ist, als das Hauptwort Glaube, und in der Deutschen Bibel oft die ganze übernatürliche Fertigkeit der rechtmäßigen Veränderungen in sich begreift. Anm. In dem Isidor lautet dieses Verbum chilauban, in dem alten Glaubensbekenntnisse aus dem achten Jahrh. gelobon, bey dem Ottfried giloubon, bey dem Kero kilauban, im Angels. gelyfan, geleawan, im Engl. to believe; woraus zugleich erhellet, daß das g nicht zum Stammworte gehöret, sondern aus der Vorsylbe ge zusammen gezogen worden. Man findet auch wirklich nur louuen für glauben, und die Niedersachsen sagen noch jetzt nur löven. Es gehöret zu dem alten Worte Laf, Lob, Laub, die Hand, von welchem Worte lauben, loben, so wohl active mit einem Handschlage versprechen, und hernach versprechen überhaupt, (S. Glaube I.) als auch intransitive, ein solches Versprechen annehmen, und in weiterer Bedeutung, einen Satz für wahr halten, bedeutete. Daher der noch im Handel und Wandel einiger Gegenden übliche Gebrauch dieses Zeitwortes die erste eigentliche Bedeutung zu seyn scheinet. S. auch Erlauben, Geloben, Liefern und Urlaub. Gläuben für glauben ist eine im Hochdeutschen veraltete Form, welche im theologischen Verstande in der Deutschen Bibel häufig vorkommt, und von einigen Geistlichen aus bloßer Nachahmung beybehalten wird.
4240 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glauben

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Glauben , verb. reg. act. etwas für wahr halten. 1. In der weitesten Bedeutung dieses Ausdruckes, ohne Beziehung auf die…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    glauben

    Goethe-Wörterbuch

    glauben Großschr eigenh B30,129,9 ; vereinzelt ‘glaube(s)t’ (bes im Vers), 3.PlPräs im Mund des radebrechenden Schattens…

  3. modern
    Dialekt
    Glauben

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Glaübe n , Glaube n [Klàipa Hi. ; Klàiwə Mü. Su. ; Kloiwə Dü. M. ; Klaùwə Str. ; Klœwə K. Z. Betschd. ; Kløỳwə Hf. ; Klá…

  4. Sprichwörter
    Glauben

    Wander (Sprichwörter)

    Glauben 1. Allen glauben, ist zu viel, keinem glauben, zu wenig. Daher behauptete Barreaux: Nichts sei schwerer für eine…

  5. Spezial
    glauben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    glau|ben I vb.tr. 1 (Glauben schenken) crëie (crëi, cherdü) 2 (vermuten) crëie (crëi, cherdü ), ponsé (pënsa), araté (ar…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glauben

326 Bildungen · 314 Erstglied · 5 Zweitglied · 7 Ableitungen

Zerlegung von glauben 2 Komponenten

glau+ben

glauben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glauben‑ als Erstglied (30 von 314)

glaubenfälscher

DWB

glauben·faelscher

glaubenfälscher , m. : vor den zerreiszern der liebe und einigkeit, den gelaubenfelschern, ehrdieben und selmordern zu bewaren ( v. j. 1524)…

Glaubenfêst

Adelung

glauben·fest

Glaubenfêst , adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, fest in seinem Glauben, d. i. von der Wahrheit seiner Religion gründlic…

glaubengeschäft

DWB

glauben·geschaeft

glaubengeschäft , n. , angelegenheit des glaubens (glaube I A 2): denn sacrament ist eyn glawbengeschefft, da eyttel gottis werck ynnen soll…

glaubengottvater

DWB

glauben·gottvater

glaubengottvater , m. , verstümmelt aus dem eingang des apostolicum ich glaube an gott den vater; für das kreuz des rosenkranzes, bei dem da…

glaubenleer

GWB

glauben·leer

glaubenleer durch Fehlen von Vertrauen, Zuversicht gekennzeichnet du gabst uns das Gefühl: | Dass ohne dich wir nur vergebens sinnen, | Durc…

glaubenlos

GWB

glauben·los

glaubenlos idVbdg ‘glauben- und tatlos’ iSv ohne (schaffens)motivierende Zuversichtlichkeit verschwieg ich selbst Schillern diese Arbeit [ N…

glaubenprediger

DWB

glauben·prediger

glaubensprediger , glaubenprediger , m. , zu glaube I A 1, 2 u. 5: das ich abermal wuntsche, es weren alle klöster mitt rechten glawbenpredi…

glaubensabfall

DWB

glauben·s·abfall

glaubensabfall , m. , zu glaube I A 5: es mögen die abtrünnigen von unserer kirchen es selbst beurtheilen, ob sie nicht einen glaubensabfall…

Glaubensabsage

Campe

glauben·s·absage

○ Die Glaubensabsage , Mz. die — n , die Absage oder Absagung des Glaubens, das Verlassen einer Glaubenspartei, zu welcher man sich hielt. »…

Glaubensabtrünnige

Campe

○ Der Glaubensabtrünnige , des — n, Mz. die — n , der von seinem bisherigen Glauben, dem Glauben seiner Kirche abtrünnig wird, seinen bisher…

glaubensact

DWB

glauben·s·act

glaubensact , -actus , m. , zu glaube I A 1: solche ( schriftsprüche ) klar und deutlich zeugen, dasz ungeachtet der einwohnung Christi in d…

Glaubensähnlichkeit

Adelung

glauben·s·aehnlichkeit

Die Glaubensähnlichkeit , plur. inus. in der Theologie, der Zusammenhang der Glaubenslehren, dadurch sie so wohl unter sich, als mit ihrem g…

glaubensänderung

DWB

glauben·s·aenderung

glaubensänderung , f.; zu glaube I A 5: ich weisz von eurer glaubensänderung Schiller 12, 473 G.; objektiv für ' reformation ': die religion…

glaubensandacht

DWB

glauben·s·andacht

glaubensandacht , f. , zu glaube I A 1: mit innerlicher krafft und lebendiger thätiger glaubensandacht Chph. Andreae trewhertzige buszposaun…

glaubensanker

DWB

glauben·s·anker

glaubensanker , m. , vgl. glaube I A 1 c γ : den glaubensancker wehl ich mir, den senck ich Jesus wunden ein, so ist er und der himmel mein …

glaubensarm

DWB

glauben·s·arm

glaubensarm , adj. , zu glaube I A 1, vgl. glaubensarm debilis fide Stieler (1691) 55 : Römer 12 habe ich gelesen, ... es ist ein capitel, a…

glaubensarmee

DWB

glauben·s·armee

glaubensarmee , f. , zu glaube I A 5; die im auftrage der heiligen allianz im jahr 1822 nach Spanien entsandte französische armee, durch die…

glaubensart

DWB

glauben·sart

glaubensart , f. , zu glaube I A 1, 2 u. 5: weil deine freundschaft sich in reyner glaubensart zum gottesdienst bekennet, der (zwar ausz mis…

glaubensartikel

DWB

glauben·s·artikel

glaubensartikel , m. , im älteren nhd. auch glaubensarticul, glaubartikel, glaubsartikel; religiöser lehrsatz, in dem ein dogma ausgedrückt …

glaubensauge

DWB

glauben·sauge

glaubensauge , n. , vgl. glaube I A 1 c γ , in der religiösen literatur des 17./18. jhs. besonders reich bezeugt: der lerne dem herrn Christ…

glaubensbahn

DWB

glauben·s·bahn

glaubensbahn , f. , zu glaube I A 1: dises licht läst uns nicht wancken in der rechten glaubensbahn Joh. Rist bei Fischer-Tümpel 2, 286 ; an…

glaubensband

DWB

glauben·s·band

glaubensband , n.; zu glaube I A 1: im hertzen müssen säufftzer wallen. schnürt diese Christi blutcorallen zusammen mit dem glaubensband ...…

glaubensbaum

DWB

glauben·s·baum

glaubensbaum , m.; zu glaube I A 1: da denn allemal ein schönes zweiglein aus dem glaubensbaume geboren wird Jak. Böhme s. w. 6, 325 Schiebl…

glaubensbedürfnis

DWB

glauben·s·beduerfnis

glaubensbedürfnis , n. , zu glaube I A 1: das unaustilgbare glaubensbedürfnis der menschlichen natur auch in den ungläubigsten menschen ... …

glaubensbefehl

DWB

glauben·s·befehl

glaubensbefehl , m. , zu glaube I A 5: sie sagen mir immer dasselbe: frei sein, und jeder glaubensbefehl läugnet mir das Bettine Cl. Brentan…

glaubensbegierde

DWB

glauben·s·begierde

glaubensbegierde , f. : keiner mag gott schauen, es werde denn zuvor in ihm gott mensch, welches in der glaubensbegierde geschieht Jak. Böhm…

glaubensbegriff

DWB

glauben·s·begriff

glaubensbegriff , m.; compendium der glaubenslehre, vgl. glaube I A 2: und hiesz jedem ein kleines büchlein reichen, in welchem der kurze gl…

glauben als Zweitglied (5 von 5)

Aberglauben

RDWB1

Aberglauben m (kein Bezug zur Konjunktion "но") суеверие, поверье (в рус. допустимомн.ч.ед.ч.

beglauben

DWB

beg·lauben

beglauben , firmare, fidem facere: er tratt îns predigampt, beglaubte mit viel zeichen das evangelium. er heilte manche seuchen. Fleming 5 ;…

Gansglauben

Wander

gans·glauben

Gansglauben Es ist ein Gansglauben. – Henisch, 1348, 64. Lat. : Fides Hussitia. Bohemi enim anserem Hus vocant. ( Henisch, 1348. )

treuglauben

DRW

treu·glauben

treuglauben, v. mittels eines Treubefehls vergaben nit allein so einer ein testament gemachet het, mag einer briefflin machen, sunder auch s…

zuglauben

DWB

zug·lauben

zuglauben , v. , mnd. toloven Schiller-Lübben 4, 572 , früher für ' anvertrauen ' und ' zutrauen ': was kann sie ( die handwerker ) das mehr…

Ableitungen von glauben (7 von 7)

beglauben

DWB

beglauben , firmare, fidem facere: er tratt îns predigampt, beglaubte mit viel zeichen das evangelium. er heilte manche seuchen. Fleming 5 ;…

entglauben

DWB

entglauben , fidem infirmare hat Stieler 666 .

erglauben

DWB

erglauben ? bei den erglaubten heiligen der heiden und christen. Paracelsus 1, 92 a . heiszt das den geglaubten, erlaubten, bewährten?

Mißglauben

Campe

✱ Mißglauben , v. ntr . Mittelw. d. verg. Z. mißgeglaubt , fälschlich glauben, nicht glauben. Oberlin. D. Mißglauben .

unglaube(n)

DWB

unglaube(n) , m. , gegenstück zu glaube(n). g. ungalaubeins; ags. ungeléafa; as. ungilôBo ( Heliand 2662; sächs. beichte 319, 42 Steinmeyer,…

Verglauben

Campe

Х Verglauben , v. trs . mit Glauben verbringen, zubringen, durch leeres Glauben verlieren. »Schaffe mir die verlorne Zeit wieder, die ich, b…

zerglauben

DWB

zerglauben , verb. , nur refl. wie sich zerarbeiten, um glauben ringen, sich um glauben quälen, abmühen: ja, wen Christus esset deus, qui da…