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Glaube

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Glaube Der

Bd. 2, Sp. 390a
Der Glaube, des — ns, Mz. die — n. 1) Der Zustand des Gemüthes, da man eine Sache für wahr hält und sich darauf verläßt, der Beifall, den man einem Satze als einer Wahrheit giebt. Glauben an etwas haben. Bei seinem Glauben bleiben oder, seinem Glauben treu bleiben, bei demselben beharren. Einer Sache Glauben geben, beimessen, sie glauben. Einer Person Glauben geben, leisten, in ihre Zuverlässigkeit keinen Zweifel setzen. Dies ist über allen Glauben, ist unglaublich. Einer Sache, einer Person den Glauben versagen. Die Sache findet keinen Glauben, man glaubt sie nicht. Glauben bei jemand finden. Die Sache verliert dadurch allen Glauben, wird dadurch unglaublich oder wird darum nicht geglaubt. Sich um allen Glauben bringen, es dahin bringen daß einem niemand mehr glaubt. Х Der Glaube wird ihm in die Hand kommen, was er jetzt nicht glauben will, davon wird ihn die Erfahrung überzeugen. Ein Glaube wie ein Berg, ein fester Glaube, eine feste Überzeugung. — Nun steht mein Glaube wie ein Berg! Wieland. Ein Glaube wie ein Senfkorn, ein geringer, schwacher Glaube. I engerer Bedeutung wird Glaube im Handel und Wandel für Zuversicht von der einen und für Zuverlässigkeit von der andern Seite, daß eine gegebne Versicherung, besonders in Absicht der Bezahlung werde gehalten werden, gebraucht (Credit). Einem eine Waare auf Glauben geben. Einem Glauben geben, ihm borgen. Glauben haben. Seinen Glauben verlieren. I der engsten Bedeutung, derjenige Zustand des Gemüthes, da man die göttlichen Lehren, Aussprüche und Zusagen für wahr und zuverlässig hält. Der wahre, rechte Glaube, der diesen Lehren, Aussprüchen und Zusagen völlig gemäß ist, in Gegensatz des falschen Glaubens. Ein vernünftiger, unvernünftiger, thörichter  Glaube. Der Glaube an Gott, der Glaube, daß Gott sei und alles was wir von ihm vernünftiger Weise wünschen und hoffen können thun und geschehen lassen werde. Der Glaube an Tugend, der Glaube daß die Tugend kein leerer Schall sondern das höchste Gut des Menschen sei, wonach er vermöge des Bedürfnisses und Triebes seiner edlen geistigen Natur streben müsse, und nicht vergeblich strebe. Er hat den rechten Glauben, sagt man spöttisch von einem, der etwas Falsches, Thörichtes, Lächerliches glaubt. Oft wird unter Glaube auch nur die bloße Annahme und äußerliche Anerkennung gewisser Sätze und Lehren, besonders der kristlichen Glaubenslehren verstanden. Der todte Glaube, der auf das Leben und Handeln keinen Einfluß hat. Den Glauben erzwingen. 2) Der Gegenstand des Glaubens, oder dasjenige was geglaubt wird. So nennt man den ganzen Ibegriff der Wahrheiten und Lehren, die sich auf das Verhältniß zwischen Gott und den Menschen beziehen und auf des Menschen Wohl den wichtigsten Einfluß haben, besonders aber den Ibegriff der eigentlichen Glaubenslehren den Glauben. Der kristliche Glaube. Der jüdische, türkische, heidnische Glaube. Der rechte, wahre, allgemeine Glaube. Einen Glauben annehmen, bekennen. Sich zu einem Glauben bekennen. Seinen Glauben verleugnen, abschwören. Weß Glaubens bist du? welchen Glauben bekennst du. — Ein allgemeiner Krist Der aller Glauben Glied und keines eigen ist. Haller. Den Glauben predigen, die Glaubenslehren vortragen und zur Annahme anempfehlen. Den Glauben verbreiten, die Annahme desselben von Mehrern bewirken. Pflanzt Glauben mit dem Schwert und dünget sie mit Blut. Haller. Der kristliche Glaube wird in den Künsten oft als eine Person unter dem Bilbe eines Weibes mit einem Kelche und einem Kreuze versehen, dargestellt und gewöhnlich mit der ebenfalls als Person dargestellten Liebe und Hoffnung verbunden. 3) I engerer Bedeutung, eine kurze Formel des Glaubens, der kurze Ibegriff derjenigen Glaubenslehren, die man für die wichtigsten hält; das Glaubensbekenntniß, der Apostolische Glaube, der Athanasische Glaube. Den Glauben herbeten, das kristliche Glaubensbekenntniß hersagen. I noch engerer Bedeutung nennt man den Glauben das Kirchenlied von Luther: Wir glauben all' an Einen Gott  4) Die Zusage, das Versprechen, wie auch deren Erfüllung. Es ist noch Treu und Glauben unter den Menschen. Etwas auf Treu und Glauben annehmen. Er hält weder Treu noch Glauben.
4162 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glaube

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Glaube , des -ns, dem -n, u. s. f. plur. die -n, von dem folgenden Zeitworte glauben. I. In dessen veralteten thätig…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Glaube

    Goethe-Wörterbuch

    Glaube Apokope im Vers 18,343,16( = 348,6) , Akk ohne Flexionsendung 6,214 Vs 6 ; Nom auch -n, artikellos in dieser Form…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Glaube

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Glaube , die feste Ueberzeugung von einer Wahrheit, deren Gegenstand der unmittelbaren Untersuchung unserer Sinne und de…

  4. modern
    Dialekt
    Glaubem.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Glaube m. : 1. a. 'religiöse Überzeugung', Glaawe, Glääwe [verbr. wie glauben ], Glauwe [ LU-Oggh NW-Frankeck Elmst GH-K…

  5. Sprichwörter
    Glaube

    Wander (Sprichwörter)

    Glaube 1. An Glauben ein Kind, an Vernunft ein Rind, macht für Erd' und Himmel blind. 2. Blinder Glaube führet irre. Was…

  6. Spezial
    Glaube

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glau|be m. (-ns) 1 (religiöse Überzeugung) fede f. 2 (Bekenntnis, Konfession) confesciun (-s) f. 3 (Zuversicht) fede f. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glaube

349 Bildungen · 321 Erstglied · 25 Zweitglied · 3 Ableitungen

glaube‑ als Erstglied (30 von 321)

glaubenfälscher

DWB

glauben·faelscher

glaubenfälscher , m. : vor den zerreiszern der liebe und einigkeit, den gelaubenfelschern, ehrdieben und selmordern zu bewaren ( v. j. 1524)…

Glaubenfêst

Adelung

glauben·fest

Glaubenfêst , adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, fest in seinem Glauben, d. i. von der Wahrheit seiner Religion gründlic…

glaubengeschäft

DWB

glauben·geschaeft

glaubengeschäft , n. , angelegenheit des glaubens (glaube I A 2): denn sacrament ist eyn glawbengeschefft, da eyttel gottis werck ynnen soll…

glaubengottvater

DWB

glauben·gottvater

glaubengottvater , m. , verstümmelt aus dem eingang des apostolicum ich glaube an gott den vater; für das kreuz des rosenkranzes, bei dem da…

glaubenleer

GWB

glauben·leer

glaubenleer durch Fehlen von Vertrauen, Zuversicht gekennzeichnet du gabst uns das Gefühl: | Dass ohne dich wir nur vergebens sinnen, | Durc…

glaubenlos

GWB

glauben·los

glaubenlos idVbdg ‘glauben- und tatlos’ iSv ohne (schaffens)motivierende Zuversichtlichkeit verschwieg ich selbst Schillern diese Arbeit [ N…

glaubenprediger

DWB

glauben·prediger

glaubensprediger , glaubenprediger , m. , zu glaube I A 1, 2 u. 5: das ich abermal wuntsche, es weren alle klöster mitt rechten glawbenpredi…

glaubensabfall

DWB

glauben·s·abfall

glaubensabfall , m. , zu glaube I A 5: es mögen die abtrünnigen von unserer kirchen es selbst beurtheilen, ob sie nicht einen glaubensabfall…

Glaubensabsage

Campe

glauben·s·absage

○ Die Glaubensabsage , Mz. die — n , die Absage oder Absagung des Glaubens, das Verlassen einer Glaubenspartei, zu welcher man sich hielt. »…

Glaubensabtrünnige

Campe

○ Der Glaubensabtrünnige , des — n, Mz. die — n , der von seinem bisherigen Glauben, dem Glauben seiner Kirche abtrünnig wird, seinen bisher…

glaubensact

DWB

glauben·s·act

glaubensact , -actus , m. , zu glaube I A 1: solche ( schriftsprüche ) klar und deutlich zeugen, dasz ungeachtet der einwohnung Christi in d…

Glaubensähnlichkeit

Adelung

glauben·s·aehnlichkeit

Die Glaubensähnlichkeit , plur. inus. in der Theologie, der Zusammenhang der Glaubenslehren, dadurch sie so wohl unter sich, als mit ihrem g…

glaubensänderung

DWB

glauben·s·aenderung

glaubensänderung , f.; zu glaube I A 5: ich weisz von eurer glaubensänderung Schiller 12, 473 G.; objektiv für ' reformation ': die religion…

glaubensandacht

DWB

glauben·s·andacht

glaubensandacht , f. , zu glaube I A 1: mit innerlicher krafft und lebendiger thätiger glaubensandacht Chph. Andreae trewhertzige buszposaun…

glaubensanker

DWB

glauben·s·anker

glaubensanker , m. , vgl. glaube I A 1 c γ : den glaubensancker wehl ich mir, den senck ich Jesus wunden ein, so ist er und der himmel mein …

glaubensarm

DWB

glauben·s·arm

glaubensarm , adj. , zu glaube I A 1, vgl. glaubensarm debilis fide Stieler (1691) 55 : Römer 12 habe ich gelesen, ... es ist ein capitel, a…

glaubensarmee

DWB

glauben·s·armee

glaubensarmee , f. , zu glaube I A 5; die im auftrage der heiligen allianz im jahr 1822 nach Spanien entsandte französische armee, durch die…

glaubensart

DWB

glauben·sart

glaubensart , f. , zu glaube I A 1, 2 u. 5: weil deine freundschaft sich in reyner glaubensart zum gottesdienst bekennet, der (zwar ausz mis…

glaubensartikel

DWB

glauben·s·artikel

glaubensartikel , m. , im älteren nhd. auch glaubensarticul, glaubartikel, glaubsartikel; religiöser lehrsatz, in dem ein dogma ausgedrückt …

glaubensauge

DWB

glauben·sauge

glaubensauge , n. , vgl. glaube I A 1 c γ , in der religiösen literatur des 17./18. jhs. besonders reich bezeugt: der lerne dem herrn Christ…

glaubensbahn

DWB

glauben·s·bahn

glaubensbahn , f. , zu glaube I A 1: dises licht läst uns nicht wancken in der rechten glaubensbahn Joh. Rist bei Fischer-Tümpel 2, 286 ; an…

glaubensband

DWB

glauben·s·band

glaubensband , n.; zu glaube I A 1: im hertzen müssen säufftzer wallen. schnürt diese Christi blutcorallen zusammen mit dem glaubensband ...…

glaubensbaum

DWB

glauben·s·baum

glaubensbaum , m.; zu glaube I A 1: da denn allemal ein schönes zweiglein aus dem glaubensbaume geboren wird Jak. Böhme s. w. 6, 325 Schiebl…

glaubensbedürfnis

DWB

glauben·s·beduerfnis

glaubensbedürfnis , n. , zu glaube I A 1: das unaustilgbare glaubensbedürfnis der menschlichen natur auch in den ungläubigsten menschen ... …

glaubensbefehl

DWB

glauben·s·befehl

glaubensbefehl , m. , zu glaube I A 5: sie sagen mir immer dasselbe: frei sein, und jeder glaubensbefehl läugnet mir das Bettine Cl. Brentan…

glaubensbegierde

DWB

glauben·s·begierde

glaubensbegierde , f. : keiner mag gott schauen, es werde denn zuvor in ihm gott mensch, welches in der glaubensbegierde geschieht Jak. Böhm…

glaubensbegriff

DWB

glauben·s·begriff

glaubensbegriff , m.; compendium der glaubenslehre, vgl. glaube I A 2: und hiesz jedem ein kleines büchlein reichen, in welchem der kurze gl…

glaube als Zweitglied (25 von 25)

aberglaube

DWB

aber·glaube

aberglaube , m. superstitio, für oberglaube, nnl. overgeloof, überglaube, dem super in superstitio nachgebildet, nd. biglove, beiglaube, böh…

herzensglaube

DWB

herzen·s·glaube

herzensglaube , m. inniger, aus dem herzen kommender glaube: wir gestehen es offen, dasz er uns in diesen letzten jahren ein räthsel war, ei…

heuchelglaube

DWB

heuchelglaube , m. : wie der falsche heuchelglaube thut, welcher menget in einander gottes gnade und mein verdienst, ob er wol auch die wort…

Hühnerglaube

Wander

huhn·er·glaube

Hühnerglaube 1. Hönerglob'n 1 , wovon de Haon nix wêt. ( Altmark. ) – Danneil, 9. 1 ) Für Aberglaube. 2. Es ist ein hünerglaube. – Coler, 51…

katzenglaube

DWB

katzen·glaube

katzenglaube , m. aberglaube, affenglaube Stieler 665 , vgl. ketzer , katzengebet : bist doch und bleibst ein hexin alt voll katzenglaubens …

Klosterglaube

Wander

kloster·glaube

Klosterglaube Klosterglauben ist ein schlimm Wasser, das keinen Durst löscht. – Klosterspiegel, 19, 8.

köhlerglaube

DWB

koehler·glaube

köhlerglaube , m. unbedingter kirchenglaube, besonders beim gemeinen manne: der köhler-glaube. was die kirche glauben heist, soll man glaube…

Mannsglaube

DRW

manns·glaube

Mannsglaube, m. zu Glaube (VII 2) Ehrenwort eines Mannes ich ... minen verwareren handtastung dede bei mansglauben, sei sulten mich laissen …

milchglaube

DWB

milch·glaube

milchglaube , m. glaube der noch klein und zart, noch nicht erstarkt ist ( vgl. dazu milch 6, b ): hie hörestu, das nicht der milchglaube, d…

Mißglaube

DRW

Mißglaube, m. I Mangel an Vertrauen, Argwohn, Zweifel vgl. Glaube (I), Mißlaube (I), Mißtrauen (I), Mißtrauen (II) besäch dan die underschri…

mundglaube

DWB

mund·glaube

mundglaube , m. glaube der nur mit dem munde bekannt wird, glaube eines maulchristen.

Schelme(n)glaube

Idiotikon

Schelme(n)glaube Band 2, Spalte 587 Schelme(n)glaube 2,587

Schloßglaube

DRW

schloß·glaube

Schloßglaube, (Schloßlaube), m. zu Glaube (III), 3Laube (I) urspr. aus dem dän. Recht: Treuhänderschaft über eine Burg mit der Verpflichtung…

treuglaube

DWB

treu·glaube

treuglaube , m. , aus treu und glauben ( s. sp. 308 ff. ) entstanden. 1 1) zuverlässigkeit, die man jemand zutraut oder bei jemand findet: f…

unglaube

DWB

ung·laube

unglaube , adj. , nebenform zu ungläubig; ags. ungeléaf; ahd. unchiloubo Graff 2, 71 ; mhd. ungeloube; mnd. un(ge)love; mnl. ongelove. vgl. …

volksglaube

DWB

volk·s·glaube

-glaube , m. , die im volke lebenden vorstellungen über das verhältnis des menschen zu welt und gott; die volksthümliche form der religion; …

wahnglaube

DWB

wahn·glaube

wahnglaube , m. unbegründeter, irriger, falscher glaube. in dem worte, das seit dem 16. jahrh. nachzuweisen ist, sind zwei bildungen zusamme…

weiberglaube

DWB

weib·er·glaube

weiberglaube , m. nicht besser als aberglaube Treuer d. Dädalus 10 s. 17; Pestalozzi 1, 299 ; Böttiger 3, 111 Sillig. —

wunderglaube

DWB

wunder·glaube

wunderglaube , m. 1 1) zunächst soviel wie ' starker, auszerordentlicher glaube ', nur älter und auf religiösen gebrauch beschränkt: Abraham…

zeitglaube

DWB

zeit·glaube

-glaube , m. , auf eine zeit beschränkter, eine zeit währender glaube; theol. nach Luk. 8, 13 : J. Calvin instit. christ. (1572) 2, 234; Jer…

Ableitungen von glaube (3 von 3)

Mißglaube

Campe

✱ Der Mißglaube , — ns , o. Mz . ein falscher, irriger Glaube, wie auch Aberglaube. »Das Bockfahren kommt aus Mißglauben .« d. h. das eingeb…

unglaube

DWB

unglaube , adj. , nebenform zu ungläubig; ags. ungeléaf; ahd. unchiloubo Graff 2, 71 ; mhd. ungeloube; mnd. un(ge)love; mnl. ongelove. vgl. …

urglaube

DWB

urglaube , ursprünglicher, uralter glaube: das menschenbedürfnisz ... überspringt rückwärts die verständige leitung, vermischt priester-, vo…