glauben Großschr eigenh GWBB30,129,9
; vereinzelt ‘glaube(s)t’ (bes im Vers), 3.PlPräs im Mund des radebrechenden Schattenspielmanns ‘glaube’ GWB16,38
; gelegentl (PartPräs/Prät) subst (zur Schwierigkeit der Inf-Identifizierung s Vorbem zu ‘Glaube’); in grundsätzl Unterschied zu ‘Glaube’ die allermeisten von gut 2750 Belegen in Gruppe C, von den restlichen knapp 100 Stellen ca 60 in Pkt A A
relig: bezogen auf (einen) Gott, eine göttl Person, himmlische Wesen, auf göttl Werke, Wunder u Verheißungen, auf hl Schriften u Lehren, symbolisch-heilige Handlungen, auch: auf menschl Gott-Statthalterschaft 1
(mit der Kraft tiefster Überzeugung, in vertrauens-, hoffnungsvoller Ergebenheit) für ewig-wirklich u (all)gegenwärtig-(all)mächtig halten, als (absolut) wahr ansehen, als wunderwirkend empfinden, auch: (als prinzipiell möglich u real gegeben) anerkennen; überwiegend ‘g. an’, vereinzelt trans, öfter absol (auch iSv gläubig sein) a
allg, im Rahmen deistischer od pantheistischer Vorstellungen Von Botzen auf Trient .. in einem immer fruchtbaren und fruchtbarern Thal .. Alles was höher hinauf nur zu vegetiren anfängt hat nun hier schon alles mehr Krafft und Leben, man glaubt wieder einmal an einen Gott GWBT1,176,11 v 11.9. 86~GWB30,35,8 ItR .. glaub an mich, der ich an den Ewigen glaube GWBB3,110,11 Lavater 16.9.76 GWBFaust I 3434u3437~GWBUrfaust 1126u1129 Gespr Eckerm 29.5.31 Gespr(He2,1206) CAChSckell Aug 16[?]
uö(selten) mit bes Prägnanz: in dialekt-krit Reflexion das produktive Moment betonend Heil den unbekannten | Höhern Wesen, | Die wir ahnen! | Ihnen gleiche der Mensch; | Sein Beispiel lehr uns jene g. GWB2,83 Das Göttliche 12 b
als grundsätzlich in jeder hist-positiven Religion stattfindendes inneres Verhalten, zur Bezeichnung einer Grundhaltung, einer wesentlichen geistig-seel Möglichkeit menschlicher Existenz [
aus der Wahrnehmung von Differenzen zw Lavaters u SvKlettenbergs Christus-Bild resultierende Verallgemeinerung] Bei’m Glauben .. komme [
iGz Wissen] alles darauf an, daß man glaube; was man glaube, sei völlig gleichgültig GWB28,270,1f DuW 14 [
vgl Zit s v Glaube A1bβ] Koran als göttliches Gesetz .. Der Prophet .. sieht nur auf einen einzigen .. Zweck .. Irgend eine Lehre will er verkünden und .. durch sie und um sie die Völker versammeln. Hiezu bedarf es nur, daß die Welt glaube; er muß also eintönig werden und bleiben, denn das Mannichfaltige glaubt man nicht, man erkennt es GWB7,33,2f DivNot Gespr(He1,437) CHerder 25.8.88
uö metaphor (mit scherzh Anspielung auf die bibl Formel ‘Zeichen und Wunder’) [
iZshg mit Aufforderung an den von Weimar aus unterstützten Adressaten in Rom, Zeugnisse seiner künstlerischen Betätigung zu senden] die Leute sind selten die g. ohne Zeichen und Wunder zu sehen GWBB4,233,15 Maler Müller 12.6.80 c
mit spezif Momenten, Zügen in einzelnen Religionen, Konfessionen α
christl bzw biblisch; wiederholt absol (einmal ‘sich g-d verhalten gegen etw’), auch subst [
Christus:] Ich erwarb sie [
die Menschen] Mir .. | Ich litt, Ich bat, Ich starb für sie .. | Wer an Mich glaubt der stirbet nie GWB37,8 HöllenfahrtChristi 130 Christenthum ist bei mir .. die Methode wodurch der Mensch .. durch ihn [
Christus] erlös’t, an ihn g-d [
having faith in Him], fähig wird dem inwohnenden Bösen zu widerstehen, aufgelegt zu guten Werken GWBN12,54,18 Üb:Howard [
einzig nötige ‘Tätigkeit’ beim Empfangen von Sakramenten] die des G-s und des unbedingten Zutrauens GWB27,123,21 DuW 7 [
‘echt katholische Naturen’] befriedigt im festen und treuen G. und Hoffen, mit sich und anderen in Frieden leben .. Gutes tun .. weil es sich von selbst versteht und Gott es so will Gespr(He5,132) FJHSchlosser [Sommer 1814?] [
Einstellung der Protestanten] nicht an den Papst zu g. GWB31,332,17 ItR Plp GWBFaust I 3421~GWBUrfaust 1113 GWB37,170,21 BriefPastors GWB16,38 JahrmPlund
2 600~AAJw1,247 JahrmPlund
1 603 Gespr(He2,466) Riemer 24.7.09
uö bezogen auf (von Gott bewirkte wie von ihm zeugende od unbegreifliche) Wunder, auf ‘Engel und [himml] Geister’; einmal in Berührung mit B [
Wöchnerin, auf der Flucht:] Der Glückliche glaubt nicht, | Daß noch Wunder geschehn; denn nur im Elend erkennt man | Gottes Hand und Finger, der gute Menschen zum Guten | Leitet GWBHermDor II 50 jeder mochte gern aus Nanny’s Munde das Unglaubliche hören [
wie die tote Ottilie sich aufgerichtet, Nanny gesegnet u ihr verziehen habe]; manche um darüber zu spotten, die meisten um daran zu zweifeln und wenige um sich g-d dagegen zu verhalten GWB20,413,23 Wv II 18 GWB38,87,19 ErwElm
1 [
Zit s v Geist (Bd 3,1318,22
)] β
islamisch; einmal (nach Voltaire, in Figurenperspektive) konnotiert als mit heiml Zweifeln widerstreitend Daß er [
der Koran] das Buch der Bücher sei | Glaub’ ich aus Mosleminen-Pflicht GWB6,203 Vs 6 DivSchenk [
Palmire:] dieser Gott, den er [
Mahomet] so stolz verkündet, | Es ist der wahre, denn der Sieg beweist’
s. [
Seide:] Er ist es, denn Palmire glaubt [
le croit] an ihn. | Doch .. GWB9,337 Mahomet 1341 GWB6,247 Div Vorschmack 3u15 d
als von der (Dichter-)Individualität bestimmt, nicht konform, von herrschender Doktrin abweichend Verbrannt sei jeder, sprach der hohe Richter, | Wer spricht und glaubt wie Misri — er allein | Sei ausgenommen .. | Denn Allah gab die Gabe jedem Dichter GWB6,38 Div Fetwa 6 e
unter gnoseolog Aspekt: als (einziger) Weg, Gottes gewahr, gewiß zu werden, in einschränkender Wertung Wenn du sagst man könne an Gott nur glauben .. so sage ich dir, ich halte viel aufs schauen GWBB7,214,10 Jacobi 5.5.86 “Ich glaube einen Gott!” Dieß ist ein schönes löbliches Wort; aber Gott anerkennen, wo und wie er sich offenbare, das ist eigentlich die Seligkeit auf Erden GWB42
2,211,16 MuR(809) f
negativ konnotiert, in krit Sicht; nur figurenspr α
sich (konventionell-, gedankenlos-) gläubig verhalten sie g. an ihn [
Christus] und hören ihn nicht AA32,31 Werth I β
sich blind anbetend verhalten [
Omar zu Sopir:] Für große Menschen ist das schwache Volk | Geboren. G. soll’s [
est né .. pour croire], bewundern und gehorchen. | Komm, herrsche nun mit uns GWB9,289 Mahomet 308 γ
iSv unbegreifl Lehren einer Glaubensgemeinschaft anhängen [
Euripides üb Wieland:] daß er zu einer Secte gehört, die allen Wassersüchtigen, Auszehrenden .. tödtlich Verwundeten einreden will, todt würden ihre Herzen voller, ihre Geister mächtiger, ihre Knochen markiger seyn. Das glaubt er GWB38,25,9 GöttHeldWieland δ
gefährl Wahnvorstellungen hegen, ihnen erlegen sein (in Hinblick auf die Vergötterung des ‘Waldteufels’) [
Eudora:] Ich bin betrübt, wie Blutdurst meinen Mann, | Das ganze Volk der Schwindel fassen kann! [
Einsiedler:] Sie g. GWB16,98 Satyros 370 2
sich zu einer best Religion od Konfession bekennen, der entspr Glaubensgemeinschaft angehören, nur idVbdgn ‘jeder/man mag g., was er/man will’ [
Entgegnung des Preußen PhHackert auf Bekehrungsversuche des röm Kardinals:] Wir sind in einem Lande geboren und erzogen, wo vollkommene Gewissensfreiheit herrscht. Ein jeder mag g., was er will .. Niemand wird fragen, zu welcher christlichen Secte er sich bekenne GWB46,146,21 Hackert GWB7,200,26 DivNot 3
in metasprachl Sicht: als grundsätzl mit ‘Wissen’ nicht unvereinbar GWBB7,110,16 Jacobi 21.10.85 [
Zit s v Glaubenssophist] B
mBez auf (spiritistisch, magisch) Okkultes: etw für wirklich halten, von seiner mögl Existenz u Wirkungskraft überzeugt sein; in Hinblick auf Geister, auf (Ergebnisse u Praktiken von) Magie, Zauberei uä, auch Alchimie; einmal mit Anspielung auf A [
Graf zu Uriel:] folgsamer Geist .. fasse diese Weiber .. denn sie g. nicht .. bis sie fühlen. Greif zu! GWB17,126,24 GrCoph I 2 [
Meph zu den zechenden Gesellen:] Der Wein ist saftig, Holz die Reben, | Der hölzerne Tisch kann Wein auch geben .. | Hier ist ein Wunder, glaubet nur! .... [
Altmayer, nach dem desillusionierend-abrupten Schluß des Weinzaubers:] Nun sag’ mir eins, man soll kein Wunder g. GWBFaust I 2289u2336 wie ein Mährchen-Erzähler .. nicht an die Zaubereien glaubt, die er vorspiegelt GWB7,64,17 DivNot Hafis [
Entstehen gallertartiger Substanz bei Kieselerde-Soda-Schmelze] Wer dieses einmal .. gesehen hat, der wird diejenigen nicht tadeln, welche an eine jungfräuliche Erde und an die Möglichkeit g., auf und durch dieselbe weiter zu wirken
1) GWB27,207,8 DuW 8
uö bezogen auf sympathet-telepath Kräfte, geheimnisvoll-übersinnl Zusammenhänge Mehlbrüh .. an Sympathie g-d .. GWB41
1,149,20 Üb:Arnold,Pfingstmontag [
sa Zit s v Glaube B1b] an Vorahnungen und sonstiges geheimes Andeuten .. g. GWBB38,274,11 ALevetzow 18.10.24 Wenn ich meinem Traum g. darf, so sehen wir einander wieder GWBB1,220,11 KSchönkopf 12.12.69
uö in der metaphor gebrauchten Wdg ‘an Zeichen und Wunder g.’ iSv für wichtig, bedeutsam halten (u sich dadurch beeindrucken, zu etw bewegen lassen) [
iZshg mit geplanter Biographie Hzg Bernhards vSachsen-Weim (1604—39)] versuche ich allerlei Beschwörungen und Hocus pocus um .. irgend einen [
damaligen] König der an Zeichen und Wunder glaubt in’s Bokshorn zu iagen GWBB4,229,7 Lavater 5.6.80 C
im (alltägl-)profanen Bereich 1
für wirklich, wahrscheinlich od möglich, für wahr od richtig halten, mit unterschiedl Grad der Gewiß- od Ungewißheit; öfter ‘jdn (auch: jdm) g. machen’, ‘jdn g. lassen’ a
fest überzeugt, gewiß sein, als zweifellos existierend, zutreffend, bevorstehend oä ansehen; verstärkt ‘zuverlässig, (ganz) gewiß, fest, unabweichlich g.’ uä [
Abbildungen für Lavaters ‘Physiogn Fragmente’] Der Judas nach Holbein ist nicht Vignette sondern große Platte [
Kupferstich], und ich glaube zuverläßig der Christus auch, ob ich ihn gleich noch nicht gesehn habe GWBB2,236,7 Reich 14.2.75 Verwandtschaft des Erd-Magnetismus mit der galvanischen Erscheinung, die ich immer geglaubt, nunmehr [
dank Oersteds Entdeckung] den Sinnen dargestellt GWBB34,32,22 Nees 3.12.20 Entdeckung der Luftballone .. welche Sehnsucht in so viel tausend Gemüthern hervordrang an solchen längst vorausgesetzten, vorausgesagten, immer geglaubten und immer unglaublichen, gefahrvollen Wanderungen [
der Luftschiffer] Theil zu nehmen GWBN6,219,23 MuR(402) Ich wünsche .. mir die Dauer eines liebwerthen Andenkens, an welches unabweichlich zu g. mein größtes Glück macht GWBB34,296,19 Willemer uFr 22.6.21 Glaube nur, du hast viel gethan, | Wenn dir Geduld gewöhnest an GWB2,225 Sprichw 57 [
für: to trust to] GWBN2,289,13 FlP 667 GWB36,24,15 TuJ 1807
uö verstärkend neben ‘hoffen’ [
nach Teplitz] Ew. Königl. Hoheit sind, wie wir alle hoffen und g., nach glücklicher Reise an den heilsamen Quellen angelangt GWBB33,154,13 CarlAug 13.8.20 K
uö negiert mBez auf erwiesenermaßen Geschehenes od Vorhandenes, mit eigenen Augen Wahrgenommenes: iSv vorsätzl ignorieren, nicht fassen, begreifen können, für unmöglich halten müssen Eine .. unbescholtene Frau war unvorsichtig genug einem .. Jüngling .. einen flüchtigen Kuß zu geben. Ich aber sah es und ein Freund, zu dem sagt ich: Hast du es gesehen? Ja! sagt er, aber ich glaub es nicht! Und so war die Sache abgethan und verschwiegen GWB53,426,6 Notiz [
Wandrer:] Und nun laßt hervor mich treten, | Schaun das gränzenlose Meer .. [
Philemon zu Baucis:] Laß ihn rennen, ihn erschrecken, | Denn er glaubt nicht was er sieht GWBFaust II 11082 GWBT3, 443 Notiz
uö in Berührung mit B GWBN3,114,25 FlH II
uö b
ziemlich sicher sein, stark vermuten, als sich so verhaltend, wahr, möglich oä betrachten, annehmen [
betr Tafeln zu Carus’ Werk üb Schalen- u Knochengerüst] Wenn ich nun schon .. meine eigene Überzeugung darin zu sehen glaube, so wünscht ich doch, Sie übersendeten mir .. die Worterklärung dazu, damit ich sicher wisse, daß meine Auslegung mit der Ihrigen übereintrifft GWBB35,234,13 Carus 13.1.22 [
Pylad zu Orest:] ein fremdes, göttergleiches Weib | Hält jenes blutige Gesetz gefesselt .. | .. Man rühmet hoch | Die Gütige; man glaubet [Sie g. GWB39,351,10 Iph
1 II 1], sie entspringe | Vom Stamm der Amazonen, sei geflohn, | Um einem großen Unheil zu entgehn GWBIph
2 776 Sonderbar, dass da man g. sollte ie älter der Mensch wird, desto freyer er werden sollte von dem was irrdisch und klein ist. Er [
G-s Vater] wird immer irrdischer und kleiner GWBB2,35,23 Kestner [10.11.72] GWB5
1,209 Xen 32(90) [
Zit s v 1golden A2aβ] GWBB19,477,10 FAWolf [16.12.07] GWBB8,41,22 CarlAug 3.11.[86]
uö ‘die leicht und willig G-de’ GWBIph
2 1955 [der .. Leichtgläubigen GWB39,395,1 Iph
1 V 3]
‘g., ob’ Ob [
Wielands] Oberon dir etwas sein wird glaub ich nicht GWBB4,253,18 Lavater 3.7.80
‘jdm etw g.’ iSv jdm etw abnehmen das Hören bestimmt nicht die Meinung; was uns zuwider | .. glaubten wir wohl dem künstlichen Redner; doch eilet | Unser befreites Gemüth, gewohnte Bahnen zu suchen GWB1,298 Vs 42 Epist I
uö mit der Nuance erwarten, hoffen od befürchten man glaubt nun es solle direct auf den Gegner losgehen .. Allein Desaguliers .. bringt ganz unschuldig bei: .. GWBN4,79,21 FlH VI Man glaubt am Hofe das Schlimmste GWB40,40,10 Üb:Piccolom GWB6,209 Vs 9 DivSchenk GWBN11,14,23 GlücklEreign
uö in metaspr Sicht, kritisch: ‘ich glaube’ als vom Schriftsteller zu meidende, Einsprüchen des Lesers vorbeugende Bescheidenheitsphrase Gewissermaßen .. | Ich glaube. | Mich deucht. | Ich läugne nicht .. GWB41
1,118,13 Redensarten c
subjektiv meinen, der Ansicht, Auffassung sein, es sich so denken Was der Major dachte, wollen wir nicht entwickeln. Er sagte jedoch zum Sohne: Was glaubst du nun, was zu thun sei? GWB24,291,14 Wj II 3 Mann v50Jahren [
Phileros zum ihn verstoßenden Prometheus:] So glaubest du, Vater, nun sei es gethan? | Mit starrer Gesetzlichkeit stürmst du mich an, | Und achtest für nichts die unendliche Macht [
Liebe], | Die mich, den Glücksel’gen, in’s Elend gebracht GWBPand 449 GWBB5,189,12 Kayser 10.9.81 [denken
Var; für: pensare] GWB43,215,16 Cell II 3
uö PartPrät attr iSv vermeintlich daß sie [
antike Autoren] den abgeschlossenen Kreis menschlicher Vorstellungsarten völlig .. durchlaufen hatten, so daß der Neuere, indem er sie näher kennen lernt, seine geglaubte Originalität oft beschämt sieht GWBN3,216,17 FlH IV GWBN5
2,52,2 Fl Plp
uö iSv halten, erachten für (mit Objektsprädikativ) sie glaubten ihn todt [
Reinke de Vos: se meneden .. he were doet] GWBReinF III 352 glaubtest du es nohtwendig GWBB1,150,17 Behrisch 27.11.67 [
Wilh zu Mariane] ob er sich denn nicht Vater g. dürfe? GWB21,61,14 Lj I 11 Äußerlichkeiten einer besser geglaubten Vorzeit GWB49
1,38,21 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] GWBB27,170,8 Boisserée 27.9.16
uö zum nachdrückl Geltendmachen der eigenen (abweichenden) Haltung Serenissimus geben mir mein .. Conzept zurück, mit der Äusserung daß Sie es für zu gelinde ansähen und glaubten, in einem andern Tone sprechen zu müßen A1,274,22 Votum [18.12.83] Resolution .. 1. Bevor man zu einer öffentlichen Bekanntmachung .. schreiten möchte, glaubt man daß .. bemerklich gemacht werden könnte A(Wiss ZJena6,1956/57,MathNat 1/2,20) AeHuschke 28.6.27 [Oberaufs] A1,80,12 Aktenausz [11.6./ 3.7.79]
uö in (parenthet) Ausdrücken wie ‘ich glaube, ich sollte g.’ zu bescheiden-zurückhaltender Andeutung der eigenen Position, Meinung Wielanden von dem .. geschloßnen Kauf zu benachrichtigen und ihm .. für seine Offerte zu dancken glaub ich verspart man biß nach der Ratification GWBB9,306,19 Voigt [Ende Apr/Anf Mai 92] GWBB46,281,3 Kanzl Müller 22.3.30
uö d
sich (als möglich) vorstellen können Sie werden Sich verwundern .. und kaum G. wie die guten Menschen .. sich beholfen haben GWBB30,129,9 Ch Stein [Mitte Dez 09] GWBN8,8,22 VglAnatomie 1
uö e
irrtüml annehmen, wähnen, sich einbilden, die Illusion haben; ‘jdn/jdm, sich etw g. machen’ iSv jdm/sich etw weismachen, einreden Da sähe man’s, wo’s mit den Uebermüthigen hinausgieng, die .. glaubten, sich .. über alle Verhältnisse hinaussezzen zu dürfen AA83,18 Werth
1 II~Werth
2 [
die folgenden eigenen ‘Beschreibungen’ apostrophierend] betriegt meinen Freund, macht ihn g., daß ich etwas thue GWB19,197,16 BrSchweiz I Sie wollen euch g. machen, die schönen Künste seien entstanden aus dem Hang, den wir haben sollen, die Dinge rings um uns zu verschönern. Das ist nicht wahr! GWB37,148,17 Von dtBaukunst 1773 GWBB4,113,28 Lavater 29.[10.79] [
für: croire faire] GWB45,53,5 RamNeffe
uö f
für richtig, angemessen halten (mBez auf eigenes Tun) Er [
Faust?] führt sich selbst ein wie er glaubt | Einem Zaubrer ist alles erlaubt GWB15
2,182 Faust II Plp 2
ein Empfinden ausdrückend, einen Eindruck, ein Sich-Vorstellen bezeichnend a
iSv etw in best Weise (sinnl-körperl, seelisch) empfinden Man konnte deutlich fühlen, daß der ganze Tempel sich bewegte, wie ein Schiff das sich sanft aus dem Hafen entfernt .. Nicht lange darauf glaubten sie still zu stehn GWB18,264,10 Märchen Wenn sie [
Lotte] gar im Gespräch ihre Hand auf die meinige legt .. Ich glaube zu versinken wie vom Wetter gerührt AA43,4 Werth
1 I~Werth
2 GWB33,122,4 Camp GWB29,24,1 DuW 16
uö idVbdg ‘sich etw g.’ iSv in sich fühlen [
Gefahren der neueren christl Mystik] Wer sich Muth und Kraft glaube, sie zu studiren, ohne sich betäuben zu lassen, der möge sich in diese Höhle des Trophonios versenken, jedoch auf seine eigene Gefahr GWB42
2,155,25 MuR(339)
uö b
den Eindruck, die Vorstellung haben, einem so vorkommen [
Wilh:] wenn ich an jene Zeit zurück denke, die ich mit ihr [
der Schauspieler-Gesellschaft] zugebracht habe, so glaube ich in ein unendliches Leere zu sehen GWB23,4,19 Lj VII 1 GWB30,45,5 ItR GWBB37,209,13 Willemer uFr 9.9.23 AA40,5 Werth
1 I~Werth
2 uö ‘jdn etw g. lassen’ iSv bei jdm einen best Eindruck erzeugen [
Überfahrt nach Palermo] heller Mondschein .. Die Mahler, um der Wirkung willen, lassen uns oft g., der Widerschein der Himmelslichter im Wasser habe zunächst dem Beschauer die größte Breite .. Hier aber sah man am Horizont den Widerschein am breitesten GWB31,86,2 ItR
uö ‘jdn etw g. machen’ iSv bei jdm eine best Vorstellung erwecken jeder mündliche Vortrag will überreden und den Zuhörer g. machen er überzeuge ihn GWBB49,106,8 Zelter 5.10.31
uö c
etw Fiktives, Imaginiertes, Denkbares als real existierend sich vorstellen, als wirklich erleben [
Konzeption des Karnevals 1823] Fiction, daß die Königin Venetia .. dem König Carneval zu Cöln einen Besuch abstatten werde .. Der Gedanke .. hatte sich aller Köpfe bemächtigt .. und man glaubte in der That zuletzt selbst an die Zauberdame, welche sogar die öffentlichen Behörden nicht verläugneten GWB49
2,189,5 Karneval iKöln [
bei Übersendung der ‘Wanderjahre’ gegen Schriftenausg von Rochlitz] möge .. was dem Einsamen gelingt .. gesellig zusammentreten und uns g. machen wir hätten als Nachbarn zusammen [>uns empfinden lassen, wie wir nachbarlich mit einander] gelebt und einander liebend gefördert GWBB34,408 Rochlitz 21.6.21 Var GWBN8,257,10 Lepaden GWBN4,51,12 FlH VI
uö in Berührung mit A Die Verpflichtung zum Meßopfer versetzt ihn in .. Enthusiasmus .. Ekstase .. Vor Leidenschaft beißt er in den Kelch, indeß er ahnungsvoll das Blut zu schlürfen glaubt des kurz vorher gleichfalls gierig verschlungenen Leibes GWB32,192,7 ItR PhNeri
in Berührung mit D1 Ich bin geneigter als iemand noch eine Welt außer der Sichtbaren zu g. .. GWBB5,214,16 Lavater 14.11.81 3
eine (emotionale) Haltung, ein Verhältnis (zu jdm, etw) ausdrückend: vertrauen, zutrauen; zuversichtlich sein a
im persönl-menschl Bereich α
in Hinblick auf innere Werte, (positive) Haltungen, Eigenschaften, Fähigkeiten (Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, charakterl Stärke, Verständnis, Kompetenz uä); einmal ‘g. über jdn’ [
Mme Sommer zu Stella:] Wir g. den Männern! In den Augenblicken der Leidenschaft betrügen sie sich selbst, warum sollten Wir nicht betrogen werden? GWB11,149,1 Stella II Dass du über mich glauben magst ohne zu sehn
2) ist mir sehr lieb. Du wirst auch wenig sehn GWBB4,319,3 Lavater 13.10.80 GWBB3,48,4 ChStein [31.]3.76
uö ‘jdm auf seinen Bart g.’ [
Würzkrämer üb den ‘Teufelspfaffen’:] Wir .. | glaubten dem Kerl auf seinen Bart .. | Wir waren bethört eben ganz und gar GWB16,59 PaterBrey 18
‘an jdn g.’ auch iSv auf jdn bauen, setzen Was würde aus einem Autor werden wenn er nicht an die einzelnen, hier und da zerstreuten, Menschen von Sinn glaubte GWBB10,308,2 Schuckmann 3.10.95
uö zugl iSv absolut gehorsam sein [
Mahomet zu Palmire:] erwarte, was ich dir | Zu wünschen und zu meiden anbefehle. | Mir glaubst du, mir allein [
Ne croyez que moi seul] GWB9,318 Mahomet 948
annähernd bedeutungsgleich neben ‘trauen’, in Hinblick auf Ernsthaftigkeit des von jdm Gesagten hat Gerning mich eingeladen im April mit ihm über die Schweiz [
nach Ital] zu gehen, ich glaube und traue ihm aber nicht, denn er ist schon ein ganzes Jahr im Gedanken unterweges GWBB12,71,18 Meyer 18.3.97 β
den eigenen Vorstellungen, Empfindungen, Organen vertrauen, sich darauf verlassen; bes ‘seiner Überzeugung g.’ u ‘seinen Augen (nicht, kaum) g.’ Da ich ganz ohne Stolz bin, kann ich meiner innerlichen Uberzeugung g., die mir sagt daß ich einige Eigenschaften besitze die zu einem Poeten erfordert werden .. GWBB1,88,15 Cornelia 11./15.5.67 [
Sopir:] Sie [
Palmire u Seide] meine Kinder! Hoffnung, trüge nicht! .. | Soll ich der tiefen süßen Rührung g. [
croie]? GWB9,331 Mahomet 1216 [
Genien:] wir wollen dir versprechen | Rettung aus dem tiefsten Schmerz .. [
Epimen:] .. Ihr wollt euch bittern Spott erlauben? [
Genien:] Komm mit! den Ohren ist’s ein Traum; | Den Augen selbst wirst du nicht g. GWB16,372 Epimen 772 GWBN5
1,177,1 ÜbNewt DivRefrangib
uö b
mBez auf sachl Gegebenheiten, Vorbilder, Muster: sich orientieren an etw, sich danach richten Wem zu g. ist .. das kann ich dir sagen: | Glaube dem Leben; es lehrt besser als Redner und Buch GWB1,352 VierJahresz 47(208) Die kunstgemäße Ausbildung einer bedeutenden Naturanlage bewirkt zu haben .. ist .. ein größeres Verdienst .. als ehmals, wo noch jeder Anfänger an Schule, Regel, Meisterschaft glaubte GWBB49,246,19 Marianne 23.2.32 G. sie nicht der Natur und den alten Griechen, so holst du | Eine Dramaturgie ihnen vergeblich herauf [
aus Lessings Grab?] GWB5
1,263 Xen(395)
uö c
auf Künftiges od Mögliches vertrauend, voller Zuversicht sein; als Steigerung gegenüber ‘hoffen’ An Ihren Besuch habe zwar nicht recht geglaubt, die Hoffnung auf denselben aber doch ungern aufgegeben GWBB36,193,5 Boisserée [31.]10.22 [
aus Marienbad] thun .. manche frühere Menschen-Verhältnisse gar wohl .. Ältere Verhältnisse verknüpften sich mit neuen, und ein vergangenes Leben läßt an ein Gegenwärtiges g. GWBB37,134,24 Zelter 24.7.23 Marco .. das Tüchtige, Große, Mächtige verehrend, die solchen Eigenschaften zugesellten Fehler bedauernd, Besserung hoffend und g-d GWB41
1,209,24 Üb:Manzoni,Carmagnola [1821] GWBB2,208,16 Kestner 21.11.74
uö in Berührung mit A [
Cäcilie zu Stella:] Glaube, daß der in unser Herz diese Gefühle legte, die uns oft so elend machen, auch Trost und Hülfe dafür bereiten kann GWB11,181,9 Stella IV
absol, in Berührung mit D3 [
Widmung in ‘Iphigenie’-Exemplar] Was der Dichter diesem Bande | G-d, hoffend [<Glaub’ und Hoffnungsvoll] anvertraut GWB4,277 Vs 2 D
(im Anschluß an A) in säkularisierender Verwendung, komplex, prägnant 1
fest überzeugt sein vom Existieren (u Wirken) höherer Mächte bzw nicht (od nie gänzlich) erkenn-, beweis- od widerlegbarer Gegebenheiten a
allg: ‘ein Schicksal g.’ [
Wilh zum Unbekannten:] So g. Sie kein Schicksal? Keine Macht, die über uns waltet, und alles zu unserm Besten lenkt? GWB21,107,25 Lj I 17 b
im wiss Bereich, oft unter erkenntnistheoret Aspekt (neben ‘ahnen’) als komplementäre, in gewissem Betracht gleichwertige Fähigkeit, Aktivität wie ‘schauen’, ‘erkennen’, ‘wissen’; in kategorialer, typolog Funktion meist absol, auch (Part Prät) subst ein Urphänomen .. [
ist] anzusehen als eine Grunderscheinung, innerhalb deren das Mannichfaltige anzuschauen ist. Schauen, wissen, ahnen, g. und wie die Fühlhörner alle heißen, mit denen der Mensch in’s Universum tastet, müssen .. zusammenwirken, wenn wir unsern .. Beruf erfüllen wollen GWBB42,167,25 Buttel 3.5.27 eine Region nach der andern des gränzenlosen Naturreiches, in welchem ich Zeit meines Lebens mehr im G. und Ahnen, als im Schauen und Wissen mich bewege, klärt sich auf, und ich erblicke was ich im Allgemeinen gedacht und gehofft, nunmehr im Einzelnen und gar manches über Denken und Hoffen GWBN8,255,6 Lepaden sie [
die Entdeckung des Newtonschen Irrtums] schien sich an manches bisher von mir Erfahrne und Geglaubte anzuschließen GWBN4,297,13 FlH VI GWB5
1,131 ZXenNachl IX 669 [
Zit s v Gläubige 1aα] GWB28,102,10 DuW 12
uö mit dem ‘Schauen’ in eins fallend [
an die Rose] Als Allerschönste bist du anerkannt, | Bist Königin des Blumenreichs genannt .. | Du bist es also, bist kein bloßer Schein, | In dir trifft Schaun und G. überein GWB4,114 Vs 84 Chin-dt Jahres- uTagesz X
iGz ‘verzweifeln’ GWBN5
1,446,17 Regenbog 25.2.32
in krit Sicht iSv sich gläubig, kritiklos-vertrauensselig verhalten, zugl verallgemeinernd [
Verständnislosigkeit der Botaniker gegenüber G-s Metamorphose-Konzept, ihre Linné-Gläubigkeit] Man sieht .. der Mensch ist zum G. und nicht zum Schauen gemacht. Wie lange wird es dauern, so werden sie auch an mich g. und mir dies und jenes nachsprechen! Gespr(He2,427) Falk 28.2.09 2
erfüllt sein von einem beglückenden Gefühl, einer Sicherheit, Kraft u Zuversicht verleihenden Empfindung; bezogen bes auf Bedeutung, (Stellen-) Wert, Würde, Qualität von etw als überragend Anerkanntem: ‘an das Leben, die Natur, die Freiheit g.’ ua; einmal ausgehend von relig Bed; oft in verallgemeinernden Aussagen Ihre Buben sind mir lieb .. Ob sie an Crist glauben, oder Göz, oder Hamlet, das ist eins, nur an was lasst sie glauben. Wer an nichts glaubt verzweifelt an sich selber GWBB2,145,17f EJacobi [Dez 73 Korr DjG3,72] Der Anblick einer, von Hause aus, vornehmen Natur, die an sich selbst glaubt und also auch an das beste g. muß dessen der Mensch auf seinen höchsten Stufen sich fähig halten darf, ist immer wohlthätig GWBB15,4,17f Jacobi 2.1.00 man muß an die Einfalt, an das Einfache, an das urständig Productive g., wenn man den rechten Weg gewinnen will GWBB42,102,10 Zelter 23.3.27 GWBB16,250,26 Schiller 5.7.03 GWBB19,37,25 ChStein 12.8.05
uö mBez auf ‘Liebe’, ‘Treue’, ‘Tugend’ iSv sich zu diesen ethischen Werten bekennen, sie zur Richtschnur, zum Prinzip eigenen Handelns, Lebens machen; nur figurenspr, problematisierend GWB38,125,2 Claud DjG
31, 389 Mitsch
2 542~DjG
31,324 Mitsch
1 210 3
best positive (dem Leben Halt gebende, Selbstsicherheit verleihende) Grundüberzeugungen haben, hegen, eine positive Grundhaltung einnehmen; absol [
in Parodie auf ‘das elendeste aller jammervollen deutschen Lieder’ mBez auf die Strophe ‘Ich habe gehofft .. ’3)] Ich habe geglaubet, nun glaub’ ich erst recht .. | Ich bleibe bei’m gläubigen Orden: | So düster es oft und so dunkel es war | In drängenden Nöthen, in naher Gefahr, | Auf einmal ist’s lichter geworden GWB1,124 Gewohnt,getan 7 [
Gerichtsrat zu Eugenie:] Du bist gerettet, wenn du g. kannst GWBNatT 2146
→ GWB
hinglauben GWB
totgeglaubt(T-e) Niegeglaubte Syn zu A
GWB
Glaube(G-n haben) zu C GWB
Glaube(G-n beimessen, haben, hegen, schenken) meinen Meinung(der M. sein, die M. haben) zu C1a
GWB
überzeugen(überzeugt sein) zu C1b und c
GWB
annehmen GWB
gedenken GWB
denken GWB
dünken GWB
einbilden(sich e.) vermuten zu C1e wähnen zu C1e(g.machen) weismachen zu C2c GWB
imaginieren zu C3a (ver)GWB
trauen zu C3c
GWB
zuversichtlich(z.sein) 1) Komm HA97,722f 2) vgl Lavater (mBez auf G-s Br vom [etwa] 20.9.80 u anspielend auf Joh 20,29) an G: “Vor dem bloßen in dir stehenden Gedanken der Pyramide neige ich mein Haupt — und glaube,
eh’ ich sehe.” (30.9.80; SchrGG16,139); vgl FfA II 2,916f 3) vgl WA IV 23,321f, sa FfA I 2,944f Gert LiebichG.L.