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Treue

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Treue

Bd. 4, Sp. 1310
Treue 1. Besser Treu' als Reu'. 2. Bey manchem ist so viel Treu, wie Speck in den Judenkuchlen. – Chaos, 653. 3. Christliche Treue ist Grund und Anfang aller guten Werke. – Graf, 548, 73. n.: Kristiliga tru vera grundvaull ok upphof allra godtverka. (Galath, 8.) 4. Da die Treue ward geboren, da kroch sie in ein Jägerhorn; der Jäger blies sie in den Wind, daher man keine Treu' mehr find't. – Simrock, 10472; Gerlach, 14; Dove, 439. Lat.: Nusquam tuta fides. (Virgil.) (Binder I, 1251; II, 2326; Schonheim, N, 42.) 5. Da ich Treue nicht kann finden, häng' ich den Mantel nach den Winden. Lat.: Pelle sub agnina lutitat mens saepe lupina. (Chaos, 288.) 6. Da ist Treu' und Ordnung hin, find't sich ein Beerleiterin1. – Nass. Schulbl., XIV. 1) Die des Abends abholt, was die Wirthin den Tag über erübrigt und erstrichen. 7. Deutsche Treue ist alte verlegene Waare. »Lass sein, dass Tugend schönen Kleidern gleicht, so zieht man sie doch kaum die Feyertage an; die deutsche Treue ist längst verlegen Waare, du siehst wie sie vor Alter kaum mehr kriechen kann.« (Keller, 157a.) 8. Deutsche Treue und deutscher Handschlag sind gern beisammen. 9. Die erste Trew die liebste Trew. – Herberger, Hertzpostille, II, 122. 10. Die Treue der Bürger ist des Fürsten bester Schutz. Lat.: Ferrum tuetur principem, melius fides. (Philippi, I, 154.) 11. Die Treue ist von Flandern, sie ist weder bei diesen, noch bei den andern. – Parömiakon, 3107. 12. Die Trew vnd Glauben halten, die haben den schaden. – Lehmann, 322, 27. 13. Durch Trew vnd Glaub mancher betrogen wird. – Gruter, III, 24; Lehmann, II, 88, 212. Lat.: Fiducia pecunias amosi diffidentia servavi. (Longius, 500.) 14. Ein ieder ist jhm selbst die beste (nächste) trew schuldig. – Gruter, III, 27; Lehmann, II, 148, 38; Graf, 375, 502. 15. Eine trewe gebiert die ander, ein Lieb die ander. – Petri, II, 230. Die Araber sagen: Die Dattel der Treue wächst nur an der Palme des Vertrauens. 16. Es hat nunmehr mit der Trew kein Noth, denn sie ist in der Welt halb todt, der Richter Ordnung sind im stock, Warheit hat weder Mantel noch Rock. – Petri, II, 251. 17. Es ist selten gleiche Trew vber eigen vnd frembd Gut. – Petri, II, 277. 18. Es ist selten rechte Trew vber frembd Gut. – Gruter, III, 35; Lehmann, II, 156. 19. Es ist widder trewe noch glaub auff erden. – Agricola I, 18; Henisch, 1636, 30; Simrock, 10473. Holl.: Daar is trouw noch geloof op de aarde. (Harrebomée, II, 346; Glandorp.) Lat.: Paucisca multis fidus inest animus. (Theokrit.) – Rara fides homini tribuenda est firo dolor omni. 20. Falsche Treue, falsches Geld. – Körte, 6049; Masson, 353. 21. Falsche Treue hat kurzen Zagel. – Eiselein, 603. Lat.: Frangenti fidem fides frangatur eidem. (Eiselein, 603.) 22. Gekaufte Treue hat wenig Werth. Lat.: Pretio parata, vircitur pretio fides. (Philippi, II, 106.) 23. Ich bin mir mer treu schuldig, dan ainem andern. – Hauer, Kiij4. 24. Je grösser die Treue, je grösser die Gunst. – Graf, 557, 16. Besonders in Bezug auf das Lehnsverhältniss. (S. Treue 82.) 25. Jedermann mag auf seine Treue gehen. – Graf, 227, 4. Der Begriff der Treue liegt dem Vertragsrecht zu Grunde, da jeder dasjenige zu erfüllen verpflichtet ist, was er einem andern versprochen hat. 26. Kein trew ist vberal zu finden, die eltern sampt jhren kinden, noch bauren, burger vnd die freund zumal all voll vntrew sind. Lat.: Heu qu parua fides repitur nunc apud ciues cam frater fratrem, iam linquit filia matrem. (Loci comm., 66.) 27. Kein trew, lieb noch glaub inn der Welt mehr ist. – Henisch, 1637, 7. 28. Mit friesischer Treue und holländischen Dukaten kommt man weit. Mit deutscher Treue und deutschen Dukaten kommt man auch fort. Holl.: Friesche trouw een Hollandsche dukaten, daarmede kan men verkomen. (Harrebomée, II, 346b.) 29. Mit stetter trew. – Christoph Kres, 1526; Sallet, Sinnsprüche. 30. Mit trew den Einfeltigen vnterweis, so kriegst bey Gott selber Preis. – Gruter, III, 70. 31. Nimm die Treue, wo du sie gelassen hast. – Hillebrand, 75, 102; Graf, 111, 275; Lohrengel, I, 105. Gewährspflicht. Wem man ein Gut anvertraut hat, von dem muss man es zurückfordern. (S. Hand 59.) 32. 'S göbt doch a kä Trei un Glaben merre in d'r Walt, sagte der Amtsläufer; da war der Spitzbube, der ihm sein Ehrenwort gegeben, davongelaufen. 33. Suche die Treue, wo du sie gelassen. – Graf, 111, 274; Hillebrand, 74, 101. Von der Gewährspflicht. (S. Glauben 136.) Mhd.: Diu triuwe ist ein diu beste tugent, sugent uns die meister wis. (Boppe.) – Diu triuwe ist och ein ingesigil, ein sloz und och ein starker rigel, der alle tugende hât verspart. (Martina.) – Triuwe ist der tugende mache. (Martina.) (Zingerle, 150.) 34. Treu' gegen Treu' steht jedem zu; wer dir sie bricht, dem Gleiches thu'. 35. Treu hat allzeit Brot, wenn vntrew leidet noth. – Pauli, Postilla, 183b; Schottel, 1136b; Simrock, 10419; Körte, 6052; Braun, I, 4586. Schwed.: Trohet gjer bröd. (Grubb, 903.) 36. Treu, Lieb und Ehr sterben nimmermehr. – Gerlach, 39. 37. Treu und Glauben dauern am längsten, weil sie selten gebraucht werden. – Wirth, II, 451. 38. Treu und Glauben ist worden klein, drumb bin ich gern allein. – Gerlach, 68. 39. Treu' und Untreu' wohnen nicht in Einem Gebäu. Treue können mit Treulosen kein Bündniss schliessen. Lat.: Perfidus et fidus non connectunt bene fedus. – Si pensare velis male stat cum pseuste fidelis. (Reuterdahl, 713 u. 902.) Schwed.: Tro ott otro kunno ey woet sammanbo. (Reuterdahl, 713.) 40. Treue findet man in der Hundehütte. Schwed.: Trohet finnes snarest i hundehuset. (Grubb, 816.) 41. Treue geht über alles. In Nordfriesland: Liif mi, Truuheid geid aur alles. (Hansen, 3.) 42. Treue gibt Brot, Untreue führt in Noth. Schwed.: Tro gjer bröd, otro gjör odöd. (Grubb, 815.) 43. Treue hinter dem Rücken ist besser als Gehorsam vor den Augen. – Pestalozzi, X, 88. 44. Treue ist allzeit das schönste Kleid. Mhd.: Scharlachen ist ein rîch gewant unt kleidet wol die liute; vil baz sô kleidet, hoere ich sagen, triuwe, zuht unt êre. ( Gustaere.) – Triuwe ist hie der èren hort und treet ze himell krone. (Spervogel.) (Zingerle, 150.) 45. Treue ist ein selten Gewächs in Hofegärten. Lat.: Multi iniqui atque infideles regno pauci sunt boni. (Philippi, I, 262.) 46. Treue ist ein selten Wildpret. – Körte, 6051; Körte2, 7506; Simrock, 10496; Petri, II, 550; Braun, I, 4587. 47. Treue ist ein seltener Gast; halt' ihn fest, wenn du ihn hast. – Simrock, 10470; Körte, 6053; Braun, I, 4588; Grubb, 816; Lohrengel, I, 643. Lat.: Vulgare amici nomen, sed rara est fides. (Phädrus.) (Philippi, II, 262.) 48. Treue ist eine Schwester der Liebe. Wankelmuth ein Bruder der Wollust, fügen die Russen hinzu. (Altmann VI, 45.) 49. Treue ist klein, Hoffart ist gemein, Wahrheit is leider gefangen, Gerechtigkeit ist vergangen. – Eiselein, 603; Braun, I, 4590; Büsching, Wöchentl. Nachrichten, II, 90. 50. Treue ist mislich, siehe für dich. – Körte, 6050. 51. Treue kann man nie genug vergelten; Untreue nie genug bestrafen. – Simrock, 10477. 52. Treue sieht mehr auf Thaten als auf Worte. – Eiselein, 603. 53. Treue und Flaum verfliegen wie ein Traum. Holl.: Trouw is ligter dan eene pluim. (Harrebomée, II, 346b.) 54. Treue und Glauben ist besser als baar Geld. – Simrock, 10476. Lat.: Fides praevalet divitiis. (Seybold, 183.) 55. Treue und Redlichkeit sind seltene Waare in dieser Zeit. Lat.: Jura, fides, ubi nunc, commissaque dextera dextrae? (Ovid.) (Seybold. 267.) 56. Treue und Unrecht können nicht beisammen sein. – Graf, 419, 157. »Trew und vnrecht mögen nicht zu hauffe sein.« (Klingen, 32b, 1.) Bei einem ränkesüchtigen Advocaten ist nicht gut Rechtsschutz zu suchen. 57. Treue und weiser Rath gar wohl den Alten staht. Mhd.: Triuwe unde wîser rat daz zieret wol den alten. (Spervogel.) 58. Treue verträgt keine Hofluft. Lat.: Non intrat unquam regium limem fides. (Philippi, II, 38.) 59. Treue wird gefunden in der Hütte bei den Hunden. n.: Fortrolighed findes snarest i hunde-huuset. (Prov. dan., 188.) 60. Treue wird um Treue verkauft. – Körte, 6048; Simrock, 10468; Graf, 524, 310; Braun, I, 4585. Schwed.: Trohet är lands flychtig. (Grubb, 816.) 61. Trew erfordert Trew. – Zinkgref, IV, 370. Lat.: Illi nulla fides, ignoto quomodo fides. (Chaos, 299.) 62. Trew gibt bier vnd brot, vntrew gibt angst vnd noth. – Henisch, 374, 26; Petri, II, 549. Holl.: Trouw heeft brood, als outrouw ligt in grooten nood. (Harrebomée, II, 346b.) 63. Trew hat allzeit Brodt. – Pauli, Postilla. 64. Trew ist edler den Gold. – Petri, II, 549. 65. Trew ist ein seltzam Gast, der sie find, der halt sie fest. – Gruter, III, 85. Dieser Spruch steht im berner Oberlande an einem Hausbalken in folgender Fassung: »Treuw ist ein fast selzener gast; dem sy wird, der halt sy vast.« (Aarg. Taschenbuch.) 66. Trew ist ein seltzam Vogel heutigs tags. – Zinkgref, IV, 370. 67. Trew ist klein, Hoffart ist gemein, die Liebe ist vergangen, Gerechtigkeit ligt gefangen; Warheit ist geschlagen todt, andre Tugendt leyden noht; Betrug ist geboren, Glaub hat den Streit verloren; Gedult ist worden alt, Hass ist mannigfalt. – Gruter, III, 85; Lehmann, II, 628, 17; Zinkgref, IV, 374; Simrock, 10471; Braun, I, 4590. 68. Trew, Lieb, Recht vnd Ehr, die sind verstorben alle vier. – Petri, II, 550. 69. Trew on conterfay. – Agricola I, 464. 70. Trew tregt in Ehren das Kreutzelein. – Petri, II, 550. 71. Trew vnd Gerechtigkeit ist vilen Leuten leid. – Petri, II, 550; Zinkgref, IV, 410. 72. Trew vnd glaub seynt aus der Welt gezogen, die Warheit ist gen Himmel geflogen; nichts seltzames ist in der Welt, dann der, der Trew vnd glauben hält. – Zinkgref, IV, 520. 73. Trew vnd glaub stehet in wercken vnd nicht in worten. – Lehmann, 321, 17. 74. Trew vnd Warheit find man auffm Pferdemarckt. – Petri, II, 550. 75. Trew vnnd Glauben halten ist gut, wenn man nicht drüber ins verderben kompt. – Lehmann, 322, 26. 76. Trew vnnd Glauben ist geschlagen todt, Gerechtigkeit ligt in grosser Noth; Gottesforcht ligt im Stro, Demuth schreit Mordio; Hoffarth ist ausserkohrn, Gedult hat den Streit verlohrn; Warheit ist gen Himmel geflogen, Zucht vnd Ehre vber Meer gezogen; Frömbkeit lässt man betteln gahn, Tyrannis sitzt auff dem Thron, Missgunst ist worden loss, die Lieb ist kalt vnd bloss. – Lehmann, II, 628, 19. 77. Trew wechst auss Trew. – Petri, II, 550. 78. Trew wird mit Lieb vergolten. – Petri, II, 550. 79. Trewe hin, Trewe her, die getrewte Trew ist die beste. – Herberger, Hertzpostille, I, 779; II, 122. Die vor dem Altar geschworen. 80. Trewe vnd warhait bleibt bestehn. – Agricola, II, 248. 81. Vff Trew meynt mans trewlich. – Gruter, III, 87; Lehmann, II, 797, 44. 82. Wä de Trä wort gebîren, kâm e Jäjer mät dem Hîren, en bläs se än de Wäinjt, dat se na Nemest me fäinjt. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 788. 83. Was jemand auf seine Trew empfiehlt, das steht auch zu seinen Treuen. – Graf, 270, 290. Mhd.: Das man ainem man empfilht auff sein treu, das stet ouch daz seinen treuen. ( Rauch, III, 233.) 84. Weil Treu und Glaub ist worden klein, je länger je lieber ich bleib allein. – Chaos, 801. 85. Wenn trew vnd glaub wer im Land, so wer Türck geschlagen zu hand. – Henisch, 1637, 54. 86. Wer andern nicht Treue hält, verdient nicht, dass man treu gegen ihn sei. It.: Non merta fe, chi non la serba altruo. 87. Wer nicht Treu' und Glauben hält, lebt schlimmer als Heid' in der Welt. Holl.: Die geene trouw heeft, leeft als de wilde beesten. (Harrebomée, II, 346b.) 88. Wer seine Treue bricht, an dem bricht niemand seine Treue. – Graf, 556, 13. Das Verhältniss zwischen Lehnsmann und Lehnsherrn war hauptsächlich auf Treue gegründet. Man hat sogar behauptet: Sähe ein Lehnsmann seinen leiblichen Vater und seinen Lehnsherrn in gleicher Gefahr, könnte aber nur einem helfen, so müsste er seinen Vater verlassen und dem Lehnsherrn helfen. Andere denken vom Lehnverbande freier. Mhd.: Wer seyn trew pricht, an dem pricht niemant sein trew. (Maurer, I, 196.) 89. Wer Treu und Glauben einmal verloren, bekommt sie nicht leicht bald wieder zurück. Lat.: Fides, ut anima, unde semel abiit non potest redire. (Seybold, 183.) 90. Wer Treu und Glauben nicht besitzt, kann sie auch nicht verlieren. Lat.: Fidem nemo unquam perdit nisi qui non habet. (Philippi, I, 156.) Mhd.: Swer die triwe hât verkorn, der hât die beste hobe verlôn. (Lanzelot.) – Triuwe diu ist darzuo quot: si machet wert des mannes lîp und êrt ouch alsô schoeniu wîp, daz ir zuht noch ir muot nôch schanden nimmer niht getuot. (Klage.) (Zingerle, 151.) 92. Wer Trew mit Vntrew vergilt, der hats selten gewin. – Petri, II, 770. Lat.: Annis mille jam peractis, nulla fides est in pactis. (Gaal, 411.) 93. Wer Trewe bricht, dem bricht man wider. – Lehmann, 707, 54. 94. Wir haben solche Trew vnd Glauben, dass jhm weder zu trawen noch zu glauben ist. – Lehmann, 322, 29. 95. Wo ich keine Trew finde, da kehr ich den Mantel nach dem Winde. – Petri, II, 806. 96. Wo keine Treue, da ist auch kein Glaube. Böhm.: Zpronevĕřilému nevĕř. (Čelakovsky, 252.) Lat.: Cave illum semper qui tibi imposuit semel. (Publ. Syr.) 97. Wo Treue Wurzel schlägt, da macht Gottes Segen einen Baum daraus. – Sailer, 241; Simrock, 10475. Mhd.: Da triu ist wider triuwe, dô wirt niht aftertriuwe. (Helbling.) – Swâ triuwe niht gên triuwen stât, dâ hât der valsch gedinget. (Frauenlob.) (Zingerle. 151.) 98. Wo Trew ist, da ist Gottes Segen nicht fern. – Petri, II, 816. Mhd.: Triuwe ist der werlde bestez guot und ist des himels hôhste vrume. (Frauenlob.) (Zingerle, 150.) 99. Wo Trew vnd Glaub auffhört, da kan kein Gut mehr folgen. – Petri, II, 816. 100. Wo trew vnnd glaub auffhören, da ligt gut Regiment todtkranck. – Lehmann, 520, 29. 101. Zur Treue kann man niemand zwingen. Holl.: Men dwingt geene menschen tot de trouw. (Harrebomée, II, 347a.) 102. Alte deutsche Treue. »Man nennet mich die alte deutsch Treue, weil man mich weiland mehr als itzo kandte. Es brauchte nicht so viel Geschrey, wenn man sich ein Freund des andern nanndte. Nur grad zu, das war der beste Weg, da galt sehr vieles Treu und Glauben, die Worte stezte man nicht so auf Schrauben. Es hiess: ein Wort, ein Wort; ein Mann, ein Mann; wers anders that, verdiente Fluch und Bann. Was man schon hundert Jahr als unrecht konnte nennen, das wolte man nicht eine Stunde recht erkennen.« (Keller, 156b.) 103. Auf Treu' und Glauben handeln. Frz.: Agir de bonnc foi. (Kritzinger, 14b.) 104. Bei meiner Treu'. Ausdruck des Erstaunens oder der Betheuerung. »Be meiner Troi, doas hätt ich mir nich egebildt.« (Keller, 153b.) »Wir schwören alle schier: bei unserer Treu! und wissen doch, dass sie sehr selten sei.« Frz.: Par ma fi. – Par ma figue. (Kritzinger, 505a.) Lat.: Per sanctam jurare fidem parique solemus; at nihil in toto rarius orbe fide est. (Witzfunken, VII, 149.) 105. Bi Treu und Säligkeit! Die Schweiz ist sehr reich an dergleichen spricht wörtlichen kürzern und längern Betheuerungsformeln, von denen bei Pfanne 33 sich eine Zusammenstellung findet. 106. Da gilt noch Treue und Glauben. 107. Der Treue einen Nasenschneller geben. – Parömiakon, 1664. 108. Einen auf Treue und Glauben hingehen lassen. Frz.: Laisser quelqu'un sur fa foi. (Kritzinger, 320b.) 109. Schweizer Treue! 110. Treue und Glauben brechen. Frz.: Faire faire le faut de Breton à quelqu'un. (Kritzinger, 92b.) 111. Treue und Glauben halten. Frz.: Garder fidelité. (Kritzinger, 313a.) 112. Weder Treue noch Glauben. – Körte, 6054; Körte2, 7599; Braun, I, 4589. Frz.: Ni foi, ni loi. Holl.: Daar is trouw noch geloof op de aarde. (Harrebomée, II, 346b.) – Het is eene Swobs trouwe. (Harrebomée, II, 321a.) Lat.: Fides Graeca (Pelasga, Punica). (Seybold, 183.) – Quibus necara, neque fides. 113. Die getrewete Trew die beste. – Herberger, Ib, 159. 114. Rechte trew ist eyn werder gast, wer dieselb hat, der halt sy fast; nyt lieber liefft ich vff erden, dan dass mir rechte trew mogt werden, dass ich des gar nit befynden, thut mir fleisch und bloit verswinden. – Weinsberg, 44. 115. Treu und Geld fehlt der Welt. – Frischbier, 4377. 116. Treu und Glauben halten macht reich. – Frischbier, 4378. 117. Treue schützt mehr als Eisen. »Das Eisen schützt den Regenten, sagte Nero. Noch mehr aber, erwiderte Seneca, die Treue.« (Kornmann, IV, 177.) 118. Trewe, die ist dhoit, Vntrewe ist groit. – Weinsberg, 19. 119. Wer Treu und Glauben hat, hat Geld genug. Lat.: Largissimis affluit opibus nitida fides. (Sailer, Sprüche, 134.) 120. Wer trew eyn orden, so wer myn frünt Abt worden. – Weinsberg, 87.
16638 Zeichen · 550 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Treue

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Treue , plur. car. das Abstractum des vorigen Wortes. 1. Die Eigenschaft einer Sache, nach welcher sie der Wahrheit …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Treue

    Goethe-Wörterbuch

    Treue [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Treue

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Treue Band 4, Spalte 4,459f.

  4. Sprichwörter
    Treue

    Wander (Sprichwörter)

    Treue 1. Besser Treu' als Reu'. 2. Bey manchem ist so viel Treu, wie Speck in den Judenkuchlen. – Chaos, 653. 3. Christl…

  5. Spezial
    Treue

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Treue f. (-) 1 (Treusein) fedelté f. 2 (Ergebenheit) fedelté f. 3 (Redlichkeit) onesté f. , lealté f. ✒ wo Liebe, da ist…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit treue

62 Bildungen · 45 Erstglied · 14 Zweitglied · 3 Ableitungen

treue‑ als Erstglied (30 von 45)

treuebekenntnis

DWB

treue·bekenntnis

treuebekenntnis , n. : die generale legten ihr treuebekenntnis ab tägl. rundsch. 1907, nr. 576, 1 b ; entschlieszung im sinne eines erneuten…

treuehalten

DWB

treue·halten

treuehalten , subst. inf. : wenn ... nicht noch eine direkte aufforderung zum treuehalten ... beigegeben sein sollte Fontane ges. werke I 1,…

Treue, Hausorden der

Meyers

Treue, Hausorden der , badischer Hausorden , 17. Juni 1715 von Markgraf Karl Wilhelm zu Baden-Durlach als Ordre de la fidélité mit einem Gra…

treueid

DWB

treu·eid

treueid , m. : die Tunetaner ... waren urbietig, dem Solyman, den treu- und huldigungseid zu leisten M. Krämer leben und tapffere thaten (16…

treueidler

DWB

treueid·ler

treueidler , m. : die treueidler ( gefangene Buren, die den Engländern den treueid geleistet hatten ) erhielten kleine vorteile ebda 1, 537.

Treueiferig

Campe

treu·eiferig

† Treueiferig , — er, — ste , adj . u. adv . auf eine treue Art, mit Treue eiferig, oder treuen Eifer beweisend. »— den gegenwärtigen (Brief…

treueifrig

DWB

treu·eifrig

treueifrig , adj. , adv., im 17. jh. auszerordentlich häufiges wort, später überraschend schnell ungebräuchlich geworden, vorwiegend dem kan…

treueigen

DWB

treue·igen

treueigen , adj. , erst seit dem 19. jh. gebräuchliche zusammensetzung. besonders in der liebesdichtung: dem ( buhlen ) wollte sie ewig treu…

treueilig

DWB

treue·ilig

treueilig , als briefunterschrift: treueiligst Göthe an Zelter 5, 146 . —

treueinfältig

DWB

treu·einfaeltig

treueinfältig , adj. : selbst die wirkung auf treueinfältige anhänger bleibt nicht rein W. Scherer kl. schr. 2, 157 . —

treueinig

DWB

treu·einig

treueinig , adj. : frischauf, mein volk, du groszes vaterland, treueinig, wie ichs nimmer durfte schauen Geibel 2, 89 . —

treueinigkeit

DWB

treue·inigkeit

treueinigkeit , f. : Karajan hat mir kürzlich einen alten ... abrisz von st. Stephan mit sehr schönen auf treueinigkeit zielenden versen von…

Treueleist

DRW

treue·leist

Treueleist, n.? Ableistung des Treueids von triwelaist des herren vnd des mannes 15. Jh. Schwsp. Var./WSB. 79 (1875) 99

treuempfunden

GWB

treuempfunden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

treuemsig

DWB

treu·emsig

treuemsig , adj. : da endlich, nach fleisziger und trewembsiger bemühung, es so weit gelanget B. Ph. v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 681 …

Treuenbrietzen

Meyers

Treuenbrietzen , Stadt im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Zauch-Belzig, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Jüterbog-Beelitz und der Brandenburgis…

Treuendorf

RhWB

treuen·dorf

Treuen-dorf -dorp Remschd m.: treuer, ehrlicher, zuverlässiger, gutmütiger, einfältiger Mensch. S. oben Treudörfer.

Treuenfried

DRW

treuen·fried

Treuenfried, m. Friedensvereinbarung bdv.: 1Treue (I) nota, ob ez sich fugt, daz erber läut einen treunfrid mochen gegen läut, die sich mit …

Treuenhandschaft

DRW

treuenhand·schaft

Treuenhandschaft, f. Nachlassverwaltung, Testamentsvollstreckung vgl. Treuhänder (I) von der uzrihtunge wegen der selepflegerie und der truw…

treuentzweiung

DWB

treu·entzweiung

treuentzweiung , f. : massen die frantzösische statisterey bishero zu ihrer vielfältigen contravenienz der getroffenen verträge und treuentz…

Treuepflicht

DERW

treue·pflicht

Treuepflicht, F., ›in Rechtsverhältnissen bestehende Verpflichtung zu einem beson- deren die Interessen der anderen Seite berücksichtigenden…

treue als Zweitglied (14 von 14)

Frauentreue

Wander

frau·n·treue

Frauentreue Frauentreu ist heute frisch und morgen Heu. Mhd. : Frawen treu der ist nicht vil. ( Ring. ) ( Zingerle, 194. )

Gesellentreue

Wander

gesellen·treue

Gesellentreue Gesellentreue selten besteht, Ehweibstreu über alles geht. – Kirchhofer, 200; Simrock, 1791 u. 3510; Reinsberg I, 162; Körte, …

getreue

DWB

get·reue

getreue , f. fides. veraltete verstärkte bildung zum fem. treue ( s. d. ) ; althochdeutsch vereinzelt getriwa Graff 5, 468 . die mittelhochd…

handtreue

DWB

hand·treue

handtreue , f. 1 1) versprechen, bündnis durch handschlag ( vergl. handgebende treue sp. 388): streckte er mir die hand dar, und begerete, i…

Hoftreue

Wander

hoft·reue

Hoftreue Hofftrew ist ein seltzam Wildpret zu Hoff. – Fischer, Psalter, 320, 2.

hundetreue

DWB

hunde·treue

hundetreue , f. treue von hunden: der beste freund in unsrer welt, Mops, war mit Hector auferzogen, und blieb ihm immer unverstellt, mit wah…

Lehenstreue

Adelung

lehen·s·treue

Die Lehenstreue , oder Lehnstreue, plur. car. die Treue, welche der Lehenmann dem Lehenherren schuldig ist; ein Stück der Lehenspflicht.

Mißtreue

Adelung

miss·treue

* Die Mißtreue , plur. car. die Untreue, der Mangel der Treue; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches noch bey dem Opitz vorkommt…

Mißtreue

DRW

Mißtreue, f. I Mangel an Vertrauen, Argwohn vgl. Mißtrauen um 1180 Aneg.(Neuschäfer) V. 1638 es soll keiner aus mißtrü, so alp lär hat, so e…

soldatentreue

DWB

soldaten·treue

soldatentreue , f. : dem kriegsherrn die soldatentreue bis in den tod bewähren. in der liebe: heut schwören wir der Hanne und morgen der Sus…

ungetreue

DWB

ung·e·treue

ungetreue , f. , gth. des subst. getreue, f. mhd. ungetriuwe; mnl. ongetrouwe: Teuerdank 24, 73; Tieck 16, 397 . unüblich s. untreue . —

untreue

DWB

unt·reue

untreue , f. , mangel der treue und ihr gs.; an. útrú, útrygð, schwed. otro; ags. untreów, untreówþ, engl. untruth; as. untrewa; ahd. untriu…

weibertreue

DWB

weib·er·treue

weibertreue , f. seit Maaler 490 c weyber treüw muliebris fides und fast bei ihm allein ernsthaft bejaht, sonst gilt vom deutschen schriftth…

Ableitungen von treue (3 von 3)

getreue

DWB

getreue , f. fides. veraltete verstärkte bildung zum fem. treue ( s. d. ) ; althochdeutsch vereinzelt getriwa Graff 5, 468 . die mittelhochd…

Mißtreue

Adelung

* Die Mißtreue , plur. car. die Untreue, der Mangel der Treue; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches noch bey dem Opitz vorkommt…

untreue

DWB

untreue , f. , mangel der treue und ihr gs.; an. útrú, útrygð, schwed. otro; ags. untreów, untreówþ, engl. untruth; as. untrewa; ahd. untriu…