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Treue

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Treue

Bd. 4, Sp. 673
Die Treue, plur. car. das Abstractum des vorigen Wortes. 1. Die Eigenschaft einer Sache, nach welcher sie der Wahrheit völlig gemäß ist. Die Treue eines Gemähldes, einer Abschrift. Noch häufiger ist es die Eigenschaft oder Fertigkeit einer Person, da sie sich der Wahrheit mit Anwendung aller Kräfte zu befleißigen sucht; doch auch nur in einigen Fällen. Die Treue eines Mahlers, eines Geschichtschreibers. 2. Die Fertigkeit des beständigen und möglichsten Gebrauches seiner Kräfte. Seine Kräfte mit möglichster Treue gebrauchen.[] Die Treue eines Arbeiters. Sich der Treue befleißigen. Jemanden mit aller Treue pflegen und warten. 3. In engerer Bedeutung, diese Fertigkeit in Beförderung des Bestens anderer, man mag dazu verpflichtet seyn oder nicht. Im erstern Falle gehöret es eigentlich zur folgenden vierten Bedeutung. Treue an jemanden beweisen, jemanden viele Treue erweisen. Die Treue eines Hundes. Sich jemandes Treue befehlen. 4. Diese Fertigkeit in Erfüllung seiner Pflichten. 1) Im weitesten Verstande. Jemandes Treue auf die Probe stellen. 2) In einigen engern Bedeutungen. (a) Diese Fertigkeit in pflichtmäßiger Beförderung des Bestens anderer, in welchem Verstande die Treue eine Pflicht der Unterthanen gegen ihre Obrigkeit, der Bedienten gegen ihre Herren u. s. f. ist; im Gegensatze der Untreue und der Treulosigkeit. Die Treue halten, eine veraltete R. A. Die Treue verletzen, brechen. Zuweilen wird auch dieses feyerliche Versprechen der Treue gegen den Landesherren und die Obrigkeit die Treue genannt, S. Handtreue. Der Obrigkeit Treue und Pflicht leisten. (b) Diese Fertigkeit in unverletzter Erhaltung der einer Person andern Geschlechtes versprochenen Liebe; im Gegensatze der Untreue. Die Treue eines Liebhabers. In engerer Bedeutung ist die eheliche Treue, die Enthaltung von aller Beywohnung fremder Personen. (c) Diese Fertigkeit in pflichtmäßiger Haltung und Beobachtung seines Versprechens, die Wahrhaftigkeit in Ansehung seiner Zusagen; in welcher Bedeutung das Beywort treu nicht gewöhnlich ist. Seine Treue zum Pfande setzen. Treu und Glauben. Das ist wider Treu und Glauben. Auf Treu und Glauben handeln. Bey meiner Treu! Auf meine Treu! eine im gemeinen Leben übliche Art der Versicherung, mea fide, Franz. ma foi. (d) Diese Fertigkeit alle Entwendung des Eigenthums anderer pflichtmäßig zu vermeiden; im Gegensatze der Untreue. Die Treue des Gesindes. Jemandes Treue auf die Probe stellen. Seine Treue ist mir verdächtig. Anm. Bey dem Willeram Truiuua, bey dem Notker Triuua, im Nieders. Troue, welches daselbst aber auch eine Eheversprechung, ein Verlöbniß, ingleichen ein Brautgeschenk bezeichnet. (S. 1 Trauen,) im Angels. Treova, im Schwed. Tro, im Epirot. Droe. Treu, Treue, 1 und 2 Trauen, Trau und Traut, sind insgesammt Wörter Eines Geschlechtes; allein alle ihre heutigen Bedeutungen sind figürliche, indem die eigentliche veraltet ist, daher sich dieselbe so wohl, als das Band zwischen diesen figürlichen Bedeutungen nur muthmaßlich errathen lässet. S. Trauen. Daß Treue ehedem auch Zutrauen bedeutet haben müsse, erhellet unter andern auch aus dem folgenden treuherzig. Das e an dem Hauptworte Treue, als das Zeichen des Abstracti, wird im gemeinen Leben oft verbissen, besonders, wenn ein Selbstlaut folgt; Treu und Glauben. Im Oberdeutschen pflegt man dieses Wort statt der dritten Endung des Singulars gern in die dritte Endung des Plurals zu setzen; mit Treuen. Die ich mit Triuwen minne, einer der Schwäbischen Dichter. Auf Recht und in Treuen, Opitz. Euch, euch wird er und eurer Kinder Schaar Mit allen Treuen meynen, Opitz. Das Volk, das du regierest, Das dich mit Treuen meynt, Opitz. Das zeig ich euch an aus Trewen, Theuerd. Welche Form aber im Hochdeutschen unbekannt ist.
3742 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Treue

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Treue , plur. car. das Abstractum des vorigen Wortes. 1. Die Eigenschaft einer Sache, nach welcher sie der Wahrheit …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Treue

    Goethe-Wörterbuch

    Treue [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Treue

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Treue Band 4, Spalte 4,459f.

  4. Sprichwörter
    Treue

    Wander (Sprichwörter)

    Treue 1. Besser Treu' als Reu'. 2. Bey manchem ist so viel Treu, wie Speck in den Judenkuchlen. – Chaos, 653. 3. Christl…

  5. Spezial
    Treue

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Treue f. (-) 1 (Treusein) fedelté f. 2 (Ergebenheit) fedelté f. 3 (Redlichkeit) onesté f. , lealté f. ✒ wo Liebe, da ist…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit treue

62 Bildungen · 45 Erstglied · 14 Zweitglied · 3 Ableitungen

treue‑ als Erstglied (30 von 45)

treuebekenntnis

DWB

treue·bekenntnis

treuebekenntnis , n. : die generale legten ihr treuebekenntnis ab tägl. rundsch. 1907, nr. 576, 1 b ; entschlieszung im sinne eines erneuten…

treuehalten

DWB

treue·halten

treuehalten , subst. inf. : wenn ... nicht noch eine direkte aufforderung zum treuehalten ... beigegeben sein sollte Fontane ges. werke I 1,…

Treue, Hausorden der

Meyers

Treue, Hausorden der , badischer Hausorden , 17. Juni 1715 von Markgraf Karl Wilhelm zu Baden-Durlach als Ordre de la fidélité mit einem Gra…

treueid

DWB

treu·eid

treueid , m. : die Tunetaner ... waren urbietig, dem Solyman, den treu- und huldigungseid zu leisten M. Krämer leben und tapffere thaten (16…

treueidler

DWB

treueid·ler

treueidler , m. : die treueidler ( gefangene Buren, die den Engländern den treueid geleistet hatten ) erhielten kleine vorteile ebda 1, 537.

Treueiferig

Campe

treu·eiferig

† Treueiferig , — er, — ste , adj . u. adv . auf eine treue Art, mit Treue eiferig, oder treuen Eifer beweisend. »— den gegenwärtigen (Brief…

treueifrig

DWB

treu·eifrig

treueifrig , adj. , adv., im 17. jh. auszerordentlich häufiges wort, später überraschend schnell ungebräuchlich geworden, vorwiegend dem kan…

treueigen

DWB

treue·igen

treueigen , adj. , erst seit dem 19. jh. gebräuchliche zusammensetzung. besonders in der liebesdichtung: dem ( buhlen ) wollte sie ewig treu…

treueilig

DWB

treue·ilig

treueilig , als briefunterschrift: treueiligst Göthe an Zelter 5, 146 . —

treueinfältig

DWB

treu·einfaeltig

treueinfältig , adj. : selbst die wirkung auf treueinfältige anhänger bleibt nicht rein W. Scherer kl. schr. 2, 157 . —

treueinig

DWB

treu·einig

treueinig , adj. : frischauf, mein volk, du groszes vaterland, treueinig, wie ichs nimmer durfte schauen Geibel 2, 89 . —

treueinigkeit

DWB

treue·inigkeit

treueinigkeit , f. : Karajan hat mir kürzlich einen alten ... abrisz von st. Stephan mit sehr schönen auf treueinigkeit zielenden versen von…

Treueleist

DRW

treue·leist

Treueleist, n.? Ableistung des Treueids von triwelaist des herren vnd des mannes 15. Jh. Schwsp. Var./WSB. 79 (1875) 99

treuempfunden

GWB

treuempfunden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

treuemsig

DWB

treu·emsig

treuemsig , adj. : da endlich, nach fleisziger und trewembsiger bemühung, es so weit gelanget B. Ph. v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 681 …

Treuenbrietzen

Meyers

Treuenbrietzen , Stadt im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Zauch-Belzig, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Jüterbog-Beelitz und der Brandenburgis…

Treuendorf

RhWB

treuen·dorf

Treuen-dorf -dorp Remschd m.: treuer, ehrlicher, zuverlässiger, gutmütiger, einfältiger Mensch. S. oben Treudörfer.

Treuenfried

DRW

treuen·fried

Treuenfried, m. Friedensvereinbarung bdv.: 1Treue (I) nota, ob ez sich fugt, daz erber läut einen treunfrid mochen gegen läut, die sich mit …

Treuenhandschaft

DRW

treuenhand·schaft

Treuenhandschaft, f. Nachlassverwaltung, Testamentsvollstreckung vgl. Treuhänder (I) von der uzrihtunge wegen der selepflegerie und der truw…

treuentzweiung

DWB

treu·entzweiung

treuentzweiung , f. : massen die frantzösische statisterey bishero zu ihrer vielfältigen contravenienz der getroffenen verträge und treuentz…

Treuepflicht

DERW

treue·pflicht

Treuepflicht, F., ›in Rechtsverhältnissen bestehende Verpflichtung zu einem beson- deren die Interessen der anderen Seite berücksichtigenden…

treue als Zweitglied (14 von 14)

Frauentreue

Wander

frau·n·treue

Frauentreue Frauentreu ist heute frisch und morgen Heu. Mhd. : Frawen treu der ist nicht vil. ( Ring. ) ( Zingerle, 194. )

Gesellentreue

Wander

gesellen·treue

Gesellentreue Gesellentreue selten besteht, Ehweibstreu über alles geht. – Kirchhofer, 200; Simrock, 1791 u. 3510; Reinsberg I, 162; Körte, …

getreue

DWB

get·reue

getreue , f. fides. veraltete verstärkte bildung zum fem. treue ( s. d. ) ; althochdeutsch vereinzelt getriwa Graff 5, 468 . die mittelhochd…

handtreue

DWB

hand·treue

handtreue , f. 1 1) versprechen, bündnis durch handschlag ( vergl. handgebende treue sp. 388): streckte er mir die hand dar, und begerete, i…

Hoftreue

Wander

hoft·reue

Hoftreue Hofftrew ist ein seltzam Wildpret zu Hoff. – Fischer, Psalter, 320, 2.

hundetreue

DWB

hunde·treue

hundetreue , f. treue von hunden: der beste freund in unsrer welt, Mops, war mit Hector auferzogen, und blieb ihm immer unverstellt, mit wah…

Lehenstreue

Adelung

lehen·s·treue

Die Lehenstreue , oder Lehnstreue, plur. car. die Treue, welche der Lehenmann dem Lehenherren schuldig ist; ein Stück der Lehenspflicht.

Mißtreue

Adelung

miss·treue

* Die Mißtreue , plur. car. die Untreue, der Mangel der Treue; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches noch bey dem Opitz vorkommt…

Mißtreue

DRW

Mißtreue, f. I Mangel an Vertrauen, Argwohn vgl. Mißtrauen um 1180 Aneg.(Neuschäfer) V. 1638 es soll keiner aus mißtrü, so alp lär hat, so e…

soldatentreue

DWB

soldaten·treue

soldatentreue , f. : dem kriegsherrn die soldatentreue bis in den tod bewähren. in der liebe: heut schwören wir der Hanne und morgen der Sus…

ungetreue

DWB

ung·e·treue

ungetreue , f. , gth. des subst. getreue, f. mhd. ungetriuwe; mnl. ongetrouwe: Teuerdank 24, 73; Tieck 16, 397 . unüblich s. untreue . —

untreue

DWB

unt·reue

untreue , f. , mangel der treue und ihr gs.; an. útrú, útrygð, schwed. otro; ags. untreów, untreówþ, engl. untruth; as. untrewa; ahd. untriu…

weibertreue

DWB

weib·er·treue

weibertreue , f. seit Maaler 490 c weyber treüw muliebris fides und fast bei ihm allein ernsthaft bejaht, sonst gilt vom deutschen schriftth…

Ableitungen von treue (3 von 3)

getreue

DWB

getreue , f. fides. veraltete verstärkte bildung zum fem. treue ( s. d. ) ; althochdeutsch vereinzelt getriwa Graff 5, 468 . die mittelhochd…

Mißtreue

Adelung

* Die Mißtreue , plur. car. die Untreue, der Mangel der Treue; ein im Hochdeutschen ungewöhnliches Wort, welches noch bey dem Opitz vorkommt…

untreue

DWB

untreue , f. , mangel der treue und ihr gs.; an. útrú, útrygð, schwed. otro; ags. untreów, untreówþ, engl. untruth; as. untrewa; ahd. untriu…