treie,
troie,
f.,
wams, jacke; mhd. treie, troie,
mnd. troie (troye), troyge, troge,
nl. trui;
an. treyja,
norw. tröya;
dän. trøie;
schwed. tröja
alle in der bed. '
jacke',
bes. auch '
waffenrock, der unter oder über dem panzer getragen wird'.
im mlat. als troga
mönchshemd aus pferdeharen s. Falk-Torp 2, 1295;
das wort wird auf den frz. stadtnamen Troyes
zurückgeführt Falk-Torp
a. a. o., Hellquist
svensk etym. ordb. 1021
a.
die deutschen belege zeigen als heimat des wortes das ndd.; obd. kennt es bes. Neidhart,
vielleicht als vlämendes modewort? es bezeichnet in erster linie ein durch eingenähte metallstreifen u. dergl. stichfest gemachtes kriegswams, vgl. diplois (
i. duplex vestis vel vestis militaris) trOege, troye Diefenbach
gloss. 183
b,
diplois trOege
vestis plicata, troge, troye ioupe
i. jopa nov. gloss. 136
a,
triplois troyge 371
b (
aus meist nd. glossaren des 15.
jhs.): (
man gibt ihm zur kriegsrüstung) zinen helm ofte ysern hut, zine yseren huven, zine troyen (1345)
Oldenb. stat. in statuta Bremensia 825
Ölrichs; in einer hirzes hiute tregt er an dem lîbe sîn ein engestlîch gerüste. sehzic klâfter îsenîn, ligent in der troien sîn
bei Neidhart,
s. 306
Haupt-Wiessner; im hilfet niht sîn treie noch sîn hiubelhuot ... sîn tumplîcher muot wirt im dâ in getrenket Neidhart 50, 26
Haupt-Wiessner; vgl. auch ebda 36, 7
und kettentroie v.
d. Hagen
minnes. 3, 199
a und 260
b; 'si, liebe fraw, wirdt die troi also guot?' 'ja, gast, si ist vor schlegen und stichen so wol behuot, darin so ligen krume nadlen und auch pech'
Neithart fuchs 990.
aus diesem gebrauch hat sich eine allgemeinere verwendung im sinne eines kleidungsstücks schlechthin entwickelt, ohne dasz die abhebung in jedem fall deutlich würde: joppa jacke
vel troge (15.
jh. nd.) Diefenbach
gloss. 308
a; harte wert dünket er sich sîner niuwen treien. diust von kleinen vier und zweinzec tuochen, die ermel gênt im ûf die hant Neidhart 41, 4
Haupt-Wiessner; [] eyn werck ... tu makende mit bomwullen als eyn troye edder des ghelik
Stendaler priv. d. kürschner u. schneider von 1346
in cod. Brandbg. 1, 15, 130
Riedel; redensartlich: do besloten se, dat se deme keyser seyn gelt gheven wolden, men wolde de keyser reysen uppe de Turken, so wolden se sik ok uthmaken myt ereme volke ... unde dar wolde de keyser nicht
an. des blef de reyse na, unde dar ward af achter en pels unde vör en tröye
chron. dtsch. städt. (
Lübeck 1471) 31, 84.
mundartlich: tröje, tröi
gestrickte wollene unterjacke für männer ohne knöpfe, hauptsächlich von arbeitern u. schiffern zum schutz und warmhalten des oberkörpers getragen Doornkaat-Koolman 3, 436; treier
ärmellose unterjacke Schumann
Lübeck 16.