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Glaube

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Glaube

Bd. 8, Sp. 13
Glaube (lat. Fides), von glauben, d. h. zunächst etwas für wahr halten aus (subjektiven) Gründen, die dem Glaubenden für zureichend gelten, ohne daß es für andre einen zwingenden Beweis dafür gäbe; es bezeichnet wahrscheinlich auch schon etymologisch (gotisch galaubjan) die aus einem solchen Fürwahrhalten hervorgehende, mit Zuversicht oder Vertrauen auf das Geglaubte verbundene Überzeugung, dann auch den Inhalt und Gegenstand des Glaubens, insofern man von demselben so überzeugt ist, daß man davon innerlich wie von einer Realität berührt, erregt und bewegt wird. Dem Glauben steht aber das Wissen, als auf objektiv zureichenden Gründen ruhend, gegenüber, auf der Karte unsrer geistigen Besitztümer gleichsam das aus dem flüssigen Gebiet des Glaubens zutage tretende Festland darstellend. Sofern freilich die Küsten des letztern nur allmählich entdeckt und in jedem gegebenen Zeitpunkt nur mit annähernder Genauigkeit gezeichnet werden können, erscheinen die Grenzen zwischen Glauben und Wissen jederzeit schwankend. Wo sie aber einmal festgestellt und deutlich gezeichnet sind, wird ein diese Demarkationslinie ignorierender G. zum Aberglauben (s. d.). So steht es heute z. B. mit dem Glauben an Träume, an böse Geister, Macht der Gestirne, Zauberer, Gespenster u. dgl. Demselben Schicksal ausgesetzt ist jeder bloß menschliche Autoritätsglaube, ein Schwören auf die Worte des Meisters, wie es den Schülern des Pythagoras nachgesagt wurde. Den auf göttliche Autorität gestützten Glauben nennt man Offenbarungsglaube. Die Berechtigung des Glaubens überhaupt beruht darauf, daß das Wissen niemals das Gesamtbild des Daseins selbst ausfüllt und das unendliche Mehr dessen, was entweder in einem gegebenen Zeitpunkt nicht gewußt wird oder zu keiner Zeit gewußt werden kann, gleichwohl eine von Phantasie, Gemüt und Gewissen herkommende Ergänzung unsrer Weltanschauung bildet. Namentlich vertragen sich das sittliche Selbstbewußtsein des Menschen, das Gefühl der Freiheit und die Ahnung des Göttlichen niemals mit dem vom exakten Wissen gelieferten Bilde des mechanischen Weltzusammenhanges und der Stellung, die der Mensch darin als Naturwesen einnimmt. Auf dem Kontrast des persönlichen Selbstgefühls und der Leidenslage, in der der Mensch sich als Naturwesen befindet, beruhen Macht und Recht der Religion (s. d.), die es daher vorzugsweise mit dem Glauben zu tun hat. Namentlich ist das Christentum (s. d.) vom Apostel Paulus ganz auf den Begriff des Glaubens zurückgeführt worden. Die christlichen Theologen unterscheiden den subjektiven Glauben (fides qua creditur), als das Organ für die göttlichen Dinge, von dem objektiven, d. h. dem kirchlichen Glauben (fides quae creditur), der sich in seiner Ausschließlichkeit gegen abweichende, ketzerische Meinungen als selig machenden gibt. So fällt namentlich der römisch-katholischen Kirche zufolge der G. einfach mit dem Gehorsam gegen die Lehrautorität der Kirche zusammen, während nach dem evangelischen Lehrbegriff der seligmachende G. (fides salvifica) die erste Bedingung der Vergebung der Sünde (s. Rechtfertigung) und der Erlangung des ewigen Heils in Christus ist und sich unmittelbar auf dessen Person und Werk bezieht. S. Christologie.
3211 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glaube

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Glaube , des -ns, dem -n, u. s. f. plur. die -n, von dem folgenden Zeitworte glauben. I. In dessen veralteten thätig…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Glaube

    Goethe-Wörterbuch

    Glaube Apokope im Vers 18,343,16( = 348,6) , Akk ohne Flexionsendung 6,214 Vs 6 ; Nom auch -n, artikellos in dieser Form…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Glaube

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Glaube , die feste Ueberzeugung von einer Wahrheit, deren Gegenstand der unmittelbaren Untersuchung unserer Sinne und de…

  4. modern
    Dialekt
    Glaubem.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Glaube m. : 1. a. 'religiöse Überzeugung', Glaawe, Glääwe [verbr. wie glauben ], Glauwe [ LU-Oggh NW-Frankeck Elmst GH-K…

  5. Sprichwörter
    Glaube

    Wander (Sprichwörter)

    Glaube 1. An Glauben ein Kind, an Vernunft ein Rind, macht für Erd' und Himmel blind. 2. Blinder Glaube führet irre. Was…

  6. Spezial
    Glaube

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glau|be m. (-ns) 1 (religiöse Überzeugung) fede f. 2 (Bekenntnis, Konfession) confesciun (-s) f. 3 (Zuversicht) fede f. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glaube

349 Bildungen · 321 Erstglied · 25 Zweitglied · 3 Ableitungen

glaube‑ als Erstglied (30 von 321)

glaubenfälscher

DWB

glauben·faelscher

glaubenfälscher , m. : vor den zerreiszern der liebe und einigkeit, den gelaubenfelschern, ehrdieben und selmordern zu bewaren ( v. j. 1524)…

Glaubenfêst

Adelung

glauben·fest

Glaubenfêst , adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, fest in seinem Glauben, d. i. von der Wahrheit seiner Religion gründlic…

glaubengeschäft

DWB

glauben·geschaeft

glaubengeschäft , n. , angelegenheit des glaubens (glaube I A 2): denn sacrament ist eyn glawbengeschefft, da eyttel gottis werck ynnen soll…

glaubengottvater

DWB

glauben·gottvater

glaubengottvater , m. , verstümmelt aus dem eingang des apostolicum ich glaube an gott den vater; für das kreuz des rosenkranzes, bei dem da…

glaubenleer

GWB

glauben·leer

glaubenleer durch Fehlen von Vertrauen, Zuversicht gekennzeichnet du gabst uns das Gefühl: | Dass ohne dich wir nur vergebens sinnen, | Durc…

glaubenlos

GWB

glauben·los

glaubenlos idVbdg ‘glauben- und tatlos’ iSv ohne (schaffens)motivierende Zuversichtlichkeit verschwieg ich selbst Schillern diese Arbeit [ N…

glaubenprediger

DWB

glauben·prediger

glaubensprediger , glaubenprediger , m. , zu glaube I A 1, 2 u. 5: das ich abermal wuntsche, es weren alle klöster mitt rechten glawbenpredi…

glaubensabfall

DWB

glauben·s·abfall

glaubensabfall , m. , zu glaube I A 5: es mögen die abtrünnigen von unserer kirchen es selbst beurtheilen, ob sie nicht einen glaubensabfall…

Glaubensabsage

Campe

glauben·s·absage

○ Die Glaubensabsage , Mz. die — n , die Absage oder Absagung des Glaubens, das Verlassen einer Glaubenspartei, zu welcher man sich hielt. »…

Glaubensabtrünnige

Campe

○ Der Glaubensabtrünnige , des — n, Mz. die — n , der von seinem bisherigen Glauben, dem Glauben seiner Kirche abtrünnig wird, seinen bisher…

glaubensact

DWB

glauben·s·act

glaubensact , -actus , m. , zu glaube I A 1: solche ( schriftsprüche ) klar und deutlich zeugen, dasz ungeachtet der einwohnung Christi in d…

Glaubensähnlichkeit

Adelung

glauben·s·aehnlichkeit

Die Glaubensähnlichkeit , plur. inus. in der Theologie, der Zusammenhang der Glaubenslehren, dadurch sie so wohl unter sich, als mit ihrem g…

glaubensänderung

DWB

glauben·s·aenderung

glaubensänderung , f.; zu glaube I A 5: ich weisz von eurer glaubensänderung Schiller 12, 473 G.; objektiv für ' reformation ': die religion…

glaubensandacht

DWB

glauben·s·andacht

glaubensandacht , f. , zu glaube I A 1: mit innerlicher krafft und lebendiger thätiger glaubensandacht Chph. Andreae trewhertzige buszposaun…

glaubensanker

DWB

glauben·s·anker

glaubensanker , m. , vgl. glaube I A 1 c γ : den glaubensancker wehl ich mir, den senck ich Jesus wunden ein, so ist er und der himmel mein …

glaubensarm

DWB

glauben·s·arm

glaubensarm , adj. , zu glaube I A 1, vgl. glaubensarm debilis fide Stieler (1691) 55 : Römer 12 habe ich gelesen, ... es ist ein capitel, a…

glaubensarmee

DWB

glauben·s·armee

glaubensarmee , f. , zu glaube I A 5; die im auftrage der heiligen allianz im jahr 1822 nach Spanien entsandte französische armee, durch die…

glaubensart

DWB

glauben·sart

glaubensart , f. , zu glaube I A 1, 2 u. 5: weil deine freundschaft sich in reyner glaubensart zum gottesdienst bekennet, der (zwar ausz mis…

glaubensartikel

DWB

glauben·s·artikel

glaubensartikel , m. , im älteren nhd. auch glaubensarticul, glaubartikel, glaubsartikel; religiöser lehrsatz, in dem ein dogma ausgedrückt …

glaubensauge

DWB

glauben·sauge

glaubensauge , n. , vgl. glaube I A 1 c γ , in der religiösen literatur des 17./18. jhs. besonders reich bezeugt: der lerne dem herrn Christ…

glaubensbahn

DWB

glauben·s·bahn

glaubensbahn , f. , zu glaube I A 1: dises licht läst uns nicht wancken in der rechten glaubensbahn Joh. Rist bei Fischer-Tümpel 2, 286 ; an…

glaubensband

DWB

glauben·s·band

glaubensband , n.; zu glaube I A 1: im hertzen müssen säufftzer wallen. schnürt diese Christi blutcorallen zusammen mit dem glaubensband ...…

glaubensbaum

DWB

glauben·s·baum

glaubensbaum , m.; zu glaube I A 1: da denn allemal ein schönes zweiglein aus dem glaubensbaume geboren wird Jak. Böhme s. w. 6, 325 Schiebl…

glaubensbedürfnis

DWB

glauben·s·beduerfnis

glaubensbedürfnis , n. , zu glaube I A 1: das unaustilgbare glaubensbedürfnis der menschlichen natur auch in den ungläubigsten menschen ... …

glaubensbefehl

DWB

glauben·s·befehl

glaubensbefehl , m. , zu glaube I A 5: sie sagen mir immer dasselbe: frei sein, und jeder glaubensbefehl läugnet mir das Bettine Cl. Brentan…

glaubensbegierde

DWB

glauben·s·begierde

glaubensbegierde , f. : keiner mag gott schauen, es werde denn zuvor in ihm gott mensch, welches in der glaubensbegierde geschieht Jak. Böhm…

glaubensbegriff

DWB

glauben·s·begriff

glaubensbegriff , m.; compendium der glaubenslehre, vgl. glaube I A 2: und hiesz jedem ein kleines büchlein reichen, in welchem der kurze gl…

glaube als Zweitglied (25 von 25)

aberglaube

DWB

aber·glaube

aberglaube , m. superstitio, für oberglaube, nnl. overgeloof, überglaube, dem super in superstitio nachgebildet, nd. biglove, beiglaube, böh…

herzensglaube

DWB

herzen·s·glaube

herzensglaube , m. inniger, aus dem herzen kommender glaube: wir gestehen es offen, dasz er uns in diesen letzten jahren ein räthsel war, ei…

heuchelglaube

DWB

heuchelglaube , m. : wie der falsche heuchelglaube thut, welcher menget in einander gottes gnade und mein verdienst, ob er wol auch die wort…

Hühnerglaube

Wander

huhn·er·glaube

Hühnerglaube 1. Hönerglob'n 1 , wovon de Haon nix wêt. ( Altmark. ) – Danneil, 9. 1 ) Für Aberglaube. 2. Es ist ein hünerglaube. – Coler, 51…

katzenglaube

DWB

katzen·glaube

katzenglaube , m. aberglaube, affenglaube Stieler 665 , vgl. ketzer , katzengebet : bist doch und bleibst ein hexin alt voll katzenglaubens …

Klosterglaube

Wander

kloster·glaube

Klosterglaube Klosterglauben ist ein schlimm Wasser, das keinen Durst löscht. – Klosterspiegel, 19, 8.

köhlerglaube

DWB

koehler·glaube

köhlerglaube , m. unbedingter kirchenglaube, besonders beim gemeinen manne: der köhler-glaube. was die kirche glauben heist, soll man glaube…

Mannsglaube

DRW

manns·glaube

Mannsglaube, m. zu Glaube (VII 2) Ehrenwort eines Mannes ich ... minen verwareren handtastung dede bei mansglauben, sei sulten mich laissen …

milchglaube

DWB

milch·glaube

milchglaube , m. glaube der noch klein und zart, noch nicht erstarkt ist ( vgl. dazu milch 6, b ): hie hörestu, das nicht der milchglaube, d…

Mißglaube

DRW

Mißglaube, m. I Mangel an Vertrauen, Argwohn, Zweifel vgl. Glaube (I), Mißlaube (I), Mißtrauen (I), Mißtrauen (II) besäch dan die underschri…

mundglaube

DWB

mund·glaube

mundglaube , m. glaube der nur mit dem munde bekannt wird, glaube eines maulchristen.

Schelme(n)glaube

Idiotikon

Schelme(n)glaube Band 2, Spalte 587 Schelme(n)glaube 2,587

Schloßglaube

DRW

schloß·glaube

Schloßglaube, (Schloßlaube), m. zu Glaube (III), 3Laube (I) urspr. aus dem dän. Recht: Treuhänderschaft über eine Burg mit der Verpflichtung…

treuglaube

DWB

treu·glaube

treuglaube , m. , aus treu und glauben ( s. sp. 308 ff. ) entstanden. 1 1) zuverlässigkeit, die man jemand zutraut oder bei jemand findet: f…

unglaube

DWB

ung·laube

unglaube , adj. , nebenform zu ungläubig; ags. ungeléaf; ahd. unchiloubo Graff 2, 71 ; mhd. ungeloube; mnd. un(ge)love; mnl. ongelove. vgl. …

volksglaube

DWB

volk·s·glaube

-glaube , m. , die im volke lebenden vorstellungen über das verhältnis des menschen zu welt und gott; die volksthümliche form der religion; …

wahnglaube

DWB

wahn·glaube

wahnglaube , m. unbegründeter, irriger, falscher glaube. in dem worte, das seit dem 16. jahrh. nachzuweisen ist, sind zwei bildungen zusamme…

weiberglaube

DWB

weib·er·glaube

weiberglaube , m. nicht besser als aberglaube Treuer d. Dädalus 10 s. 17; Pestalozzi 1, 299 ; Böttiger 3, 111 Sillig. —

wunderglaube

DWB

wunder·glaube

wunderglaube , m. 1 1) zunächst soviel wie ' starker, auszerordentlicher glaube ', nur älter und auf religiösen gebrauch beschränkt: Abraham…

zeitglaube

DWB

zeit·glaube

-glaube , m. , auf eine zeit beschränkter, eine zeit währender glaube; theol. nach Luk. 8, 13 : J. Calvin instit. christ. (1572) 2, 234; Jer…

Ableitungen von glaube (3 von 3)

Mißglaube

Campe

✱ Der Mißglaube , — ns , o. Mz . ein falscher, irriger Glaube, wie auch Aberglaube. »Das Bockfahren kommt aus Mißglauben .« d. h. das eingeb…

unglaube

DWB

unglaube , adj. , nebenform zu ungläubig; ags. ungeléaf; ahd. unchiloubo Graff 2, 71 ; mhd. ungeloube; mnd. un(ge)love; mnl. ongelove. vgl. …

urglaube

DWB

urglaube , ursprünglicher, uralter glaube: das menschenbedürfnisz ... überspringt rückwärts die verständige leitung, vermischt priester-, vo…