Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
lobe swv.
I. lobe, preise.
1. ohne object. hiest wol gelobt: lobe anderswâ Walth. 59,36. sô wil ichʒ iuch lêren, wie wir loben suln das. 35,22. ich habe ûʒ gelobet das. 45,8.
2. mit accus. mich lobet man unde wîp a. Heinr. 672. got noch den tiuvel loben Iw. 55. lobe nieman, bistu wîse, wan dâ dîn lop die volge hât fragm. 27. c. vgl. Parz. 338,11. er schiltet manigen, der got ein gerehter man ist und ouch der werlte, und lobt einen, der got und der werlte schedelîchen lebet Bert. 55. der einen schiltet der ze loben ist und lobet einen, der ze schelten ist, als der loter und der spilman das. 92. vgl. über schelten u. loben Wackernagel handb. d. d. lit. s. 102. — iedoch sô vürdert er sich swâ sich der bœse selbe lobt; wand niemen vür in gerne lobt, dêr sîne bôsheit prîse Iw. 99. merket swer sich selbe lobet âne volge daʒ er tobet Vrid. 60,23 (wo noch mehr sprüche, die loben betreffen, folgen) und einl. XCIV. — sô möhte ich loben die süeʒen ougenweide Walth. 21,8. Jeschûten wât man muose lobn Parz. 273,25. si lobtenʒ würden gott dafür danken tæte ich in niht Iw. 27. loben unde prîsen volkomene minne ze dem besten gewinne büchl. 2,54.
3. mit accus. und dat. den du mir lobtest Iw. 84. dune darft mirʒ sô loben niht Parz. 62,22.
4. mit accus. der person und genit. des lobich dafür danke ich got Iw. 289. vgl. das. 101. a. Heinr. 145. 608. nu lobichs got Parz. 766,23. nu lobte ich got der güete g. Gerh. 1457. 1873.
II. gelobe, verspreche.
1. ohne bezeichnung der person, der man etwas verspricht.
a. mit accusativ, der eine sache bezeichnet.
α. ohne präpos. ich lobeteʒ unt leisteʒ sît Iw. 24. diz lopte si Parz. 97,11. vgl. 664,1. Wigal. 4068. 8516. 8833. daʒ lobeten dô die vrouwen und wâren sîn bereit Nib. 1593,1. des wâren si bereite des (attraction) er si loben hieʒ das. 376, 1. eine sprâche loben eine zusammenkunft verabreden (sich gegenseitig versprechen) kchr. 103. c. die recken lobeten ein pirsen Nib. 859,2. — war sol eʒ gelobet sîn wohin gedenkst du? a. Reinh. 946.
β. mit präpos. daʒ lobe ich an dîne hant Nib. 333,1. vgl. kl. 3699 H. daʒ lobte der vil küene în Kriemhilde hant Nib. 363,4. dô lobete si in Blœdelînes hant eine wîte marke das. 1840,2. si lobte imʒ mit ir wîʒen hende in sîn hant MS. 2, 196. b.
b. der accusativ bezeichnet eine person. ich wil in loben gerne verspreche ihn zum manne zu nehmen, swen ir mir gebet ze man Nib. 567, 4. Heinrîchen den lobeten sie kchr. 102. d. einen loben ze rihtære u. ze voget das. 103. a. si lobte ouch ze wîbe der edel künec Nib. 569,4. den si lobet ze vriunde das. 1090,4. vgl. kl. 2003 H. dar ich mich gelobet hân wohin ich versprochen habe zu kommen Iw. 179.
c. mit infinitiv. dô lobte ouch er ze minnen ir vil minneclîchen lîp Nib. 1618,4.
d. mit untergeordnetem satze. dô lobte Hiutegêres hant, swenner kœme in sînes hêrren lant, daʒ erʒ wolde erwerben gar Parz. 53,9. vgl. 58,19. er lobte, er wolte schiere komen MS. 1,81. b.
2. die person wird bezeichnet
a. durch den dativ. der hêrre loben inʒ began Nib. 92,4. daʒ lobt im Kyngrimursel Parz. 432,23. vgl. g. Gerh. 3323. ein dinc lob ich und leiste dir sô mîne triuwe in dîne hant Trist. 5150. — den (dat. plur.) lobet er unz an sînen tôt iemer in ir dienste wesen Barl. 121,5. — dô lobter dem freuwelîn, er wolte Parz. 370,22. — der mir bî dem hôhsten eide lobt er kæme mir MS. 1,15. a.
b. durch präpos. sô wirt hie gar getân als ich gein im gelobet hân Parz. 276,8. sô lobe ich wider dich, daʒ ich morne toufe mich Barl. 304,35.