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man

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

man pron.

Bd. 12, Sp. 1520
man, pron. der dritten person. 11) wie man aus der concreten bedeutung homo, zwar noch nicht im gothischen, wol aber in den dialekten vom ahd., alts., ags., altnord. ab, in die abstracte eines nicht näher bestimmten subjects übergeht, ein vorgang, dem die romanischen sprachen ähnliches, namentlich im franz. on, alt om, hom, zur seite setzen, ist gramm. 3, 6 fgg. 4, 220 fgg. ausführlich dargelegt. die alte concrete vorstellung schimmert öfter noch vor, weniger darin, dasz man in der schreibung im nhd. wie das sonst graphisch geschiedene mann behandelt wird: fleiszig hat mann euch gefolgt in dem. J. Ayrer fastn. sp. 105a (2866, 12 Keller; mann mit groszem anfangsbuchstaben); als vielmehr, indem man noch bisweilen mit genaueren bestimmungen des subjects in demselben satze tauschen kann (wie mhd. noch selbst der oder ein man in dem unbestimmten sinne von man steht, mhd. wb. 2, 1, 31b. Lexer 1, 2022, vergl. dazu auch jemand, niemand), mit er oder einer: dô engedrank man nie keinen wîn in dem klôster, er wære denne siech. von st. Martin 5, 30 Birlinger; so man einen menschen lobet, der on das geneiget ist zuo hoffart, da gibt einer im ursach, das üppigkeit in im ufgat. Keisersberg nd. d. m. 32a; des obʒes moht man eʒʒen swie vil od swaʒ er wolde. Erec 8739; wer viel wagt, kümmt üm viel. doch auch gewinnt man viel, wer seine schanze setzt auf ein berühmtes spiel. Fleming 133; man verbindet sich in der älteren sprache bisweilen auch mit dem plural eines verbums: szo man den mastschwynen gersten malen. Michelsen Mainzer hof 37. Formenrückgang zu men: ja lieben herrn, guth kortlingsbier schmeckt men zu solcher kirchmesse. Hildebrand volksl. 21 (v. j. 1492), hat die schriftsprache nicht weiter angenommen; in mundarten besteht theils mer (Ostmitteldeutschland, auch Baiern, wo bei mehr betonung selbst mier gesprochen wird Schm. 1, 1600 Fromm.), theils me, so namentlich im alemannischen gebiete: me hackt, so lang der tag eim hilft, me luegt nit um, und blibt nit stoh. Hebel 1, 181. 22) man, seit der mhd. zeit im gebrauche nur auf den nominativ eingeschränkt, sagt ohne bezug auf ein bestimmtes subject im allgemeinen aus, was zugleich von mehreren gelten kann (gramm. 4, 220); bei dieser allgemeinheit ist eine mehrheit verstanden, man menschen, leute: und spricht man, er (der stein Panthera) hab sô vil tugent sô vil farb er hab. Megenberg 455, 28; do vorbot der keiszer, man sulde den gesten keine speisze verkouffen. Rothe dür. chron. 291, s. 223; weil dasselbe (regiment Moses) nur mit furcht göttlichs zorns, und der strafe die leute treibet, schrecket und plaget, das man für gott fleucht. Luther 7, 329b; man sagt, und ist kaum nicht war, das mehr Schweizer in Frankreich, als in jhrem land werden auferstehn. Garg. 27b; gleichwol wolte Paulus haben, man solte dem tyrannen unterthan, und gehorsam sein. Schuppius 385; leben sie wohl, wenn man anders im felde wohl leben kann. Gellert 4, 182; klagen, nichts als klagen! bittschriften, nichts als bittschriften! die traurigen geschäfte; und man beneidet uns noch! Lessing 2, 114; dasz man zu seinen (Rabeners) schilderungen musterbilder suchte und fand, war natürlich; dasz einzelne sich über ihn beschwerten, folgte daraus. Göthe 25, 75; unsere geschlossenen gesellschaften thaten ihre thüren vor ihm auf .. man hielt ihn für nichts besseres, als für ein stück honetten gauners und doch blickte man sehnsüchtig nach ihm aus, liesz er einmal auf sich warten. Immermann Münchh. 1, 167; wo man zur freud zusamen kümpt, frawen, jungfrawen, junge knaben. B. Waldis Esop 4, 87, 37; man zankt noch immer fort und fort, es bleibet krieg an allem ort. P. Gerhard 15, 17 Gödeke; mit unrecht klagest du, treuherziger Aemil, dasz man so selten nur auf deine worte bauen, mit gleichem gleiches dir gar nicht vergelten will. Lessing 1, 9; da sieht man kein auge thränenleer, und zum könige bringt man die wundermär. Schiller bürgschaft v. 130; wo man singet, lasz dich ruhig nieder, ohne furcht, was man im lande glaubt; wo man singet, wird kein mensch beraubt: bösewichter haben keine lieder. Seume ged. 148; man sprach einmal von festgeläute, man sprach von einem feuermeer. Uhland ged. 92. 33) bei man ist auch ein einzelnes nicht bestimmtes subject ins auge gefaszt; man wie einer oder jemand, ohne dasz übrigens in allen fällen diese verwendung von der vorigen sich scharf trennen liesze: die nuʒ sind guot für die vergift, die man an kräutern iʒt oder an swämmen. Megenberg 334, 1; szo man die pferde beschlagen hott, sal er (der oberackermann) mit dem schmit aneschnyden (das kerbholz). Michelsen Mainzer hof 40; das ist kurz und rund unter die sünde beschlossen, das man nicht darf lange suchen und fragen, welche oder waserlei sünde in einem jeglichen zu strafen, oder wie viel und mancherlei sünde sein mögen. Luther 7, 184a; wie man gottselig leben, christlich regieren, land und leuten wol fürstehen soll (ein fürst nämlich). Zinkgref apophth. 1, 143; nun ja, ich habe sie zu lieben geglaubt! was glaubt man nicht alles! Lessing 2, 115; Just. vielleicht findet er, dasz ich ein ehrlicher kerl bin. Franc. o, man ist auch verzweifelt wenig, wenn man weiter nichts ist, als ehrlich. 1, 545; kommt man nun gar der höchst verdienstlichen übersetzung Shakespeares mit dem ausruf entgegen: von rechtswegen sollte man einen mann wie Shakespeare gar nicht übersetzt haben. Göthe 25, 92; es war immer ängstlich eine einladung zu seiner tafel anzunehmen, weil man nicht voraussehen konnte, welchen der ehrengäste er schonungslos zu behandeln zufällig geneigt sein möchte. 32, 35; man glaubte ein donnerwetter rollen zu hören, so schrie und knirscht er vor wuth. Wieland 4, 49 (n. Amadis 2, 36); welch eine figur! man könnte nichts zierlichers drechseln! 215 (9, 26); wie schön er ist! man musz ihn gerne sehen! 10, 231; das muntre hausgeflügel lärmt, wenn man zum futter ruft. Seume ged. 211; wenn ich bedenke wie man wenig ist, und was man ist das blieb man andern schuldig. Göthe 9, 105. 44) man bezeichnet in bestimmterer weise ein subject, das nur seiner erscheinung und seinem wesen nach noch nicht bekannt ist, in formeln wie man kommt, man klopft u. ähnl., die nicht etwa dem franz. on vient, on frappe nachgebildet, sondern altes eigenes sprachgut sind: jetzt klopft man, wer wil zu mir gan? H. Sachs 3, 2, 147d; häufig in der neueren sprache: es ist ein wagen vorgefahren; man pocht an die thüre, als wenn man sie einschlagen wollte. ich höre des grafen stimme. Göthe 14, 127; man pocht .. er ists! Lessing 1, 573; man kömmt. ruhig, alter knabe, ruhig! 2, 180; Karl. man kommt! La Roche. er ist es selbst. Schiller parasit 3, 1; man kommt — hinweg! auf wiedersehen! Carlos 2, 4; man pocht. sieh, wer es ist. Wallensteins tod 1, 1; man naht. man kommt. bewaffnet volk erfüllt den ganzen garten. Maria Stuart 3, 6; auch sonst, näher an die vorige verwendung (nr. 3) rührend: in dem überrock hatte er ein zettelchen gefunden, worin man sich mit viel zärtlicher sorgfalt nach dem befinden eines oheims erkundigte. Göthe 19, 66. 55) man schlieszt in seiner unbestimmtheit ein bestimmtes subject mit ein. 5@aa) ein ich, wenn dasselbe nicht ausdrücklich hervorgehoben, nicht von einer allgemeinheit oder unbestimmtheit völlig losgelöst werden soll: Papageno. sollte man übrigens in dieser wahrheitsliebenden gesellschaft die wahrheit sagen dürfen, so würde man bekennen, dasz man ein wenig aufgeschnitten hat. herr. nur ohne umstände. Papag. so würde ich sagen, dasz dieses unser ganzer reichthum sei. Göthe 11, 223; meine schwestern, indem sie ihre puppen aus- und ankleideten, erregten in mir den gedanken, meinen helden auch nach und nach bewegliche kleider zu verschaffen. man trennte ihnen die läppchen vom leibe, setzte sie, so gut man konnte, zusammen, sparte sich etwas geld, kaufte neues band und flittern, bettelte sich manches stückchen taft zusammen, und schaffte nach und nach eine theater-garderobe an. 18, 28; das universitätsgebäude (in Padua) hat mich mit aller seiner würde erschreckt. es ist mir lieb, dasz ich darin nichts zu lernen hatte. eine solche schulenge denkt man sich nicht, ob man gleich als studiosus deutscher akademien auf den hörbänken auch manches leiden müssen. 27, 90; was bedarf es einzelner beschreibungen, da man die hauptgebäude nach einander genannt wie sie in flammen aufgingen. 30, 322; durchlaucht dem herzog konnt ich am 24., als am tage, wo er nach Berlin reiste, für die bis zuletzt ununterbrochene sorgfalt mit erheitertem geiste danken: denn an diesem tage hatte sich das auge wieder geöffnet, und man durfte hoffen, frei und vollständig abermals in die welt zu schauen. 31, 91; zu fernerer vergleichung liesz man den groszen ausgewachsenen elephanten-schädel des museums gleichfalls zeichnen. 55, 167; da man nun hiezu die gemachten und zu machenden beobachtungen in einiger ordnung aufzuzeichnen gedachte, .. hat man eine tabelle nach obgedachtem schema entworfen und sie mit sich auf reisen geführt. 178 (und oft); häufig in wendungen der gewöhnlichen sprache: man hilft sich, wie man kann; man nimmt es wo mans findet, sagt der resolute; man macht mit euch keine umstände; da fragt man nicht lange, da geht man vorwärts u. ähnl.; oberst. gehorchen sie! graf. es ist mir unmöglich! oberst. so wird man sies lehren. Göthe 14, 247; aber .. man setzt dergleichen mit den menschen nicht durch, denn man ist immer nur éiner und sie sind viele. Immermann Münchh. 4, 23; und man thet dir auch nicht unrecht, dasz man die wahrheit von dir brecht, und steket in die keichen dich (der graf zu seinem diener). J. Ayrer fastn. sp. 105a (2865, 12 Keller); und, wenn man fragen darf, herr ritter, beläuft sich die zahl der bildnisse hoch? Wieland 4, 32 (n. Amadis 2, 13); man musz sich (sprach sie, und dachte in diesem stücke klug) zumahl auf reisen mit dem, was dá ist, amüsieren. 5, 127 (16, 23); die flügel zwar, spricht er, die schaffen keinen nutzen; doch die kann man ja binden oder stutzen. Schiller Pegasus im joche; o warum ist man kind! warum entfernt zur zeit, wo solche hülfe nöthig ist! Göthe 10, 20; ja, wenn mans nicht ein biszchen tiefer wüszte. 12, 158; Ruprecht. das ist gelogen, herr richter. Adam. schweig er, bis man ihn fragen wird. H. v. Kleist zerbr. krug, 7. auftr.; ebenso ein wir: und verantwurtend ir iwch deʒ nicht vor uns auf dem landfrid tzuo Augspurg, der da sin sol auf nun den nehsten sant Laurenzen tag, mant richt darumb tzuo iw alʒ der lantfrid stat. d. städtechr. 4, 189, 7 (v. j. 1393); man darf nur an das denken, was ein brief ist: so wird man sich diese fragen leicht beantworten können. man darf nur an die ordnung denken, die man beobachtet, wenn man im umgange von solchen dingen spricht, die man in einem briefe vortragen will. Gellert 4, 36; man spielte zusammen weiter fort (wir kinder). Göthe 24, 107; die geselligen persönlichkeiten in Carlsbad hatten diesen sommer für mich ein ganz ander wesen .. man hatte sich so oft gesehen, an derselben stelle, in denselben verbindungen, man hatte sich in seiner art und weise immer als dieselbigen gefunden; es war als hätte man viele jahre mit einander gelebt, man vertraute einander ohne sich eigentlich zu kennen. 32, 32; die den reisenden zugemessene zeit war zu kurz, als dasz man von allem bedeutenden hätte völlige kenntnis nehmen können; jedoch versäumte man nicht, den herrn domvicarius Hardy zu besuchen. 43, 323; wenn Haller den tod seiner gattin betrauert (man kennt das schöne lied). Schiller hist.-krit. ausg. 10, 469; ein groszer herre, wie man weiszt, ist nicht wie unser einer. 3, 170; und dieses versteckte ich oder wir wechselt wol selbst in demselben satze mit man: man weigert sich anfänglich, man stellt sich aber so dabei an, dasz man sich so viel blosz giebt, man könne unsers herzens versichert sein; wir widersetzen der ehre halber uns mit dem munde unserm eignen verlangen. der mucker oder Molierens scheinheil. betrüger Tartüffe (Breslau 1748) s. 89 (ähnlich im franz. originale, Tart. 4, 5); es ist immer eine resolution als wie wenn man ins kalte wasser soll, ehe ich die feder nehmen mag, zu schreiben. Göthe 16, 245; man frage sich, ob nicht ein jedes fremde, aus seiner umgebung gerissene geschöpf einen gewissen ängstlichen eindruck auf uns macht. 17, 292; ob uns gleich die eltern so viel als möglich zurück hielten, so muszte man doch bei hof, wo ich eingeführt war, erscheinen. 19, 274; scufzen wir, indem wir leben; wird uns, durch den tod, ein mittel gegen alle noth gegeben: so umarmt man die von uns stets gescholtne welt von neuen. Brockes 9, 577; da der kerker sich eröffnet, warum faszt man nicht den schlusz, ihn mit freuden zu verlassen? warum lassen wir uns doch wider willen aus ihm reiszen? weil wir, leider! unser joch, unsre plag- und ketten lieben: und, durch meinungen verführt, deren falschheit wir doch kennen, man sich mehrentheils vergnüget, dasz wir andere betriegen, oder dasz man uns betrieget. 578; dabei ists eine himmlisch schöne sache um einen rechten braven herzensfreund, der, ist man fröhlich, wacker mit uns lache, und ehrlich weine, so man selber weint. Bürger 19a. 5@bb) man, ein persönliches pronomen der dritten person im sing. oder plur. verhüllend: ich weisz nicht, wie ich es wagen konnte ... auf einmal ihre hand zu fassen, diese zarte hand zu küssen, sie an mein herz zu drücken. man zog sie nicht weg. Göthe 22, 62; ich spielte den narren (als clavierlehrer einer jungen dame), man hörte mich an, man lachte, man rief: er ist doch immer allerliebst. unterdessen hatte man das notenbuch unter einem sessel gefunden .. nun setzte sich das schöne kind ans clavier. 36, 46; und doch! doch! .. wenn himmel und erde, wenn schöpfung und schöpfer zusammenträten, für ihre unschuld bürgten, es ist ihre hand — ein unerhörter, ungeheurer betrug, wie die menschheit noch keinen erlebte! das also wars, warum man sich so beharrlich der flucht widersetzte! darum .. gab man seinen anspruch auf meine liebe mit so viel heldenmuth auf! Schiller kab. u. liebe 4, 2; nun musz sich ohne verzug was füsze hat eilig aufs suchen begeben. wohl fünfzig mohren durchirren mit brennenden fackeln den wald; man ruft, dasz felsen und wipfel erbeben. Wieland 4, 105 (n. Amadis 5, 2); man langet an, man steigt vom pferd, und gleich im ersten entgegengehen, ist beiden, sie hätten einander schon irgendwo gesehen. 5, 56 (13, 28); weil er nunmehr die freier gestraft, der edle Odysseus, schwöre man heiligen bund; er bleib ihr könig auf immer! Odyss. 24, 483; und so namentlich auch, wenn man in unbestimmter weise auf eine oder mehrere zu einer handlung zuständige personen hinweist: man hat ihn gestern verhaftet (das gericht); man hat ihn für mundtodt erklärt; Fiesko. man wird dich peinlich verhören. mohr. ich bekenne dann oder läugne? Fiesko. läugnest. man wird dich auf die tortur schrauben. Schiller Fiesko 2, 9; weil ich streit und fehden jeder art, auf hundert meilen weit, von ganzem herzen, so sehr wie Sancho Pansa, hasse, man streite nun im ernst, um köpfe, oder zum spasze. Wieland 5, 104 (n. Amadis 15, 31); der Lebrecht, den man kürzlich losgesprochen. H. v. Kleist zerbr. krug, 7. auftr.; in solchen fällen kann für man auch der plur. sie stehen. 5@cc) das unbestimmte man kann endlich auch in ein ihr der anrede umschlagen: man hält sie dieser entschlieszung nicht fähig, weil ihr sie habt zaudern, weil ihr sie habt zurücktreten sehn. Göthe 8, 218; doch dieser lächelnden ist gar nicht zu entgehn! man hielte sie, so obenhin besehn, für minder schön; allein beim zweiten blicke ist euer herz schon weg, ihr wiszt nicht wie, und hohlt mirs, wenn ihr könnt, zurücke! Wieland 10, 181; in ein ihr und wir: ferner sieht man seitwärts mauern angeschlossen und zwinger terrassenmäszig herab sich streckend .. wo ihr euch an den mauern andrängt stellt sich der glatte ahorn, die rauhe eiche, die schlanke fichte mit schaft und wurzeln entgegen, um diese müssen wir uns herumschlängeln und unsere fuszpfade verständig führen. Göthe 15, 303. 66) man für das pronomen der zweiten person in fragender und mahnender anrede: Olivier sagte, liebster hr. bruder Eckarth, er verzeihe, dasz ich fragen mag, wo hält man sich denn anjetzo auf? Eckarth antwortete in Salina, sonsten hab ich ein gütlein .. gekauft. unwürd. doctor 398; später nur noch in strafendem oder hochmüthigem tone: verspracht ihr mir nicht heilig ihr wolltet auf eurem posten bleiben? graf! graf! man wollte sich klug betragen. Göthe 11, 82; musz ich auch hier belästigt werden? was will man von mir? Schiller parasit 1, 7; die mutter liesz einen pfaffen kommen; der hatte kaum den spasz vernommen, liesz sich den anblick wohl behagen. er sprach: so ist man recht gesinnt! wer überwindet der gewinnt. Göthe 12, 145; so vielfach im gemeinen leben: man schweige!; man höre auf das was ich sage!, alem. los-men-au! man höre! Seiler 205a; im verhörstone der polizei wird dieses man besonders gepflegt: wer ist man? was will man hier? wo hat man sich bisher aufgehalten? u. ähnl.
17021 Zeichen · 235 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    manst. M. (athem.)

    Köbler Anfrk. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    man , st. M. (athem.) nhd. Mann ne. man ÜG.: lat. homo MNPs, vir MNPs Vw.: s. ambaht-*, -kraft* Hw.: vgl. as. man, ahd. …

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    manPers.-Pron. (2. Pers. Pl.)

    Köbler Afries. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    man , Pers.-Pron. (2. Pers. Pl.) Vw.: s. jemma

  3. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    manan., st. N. (a)

    Köbler An. Wörterbuch

    man , an., st. N. (a) nhd. Hausgesinde, Knecht Hw.: s. maðr E.: germ. *gamana-, *gamanam, st. N. (a), Mitmensch; vgl. id…

  4. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    man

    Althochdeutsches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    man Gl 3,544,37. 595,16 s. mago 2 .

  5. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    MANstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +15 Parallelbelege

    MAN stm. im sanskr. man sprechen und man denken, also das sprechende, denkende wesen; das wäre eine schöne etymologie; v…

  6. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    manIndef.-Pron.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +34 Parallelbelege

    man , Indef.-Pron. nhd. man, irgend jemand Hw.: vgl. mhd. man (2), mnl. men E.: s. man (1) W.: s. nhd. man, Pron., man, …

  7. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Man

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. * Man , eine Partikel, welche nur im Niederdeutschen und den nördlichern Sprachen gangbar, den Hoch- und Oberdeutsche…

  8. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    man

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    man gelegentl -nn sowie Großschr (bes in 2a γ ); mundartl (frankf) ‘mer’ 38,484,15 Späne ; nur als grammat Subj; die Sup…

  9. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Man

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Man (Männ), engl. Insel im irischen Meere, 10 1 / 2 QM. groß, gebirgig, mit zerrissenen Küsten, für Ackerbau u. Viehzuch…

  10. modern
    Dialekt
    man

    Schweizerisches Idiotikon · +8 Parallelbelege

    man Band 4, Spalte 288 man 4,288

  11. Spezial
    man

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    man [mạŋ] f. (-s) 1 ‹anat› Hand f. 2 (na man de valch) Hand f. , Handvoll f . ( → ciaspa, jomela) , Büschel n.: na man d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit man

5.728 Bildungen · 3.793 Erstglied · 1.921 Zweitglied · 14 Ableitungen

man‑ als Erstglied (30 von 3.793)

man(a)heit

EWA

managknorzîgAWB adj., nur Gl. 2,421,19 (Hs. 10. Jh., Zeit des Gl.eintrags unbekannt, bair.-alem.): ‚viele Knoten habend, knoten- reich; mult…

man(a)houbit

EWA

manaheitigîAWB f. īn-St., Gl. 2,135,45 (in 5 Hss., 10. Jh. bis 3. Viertel des 11. Jh.s, alle bair.). 191,65 (in 3 Hss., 2. Hälfte des 10. bi…

man(a)lîcha

EWA

man(a)lîhAWB adj., seit Ende des 8./Anfang des 9. Jh.s in Gl., in WH: ‚nach Menschenge- stalt gebildet, plastisch, figürlich, mannhaft, männ…

man(a)lîcho

EWA

man(a)lîhAWB adj., seit Ende des 8./Anfang des 9. Jh.s in Gl., in WH: ‚nach Menschenge- stalt gebildet, plastisch, figürlich, mannhaft, männ…

man(a)lîh

EWA

man(a)lîhAWB adj., seit Ende des 8./Anfang des 9. Jh.s in Gl., in WH: ‚nach Menschenge- stalt gebildet, plastisch, figürlich, mannhaft, männ…

man(a)sleggo

EWA

man(a)sleggoAWB m. jan-St., seit dem 10. Jh. in Gl., Ps 138, Prs B, Nps, Npg und Npw: ‚Mörder; homicida, homo sanguinis, vir san- guinis, vi…

mân(i)lîh

EWA

mân(i)lîhAWB adj., Gl. 1,622,8 (9. oder 10. Jh., ostfrk.), verstümmelt . anlih; 2,647,13 (11. Jh., bair.): ‚mondförmig; lunatus‘, mânlîh gis…

Man(n)er(e)ch

Idiotikon

Man(n)er(e)ch Band 16, Spalte 1226 Man(n)er(e)ch 16,1226

Man(n)oggel

Idiotikon

Man(n)oggel Band 4, Spalte 292 Man(n)oggel -ö- 4,292

Man(n)schaudereⁿ

Idiotikon

Man(n)schaudereⁿ Band 8, Spalte 193 Man(n)schaudereⁿ 8,193

Man(n)schlacht I

Idiotikon

Man(n)schlacht I Band 9, Spalte 28 Man(n)schlacht I 9,28

Man(n)schlacht II

Idiotikon

Man(n)schlacht II Band 9, Spalte 31 Man(n)schlacht II 9,31

man(t)

Idiotikon

man(t) Band 4, Spalte 310 man(t) 4,310 u.

mana 1

KöblerAfries

mana 1 , sw. M. (n) nhd. Mähne ne. mane Hw.: vgl. an. mǫn, ae. manu, ahd. mana (1) Q.: E E.: germ. *manō, st. F. (ō), Mähne; vgl. idg. *mono…

mana1

LDWB1

mana 1 [mā·na] f. (manes) Garbe f. ▬ mana de faus Bohnengarbe f. ▬ arcuncé manes Garben schichten; lié manes Garben binden; mené manes Garbe…

mana2

LDWB1

mana 2 [mạ·na] f.sg. (pan dl cil) ‹bibl› Manna f., Himmelsbrot n.

Manaar

Meyers

man·aar

Manaar , kleine Insel an der Nordwestküste Ceylons, bildet mit der Insel Rameswaram die Adamsbrücke und schließt den Golf von M. nach N. ab.…

manaberga

AWB

mana·berga

manaberga st. sw. f. ; as. manaberga ( vgl. Gallée, Vorstud . S. 205. 475; s. u. ). — Graff III,174. Starkes Fem.: mana-peraga: nom. pl. Gl …

Manabi

Meyers

man·abi

Manabi ( Manabá ), Provinz der südamerikan. Republik Ecuador, an der Küste des Stillen Ozeans, 14,922 qkm mit (1893) 64,100, stark mit Neger…

manabirga

KöblerAhd

manabirga , st. F. (ō), sw. F. (n) Vw.: s. manaberga*

manabizzo

KöblerAhd

mana·bizzo

manabizzo , sw. M. (n) nhd. Menschenfresser, Räuber, Plünderer ne. man eater ÜG.: lat. (ambro) Gl Q.: Gl (3. Viertel 9. Jh.) I.: lat. beeinf…

Manaca

Meyers

Manaca , Manacīn , s. Brunfelsia .

manacé

LDWB1

manacé [ma·na·cę́] I vb.tr. (manacia) 1 drohen, androhen, bedrohen 2 beeinträchtigen, gefährden, kompromittieren 3 ermahnen, verwarnen II vb…

MANACHÊI

BMZ

MANACHÊI die Mannicheer. Bert. 302.

manacia

LDWB1

manacia [ma·nạ·cia] f. (-ces) 1 Drohung f. 2 Androhung f. ( → manaciada, intimidaziun, sprigorada) 3 ‹fig› (prigo) Gefahr f. 4 ‹fig› (dann) …

manaciada

LDWB1

manaciada [ma·na·ciạ·da] f. (-des) 1 Androhung f. ( → intimidaziun, sprigorada) 2 Bedrohung f. 3 Gefährdung f. ◆ manaciada d’omizid Morddroh…

manacius

LDWB1

manacius [ma·na·ciūs] adj. (-sc, -iosa) drohend, bedrohlich.

Manacor

Meyers

mana·cor

Manacor (spr. -kór), Bezirkshauptstadt auf der span. Insel Mallorca (Balearen), 12 km vom Meer in wohlbebauter Ebene, an der Eisenbahnlinie …

man als Zweitglied (30 von 1.921)

askman?

KöblerAhd

*askman? , st. M. (athem.) Hw.: vgl. as. askman*

bikweman

KöblerGerm

*bikweman , st. V. nhd. kommen ne. come; RB.: got., ae., afries., as., ahd. E.: s. *bi, *kweman W.: got. biqiman* 1, st. V. (4), überfallen …

bineman

KöblerGerm

*bineman , st. V. nhd. nehmen, wegnehmen ne. take (V.) away; RB.: got., ae., afries., as., ahd. E.: s. *bi, *neman W.: got. biniman* 1, st. …

breman

KöblerGerm

*breman , st. V. nhd. brüllen ne. roar (V.); RB.: ae., ahd. E.: idg. *bʰerem- (2), V., brummen, summen, Pokorny 142; s. idg. *bʰer- (4), V.,…

bremman?

KöblerGerm

*brem·man

*bremman? , st. V. nhd. brüllen ne. roar; RB.: mhd. E.: s. *breman W.: mhd. brimmen, bremmen, st. V., brummen, brüllen, losfahren auf L.: Se…

drimman?

KöblerAhd

*drimman? , st. V. (3a) Hw.: vgl. as. thrimman*

dwielman

KöblerAe

*dwielman , sw. V. nhd. wirr machen Vw.: s. for- Hw.: s. dwield E.: s. dwala L.: Hh 81

dėmman

KöblerAe

*dėmman , sw. V. (1) nhd. dämmen, stauen Vw.: s. for- Hw.: vgl. got. *dammjan?, an. demma, afries. damma* E.: germ. *dammjan, sw. V., dämmen…

erman

KöblerAs

*erman , Adj. nhd. groß, weit ne. big (Adj.), large (Adj.) Hw.: vgl. ahd. *irmin? Q.: PN E.: s. germ. *ermana-, *ermanaz, Adj., groß, erhabe…

farkweman

KöblerGerm

*farkweman , st. V. nhd. verkommen, vergehen ne. vanish; RB.: ae., afries., as. E.: s. *far-, *kweman W.: ae. forcuman, st. V. (4), zurvorko…

farneman

KöblerGerm

*farneman , st. V. nhd. wegnehmen, vernehmen ne. take (V.) away, hear; RB.: ae., afries., anfrk., as., ahd. E.: s. *far-, *neman W.: ae. for…

firkweman?

KöblerAhd

*firkweman? , st. V. (4) (5) Hw.: vgl. as. farkuman* E.: germ. *farkweman, st. V., verkommen, vergehen; s. idg. *per- (2B), *perə-, V., hinü…

gakweman

KöblerGerm

*gakweman , st. V. nhd. kommen ne. come; RB.: got., ae. E.: s. *ga-, *kweman W.: got. gaqiman* 13, st. V. (4), zusammenkommen, hinkommen, ko…

gaman

KöblerAn

*gaman , st. N. (a) Hw.: s. man

ganeman

KöblerGerm

*ganeman , st. V. nhd. nehmen ne. take (V.); RB.: got., ae., anfrk., as., ahd. E.: s. *ga-, *neman W.: got. ganiman 18, st. V. (4), (perfekt…

gateman

KöblerGerm

*gateman , st. V. nhd. ziemen, passen ne. be (V.) seemly; RB.: got., ahd. E.: s. *ga-, *teman W.: got. gatiman* 1, st. V. (4), geziemen (, L…

giswīman?

KöblerAhd

*giswīman? , st. V. (1a?) Vw.: s. ūz-

glemman?

KöblerGerm

*glemman? , st. V. nhd. glimmen ne. glimmer (V.); RB.: mnd., mhd. E.: s. idg. *g̑ʰel- (1), *gʰel-?, *g̑ʰelə-, *g̑ʰlē-, *g̑ʰlō-, *g̑ʰlə-, *g̑…

gremman

KöblerGerm

*gremman , st.? V. nhd. grimmen, grimmig sein (V.), toben, wüten, zürnen ne. rage (V.), be (V.) angry; RB.: got., ae., as., ahd. Hw.: s. *gr…

grimman?

KöblerGot

*grimman? , sw. V. (3) nhd. ergrimmen, zürnen ne. become furious, incense (V.) Q.: Gamillscheg I, 391 E.: s. germ. *grimma-, *grimmaz, Adj.,…

hariman

KöblerAhd

*hariman , st. M. (athem.?) nhd. „Heermann“, Krieger, Arimanne ne. warrior Hw.: s. harimannus*

hlemman

KöblerGerm

*hlemman , st. V. nhd. schallen, tönen ne. sound (V.); RB.: got., an., ae., afries., as., ahd. Hw.: s. *hlammi- E.: idg. *kelem-, *klem-, V.…

hlimman?

KöblerGot

*hlimman? , sw. V. (3) nhd. rauschen ne. crash (V.), roar (V.), rush (V.), resound Hw.: s. hlamma Q.: Regan 53, Schubert 23 E.: germ. *hlemm…

hylman

KöblerAe

*hylman , sw. V. nhd. bedecken Vw.: s. for-, ofer- Hw.: s. helm E.: s. helm L.: Hh 184

hôvidman

KöblerAs

*hôvidman , st. M.? (athem.) (a) Hw.: vgl. ahd. houbitman* (st. M. athem.) W.: mnd. hövetman, höftman, hövedesman, M., Hauptmann, Befehlshab…

hôƀidman

KöblerAs

*hôƀidman , st. M.? (athem.) (a) Vw.: s. *hôvidman?

hūsdienestman

KöblerMhd

*hūsdienestman , st. M. Vw.: s. got- E.: s. hūs (1), dienestman W.: nhd. DW-

infirneman?

KöblerAhd

*infirneman? , st. V. (4) Hw.: vgl. anfrk. anfarniman (?)

irminman?

KöblerAhd

*irminman? , st. M. (athem.) Hw.: vgl. as. irminman*, irminmann*

klemman

KöblerGerm

*klemman , st. V. nhd. zusammendrücken, klemmen ne. squeeze (V.), clamp (V.); RB.: ae., afries., ahd. E.: s. idg. *glem-, Sb., Klumpen (M.),…

Ableitungen von man (14 von 14)

bemānen

MNWB

bemānen , swv. , einfordern, einnahmen, reklamieren.

êrman

MNWB

êrman , m. , verstorbener, früherer Ehemann .

ermane

BMZ

ermane swv. erinnern, ermahnen, antreiben. er ermanet sein pferd mit den sporn Pontus und Sidonia, strassb. druck von 1539, s. 46. vnd erman…

ermanen

Lexer

er-manen swv. BMZ ermahnen, woran ( gen. ) erinnern Nib. Iw. Wolfr. sîn herze wart ermant mit dirre rede Er. 527. dô was sî alsô hôhe ermant…

ermanung

DWBQVZ

ermanung: getrewe ermanung so etlich christlich personen, auff yetz gehalten reychstag zu Speyer den fürsten teutschs landts zugeschriben ha…

geman

Lexer

ge-man adj. BMZ bemannt, im besitze von mannen Trist.

gemane

BMZ

gemane swv. wer einen geistlîchen schîn treit und nicht einen geistlîchen grunt, des gemanet mich alse eines pfenniges der dô innen kupferîn…

gemanen

Lexer

ge-manen swv. BMZ mahnen, erinnern an ( gen. ) Myst. gem. umbe Rul. 270,15.

mane

Lexer

mane fm. s. man.

unman

Lexer

un-man stm. BMZ übeltäter Weist.

unmanlich

Lexer

un-manlich , un-menlich adj. BMZ unmännlich, feige Büchl. Orl. 9873. die unmenlîchen Loh. 5225. eʒ was ein gar unmanlich muot Lieht. 369,26 …

vermane

BMZ

vermane swv. ahd. vermanên, vermonên . Graff 2,769. 1. absagen, ablehnen, von der hand weisen, sich aus dem sinn schlagen, verschmähen. vgl.…

vermanen

Lexer

ver-manen swv. BMZ tr. nicht woran denken, verachten, verschmähen Diem. Gen. ( D. 2,54. 17,21. Exod. 120,11 ). Lit. Dietr. (9296). Orl. 1253…

vermanlich

Idiotikon

vermanlich Band 4, Spalte 294 vermanlich 4,294