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hoffen

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
26 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Hoffen

Bd. 2, Sp. 1238
Hoffen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. 1. Warten, auf seinem Wege stille stehen, sich verweilen, sich nach etwas umzusehen; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche sich noch bey den Jägern erhalten hat, wo ein Hirsch oder Thier hoffet, oder noch häufiger verhoffet, wenn es im währenden Gehen oder unter dem Fressen stille hält und sich umsiehet. Auf der Bürsche, wenn das Wild nicht hoffen oder verhoffen will, schreyet der Jäger, o, ha, ho! so verhoffet es gleich. 2. Figürlich, den Erfolg einer künftigen oder ungewissen Sache mit Theilnehmung für wahrscheinlich halten. 1) Vermuthen, daß eine Sache geschehen werde. Ich hoffe nicht, daß es heute regnen wird. Ich hoffe nicht, daß er kommen wird. Ich will doch nicht hoffen, oder ich hoffe nicht, daß u. s. f. ein gelinder Ausdruck eines Befehles oder Verbothes. Ich will doch nicht hoffen, daß sie ein heimlicher Verächter des Gebethes seyn sollen? Gell. Ich hoffe nicht, daß sie mit dem Mädchen Umstände machen werden, Weiße. Ingleichen mit dem Worte zu. Ich hoffe, ihn heute noch zu sehen. Wir hoffen, die Oberhand zu behalten. Wie auch mit der vierten Endung. Das will ich nicht hoffen! ich vermuthe es nicht, und wünsche es auch nicht. 2) Im engsten Verstande, ein künftiges mögliches Gute mit einer angenehmen[] Empfindung erwarten. Darf ich hoffen? in der Sprache de Verliebten. Wollen sie mich denn auch jetzt nicht hoffen lassen? Sprichw. Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Ingleichen mit der vierten Endung der Sache. Man muß das Beste hoffen. Das ist mehr zu wünschen, als zu hoffen. Nichts mehr zu hoffen haben. Sie hat 30. 000 Thaler zu hoffen. Im Oberdeutschen ehedem auch mit der zweyten Endung der Sache. Der Gerechtigkeit, der man hoffen muß, Gal. 5, 5. Die Person, von welcher man ein Gutes erwartet, bekommt, wenn die Sache ausgedruckt wird, das Vorwort von. Ich hoffe das Beste von ihm. Ich habe nichts mehr von ihm zu hoffen. Wenn die Sache aber nicht ausdrücklich gemeldet wird, das Vorwort auf. Auf Gott hoffen, seine Glückseligkeit von ihm erwarten. Im Tode aufhören sollen, auf Gott zu hoffen, scheint ein Befehl zu seyn, daß wir seiner in diesem Leben nicht achten sollen, Gell. Aber nicht zu Gott, oder in Gott, wie 2 Macc. 2, 17. Auch ist der Ausdruck der gehofften Sache, mit dem Vorworte auf in dieser eingeschränkten Bedeutung, im Hochdeutschen ungewöhnlich, ungeachtet derselbe in der Deutschen Bibel mehrmahls vorkommt, auch in der ersten weitesten Bedeutung Statt findet. Doch sagt man noch, auf gut Glück, auf gute Zeiten hoffen, wo aber immer auch noch die erste Bedeutung Statt findet. Anstatt des Hauptwortes die Hoffnung, ist Hoffnung üblich, S. dasselbe. Anm. Im Nieders. hapen, im Angels. hopian, im Engl. to hope, im Holländ. hoopen, im Dän. haabe, im Schwed. håppas, bey den Krainerischen Wenden vpam. Die meisten Sprachforscher sind bey der Ableitung dieses Wortes auf das Griech. οπευειν, sehen, gefallen, weil man, wenn man hoffet, einer Sache gleichsam entgegen siehet; Frisch leitet es von hoch ab, dessen ch auch in Hoffart in ein f übergegangen ist, weil man dem Gute, welches man hoffet, gleichsam von einer hohen Warte entgegen siehet; Ihre aber von dem Isländ. Happ, Glück, und Engl. to happen, geschehen, sich zutragen. Allein aus der ersten noch bey den Jägern üblichen Bedeutung, deren sehr alte Kunst uns noch viele veraltete Stammwörter aufbehalten hat, erhellet, daß das Stillestehen oder Innehalten der Stammbegriff in diesem Worte ist, daher es sich füglicher zu haben, haften, stille halten, stille stehen, rechnen lässet, so wie das Schwed. welnas, welches gleichfalls hoffen bedeutet, nicht, wie Ihre will, zu wollen, sondern zu weilen, verweilen, gehöret. S. auch Hapern. Nimmt man aber in der bereits gedachten eigentlichen Bedeutung den Begriff des Umsehens, Umschauens, für den ersten und herrschenden an, so wird man es fast eben so bequem mit dem Griech. οπευειν, aus einer gemeinschaftlichen ältern Quelle herleiten können, welche sehen bedeutet hat, so wie das Lat. Spes und sperare zu spähen, sehen, zu gehören scheinen. Ottfried und seine Zeitgenossen kennen dieses Zeitwort nicht, sondern gebrauchen thingen dafür.
4186 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hoffenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    hoffen swv. BMZ prät. hofte, hoffen bes. md. ( vgl. Karlm. Bartsch s. 297 ), absol. Ms. part. hoffende Pass. 199,33. 211…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hoffen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Hoffen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. 1. Warten, auf seinem Wege stille stehen, sich verweil…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    hoffen

    Goethe-Wörterbuch

    hoffen bes in der Frühzeit auch -f-; selten Vollformen wie ‘hoffet, hoffest’, meist metr bedingt; öfter subst Inf od Par…

  4. modern
    Dialekt
    (hoffen)

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    PfWB RhWB ( hoffen ) in hoffe n tlich [hòfətlik Liebsd. Hi. Su. Hlkr. Obhergh. ; hòfətli Ndhsn. K. Z. ; hòfətliχ Str. Be…

  5. Sprichwörter
    Hoffen

    Wander (Sprichwörter)

    Hoffen 1. Besser zu Tode gehofft, als zu Tode gezweifelt. 2. Der hofft, verlest sich offt auff ein Ding wie der Bock auf…

  6. Spezial
    hoffen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    hof|fen I vb.intr. (wünschen) speré (spera), avëi speranza II vb.tr. (erwarten) se aspeté, speré (spera). ▬ auf jdn. hof…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hoffen

31 Bildungen · 10 Erstglied · 16 Zweitglied · 5 Ableitungen

hoffen‑ als Erstglied (10 von 10)

hoffende

KöblerMhd

hoff·ende

hoffende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. hoffend Q.: Ack (nach 1400) E.: s. hoffen (1) W.: nhd. hoffend, (Part. Präs.=)Adj., hoffend, DW- L.: MHDB…

Hoffenkaule

RhWBN

hoffen·kaule

Hoffen-kaule -ū:- Lennep-Radevormwald f.: Vertiefung im Boden beim Krammetsvogelfang, bei welcher der Fänger auf die Vögel ‘hofft’, wartet.

hoffenlīche

KöblerMhd

hoffenlīche , Adv. nhd. „hoffentlich“, hoffend, hoffnungsvoll, Hoffnung erregend Hw.: s. hoffelīche Q.: JTit (3. Viertel 13. Jh.), UvEtzAlex…

hoffenlīchen

KöblerMhd

hoffen·līchen

hoffenlīchen , Adv. nhd. „hoffentlich“, hoffend, hoffnungsvoll, Hoffnung erregend Hw.: s. hoffelīchen E.: s. hoffenlich W.: s. nhd. hoffentl…

Hoffensmüde

Campe

hoffen·s·muede

○ Hoffensmüde , adj . u. adv . müde zu hoffen, was dann der Fall zu sein pflegt, wenn man immer vergeblich gehofft hat. Daß er nun hoffensmü…

Hoffensthal, Hans v.

DWBQVZ

Hoffensthal, Hans v. *1877 Maria-Himmelfahrt b. Ober-Bozen †1914 ebd.

hoffenswert

GWB

hoffen·swert

hoffenswert -th; subst neutr ‘das Wünschens- und H-e’ GWB B46,246,7 Maria Paulowna 16.2.30 K Robert Charlier R.C.

hoffentlich

DWB

hoff·entlich

hoffentlich , adj. und adv. was zu hoffen ist; mhd. hoffenlîch neben hofflîch ( Lexer wb. 1, 1322 ), das später eingetretene t ist nicht zei…

hoffenunge

Lexer

hoffenunge stf. BMZ hoffnung, erwartung, bes. md. Glaub. Berth. Trist. H. Ms. ( H. 3,3 b , 437 a ) Pass. (88,8,11. 92,48. 115,37. 127,20. 17…

hoffen als Zweitglied (16 von 16)

anhoffen

DWB

anhoffen , sperare incipere: den frieden im lande anhoffen.

aushoffen

DWB

aus·hoffen

aushoffen , desperare: wer will gleich aushoffen?; die ausgehofte hofnung. pers. rosenth. 6, 1.

entgegenhoffen

GWB

entgegen·hoffen

entgegenhoffen Getrenntschr hoffend einem best Zeitpunkt, Ereignis entgegensehen [ G hatte Meyer nach Ital folgen wollen ] daß jeder vorerst…

erhoffen

DWB

erhoffen , sperare: Spontini wird erwartet, wenn auch nicht erhoft. Zelter an Göthe 750 ; o wäre doch das rechte masz getroffen! was bleibt …

menschenhoffen

KöblerMhd

menschen·hoffen

menschenhoffen , st. N. nhd. „Menschenhoffen“ Q.: Lanc (1240-1250) E.: s. mensche, hoffen W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (menschenhoffen)

missehoffen

Lexer

misse·hoffen

misse-hoffen swv. verzweifeln, desperare Dfg. 176 b . duo die jungere missehoffeden al gemeine, inde dû stêde blîves al eine Marld. han. 57,…

Mißhoffen

Campe

miss·hoffen

✱ Mißhoffen , v. ntr . mit haben , Mittelw. d. verg. Z. mißgehofft , vergeblich hoffen, sich in seiner Erwartung unangenehm getäuscht finden…

miszhoffen

DWB

miszhoffen , verb. : desperare missehoffen, nd. meshapen Dief. 176 b .

Mithoffen

Campe

mit·hoffen

Mithoffen , v. ntr . mit haben und der Fügung eines trs . zugleich mit Andern hoffen, mit Andern gleiche Hoffnung hegen. — Nicht macht es de…

Reichshoffen

Wander

reich·s·hoffen

Reichshoffen Risshoff'n im Dîch sicht alle Hexen un Narre glîch. (S. Eselsfresser und Krebstränker.) – Frommann, III, 483. Wie der Volkswitz…

verhoffen

DWB

ver·hoffen

verhoffen , verb. erwarten, hoffen, mhd. verhoffen, mnd. verhopen, zusammensetzung mit hoffen, dessen bedeutung ver nur verstärkt. 1 1) als …

überhoffen

KöblerMhd

überhoffen , sw. V. nhd. „überhoffen“, durch Hoffnung übertragen (V.) Q.: Eckh (1. Drittel 14. Jh.) E.: s. über (1), hoffen W.: nhd. DW- L.:…

Ableitungen von hoffen (5 von 5)

erhoffen

DWB

erhoffen , sperare: Spontini wird erwartet, wenn auch nicht erhoft. Zelter an Göthe 750 ; o wäre doch das rechte masz getroffen! was bleibt …

hoffene

Lexer

hoffene stf. s. v. a. hoffe. hofene mînere, spei meæ Wigg. 13,18.

Mißhoffen

Campe

✱ Mißhoffen , v. ntr . mit haben , Mittelw. d. verg. Z. mißgehofft , vergeblich hoffen, sich in seiner Erwartung unangenehm getäuscht finden…

verhoffen

DWB

verhoffen , verb. erwarten, hoffen, mhd. verhoffen, mnd. verhopen, zusammensetzung mit hoffen, dessen bedeutung ver nur verstärkt. 1 1) als …