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verhoffen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verhoffen verb.

Bd. 25, Sp. 572
verhoffen, verb. erwarten, hoffen, mhd. verhoffen, mnd. verhopen, zusammensetzung mit hoffen, dessen bedeutung ver nur verstärkt. 11) als sinnliche bedeutung ist für hoffen, verhoffen oben th. 42, 1668 'überrascht aufspringen' vermutet. diese bedeutung ist wahrscheinlich im jagdausdruck erhalten: das wild hofft, verhofft, das wild wird stutzig, unruhig, sieht sich um. Adelung versuch 4, 1449, wie auch noch heute bairisch verhoffen über ein ding, davon überrascht, darüber stutzig werden, auffahren Schm 1, 1063 Fromm., schwäb. verhofft, erschreckt Schmid 283. das part. prät. mit activer bedeutung kann daher bedeuten 'was stutzig gemacht, erschreckt hat', daher kommt schwäb. verhofft zur bedeutung des hochd. unverhofft, unvermuthet Schmid 283. 22) aus dem begriffe des unruhigwerdens, umblickens entwickelt sich der abstracte begriff 'in erwartungsvoller erregung sein, erwarten'. diese bedeutung erhielt sich in dem aus dem part. prät. entwickelten adjectiv unverhofft; sprichwörtlich: unverhofft kommt oft; die einzige lampe, die das cabinet beleuchtete, trug wohl auch das ihrige bei, dasz unser mit so geheimniszvollen umständen verbundenes wiedersehen mehr das schauerliche einer unverhofften erscheinung, als das freudige einer veranstalteten zusammenkunft hatte. Wieland 27, 78; willst du mich überreden, dasz ein kind, bisher im sanften arm des glücks gewiegt, im unverhofften fall besonnenheit und kraft, geschick und klugheit zeigen werde. Göthe 9, 286. 33) hoffen, erfreuliches erwarten: für und für verhoffen, trahere spem mora Maaler 422a, in optima spe sibi ponere Stieler 847; absolut: wann im (dem pöbel) die sach umbschlecht und nit, wie er verhofft hat, übereck geet. Frank weltb. 38; es ist dir bas geraten, dann du verhofft hast. Dasyp. 162b; du hast nit than, wie ich verhofft hat, expectationem meam fefellisti 69d; mit genitiv der sache: ich kan des heils nicht verhoffen. Melanchthon zu 1 Cor. 1; weil ich nun der ehren, meinem geehrten herrn di hände zu küssen, wegen unsers aufenthalts entlegenheit, nicht verhoffen kan. Butschky hd. kanz. 530; wenn er grosz von jm selber gicht, sich offt in seiner red verspricht, und wirdt im kleinen lügen strafft, das er sich groszes lobs verhofft. B. Waldis Esop 3, 79, 186b (1, 365, 25 Kurz); ich sich schon stehn den himel offen. desz bin ich gewiszlich verhoffen als ein glaubig getauffter christ. H. Sachs 3, 1, 235 (9, 356, 23 Keller); mit accusativ der sache: soll dem edeln jüngling (Karl V.), zu dem jedermann alles gut verhoffen ist, ein solcher gewalt widerfahren? Hutten 5, 228 Münch; aber ich verhoff oder verdiene entweders verzeihung, wann ihr diese närrische zeiten examiniren und Salomonem .. auff meiner seiten hören werdet. Schuppius 708; wer .. in fremden sachen ein eigenthum verhoffet. Weise kl. leute 250; mit dieser fabel werden die troffen, von den man grosz ding thut verhoffen, ir sach mit worten schön verblümen und sich der zehen thun berhümen, der sie nicht eins zu thun vermögen. B. Waldis Esop 1, 21, 21 (1, 49 Kurz); kumb nur heim mit mir in das hausz! zeuch die ellenden kleider ausz! besser kleider solt du verhoffen. H. Sachs 3, 2, 9 (12, 35, 8 Keller); zeitlicher lust ewige fraid, wer sölchs verhofft, das würt jm laid. Schwarzenberg 157, 2b; man verhofft des friedens lust mit der nächsten frühlingsluft; o, dasz wo nicht kumme drein etwa noch ein mäienfrost. Logau 2, 51, 85 (268, 85 Eitner); mit folgendem infinitiv als object: und wie er viel leute aus jrem vaterland vertrieben hatte, so muste er auch selbs im elend sterben, zu Lacedemon, da er verhoffte einen auffenthalt zu finden. 2 Macc. 5, 9; warumb scharren sie so ängstlich in ihren säck? dann sie anders nit verhoffen, sich zu erneren und reich zu werden. Frank parad. 12b; er gab mir auch zu verstehen, dasz er auf disz wenige geld, als dadurch er wieder nach haus zu kommen verhoffet, sich mehr als auf gott verlassen. Simpl. 2, 240, 9 Kurz; wofern du mir meine augen, so durch diejenigen geraubet sind, wieder giebest, verhoffe ich, mein liecht, dich zu sehen, ehe noch das auge der welt die sonne in das herzurückende jahr sehen wird. Opitz 2, 247; er hätte einen arm im kopff, der solche arbeit verrichten müsse, er verhoffe, ihm bald auch eine schöne reine jungfer heraus zu langen. Simpl. 1, 94, 5 Kurz; weil ich sonst nichts zu erkauffen gedachte, als was ich mit fünff fingern oder sonst einem künstlichen griff zu erhandeln verhoffte. 3, 135, 6; itzt sei er mehrentheils wegen seiner liebsten in das warme bad gezogen, als welche verhoffte, hiedurch fruchtbar zu werden. Weise erzn. 17 neudr.; er (der Deutsche) verhofft der welt viel neuigkeiten zu sagen. freih. büchl. 135; verhofft sie (Olympias) auch durch dieses stück in Macedoniam zu kommen. H. Sachs 2, 3, 177 (8, 692, 33 Keller); ich verhoffe zu vollenden für das land und billigkeit, was mein sinn ihm fürgenommen ehe du (sonne) zur morgenzeit wiederumb herauff wirst kommen. Opitz 3, 73; mit abhängigem satze: verhoff zu gott, es sei nichts dran, nemlich, das Rodis solt vom Türcken erobert und gewonnen sein. Luther 2, 283b; (der prior) uberantwortet dasselb (gebot) dem fromen pfarherrn in der nacht, denn er verhofft, er wolt verhindern, das Henricus nicht predigte. 3, 32b; und sol ein trefflich böser brieff sein, das er (herzog Georg) verhofft, mein gnedigster herr, der kurfürst, würde mir angesichts seiner schrifft flugs alles thun, was er wol gern sähe. 6, 6; in solchen nöten kam jm zuo gedancken, wann er ein walfart zuo St. Veiten ... verhiesz mit einem silbrin opffer, verhofft er gentzlich, sein sach wurd besser werden. Wickram rollwagenb. 7, 14 Kurz; das weisz ich doby, das mine frind alweg verhoffet han, ich werde ein priester werden, die will man eben in der zyt (der geburt) zu der mesz gelut hatt. Th. Platter 4 Fechter; ich verhoffe, derselbe solte mir wol ein stattlich trinckgeld davon zukommen lassen. Simplic. 2, 155, 20 Kurz; so verhoffe ich gleichwol, er werde darvorhalten, ich habe an ihm das meinige nach äuszerstem vermögen zu thun keinen fleis gesparet. 2, 97, 8; weil nichts darinne ist, welches gottes wort .. zuwider laufft, verhoffe ich, es werdet (sic) kein römischer kaiser oder anderer potentat mich zwingen, dasz .. Schuppius 128; verhoff, wir wölln mit küner hendt den krieg bald richten zu dem endt, das wir beider könig ab kommen. H. Sachs 2, 3, 57 (8, 213, 27 Keller); mit diesen worten stellet er sie zu frieden, das sie jm zu ziehen vergünneten, denn sie verhofften, das die Diedmarer möchten zur rechten erkentnis des worts gottes komen. Luther 3, 32; und ich verhoffe, dasz sie mir nicht das zeugnisz versagen werden, denenselben stets ein zuverlässiger und treuer arbeiter gewesen zu sein. Freytag handschr. 1, 401; selten beigefügt, auf wen sich die hoffnung, erwartung bezieht: solchs het ich nit verhofft zuo dir. Schmelzl verlorner sohn 7b. 44) reflexiv, hoffen: wollen uns auch verhoffen e. gnaden werden etwas tetlichs ... widder uns ... nicht furnemen. Förstemann urkundenb. 229; der ding, der man sich verhoft. Melanchthon hauptartikel der heil. schrift verdeutscht 65; nun hat ich mich verhofft, es sollte mir durch den gegentheil antwort zugestellt werden. ernest. ges.-archiv (Gotha) 1564; wer will in die lügen Plinii sich vertrösten? wer will sich verhoffen in die anzeigung Dioscoridis, Macri und anderer naturalium? Paracelsus 1, 244 C; hie ist zu sehen, das man offt (des man sich doch gar nit verhofft) bei den wilden und frechen thieren mehr gut und miltigkeit thut spüren denn bei den leuten. B. Waldis Esop 2, 30, 135 (1, 207 Kurz); es ist mancher so gar rhumretig, sich selbst zu preisen wunderthetig .. und wirdt im kleinen lügen strafft, das er sich groszes lobs verhofft. 3, 79, 21 (1, 364). 55) participia. part. präs.: als hab ich dieses nur entworffene ... tractätlein ... zu e. hochgräfl. excell. füszen legen wollen, verhoffend, es werde ... für naseweiser maulaffen unzeitigen urtheil an diesen orten sicher sein. Schuppius 2; mit passiver bedeutung: das ... verursachete ... dasz er mich mit ihm nach Wien nam, mich seines verhoffenden glücks genieszen zu lassen. Simpl. 2, 16, 16; die verhoffende künfftige schwiegermutter ist eine hauptreiche wittib, welche viel gelbe batzen hat. 3, 291, 6; also ist unter verhoffender gnädigster beinehmigung das in concept anliegende schreiben begriffen worden. weim. staats - archiv (Eisenach) 1742. part. prät. (adj.): Johan der täuffer hat den lang verhofften Messiah mit dem finger zeigt. Reiszner Jerus. 2, 114a; als ... bei der tafel allerhand discurs von diesem krieg und dessen verhofften auszgang gewechselt wurden, da ... Schuppius 391; (er war) darauf bedacht, sich durch das vergnügen der rache für den abgang desjenigen zu entschädigen, welches er sich von der verhofften bekehrung unsers helden versprochen hatte. Wieland 2, 164; wir werden .. belehret werden, dasz er nicht den verhofften erfolg habe, sondern vielmehr Cartesius' kräftenmaasz bestätige. Kant 8, 194; dir blüht, wo dieses stück nach unsrem wuntsch auszlaufft, ein nie verhofftes glück. A. Gryphius 1, 256, 177 Palm; Sextil ererbte nichts von dem verhofften schatze. Hagedorn 1, 108. 66) verhoffen in der bedeutung 'die hoffnung aufgeben', die sich im ausgehenden mittelalter zeigt (Lexer 3, 131), ist nhd. nicht nachgewiesen.
9369 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verhoffenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ver-hoffen swv. hoffen, erwarten. er verhoft, ein êrbar rât werd solchs auch tûn Mich. M. hof 27. refl. wir verhoffen un…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verhoffen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verhoffen , verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, und zuweilen statt des ein…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verhoffen

    Goethe-Wörterbuch

    verhoffen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verhoffen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Verhoffen (Jägerspr.), s. Winden .

  5. modern
    Dialekt
    verhoffen

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    verhoffen Band 2, Spalte 1042 verhoffen 2,1042

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verhoffen

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verhoffen

ver- + hoffen

verhoffen leitet sich vom Lemma hoffen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verhoffen 2 Komponenten

ver+hoffen

verhoffen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verhoffen‑ als Erstglied (2 von 2)

verhoffentlich

DWB

ver·hoffentlich

verhoffentlich , adj. und adv. was erhofft wird, zu erhoffen ist, mhd. nicht nachgewiesen, doch im frühesten nhd. vorhanden, daneben die ver…