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Springen

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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29 in 23 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Springen

Bd. 4, Sp. 239
Springen, verb. irreg. neutr. ich springe, du springst u. s. f. Imperf. ich sprang, (gemeinen Leben Sprung); Conj. spränge, (gemeinen Leben sprünge); Mittelw. gesprungen; Imperat. springe oder spring. Es bekommt am häufigsten das Hülfswort seyn, zuweilen aber auch haben, und ist wie alle Zeitwörter ursprünglich eine Onomatopöie, welche den Laut derjenigen Handlungen, welche sie bezeichnet, genau nachahmet. Diese Handlungen sind besonders von doppelter Art. 1. Von trocknen, elastischen oder scharf gespannten Körpern sagt man, wenn sie schnell und mit einem gewissen eigenthümlichen Klange zerbrechen, daß sie springen; in welchem Falle es allemahl das Hülfswort seyn erfordert. Das Glas springt, ist gesprungen. Die Saiten springen, wenn sie zu straff gespannet werden. Die Schoten springen auf, wenn sie reif sind. Wo denn oft der Hauptbegriff des Klanges verschwindet und die bloße schnelle Öffnung eines trocknen oder elastischen Körpers übrig bleibt. Die Haut springt auf, ist aufgesprungen. Oft gesellet sich dazu der folgende Begriff der schnellen Veränderung des Ortes. Der Knopf springt von dem Kleide. S. auch Aufspringen, Zerspringen. 2. In sehr vielen Fällen ist springen der eigenthümliche Ausdruck einer sehr schnellen Bewegung mit Überschreitung oder doch unmerklicher Berührung der Zwischenräume, wo allem Ansehen nach gleichfalls eine Onomatopöie zu Grunde liegt. (1) Von flüssigen Körpern sagt man, daß sie springen, wenn sie durch einen Druck gezwungen werden, schnell und in einem langen Strahle aus einer Öffnung hervor zu brechen, besonders wenn es aufwärts geschiehet. Es erfordert hier gleichfalls das Hülfswort seyn. Das Wasser springt aus der Röhre, springt zehn Schuh hoch. Einen Springbrunnen springen lassen. Das Blut sprang aus den Adern. Wenn die Zeitdauer dabey bestimmt wird, so erfordert es das Hülfswort haben. Die Fontäne hat den ganzen Tag gesprungen. In weiterer Bedeutung wird es oft für quellen von dem Wasser gebraucht, reichlich aus der Oberfläche der Erde hervor brechen, daher eine sichtbare Quelle über der Erde auch im gemeinen Leben ein Spring genannt wird. Das Wasser springt aus einem Felsen. Besonders in der Zusammensetzung entspringen, welches nach einer noch weitern Figur auch entstehen überhaupt bedeutet, welche Bedeutung auch in Ursprung statt findet. Schon im Isidor ist arspringan, entstehen. (2) Von harten und elastischen leblosen Körpern, sich schnell und mit Überschreitung oder doch unmerklicher Berührung der Zwischenräume in die Ferne bewegen, besonders wenn es in einer krummen Linie geschiehet, gleichfalls mit dem Hülfsworte seyn. Die Erbsen springen aus den Schoten. Es sprang ein Stück von dem Steine in das Fenster. Vor großer Hitze ist die Farbe von dem Holze gesprungen. So auch abspringen, ausspringen u. s. f. Eine Mine springen lassen, sie anzünden. Einen Ducaten, zehn Thaler springen lassen, figürlich sie ausgeben. (3) Von lebendigen Geschöpfen, den Ort schnell, mit Erhebung des Körpers und Überschreitung der Zwischenräume verändern. Es bekommt hier das Hülfswort seyn, so oft der Ort entweder ausdrücklich gemeldet oder doch darunter verstanden wird; außerdem aber das Hülfswort haben. Er ist vor Freuden in die Höhe gesprungen. Über den Graben, über einen Stein, zum Fenster hinunter, in das Wasser, an das Land, von dem Wagen, aus der Kutsche, aus dem Bette, auf den Tisch springen. Der Hund springt über den Stock. Heuschrecken und Flöhe springen. Gesprungen kommen, S. Kommen. Wenn aber nicht die geringste Beziehung auf den Ort, welchen[] man durch Springen überschreitet, dabei ist, so stehet haben. Wir haben den ganzen Tag gesprungen und getanzet. Hingegen sagt man: das Kind ist den ganzen Tag herum gesprungen, weil hier die Bestimmung des Ortes in dem Nebenworte herum lieget. Daß es, wenn es zu einem Reciproco wird, haben bekommen müsse, verstehet sich ohnehin. Wir haben uns müde gesprungen. Figürliche Arten des Ausdruckes sind: Vor Freuden, vor Zorn, vor Ärgerniß aus der Haut springen wollen, einen sehr hohen Grad unruhiger Leidenschaften zu bezeichnen. Jemanden über die Zunge springen lassen, ihn verläumden, ihm vorsetzlich Böses nachreden, um ihm zu schaden. Jemanden über die Klinge springen lassen, ihn niederhauen. Hingegen bedeutet dieses Wort figürlich. (a) Sich schnell aus einem verwahrten Orte entfernen, in einigen Fällen. Aus dem Kloster, aus dem Gefängnisse springen; in welcher Bedeutung doch das zusammen gesetzte entspringen üblicher ist. (b) Von dem männlichen Geschlechte größerer Thiere für befruchten, begatten, weil dasselbe mit einem Sprunge verbunden ist, wo es zugleich das Hülfswort haben bekommt. Den Hengst springen lassen. Der Ochse hat gesprungen. S. auch Bespringen. So auch das Springen, Siehe auch Sprung. Anm. Schon im Isidor kommt springan für quellen und bey dem Willeram für exultare vor. Im Angelsächsischen lautet es gleichfalls springan, im Niederdeutschen springen, im Englischen to spring, im Schwed. springa, im Span. brincar. Die Stammsylbe ist rin, und sowohl die Vorlaute s und p als auch der Endlaut g dienen zur nähern Bezeichnung des eigenthümlichen Lautes. Das Griech. βρυειν, quellen, ist freylich damit verwandt, druckt aber mehr den rauschenden als klingenden und springenden Laut des hervor quellenden Wassers aus. Sprießen ist von springen nur im Endlaute verschieden. Das Activum oder vielmehr Factitivum von unserm Neutro ist Sprengen, S. dasselbe.
5419 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    springenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    springen stn. das springen. dâ was phîfen unde springen En. 345,33. swer lobt des snecken springen, der quam nie dâ der …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    springenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    springen , N. nhd. Springen, Scheuen Hw.: vgl. mhd. springen (2) E.: s. springen (1) W.: s. nhd. Springen, N., Springen,…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Springen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Springen , verb. irreg. neutr. ich springe, du springst u. s. f. Imperf. ich sprang, (gemeinen Leben sprung); Conj. sprä…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    springen

    Goethe-Wörterbuch

    springen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Springen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Springen , eigentümliche Art der Fortbewegung des Körpers, bei welcher der Körper vermittelst der Wadenmuskulatur energi…

  6. modern
    Dialekt
    springen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    springe n [prìə u. preə fast allg.; præə M. ; Part. kprùə O. U., kprù W. ] 1. springen, laufen (Part. mit sin)…

  7. Sprichwörter
    Springen

    Wander (Sprichwörter)

    Springen 1. Besser gesprungen, als Bettellieder gesungen. Port. : Mais val salto de mata, que rogos de homens bons. ( Bo…

  8. Spezial
    springen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sprin|gen (sprang, gesprungen) vb.intr. 1 (in die Höhe oder nach vorne schnellen) salté (-ta), trá n salt 2 (einen Satz …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit springen

103 Bildungen · 5 Erstglied · 91 Zweitglied · 7 Ableitungen

springen‑ als Erstglied (5 von 5)

springende

KöblerMhd

spring·ende

springende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. „springend“ Q.: EckhI (vor 1326) (FB springende) E.: s. springen (1) W.: nhd. springend, Adj., springen…

springen als Zweitglied (30 von 91)

abe springen

MWB

abe springen stV. ‘herunterspringen’ von den rossen sprungens abe HvNstAp 17497. – ‘weg-, zur Seite springen’ da syn meister das sah, er won…

abespringen

KöblerMhd

abe·springen

abespringen , st. V. nhd. abspringen, wegspringen, absitzen Hw.: vgl. mnl. afspringen, mnd. afspringen Q.: HvNst (FB abe springen), Lanc (12…

abspringen

DWB

abspringen , desilire, nnl. afspringen, niederspringen: er springt ab ( vom rosse ); sprang ab vom stuhle, vom wagen, von der bühne; der kno…

afspringen

MNWB

afspringen , stv. , abspringen, desilire. Intr. ab-, zerspringen, sünte Petrusdach alsõ ēme de bande afsprungen Petri Kettenfeier, 1. August…

ane springen

MWB

ane springen stV. ‘jmdn. (mit einem Sprung) anfallen, angreifen’ alsô Joseph zuo in chom vil skiere si in ane sprungen. / [...] si tâten ime…

anspringen

DWB

anspringen , assilire, ahd. ana springan, an einen, an etwas springen: ein wolf, ein hund sprang an; das hündlein springt wedelnd an meine b…

aufspringen

DWB

auf·springen

aufspringen , exsilire, in die höhe springen, aufhüpfen, nnl. opspringen. 1 1) sprang auf, konte gehen und stehen. apost. gesch. 3, 8 ; und …

ausspringen

DWB

aus·springen

ausspringen , exsilire, nnl. uitspringen, 1 1) heraus, er hieb ins pflaster, dasz die funken aussprangen; ein einspringender und ausspringen…

b(e)springen

Idiotikon

b(e)springen Band 10, Spalte 901 b(e)springen 10,901

beispringen

DWB

bei·springen

beispringen , accurrere, succurrere, hinzulaufen, beistehen: doch Reuszen springt uns bei. Gryphius 1, 116 ; dasz wir solches von unsern elt…

bespringen

DWB

bespringen , assilire, aufspringen, nnl. bespringen. 1 1) der hengst bespringt die stute, init equam, der ochs die kuh, der hirsch die hinde…

Beyspringen

Adelung

bey·springen

Beyspringen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Springen ,) mit dem Hülfsworte seyn, eigentlich bey oder an etwas springen, doch nur in figürl…

bīspringen

KöblerMnd

bīspringen , st. V. nhd. „beispringen“, helfen E.: s. bī, springen W.: s. nhd. beispringen, st. V., „beispringen“, DW 1, 1396? L.: MndHwb 1,…

durchspringen

DWB

durch·springen

durchspringen , 1 1. untrennbar, persultare. die schaef durchspringen die wiesen. und dein gekraustes haar ( des baums blätter soll stets du…

e(n)tspringen

Idiotikon

e(n)tspringen Band 10, Spalte 897 e(n)tspringen 10,897

einspringen

DWB

ein·springen

einspringen , insilire, nnl. inspringen, 1 1) der hengst springt ein, bespringt die stute. nd. inspringen, anfangen zu galoppieren. Stürenbu…

enborspringen

KöblerMhd

enbor·springen

enborspringen , st. V. nhd. emporspringen, in die Höhe springen Q.: Neidh (1. Hälfte 13. Jh.) E.: s. enbore, springen (1) W.: nhd. emporspri…

enspringen

KöblerMhd

enspringen , st. V. Vw.: s. entspringen

entspringen

DWB

ent·springen

entspringen , surgere, ahd. intspringan, mhd. entspringen, nnl. ontspringen. 1 1) von blumen und kräutern, entsprieszen, hervorwachsen: mhd.…

erspringen

DWB

erspringen , prosilire, exsilire, aufspringen, ahd. irspringan, mhd. erspringen, ags. âspringan. 1 1) germinare, sprieszen: mhd. ich sach bl…

Fürspringen

Idiotikon

Fürspringen Band 10, Spalte 900 Fürspringen 10,900

g(e)springen

Idiotikon

g(e)springen Band 10, Spalte 901 g(e)springen 10,901

gespringen

Lexer

ge-springen stv. I, 3. BMZ Trist. U. dar gespr. Virg. 886,7. mit ûf, ûʒ, zuo.

herausspringen

RDWB1

heraus·springen

herausspringen übertr. выгорать / выгореть перен. , разг. , навар перен. , разг. , перепадать / перепасть, поживиться (чем-л.) (а не "выпрыг…

Herumspringen

Campe

herum·springen

Herumspringen , v . unregelm. ( s. Springen ). I) intrs . mit sein . 1) Um einen Ort, eine Sache, dem ganzen Umfange nach, sich in Sprüngen …

hervürespringen

KöblerMhd

her·vürespringen

hervürespringen , st. V. nhd. herausspringen, hervorspringen Hw.: vgl. mnd. hērvȫrespringen Q.: Tauler (vor 1350) (FB hervür springen) E.: s…

herūzspringen

KöblerMhd

her·ūzspringen

herūzspringen , st. V. nhd. herausspringen Q.: Tauler (vor 1350) (FB herūz springen) E.: s. herūz, springen W.: nhd. herausspringen, V., her…

Ableitungen von springen (7 von 7)

bespringen

DWB

bespringen , assilire, aufspringen, nnl. bespringen. 1 1) der hengst bespringt die stute, init equam, der ochs die kuh, der hirsch die hinde…

entspringen

DWB

entspringen , surgere, ahd. intspringan, mhd. entspringen, nnl. ontspringen. 1 1) von blumen und kräutern, entsprieszen, hervorwachsen: mhd.…

erspringen

DWB

erspringen , prosilire, exsilire, aufspringen, ahd. irspringan, mhd. erspringen, ags. âspringan. 1 1) germinare, sprieszen: mhd. ich sach bl…

gespringen

Lexer

ge-springen stv. I, 3. BMZ Trist. U. dar gespr. Virg. 886,7. mit ûf, ûʒ, zuo.

urspringen

DWB

urspringen , v. , entspringen; mhd. urspringen; mnl. orspringen; erspringen ( s. d. 1 u. 4): ur- C 1, vgl. ursprungen; denn er kan nicht spe…

verspringen

DWB

verspringen , verb. , mhd. verspringen mhd. wb. 2, 2, 543 a ; Lexer hdwb. 3, 247 ; Stieler 2105 ; Kramer ital. dict. 2, 894 a ; Adelung; Cam…

zerspringen

DWB

zerspringen , verb. , ahd. zispringan dissilire, mhd. zerspringen, mnd. to-, mnld. tespringen; in stücke, entzweispringen, 1) hohle gegenstä…