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Stiften

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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29 in 21 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stiften

Bd. 4, Sp. 375
Stiften, verb. regul. act. welches in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. 1. Mit dem herrschenden Begriff der Spitze. (1) * Stechen, oder mit einem spitzigen Werkzeuge stoßen, berühren, in welchem Verstande es doch im Hochdeutschen veraltet ist. Verwandt sind damit das Oberdeutsche stupfen, das Nieders. stippen, und Stip, ein Punct. und unser tupfen, tüpfeln und Tüpfel, Im Oberdeutschen ist stiften und stifteln, mit Puncten versehen. Gestifteltes Leder, Chagrin. Ein silbernes Gefäß stifteln oder stiften, welches unsere Goldarbeiter punzelliren nennen. (2) Figürlich, zu etwas reizen, eine nur noch in dem zusammengesetzten anstiften übliche Bedeutung, S. dasselbe. (3) Von dem Hauptworte der Stift, ist stiften mit einem oder mehrern Stiften versehen. Eine Nestel, oder ein Schnürband stiften, einen Stift daran machen. 2. Mit dem Begriff der Ausdehnung in die Höhe, ingleichen der Festigkeit, der Dauer. (1) * Bauen, eine längst veraltete Bedeutung, in welcher dieses Wort ehedem nicht nur stiften, sondern mit der nicht ungewöhnlichen Verwechselung der Hauch- und Blaselaute, in manchen Mundarten auch stichten lautete. (2) Figürlich[] der Grund von dem Daseyn eines Dinges auf alle künftige Zeiten seyn. (a) Im weitesten Verstande, wo es nur noch in einigen Fällen üblich ist. An welchem Orte ich meines Nahmens Gedächtniß stiften werde, 2 Mos. 20, 24. Sich ein ewiges Andenken, ein gutes, ein schlechtes Andenken stiften. Das erste Testament ward nicht ohne Blut gestiftet, Ebr. 9, 18. Einen Feyertag, ein Fest stiften, es auf alle künftige Zeiten anordnen und einrichten. Ein Reich stiften, es gründen, sich die Unterthanen dazu erwerben und sammeln. Ein Volk, ein Geschlecht stiften. Einen Gottesdienst, einen Orden, eine Stadt stiften. Aber ein Gesetz stiften, u. s. f. sind nicht mehr üblich. (b) In engerer Bedeutung ist stiften, eine Anstalt nicht nur anordnen und einrichten, sondern auch zu derselben Fortdauer die nöthigen Kosten auf eine dauerhafte und bleibende Art bestimmen und anweisen. Ein Kloster, einen Altar, eine Canonicat-Kirche, ein Bißthum, ein Armenhaus, ein Lazareth, eine Universität, eine Academie, eine Schule, eine öffentliche Feyerlichkeit stiften. Wo es denn auch wohl von dem dazu bestimmten und ausgesetzten Vermögen gebraucht wird. Sein Vermögen zu einem Kloster stiften, ein Capital zu einer Spende, zu einem Allmosen stiften, bestimmen, aussetzen und auf alle folgende Zeiten niederlegen. Aber von Personen, wie in der Deutschen Bibel, Priester, Wahrsager, Sänger stiften, ist veraltet. 3. Im weitesten Verstande ist es oft bloß den Grund eines Dinges enthalten, demselben den Ursprung, das Daseyn geben, so daß der Begriff der Dauer und Festigekit großen Theils verschwindet, oft aber der Begriff der angewandten Bemühung dafür eintritt. Frieden zwischen zwey streitenden Partheyen stiften. Freundschaft mit jemanden stiften. Ein Bündniß stiften. Eine Heirath zwischen zwey Personen stiften. Aufruhr, Hader, Zank, Unheil, viel Böses, nichts Gutes, viel Gutes stiften. Die irrigen Geister stiften viel Böses, Sir. 34, 11. Ein großes Unglück stiften. Keinen Nutzen mit etwas, vielen Nutzen stiften. Aber Lügen stiften, Sir. 7, 13, Irrthümer stiften, Kap. 23, 3 ist ungewöhnlich. Daher die Stiftung, nicht allein von der Handlung des Stiftens in der zweyten und dritten Hauptbedeutung, sondern auch als ein Concretum von einer jeden gestifteten Sache, Anstalt oder Gebäude. So sind gestiftete Feyertage, Armenhäuser, Klöster u. s. f. Stiftungen. Es wird hier auch in weiterer Bedeutung von einer jeden auf alle folgende Zeiten verordneten Anstalt und den dazu ausgesetzten Einkünften gebraucht, wo das Wort Stift nicht gewöhnlich ist. Anm. In dem alten Gedichte auf den heil. Anno ist stiphten, bauen, verfertigen, Griech. τευχειν, im Isidor stiftan, gründen, im Schwed. stifta, stiften, im Angels. stigtan. So wie in der ersten Hauptbedeutung die Spitze der herrschende Begriff ist, so ist es in den zwey folgenden der verwandte Begriff der Ausdehnung in die Höhe und der Festigkeit, so daß dieses Wort als ein Verwandter von Stab, steif, stopfen u. s. f. angesehen werden muß. Die Endsylbe -ten deutet auf ein Intensivum, daher das eigentliche aber längst veraltete Stammwort stifen, steifen, geheißen haben muß. Unter den veralteten Bedeutungen verdienet besonders Eine angemerket zu werden, da es in den Monseeischen Glossen auch für ernähren, und in dem alten Augsburgischen Stadtrechte für lohnen, den Lohn geben, ingleichen auch für vermiethen verpachten, gegen Zins, Miethe oder Pacht austhun bedeutet, welches mit in die zweyte heutige Hauptbedeutung einschlägt. S. auch das Stift 1.
4641 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    stiftensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    stiften , sw. V. (1a) nhd. gründen, stiften (V.) (1), begründen, errichten, befördern, hervorbringen, stellen, zufügen, …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stiftenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    stiften stn. das bestiften, belehnen. als stiftens und stœrens reht ist Stb. 119. Ukn. 382 ( 1356 ) ;

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stiftensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    stiften , sw. V. Vw.: s. stichten L.: MndHwb 3, 482 (stiften), Lü 380a (stiften)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stiften

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Stiften , verb. regul. act. welches in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. 1. Mit dem herrschenden Begriff der Sp…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stiften

    Goethe-Wörterbuch

    stiften [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. modern
    Dialekt
    stiften

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    stifte n [tìftə Bf. ; teftə Su. M. Dü. Bisch. K. Z. ] 1. eine Geldsumme u. dgl. zu einem bestimmten wohltätigen oder r…

  7. Sprichwörter
    Stiften

    Wander (Sprichwörter)

    Stiften Er hat viel gestiftet, aber wenig in die Kirche. – Mayer, I, 75.

  8. Spezial
    stiften

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    stif|ten vb.tr. 1 (gründen) fondé (-dëia) 2 (spenden) doné (donëia) , scinché (-ca) 3 ‹fig› (schaffen) provoché (-chëia)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stiften

44 Bildungen · 22 Erstglied · 17 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von stiften 2 Komponenten

stif+ten

stiften setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stiften‑ als Erstglied (22 von 22)

stiften* 2

KöblerAnfrk

stiften* 2 , sw. V. (1) nhd. „stiften“ (V.) (1), gründen, bauen ne. build (V.) ÜG.: lat. aedificare MNPs, MNPsA Hw.: vgl. ahd. stiften* Q.: …

Stiftenkopf

SHW

Stiften-kopf Band 5, Spalte 1425-1426

Stiftendöscher

MeckWB

stiften·doescher

Stiftendöscher m. kleinere von Pferden angetriebene Dreschmaschine, deren Dreschtrommel mit Eisenstiften besetzt ist Wo. Sa. ; Syn. s. Dösch…

Stiftenfeile

RhWB

stiften·feile

Stiften-feile (s. S.) aus der Schusterspr. f.: Raspel, zum Abfeilen der vorstehenden Holzstifte.

Stiftenfil

MeckWB

stiften·fil

Stiftenfil f. Gerät des Schusters zum Abfeilen der Holzstifte: de Raspel un de Stiftenfil filen buten an den Stäwel rüm Ha Belsch .

stiftengehen

Pfeifer_etym

stiften·gehen

stiftengehen Vb. ‘sich heimlich entfernen, abhauen’ (um 1900), geläufig in der Soldatensprache. Herkunft unbekannt. Bisherige Erklärungsvers…

Stiftenkopf

PfWB

stiften·kopf

Stiften-kopf m. : 1. 'Frisur mit kurzgeschnittenen, nach oben stehenden Haaren, Bürstenschnitt', -kopp [mancherorts, Andre 122 Bernhard 155 …

Stiftenmesser

RhWB

stiften·messer

Stiften-messer -męs, –męts (s. S.) Kobl-Metternich , Berg, Ruhr, Rees-Elten , Mörs n.: Schustermesser, zum Abschneiden hervorstehender Holzs…

Stiftenschnitt

PfWB

stiften·schnitt

Stiften-schnitt m. : 'Reberziehungsart, Schnitt auf Stift 1 a', Winzerspr., -schnitt [ RO-Schiersf ].

Stiftenseule

RhWB

stiften·seule

Stiften-seule -zȳ:l Sieg f.: Pfriem, zum Vorstechen der Löcher für die Holzstifte.

Stiftenständer

RhWB

stiften·staender

Stiften-ständer Geilk-Bauchem m.: drehbarer St., in Fächer eingeteilt, für jede St.art ein besonderes Fach, in der Mitte des Tisches, so das…

stiften als Zweitglied (17 von 17)

ēstiften

KöblerMnd

*ēstiften , sw. V. nhd. Ehevertrag aufsetzen, verheiraten, Ehe schließen Hw.: s. ēstiftesbrēf, ēstiftære, ēstiftinge E.: s. ē (1), stiften

abestiften

KöblerMhd

abe·stiften

abestiften , sw. V. nhd. „abstiften“, entziehen Hw.: vgl. mnd. afstichten Q.: BairFeibr, WeistÖ (1381) E.: s. abe, stiften W.: nhd. abstifte…

abstiften

DWB

abstiften , auferre, detrahere, gegensatz von anstiften , stiften : sorgsam vermeid der welt gift, so glauben, ehr und trew abstift. Wickram…

anstiften

DWB

anstiften , instruere, machinari, subornare, anstellen, in gutem und schlimmem sinn: einen anstiften etwas zu thun, er war angestiftet von a…

aufstiften

DWB

auf·stiften

aufstiften , instigare, anstiften: was sie nicht mögen mit der that begehn, thun sie doch solches mit aufstiften und anreizen. Keisersberg b…

ausstiften

DRW

aus·stiften

ausstiften abstiften als offt ain erb abstirbt oder aussgestift wirt 1477 Indersdorf II 26 (nr. 1057) Faksimile

bestiften

DWB

bestiften , beneficiis donare: eine kirche bauen und bestiften; mhd. heiʒ dîne cappelâne gân daʒ heilictuom gewinnen, die soltu bestiften. k…

bistiften

AWB

bistiften s. bi- stiften sw. v.

būstiften

KöblerMhd

būstiften , st. V. nhd. „baustiften“, zum Bebauen verpachten Q.: Urk (1417) E.: s. bū, stiften W.: nhd. DW- L.: MWB (bûstiften), DRW

enstiften

MWB

enstiften swV. → entstiften MWB 1 1657,23;

entstiften

MWB

ent·stiften

entstiften swV. nur in der Wendung stiften unde ~ ‘frei über Grundbesitz verfügen’ (s.a. DRW 3,13): daz der maister von dem spital [...] gew…

gestiften

DWB

gestiften , verb. , verstärktes stiften ( s. d. ), mhd. gestiften. 1 1) ins werk setzen, richten: sigihaft gein allen den, die wider in ie g…

gistiften

KöblerAhd

gistiften , sw. V. (1a) nhd. gründen, stiften (V.) (1), festigen, befestigen, begründen, einsetzen, anordnen ne. found (V.), confirm ÜG.: la…

instiften

MNWB

* instiften , swv. , (Satzung) stiften, begründen .

umstiften

Idiotikon

umstiften Band 10, Spalte 1474 umstiften 10,1474

widerstiften

KöblerMhd

wider·stiften

widerstiften , sw. V. nhd. wiederherstellen Q.: EvA (vor 1350) (FB wider stiften) E.: s. wider, stiften W.: nhd. DW- L.: FB 467b (widerstift…

ūzstiften

KöblerMhd

ūzstiften , sw. V. nhd. auslegen E.: s. ūz, stiften (1) W.: nhd. DW- L.: Lexer 475b (ūzstiften)

Ableitungen von stiften (5 von 5)

bestiften

DWB

bestiften , beneficiis donare: eine kirche bauen und bestiften; mhd. heiʒ dîne cappelâne gân daʒ heilictuom gewinnen, die soltu bestiften. k…

entstiften

MWB

entstiften swV. nur in der Wendung stiften unde ~ ‘frei über Grundbesitz verfügen’ (s.a. DRW 3,13): daz der maister von dem spital [...] gew…

erstiften

MeckWB

erstiften anstiften; vom Gälknoeker heißt es: wat Gaud's hett hei ok erstift't Ro Behnk .

gestiften

DWB

gestiften , verb. , verstärktes stiften ( s. d. ), mhd. gestiften. 1 1) ins werk setzen, richten: sigihaft gein allen den, die wider in ie g…

verstiften

DWB

verstiften , verb. 1 1) zu stift ' runder, spitzer körper ': verstiften ' mit stiften versehen und befestigen ' Campe ; die enden der griffe…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stiften". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stiften/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „stiften". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stiften/adelung. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stiften". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stiften/adelung.
BibTeX
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