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Trumm

mhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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33

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Trumm

Bd. 4, Sp. 708
Das Trumm, des -es, plur. die Trümmer, Diminut. das Trümmchen, Oberd. Trümmlein, eigentlich ein kurzes dickes Stück eines Ganzen, und in weiterer Bedeutung ein jedes von einem Ganzen abgerissene, abgebrochene oder auf andere Art abgesonderte Stück, ein Stück. Ein Trumm oder Trümmchen von einem Lichte, ein Stumpf, Stümpfchen. Ein Trumm von einem Seile oder Stricke, von einem Faden, von einem Stücke Zeuges u. s. f. Ein Trumm abschneiden. Bey den Webern werden die übrig gebliebenen Fäden des Aufzuges von dem abgeschnittenen Gewirke in vielen Gegenden collective das Trumm genannt, Engl. Thrum, Nieders. Drum, Drähmt. In dieser ganzen Bedeutung ist es in den gemeinen Mundarten verschiedener Gegenden, besonders Ober-Deutschlandes, am gangbarsten, wo es denn zuweilen auch so, wie unser Stück, von einer bestimmten Länge gebraucht wird; vier Trümmer Spitzen, nicht abgerissene oder abgeschnittene Enden, sondern ganze Stücke von einer bestimmten Ellenzahl. An andern Orten bedeutet es auch das Ende, das Äußerste eines Körpers, und nach einer noch weitern Figur, das Ende einer Handlung, einer Zeitdauer. Bis an des Ertereiches Drum, in einem alten Deutschen Gedichte bey dem Eccard nach dem Frisch. Von Ort unz an das Drum, von Anfang bis zu Ende, ebendas. Alles sparren bis auf das letzte Trum, Narrenschiff, bis an das Ende des Lebens. Das Schlachten nahm ein Drum, ein Ende, Jeroschin. In dem Bergbaue ist dieses Wort besonders in einer doppelten Bedeutung üblich. 1) Eine Erz- oder Steinart, welche sich in die Länge in Gestalt eines Bandes durch das Gestein erstreckt, heißt daselbst ein Trumm, und wenn es sehr dünne ist, ein Trümmchen. Das Fahlerz setzt oft Trümmerweise durch den Schiefer. 2) Ein Trumm eines Ganges ist, wenn ein schmahler in einer andern Richtung kommender Gang sich mit einem Hauptgange vereiniget; gleichsam ein Arm oder Ast eines Hauptganges. S. auch Gegentrumm. Oft theilet sich ein Gang in drey, vier und mehr Trümmer welche sich oft wieder mit dem Gange vereinigen, oft aber auch nicht. In keinem von beyden Fällen werden sie Gänge, sondern Trümmer, genannt. Man siehet leicht, daß auch hier in beyden Bedeutungen der Begriff eines Endes, Überrestes, einer kurzen Ausdehnung in die Länge der herrschende ist. Im Hochdeutschen ist dieses Wort im Plural am üblichsten, und da sind die Trümmer Stücke von einem zerbrochenen oder zerschlagenen festen Körper, Bruchstücke, und in weiterer Bedeutung auch wohl alle Überreste eines zerstörten festen Körpers. Die Trümmer von einem Glase, zerbrochenen irdenen Gefäße, von einem[] Gebäude, (die Ruinen). Die Trümmer eines gescheiterten Schiffes. Ja, sollte schon die Welt zu tausend Trümmern gehn, Opitz. Daß noch der Staat nicht ganz zu Drümmern geht, Can. Wo die Figur untadelhaft ist. Wenn es aber Hos. 10, 14 heißt: zur Zeit des Streits, da die Mutter über den Kindern zu Trümmern ging; so ist sie zu hart und ungewöhnlich. Verschiedene Schriftsteller, denen der wahre Nominativ dieses Wortes nicht bekannt war, glaubten, er heiße der Trümmer, und machten daher den Plural auch Trümmern. Beydes ist unrichtig und wider allen Sprachgebrauch. Kann ich sie nicht auf diesem Trümmer retten, So sterb ich wenigstens mit ihr, Zachar. Von welchem Nominativ man sonst wohl nicht leicht ein Beyspiel wird anführen können. Anm. Im Nieders. Droom, Drum, wo Drümmel auch ein Prügel, Knüttel, Oberd. Drämel, Trämel ist. Schon im Griech. ist θρυμμά, ein Stück. Im Schwed. ist Tråm, Trum, ein Strunk, Isländ. Trumba, und im Angels. Trume, der Stamm. Der stumpfe dumpfige Laut dieses Wortes druckt den Begriff der Kürze und Dicke sehr bestimmt aus, entweder, so fern ein so beschaffenes Stück in der Handhabung oft diesen Laut von sich gibt, oder auch, so fern das Zerschlagen oder Zerbrechen mancher festen Körper mit diesem Laute verbunden ist. Trumm ist eigentlich ein Intensivum von dem noch Niederd. Droom, Drum, wo der einfache Lippenlaut und das lange u oder nicht so stumpfe o den Begriff einer größern Ausdehnung in die Länge gewähret; wohin denn auch das Oberd. Tram, ein Balken, gehöret, S. dasselbe, ingleichen Trumpfen und Strumpf.
4107 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trumm

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    trumm- s. trumbe-, trume-.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trumm

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Trumm , des -es, plur. die Trümmer, Diminut. das Trümmchen, Oberd. Trümmlein, eigentlich ein kurzes dickes Stück ein…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trumm

    Goethe-Wörterbuch

    Trumm [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Trumm

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Trumm Band 4, Spalte 4,702-707

  5. Sprichwörter
    Trumm

    Wander (Sprichwörter)

    Trumm 1. Das Trumm nicht finden können. – Schöpf, 761. Vom Abspinnen des Fadens. Beim Denken oder Reden aus dem Concept …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trumm

140 Bildungen · 116 Erstglied · 20 Zweitglied · 4 Ableitungen

trumm‑ als Erstglied (30 von 116)

trumm(e)leⁿ

Idiotikon

trumm(e)leⁿ Band 14, Spalte 1027 trumm(e)leⁿ 14,1027

Trummel I

SHW

Trumm-el I Band 1, Spalte 1783-1784

Trummofen

SHW

Trumm-ofen Band 1, Spalte 1783-1784

Trummscheit

SHW

Trumm-scheit Band 1, Spalte 1783-1784

Trummsäge

SHW

Trumm-säge Band 1, Spalte 1783-1784

Trummbumm

ElsWB

trumm·bumm

Trummbumm [Trùmpùm Strüth Co. ] f. Posaune. — frz. trombone.

Trumme(n)chnebel

Idiotikon

Trumme(n)chnebel Band 3, Spalte 716 Trumme(n)chnebel 3,716

Trumme(n)chübel

Idiotikon

Trumme(n)chübel Band 3, Spalte 112 Trumme(n)chübel 3,112 M.

Trumme(n)g(e)schrei

Idiotikon

Trumme(n)g(e)schrei Band 9, Spalte 1456 Trumme(n)g(e)schrei 9,1456

Trumme(n)jǟggeli

Idiotikon

Trumme(n)jǟggeli Band 3, Spalte 25 Trumme(n)jǟggeli 3,25

Trumme(n)schall

Idiotikon

Trumme(n)schall Band 8, Spalte 535 Trumme(n)schall 8,535

Trumme(n)schlag

Idiotikon

Trumme(n)schlag Band 9, Spalte 250 Trumme(n)schlag 9,250

Trumme(n)schlaher

Idiotikon

Trumme(n)schlaher Band 9, Spalte 496 Trumme(n)schlaher 9,496

Trumme(n)schlaherin

Idiotikon

Trumme(n)schlaherin Band 9, Spalte 498 Trumme(n)schlaherin 9,498

Trumme(n)schlegel

Idiotikon

Trumme(n)schlegel Band 9, Spalte 267 Trumme(n)schlegel 9,267

Trumme1

MeckWB

Trumme 1 f. s. Trump .

Trumme2

MeckWB

Trumme 2 f. a. Spr. Trommel: tympanum 'eine Trumme, Bunge' Chytr. 292; Zs. Käteltrumme. Br. Wb. 5, 118 ; Dä. 496 a ; Me. 5, 168.

trummel

DWB

trum·mel

trummel , trümmel, trimmel , m.; mit turmel ( s. unten ) zusammenzustellende deverbative bildung aus trümmeln ( sp. 1349), vgl. auch trumsel…

Trummel II

SHW

Trummel II Band 1, Spalte 1783-1784

Trummelbutsch

RhWB

trummel·butsch

Trummel-butsch -umələbutš  Rees-Wesel ; -puts Flüren (abseits vom Zeitw.) Sg. t. m.: in der Wend.: Tr. schlohn Purzelbaum schlagen.

Trummelbutse

WWB

Trummel-butse Purzelbaum. Trummelebutz maken (Frbg.) ( Det El).

trummelbutsen

WWB

trummel-butsen V. Purzelbaum schlagen (Frbg.) ( Det Lo).

trummeldikke

WWB

trummel-dikke Adv. rundum vollgegessen und sattgetrunken ( KkWb ).

trumm als Zweitglied (20 von 20)

G(e)trumm

Idiotikon

G(e)trumm Band 14, Spalte 1018 G(e)trumm 14,1018

Gêgentrumm

Adelung

gegen·trumm

Das Gêgentrumm , des -es, plur. die -e, im Bergbaue, dasjenige Trumm, oder Stück eines Ganges, welches einem andern Stücke desselben gegen ü…

Stammtrumm

Wander

stamm·trumm

Stammtrumm Er isch vom Stammtrumm abg'sogt. ( Solothurn. ) – Schild, 93, 404. Er ist vom dicksten Theile des Baumstamms, d.h. sehr grob.

Untrumm

BWB

Untrumm Band 4, Spalte 4,709

Ableitungen von trumm (4 von 4)

Getrumme

PfWB

Ge-trumme n. : = Getrommel , vgl. trommen . RA.: E groß Getrumm un e klääⁿ Gemaschier 'Viel Lärm um nichts' [Wasgau-Bote Nr. 11/1934]. Rhein…

trumme

DWB

tromme , trumme , f. , tympanum. schallnachahmende bezeichnung für ein schlaginstrument, wohl deverbativ zu trommen ( s. dort ); in den ausz…

Untrumm

BWB

Untrumm Band 4, Spalte 4,709

Vertrummen

Campe

✱ Vertrummen , v. trs . zu einem Trumm machen, abhauen, behauen; auch wol vertrumpfen . »Das opfer ist unwerth dem ver= drumit wirt der ster…