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Trommel

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Adelung
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Trommel

Bd. 4, Sp. 690
Die Trommel, plur. die -n, ein Werkzeug, auf welchem derjenige dumpfige und zitternde Laut hervor gebracht werden kann, welchen die Interjection trom ausdruckt, deren es dann verschiedene giebt. Die Maultrommel, ein kleines eisernes Werkzeug, deren elastische Zunge diesen Laut hervor bringet, S. dieses Wort. Die Pauke wird in manchen Gegenden noch die Kesseltrommel genannt, weil sie einem Kessel gleicht. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist es ein kriegerisches Werkzeug, welches aus einem hohlen Cylinder bestehet, dessen offene Enden mit einem scharf gespannten Pergament überzogen werden, worauf man mit Klöppeln schlägt, da es denn einen sehr starken und zugleich dumpfigen und zitternden Ton von sich gibt. Die Trommel schlagen oder rühren. Der Trommel oder dem Kalbsfelle folgen müssen, ein Soldat werden müssen. Daß, weil er nicht gehorchen wollte, Johann der Trommel folgen sollte, Gell. Sprichw. er bleibt bey seinen Worten, wie der Hase bey der Trommel, von einem Menschen, welcher bey der geringsten Veranlassung von seinen Worten und Versicherungen abweicht. In der Anatomie ist die Trommel eine Höhle des Ohres, welche mit einem dünnen trocknen Häutchen überzogen ist, und vermittelst des dazu gehörigen Hammers die Empfindung des Gehöres verursacht. In weiterer und theils figürlicher Bedeutung, werden verschiedene hohle cylinderförmige Behältnisse Trommeln genannt, zumahl, wenn sie in der Handthierung einen ähnlichen Laut von sich geben. In Niedersachsen heißt eine jede große blecherne Büchse eine Trommel. Eben daselbst führet diesen Nahmen auch diejenige blecherne Röhre, welche das Wasser von Dächern ableitet. In den Küchen ist die Trommel ein blechernes Gehäuse um den Braten, die Hitze[] zusammen zu halten. Ein blecherner hohler Cylinder, den Kaffeh darin zu brennen, wird eben daselbst die Kaffehtrommel, bey einigen die Kaffehpauke genannt. Bey den Uhrmachern ist die Trommel ein kleiner horizontaler Cylinder, über welchen die Gewichtschnur auf und nieder gehet. Bey den Siebmachern ist es der hölzerne Cylinder, welcher das Sieb einschließt und auch der Lauf genannt wird. Nach einer noch weitern Figur, führt bey den Jägern sowohl der Garnsack, worin die Stahre des Nachts mit einem Lichte auf den Teichen gefangen werden, als auch derjenige leinene Sack mit einem Reifen auf dem Boden, worin die gefangenen Hühner nach Hause getragen werden, den Nahmen der Trommel. Anm. In den gemeinen Mundarten Trummel. Die Endsylbe ist kein Zeichen einer Verkleinerung, wie viele glauben, sondern die Ableitungssylbe, welche ein Werkzeug, ein Subject bezeichnet. Die Trommel bedeutet ein Ding, welches den Laut trom oder trum hervor bringt. Andere Mundarten und Sprachen haben andere Endlaute, oder lassen sie gar weg, wie das Oberdeutsche Tromme, Trumme, das Nieders. Trumme, das Schwed. Trumma, welches Trommel und Trompete bedeutet, das Englische Drumm. Die Trommel ist das älteste musikalische Werkzeug, besonders für den Krieg, welches die Spanier bey der Entdeckung von Amerika so gar bey den dasigen Wilden antrafen; es ist aber auch von jeher von verschiedener Gestalt und Einrichtung gewesen, und da alsdann auch der Laut, welchen es hervor bringt, seine Abänderungen leidet, so hat es auch noch verschiedene andere Nahmen bekommen, welche doch alle den starken, dumpfigen und zitternden Laut ausdrucken. Dahin gehöret das alte Oberdeutsche Tamber. Mich froewet niht der Tamber noch diu Gige, Schenk Ulrich von Winterstetten. Wovon das Franz. Tambour, und das Italien. Tamburro abstammen. Das Griech. und Latein. Tympanum kommt damit genau überein. S. Tambur. Bey dem Horneck heißt die Trommel Sumpper, und noch in Einigen Oberdeutschen Gegenden Sumber; im Nieders. aber Bunge. Da die Trompete einen ähnlichen Laut von sich gibt, so hat sie auch einen ähnlichen Nahmen bekommen. Figürlich hat hernach dieses Wort dazu dienen müssen, in vielen Fällen den Begriff des hohlen Raumes, der Kürze und Dicke u. s. f. auszudrucken, weil solche Körper in der Behandlung einen ähnlichen dumpfigen Laut von sich geben. S. Trumm. In Ansehung des zitternden Lautes gehöret auch tremere mit zur Verwandtschaft, wo aber das helle e das Dumpfige ausschließt.
4180 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trommel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Trommel , plur. die -n, ein Werkzeug, auf welchem derjenige dumpfige und zitternde Laut hervor gebracht werden kann,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trommel

    Goethe-Wörterbuch

    Trommel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trommel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Trommel , ital. tamburo , ein bei der Militärmusik gebräuchliches Schlaginstrument, bestehend aus einem hohlen Cylinder …

  4. modern
    Dialekt
    Trommel

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Trommel Band 4, Spalte 4,584f.

  5. Sprichwörter
    Trommel

    Wander (Sprichwörter)

    Trommel 1. Die Trommel gellt, weil sie leer ist. – Eiselein, 604; Simrock, 10524. 2. Die Trommel klingt am schönsten aus…

  6. Spezial
    Trommel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trom|mel f. (-,-n) tambüre (-ri) m. ▬ kleine Trommel pice tambüre m. ; tamberle (-li) m. ; die Trommel schlagen soné le …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trommel

122 Bildungen · 99 Erstglied · 22 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von trommel 2 Komponenten

trom+mel

trommel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trommel‑ als Erstglied (30 von 99)

Trommelfell

SHW

Trommel-fell Band 1, Spalte 1753-1754

trommelartig

DWB

trommel·artig

trommelartig , adj. 1) dem geräusch des trommelns ähnlich: es ( das schwarzspechtmännchen ) bringt das trommelartige getöse auf eine wunderb…

Trommelbaß

Campe

trommel·bass

Х Der Trommelbaß , — sses, Mz . u. ein einförmiger, eintöniger Baß, besonders im Klavierspiel, z. B. wenn nur die Achten abwechselnd angesch…

trommelbasz

DWB

trommelbasz , m. , dem trommelton ähnelnde baszmelodie, entweder ganz eintönig oder auch zwischen prim und quinte hin und her springend: aus…

Trommelbauch

Campe

trommel·bauch

Х Der Trommelbauch , — es, Mz. — bäuche . 1) Ein aufgetriebener, wie eine Trommel ausgespannter Bauch. 2) Eine Person mit solchem Bauche. M.…

trommelbaum

DWB

trommel·baum

trommelbaum , m. , ausgehöhlter baumstamm, der den primitiven völkern als trommel dient: dem im dritten Bakaerédorf liegenden trommelbaum ha…

trommelbecken

DWB

trommel·becken

trommelbecken , n. , lärminstrument ( z. b. des imkers ) von beckenähnlicher form: unwissend, was die vergitterte mummer- oder zeittlerkapp …

trommelbegleitung

DWB

trommel·begleitung

trommelbegleitung , f. : einer ( der wilden ) singt unter trommelbegleitung eine strophe und der chor fällt am schlusse ein Ratzel völkerkde…

trommelbein

DWB

trommel·bein

trommelbein , n. , zu trommel 2 a; der knochen im gehörgang des ohres: hundeschädel, an welchen die trommelbeine ... ein feines gehör anzuze…

Trómmelbléch

Adelung

trommel·blech

Das Trómmelbléch , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine eigene Art messingenen Bleches, woraus die jetzt üblichen Soldate…

trommelbock

DWB

trommel·bock

trommelbock , m. 1) zu trommel 2 d, gestell, in das man kabeltrommeln legt: die trommeln ( mit telefondraht ) werden ... auf einen ... tromm…

trommelboden

DWB

trommel·boden

trommelboden , m. 1) trommelboden fondo di tamburro Kramer dict. 2 (1702) 148 b ; diaphragma, das zwergfell, ist ein fleischmäuszlein ... wi…

trommelchor

DWB

trommel·chor

trommelchor , m. , übereinandergeschichtete trommeln, vgl. Th. Fontane gedichte 7 282.

trommelei

DWB

tromme·lei

trommelei , f. , die tätigkeit, der vorgang des trommelns, übertragen vom trommelfeuer gesagt: früher war die trommelei von einer fast blöde…

trommelfasz

DWB

trommelfasz , n. , dasselbe wie trommelsarg, das gehäuse der trommel; bildlich: er hat einen bauch wie ein trommelfasz Kramer dict. 2 (1702)…

Trommelfeder

Campe

trommel·feder

Die Trommelfeder , Mz. — n , die Feder in der Trommel einer Uhr; zum Unterschiede von der Feder, welche die Unruh treibt.

trommelfell

DWB

trommel·fell

trommelfell , trummelfell , n. ( in älterer sprache daneben auch trummenfell zu tromme, trumme 1: etliche trummenfell, welche die münch zum …

trommelfellig

DWB

trommel·fellig

trommelfellig , adj. , wie ein trommelfell aussehend: Maria von Weber war ein melodiensammler, sonst dürr wie sein trommelfelliges gesicht C…

trommelfeuer

DWB

trommel·feuer

trommelfeuer , n. , anhaltendes schnelles artilleriefeuer zur vorbereitung eines angriffs, wegen der ähnlichkeit mit dem geräusch des tromme…

trommelfisch

DWB

trommel·fisch

trommelfisch , m. : trommelfische pogonias Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 248 ; Brehm tierleben (1890) 8, 72 . —

trommelförmig

DWB

trommel·foermig

trommelförmig , adj. , die form einer trommel habend; zu trommel 2 c: trommelförmige handmühle Muspratt chemie (1889) 2, 358 ; zu trommel 2 …

trommelgarn

DWB

trommel·garn

trommelgarn , n. , zu trommel 2 b, trommelförmiges fischnetz: trommelgarn mit zwei eingängen Lueger technik (1894) 1, 11 . —

trommelgeräusch

DWB

trommel·geraeusch

trommelgeräusch , n. : durch diesen wohltätigen betrug blieb er standhaft, bis zu dem augenblicke, wo Santerre ihn durch trommelgeräusch am …

trommelgerassel

DWB

trommel·gerassel

trommelgerassel , n. : wart also dar fort ... zwischen die spiesze gestoszen mit grausamen trommelgerassel Schottel horrendum bellum gramm. …

trommel als Zweitglied (22 von 22)

Buschtrommel

RDWB1

Buschtrommel f слухи, испорченный телефон идиом. etwas durch die ~ erfahren idiom. - сорока на хвосте принесла идиом.

Feldtrommel

Wander

feld·trommel

Feldtrommel Wo die Feldtrommel spricht, muss die Maultrommel schweigen. Wo Thaten reden, reichen Worte nicht zu.

getrommel

DWB

get·rommel

getrommel , n. , verbalsubstantiv zu trommeln ( s. d. ), junge bildung: krieg! krieg! wiszt ihr auch, was ihr ruft? dasz es euch leicht vom …

heertrommel

DWB

heer·trommel

heertrommel , f. die jüngere form zu heertrumme, s. den zweitfolgenden artikel. in alten orgeln führte ein paukenzug den namen heertrommel. …

Lärmtrommel

Idiotikon

Lärmtrommel Band 14, Spalte 1027 Lärmtrommel 14,1027

Markttrommel

Wander

markt·trommel

Markttrommel Sie ist eine wahre Markttrommel. ( Oberösterreich. ) Sie ist sehr geschwätzig, trägt alles herum und macht es bekannt, wie dies…

maultrommel

DWB

maul·trommel

maultrommel , f. crembalum, brummeisen, eisernes tongerät mit einer elastischen zunge, das zwischen den zähnen gehalten und gespielt wird, s…

stadttrommel

DWB

stadt·trommel

stadttrommel , f. , übertragen als schelte für eine klatschsüchtige weibsperson: stdtrumm'l Hügel 154 b . vgl. auch unten stadttrompete.

trockentrommel

DWB

trocken·trommel

-trommel , f. , ' bei den perukenmachern ein fäszchen ohne boden mit einem deckel ..., die kräuselhölzer darauf zu trocknen ' Schrader dt.-f…

wassertrommel

DWB

wasser·trommel

wassertrommel , f. vorrichtung, den gruben frische luft zuzuführen, im wesentlichen eine tonne, in die wasser stürzt, welches luft mit sich …

windtrommel

DWB

wind·trommel

windtrommel , f. , zur lüftung in bergwerken, auch wetterrad, -trommel, fächer Jacobsson technol. wb. 4, 643 a ; Veith bergwb. 579 . —

Ableitungen von trommel (1 von 1)

getrommel

DWB

getrommel , n. , verbalsubstantiv zu trommeln ( s. d. ), junge bildung: krieg! krieg! wiszt ihr auch, was ihr ruft? dasz es euch leicht vom …