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Trommel

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Trommel Die

Bd. 4, Sp. 890b
Die Trommel, Mz. — n, ein Ding, Werkzeug, mit welchem man einen dumpfen zitternden Laut, welchen das Wort Trom oder Trum nachahmet, hervorbringet. So ist die Maultrommel ein kleines Werkzeug dieser Art. S. d. I manchen Gegenden nennt man die Pauke Kesseltrommel, wegen ihrer kesselförmigen Gestalt. I engerer Bedeutung ist die Trommel, ein hohler walzenförmiger Körper von Holz oder Messingblech, an beiden offenen Enden mit einem zu Pergament zubereiteten Kalbfelle bespannt, auf welches man mit hölzernen Klöppeln schlägt und dadurch einen widerlichstarken, einförmigen, dumpfen und zitternden Ton hervorbringt. Man bedient sich desselben besonders im Kriege, allerlei Zeichen damit zu geben. Die Trommel schlagen oder rühren. Der Trommel oder dem Kalbfelle (womit sie bespannt ist) folgen müssen, ein Soldat werden müssen. Daß, weil er nicht gehorchen wollte, Johann der Trommel folgen sollte. Gellert. Sprichw. Х Er bleibt bei seinen Worten, wie der Hase bei der Trommel, von einem Menschen, welcher nie bei seinen Worten und Versicherungen bleibt. Auch nennt man ein flaches Werkzeug dieser Art, welches nur an der einen Seite mit einem Felle bezogen ist, und welches mit der Hand geschlagen wird, Trommel. Dergleichen ist die mit Schellen behängte Trommel beim Türkischen Tonspiele, die Schellentrommel. I der Zerglk. nennt man eine Höhlung im Ohre, welche mit einem dünnen Häutchen überzogen ist und vermittelst des dazu gehörigen Hammers die Empfindung des Hörens möglich macht, die Trommel. I weiterer und zum Theil uneigentlicher Bedeutung, werden verschiedene walzenförmige Behältnisse Trommeln genannt, von der Ähnlichkeit in der Gestalt mit der Trommel in engerer Bedeutung, oder auch weil bei dem Gebrauch derselben ein ähnliches Geräusch hörbar ist. So nennt man im N. D. jede große blecherne Büchse eine Trommel, wie auch, eine blecherne Röhre, welche das Wasser vom Dache leitet. I den Küchen ist die Trommel ein blechernes Gehäuse um den Braten, die Hitze zusammenzuhalten, häufiger aber ein blechernes walzen förmiges Gefäß an einem langen Stiele den Kaffee darin zu bren nen oder zu rösten; bestimmter die Kaffeetrommel, bei Einigen die Kaffeepauke, und in manchen Gegenden mit einem allgemeinern Namen, der Koffeebrenner. Bei den Uhrmachern ist die Trommel an den Wanduhren eine kleine Walze, über welcher die Gewichtschnur auf= und abgehet, in den Taschenuhren aber die hohle flache Walze, in welcher die Uhrfeder befindlich ist, welche die Uhr treibet. I den Zeugwebereien ist die Trommel eine starke Walze an einer eisernen Achse, vermittelst welcher die Zwirnmühle statt einer Welle in Bewegung gesetzt wird; in den Seidenwebereien, ein walzenförmiges Werkzeug, womit eine seidene Kette auf den Kettenbaum aufgebäumt wird. I den Wachslichtziehereien ist sie ebenfalls ein walzenförmiges Werkzeug, worauf die Fäden der Dochte zum Wachsstock vereiniget aufgewickelt werden. Bei den Sattlern wird der lederne Fußsack der Kutschen zuweilen Trommel genannt. Bei den Siebmachern ist die Trommel die hölzerne Walze, über welche der Siebboden gespannt ist; der Lauf. Auch nennt man wol Trommel, oder kann man nennen, einen runden Rahmen, in welchen ein Zeug, Tuch  gespannt wird, darein zu sticken (Tambour). An der Trommel sticken. I noch weiterer Bedeutung belegen die Jäger mit dem Namen Trommel sowol den Garnsack, worin die Stare Nachts bei Licht gefangen werden, als auch einen leinenen Sack mit einem Reife auf dem Boden, worin die gefangenen Hühner nach Hause getragen werden, und dasjenige Garn, in welchem eingefangene Hühner den Winter über gefüttert werden. Die Trommel des Gangspilles, ein breites walzenförmiges Holz oben auf der Welle des doppelten Spilles, welches die Gestalt eines Mühlsteines hat; der Kopf oder Köppel des Gangspilles. I der gemeinen Sprechart mancher Gegenden lautet dieses Wort Trummel, in andern Gegenden läßt man auch wol das l weg und sagt Tromme, Trumme; in einigen O. D. Gegenden heißt die Trommel auch Sumber, bei Horneck Sumpper, im N. D. Bunge.
4027 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trommel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Trommel , plur. die -n, ein Werkzeug, auf welchem derjenige dumpfige und zitternde Laut hervor gebracht werden kann,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trommel

    Goethe-Wörterbuch

    Trommel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trommel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Trommel , ital. tamburo , ein bei der Militärmusik gebräuchliches Schlaginstrument, bestehend aus einem hohlen Cylinder …

  4. modern
    Dialekt
    Trommel

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Trommel Band 4, Spalte 4,584f.

  5. Sprichwörter
    Trommel

    Wander (Sprichwörter)

    Trommel 1. Die Trommel gellt, weil sie leer ist. – Eiselein, 604; Simrock, 10524. 2. Die Trommel klingt am schönsten aus…

  6. Spezial
    Trommel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trom|mel f. (-,-n) tambüre (-ri) m. ▬ kleine Trommel pice tambüre m. ; tamberle (-li) m. ; die Trommel schlagen soné le …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trommel

122 Bildungen · 99 Erstglied · 22 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von trommel 2 Komponenten

trom+mel

trommel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trommel‑ als Erstglied (30 von 99)

Trommelfell

SHW

Trommel-fell Band 1, Spalte 1753-1754

trommelartig

DWB

trommel·artig

trommelartig , adj. 1) dem geräusch des trommelns ähnlich: es ( das schwarzspechtmännchen ) bringt das trommelartige getöse auf eine wunderb…

Trommelbaß

Campe

trommel·bass

Х Der Trommelbaß , — sses, Mz . u. ein einförmiger, eintöniger Baß, besonders im Klavierspiel, z. B. wenn nur die Achten abwechselnd angesch…

trommelbasz

DWB

trommelbasz , m. , dem trommelton ähnelnde baszmelodie, entweder ganz eintönig oder auch zwischen prim und quinte hin und her springend: aus…

Trommelbauch

Campe

trommel·bauch

Х Der Trommelbauch , — es, Mz. — bäuche . 1) Ein aufgetriebener, wie eine Trommel ausgespannter Bauch. 2) Eine Person mit solchem Bauche. M.…

trommelbaum

DWB

trommel·baum

trommelbaum , m. , ausgehöhlter baumstamm, der den primitiven völkern als trommel dient: dem im dritten Bakaerédorf liegenden trommelbaum ha…

trommelbecken

DWB

trommel·becken

trommelbecken , n. , lärminstrument ( z. b. des imkers ) von beckenähnlicher form: unwissend, was die vergitterte mummer- oder zeittlerkapp …

trommelbegleitung

DWB

trommel·begleitung

trommelbegleitung , f. : einer ( der wilden ) singt unter trommelbegleitung eine strophe und der chor fällt am schlusse ein Ratzel völkerkde…

trommelbein

DWB

trommel·bein

trommelbein , n. , zu trommel 2 a; der knochen im gehörgang des ohres: hundeschädel, an welchen die trommelbeine ... ein feines gehör anzuze…

Trómmelbléch

Adelung

trommel·blech

Das Trómmelbléch , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine eigene Art messingenen Bleches, woraus die jetzt üblichen Soldate…

trommelbock

DWB

trommel·bock

trommelbock , m. 1) zu trommel 2 d, gestell, in das man kabeltrommeln legt: die trommeln ( mit telefondraht ) werden ... auf einen ... tromm…

trommelboden

DWB

trommel·boden

trommelboden , m. 1) trommelboden fondo di tamburro Kramer dict. 2 (1702) 148 b ; diaphragma, das zwergfell, ist ein fleischmäuszlein ... wi…

trommelchor

DWB

trommel·chor

trommelchor , m. , übereinandergeschichtete trommeln, vgl. Th. Fontane gedichte 7 282.

trommelei

DWB

tromme·lei

trommelei , f. , die tätigkeit, der vorgang des trommelns, übertragen vom trommelfeuer gesagt: früher war die trommelei von einer fast blöde…

trommelfasz

DWB

trommelfasz , n. , dasselbe wie trommelsarg, das gehäuse der trommel; bildlich: er hat einen bauch wie ein trommelfasz Kramer dict. 2 (1702)…

Trommelfeder

Campe

trommel·feder

Die Trommelfeder , Mz. — n , die Feder in der Trommel einer Uhr; zum Unterschiede von der Feder, welche die Unruh treibt.

trommelfell

DWB

trommel·fell

trommelfell , trummelfell , n. ( in älterer sprache daneben auch trummenfell zu tromme, trumme 1: etliche trummenfell, welche die münch zum …

trommelfellig

DWB

trommel·fellig

trommelfellig , adj. , wie ein trommelfell aussehend: Maria von Weber war ein melodiensammler, sonst dürr wie sein trommelfelliges gesicht C…

trommelfeuer

DWB

trommel·feuer

trommelfeuer , n. , anhaltendes schnelles artilleriefeuer zur vorbereitung eines angriffs, wegen der ähnlichkeit mit dem geräusch des tromme…

trommelfisch

DWB

trommel·fisch

trommelfisch , m. : trommelfische pogonias Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 248 ; Brehm tierleben (1890) 8, 72 . —

trommelförmig

DWB

trommel·foermig

trommelförmig , adj. , die form einer trommel habend; zu trommel 2 c: trommelförmige handmühle Muspratt chemie (1889) 2, 358 ; zu trommel 2 …

trommelgarn

DWB

trommel·garn

trommelgarn , n. , zu trommel 2 b, trommelförmiges fischnetz: trommelgarn mit zwei eingängen Lueger technik (1894) 1, 11 . —

trommelgeräusch

DWB

trommel·geraeusch

trommelgeräusch , n. : durch diesen wohltätigen betrug blieb er standhaft, bis zu dem augenblicke, wo Santerre ihn durch trommelgeräusch am …

trommelgerassel

DWB

trommel·gerassel

trommelgerassel , n. : wart also dar fort ... zwischen die spiesze gestoszen mit grausamen trommelgerassel Schottel horrendum bellum gramm. …

trommel als Zweitglied (22 von 22)

Buschtrommel

RDWB1

Buschtrommel f слухи, испорченный телефон идиом. etwas durch die ~ erfahren idiom. - сорока на хвосте принесла идиом.

Feldtrommel

Wander

feld·trommel

Feldtrommel Wo die Feldtrommel spricht, muss die Maultrommel schweigen. Wo Thaten reden, reichen Worte nicht zu.

getrommel

DWB

get·rommel

getrommel , n. , verbalsubstantiv zu trommeln ( s. d. ), junge bildung: krieg! krieg! wiszt ihr auch, was ihr ruft? dasz es euch leicht vom …

heertrommel

DWB

heer·trommel

heertrommel , f. die jüngere form zu heertrumme, s. den zweitfolgenden artikel. in alten orgeln führte ein paukenzug den namen heertrommel. …

Lärmtrommel

Idiotikon

Lärmtrommel Band 14, Spalte 1027 Lärmtrommel 14,1027

Markttrommel

Wander

markt·trommel

Markttrommel Sie ist eine wahre Markttrommel. ( Oberösterreich. ) Sie ist sehr geschwätzig, trägt alles herum und macht es bekannt, wie dies…

maultrommel

DWB

maul·trommel

maultrommel , f. crembalum, brummeisen, eisernes tongerät mit einer elastischen zunge, das zwischen den zähnen gehalten und gespielt wird, s…

stadttrommel

DWB

stadt·trommel

stadttrommel , f. , übertragen als schelte für eine klatschsüchtige weibsperson: stdtrumm'l Hügel 154 b . vgl. auch unten stadttrompete.

trockentrommel

DWB

trocken·trommel

-trommel , f. , ' bei den perukenmachern ein fäszchen ohne boden mit einem deckel ..., die kräuselhölzer darauf zu trocknen ' Schrader dt.-f…

wassertrommel

DWB

wasser·trommel

wassertrommel , f. vorrichtung, den gruben frische luft zuzuführen, im wesentlichen eine tonne, in die wasser stürzt, welches luft mit sich …

windtrommel

DWB

wind·trommel

windtrommel , f. , zur lüftung in bergwerken, auch wetterrad, -trommel, fächer Jacobsson technol. wb. 4, 643 a ; Veith bergwb. 579 . —

Ableitungen von trommel (1 von 1)

getrommel

DWB

getrommel , n. , verbalsubstantiv zu trommeln ( s. d. ), junge bildung: krieg! krieg! wiszt ihr auch, was ihr ruft? dasz es euch leicht vom …