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Trumm

mhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
11 in 10 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Trumm Das, (der)

Bd. 4, Sp. 901a
Das (der) Trumm, — es, Mz. Trümmer, bei Andern auch die Trümmer, Mz. — n; Vw. das Trümmchen, O. D. Trümmlein, bei Andern das Trümmerchen, überhaupt ein kurzes dickes Stück eines Ganzen, und in weiterer Bedeutung, ein jeder vom Ganzen abgerissener, getrennter oder auch übrig gebliebener Theil, ein Stück, im N. D. Droom, Drum, in der Schweiz, Trümmi, Trümmeli. Ein Trumm oder Trümmchen, von einem Lichte, ein Stumpf, Stümpfchen. Ein Trumm von einem Seile, Stricke, Faden, Zeuge ; bei Fulda angeblich in Sachsen, die Trieme, Triemer. Einen Trumm abreißen, abschneiden. Bei den Webern heißen die übrig gebliebenen Enden des Aufzuges von dem abgeschnittenen Gewebe in vielen Gegenden sammelwörtlich das Trumm; im N. D. Droom, Drum, Dröhmt. I O. D. ist es in dieser allgemeinen Bedeutung am üblichsten, wo man auch ganze Stücke, d. h. eine gewisse Menge, Zahl unter Trümmern verstehet. So sind zwei Trümmer (Trum) Spitzen, zwei Stücke Spitzen von bestimmter Länge oder Ellenzahl. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung gebrauchte man es ehemahls auch für Ende. »Bis an des Ertereiches Drum,« bei Eccard nach Frisch. »Von Ort unz an das Drum.« Ders. »Alles sparren bis auf das letzte Trum,« bis an das Ende des Lebens. Seb. Brand. »Das Schlachten nahm ein Drum.« Jeroschin. I engerer Bedeutung gebraucht man es im Bergbaue, wo man eine Erz oder Steinart, welche sich in die Länge wie ein Band, in das Gestein erstreckt, ein Trumm, und wenn es sehr dünn ist, ein Trümmchen nennt, und wo es ein Trumm eines Ganges genannt wird, wenn ein schmaler, in einer andern Richtung kommender Gang sich mit einem Hauptgange vereiniget, der also gleichsam ein Arm des Hauptganges ist. Oft theilet sich ein Gang in drei, vier und mehr Trümmer. Mit der Mehrzahl Trümmer benennt man am häufigsten die Stücke von einem zerbrochenen, zerschlagenen, zerstörten Ganzen. Die Trümmer eines Glases, Ge= fäßes. Die Trümmer eines gescheiterten Schiffes. Die Trümmer eines alten Schlosses (Rudera, Ruinen). Und sollen wieder eure Tempel und Trophäen Berühmte Trümmer sein. Ramler. — — — — von dem Haupt Des Gebirgs, das erzitterte, stürzte mit Donner ein Trumm. Baggesen. So auch uneigentlich. Zu Trümmern gehn, zu Grunde. Ja, sollte schon die Welt zu tausend Trümmern gehn, Opiz. Daß noch der Staat nicht ganz zu Drümmern geht. Canitz. Aber von Menschen gesagt, ist diese Redensart ungewöhnlich und ungut. »Zur Zeit des Streits, da die Mutter über den Kindern zu Trümmern ging.« Hos. 10, 14. Mit Recht tadelte und verwarf es Ad. daß Manche dieses Wort in der Einzahl der Trümmer, Mz. Trümmern formten. Kann ich sie nicht auf diesem Trümmer retten, So sterb' ich wenigstens mit ihr. Zachariä. Ob es aber eben so tadelhaft und verwerflich sei die Trümmer, Mz. Trümmern zu sagen, wie mehrere gute Schriftsteller gethan haben, mögen Andere entscheiden. »Aber Alles ist Trümmer; und Trümmern überhaupt — geben eben keine schöne Unterhaltung,« Seume (R.). »Auf einer Trümmer.« Kretschmar (R.). Schon ist die mächtige Stadt Eine mächtige Trümmer. Kosegarten (R.). »Sie stehen in sich gekehrt an der heiligen Trümmer « Voß. Ferne nicht lag von dem Grabe — — Eine große Trümmer — — Klopstock. Sah sie (die Stadt) endlich, wie Trümmern — Ferne liegen — — — Ders. Voß gebraucht auch anstatt das Trumm, der Trumm. Es stürzt' in die Fluten der Felstrumm.
3339 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trumm

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    trumm- s. trumbe-, trume-.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trumm

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Trumm , des -es, plur. die Trümmer, Diminut. das Trümmchen, Oberd. Trümmlein, eigentlich ein kurzes dickes Stück ein…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trumm

    Goethe-Wörterbuch

    Trumm [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Trumm

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Trumm Band 4, Spalte 4,702-707

  5. Sprichwörter
    Trumm

    Wander (Sprichwörter)

    Trumm 1. Das Trumm nicht finden können. – Schöpf, 761. Vom Abspinnen des Fadens. Beim Denken oder Reden aus dem Concept …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trumm

140 Bildungen · 116 Erstglied · 20 Zweitglied · 4 Ableitungen

trumm‑ als Erstglied (30 von 116)

trumm(e)leⁿ

Idiotikon

trumm(e)leⁿ Band 14, Spalte 1027 trumm(e)leⁿ 14,1027

Trummel I

SHW

Trumm-el I Band 1, Spalte 1783-1784

Trummofen

SHW

Trumm-ofen Band 1, Spalte 1783-1784

Trummscheit

SHW

Trumm-scheit Band 1, Spalte 1783-1784

Trummsäge

SHW

Trumm-säge Band 1, Spalte 1783-1784

Trummbumm

ElsWB

trumm·bumm

Trummbumm [Trùmpùm Strüth Co. ] f. Posaune. — frz. trombone.

Trumme(n)chnebel

Idiotikon

Trumme(n)chnebel Band 3, Spalte 716 Trumme(n)chnebel 3,716

Trumme(n)chübel

Idiotikon

Trumme(n)chübel Band 3, Spalte 112 Trumme(n)chübel 3,112 M.

Trumme(n)g(e)schrei

Idiotikon

Trumme(n)g(e)schrei Band 9, Spalte 1456 Trumme(n)g(e)schrei 9,1456

Trumme(n)jǟggeli

Idiotikon

Trumme(n)jǟggeli Band 3, Spalte 25 Trumme(n)jǟggeli 3,25

Trumme(n)schall

Idiotikon

Trumme(n)schall Band 8, Spalte 535 Trumme(n)schall 8,535

Trumme(n)schlag

Idiotikon

Trumme(n)schlag Band 9, Spalte 250 Trumme(n)schlag 9,250

Trumme(n)schlaher

Idiotikon

Trumme(n)schlaher Band 9, Spalte 496 Trumme(n)schlaher 9,496

Trumme(n)schlaherin

Idiotikon

Trumme(n)schlaherin Band 9, Spalte 498 Trumme(n)schlaherin 9,498

Trumme(n)schlegel

Idiotikon

Trumme(n)schlegel Band 9, Spalte 267 Trumme(n)schlegel 9,267

Trumme1

MeckWB

Trumme 1 f. s. Trump .

Trumme2

MeckWB

Trumme 2 f. a. Spr. Trommel: tympanum 'eine Trumme, Bunge' Chytr. 292; Zs. Käteltrumme. Br. Wb. 5, 118 ; Dä. 496 a ; Me. 5, 168.

trummel

DWB

trum·mel

trummel , trümmel, trimmel , m.; mit turmel ( s. unten ) zusammenzustellende deverbative bildung aus trümmeln ( sp. 1349), vgl. auch trumsel…

Trummel II

SHW

Trummel II Band 1, Spalte 1783-1784

Trummelbutsch

RhWB

trummel·butsch

Trummel-butsch -umələbutš  Rees-Wesel ; -puts Flüren (abseits vom Zeitw.) Sg. t. m.: in der Wend.: Tr. schlohn Purzelbaum schlagen.

Trummelbutse

WWB

Trummel-butse Purzelbaum. Trummelebutz maken (Frbg.) ( Det El).

trummelbutsen

WWB

trummel-butsen V. Purzelbaum schlagen (Frbg.) ( Det Lo).

trummeldikke

WWB

trummel-dikke Adv. rundum vollgegessen und sattgetrunken ( KkWb ).

trumm als Zweitglied (20 von 20)

G(e)trumm

Idiotikon

G(e)trumm Band 14, Spalte 1018 G(e)trumm 14,1018

Gêgentrumm

Adelung

gegen·trumm

Das Gêgentrumm , des -es, plur. die -e, im Bergbaue, dasjenige Trumm, oder Stück eines Ganges, welches einem andern Stücke desselben gegen ü…

Stammtrumm

Wander

stamm·trumm

Stammtrumm Er isch vom Stammtrumm abg'sogt. ( Solothurn. ) – Schild, 93, 404. Er ist vom dicksten Theile des Baumstamms, d.h. sehr grob.

Untrumm

BWB

Untrumm Band 4, Spalte 4,709

Ableitungen von trumm (4 von 4)

Getrumme

PfWB

Ge-trumme n. : = Getrommel , vgl. trommen . RA.: E groß Getrumm un e klääⁿ Gemaschier 'Viel Lärm um nichts' [Wasgau-Bote Nr. 11/1934]. Rhein…

trumme

DWB

tromme , trumme , f. , tympanum. schallnachahmende bezeichnung für ein schlaginstrument, wohl deverbativ zu trommen ( s. dort ); in den ausz…

Untrumm

BWB

Untrumm Band 4, Spalte 4,709

Vertrummen

Campe

✱ Vertrummen , v. trs . zu einem Trumm machen, abhauen, behauen; auch wol vertrumpfen . »Das opfer ist unwerth dem ver= drumit wirt der ster…