-strom,
m. : ferner musz die herdfläche ... wagrecht liegen, damit der trübestrom in gleich starker schicht über den herd flieszt (
erzbereitung)
ebda 5, 147;
trübhappe, f.: diese manipulation (
erzaufbereitung) wird durch rührgumpen, trübhappe ... bewerkstelligt Scheuchenstuel
österr. berg- u. hüttenspr. 14;
in der koksbereitung: um aus der trübe ... die kohlentheilchen auszuscheiden ..., wird die trübe noch durch ... spitzkästen geführt Karmarsch-Heeren
3 5, 73;
früh in der fachsprache der medizin vom harn (
s.trübe I A 2 c): kanstu ausz der leichte oder schwere desz urins die art der kranckheit, also an der trüebe und leüttere wie folget, urtheilen L. Thurneisser
v. probierung d. harnen (1576) 85;
entsprechend trübe I A 2 d
vom bodensatz des weines: man merckt an dieser trübe fein, das bei in bald ausz ist der wein G. Nigrinus
vexamen (1582) c 2
a; wer nicht warten kan, bis der most vergohren, der mag den wein mit der trübe trinken Grimmelshausen
Simplicissimus (1684) 3, 800;
als aktionsbegriff '
gärung der weinmaische': so hebt sich die trueb (
var. drüeb) an (16.
jh.)
österr. weist. 7, 291. 22)
im anschlusz an trübe,
adj., I B
von atmosphärischen erscheinungen, in z. t. schillernder bedeutung, vgl. caligo tunckle, trübe Frischlin
nomencl. (1591) 17; '
dunst': der morgensterne möhte sîn nicht schœner, swenner ûf gât und in des luftes trüebe lât Hartmann v. Aue
Iwein 628; sie (
die sonne) hofft ich nach der trübe (
nebel) doppelt schön Göthe 1, 4
W., vgl. auch 3, 40; aus des regens düstrer trübe glänzt das bild, das immer neue (
der regenbogen) 4, 136
W. '
nebelschleier': alles in nähe und ferne war in eine grosze trübe gekleidet Fontane
ges. w. I 4, 202; nur die höchsten berge ... standen in der sonne, während unten alles versunken war in die feuchte trübe Rosegger
schr. (1895) II 9, 291; '
trübe witterung',
mundartlich: des ist heute eine trübe Fischer
schwäb. 2, 409. 33) '
glanzlosigkeit',
so z. b. von metallen (
vgl.trübe,
adj., I D
kopf), '
unreinheit, unklarheit'
von farben (
vgl.trübe I D 1)
u. ähnl.: ir wizzet ovh umbe daz golt: der trube ez niht verdolt, ez ist schone und lieht Wernher
Maria hs. d 4213
Wesle; dann die trube und unreinigkeit macht viel hinderung daran (
am silber) und betruglichkeit Paracelsus
opera (1616) 1, 940
a;
von einem gemälde '
matte, stumpfe farbwirkung': dadurch (
durch den ziegelrötlichen ton als grundfarbe) erhält das bild eine allseitige röthliche fahle trübe, die nicht durch das weisz eines schimmels, das blau eines mantels, das roth eines sattels gebrochen werden konnte Stifter
s. w. 14, 225
S. 44)
vom licht, beleuchteten körpern, räumen u. s. w. entsprechend trübe,
adj., I D 2
und 3 '
geringe leuchtkraft, schwache beleuchtung, dunkelheit'
; mhd. besonders von der finsternis der nacht: ein vackelnlicht sô schône quam daz die trube gar benam
Marienlegenden 87, 98
Pf.; in dûhte ein wunderlîch geschiht, wâ von diu vinster trüebe sich ie des nahtes hüebe Rudolf v. Ems
Barlaam 26, 17
Pf.; im bilde: von ihm (
gott) konnte auch nichts böses kommen: sein licht war ohne trübe, ohne wechsel Herder 7, 547
S., vgl. auch 9, 435; aller glanz darin vereinigt, auch die schatten fehlen nicht; doch die äuszern trüben reinigt ein im innern wirksam licht Rückert
ged. (1837) 1, 480.
bei Göthe
als optischer terminus im sinne des adj. I D 4
und IV B
für die eigenschaft des trüben mittels,
die zwischenstufe von hell und dunkel: die reine durchscheinende trübe leitet sich aus dem durchsichtigen her ..., die vollendete trübe ist das weisze, die gleichgültigste, hellste, erste, undurchsichtige raumerfüllung II 1, 61
f. W.; nimmt die trübe eines solchen mittels (
luft, äther) zu, ... so sehen wir das licht nach und nach eine gelbrote farbe annehmen 1, 62; blau ist gedrängter, dichter, macht die buchstaben (
der unterliegenden druckschrift) trüber, oder vielmehr seine trübe verwandelt die schwärze der buchstaben in ein schönes blau 2, 103; diesen röthlichen schein (
das königsblau) möchte ich nun für das violette halten, welches sich in der feinsten trübe auf dem entschiedensten dunklen zeigt IV 26, 155: (
kannst) nicht erlustigen dich im schatten, wo mit urgebotner liebe licht und finsternisz sich gatten, zu verherrlichen die trübe I 5, 1, 178. 55)
im sinne '
betrübnis, unruhe, düstere stimmung' (
vgl.trübe II A-D);
von menschen, seltener von verhältnissen: (
der vater gewann) dekein truobe umbe daz daz des sunes armuot so groz was
anegenge 10, 48
in: Hahn
ged. d. 12. u. 13. jhs.; hie verkêrte sich dem wîbe ir herzen trüebe Hartmann v. Aue
Erec 5615; sint gewan sie mit deme helede manige werltwunne, unde ouch trûbe dar under
Rother 1924
v. bahder; 'woher kommt dir die trübe?' begann sie Ahlwardt
Ossian 2, 310; auch des einsamen trübe durchstrahlt dein holdes gedächtnis, warm wie die morgensonn über dem duftigen see J. H. Voss
s. ged. (1802) 3, 154; einen sanften silberblick habe ich in der trübe doch, ich lese täglich einige blätter aus Göthes italienischer reise Stifter
briefw. 3, 261; '
pessimistische art': wollte ich mir dann zu meinem troste sagen, ich sei eben nur ein armer dorfschulmeister, die trübe dieser meinung entspringe aus meiner gedrückten lage Immermann
w. 1, 79
Boxb.; '
schwermut',
im bilde: für mich ist die liebe zu frauen immer ein anbeten gewesen, eine flamme meiner trübe entlodert H. Hesse
Peter Camenzind 39; '
unerfreulicher zustand': derweil verrauschet der orkan, es weicht der blutgen zeiten trübe (
krieg gegen Napoleon) Uhland
ged. 1, 58
Schm.-H. 66) '
unklarheit des denkens und empfindens' (
s.trübe III A 2): viel gewaltiges (
bei Göthe), aber nichts gewaltsames, bei aller mannigfaltigkeit nirgends unordnung, bei aller tiefe keine trübe D. Fr. Strausz
schr. 6, 206;
ähnlich: der süden hat festigkeit, klarheit, bestimmtheit und ein aug und gemüth für gestalt und maasz; ... der norden hat unbestand, trübe, unbestimmtheit, maaszlosigkeit und gestaltlosigkeit E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. l. Deutschen (1845) 1, 413.