schunke,
schunken,
m.,
nebenform zu schinken,
s. das. (
sp. 203
ff.)
und Grimm
gramm. 1
3, 407. 2, 60. Noreen
urg. lautl. 100.
auch die dritte ablautstufe erscheint in ags. sceanca, sceonca,
engl. shank,
dän. skank.
die u-
stufe herrscht im fries.: altfries. skunka, schonk.
Weigand 2, 650
hält schunke
für unhochd., d. h. für entlehnt aus dem nd., doch führt er selbst 2, 577
straszburgisch krummschunke,
krummschenkliger, an. sp. 203
ist schunke(n)
als oberd. bezeichnet, thatsächlich begegnet es auch in mitteldeutschen mundarten, dagegen nicht im eigentlichen nd. (
s. u.),
vgl. auch holl. schonk,
knochen. man wird also annehmen, dasz es eine altererbte gemeindeutsche nebenform mit echtem ablaut ist. auffällig ist zwar, dasz es in den ältern sprachperioden (
ahd., mhd., mnd.)
gar nicht auftritt, doch ist auch schinken
nicht gerade häufig belegt. ältere wörterbücher führen schunke(n)
mehrfach auf: petaso schunck Golii
onomast. (1582)
bei Dief.
gloss. 431
c; schinck oder schunck,
m. un jambon Hulsius 281
b; bachfleisch, bachspeck, schunck,
caro porcina, caro suilla, lardum, succidia, perna Henisch 166, 15; der schunck
bei Schönsleder (1618) Bb 7
c,
s. Weigand
a. a. o.; schinck, schincke
e schuncke Kramer
diction. 2, 531
a; schinken, der,
quod etiam schunke
nonnullis in locis vocatur, coxa porcina Stieler 1787;
vgl.: econtra vocant grossos, crudos, laxos et sordidos calceos, schonken,
sive schunken,
quod etiam metonymic. ponitur pro pedibus coenosis, squalidis, vastis, et enormibus 1937 (
ist wol dasselbe wort und hat nichts mit schuh zu thun); schinke,
m., oder bey einigen schunke,
petaso, perna Frisch 2, 184
b. —
belege aus der litteratur sind schon sp. 203
gegeben; hier einige weitere: und auff ein sechspfündigen schuncken viermäszig getruncken. Fischart
groszm. 66 (
kloster 8, 597); sey polnisch mit imber, nicht sächsisch mit kalten schuncken. 98 (624); gute munition von schuncken, spintspeck, füllspeck,
quia caseus und schuncken, die machen optime trinck ausz.
Garg. 53
a; schöne wampen unnd schuncken. 160
a; auch weil er von natur gar flegmatisch war, fieng er gemeinlich sein essen an mit etlich dotzentz schuncken. 163
a; da sie (
die köchin) einsmahl einen guten schweinernen schuncken beym feur kochte, seynd wir beede ihrer unvermerckter hingangen, den schuncken ausz dem hafen herauszgezogen. Abr. a S. Clara
Judas (1686) 1, 321; speck, schuncken. Hohberg 1, 194
a; zum fleisch, speck, schuncken und andern gereucherten fleisch und fischen. 197
a; schuncken auf solche weise eingesaltzen, bleiben 3 jahr lang gut. 213
b; so lasset uns auch liebe freind ... den tisch bedecken zu der stund mit flaschen, schuncken, käsz und fladen. Weckherlin
ged. 530.
unklar ist folgende stelle: ein schuncken synonimon: ist der säufer senff, der weinschwein locknusz, kübelnusz, ist ein schlauch ein trächter, durch den schlauch laszt man jhn inn keller, durch den trächter inns vasz, durch den schuncken in magen.
Garg. 101
a (
die kehle, als röhre gedacht?). — schunken
in neuern mundarten: schweiz. schungge, alte schungge
veraltetes buch, der arme schungge,
arme tropf, lieb schunggebai
als kosewort Seiler 265
a;
bair. schungge~, schu~hhe~ Schm. 2, 433;
nürnb. schunken Frommann 1, 131, 2;
ebenso österr., idiot. Austriac. 111. Hügel 145
a. Schöpf 651. Lexer 218;
in Ungarn Schröer 205
a;
Würzburg schunka, 'n alter schunka (
buch) Sartorius 114;
in Nassau vereinzelt, s. Kehrein
nachtr. 50;
nordthür. schunken
alter schuh Schultze 44
a (
mansfeld. schunk,
das schinden, abarbeiten Jecht 100
b,
steht dagegen für schund);
nd. nur auf altfries. boden von (
langen)
beinen, he het grote schunken.
brem. wb. 4, 714. Stürenburg 238
b. ten Doornkaat Koolman 3, 161
b.
vgl. auch cimbr. schunkel,
fettes stück fleisch. cimbr. wb. 229
b.