spratzeln,
verb. 11)
mit knatterndem oder knisterndem geräusch umherspritzen, sprühen, meist von dingen im feuer. eine deminutivbildung zu spratzen,
vgl. das. Campe.
Weigand 2, 775.
seit etwa 1700
bezeugt: spratzelen, spratzen, [
da springen,
saltare]
crepare, crepolare, schiantare come fà il fuoco fatto di certe legna. Kramer
dict. 2, 878
a; spratzeln, das deminutivum,
crepitare, ut sal humidum in igne. Frisch 2, 306
b. Campe
bezeichnet spratzeln
und seine sippe als landschaftlich. es findet sich bairisch, s. Schm. 2, 707
f. schweiz. mit umlaut, sprätzeln (
nebenformen spreitzeln, sprotzeln). Stalder 2, 386. sprätzeln
und spretzeln (
s. das.)
auch bei Gotthelf, Bräker
hat spräzeln (
s. unten), Keller
dagegen das schriftsprachliche spratzeln.
eine andre nebenform sprasseln (
s. das.)
beruht vielleicht auf vermischung mit prasseln. —
belege. vom feuer: das feuer spratzelt,
il fuoco crepa, stride. Kramer
dict. 2, 878
a; wann das mit aschen überdeckte feuer spratzelt und kleine füncklein von sich wirfft (
so kommt regen). Hohberg 3, 1, 94
b. das holtz spratzelt im feuer,
quelle legna crepano, schiantano nel fuoco. Kramer
a. a. o. (
vgl. spratzelholz); es ... legte buchene scheiter ans feuer, damit tannene durch ihr sprätzeln niemanden wecken möchten. Gotthelf
Uli der knecht s. 463
Vetter (26.
kap.).
von fett: dazwischen hörte man von der küche her schon das feuer knistern und die butter in der pfanne spratzeln. Keller 8, 153.
von beleuchtungs- und feuerwerkskörpern: der geist meiner lampe ... treibt mich. ... sie spratzelt wenn man meiner bedarf. Göthe 15, 241; ein spratzeind schwärmer-heer erfüllete die luft mit feurigem gezisch, und lichtem schwefel-duft. Brockes
bei Weichmann 1, 15.
transitiv, übertragen: aber die mutter spräzelte (
sprühte) feuer und hagel. Bräker
der arme mann im Tockenburg s. 207
Reclam. —
ohne bezug auf feuer, mit geräusch spritzen: die feder spratzelt (
im schreiben). Schm. 2, 708. 22)
ahd. sprazalôn
begegnet als vereinzelte nebenform zu spratalôn,
s.spratteln. (
doch ist nach Steinmeyer
ahd. gl. 2, 409, 13
eher sprataloge
zu lesen, wobei das t
sehr undeutlich, aber wahrscheinlicher als z
ist.) spratzeln
in demselben sinne '
zappeln'
findet sich auch in quellen des 15.
und des angehenden 16.
jahrh.: (
von einem fasse, in das ein teufel gefahren ist:) daʒ barellîn fuor alles an dem sattel tanzende und spratzelende, wan er wêr gerne hie ûsse gewesen.
Germ. 3, 417, 37; er nam daʒ barellîn und hing es an eine siule an einen nagel und (
es) spratzelte und tanzete. 418, 2,
vgl. s. 442.
von einem pferde, ausschlagen: ein roller der ein ungezemptes ... pferd wil zemen und gewenen den wagen recht zu füren und glich zu gon in den leisen, uff das es nit hier usz und dort usz spratzel. Keisersberg
bilg. 98
c.
bildlich, ausschweifen: wir spratzlen mitt unszren fantaseyen, unnd gedencken ausz, als weit daszs gantz erdtrich ist, gleich wie die sunn mitt irem schein ausz spratzelt.
seelenpar. 171
d.
dieses spratzeln
ist wol von der ersten bedeutung ganz zu trennen und mit spratteln zusammenzufassen, vgl. Weigand 2, 775.