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Trübe

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Trübe

Bd. 4, Sp. 702
Trübe, -r, -ste, adj. et adv. 1. Im eigentlichsten Verstande, in denjenigen Zustand versetzt, da die Durchsichtigkeit eines Körpers durch in Bewegung gebrachte kleine Theilchen gehindert wird; in welchem Verstande es besonders von flüssigen Körpern gebraucht wird, im Gegensatze des hell und klar. Das Wasser, der Wein, das Bier ist trübe. Das Wasser ist trübe. Im trüben Wasser fischen, oder im Trüben fischen, da man mehr Fische bekommt, weil alsdann die Fische ihre Gefahr nicht gewahr werden; figürlich, sich einer allgemeinen Verwirrung zu seinem Vortheile zu Nutze machen. Trübe Luft, trüber Himmel, trübe Witterung. Aber auch, ein Spiegel ist trübe, wenn dessen Durchsichtigkeit durch darauf befindliche fremdartige Theile unterbrochen wird. In weiterer Bedeutung wird trübe auch von glänzenden Körpern gebraucht, wenn ihr Glanz durch darauf befindliche fremdartige Theile unterbrochen wird. Trübe Augen haben, wenn der Glanz der Hornhaut durch eine darauf befindliche Feuchtigkeit verdunkelt wird. In dieser eigentlichen Bedeutung gebrauchen die Niedersachsen zwar auch druuv, noch mehr aber, von flüssigen Körpern floom, gloom, Engl. gloom, von dem Himmel und der Luft hevenschemig, von Heven, Himmel, und schemig, schattig, duffig, düfig, munkelig. 2. Figürlich. 1) Trübe aussehen im Gegensatze des heiter. Trübe Gedanken, im Gegensatze der muntern oder heitern. In beyden Fällen[] bezeichnet es den ersten Grad der Unlust über ein gegenwärtiges Übel, welcher Grad oft nur in der Abwesenheit der Munterkeit oder Heiterkeit des Gemüthes bestehet. 2) Nach einer weitern Figur wurde es ehedem auch häufig für das einen höhern Grad der Unlust bezeichnende betrübt gebraucht, in welchem Verstande die Niedersachsen noch dröve sagen. Ir lutter spiegel varwes leben Kan trueben herzen froeide geben, Markgr. Heinrich von Meißen. In welcher Bedeutung es aber nur noch zuweilen bey den Dichtern gebraucht wird. Anm. Bey dem Notker troube, im Nieders. druuve und dröve. S. Trüben.
1988 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trübe

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Trübe , -r, -ste, adj. et adv. 1. Im eigentlichsten Verstande, in denjenigen Zustand versetzt, da die Durchsichtigkeit e…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trübe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Trübe , das bei Aufbereitungsprozessen abfließende, Erzteile enthaltende Wasser; vgl. Aufbereitung.

  3. Sprichwörter
    Trübe

    Wander (Sprichwörter)

    Trübe Wann es lang trüb am himmel ist, so scheint doch zuletst die sonn. – Franck, II, 104 a .

  4. Spezial
    trübe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    trü|be adj. 1 (unklar, matt) turgher (-gri, -gra) 2 (finster) scür (-s, scöra) 3 (regnerisch) da plöia, grisc (-sc, grij…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit truebe

30 Bildungen · 29 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von truebe 2 Komponenten

tru+ebe

truebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

truebe‑ als Erstglied (29 von 29)

trübebildung

DWB

truebe·bildung

trübebildung , f. : bei zähem schottersand wendet man zur trübebildung beim verwaschen läutertrommeln an ( goldgewinnung ) Muspratt chemie 4…

trübeich

DWB

trueb·eich

trübeich , f.; ( altes ) weinmasz in Württemberg für neuen, noch trüben wein oder obstmost, 366, 78 liter enthaltend, vgl. A. dal Piaz unive…

Trübeiche

PfWB

trueb·eiche

 Trüb-eiche f. : a. 1781: 1 Fuder Wein, nach Abzug der Trübeiche, Wert 30 Guld. [SSp., Verteilungsakt aus LA-Nd'hochstdt]. — Nach DWb. XI/1…

Trübelrib

ElsWB

truebel·rib

Trübelrib f. Traubenreibmaschine, aus zwei Walzen bestehend Bebelnh.

Trübelspiess

ElsWB

truebel·spiess

Trübelspiess m. Spiess, den ehemals der Bannwart bei sich trug; in einem Spottlied, das jetzt aber auch bei einem Fangespiel gesungen wird, …

Trübelwin

ElsWB

truebel·win

Trübelwin [Tríwlwin Illk. ] m. Traubenwein, im Ggs. zu Epf e lwin und Kanz e lstrüwelewin.

Trübelzattel

ElsWB

Trübelzattel [Tríwltsàtl Hag. ] m. Traube.

trüben

FWB

1. ›e. S. die Klarheit, Durchsichtigkeit nehmen, etw. durch etw. verunreinigen, trüben (auch ütr.); etw. in der Qualität mindern‹; 2. ›sich …

Trüber Tag

Meyers

trueb·ertag

Trüber Tag , ein Tag, dessen Durchschnittsbewölkung (Mittel aus mindestens zwei Beobachtungen) größer als zwei Zehntel des Firmaments ist.

trübeschicht

DWB

truebe·schicht

-schicht , f. : durch die herdbewegung wird ... bei jedem stosze eine kleine welle in der trübeschicht erzeugt ( erzbereitung ) Lueger 5, 14…

trübestrom

DWB

truebe·strom

-strom , m. : ferner musz die herdfläche ... wagrecht liegen, damit der trübestrom in gleich starker schicht über den herd flieszt ( erzbere…

Truebeteⁿ

Idiotikon

Truebeteⁿ Band 14, Spalte 221 Truebeteⁿ 14,221

trübetrost

DWB

truebe·trost

trübetrost , m. , ' trauriger mensch, kopfhänger ', hess. dialektwort, vgl. triewetrost Saul hess. id. 15 , drīwedrōst Hofmann ndhess. wb. 2…

trübetümpel

DWB

truebe·tuempel

trübetümpel , m. : ' trauriger, stiller mensch ', auch ' unklarer, konfuser kopf ' ; ostmd. dialektwort ( zusammenrückung von bildlich gemei…

trübetümp(e)lig

DWB

truebe·tuempelig

trübetümp(e)lig , adj. , ' traurig, niedergeschlagen ', zu trübetümpel gebildet: so reizend dieser baum ( die lärche ) im frühling, im somme…

truebeⁿ I

Idiotikon

truebeⁿ I Band 14, Spalte 221 truebeⁿ I 14,221

truebeⁿ II

Idiotikon

truebeⁿ II Band 14, Spalte 221 truebeⁿ II 14,221

truebe als Zweitglied (1 von 1)

gichtrübe

DWB

gicht·ruebe

gichtrübe , f. , zaunrübe, bryonia alba, auch bryonia dioica, heute noch ein volksmittel gegen gicht, seit dem 16. jh. bezeugt, aber sicher …