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kamme

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kamme f.

Bd. 11, Sp. 107
kamme, kampe, f. ein merkwürdiges, altes wort aus dem hirtenleben, mit mancherlei nebenformen, kämme, kämpe f., kamp m., kâm f., kanfe. 11) schweiz. kamme, auch gamme f., 'dreispitzige hölzerne maschine die man z. b. ziegen anhängt damit sie nicht die zäune durchbrechen'. Stalder 2, 83. älter östr. kampe f.: ain schwein, so durchgeet, soll gekhempt werden, die champen soll dreier schuech lang sein. weisth. 3, 683, sein entlaufen künftig zu hindern; jetzt kamp m., drei oder vier hölzer zusammengefügt und dem schwein um den hals gehängt, dasz es nicht durch die zäune in die felder breche, es wird damit gekampet. Höfer 2, 111. 22) bair. heiszt das kämp fem. Schm. 2, 300; ihm entspricht schweiz. kämme f. hölzernes halsband für ziegen u. dgl., sie anzubinden. Stalder 2, 83, auch im Vorarlberg, Fromm. 5, 489 mit genauerer beschreibung. 33) das kamp m. ist tirol. die binde woran die kuhschelle hängt Schöpf 300, Fromm. 6, 289 (vgl. das. karp 290), in den sette comuni aber wieder eine 'vorrichtung das rindvieh im gehen zu hindern' (cimbr. wb. 134a). und dasselbe ist denn schon ahd. champ in 'champen compedibus', dem östr. verbum gleich gechampet compeditus Graff 4, 404, auch dim. 'chembil columbar', vielleicht kummet, womit das lat. wort im 15. 16. jh. glossiert wird (vgl.knebel 1). ebenso aber auch ags. camp compes Grein 1, 155, als fuszfessel für gefangene. und auch nd. taucht es spurweise auf, in märk. kämp 'instrument das dem hornvieh um den hals gelegt wird um das sielenzeug daran zu befestigen' Danneil 95a, dem tirol. kamp näher tretend. es ist gewiss in nd. und nord. dialekten weiter zu finden. 44) dasselbe ist aber weiter nl. kam, koekam numella Kil. 229b, koekamme 249b, ebenso appenz. châm f. Tobler 94a gleich der kämme u. 2, auch hölzernes band einen eimer zu tragen, wie ähnlich das bair. kämp u. 2 auch ein eiserner ring ist der einen einzurammenden pfahl oben lose umfaszt. 55) Alberus weiter gibt die kuhkam in merkw. form, 'kanb odder kanfe, das man den kühen an den hals henkt, numella' weim. jahrb. 5, 111b, und das kanfe begegnet sich bestätigend mit dem gleich vereinzelten ahd. 'chanafa habenae' Graff 4, 395, das halsjoch der kuh und der pferdezügel liegen sich nicht so fern. 66) denn dasselbe ist doch weiter, am pferdegeschirr, ahd. chamo camus, und kam lupatum Graff 4, 395, 'lupati, freni aculeati, chami' Haupt 3, 474a, kappzaum für wilde pferde; daher chambritel chamus sumerl. 34, 65, Graff 3, 299 (s. britel), ahd. auch chanapritil, und dazu wieder stimmt nl. koekenne gleich koekamme Kil., coekenne Binnaert, appenz. chänneli gleich kamme 1 Tobler 94a, und chanafa vorhin. das kam erscheint noch nhd., wieder bei kühen, in kamwide, kuowham, numella, hülzen halsband Dasyp. 155c. 77) das alles kann aber nicht aus lat. camus (gr. κημός) maulkorb, beiszkorb entstanden sein, schon die verschiedne gestaltung des auslauts spricht für höheres alter; es hat vielmehr das ansehen eines alteinheimischen hirtenausdrucks, der dann auch auf pferde übertragen ward, wobei camus mitwirken mochte. der hauptbegriff ist der eines kummets einfachster form, camus wird mit chunt, d. i. kumt glossiert Dief. 93c, und diesz wort selbst, slavischen ursprungs, poln. chomto u. s. w., mag denn verwandt sein, wie litt. kámana lederner zaum, kumbrys kummet, vorbehalten freilich den mangel der lautverschiebung (vgl. sp. 3), die gewahrt erscheint in engl. hame kummet, nd. westf. ham, und wieder auch nl. koehamme Kil., nhd. kuowham numella bei Dasypod. vorhin und hemmen, eig. fesseln. da aber bei diesem kummet der begriffskern unzweifelhaft das krümmen eines holzes sein muszte, möchte man die wurzel kr-m, kr-mp herzuziehen, deren anlaut gleichfalls der verschiebung entgangen scheint (s.krampf, krimpfen, nebenform schrimpfen) und zu der k-m k-mp eine nebenform bilden würde wie es sich ähnlich bei kackezen zeigte. dann käme es unbedenklich in die verwandtschaft von gr. κάμπτω krümmen, καμπύλος krumm, litt. kumpas, finn. kampura, lat. camurus gebogen, kelt. cam u. s. w.; s. auch kamm sp. 102. vgl. ahd. 'champf corona' mit 'chrampf corona' (rand?) Graff 4, 403. 611.
4172 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kammeswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    kamme swf. s. kamp.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kammef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kamme , kampe , f. ein merkwürdiges, altes wort aus dem hirtenleben, mit mancherlei nebenformen, kämme, kämpe f., kamp m…

  3. modern
    Dialekt
    Kammef.

    Westfälisches Wb.

    Kamme f. Kerbe im Holz, z.B. im Sparren, Zahn und Vertiefung am hölzernen Zahnrad, Getrieberad ( WmWb ).

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Wortbildung

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kamme‑ als Erstglied (30 von 390)

Kammeidechse

Campe

kamm·eidechse

Die Kammeidechse , Mz. die — n , eine Art großer Eidechsen in Westindien, welche an fünf Fuß lang wird und welche längs dem Rücken einen zac…

Kammeidechsen

Herder

kamm·eidechsen

Kammeidechsen od. Leguane (Iguana) , eine Gattung Amphibien aus der Ordnung der Eidechsen, mit stumpfem Kopfe, zusammengedrückter, hängender…

kammeisen

DWB

kamme·isen

kammeisen , n. bei steinhauern, eisernes werkzeug mit kammartigen spitzen, womit die flächen am sandstein rauh gehauen werden. rhein. meisze…

kammelig

RhWB

kammelig Grevbr-Allr Adj.: schlaff herunterhängend.

Kammelshecke

RhWB

kammel·s·hecke

Kammels-hecke -hęk Monsch-Rötgen f.: trockner, aber noch zum Ackern geeigneter Feldrücken.

kammelung

DWB

kamme·lung

kammelung , f. in den marschen an der Nordsee, eine kleine erhöhung an den wasserlösen, wetterungen u. dgl. Adelung, nach dem brem. wb.; s. …

Kammerdatte

SHW

Kammer-datte Band 3, Spalte 1075-1076

Kammerlatte

SHW

Kammer-latte Band 3, Spalte 1075-1076

Kammermotte

SHW

Kammer-motte Band 3, Spalte 1075-1076

Kammertür

SHW

Kammer-tür Band 3, Spalte 1075-1076

Kammerabenteuer

GWB

kammer·abenteuer

Kammerabenteuer wohl zu Kammer C1a August von Hofe kommend. Cammer-Abenteuer T10,135,8 v 12.12.25 Martina Eicheldinger M.E.

Kammerabgabe

GWB

kammer·abgabe

Kammerabgabe an den Fiskus zu entrichtende (Verbrauchs-)Steuer Im 17 Jahrh[undert] stiegen die Bedürfnisse des Staates und mit ihnen die Abg…

kammeracht

DWB

kamme·racht

kammeracht , f. acht die das kais. kammergericht aussprach; der kammerprocurator erklärte den schuldigen in die acht, der kammerrichter rief…

kammeradvocat

DWB

kammer·advocat

kammeradvocat , m. advocat bei einer finanzkammer als rechtsconsulent, kammeranwalt; auch mit höherm rang kammerconsulent, kammerprocurator.…

kammeraffe

DWB

kamme·raffe

kammeraffe , m. affe in der fürstlichen kammer (3): der günstling selbst aus seinen kammeraffen lockt keinen blick durch seinen scherz ihm a…