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zinn

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zinn n.

Bd. 31, Sp. 1423
zinn, n. , das metall zinn; ein germ. wort: anord., ags., mndl., mnd., ndl., nd. tin, n.,n., engl. tin, schwed. tenn gehen aus germ. *tina- hervor, das im finn. tina fortbesteht; ahd., mhd. zin, n., gen. zines, nhd. zinn, gen. zinnes, zinns. im ostfränk. und md., auszer den rheinischen landschaften, ist, seit dem 15. jh. erkennbar, gedehntes zīn, geschrieben [] zien, ziehn, zihn, gebräuchlich, vgl.: zihn Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 2, 186; ts Gebhardt Nürnberg 43; dsīn Roedder bad. Frankenland 581b; ziene (Frankfurt 1428) beitr. z. gesch. d. dt. spr. u. lit. 4, 20; zien Alberus (1540) Ji 3a; zihn zien Luther; zien Agricola sprüchw. (1534) A 5b; Zehner nomencl. (1645) 150; J. Prätorius glückstopf (1669) 27; B. Krüger Clawert 58 ndr.; dsī Gerbet Vogtland 74; zīn zī Müller-Fr. 2, 707a; zien L. Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 42a; zihn Mathesius Sarepta (1562) 100a; zien Comenius (1638) nr. 101; ziehn Logau 33 E.; zien Lohenstein Arminius (1689) 2, 301a; zien ziehn Steinbach dt. wb. (1734) 2, 1093; zcyen Claus Cranc Jes. 1, 25. das schwäb. gebiet längt und diphthongiert den stammvokal unter nasalschwächung und -schwund: tsẽn, tsẽ, tsĩ, tsãẽ H. Fischer 6, 1217; tsaĩ Jutz alem. mda. 81; zi Kuen oberschwäb. mda. 56. die flektierten formen des mnd. zeigen in den meisten nd. landschaften senkung und dehnung, doch stehn neben vorwiegendem tenes und tene auch tinnes und tinne (belege für tenes, tene s. bei Schiller-L. 4, 527b); bisweiten schlieszt sich der nom. mit teen an die flektierten fälle an (s. ebda). unter demselben lautgesetz stehen frühe ostmd. zeugnisse: 3 pfundt zens zun buchsen (1401) Marienburger tresslerb. 119 Joachim; 18½ pfundt zeen (1401) ebda 121; czeen (Elbing) beitr. z. gesch. d. dt. spr. u. lit. 44, 144; 30 zcent. zcehens (Freiberg 1458) urk.-buch d. st. Freiberg 2, 439; das heutige nd. besitzt tinn, doch senkt das ostfäl. gebiet zu tenn, bezeugt durch Deiter Hastenbeck 149, Flemes Kalenberg 369, Schambach Göttingen 228b, Damköhler Nordharz 194a, Danneil altmärk.-plattdt. 223a. das südndl. senkungsgebiet setzt sich im Rheinland fort, gelangt aber rechts des Rheins nur zum geschlossenen e: ten Kilian 668b H.; zën Rovenhagen Aachen 167a; tenn Elberfeld. wb. 162a; ten Leihener Cronenberg 122a. rundung begegnet in zön Laven ged. i. Trierer mda. 290; zönn M. Schultze nordthür. mda. 47; tönn Fischer Samland 100. nordfries. tën P. Jensen Wiedingharde 621; ten Siebs Helgoland 293b; tann Schmidt-Petersen 134a. beachtenswert noch der sing. zinnen Schottel teutsche haubtspr. 146; tinən Bauer-Collitz Waldeck 104a. der plur. wird selten bezeichnet, vgl.: ziner Altprager stadtrecht 96, 142 Rössler; zu denen silbrin zinen Zimmer. chron.2 3, 459 B.; ziene zinnballen s. zinnkammer. das -e- in der fuge der zusammengesetzten substantive rührt nicht von zinn her, sondern geht auf das adj. zinnen zurück (s. dort die einleitung). mask. geschlecht tritt im ostmd. auf, z. b. bei L. Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 42a; Lohenstein Arminius (1689) 2, 301a; Steinbach dt. wb. (1734) 2, 1093; T. Hermes Sophiens reise 6, 266; aber auch im mfränk. bei Ph. Laven ged. i. Trierer mda. 290. das metall zinn ist von groszer bedeutung für die vorgeschichtliche kultur gewesen; die bronzekultur beruht auf ihm, da zinn dem kupfer beigemischt die härtere bronze erzeugte und damit ein metall, geeignet für waffen und dauerhafte schmucksachen und kunstwerke, ergab. da sich zinnerze nur an wenigen stellen der erde vorfinden, hat früh ein reger handelsverkehr von den zinnbergwerken her in alle kulturgebiete eingesetzt. dasz zur versorgung Europas und der vorderasiatischen kulturen zinn aus Hinterindien bezogen worden ist, läszt sich nicht erweisen. vor dem beginn des zinnbergbaus in Britannien, den man um 1300 annimmt, können persische zinnvorkommen ausreichende mengen geliefert haben. mit dem aufkommen des handels der Phönizier aber erhielt der nahe osten und Europa das zinn allein aus den bergwerken in Cornwall und Spanien. ja dieses wurde, wie die aufnahme des griech. wortes κασσίτερος ins sanskrit als kastīram, vermittelt durch arab. kasdīr kazdīr, lehrt, bis nach Indien verhandelt. die Südslawen bekamen das zinn durch dieselbe vermittlung; davon zeugt das aslaw. kaisiterъ kositerъ, bulg. kositro, serbokroat. kòsitar kòsiter. neben einer behelfsmäszigen benennung plumbum album oder candidum, während das blei selbst als plumbum nigrum unterschieden wurde, gebrauchten die Römer das wahrscheinlich kelt. wort (Walde-Hofmann 2, 585) stagnum stannum, vgl. [] cymr. ystaen, bret. sten, das ursprünglich eine mischung von blei und silber bezeichnete. aus dem lat. stagnum sind ital. stagno, frz. étain, span. estaño hervorgegangen. ein zweites wort der südlichen Romania (prov. peltre peutre, span. portug. peltre, ital. peltro, ins engl. als pewter, ins ndl. als piauter und ins isländ. als pjátur entlehnt; ein vlat. *piltrum voraussetzend) war eine bezeichnung einer mischung von blei und zinn; nach H. Flasdieck zinn u. zink (1952) 71 wohl einer voridg. mittelmeerischen sprache angehörig. von der idg. wurzel *elu- 'gelblich' stammt abulg. olovo blei, russ. olovo zinn, apreusz. alwis, lit. álvas zinn. den Germanen ist *tina- eigen; dessen hd. form haben die Westslawen übernommen als sorb. cyn, tschech. cín, slow. serbokroat. cìn, poln. cyna. die räumliche lage des sprachgebietes zinn zwingt zu der auffassung, dasz zinn ein heimisches wort ist; es unterliegt daher keinem bedenken, es aus germ. wortstoff herzuleiten. die schon von Mathesius Sarepta (1562) 135b geäuszerte vermutung, die später bei anderen wiederkehrt, dasz das deutsche wort zyn von zeinen her genent sey, (darum) das mans anfenglich zu zeinen gegossen, ist sprachlich durchaus haltbar, da *tina- als schwundstufe von got. tains, m., zweig, anord. teinn, m., schöszling, sprosz, stab, spiesz, ags. tān, m., gerte, zweig, ahd. mhd. zein, m., stab, rohr, gerte, mnd. tên, m., dünne metallstange erklärt werden kann, zumal die zuletzt angeführte und ob. sp. 208 für das nhd. zain mitgeteilte gleiche bedeutung diesen sprachlichen ansatz unterstützt. hinzukommt die wichtige angabe Diodors 5, 22, dasz das am vorgebirge Belerion in Cornwall gewonnene zinn in barrenform, als ἀστράγαλοι, auf dem see- und landwege ausgeführt worden sei. auch kommen barren und guszkuchen hin und wieder in gieszereifunden des kontinents vor (s. Ebert reallex. d. vorgesch. 14, 536a). zur geschichte der etymologie vgl. O. Schade altdt. wb.2 2, 1263a und H. Flasdieck zinn u. zink (1952) 73. 11) zur geschichte der zinngewinnung und -verwendung. 1@aa) als mittel des kulturfortschrittes: mehr noch als das silber hat in früheren entwicklungsstufen das zinn die menschliche gesittung gefördert Peschel völkerkde (1874) 224. zinn hat die bronzekultur ermöglicht. ungemischt hat man es in vorgeschichtlicher zeit und in der antike zu schmucksachen und zu beschlägen verwendet (s. Ebert reallex. d. vorgesch. 14, 536a): blî unde zin bringet man wol von einander, zin unde silber, zin unde golt, kupfer unde golt bringet man ouch von einander, kupfer unde silber: dehein erze ist sô getân, ein meister bringe si wol von einander, wan eht zin unde kupfer Berthold v. Regensburg pred. 1, 76 Pf.; es (das harnisch) hett von stahel festigklich wol zehen schwartzer langer strich, zweintzig von kostbarlichem zin Spreng Ilias (1610) 138a. inbezug auf den gebrauch als metallgeld bemerkt Luschin v. Ebengreuth: zinn wurde in Europa wegen seiner weichheit nur zu notmünzen ... benutzt münzkde u. geldgesch. (1904) 35. drei im moor bei Belgard gefundene zinnringe deutet man als ringgeld: Fr. Kauffmann dt. altertumskde 1, 125. eine starke zunahme erfuhr der verbrauch des zinns durch den glockengusz, der in Italien bereits im 16. jh. dem kult diente. aber erst nach der entdeckung von zinnerzlagern im Erzgebirge im 13. jh. entwickelte sich der zinngusz zu der höhe, welche die masse der in den folgenden abschnitten angeführten literarischen zeugnisse kennzeichnet; vgl. den hinweis: dort (in Sachsen) wurden einige jahrhunderte später reiche silberadern und auch zinn gefunden, später auch noch kohle Renn adel im untergang (1947) 382. 1@bb) den handelsverkehr mit dem zinn beleuchten einige literarische und fachliche zeugnisse in ausschnitten: du hast deinen handel auff dem meer gehabt, und allerley wahr, silber, eisen, zihn und bley, auff deine merckt bracht Hesekiel 27, 12; so wie die phocäischen Massilier das britische zinn quer durch Gallien bis an den Rhodanus führten A. v. Humboldt kosmos (1845) 2, 163; [] wohin segelt das schiff? es trägt sidonische männer, die von dem frierenden nord bringen den bernstein, das zinn Schiller 11, 45 G.; hiute balc unde vel, kupher, zin unde blî ze füeren wâren si vil frî Ottokar österr. reimchron. 60 833 Seem.; settede de radt binnen Luneborch einen nien toln up to gevende ... van tinne 4 s, van blie 2 s städtechron. 36, 144; zum dritten (ist auf dem reichsregimentstage in Nürnberg beschlossen worden), das auf alle kaufmansware als: gulden stugk, silbern tucher, samatt und alles seidengewant, auch unczen golt, auslendische tucher, zin, kupfer, silber etc. ... ein zimliche pflicht geleget wurde H. v. d. Planitz berichte 49 Wülcker. überaus häufig ist die rede vom englischen zinn: das silber wrd dem bley vorgehn, auch dem englischen zinn Fischart praktik 24 ndr.; auf allen ihren tellern, messern, gabeln und lOeffeln ist es (ein wappen) gestochen; ungeachtet sie nur von englischem zinne sind dt. schaubühne (1740) 4, 74 Gottsched; da muste man soviel pfunde englisch zin haben Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 1, 193; denn da das zinn in Wallis wie überall in einem nur scheinbaren granit vorkommt Göthe IV 28, 141 W.; das zinn der gruben von Cornwallis Mommsen m. gesch.4 3, 219; dieses tellerbandelier, das ich trage, ist englisch zinn Brentano ges. schr. (1852) 5, 344; englisch zinn stagno d'Inghilterra Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; Frisch 2, 479a; selten wird zinn anderer herkunft erwähnt: ich hatte noch nicht kenntnisz, dasz die zinnseifen so derbe, tüchtige stücke führen, auch das zinn von Malaga fehlte mir ganz Göthe IV 32, 100 W.; bömisch zinn Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; vom zinn Hinterindiens, dessen reiche gruben jetzt den hauptanteil des weltbedarfes decken, berichtet nur dies eine zeugnis: die rückfracht (der chines. schiffe) besteht ... in ... zucker, zinn, cardamon Ritter erdkde (1822) 4, 806. 1@cc) folgende gewichtmasze kommen vor: buchsengiszer: item 1½ m. und ½ firdung vor 1½ steyn und 3 pfundt zens zun buchsen (1399-1409) Marienb. tresslerb. 119 Joachim; item 11 m. vor 12 steyne Proger zen (1401) ebda 112; ein zenten kleins zins Altprager stadtrecht 96, 142 Rössler; 30 zcent. zcehens (Freiberg 1458) urk.-buch d. st. Freiberg 2, 439; enen cyntener thenes (Braunschw. 1414) städtechron. 6, 247; van eneme hundert kornes ghift men in unde uth to schepende 2 sol. englis ... van der last coperes, tenes unde blies 3 penninghe engles seerecht v. Hamb. (13. jh.) bei Pardessus lois maritimes (1834) 3, 342. 22) die beschaffenheit des metalls zinn und der zinnerze. 2@aa) älteres wissen und neuere kenntnisse: ein ander sulphur (ist) im goldt, ... ein ander im bley, zinn Paracelsus opera (1616) 2, 132a Huser; stannum, hoc est mistura plumbi nigri cum argento G. Agricola de re metallica (1556) 329; das zien ist unter den andern metalln allein, das sehr gern ins bley gehet L. Ercker allerfürn. mineral. ertzt (1580) 28b; kOernichter zien ebda 42a; der zwitter, oder das zin, wird auff mancherley weg wachsendt gefunden Thurneisser magna alchymia (1583) 1, 139; zin, zwitter, graupen und wass dess dings ist (1660) bei H. Fischer schwäb. 6, 3534; zien ist ein weiszes metall, welches dem silber an farbe Aehnlich, aber weicher und leichter, hingegen hAerter als bley. es bestehet aus einem reinen quecksilber, mit einem weiszen schwefel und sszen metallischen saltze vermenget; wird aus weisen, schwartzen, gelben, rothen und grnen ziengraupen, ingleichen zienstein, oder zwittern geschmoltzen Minerophilus bergwerckslex. (1730) 731; ähnlich Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2420; zinn: ist ein weiszes weichliches metall, das sich vom hammer leicht strecken lAeszt, anbeyschwefelig und glAentzend, schwerer und etwas weicher als das silber, dem es fast an heller farbe gleichet, hingegen aber etwas hAerter und leichter als das bley, doch zerflieszet es bald im feuer allg. haush.-lex. (1749) 3, 800; zinn (stannum), ein weiszes, leicht flüssiges metall und das leichteste unter diesen. versetzt mit andern metallen, [] macht zinn jene spröde. man findet es nirgends gediegen, sondern in Cornwall durch schwefel vererzt, oder oxydirt als zinnstein a) in gröszeren krystallen, zinngraupen oder zinnzwitter, b) in kleinen geschieben als holzzinnerz in Cornwall, Mexiko und Chili Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1024a. gute kenntnisse hat bereits Martin Ruland in seinem lexicon alchemiae (1612): veluti plumbum nigrum vocatur a Germanis bley, simpliciter, oder schwartzbley, ita plumbum candidum ab his vocatur weiszbley oder zin 364; plumbum candidum purissimum, effossum in valle Joachimica gediegen zin, granula parva candida, quae lavantur prope vallem Joachimicam seiffen zin, ramenta plumbi candidi, quae in rivis colliguntur blanck seifen zin ebda 367; plumbum candidum Anglicum optimun et purissimum englisch zin 368; adulterinum, cui plumbum nigrum est additum gefAelscht zin, in quo argentum zin, das silbert, durum frisch zin 368; molle schmeidig zin, molle cancellatum gegittert zin oder kauffmanns gut, in panes formatum durum stuck zin 369; schlecht zinn, bley-zinn stagno inferiore, stagno di piombo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; dOernicht heist man das zihn darunter viel eisen kommen ist Schönberg berginform. (1693) 2, 118; zinn, gediegen, ist bisher in der natur noch nicht vorgekommen Zappe mineral. hdlex. (1817) 3, 261; kälte und feuchtigkeit machen das zinn krank, es wird bröcklig und läszt sich mit den fingern zerreiben; gesundes zinn kann von krankem angesteckt werden Meyers lex. 712, 1815; vgl. zinnpest. 2@bb) alchemistische und gegnerische anschauungen vom zinn: nun haben die alten philosophi ... jeglichs ausz ihnen (den metallen) einem himlischen planeten ... zugeeignet ... nemlich ... dem zien Jovem Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) vorr. 3a; mit zinn ist gut wircken, wann der mon ist im krebs, visch unnd schütz Epimetheus Pandora (1588) 220; (wissen mögt ihr, dasz) die species der metallen nit mögen verkehren eins in das ander, also dasz sie mögen die species des sylbers verkehren inn die speciem, das ist eigenschafft des golds, oder eigenschafft des kupffers, bleys, zinnes, oder eysen in die eigenschafft des golds oder sylbers ebda 687; von mir ist tingirt worden zinn in gold J. J. Becher psychosophia (31707) 142; wie nehmlich die Venus solle beherrschen den freytag, und was an selbigen verrichtet werde, Jupiter den donnerstag, wie auch unter denen 7 metallen das zinn J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 1, 69; zien, weisz bley chymicis dicitur Jupiter Reyher thes. (1668) 3, 1597; das zinn das metall so die alchymisten Jupiter nennen Ludwig teutsch-engl. (1716) 2596; Venus hat das zeichen des kupfers, Mercur des quecksilbers, ... Jupiter des zinns Hegel w. (1832) 7, 1, 156. 2@cc) die farbe des zinns α) bezeichnet durch attribute: dô sach man von in glesten harnasch wîz als ein zin Ulrich v. Zatzikhoven Lanzelet 787; si heten ouch wol gewunnen eines kalten brunnen, rechte lûter als ein zin Konrad v. Fussesbrunnen kindh. Jesu 2403 K.; wir machen aus dem claren zin kandel, pawchet und auch glat Hans Sachs 22, 268 K.-G.; die fenster waren christallin, das dachwerck silber-weyszes zin ebda 1, 437 K.; vgl. zinnbrecht, -hell, -lauter, -licht; -fisch. β) wird beschrieben, auch bildlich bezogen: sin muot wirt als ein zin daz uz dem guzze glentzet Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österr. 576; ir harnasch, der gie mit in, brûn lûter als ein zin Ulrich v. Zatzikhoven Lanzelet 8884; wenn das silber sich dem reinen weiszen am meisten nähert, ... so ziehen stahl, zinn, blei usw. ins bleiche [] blaugraue hinüber Göthe II 1, 208 W.; der eisglanz hatte da hinab, wo wir heraufgekommen waren, eine farbe, wie zinn Stifter s. w. 2 (1908) 232. 33) das schmelzen zur läuterung des zinns, zur mischung mit anderen metallen, zum gusz und zum löten: gold, silber, ertz, eisen, zihn und bley, und alles was das fewr leidet, solt ir durchs fewr lassen gehen, und reinigen 4. Mos. 31, 22; das haus Israel ist mir zu schaum (1532 zur schlacken) worden, alle ir ertz, zihn, eisen und bley ist im ofen zu silberschaum worden Hesekiel 22, 18; wie man silber, ertz, eisen, bley und zihn zusamen thut im ofen. das man ein fewr drunder auffblase und zerschmeltz es ebda 22, 20; gold und silber, kupfer und eysen, pley und zyn ... wirt im fewr geleyttert Berthold v. Chiemsee tewtsche theol. 559 Reithm.; wirt aber gold vermüscht mit mess oder kupfer, und silber vermenget mit tzyn oder bley, so spricht man es sey verwstet, oder gemyndert Keisersberg predigen teütsch (1508) 62b; dieweil aber die bchsen ... ausz mischung des kupffers und zins gemacht werden, derhalben schelten sie das kupffer und zien viel mehr dann das eysen Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 9; kocht des kupfers brey, schnell das zinn herbey Schiller 11, 306 G.; weil zinn und kupfer glockenspeise ... giebt Immermann w. 1, 113 Hempel; man solle auch ... auf der goltschmidt und zingieszer arbait vleiszig obacht geben, das si ... die zingieszer alle ir arbait von gerechtem gueten zin machen und sich der untermischung des pleis genzlichen enthalten (17. jh.) österr. weist. 2, 24; aes liquefactum fundere in canaliculum ferreum zien gieszen M. Ruland lex. alchem. (1612) 9; sonderlich was von zinn oder anderm metall gegossen ist Bock kreutterb. (1539) 249; mit zinn verlOeten saldare di stagno, stagnare, instagnare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; fein zinn, lOetzinn stagno fino, stagno di saldare ebda. 44) zinngeschirr, -geräte und andere aus zinn angefertigte gegenstände für den gebrauch. 4@aa) seit alters zu schmuck und geräten verarbeitet, namentlich in formen zu tafelgeschirr gegossen; früh ist spiegelbelag mit zinnfolie bezeugt: zin anderhalp ame glase Wolfram v. Eschenbach Parzival 1, 20; man verzint auch diu spiegelglas und tempert si mit zin Konrad v. Megenberg buch d. natur 480. zinnmetall zum gusz von zinngeschirr: neben einer ehrlichen verehrung von zin zum hauszrath Mathesius Sarepta (1571) vorr. 3b; er hat mir noch vor kurzer zeit ... einen saubern schäferstock, den ich, weil er mit zinn beschlagen, nur sonn- und feyertags getragen, ... abgewonnen Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 543; in einem mit zinn verzierten hölzernen kästchen lagen vergilbte putzsachen ihrer jugendzeit G. Keller ges. w. (1889) 3, 257; du schweigst, vertracktes zin (orgelpfeife) Stoppe Parnasz (1735) 69; die pfeifen (der orgel) ... sind theils aus zinn Schubart tonkunst (1806) 278; die knöpffle (sollen) von zien ... seyn (1684) Frauenholz entw. gesch. d. dt. heerw. 4, 425; sein erfaulter madensack leyt in lauter zin (in einem zinnsarge) Joh. Nas antipap. eins u. hundert 5 (1570) 124b; vgl. die szene, in der das schnelle schmelzen des zinnsarges durch eine flamme erzählt wird bei K. Kluge Kortüm (1938) 124; das ist gar ein schöner tempel und ist hoch und scheublig und weitt und ist mitt zin überdacht Schiltberger reiseb. 75 lit. ver.; ir müszt ein bild von zinne machen lassen Arigo decamerone 502 Keller; Friedrich der zweite ... ist in zinn gemalt, in Nürnberg zu haben schr. d. Goetheges. (1907) 21, 280; weil die verleger damals noch [] etwas seltener waren als heutzutage, stach der fleiszige künstler (J. S. Bach) seine werke zuletzt gar selber in zinn W. H. Riehl musik. charakterköpfe (1899) 1, 63; mit einem bettewermer von zien Gryphius Horrib. 87 ndr.; in krügen mit deckeln von blankem zinn Bettine frühlingskranz (1844) 53; neuer wein aus einem groszen kruge wurde in einfache grünliche gläser geschenkt, messer und gabeln waren aufs billigste beschaffen und die löffel von zinn G. Keller ges. w. (1889) 1, 305; wenn man kupfereineu vaz verzint, dâ wirt ezzen und trinken dester pezzer inn Konrad v. Megenberg buch d. natur 480; ein babist ... der satzte, dasz man solte haben gleserne kelche oder von zin gemacht Wigand Gerstenberg chron. 20 Diemar; 60 schüssel ..., der merer thail geschlagene zin (1553) bei H. Fischer schwäb. 6, 1217; giesze es nachmalen in ein kannen von zinn Würtz wundartzney (1624) 196; das um 1790 in Berlin in läden feilgehaltene zinngerät und -spielzeug beschreibt L. Tieck: jenseit erglänzt ein überfüllter laden mit blankem zinn (denn damals war es noch gebräuchlich, teller und schüsseln von diesem metall zu gebrauchen), aber neben den polirten und spiegelnden geräthen, blinkt und leuchtet in roth und grün, und gold und blau, eine unzahl regelmäszig aufgestellter soldatesken, Engländer, Preuszen und Croaten, Panduren und Türken, prächtig gekleidete paschas auf geschmückten rossen, auch geharnischte ritter und bauern und wald im frühlingsglanz, jäger, hirsche und bären in der wildnisz ges. nov. 2 (1847) 12. 4@bb) prägnant steht zinn für esz- und trinkgeschirr, in der regel kollektiv sowohl die zu einer mahlzeit gebrauchten schüsseln, teller und kannen aus zinn als auch das gesamte zinnerne geschirr und schmuckgefäsze des haushaltes bezeichnend. belege: dasz kein gemacht zinn von bürgern, factorn und andern, so nicht zünfftig, solle verkaufft werden noch sie damit handlen und umbgehen (1600) Frankfurter zunfturk. 1, 498 B.-Schm.; item notatum quid emptum sit ad adventum regiae maiestatis domini nostri clementissimi: duas magnas scafas vulgo czynn pro asp. 13 (1538) qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 2, 595; ich verspil mich offt bisz ans hemb. ausztrag ich kleider, bett und zin. das geht offt als an galgen hin Hans Sachs 7, 28 K.; ein pantzer fleck mus man auch haben und tzu der hackbenck ein banck schaben schussel teller von holtz und tzin schussel und teller korb tzu yn ... sulchs in die kuchen sich geburn gedichte v. hausrath (1899) a 2b Hampe; die laggeien, trometer, sahlknecht und dann der canzleyjung sollen ... daran sein, das allweg die zinn oder blech wie auch die uberbliebene speisz und tranckh wieder in die kuchen und keller ... getragen ... werden (1581) dt. hofordnungen d. 16. u. 17. jhs. 2, 197 Kern; ähnlich ebda 208; ging so gar in sein alte küche ... und zählte das zinn und steingut durch Bahrdt gesch. s. lebens 1, 348; Bibulus ist gar nicht stoltz; denn er trincket wein ausz holtz, fängt in ziehn sein klares wasser: ist er dannenher ein prasser? Logau sinnged. 33 E.; 57; mit grobem zinn, die schlechtste edelfrau würd' es verschmähn, bedient man ihre tafel Schiller 12, 401 G.; zinn stagno, met. stagni, peltri, vasi, vasellamenti di stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; viel zinn haben haver molti stagni ebda; prang-zinn stagni di parada ebda 1466c; brauch-zinn, alltags-zinn stagni usuali ebda; aus zinn speisen mangiare di stagno (vasi di stagno) ebda 1466b; zinn, n., flache zinnerne schüssel Reinwald Henneberg 1, 201; all diese dinge, dieses steingut, dieses zinn, dieses blecherne geschirr Ludwig ges. schr. (1891) 2, 272; [] braucht die kannen! ist erst wein darin, wird zum alten auch das neue zinn! G. Keller ges. w. (1889) 10, 31 die ältere zeit richtete ihr augenmerk mehr auf das geschirr als auf den stoff, aus dem dies bestand, und sagte daher ein zinn, anscheinend nur für einen teller oder eine schüssel und nicht für eine kanne: uff jeden tisch ain zin mit pfandkuchen und milkuchen (16. jh.) H. Fischer schwäb. 6, 1217; so soll sie ... mandel nemen und ... honig darber gieszen unnd in einem zin stehen lassen Gäbelkover artzneyb. (1595) 2, 34; denn bald bracht man do auff dem tische, ein zin mit grosz und kleinen fischen Eyering proverb. copia (1601) 1, 86. aus der bezeichnung des einzelnen stückes gelangte die sprache auch zur zählung mehrerer: sechs zyn gros und kleyn (1525) H. Fischer schwäb. 6, 1217; (der gast) bat die wirtin umb zwey zinn, er wolt lauffen zum marckt dort hin, ein bar gebratner hnner kauffen Eyering proverb. copia (1601) 2, 665; zerbrochne zihn und kannten (kannen, 1609) bei H. Fischer schwäb. 6, 1217; er ... war ganz gescheftig und bevalch mehrmals, die truchseszen sollten guete achtung geben zu denen silbrin zinen, also nampt er die silbrin blaten, damit die nit verloren oder sonst verwüst würden Zimmer. chron.2 3, 459 B. doch sind die zeugnisse selten. in anderen fällen erscheint nur eine scheinbare pluralform, die durch dichterisches unvermögen verschuldet ist: o dasz wir doch ... in zinnen schnupftoback, von leder hosen trügen Dusch verm. w. (1754) 171; herr kukuk, kann ich dienen, mit brötlein und mit bier? dann stellt sie mir auf zinnen die gottesgäbchen für Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 3, 238. dem diminutiv fehlt der artikel ein niemals: oxybaphum ... acetarium, vasculum scilicet aut catini genus, in quo acetum aut embamma apponitur ein zienlein oder essigschüslein, commentschüslein, salsirchen B. Faber thes. (1587) 578a; zinlein oder essigschssel, ein commentschszlein oxybaphum Decimator thes. (1615) reg.; bis sie, anstatt eines vesperbrods oder collation, einem jeden auf einem besondern kleinen zinnlein das essen brachten Havant d. christl. Ulysses (1678) 160; damit ein zinnlin nam unnd das hünlin anrichten wolt Montanus schwankb. 410 lit. ver.; ein schüsselchen, das nicht nur zum anrichten, sondern auch zur bereitung von arzneien dient: leg ein stcklin von tragant, einer hasselnusz grosz, in ein klein zinlin, geusz rosenwasser daran Gäbelkover artzneyb. (1596) 2, 73; nim herausz die gallen (einer jungen hündin), dieselbig stich auff unnd lasz die materi herausz in ein zinlin, das sauber sey ebda 1, 37, und sogar als pfanne verwendet wird: nimbt man darvon so viel man bedarffinn ein zinnlein oder pfännlin, lasset es warm werden Tabernämontanus kräuterb. (1588) 427. plur.: 2 klaine salzzinlin (1512) H. Fischer schwäb. 6, 1217. 4@cc) sonstige verwendung α) als augensalbe: des zins schaum ist guot zuo den plâtern in den augen Konrad v. Megenberg buch d. natur 480; gebräuchlicher war dafür die zinksalbe. β) als probier- und läuterungsmittel von flüssigkeiten: die wein probieren auch etliche also. sie nemmen dnne plech von plej, zinn oder kupffer dreyer finger lang und breyt, die machen sie glantzend, unnd hefftens mit wachs an die ponten der fasz, legens dann auff die fasz, gegen dem wein, unnd schlagens mit dem ponten hinein, nach viertzig tagen thun sie die ponten ab M. Herr d. feldbau (1551) 106b; und dann das wasser vom zinn eine süszigkeit empfahet Sebiz feldbau (1579) 18. 4@dd) verrichtungen am zinngerät. α) es wird gereinigt: das zinn splen, schAeuren, reiben, fegen lavare, rilavare, fregare, rifregare, rigovernare gli stagni Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; wî wollen ten schern wir wollten zinn [] scheuern Schambach Göttg. 228b; als ein gefäsz, das ... wie ein gescheuertes zinn immer leuchtender wurde Langgässer märk. Argonautenfahrt (1950) 406. β) altes zinngeschirr wird gegen neues umgetauscht: item adi 8 czugnio hat mir die Lochnerin eczlich alt czerprochen czin verwechszelt, darauf par geben 2 ℔ 26 D Tucher haushaltbuch 110 Loose; alt ò bruchzinn umtauschen barattare stagni vecchi, rotti contro delli nuovi Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; ohngefähr einen monat nachher ging er auf den boden und wollte das alte zinn zusammensuchen br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 45. γ) auf jahrmärkten werden zinngeräte als schiesz- oder spielpreise ausgesetzt; ein erfolgloser schütze beim armbrustschieszen klagt: mein weib wird sawer darzu sehen, das ich heut kein zin mit mir bring Hans Sachs 21, 92 K.-G.; (er) spielt ins zinn Fischart Garg. 73 ndr.; ins zin schieszen ob praemia stannea jaculari voc. v. 1618 bei Schmeller-Fr. 2, 1132; zin paschen um zinngeschirr würfeln ebda; sie ruffen: zeichen rein! und spielen um das zinn Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 538. δ) als glücksorakel, wofür in jüngerer zeit das bleigieszen üblicher war: des abends gieszen sie zinn bey wachsstöckchen Kotzebue s. dram. w. (1828) 20, 16. 55) in vergleichen mit edelmetallen a) zur bildlichen bezeichnung des geringeren wertes: ich hate ane wîven cranken sin, dî nouwe tin nemen vore alt golt Heinrich v. Veldeke in: minnesangs frühling 62, 21 Frings; ich bin ain golt, du bist ain zin liedersaal 2, 344, 56 Laszberg; virwiz wehselt durch gewin, biz daz er nimt vür silber zin Hugo v. Trimberg d. renner 1856 Ehrism.; ûzen golt und innen zin sint wîp und meide ân zuht, ân sin ebda 12 593; von guot entrin! dîn golt hât zin Frauenlob 42, 16 Ettm.; also der Phariseer lehr, das ist silber und blei, hat viel stoppel oder zien bei sich Mathesius erkl. d. ep. a. d. Corinther (1591) 1, 88b. b) in anderen beziehungen: was vormals unrecht, sünd und schand, das thut man itzt gut preisen, was vormals bley und zin genand, das heist man itzt hart eisen Johann Walther bei Wackernagel dt. kirchenlied 3, 191; denn viel suchen jetzt, die da finden, einer gold, der andere silber, einer kupfer, der andere zinn, und da es doch nicht soll von metallen verstanden sein, sondern vom geiste in der kraft J. Böhme s. w. 3, 376 Schiebler; weil er (Jean Paul) so viel gold besasz, als andere zinn, hat man als prunksucht getadelt, dasz er täglich aus goldenen gefäszen asz und trank Börne ges. schr. (1829) 4, 57; ein betrieger verkaufft zinn für silber Kirchhof wendunmuth 2, 226 lit. ver.; ihr meint doch zinn, herr kaiser? denn das hab ich; wenn ihr auf silber rechnet, thut mir 's leid Raupach dram. w. ernster gattung (1835) 7, 86. 66) die vocabulare setzen als lat. entsprechung für zinn stannum und dessen romanische abkömmlinge, selten plumbum album oder candidum ein, nur in den deutsch-ital. erscheint peltre, peltro (s. einleitung). reichliche belege, welche die ahd. der glossae Salomonis u. a. fortsetzen, seit dem 14. jh.; Adelung2 4, 1719; Campe 5, 870a. 77) belege für das prägnant gebrauchte diminutiv s. 4 b. 88) zinn- in fachausdrücken und seltenen zusammensetzungen anderer art (häufige zss. folgen unten an alphab. stelle): -abstrich, m., beim schmelzvorgange abgesonderte [] unreine zinnschicht Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 225; beim raffinieren des werkbleis ausgeschiedene unreine zinnschicht Meyers lex.7 12, 1812; -acker, m. Mathesius Sarepta (1571) 99b; -ader, f., a vain of tin in mines Ludwig teutsch-engl. (1716) 2596; zinnader in schmelzmischung Hoyer allg. wb. d. artillerie (1804) 1, 2, 191; -after, n., im hüttenbau ausgewaschener leerer zinnstein Adelung2 4, 1719; Campe 5, 870a; -amalgam, n., legierung von zinn und quecksilber Prechtl technol. encycl. (1830) 1, 246; -anbruch, m., anzeichen von zinnerz, welche man auf einem angefahrenen gange findet Campe 5, 870a; -arbeiter, m. Mathesius Sarepta (1571) 32a; Göthe IV 21, 306 W.; -art, f. Campe 5, 870a; Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 461; Töpfer lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 644; -auflösung, f., zinnlösung allg. dt. bibl. (1765) 42, 442; 60, 164; Göthe II 1, 214 W.; Campe 5, 870a; Schedel waarenlex. (1834) 2, 137; -bad, n., 'das geschmolzene zinn, in welches das blech beim verzinnen getaucht wird' Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 459; Mothes ill. baulex. (1881) 1, 222; -ballen, m., 'zinngatter, gatterweise oder in gestalt von gegatterten tafeln gegossenes zinn, welches hernach zusammengerollt wird und dann den namen zinnballen hat' Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1024a; Minerophilus bergwerckslex. (1730) 732; stannum in frustis malleo solidis redditis Frisch 2, 479a; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 733; Lichtenstein entdekte geheimnisse (1778) 159; Adelung2 4, 1819; Campe 5, 870a; -barren, m., in barrenform gegossenes werkzinn Peschel völkerkde (1874) 478; -baum, m., 'eine metallische vegetation, welche man erhält, wenn man eine zinkstange in eine auflösung stellt, indem sich dann das zinn in blättchen an das zink anlegt' Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 459; Lichtenberg verm. schr. (1800) 8, 129. eine andere entstehungsweise ist in Meyers lex.7 12, 1810 beschrieben; -becher, m., becher aus zinn Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 26, 143; A. Sperl söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 216; -becken, n. ebda 290; -beize, f., 'in salpeter und salzsäure aufgelöstes zinn, in der färberei zur erhöhung rother farben angewandt' Bucher kunstgewerbe (1884) 449a; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 290; -berg, m., zinnstein, la mine d'étain solide Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; zinn enthaltender quarz Mothes ill. baulex. (1881) 4, 515; -beschlag, m., einfassung, umrandung mit zinn (1646) bei H. Fischer schwäb. 6, 3486; -bett, n., 'leberschlag oder braun kupferertz ... minera cupri hepatica livida' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 6, 14; 'in einigen oberdeutschen bergwerken der name eines braunen, bläulichen kupfererzes, welches halbkuglig bricht; vielleicht weil es unter dem zinnsteine bricht' Adelung2 4, 1719; 'bläulichbrauner zinnkies' Mothes ill. baulex. (1881) 4, 515; -bild, n., auf zinn gemaltes bild Arigo decamerone 503 Keller; s. zinn 4 a; -blatter(n), pl., karbunkel Tabernämontanus kräuterb. 447; 210; 271; -blech, n., gewalztes zinn: zinnplatte, zinnblech piastra di stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; sheet-tin, feuille d'étain Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 871; verzinntes eisenblech Ludwig teutsch-engl. (1716) 2597; -blei, n., gemisch von blei und zinn Muspratt chemie (1888) 1, 1619; -blende, f., eine mit zinnstein oder zinnerz verbundene blende Adelung2 4, 1719; blende mêlée de mine d'étain, f., blend mixed with tin-ore Beil technol. wb. (1853) 1, 672; -blume, f., 'flores Jovis, zinnblumen, ist ein flüchtig gemachtes und mehlfOermiges zinn, das durch hlffe eines flchtigen saltzes so weit gekommen ist' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 265; la fleur d'étain Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; -bord, n., bord oder 'wandbrett, worauf alle küchengeräthe aus zinn blank gescheuert hingestellt werden' Doornkaat Koolman 3, 412b; -brecht, adj., glänzend wie zinn, name einer apfelsorte H. Fischer schwäb. 6, 3486; -brett, n., wie -bord: H. Fischer schwäb. 6, 1217; v. Schubert selbstbiogr. (1854) 1, 109; -brillant, pl. -en, m., auch Faluner brillanten nach dem herstellungsort in Schweden genannt, stark glänzende schmuckgegenstände, bestehend aus glasperlen, welche in ein schmelzgemisch von blei und zinn getaucht worden sind, vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 2, 619; -bronze, f. ebda 11, 349; [] Bucher kunstgewerbe (1884) 449a; -büchse, f., zinnerne büchse, als salbenbehälter Paracelsus opera (1616) 1, 142b Huser; für tee Ritter erdkde (1822) 7, 477; für proviant Rosegger schr. (1895) II 5, 170; -butter, f., eine weiche masse, bestehend aus zinnchlorid mit wasserzusatz Campe 5, 870a; allg. dt. bibl. anh. 1/12, 294; Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 447; -chlorid, n., ätzende flüssigkeit, aus zinn durch chlor gebildet, spiritus fumans Libavii (1605) ebda 25, 446; -chlorür, n., zinnchlorid ebda; Sömmerring menschl. körper (1839) 6, 62; -dampf, m. Ackermann krankh. d. künstler u. handw. (1783) 2, 254; -decke, f., zinnschicht auf verzinntem eisen Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 433; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 10, 125; -deckel, m., zinnerner deckel von bierkrügen Gaudy s. w. (1844) 9, 96; H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 110; -draht, m., draht aus zinn J. E. Schlegel w. (1761) 5, 35; -eisen, n., ein meszgerät, mit welchem man die spannprobe nimmt Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -feile, f. 1) feile zur bearbeitung von zinnsachen Töpfer lehrb. d. orgelbauk. (1855) 675; Adelung2 4, 1720; lime à polir l'étain, f., file for polishing or cutting tin Beil technol. wb. (1853) 1, 672; 2) sehr feine feilspäne von zinn, ein wurmmittel allg. dt. bibl. anh. 58/86 (1771) 280; -figur, f. Schedel waarenlex. (1834) 2, 104; -fisch, m., der häsling, squalius leuciscus L. nach der silberglänzenden farbe an seiten und bauch benannt v. d. Borne fischzucht u. fischerei (1886) 135; s. zienfisch (sp. 1132); -flasche, f., zinnerne flasche (1576) bei H. Fischer schwäb. 6, 3486; Sperl söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 168; -flicker, m., ausbesserer von zinngerät Hildburghausen actenmäszige nachr. (1753) 42; -flöz, n., ein flöz, in welchem zinn bricht Adelung2 4, 1720; -folie, f., zu einem dünnen blättchen geschlagenes oder gewalztes zinn, stanniol Adelung2 4, 1720; Lichtenberg verm. schr. (1800) 8, 16; Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 422; -formation, f., nur bei Göthe belegt: I 36, 139 W.; II 5, 1, 224; II 9, 127; III 6, 121; IV 24, 13; IV 25, 96 u. ö.; -futter, n., innere zinnbekleidung von bleirohren Muspratt chemie (1888) 1, 1642; -gabe, f., bei schützenfesten ausgesetzter preis in zinngerät (1706) bei H. Fischer schwäb. 6, 3486; -gang, m., im bergbau ein gang, in welchem zinnerz bricht Adelung2 4, 1720; pl. zcenegenge (Freiberg 1377) urk.-buch d. st. Freiberg 2, 40; -gatter, n., im hüttenbau eine tafel gatterweise gegossenes zinn Voigtel wb. (1793) 3, 703a; Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; -gebirge, n., ein gebirge, in welchem zinngänge oder zinnflöze streichen Adelung2 4, 1720; Basilius Valentinus chymische schr. (1677) 2, 202; -gefäsz, n., zinnernes gefäsz acta publica 6, 323 Palm; W. Raabe s. w. I 6, 233; -gehalt, m., gehalt an zinn Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 415; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 1, 64; -gekrätz, n., abgang beim zinnschmelzen Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; Adelung2 4, 1720; Karmarsch-Heeren techn. wb.3 11, 351; -geld, n. Luschin v. Ebengreuth münzkde u. geldgesch. (1904) 35; -gelöt, n. H. Fischer schwäb. 6, 3486; -geschiebe n., 'zinngraupen ..., welche vom gebirge abgerissen und durch das wasser mit fortgeführt worden sind' Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 461; bergmänn. wb. (1778) 622; Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; -geschrei, n., das geräusch, welches eine zinnstange beim biegen von sich gibt Meyers lex.7 12, 1810; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 342; -geselle, m., gleich zinner 2 Voigtel wb. (1793) 3, 703b; Campe 5, 870b; -gestein, n. Basilius Valentinus chym. schr. (1677) 2, 210; -gieszen, n., silvesterbelustigung mit gieszen von zinnfiguren, aus deren gestalt das glück im neuen jahr vorgedeutet wird Frischbier 2, 494a; -gieszfasz, n. Zingerle mittelalt. inventare (1909) 14; -glanz, m., ein zinnerz Basilius Valentinus chimische schr. (1677) 2, 126; glänzender zinnüberzug Hoyer wb. d. artillerie (1804) 2, 156; -glasur, f., zinnschicht auf töpfer- und porzellanwaren, den sog. fayencen und majolicawaren Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 131; -glöckel, n., sterbeglöcklein, aus minderwertigem metall H. Fischer schwäb. 6, 1218; Hügel Wien 195b; Schacherl Böhmerwald 44; -granat, m., [] eine art dunkelbrauner granaten, welche zinnhaltig sind Adelung2 4, 1720; ein zinnerz von dunkelbrauner farbe Lichtenstein entdekte geheimnisse (1778) 222; Voigt beitr. z. e. mineral. id. 326; Krünitz öcon. encycl. (1773) 19, 703; -gras, n., österr. gleich zinnkraut Söhns pflanzen6 99; -groschen, m., 'ein stückchen zinn, etwas gröszer als ein thalerstück, worauf sich das zeichen der zeche, von welcher es ist, geprägt befindet' Campe 5, 870b; -gusz, m., gegossenes gerät aus zinn A. v. Arnim s. w. (1853) 3, 20; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 4, 727; ausführlich Meyers lex.7 12, 1813; -hammer, m., 'bei den orgelbauern ein hammer mit einer groszen polierten bahn, die gegossenen zinntafeln damit fester zu schlagen, damit die pfeifen heller klingen' Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; abweichend Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 391; -händler, m., zinnkrämer, händler mit zinngeschirr Campe 5, 870b; -haus, n., werkstatt der blechhämmer, in der die eisenbleche verzinnt werden Hübner cur. u. reales lex. (1714) 1734; Minerophilus bergwerckslex. (1730) 732; Frisch 2, 479a; Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -hell, adj., blank wie zinn, übertr. zinhelle säu wahre säue Schmeller-Fr. 2, 1132; -herd, m., herd vorm schmelzofen, in dem sich das daraus flieszende zinn sammelt Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -herr, m.: ziener, zienherr hieszen die ersten bauenden gewerken in Altenberg Merkel Kursachsen 2, 29 bei Müller-Fr. 2, 707a; -heu, n., equisetum arvense, der ackerschachtelhalm, steiermärk. Popowitsch versuch (1780) 637; Holl pflanzennamen (1833) 322a; Söhns pflanzen (1899) 65; -hobel, m., ein hobel, mit welchem die orgelbauer die zinnplatten für die pfeifen glatt hobeln Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; Töpfer lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 675; -känsterlein, n.: zinnkensterlin Fischart Garg. 109 ndr.; s. känsterlein teil 5, sp. 171; -kasten, m., zinnerner kasten Leipziger avanturieur (1756) 2, 84; schrank zur aufbewahrung von zinngeschirr (1621) H. Fischer schwäb. 6, 3487; rahmen zum gusz von zinnplatten Töpfer lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 644; -kaule, f., zinngrube: zynnenkuyllen (Cornelismünster 1413) weist. 2, 783; -keffer, m., gleich zinngraupel oder -gräuplein Noel Chomel öcon. lex. (1750) 5, 1070; -kessel, m., kessel des zinnherdes einer blechzinnerei Beil technol. wb. (1853) 1, 673; kessel aus zinn zum auskochen von rizinusöl aus rizinussamen Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 6, 411; zum kaffeesieden A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 374; -kies, m., mit schwefel, kupfer, eisen vermengtes zinnerz Pansner frz.-dt. miner. wb. (1802) 57; Oken allg. naturg. (1839) 1, 415; -knecht, m., aufwärter für das zinnerne tafelgeschirr (meckl. 1524) hofordn. 1, 188 Kern; (schwäb. 1610) H. Fischer 6, 1218; -knopf, m., zinnerner knopf Prechtl technol. encycl. (1830) 8, 401; -knoop Mensing schlesw.-holst. 5, 66; -knopfmacher, m. Casseler ztg. (1731) 346; -korn, n., pl. -körner körner von zinnmetall in erde oder schlacken Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 226; Knebel liter. nachl. (1835) 3, 382; -kram, m., bottega da stagnaio; stagnaria Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; -krankheit, f., s. zinn 2 a; Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 73; -krätze, f., die oxydschicht auf dem schmelzenden zinn, die vorstufe der zinnasche Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; Campe 5, 871a; Zappe mineral. hdlex. (1817) 3, 260; -kristall, m., pl. quarzkristalle, welche zinngraupen enthalten Adelung2 4, 1720; allg. dt. bibl. (1765) 83, 470; -krücke, f., 'bei den orgelbauern ein hölzerner, oben und unten offener kasten mit beweglichen querbrettern, das zu den pfeifen gegossene zinn damit zu plätten' Campe 5, 871a; Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1024b; Voigtel wb. (1793) 3, 703b; -krug, m., zinnerner bierkrug W. Raabe s. w. I 4, 409; -kuchen, m., gegossene zinnmasse Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 395; Göthe I 44, 211 W.; -lampe, f. Chr. Rogge franktireurfahrten (1914) 97; -läuse, pl., 'schwarze flecken in lange ungebrauchtem zinngeschirr' Kehrein Nassau 1, 454; -legierung, f., mischung von zinn mit anderen metallen Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 442; -leute, pl., vornehme leute, die aus zinngeschirr speisen (beleg v. 1586) H. Fischer 6, 1218; -licht, adj., [] klar, hell, lauter (vom wasser) Jakob Wien 226; Hügel Wien 195b; Unger-Khull steir. 652b; Schmeller-Fr. 2, 1132; H. Fischer schwäb. 6, 3487; -löffel, m., zinnerner löffel; -lösung, f. Muspratt chemie 3 (1891) 38; Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 394; -lot, n., aus zinn und blei, auch wohl wismut, gemischtes schnell- oder weichlot der klempner, früher auch der glaser Adelung2 4, 1720; Zappe mineral. hdlex. (1817) 3, 231; -meister, m., aufseher über das zinngeschirr (1718) H. Fischer schwäb. 6, 1218; -metall, n.: zyn metal (1522) Lori baier. bergrecht (1764) 186; zinnmetall Epimetheus Pandora (1588) 292; -mine, f., das gelände, in dem sich zinnerz befindet, zinnbergwerk Ritter erdkde (1822) 4, 800; Baer red. u. versch. aufs. (1864) 3, 312; -münze, f. Ritter erdkde (1822) 5, 88; Baer red. u. versch. aufs. (1864) 3, 314; -mus, n., in einer zinnschüssel bereitetes mus (1761) H. Fischer schwäb. 6, 3487; -mutter, f., in scheidewasser gelöstes und nach wasserzusatz eingetrocknetes zinn, welches anderm geschmolzenen zinn zugesetzt wird, um es geschmeidiger und schöner zu machen bergmänn. wb. (1778) 623; Adelung2 4, 1721; Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 470; -ofen, m., sowohl der schmelzofen der hütte als auch der ofen der blechhämmer, worin die eisenbleche überzinnt werden Minerophilus bergwerckslex. (1730) 732; Herttwig bergbuch (1734) 433a; Adelung2 4, 1721; -oxyd, n., zinnsäure Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 224; Oken allg. naturg. 1 (1839) 201; Muspratt chemie 8 (1905) 910; -pausche, f., die beim schmelzen unreinen werkzinns auf dem floszherde übrigbleibende ungeschmolzene masse Meyers lex.7 12, 180 (vgl.pauschherd teil 7, sp. 1513); -pest, f., zerfall des zinns bei lange andauernder kälte in ein graues, nichtmetallisches pulver Meyers lex.7 12, 1815; -pfanne, f. 1) in den blechhämmern die eiserne pfanne des ofens, in welcher die eisenbleche verzinnt werden Adelung2 4, 1721; 2) pfanne des zinngieszers (1670) H. Fischer schwäb. 6, 3487; Follmann Lothr. 558b; -pfeife, f., orgelpfeife aus zinn Campe 5, 871a; Jean Paul w. 54, 16 Hempel; -plane, f., zinnplatte (16. jh.) H. Fischer schwäb. 6, 3487; (15. jh.) bei Zingerle inventare (1909) 98; -pletz, n., stück zinnblech, zinnteller Hans Sachs 5, 247 K.; -pochwerk, n. Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 291; -probe, f., prüfung der güte des zinns J. Möser s. w. (1842) 1, 285; Adelung2 4, 1721; Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 228; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 345; -puder, m., pulverförmiger zinnabstrich Meyers lex.7 12, 1815; -pulver, n. Rivius Vitruv (1575) 590; J. Chr. Sturm kurtzer begriff d. physic (1713) 229; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 2, 172; -quarz, m., zinnhaltiger quarz Adelung2 4, 1721; Beil technol. wb. (1853) 1, 673; -rahmen, m., -rehm, f., (1571) rahmengestelle zum aufstellen des zinngeschirrs Unger-Khull steir. 652b; -raspe, f., feile für zinnwerk (1393) Marienburger ämterb. 143 Ziesemer; -ring, m. Vischer auch einer (1879) 1, 168; -rost, m., gerösteter zinnstein Voigtel wb. (1793) 3, 704a; Adelung2 4, 1721; -salz, n., in säuren gelöstes zinn Thurneysser magna alch. (1583) 142; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2422; sel de Jupiter Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1109a; Liebig hdb. d. chemie (1843) 500; -sarg, m., zinnerner sarg Dehio gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 404; Max Dreyer erdkraft (21943) 203; -sarkophag, m., zinnerner sarkophag K. Kluge Kortüm (1938) 117; -sauer, adj., zinnoxyd oder durch säuren gelöstes zinn enthaltend Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 445; Oken allg. naturg. 1 (1839) 327; -säure, f., zinnoxyd Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 444; Oken allg. naturgesch. 1 (1839) 327; Liebig hdb. d. chemie (1843) 498; -schacht, m., zinnbergwerk: plumbaria Stieler stammb. (1691) 1702; miniera da stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; -schale, f., zinnerne schale (1486) bei Röhricht pilgerreisen (1880) 149; -schau, f., behördliche prüfung der zinnwaren H. Fischer schwäb. 6, 3487; -schauer, m., der die schau besorgt (1670) ebda; -scheibe, f., 'hölzerne schleif- und polirscheibe, auf deren peripherie ein ring aus blei und zinn aufgegossen ist' Bucher kunstgewerbe (1884) 449b; Karmarsch-Heeren [] techn. wb. 4 (1880) 62; -scherbe, f., zinnteller (1576) bei H. Fischer schwäb. 6, 3487; -schieszen, n., schieszen um zinn (1706) ebda; -schlacke, f., pl., zusammengebackene rückstände beim schmelzen von zinnerzen: Mathesius ausg. w. 4, 171 L.; Martin Ruland lex. alch. (1612) 369; Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 228; Mothes ill. baulex. (1881) 4, 130; -schläger, m.: batteur d'étain en feuilles Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1109a; -schlich, -schliech, m., schwarzer zinnsand Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 442; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 964; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 7, 60; -schmelzen, n. Schönberg berginform. (1693) 2, 122; -schmelzer, m. Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 121a; excoctor nigrorum lapillorum Frischlin (1586) 150a; Span spec. juris metallici (1698) 131; Ritter erdkde (1822) 5, 77; -schmuck, m., Faluner brillanten Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 442; Meyers lex.7 12, 1815; -schnalle, f., zinnerne schnalle, besonders an schuhen Tieck schr. (1828) 17, 206; -schnur, f., schmuck an hüten Mathesius Sarepta (1571) 32a; -schörl, m., 'eine taube, räuberische bergart, welche den zinngraupen gleicht' Adelung2 4, 1721; Campe 5, 871b; -schrank, m., schrank für zinnerne geschirre und geräte Stieler stammb. (1691) 1915; Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; Campe 5, 871b; -schwamm, m., argentin, durch fällen von zinnsalz mit zink gewonnen Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 349; -span, m., pl., bei der bearbeitung von zinngusz abfallende späne ebda 4, 131; Avé-Lallemant gaunerth. 2, 268; -spat, m., zinnhaltiger spat allg. dt. bibl. (1765) 62, 431; Voigt beitr. z. e. min. id. 326; Adelung2 4, 1721; -speise, f., obere, eisenhaltige schicht der geschmolzenen zinnmasse Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 229; -spiel, n., ein volkstümliches würfelspiel um zinngeschirre im schieszgraben Birlinger schwäb.-ausgb. 440a; -staub, m., 'pompholyx, quae in caminis colligitur, ubi plumbum candidum coquitur' (unrichtig, trifft auf die zinkblumen zu, s. zink, n.) Martin Ruland lex. alch. (1612) 382; -stäuber, m., federbusch zum abstäuben von zinngeschirr im haushalt Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 531; -stock, m. 1) gleich zinnstockwerk; 2) ein hölzener stock, über welchen das gegossene zinn zu ballen geschlagen wird Adelung2 4, 1721; -stockwerk, n., von zinnerzadern durchsetzte gesteinsmasse ebda; Zappe miner. hdlex. (1817) 1, 87; Mothes ill. baulex. (1881) 4, 515; Meyers lex.7 12, 1816; -stück, n., ein stück zinnerz Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 449; d. beutelschneider od. diebshist. (1641) 5, 274; -stufe, f., ein stück zinnerz Adelung2 4, 1721; Göthe I 36, 120 W.; III 5, 39; IV 28, 141; -sud, m., flüssigkeit aus weinstein und gekörntem zinn Prechtl technol. encycl. (1830) 19, 628; -tuch, n., tuch zum reinigen des zinngeschirrs (Pfalz 1526) hofordn. 2, 178 Kern; Unger-Khull steir. 652b; -wage, f., wage in zinnbergwerken Schönberg ausf. berginform. (1693) 1, 206; -wagemeister, m., die zum wägen des zinns in den bergwerken bestellte person ebda; Minerophilus bergwerckslex. (1730) 733; Campe 5, 871b; -wald ort im Erzgebirge; -ware, f. Campe 5, 871b; Ritter erdkde (1822) 5, 218; Schedel waarenlex. (1834) 1, 230; Dehio gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 188; -wärter, m., aufseher über das zinngeschirr der hofhaltung (Pommern 1575) hofordn. 1, 126 Kern; Hessen-Casselscher staats- u. adresscalender (1764) 44; -wäsche, f. 1) gleich zinnseife Adelung2 4, 1721; Ritter erdkde (1822) 5, 127; Knebel liter. nachl. (1835) 3, 382; Ratzel Deutschl. (1911) 35; 2) 'im hüttenbaue eine anstalt, wo das gepochte zinnerz vor dem schmelzen gewaschen, d. i. durch das wasser von den tauben steinarten geschieden wird' Adelung2 4, 1721; -wäscherin, f., 'an den höfen eine weibliche person, welche das zinnerne gerät zu waschen und rein zu erhalten hat' ebda 4, 1722; -weisz, adj., weisz wie reines zinn Illiger thier- u. pflanzenreich (1800) 90; Campe 5, 871b; Oken allg. naturg. 1 (1839) 96; Liebig hdb. d. chemie (1843) 340; -zaine, f., zinnstange, (dim. zihnzeunlein Mathesius ausg. w. 4, 171 L.; -zeche, f., zinnhütte (1645) Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 615; -zehent, m., zehnt an zinnstein Schönberg berginform. (1693) 1, 220; -zeug, n., zinngeschirr (1745) [] Friedrich d. grosze br. an Frederdorf 56 Richter; tinntüg Mensing schlesw.-holst. 5, 66; Woeste-Nörrenberg 272a; -zug, m., 'das in gitteriger oder anderer künstlicher gestalt gegossene oder gleichsam gezogene zinn' Adelung2 4, 1722; Campe 5, 871b; -zwitter, m., 'kleine zinngraupen, an welchen die eckige gestalt nicht kenntlich ist, und welche anderm gesteine eingesprenget sind' Adelung2 4, 1722; 'jedes klare gemenge von zinnerz und gang- oder gebirgsart' Voigt beitr. z. e. miner. id. 326; name eines mit zinnstein durchsetzten granits Karmarsch-Heeren (1876) 11, 355; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872.
52601 Zeichen · 1288 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zinn

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Zinn , des -es, plur. doch nur im gemeinen Leben von mehrern Arten und Quantitäten, die -e. 1. Ein weißes unedles Me…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zinn

    Goethe-Wörterbuch

    Zinn [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zinn

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Zinn , lat. stannum, Jupiter , Metall von bläulich-weißer Farbe, stark glänzend, geschmolzen von 7,291, gewalzt 7,299 sp…

  4. modern
    Dialekt
    Zinn

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Zinn [Tsen Co. K. Z. ] n. Zinn. — Bayer. 2, 1131.

  5. Spezial
    Zinn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zinn n. (-[e]s) ‹chim› (Metall) stagn m. , pelter m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zinn

292 Bildungen · 250 Erstglied · 36 Zweitglied · 6 Ableitungen

zinn‑ als Erstglied (30 von 250)

Zinn I

SHW

Zinn I Band 6, Spalte 825-826

Zinn II

SHW

Zinn II Band 6, Spalte 825-826

Zinndeckel

SHW

Zinn-deckel Band 6, Spalte 825-826

Zinnkraut

SHW

Zinn-kraut Band 6, Spalte 827-828

Zinnlappen

SHW

Zinn-lappen Band 6, Spalte 827-828

Zinnlicht

SHW

Zinn-licht Band 6, Spalte 827-828

Zinnlippes

SHW

Zinn-lippes Band 6, Spalte 827-828

Zinnpfanne

SHW

Zinn-pfanne Band 6, Spalte 827-828

Zinnsand

SHW

Zinn-sand Band 6, Spalte 827-828

Zinnteller

SHW

Zinn-teller Band 6, Spalte 827-828

Zinnzinn

SHW

Zinn-zinn Band 6, Spalte 827-828

Zinnafter

Adelung

zinn·after

Das Zinnafter , des -s, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, ut. nom. sing. in dem Hüttenbaue, ausgewaschener leerer Zinnstein…

Zinnanbruch

Campe

zinna·n·bruch

Der Zinnanbruch , — es, Mz. — brüche , im Bergbaue, Anzeigen von Zinnerz, welche man auf einem angefahrenen Gange findet. Die erste Anzeige,…

Zinnart

Campe

zinn·art

Die Zinnart , Mz. — en . 1) Eine Art Zinnes. 2) S. Campe Zinnanbruch .

zinnasche

DWB

zinna·sche

zinnasche , f. , zinnoxyd, verbranntes zinn, ein weiszliches pulver, welches sich aus der zinnkrätze, der grauen haut auf einer geschmolzene…

Zinnaschenbüchse

Campe

zinnasche·n·buechse

Die Zinnaschenbüchse , Mz. — n , bei den Gürtlern, eine Büchse mit Zinnasche, deren sie sich zum Blänken ihrer Arbeiten bedienen.

Zinnballen

Adelung

zinn·ballen

Der Zinnballen , des -s, plur. ut nom. sing. in dem Hüttenbaue, ein Ballen zusammen gerolltes und wie ein Gitter gegossenes Zinn.

zinnbergwerk

DWB

zinn·bergwerk

-bergwerk , n. , ' ein bergwerk, wo auf zinnerz gebauet wird, wo zinnerz oder zinnstein gebrochen wird ' Campe 5, 870 a ; Adelung 2 4, 1719;…

Zinnbêtt

Adelung

zinn·bett

Das Zinnbêtt , des -es, plur. inusit. in einigen Oberdeutschen Bergwerken, der Nahme eines braunen, bläulichen Kupfererzes, welches halbkuge…

zinnblatt

DWB

zinn·blatt

-blatt , n. 1) zu dünnen blättern getriebenes zinn, stanniol, zinnfolie Campe 5, 870 a ; stanniol vel stannum foliatum zinnblätter Marperger…

zinn als Zweitglied (30 von 36)

blockzinn

DWB

block·zinn

blockzinn , n. zinn, das in blöcken gegossen ist, entgegengesetzt dem stabzinn.

Flußzinn

Campe

fluss·zinn

Das Flußzinn , des — es , o. Mz . Zinnerz, das in abgerundeten Stücken vorkömmt, welche Gestalt es durch das Wasser erhalten hat.

fluszzinn

DWB

flusz·zinn

fluszzinn , n. stannum rude, zinnerz in abgerundeten stücken.

hartzinn

DWB

hart·zinn

hartzinn , n. eine composition von zinn, spieszglanzkönig und kupfer. Jacobsson 6, 44 a .

hauzinn

DWB

hau·zinn

hauzinn , n. zinnplatte, worauf der gürtler mit dem hauer die knopfscheiben aus messingblech aushaut. Jacobsson 2, 239 a .

hüttenzinn

DWB

huetten·zinn

hüttenzinn , n. reines zinn ohne zusatz und zuschlag, wie es aus den zinnhütten kommt.

Malakkazinn

GWB

malakka·zinn

Malakkazinn ‘Malacca-Zinn’ besonders hochwertiges, reines Zinn von der Halbinsel Malaysia, hauptsächlich durch England importiert; hier bezo…

pfundzinn

DWB

pfund·zinn

pfundzinn , n. nennt man das sächsische und böhmische zinn. Richter berg- u. hüttenlex. 2, 136 .

probezinn

DWB

probe·zinn

probezinn , n. der probe entsprechendes, richtig mit andern metallen versetztes zinn. Jacobsson 3, 306 a .

reichsprobezinn

DWB

reichsprobe·zinn

reichsprobezinn , n. zinn, das die reichsprobe besteht, eine mischung von zehn theilen zinn und einem theile blei. Jacobsson 7, 52 b .

rosenzinn

DWB

rosen·zinn

rosenzinn , n. eine legierung, welche auf 15 theile zinn 1 theil blei enthält; auch feines, englisches zinn. Jacobsson 3, 449 a .

schlackenzinn

DWB

schlacken·zinn

schlackenzinn , m. das beim schmelzen der schlacken erhaltene zinn, welches für das geschmeidigste und beste gilt. Jacobsson 3, 608 a .

schnellzinn

DWB

schnell·zinn

schnellzinn , n. aus zinn, wismuth und blei bestehendes schnellloth, wie es die gürtler brauchen Adelung. Jacobsson 4, 27 a .

schwarzzinn

DWB

schwarz·zinn

schwarzzinn , n. in den zinnhütten zinn, das zum schmelzen völlig fertig ist. Jacobsson 7, 293 a , das röstprodukt des in England vorkommend…

seifenzinn

DWB

seifen·zinn

seifenzinn , n. bergmännisch zinn, wie es durch das waschen des zinnsteins in seifen gewonnen wird: das fluszzinn, seifenzinn, waschzinn, be…

stangenzinn

DWB

stangen·zinn

stangenzinn , n. zinn in stangen. Campe ; ' kömmt aus England in stangen, von ohngefähr eines fingers dick, und einer ellen lang. ' Jacobsso…

steinzinn

DWB

stein·zinn

-zinn , n. ' handelsname einer geringen zinnqualität ' Karmarsch-Heeren 8, 477 ; d) farbe:

stromzinn

DWB

strom·zinn

stromzinn , m. , synonym zu seifenzinn ( th. 10, 1, 194/5), zinnsand; lose zinnkörner in sand- oder kieszlagern, zumeist in thälern Prechtl …

suppenzinn

DWB

suppen·zinn

suppenzinn , n. , zinnernes suppengeschirr: 3 suppenzihn, 13 gemiesszihn ( inv. v. j. 1623) Fischer schwäb. 6, 3261 . —

Ableitungen von zinn (6 von 6)

bezinne

BMZ

bezinne swv. ein rôter munt mit wîʒen zenen harte wol bezinnet wie mit zinnen versehen MS. 1,165. b.

bezinnen

DWB

bezinnen , stanno obducere, verzinnen, doch mhd. war es pinna ornare: munt mit wîʒen zenen harte wol bezinnet. MS. 1, 165 b .

verzinnen

DWB

verzinnen , vb. , ' mit zinn versehen ' ; mhd. verzinen, abgeleitet von mhd. zinen, vgl. vergolden, versilbern, verkupfern; zu schwankungen …

verzinnung

DWB

verzinnung , f. 1) handlung oder vorgang des verzinnens: Schwan nouv. dict. 2 (1784) 948 b ; die verzinnung ... durch eintauchen des metalls…

zinne

DWB

zinne , f. , zinnen- in zss. und zinnen, adj., s. unten am ende der zinn- zusammensetzungen.