zinn,
n. ,
das metall zinn; ein germ. wort: anord., ags., mndl., mnd., ndl., nd. tin,
n., dän., engl. tin,
schwed. tenn
gehen aus germ. *tina-
hervor, das im finn. tina
fortbesteht; ahd., mhd. zin,
n., gen. zines,
nhd. zinn,
gen. zinnes, zinns.
im ostfränk. und md., auszer den rheinischen landschaften, ist, seit dem 15.
jh. erkennbar, gedehntes zīn,
geschrieben [] zien, ziehn, zihn,
gebräuchlich, vgl.: zihn Harsdörffer
frauenz.-gesprächsp. (1641) 2, 186; ts Gebhardt
Nürnberg 43; dsī
n Roedder
bad. Frankenland 581
b; ziene (
Frankfurt 1428)
beitr. z. gesch. d. dt. spr. u. lit. 4, 20; zien Alberus (1540) Ji 3
a; zihn zien Luther; zien Agricola
sprüchw. (1534) A 5
b; Zehner
nomencl. (1645) 150; J. Prätorius
glückstopf (1669) 27; B. Krüger
Clawert 58
ndr.; dsī Gerbet
Vogtland 74; zīn zī Müller-Fr. 2, 707
a; zien L. Ercker
beschr. aller min. ertzt (1580) 42
a; zihn Mathesius
Sarepta (1562) 100
a; zien Comenius (1638)
nr. 101; ziehn Logau 33
E.; zien Lohenstein
Arminius (1689) 2, 301
a; zien ziehn Steinbach
dt. wb. (1734) 2, 1093; zcyen Claus Cranc
Jes. 1, 25.
das schwäb. gebiet längt und diphthongiert den stammvokal unter nasalschwächung und -schwund: tsẽn, tsẽ, tsĩ, tsãẽ H. Fischer 6, 1217; tsaĩ Jutz
alem. mda. 81; zi Kuen
oberschwäb. mda. 56.
die flektierten formen des mnd. zeigen in den meisten nd. landschaften senkung und dehnung, doch stehn neben vorwiegendem tenes
und tene
auch tinnes
und tinne (
belege für tenes, tene
s. bei Schiller-L. 4, 527
b);
bisweiten schlieszt sich der nom. mit teen
an die flektierten fälle an (
s. ebda).
unter demselben lautgesetz stehen frühe ostmd. zeugnisse: 3 pfundt zens zun buchsen (1401)
Marienburger tresslerb. 119
Joachim; 18½ pfundt zeen (1401)
ebda 121; czeen (
Elbing)
beitr. z. gesch. d. dt. spr. u. lit. 44, 144; 30 zcent. zcehens (
Freiberg 1458)
urk.-buch d. st. Freiberg 2, 439;
das heutige nd. besitzt tinn,
doch senkt das ostfäl. gebiet zu tenn,
bezeugt durch Deiter
Hastenbeck 149, Flemes
Kalenberg 369, Schambach
Göttingen 228
b, Damköhler
Nordharz 194
a, Danneil
altmärk.-plattdt. 223
a.
das südndl. senkungsgebiet setzt sich im Rheinland fort, gelangt aber rechts des Rheins nur zum geschlossenen e: ten Kilian 668
b H.; zën Rovenhagen
Aachen 167
a; tenn
Elberfeld. wb. 162
a; ten Leihener
Cronenberg 122
a.
rundung begegnet in zön Laven
ged. i. Trierer mda. 290; zönn
M. Schultze
nordthür. mda. 47; tönn Fischer
Samland 100.
nordfries. tën P. Jensen
Wiedingharde 621; ten Siebs
Helgoland 293
b; tann Schmidt-Petersen 134
a.
beachtenswert noch der sing. zinnen Schottel
teutsche haubtspr. 146; tinən Bauer-Collitz
Waldeck 104
a.
der plur. wird selten bezeichnet, vgl.: ziner
Altprager stadtrecht 96, 142
Rössler; zu denen silbrin zinen
Zimmer. chron.2 3, 459
B.; ziene
zinnballen s. zinnkammer.
das -e-
in der fuge der zusammengesetzten substantive rührt nicht von zinn
her, sondern geht auf das adj. zinnen
zurück (
s. dort die einleitung).
mask. geschlecht tritt im ostmd. auf, z. b. bei L. Ercker
beschr. aller min. ertzt (1580) 42
a; Lohenstein
Arminius (1689) 2, 301
a; Steinbach
dt. wb. (1734) 2, 1093; T. Hermes
Sophiens reise 6, 266;
aber auch im mfränk. bei Ph. Laven
ged. i. Trierer mda. 290.
das metall zinn ist von groszer bedeutung für die vorgeschichtliche kultur gewesen; die bronzekultur beruht auf ihm, da zinn dem kupfer beigemischt die härtere bronze erzeugte und damit ein metall, geeignet für waffen und dauerhafte schmucksachen und kunstwerke, ergab. da sich zinnerze nur an wenigen stellen der erde vorfinden, hat früh ein reger handelsverkehr von den zinnbergwerken her in alle kulturgebiete eingesetzt. dasz zur versorgung Europas und der vorderasiatischen kulturen zinn aus Hinterindien bezogen worden ist, läszt sich nicht erweisen. vor dem beginn des zinnbergbaus in Britannien, den man um 1300
annimmt, können persische zinnvorkommen ausreichende mengen geliefert haben. mit dem aufkommen des handels der Phönizier aber erhielt der nahe osten und Europa das zinn allein aus den bergwerken in Cornwall und Spanien. ja dieses wurde, wie die aufnahme des griech. wortes κασσίτερος ins sanskrit als kastīram,
vermittelt durch arab. kasdīr kazdīr,
lehrt, bis nach Indien verhandelt. die Südslawen bekamen das zinn durch dieselbe vermittlung; davon zeugt das aslaw. kaisiterъ kositerъ,
bulg. kositro,
serbokroat. kòsitar kòsiter.
neben einer behelfsmäszigen benennung plumbum album
oder candidum,
während das blei selbst als plumbum nigrum
unterschieden wurde, gebrauchten die Römer das wahrscheinlich kelt. wort (Walde-Hofmann 2, 585) stagnum stannum,
vgl. [] cymr. ystaen,
bret. sten,
das ursprünglich eine mischung von blei und silber bezeichnete. aus dem lat. stagnum
sind ital. stagno,
frz. étain,
span. estaño
hervorgegangen. ein zweites wort der südlichen Romania (
prov. peltre peutre,
span. portug. peltre,
ital. peltro,
ins engl. als pewter,
ins ndl. als piauter
und ins isländ. als pjátur
entlehnt; ein vlat. *piltrum
voraussetzend)
war eine bezeichnung einer mischung von blei und zinn; nach H. Flasdieck
zinn u. zink (1952) 71
wohl einer voridg. mittelmeerischen sprache angehörig. von der idg. wurzel *elu- '
gelblich'
stammt abulg. olovo
blei, russ. olovo
zinn, apreusz. alwis,
lit. álvas
zinn. den Germanen ist *tina-
eigen; dessen hd. form haben die Westslawen übernommen als sorb. cyn,
tschech. cín,
slow. serbokroat. cìn,
poln. cyna.
die räumliche lage des sprachgebietes zinn
zwingt zu der auffassung, dasz zinn
ein heimisches wort ist; es unterliegt daher keinem bedenken, es aus germ. wortstoff herzuleiten. die schon von Mathesius
Sarepta (1562) 135
b geäuszerte vermutung, die später bei anderen wiederkehrt, dasz das deutsche wort zyn von zeinen her genent sey, (
darum) das mans anfenglich zu zeinen gegossen,
ist sprachlich durchaus haltbar, da *tina-
als schwundstufe von got. tains,
m., zweig, anord. teinn,
m., schöszling, sprosz, stab, spiesz, ags. tān,
m., gerte, zweig, ahd. mhd. zein,
m., stab, rohr, gerte, mnd. tên,
m., dünne metallstange erklärt werden kann, zumal die zuletzt angeführte und ob. sp. 208
für das nhd. zain
mitgeteilte gleiche bedeutung diesen sprachlichen ansatz unterstützt. hinzukommt die wichtige angabe Diodors 5, 22,
dasz das am vorgebirge Belerion in Cornwall gewonnene zinn in barrenform, als ἀστράγαλοι,
auf dem see- und landwege ausgeführt worden sei. auch kommen barren und guszkuchen hin und wieder in gieszereifunden des kontinents vor (
s. Ebert
reallex. d. vorgesch. 14, 536
a).
zur geschichte der etymologie vgl. O. Schade
altdt. wb.2 2, 1263
a und H. Flasdieck
zinn u. zink (1952) 73. 11)
zur geschichte der zinngewinnung und -verwendung. 1@aa)
als mittel des kulturfortschrittes: mehr noch als das silber hat in früheren entwicklungsstufen das zinn die menschliche gesittung gefördert Peschel
völkerkde (1874) 224.
zinn hat die bronzekultur ermöglicht. ungemischt hat man es in vorgeschichtlicher zeit und in der antike zu schmucksachen und zu beschlägen verwendet (
s. Ebert
reallex. d. vorgesch. 14, 536
a): blî unde zin bringet man wol von einander, zin unde silber, zin unde golt, kupfer unde golt bringet man ouch von einander, kupfer unde silber: dehein erze ist sô getân, ein meister bringe si wol von einander, wan eht zin unde kupfer Berthold v. Regensburg
pred. 1, 76
Pf.; es (
das harnisch) hett von stahel festigklich wol zehen schwartzer langer strich, zweintzig von kostbarlichem zin Spreng
Ilias (1610) 138
a.
inbezug auf den gebrauch als metallgeld bemerkt Luschin v. Ebengreuth: zinn wurde in Europa wegen seiner weichheit nur zu notmünzen ... benutzt
münzkde u. geldgesch. (1904) 35.
drei im moor bei Belgard gefundene zinnringe deutet man als ringgeld: Fr. Kauffmann
dt. altertumskde 1, 125.
eine starke zunahme erfuhr der verbrauch des zinns durch den glockengusz, der in Italien bereits im 16.
jh. dem kult diente. aber erst nach der entdeckung von zinnerzlagern im Erzgebirge im 13.
jh. entwickelte sich der zinngusz zu der höhe, welche die masse der in den folgenden abschnitten angeführten literarischen zeugnisse kennzeichnet; vgl. den hinweis: dort (
in Sachsen) wurden einige jahrhunderte später reiche silberadern und auch zinn gefunden, später auch noch kohle Renn
adel im untergang (1947) 382. 1@bb)
den handelsverkehr mit dem zinn beleuchten einige literarische und fachliche zeugnisse in ausschnitten: du hast deinen handel auff dem meer gehabt, und allerley wahr, silber, eisen, zihn und bley, auff deine merckt bracht
Hesekiel 27, 12; so wie die phocäischen Massilier das britische zinn quer durch Gallien bis an den Rhodanus führten A. v. Humboldt
kosmos (1845) 2, 163;
[] wohin segelt das schiff? es trägt sidonische männer, die von dem frierenden nord bringen den bernstein, das zinn Schiller 11, 45
G.; hiute balc unde vel, kupher, zin unde blî ze füeren wâren si vil frî Ottokar
österr. reimchron. 60 833
Seem.; settede de radt binnen Luneborch einen nien toln up to gevende ... van tinne 4 s, van blie 2 s
städtechron. 36, 144; zum dritten (
ist auf dem reichsregimentstage in Nürnberg beschlossen worden), das auf alle kaufmansware als: gulden stugk, silbern tucher, samatt und alles seidengewant, auch unczen golt, auslendische tucher, zin, kupfer, silber
etc. ... ein zimliche pflicht geleget wurde H. v.
d. Planitz
berichte 49
Wülcker. überaus häufig ist die rede vom englischen zinn: das silber wrd dem bley vorgehn, auch dem englischen zinn Fischart
praktik 24
ndr.; auf allen ihren tellern, messern, gabeln und lOeffeln ist es (
ein wappen) gestochen; ungeachtet sie nur von englischem zinne sind
dt. schaubühne (1740) 4, 74
Gottsched; da muste man soviel pfunde englisch zin haben Bahrdt
gesch. s. lebens (1790) 1, 193; denn da das zinn in Wallis wie überall in einem nur scheinbaren granit vorkommt Göthe IV 28, 141
W.; das zinn der gruben von Cornwallis Mommsen
röm. gesch.4 3, 219; dieses tellerbandelier, das ich trage, ist englisch zinn Brentano
ges. schr. (1852) 5, 344; englisch zinn
stagno d'Inghilterra Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
b; Frisch 2, 479
a;
selten wird zinn anderer herkunft erwähnt: ich hatte noch nicht kenntnisz, dasz die zinnseifen so derbe, tüchtige stücke führen, auch das zinn von Malaga fehlte mir ganz Göthe IV 32, 100
W.; bömisch zinn Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
b;
vom zinn Hinterindiens, dessen reiche gruben jetzt den hauptanteil des weltbedarfes decken, berichtet nur dies eine zeugnis: die rückfracht (
der chines. schiffe) besteht ... in ... zucker, zinn, cardamon Ritter
erdkde (1822) 4, 806. 1@cc)
folgende gewichtmasze kommen vor: buchsengiszer: item 1½
m. und ½ firdung vor 1½ steyn und 3 pfundt zens zun buchsen (1399-1409)
Marienb. tresslerb. 119
Joachim; item 11
m. vor 12 steyne Proger zen (1401)
ebda 112; ein zenten kleins zins
Altprager stadtrecht 96, 142
Rössler; 30 zcent. zcehens (
Freiberg 1458)
urk.-buch d. st. Freiberg 2, 439; enen cyntener thenes (
Braunschw. 1414)
städtechron. 6, 247; van eneme hundert kornes ghift men in unde uth to schepende 2 sol. englis ... van der last coperes, tenes unde blies 3 penninghe engles
seerecht v. Hamb. (13.
jh.)
bei Pardessus
lois maritimes (1834) 3, 342. 22)
die beschaffenheit des metalls zinn und der zinnerze. 2@aa)
älteres wissen und neuere kenntnisse: ein ander sulphur (
ist) im goldt, ... ein ander im bley, zinn Paracelsus
opera (1616) 2, 132
a Huser; stannum, hoc est mistura plumbi nigri cum argento G. Agricola
de re metallica (1556) 329; das zien ist unter den andern metalln allein, das sehr gern ins bley gehet L. Ercker
allerfürn. mineral. ertzt (1580) 28
b; kOernichter zien
ebda 42
a; der zwitter, oder das zin, wird auff mancherley weg wachsendt gefunden Thurneisser
magna alchymia (1583) 1, 139; zin, zwitter, graupen und wass dess dings ist (1660)
bei H. Fischer
schwäb. 6, 3534; zien ist ein weiszes metall, welches dem silber an farbe Aehnlich, aber weicher und leichter, hingegen hAerter als bley. es bestehet aus einem reinen quecksilber, mit einem weiszen schwefel und sszen metallischen saltze vermenget; wird aus weisen, schwartzen, gelben, rothen und grnen ziengraupen, ingleichen zienstein, oder zwittern geschmoltzen Minerophilus
bergwerckslex. (1730) 731;
ähnlich Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2420; zinn: ist ein weiszes weichliches metall, das sich vom hammer leicht strecken lAeszt, anbeyschwefelig und glAentzend, schwerer und etwas weicher als das silber, dem es fast an heller farbe gleichet, hingegen aber etwas hAerter und leichter als das bley, doch zerflieszet es bald im feuer
allg. haush.-lex. (1749) 3, 800; zinn (
stannum), ein weiszes, leicht flüssiges metall und das leichteste unter diesen. versetzt mit andern metallen,
[] macht zinn jene spröde. man findet es nirgends gediegen, sondern in Cornwall durch schwefel vererzt, oder oxydirt als zinnstein a) in gröszeren krystallen, zinngraupen oder zinnzwitter, b) in kleinen geschieben als holzzinnerz in Cornwall, Mexiko und Chili Hübner
zeitungslex. (1824) 4, 1024
a.
gute kenntnisse hat bereits Martin Ruland
in seinem lexicon alchemiae (1612):
veluti plumbum nigrum vocatur a Germanis bley,
simpliciter, oder schwartzbley,
ita plumbum candidum ab his vocatur weiszbley
oder zin 364;
plumbum candidum purissimum, effossum in valle Joachimica gediegen zin,
granula parva candida, quae lavantur prope vallem Joachimicam seiffen zin,
ramenta plumbi candidi, quae in rivis colliguntur blanck seifen zin
ebda 367;
plumbum candidum Anglicum optimun et purissimum englisch zin 368;
adulterinum, cui plumbum nigrum est additum gefAelscht zin,
in quo argentum zin, das silbert,
durum frisch zin 368;
molle schmeidig zin,
molle cancellatum gegittert zin
oder kauffmanns gut,
in panes formatum durum stuck zin 369; schlecht zinn, bley-zinn
stagno inferiore, stagno di piombo Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
b; dOernicht heist man das zihn darunter viel eisen kommen ist Schönberg
berginform. (1693) 2, 118; zinn, gediegen, ist bisher in der natur noch nicht vorgekommen Zappe
mineral. hdlex. (1817) 3, 261;
kälte und feuchtigkeit machen das zinn krank,
es wird bröcklig und läszt sich mit den fingern zerreiben; gesundes
zinn kann von krankem
angesteckt werden Meyers lex. 712, 1815;
vgl. zinnpest. 2@bb)
alchemistische und gegnerische anschauungen vom zinn: nun haben die alten philosophi ... jeglichs ausz ihnen (
den metallen) einem himlischen planeten ... zugeeignet ... nemlich ... dem zien Jovem Ercker
beschr. aller mineral. ertzt (1580)
vorr. 3
a; mit zinn ist gut wircken, wann der mon ist im krebs, visch unnd schütz Epimetheus
Pandora (1588) 220; (
wissen mögt ihr, dasz) die species der metallen nit mögen verkehren eins in das ander, also dasz sie mögen die species des sylbers verkehren inn die speciem, das ist eigenschafft des golds, oder eigenschafft des kupffers, bleys, zinnes, oder eysen in die eigenschafft des golds oder sylbers
ebda 687; von mir ist tingirt worden zinn in gold J. J. Becher
psychosophia (
31707) 142; wie nehmlich die Venus solle beherrschen den freytag, und was an selbigen verrichtet werde, Jupiter den donnerstag, wie auch unter denen 7 metallen das zinn J. G. Schmidt
rockenphilos. (1706) 1, 69; zien, weisz bley
chymicis dicitur Jupiter Reyher
thes. (1668) 3, 1597; das zinn
das metall so die alchymisten Jupiter
nennen Ludwig
teutsch-engl. (1716) 2596; Venus hat das zeichen des kupfers, Mercur des quecksilbers, ... Jupiter des zinns Hegel
w. (1832) 7, 1, 156. 2@cc)
die farbe des zinns α)
bezeichnet durch attribute: dô sach man von in glesten harnasch wîz als ein zin Ulrich v. Zatzikhoven
Lanzelet 787; si heten ouch wol gewunnen eines kalten brunnen, rechte lûter als ein zin Konrad v. Fussesbrunnen
kindh. Jesu 2403
K.; wir machen aus dem claren zin kandel, pawchet und auch glat Hans Sachs 22, 268
K.-G.; die fenster waren christallin, das dachwerck silber-weyszes zin
ebda 1, 437
K.; vgl. zinnbrecht, -hell, -lauter, -licht; -fisch.
β)
wird beschrieben, auch bildlich bezogen: sin muot wirt als ein zin daz uz dem guzze glentzet Johann v. Würzburg
Wilhelm v. Österr. 576; ir harnasch, der gie mit in, brûn lûter als ein zin Ulrich v. Zatzikhoven
Lanzelet 8884; wenn das silber sich dem reinen weiszen am meisten nähert, ... so ziehen stahl, zinn, blei usw. ins bleiche
[] blaugraue hinüber Göthe II 1, 208
W.; der eisglanz hatte da hinab, wo wir heraufgekommen waren, eine farbe, wie zinn Stifter
s. w. 2 (1908) 232. 33)
das schmelzen zur läuterung des zinns, zur mischung mit anderen metallen, zum gusz und zum löten: gold, silber, ertz, eisen, zihn und bley, und alles was das fewr leidet, solt ir durchs fewr lassen gehen, und reinigen
4. Mos. 31, 22; das haus Israel ist mir zu schaum (1532 zur schlacken) worden, alle ir ertz, zihn, eisen und bley ist im ofen zu silberschaum worden
Hesekiel 22, 18; wie man silber, ertz, eisen, bley und zihn zusamen thut im ofen. das man ein fewr drunder auffblase und zerschmeltz es
ebda 22, 20; gold und silber, kupfer und eysen, pley und zyn ... wirt im fewr geleyttert Berthold v. Chiemsee
tewtsche theol. 559
Reithm.; wirt aber gold vermüscht mit mess oder kupfer, und silber vermenget mit tzyn oder bley, so spricht man es sey verwstet, oder gemyndert Keisersberg
predigen teütsch (1508) 62
b; dieweil aber die bchsen ... ausz mischung des kupffers und zins gemacht werden, derhalben schelten sie das kupffer und zien viel mehr dann das eysen Bech
Agricolas bergwerckb. (1621) 9; kocht des kupfers brey, schnell das zinn herbey Schiller 11, 306
G.; weil zinn und kupfer glockenspeise ... giebt Immermann
w. 1, 113
Hempel; man solle auch ... auf der goltschmidt und zingieszer arbait vleiszig obacht geben, das si ... die zingieszer alle ir arbait von gerechtem gueten zin machen und sich der untermischung des pleis genzlichen enthalten (17.
jh.)
österr. weist. 2, 24;
aes liquefactum fundere in canaliculum ferreum zien gieszen
M. Ruland
lex. alchem. (1612) 9; sonderlich was von zinn oder anderm metall gegossen ist Bock
kreutterb. (1539) 249; mit zinn verlOeten
saldare di stagno, stagnare, instagnare Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
b; fein zinn, lOetzinn
stagno fino, stagno di saldare ebda. 44)
zinngeschirr, -geräte und andere aus zinn angefertigte gegenstände für den gebrauch. 4@aa)
seit alters zu schmuck und geräten verarbeitet, namentlich in formen zu tafelgeschirr gegossen; früh ist spiegelbelag mit zinnfolie bezeugt: zin anderhalp ame glase Wolfram v. Eschenbach
Parzival 1, 20; man verzint auch diu spiegelglas und tempert si mit zin Konrad v. Megenberg
buch d. natur 480.
zinnmetall zum gusz von zinngeschirr: neben einer ehrlichen verehrung von zin zum hauszrath Mathesius
Sarepta (1571)
vorr. 3
b; er hat mir noch vor kurzer zeit ... einen saubern schäferstock, den ich, weil er mit zinn beschlagen, nur sonn- und feyertags getragen, ... abgewonnen Triller
poet. betrachtungen (1750) 1, 543; in einem mit zinn verzierten hölzernen kästchen lagen vergilbte putzsachen ihrer jugendzeit G. Keller
ges. w. (1889) 3, 257; du schweigst, vertracktes zin (
orgelpfeife) Stoppe
Parnasz (1735) 69; die pfeifen (
der orgel) ... sind theils aus zinn Schubart
tonkunst (1806) 278; die knöpffle (
sollen) von zien ... seyn (1684) Frauenholz
entw. gesch. d. dt. heerw. 4, 425; sein erfaulter madensack leyt in lauter zin (
in einem zinnsarge) Joh. Nas
antipap. eins u. hundert 5 (1570) 124
b;
vgl. die szene, in der das schnelle schmelzen des zinnsarges durch eine flamme erzählt wird bei K. Kluge
Kortüm (1938) 124; das ist gar ein schöner tempel und ist hoch und scheublig und weitt und ist mitt zin überdacht Schiltberger
reiseb. 75
lit. ver.; ir müszt ein bild von zinne machen lassen Arigo
decamerone 502
Keller; Friedrich der zweite ... ist in zinn gemalt, in Nürnberg zu haben
schr. d. Goetheges. (1907) 21, 280; weil die verleger damals noch
[] etwas seltener waren als heutzutage, stach der fleiszige künstler (
J. S. Bach) seine werke zuletzt gar selber in zinn W. H. Riehl
musik. charakterköpfe (1899) 1, 63; mit einem bettewermer von zien Gryphius
Horrib. 87
ndr.; in krügen mit deckeln von blankem zinn Bettine
frühlingskranz (1844) 53; neuer wein aus einem groszen kruge wurde in einfache grünliche gläser geschenkt, messer und gabeln waren aufs billigste beschaffen und die löffel von zinn G. Keller
ges. w. (1889) 1, 305; wenn man kupfereineu vaz verzint, dâ wirt ezzen und trinken dester pezzer inn Konrad v. Megenberg
buch d. natur 480; ein babist ... der satzte, dasz man solte haben gleserne kelche oder von zin gemacht Wigand Gerstenberg
chron. 20
Diemar; 60 schüssel ..., der merer thail geschlagene zin (1553)
bei H. Fischer
schwäb. 6, 1217; giesze es nachmalen in ein kannen von zinn Würtz
wundartzney (1624) 196;
das um 1790
in Berlin in läden feilgehaltene zinngerät und -spielzeug beschreibt L. Tieck: jenseit erglänzt ein überfüllter laden mit blankem zinn (denn damals war es noch gebräuchlich, teller und schüsseln von diesem metall zu gebrauchen), aber neben den polirten und spiegelnden geräthen, blinkt und leuchtet in roth und grün, und gold und blau, eine unzahl regelmäszig aufgestellter soldatesken, Engländer, Preuszen und Croaten, Panduren und Türken, prächtig gekleidete paschas auf geschmückten rossen, auch geharnischte ritter und bauern und wald im frühlingsglanz, jäger, hirsche und bären in der wildnisz
ges. nov. 2 (1847) 12. 4@bb)
prägnant steht zinn
für esz- und trinkgeschirr, in der regel kollektiv sowohl die zu einer mahlzeit gebrauchten schüsseln, teller und kannen aus zinn als auch das gesamte zinnerne geschirr und schmuckgefäsze des haushaltes bezeichnend. belege: dasz kein gemacht zinn von bürgern, factorn und andern, so nicht zünfftig, solle verkaufft werden noch sie damit handlen und umbgehen (1600)
Frankfurter zunfturk. 1, 498
B.-Schm.; item notatum quid emptum sit ad adventum regiae maiestatis domini nostri clementissimi: duas magnas scafas vulgo czynn pro asp. 13 (1538)
qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 2, 595; ich verspil mich offt bisz ans hemb. ausztrag ich kleider, bett und zin. das geht offt als an galgen hin Hans Sachs 7, 28
K.; ein pantzer fleck mus man auch haben und tzu der hackbenck ein banck schaben schussel teller von holtz und tzin schussel und teller korb tzu yn ... sulchs in die kuchen sich geburn
gedichte v. hausrath (1899) a 2
b Hampe; die laggeien, trometer, sahlknecht und dann der canzleyjung sollen ... daran sein, das allweg die zinn oder blech wie auch die uberbliebene speisz und tranckh wieder in die kuchen und keller ... getragen ... werden (1581)
dt. hofordnungen d. 16. u. 17. jhs. 2, 197
Kern; ähnlich ebda 208; ging so gar in sein alte küche ... und zählte das zinn und steingut durch Bahrdt
gesch. s. lebens 1, 348; Bibulus ist gar nicht stoltz; denn er trincket wein ausz holtz, fängt in ziehn sein klares wasser: ist er dannenher ein prasser? Logau
sinnged. 33
E.; 57; mit grobem zinn, die schlechtste edelfrau würd' es verschmähn, bedient man ihre tafel Schiller 12, 401
G.; zinn
stagno, met. stagni, peltri, vasi, vasellamenti di stagno Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
b; viel zinn haben
haver molti stagni ebda; prang-zinn
stagni di parada ebda 1466
c; brauch-zinn, alltags-zinn
stagni usuali ebda; aus zinn speisen
mangiare di stagno (
vasi di stagno)
ebda 1466
b; zinn,
n., flache zinnerne schüssel Reinwald
Henneberg 1, 201; all diese dinge, dieses steingut, dieses zinn, dieses blecherne geschirr Ludwig
ges. schr. (1891) 2, 272;
[] braucht die kannen! ist erst wein darin, wird zum alten auch das neue zinn! G. Keller
ges. w. (1889) 10, 31
die ältere zeit richtete ihr augenmerk mehr auf das geschirr als auf den stoff, aus dem dies bestand, und sagte daher ein zinn,
anscheinend nur für einen teller oder eine schüssel und nicht für eine kanne: uff jeden tisch ain zin mit pfandkuchen und milkuchen (16.
jh.) H. Fischer
schwäb. 6, 1217; so soll sie ... mandel nemen und ... honig darber gieszen unnd in einem zin stehen lassen Gäbelkover
artzneyb. (1595) 2, 34; denn bald bracht man do auff dem tische, ein zin mit grosz und kleinen fischen Eyering
proverb. copia (1601) 1, 86.
aus der bezeichnung des einzelnen stückes gelangte die sprache auch zur zählung mehrerer: sechs zyn gros und kleyn (1525) H. Fischer
schwäb. 6, 1217; (
der gast) bat die wirtin umb zwey zinn, er wolt lauffen zum marckt dort hin, ein bar gebratner hnner kauffen Eyering
proverb. copia (1601) 2, 665; zerbrochne zihn und kannten (
kannen, 1609)
bei H. Fischer
schwäb. 6, 1217; er ... war ganz gescheftig und bevalch mehrmals, die truchseszen sollten guete achtung geben zu denen silbrin zinen, also nampt er die silbrin blaten, damit die nit verloren oder sonst verwüst würden
Zimmer. chron.2 3, 459
B. doch sind die zeugnisse selten. in anderen fällen erscheint nur eine scheinbare pluralform, die durch dichterisches unvermögen verschuldet ist: o dasz wir doch ... in zinnen schnupftoback, von leder hosen trügen Dusch
verm. w. (1754) 171; herr kukuk, kann ich dienen, mit brötlein und mit bier? dann stellt sie mir auf zinnen die gottesgäbchen für Stelzhamer
ausgew. dicht. (1884) 3, 238.
dem diminutiv fehlt der artikel ein
niemals: oxybaphum ... acetarium, vasculum scilicet aut catini genus, in quo acetum aut embamma apponitur ein zienlein oder essigschüslein, commentschüslein, salsirchen B. Faber
thes. (1587) 578
a; zinlein oder essigschssel, ein commentschszlein
oxybaphum Decimator
thes. (1615)
reg.; bis sie, anstatt eines vesperbrods oder collation, einem jeden auf einem besondern kleinen zinnlein das essen brachten Havant
d. christl. Ulysses (1678) 160; damit ein zinnlin nam unnd das hünlin anrichten wolt Montanus
schwankb. 410
lit. ver.; ein schüsselchen, das nicht nur zum anrichten, sondern auch zur bereitung von arzneien dient: leg ein stcklin von tragant, einer hasselnusz grosz, in ein klein zinlin, geusz rosenwasser daran Gäbelkover
artzneyb. (1596) 2, 73; nim herausz die gallen (
einer jungen hündin), dieselbig stich auff unnd lasz die materi herausz in ein zinlin, das sauber sey
ebda 1, 37,
und sogar als pfanne verwendet wird: nimbt man darvon so viel man bedarffinn ein zinnlein oder pfännlin, lasset es warm werden Tabernämontanus
kräuterb. (1588) 427.
plur.: 2 klaine salzzinlin (1512) H. Fischer
schwäb. 6, 1217. 4@cc)
sonstige verwendung α)
als augensalbe: des zins schaum ist guot zuo den plâtern in den augen Konrad v. Megenberg
buch d. natur 480;
gebräuchlicher war dafür die zinksalbe. β)
als probier- und läuterungsmittel von flüssigkeiten: die wein probieren auch etliche also. sie nemmen dnne plech von plej, zinn oder kupffer dreyer finger lang und breyt, die machen sie glantzend, unnd hefftens mit wachs an die ponten der fasz, legens dann auff die fasz, gegen dem wein, unnd schlagens mit dem ponten hinein, nach viertzig tagen thun sie die ponten ab
M. Herr
d. feldbau (1551) 106
b; und dann das wasser vom zinn eine süszigkeit empfahet Sebiz
feldbau (1579) 18. 4@dd)
verrichtungen am zinngerät. α)
es wird gereinigt: das zinn splen, schAeuren, reiben, fegen
lavare, rilavare, fregare, rifregare, rigovernare gli stagni Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
b; wî wollen ten schern
wir wollten zinn [] scheuern Schambach
Göttg. 228
b; als ein gefäsz, das ... wie ein gescheuertes zinn immer leuchtender wurde Langgässer
märk. Argonautenfahrt (1950) 406.
β)
altes zinngeschirr wird gegen neues umgetauscht: item adi 8 czugnio hat mir die Lochnerin eczlich alt czerprochen czin verwechszelt, darauf par geben 2 ℔ 26 D Tucher
haushaltbuch 110
Loose; alt
ò bruchzinn umtauschen
barattare stagni vecchi, rotti contro delli nuovi Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
b; ohngefähr einen monat nachher ging er auf den boden und wollte das alte zinn zusammensuchen br. Grimm
kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 45.
γ)
auf jahrmärkten werden zinngeräte als schiesz- oder spielpreise ausgesetzt; ein erfolgloser schütze beim armbrustschieszen klagt: mein weib wird sawer darzu sehen, das ich heut kein zin mit mir bring Hans Sachs 21, 92
K.-G.; (
er) spielt ins zinn Fischart
Garg. 73
ndr.; ins zin schieszen
ob praemia stannea jaculari voc. v. 1618
bei Schmeller-Fr. 2, 1132; zin paschen
um zinngeschirr würfeln ebda; sie ruffen: zeichen rein! und spielen um das zinn Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 538.
δ)
als glücksorakel, wofür in jüngerer zeit das bleigieszen üblicher war: des abends gieszen sie zinn bey wachsstöckchen Kotzebue
s. dram. w. (1828) 20, 16. 55)
in vergleichen mit edelmetallen a)
zur bildlichen bezeichnung des geringeren wertes: ich hate ane wîven cranken sin, dî nouwe tin nemen vore alt golt Heinrich v. Veldeke
in:
minnesangs frühling 62, 21
Frings; ich bin ain golt, du bist ain zin
liedersaal 2, 344, 56
Laszberg; virwiz wehselt durch gewin, biz daz er nimt vür silber zin Hugo v. Trimberg
d. renner 1856
Ehrism.; ûzen golt und innen zin sint wîp und meide ân zuht, ân sin
ebda 12 593; von guot entrin! dîn golt hât zin Frauenlob 42, 16
Ettm.; also der Phariseer lehr, das ist silber und blei, hat viel stoppel oder zien bei sich Mathesius
erkl. d. ep. a. d. Corinther (1591) 1, 88
b. b)
in anderen beziehungen: was vormals unrecht, sünd und schand, das thut man itzt gut preisen, was vormals bley und zin genand, das heist man itzt hart eisen Johann Walther
bei Wackernagel
dt. kirchenlied 3, 191; denn viel suchen jetzt, die da finden, einer gold, der andere silber, einer kupfer, der andere zinn, und da es doch nicht soll von metallen verstanden sein, sondern vom geiste in der kraft J. Böhme
s. w. 3, 376
Schiebler; weil er (
Jean Paul) so viel gold besasz, als andere zinn, hat man als prunksucht getadelt, dasz er täglich aus goldenen gefäszen asz und trank Börne
ges. schr. (1829) 4, 57; ein betrieger verkaufft zinn für silber Kirchhof
wendunmuth 2, 226
lit. ver.; ihr meint doch zinn, herr kaiser? denn das hab ich; wenn ihr auf silber rechnet, thut mir 's leid Raupach
dram. w. ernster gattung (1835) 7, 86. 66)
die vocabulare setzen als lat. entsprechung für zinn
stannum und dessen romanische abkömmlinge, selten plumbum album oder candidum ein, nur in den deutsch-ital. erscheint peltre, peltro (
s. einleitung).
reichliche belege, welche die ahd. der glossae Salomonis u. a. fortsetzen, seit dem 14.
jh.; Adelung
2 4, 1719; Campe 5, 870
a. 77)
belege für das prägnant gebrauchte diminutiv s. 4 b. 88) zinn-
in fachausdrücken und seltenen zusammensetzungen anderer art (
häufige zss. folgen unten an alphab. stelle): -abstrich,
m., beim schmelzvorgange abgesonderte [] unreine zinnschicht Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 225;
beim raffinieren des werkbleis ausgeschiedene unreine zinnschicht Meyers lex.7 12, 1812; -acker,
m. Mathesius
Sarepta (1571) 99
b; -ader,
f., a vain of tin in mines Ludwig
teutsch-engl. (1716) 2596; zinnader in schmelzmischung Hoyer
allg. wb. d. artillerie (1804) 1, 2, 191; -after,
n., im hüttenbau ausgewaschener leerer zinnstein Adelung
2 4, 1719; Campe 5, 870
a; -amalgam,
n., legierung von zinn und quecksilber Prechtl
technol. encycl. (1830) 1, 246; -anbruch,
m., anzeichen von zinnerz, welche man auf einem angefahrenen gange findet Campe 5, 870
a; -arbeiter,
m. Mathesius
Sarepta (1571) 32
a; Göthe IV 21, 306
W.; -art,
f. Campe 5, 870
a; Krünitz
öcon. encycl. 241 (1858) 461; Töpfer
lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 644; -auflösung,
f., zinnlösung allg. dt. bibl. (1765) 42, 442; 60, 164; Göthe II 1, 214
W.; Campe 5, 870
a; Schedel
waarenlex. (1834) 2, 137; -bad,
n., '
das geschmolzene zinn, in welches das blech beim verzinnen getaucht wird' Krünitz
öcon. encycl. 241 (1858) 459; Mothes
ill. baulex. (1881) 1, 222; -ballen,
m., '
zinngatter, gatterweise oder in gestalt von gegatterten tafeln gegossenes zinn, welches hernach zusammengerollt wird und dann den namen zinnballen
hat' Hübner
zeitungslex. (1824) 4, 1024
a; Minerophilus
bergwerckslex. (1730) 732;
stannum in frustis malleo solidis redditis Frisch 2, 479
a;
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 733; Lichtenstein
entdekte geheimnisse (1778) 159; Adelung
2 4, 1819; Campe 5, 870
a; -barren,
m., in barrenform gegossenes werkzinn Peschel
völkerkde (1874) 478; -baum,
m., '
eine metallische vegetation, welche man erhält, wenn man eine zinkstange in eine auflösung stellt, indem sich dann das zinn in blättchen an das zink anlegt' Krünitz
öcon. encycl. 241 (1858) 459; Lichtenberg
verm. schr. (1800) 8, 129.
eine andere entstehungsweise ist in Meyers lex.7 12, 1810
beschrieben; -becher,
m., becher aus zinn Zschokke
s. ausgew. schr. (1824) 26, 143; A. Sperl
söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 216; -becken,
n. ebda 290; -beize,
f., '
in salpeter und salzsäure aufgelöstes zinn, in der färberei zur erhöhung rother farben angewandt' Bucher
kunstgewerbe (1884) 449
a; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 11, 290; -berg,
m., zinnstein, la mine d'étain solide Schwan
nouv. dict. (1783) 2, 1108
b;
zinn enthaltender quarz Mothes
ill. baulex. (1881) 4, 515; -beschlag,
m., einfassung, umrandung mit zinn (1646)
bei H. Fischer
schwäb. 6, 3486; -bett,
n., '
leberschlag oder braun kupferertz ... minera cupri hepatica livida'
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 6, 14; '
in einigen oberdeutschen bergwerken der name eines braunen, bläulichen kupfererzes, welches halbkuglig bricht; vielleicht weil es unter dem zinnsteine bricht' Adelung
2 4, 1719; '
bläulichbrauner zinnkies' Mothes
ill. baulex. (1881) 4, 515; -bild,
n., auf zinn gemaltes bild Arigo
decamerone 503
Keller; s. zinn 4 a; -blatter(n),
pl., karbunkel Tabernämontanus
kräuterb. 447; 210; 271; -blech,
n., gewalztes zinn: zinnplatte, zinnblech
piastra di stagno Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
c;
sheet-tin, feuille d'étain Hoyer-Kreuter
technol. wb. (1902) 1, 871;
verzinntes eisenblech Ludwig
teutsch-engl. (1716) 2597; -blei,
n., gemisch von blei und zinn Muspratt
chemie (1888) 1, 1619; -blende,
f., eine mit zinnstein oder zinnerz verbundene blende Adelung
2 4, 1719;
blende mêlée de mine d'étain, f., blend mixed with tin-ore Beil
technol. wb. (1853) 1, 672; -blume,
f., '
flores Jovis, zinnblumen,
ist ein flüchtig gemachtes und mehlfOermiges zinn, das durch hlffe eines flchtigen saltzes so weit gekommen ist'
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 265;
la fleur d'étain Schwan
nouv. dict. (1783) 2, 1108
b; -bord,
n., bord oder '
wandbrett, worauf alle küchengeräthe aus zinn blank gescheuert hingestellt werden' Doornkaat Koolman 3, 412
b; -brecht,
adj., glänzend wie zinn, name einer apfelsorte H. Fischer
schwäb. 6, 3486; -brett,
n., wie -bord: H. Fischer
schwäb. 6, 1217; v. Schubert
selbstbiogr. (1854) 1, 109; -brillant,
pl. -en,
m., auch Faluner brillanten
nach dem herstellungsort in Schweden genannt, stark glänzende schmuckgegenstände, bestehend aus glasperlen, welche in ein schmelzgemisch von blei und zinn getaucht worden sind, vgl. Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 2, 619; -bronze,
f. ebda 11, 349;
[] Bucher
kunstgewerbe (1884) 449
a; -büchse,
f., zinnerne büchse, als salbenbehälter Paracelsus
opera (1616) 1, 142
b Huser; für tee Ritter
erdkde (1822) 7, 477;
für proviant Rosegger
schr. (1895) II 5, 170; -butter,
f., eine weiche masse, bestehend aus zinnchlorid mit wasserzusatz Campe 5, 870
a;
allg. dt. bibl. anh. 1/12, 294; Prechtl
technol. encycl. (1830) 25, 447; -chlorid,
n., ätzende flüssigkeit, aus zinn durch chlor gebildet, spiritus fumans Libavii (1605)
ebda 25, 446; -chlorür,
n., zinnchlorid ebda; Sömmerring
menschl. körper (1839) 6, 62; -dampf,
m. Ackermann
krankh. d. künstler u. handw. (1783) 2, 254; -decke,
f., zinnschicht auf verzinntem eisen Krünitz
öcon. encycl. 241 (1858) 433; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 10, 125; -deckel,
m., zinnerner deckel von bierkrügen Gaudy
s. w. (1844) 9, 96; H. Seidel
vorstadtgesch. (1880) 110; -draht,
m., draht aus zinn J. E. Schlegel
w. (1761) 5, 35; -eisen,
n., ein meszgerät, mit welchem man die spannprobe nimmt Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -feile,
f. 1)
feile zur bearbeitung von zinnsachen Töpfer
lehrb. d. orgelbauk. (1855) 675; Adelung
2 4, 1720;
lime à polir l'étain, f., file for polishing or cutting tin Beil
technol. wb. (1853) 1, 672; 2)
sehr feine feilspäne von zinn, ein wurmmittel allg. dt. bibl. anh. 58/86 (1771) 280; -figur,
f. Schedel
waarenlex. (1834) 2, 104; -fisch,
m., der häsling, squalius leuciscus L. nach der silberglänzenden farbe an seiten und bauch benannt v.
d. Borne
fischzucht u. fischerei (1886) 135;
s. zienfisch (
sp. 1132); -flasche,
f., zinnerne flasche (1576)
bei H. Fischer
schwäb. 6, 3486; Sperl
söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 168; -flicker,
m., ausbesserer von zinngerät Hildburghausen
actenmäszige nachr. (1753) 42; -flöz,
n., ein flöz, in welchem zinn bricht Adelung
2 4, 1720; -folie,
f., zu einem dünnen blättchen geschlagenes oder gewalztes zinn, stanniol Adelung
2 4, 1720; Lichtenberg
verm. schr. (1800) 8, 16; Helfft
wb. d. landbaukunst (1836) 422; -formation,
f., nur bei Göthe
belegt: I 36, 139
W.; II 5, 1, 224; II 9, 127; III 6, 121; IV 24, 13; IV 25, 96
u. ö.; -futter,
n., innere zinnbekleidung von bleirohren Muspratt
chemie (1888) 1, 1642; -gabe,
f., bei schützenfesten ausgesetzter preis in zinngerät (1706)
bei H. Fischer
schwäb. 6, 3486; -gang,
m., im bergbau ein gang, in welchem zinnerz bricht Adelung
2 4, 1720;
pl. zcenegenge (
Freiberg 1377)
urk.-buch d. st. Freiberg 2, 40; -gatter,
n., im hüttenbau eine tafel gatterweise gegossenes zinn Voigtel
wb. (1793) 3, 703
a; Adelung
2 4, 1720; Campe 5, 870
b; -gebirge,
n., ein gebirge, in welchem zinngänge oder zinnflöze streichen Adelung
2 4, 1720;
Basilius Valentinus chymische schr. (1677) 2, 202; -gefäsz,
n., zinnernes gefäsz acta publica 6, 323
Palm; W. Raabe
s. w. I 6, 233; -gehalt,
m., gehalt an zinn Krünitz
öcon. encycl. 241 (1858) 415; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 1, 64; -gekrätz,
n., abgang beim zinnschmelzen Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; Adelung
2 4, 1720; Karmarsch-Heeren
techn. wb.3 11, 351; -geld,
n. Luschin v. Ebengreuth
münzkde u. geldgesch. (1904) 35; -gelöt,
n. H. Fischer
schwäb. 6, 3486; -geschiebe
n., '
zinngraupen ..., welche vom gebirge abgerissen und durch das wasser mit fortgeführt worden sind' Krünitz
öcon. encycl. 241 (1858) 461;
bergmänn. wb. (1778) 622; Adelung
2 4, 1720; Campe 5, 870
b; -geschrei,
n., das geräusch, welches eine zinnstange beim biegen von sich gibt Meyers lex.7 12, 1810; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 11, 342; -geselle,
m., gleich zinner 2 Voigtel
wb. (1793) 3, 703
b; Campe 5, 870
b; -gestein,
n. Basilius Valentinus chym. schr. (1677) 2, 210; -gieszen,
n., silvesterbelustigung mit gieszen von zinnfiguren, aus deren gestalt das glück im neuen jahr vorgedeutet wird Frischbier 2, 494
a; -gieszfasz,
n. Zingerle
mittelalt. inventare (1909) 14; -glanz,
m., ein zinnerz Basilius Valentinus chimische schr. (1677) 2, 126;
glänzender zinnüberzug Hoyer
wb. d. artillerie (1804) 2, 156; -glasur,
f., zinnschicht auf töpfer- und porzellanwaren, den sog. fayencen und majolicawaren Lueger
lex. d. ges. techn. (1894) 4, 131; -glöckel,
n., sterbeglöcklein, aus minderwertigem metall H. Fischer
schwäb. 6, 1218; Hügel
Wien 195
b; Schacherl
Böhmerwald 44; -granat,
m., [] eine art dunkelbrauner granaten, welche zinnhaltig sind Adelung
2 4, 1720;
ein zinnerz von dunkelbrauner farbe Lichtenstein
entdekte geheimnisse (1778) 222; Voigt
beitr. z. e. mineral. id. 326; Krünitz
öcon. encycl. (1773) 19, 703; -gras,
n., österr. gleich zinnkraut Söhns
pflanzen6 99; -groschen,
m., '
ein stückchen zinn, etwas gröszer als ein thalerstück, worauf sich das zeichen der zeche, von welcher es ist, geprägt befindet' Campe 5, 870
b; -gusz,
m., gegossenes gerät aus zinn A. v. Arnim
s. w. (1853) 3, 20; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 4, 727;
ausführlich Meyers lex.7 12, 1813; -hammer,
m., '
bei den orgelbauern ein hammer mit einer groszen polierten bahn, die gegossenen zinntafeln damit fester zu schlagen, damit die pfeifen heller klingen' Adelung
2 4, 1720; Campe 5, 870
b;
abweichend Abr. a
s. Clara
etwas f. alle (1699) 2, 391; -händler,
m., zinnkrämer, händler mit zinngeschirr Campe 5, 870
b; -haus,
n., werkstatt der blechhämmer, in der die eisenbleche verzinnt werden Hübner
cur. u. reales lex. (1714) 1734; Minerophilus
bergwerckslex. (1730) 732; Frisch 2, 479
a; Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -hell,
adj., blank wie zinn, übertr. zinhelle säu
wahre säue Schmeller-Fr. 2, 1132; -herd,
m., herd vorm schmelzofen, in dem sich das daraus flieszende zinn sammelt Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -herr,
m.: ziener, zienherr hieszen die ersten bauenden gewerken in Altenberg Merkel
Kursachsen 2, 29
bei Müller-Fr. 2, 707
a; -heu,
n., equisetum arvense, der ackerschachtelhalm, steiermärk. Popowitsch
versuch (1780) 637; Holl
pflanzennamen (1833) 322
a; Söhns
pflanzen (1899) 65; -hobel,
m., ein hobel, mit welchem die orgelbauer die zinnplatten für die pfeifen glatt hobeln Adelung
2 4, 1720; Campe 5, 870
b; Töpfer
lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 675; -känsterlein,
n.: zinnkensterlin Fischart
Garg. 109
ndr.; s. känsterlein
teil 5,
sp. 171; -kasten,
m., zinnerner kasten Leipziger avanturieur (1756) 2, 84;
schrank zur aufbewahrung von zinngeschirr (1621) H. Fischer
schwäb. 6, 3487;
rahmen zum gusz von zinnplatten Töpfer
lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 644; -kaule,
f., zinngrube: zynnenkuyllen (
Cornelismünster 1413)
weist. 2, 783; -keffer,
m., gleich zinngraupel
oder -gräuplein
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 5, 1070; -kessel,
m., kessel des zinnherdes einer blechzinnerei Beil
technol. wb. (1853) 1, 673;
kessel aus zinn zum auskochen von rizinusöl aus rizinussamen Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 6, 411;
zum kaffeesieden A. v. Droste-Hülshoff
ges. schr. (1878) 2, 374; -kies,
m., mit schwefel, kupfer, eisen vermengtes zinnerz Pansner
frz.-dt. miner. wb. (1802) 57; Oken
allg. naturg. (1839) 1, 415; -knecht,
m., aufwärter für das zinnerne tafelgeschirr (
meckl. 1524)
hofordn. 1, 188
Kern; (
schwäb. 1610) H. Fischer 6, 1218; -knopf,
m., zinnerner knopf Prechtl
technol. encycl. (1830) 8, 401; -knoop Mensing
schlesw.-holst. 5, 66; -knopfmacher,
m. Casseler ztg. (1731) 346; -korn,
n., pl. -körner
körner von zinnmetall in erde oder schlacken Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 226; Knebel
liter. nachl. (1835) 3, 382; -kram,
m., bottega da stagnaio; stagnaria Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
c; -krankheit,
f., s. zinn 2 a; Langgässer
d. unauslöschl. siegel (1946) 73; -krätze,
f., die oxydschicht auf dem schmelzenden zinn, die vorstufe der zinnasche Schwan
nouv. dict. (1783) 2, 1108
b; Campe 5, 871
a; Zappe
mineral. hdlex. (1817) 3, 260; -kristall,
m., pl. quarzkristalle, welche zinngraupen enthalten Adelung
2 4, 1720;
allg. dt. bibl. (1765) 83, 470; -krücke,
f., '
bei den orgelbauern ein hölzerner, oben und unten offener kasten mit beweglichen querbrettern, das zu den pfeifen gegossene zinn damit zu plätten' Campe 5, 871
a; Hübner
zeitungslex. (1824) 4, 1024
b; Voigtel
wb. (1793) 3, 703
b; -krug,
m., zinnerner bierkrug W. Raabe
s. w. I 4, 409; -kuchen,
m., gegossene zinnmasse Bech
Agricolas bergwerckb. (1621) 395; Göthe I 44, 211
W.; -lampe,
f. Chr. Rogge
franktireurfahrten (1914) 97; -läuse,
pl., '
schwarze flecken in lange ungebrauchtem zinngeschirr' Kehrein
Nassau 1, 454; -legierung,
f., mischung von zinn mit anderen metallen Prechtl
technol. encycl. (1830) 25, 442; -leute,
pl., vornehme leute, die aus zinngeschirr speisen (
beleg v. 1586) H. Fischer 6, 1218; -licht,
adj., [] klar, hell, lauter (
vom wasser) Jakob
Wien 226; Hügel
Wien 195
b; Unger-Khull
steir. 652
b; Schmeller-Fr. 2, 1132; H. Fischer
schwäb. 6, 3487; -löffel,
m., zinnerner löffel; -lösung,
f. Muspratt
chemie 3 (1891) 38; Lueger
lex. d. ges. techn. (1894) 7, 394; -lot,
n., aus zinn und blei, auch wohl wismut, gemischtes schnell- oder weichlot der klempner, früher auch der glaser Adelung
2 4, 1720; Zappe
mineral. hdlex. (1817) 3, 231; -meister,
m., aufseher über das zinngeschirr (1718) H. Fischer
schwäb. 6, 1218; -metall,
n.: zyn metal (1522) Lori
baier. bergrecht (1764) 186; zinnmetall Epimetheus
Pandora (1588) 292; -mine,
f., das gelände, in dem sich zinnerz befindet, zinnbergwerk Ritter
erdkde (1822) 4, 800; Baer
red. u. versch. aufs. (1864) 3, 312; -münze,
f. Ritter
erdkde (1822) 5, 88; Baer
red. u. versch. aufs. (1864) 3, 314; -mus,
n., in einer zinnschüssel bereitetes mus (1761) H. Fischer
schwäb. 6, 3487; -mutter,
f., in scheidewasser gelöstes und nach wasserzusatz eingetrocknetes zinn, welches anderm geschmolzenen zinn zugesetzt wird, um es geschmeidiger und schöner zu machen bergmänn. wb. (1778) 623; Adelung
2 4, 1721; Krünitz
öcon. encycl. 241 (1858) 470; -ofen,
m., sowohl der schmelzofen der hütte als auch der ofen der blechhämmer, worin die eisenbleche überzinnt werden Minerophilus
bergwerckslex. (1730) 732; Herttwig
bergbuch (1734) 433
a; Adelung
2 4, 1721; -oxyd,
n., zinnsäure Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 224; Oken
allg. naturg. 1 (1839) 201; Muspratt
chemie 8 (1905) 910; -pausche,
f., die beim schmelzen unreinen werkzinns auf dem floszherde übrigbleibende ungeschmolzene masse Meyers lex.7 12, 180 (
vgl.pauschherd
teil 7,
sp. 1513); -pest,
f., zerfall des zinns bei lange andauernder kälte in ein graues, nichtmetallisches pulver Meyers lex.7 12, 1815; -pfanne,
f. 1)
in den blechhämmern die eiserne pfanne des ofens, in welcher die eisenbleche verzinnt werden Adelung
2 4, 1721; 2)
pfanne des zinngieszers (1670) H. Fischer
schwäb. 6, 3487; Follmann
Lothr. 558
b; -pfeife,
f., orgelpfeife aus zinn Campe 5, 871
a; Jean Paul
w. 54, 16
Hempel; -plane,
f., zinnplatte (16.
jh.) H. Fischer
schwäb. 6, 3487; (15.
jh.)
bei Zingerle
inventare (1909) 98; -pletz,
n., stück zinnblech, zinnteller Hans Sachs 5, 247
K.; -pochwerk,
n. Chr. Lehmann
hist. schaupl. (1699) 291; -probe,
f., prüfung der güte des zinns J. Möser
s. w. (1842) 1, 285; Adelung
2 4, 1721; Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 228; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 11, 345; -puder,
m., pulverförmiger zinnabstrich Meyers lex.7 12, 1815; -pulver,
n. Rivius
Vitruv (1575) 590; J. Chr. Sturm
kurtzer begriff d. physic (1713) 229; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 2, 172; -quarz,
m., zinnhaltiger quarz Adelung
2 4, 1721; Beil
technol. wb. (1853) 1, 673; -rahmen,
m., -rehm,
f., (1571)
rahmengestelle zum aufstellen des zinngeschirrs Unger-Khull
steir. 652
b; -raspe,
f., feile für zinnwerk (1393)
Marienburger ämterb. 143
Ziesemer; -ring,
m. Vischer
auch einer (1879) 1, 168; -rost,
m., gerösteter zinnstein Voigtel
wb. (1793) 3, 704
a; Adelung
2 4, 1721; -salz,
n., in säuren gelöstes zinn Thurneysser
magna alch. (1583) 142;
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2422;
sel de Jupiter Schwan
nouv. dict. (1783) 2, 1109
a; Liebig
hdb. d. chemie (1843) 500; -sarg,
m., zinnerner sarg Dehio
gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 404; Max Dreyer
erdkraft (
21943) 203; -sarkophag,
m., zinnerner sarkophag K. Kluge
Kortüm (1938) 117; -sauer,
adj., zinnoxyd oder durch säuren gelöstes zinn enthaltend Prechtl
technol. encycl. (1830) 25, 445; Oken
allg. naturg. 1 (1839) 327; -säure,
f., zinnoxyd Prechtl
technol. encycl. (1830) 25, 444; Oken
allg. naturgesch. 1 (1839) 327; Liebig
hdb. d. chemie (1843) 498; -schacht,
m., zinnbergwerk: plumbaria Stieler
stammb. (1691) 1702;
miniera da stagno Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
c; -schale,
f., zinnerne schale (1486)
bei Röhricht
pilgerreisen (1880) 149; -schau,
f., behördliche prüfung der zinnwaren H. Fischer
schwäb. 6, 3487; -schauer,
m., der die schau besorgt (1670)
ebda; -scheibe,
f., '
hölzerne schleif- und polirscheibe, auf deren peripherie ein ring aus blei und zinn aufgegossen ist' Bucher
kunstgewerbe (1884) 449
b; Karmarsch-Heeren
[] techn. wb. 4 (1880) 62; -scherbe,
f., zinnteller (1576)
bei H. Fischer
schwäb. 6, 3487; -schieszen,
n., schieszen um zinn (1706)
ebda; -schlacke,
f., pl., zusammengebackene rückstände beim schmelzen von zinnerzen: Mathesius
ausg. w. 4, 171
L.; Martin Ruland
lex. alch. (1612) 369; Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 228; Mothes
ill. baulex. (1881) 4, 130; -schläger,
m.: batteur d'étain en feuilles Schwan
nouv. dict. (1783) 2, 1109
a; -schlich, -schliech,
m., schwarzer zinnsand Chr. Lehmann
hist. schaupl. (1699) 442;
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 964; Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 7, 60; -schmelzen,
n. Schönberg
berginform. (1693) 2, 122; -schmelzer,
m. Ercker
beschr. aller min. ertzt (1580) 121
a;
excoctor nigrorum lapillorum Frischlin (1586) 150
a; Span
spec. juris metallici (1698) 131; Ritter
erdkde (1822) 5, 77; -schmuck,
m., Faluner brillanten Prechtl
technol. encycl. (1830) 25, 442;
Meyers lex.7 12, 1815; -schnalle,
f., zinnerne schnalle, besonders an schuhen Tieck
schr. (1828) 17, 206; -schnur,
f., schmuck an hüten Mathesius
Sarepta (1571) 32
a; -schörl,
m., '
eine taube, räuberische bergart, welche den zinngraupen gleicht' Adelung
2 4, 1721; Campe 5, 871
b; -schrank,
m., schrank für zinnerne geschirre und geräte Stieler
stammb. (1691) 1915; Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1466
c; Campe 5, 871
b; -schwamm,
m., argentin, durch fällen von zinnsalz mit zink gewonnen Karmarsch-Heeren
techn. wb. (1876) 11, 349; -span,
m., pl., bei der bearbeitung von zinngusz abfallende späne ebda 4, 131; Avé-Lallemant
gaunerth. 2, 268; -spat,
m., zinnhaltiger spat allg. dt. bibl. (1765) 62, 431; Voigt
beitr. z. e. min. id. 326; Adelung
2 4, 1721; -speise,
f., obere, eisenhaltige schicht der geschmolzenen zinnmasse Lampadius
hdwb. d. hüttenkde (1817) 229; -spiel,
n., ein volkstümliches würfelspiel um zinngeschirre im schieszgraben Birlinger
schwäb.-ausgb. 440
a; -staub,
m., '
pompholyx, quae in caminis colligitur, ubi plumbum candidum coquitur' (
unrichtig, trifft auf die zinkblumen zu, s. zink,
n.) Martin Ruland
lex. alch. (1612) 382; -stäuber,
m., federbusch zum abstäuben von zinngeschirr im haushalt Amaranthes
frauenz.-lex. (1715) 531; -stock,
m. 1)
gleich zinnstockwerk; 2)
ein hölzener stock, über welchen das gegossene zinn zu ballen geschlagen wird Adelung
2 4, 1721; -stockwerk,
n., von zinnerzadern durchsetzte gesteinsmasse ebda; Zappe
miner. hdlex. (1817) 1, 87; Mothes
ill. baulex. (1881) 4, 515;
Meyers lex.7 12, 1816; -stück,
n., ein stück zinnerz Bech
Agricolas bergwerckb. (1621) 449;
d. beutelschneider od. diebshist. (1641) 5, 274; -stufe,
f., ein stück zinnerz Adelung
2 4, 1721; Göthe I 36, 120
W.; III 5, 39; IV 28, 141; -sud,
m., flüssigkeit aus weinstein und gekörntem zinn Prechtl
technol. encycl. (1830) 19, 628; -tuch,
n., tuch zum reinigen des zinngeschirrs (
Pfalz 1526)
hofordn. 2, 178
Kern; Unger-Khull
steir. 652
b; -wage,
f., wage in zinnbergwerken Schönberg
ausf. berginform. (1693) 1, 206; -wagemeister,
m., die zum wägen des zinns in den bergwerken bestellte person ebda; Minerophilus
bergwerckslex. (1730) 733; Campe 5, 871
b; -wald
ort im Erzgebirge; -ware,
f. Campe 5, 871
b; Ritter
erdkde (1822) 5, 218; Schedel
waarenlex. (1834) 1, 230; Dehio
gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 188; -wärter,
m., aufseher über das zinngeschirr der hofhaltung (
Pommern 1575)
hofordn. 1, 126
Kern; Hessen-Casselscher staats- u. adresscalender (1764) 44; -wäsche,
f. 1)
gleich zinnseife Adelung
2 4, 1721; Ritter
erdkde (1822) 5, 127; Knebel
liter. nachl. (1835) 3, 382; Ratzel
Deutschl. (1911) 35; 2) '
im hüttenbaue eine anstalt, wo das gepochte zinnerz vor dem schmelzen gewaschen, d. i. durch das wasser von den tauben steinarten geschieden wird' Adelung
2 4, 1721; -wäscherin,
f., '
an den höfen eine weibliche person, welche das zinnerne gerät zu waschen und rein zu erhalten hat'
ebda 4, 1722; -weisz,
adj., weisz wie reines zinn Illiger
thier- u. pflanzenreich (1800) 90; Campe 5, 871
b; Oken
allg. naturg. 1 (1839) 96; Liebig
hdb. d. chemie (1843) 340; -zaine,
f., zinnstange, (
dim. zihnzeunlein Mathesius
ausg. w. 4, 171
L.; -zeche,
f., zinnhütte (1645) Chr. Lehmann
hist. schaupl. (1699) 615; -zehent,
m., zehnt an zinnstein Schönberg
berginform. (1693) 1, 220; -zeug,
n., zinngeschirr (1745)
[] Friedrich
d. grosze
br. an Frederdorf 56
Richter; tinntüg Mensing
schlesw.-holst. 5, 66; Woeste-Nörrenberg 272
a; -zug,
m., '
das in gitteriger oder anderer künstlicher gestalt gegossene oder gleichsam gezogene zinn' Adelung
2 4, 1722; Campe 5, 871
b; -zwitter,
m., '
kleine zinngraupen, an welchen die eckige gestalt nicht kenntlich ist, und welche anderm gesteine eingesprenget sind' Adelung
2 4, 1722; '
jedes klare gemenge von zinnerz und gang- oder gebirgsart' Voigt
beitr. z. e. miner. id. 326;
name eines mit zinnstein durchsetzten granits Karmarsch-Heeren (1876) 11, 355; Hoyer-Kreuter
technol. wb. (1902) 1, 872.