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stoffel

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stoffel m.

Bd. 19, Sp. 163
stoffel, stöffel, m., kurzform von Christoffel (th. 2 sp. 626), koseform von Christoffer, Christoph: mein nachbar, der Stoffel Holberg dänische schaubühne 2, 92. unser wort als bäuerlicher lieblingsname, holte aber in seiner appellativischen entwicklung auch aus der ursprungssphäre den beisinn des dummen, tölpischen, ungelenken, denn der heilige Christophorus, einer der 14 nothhelfer, wurde gedacht als von riesiger grösze und ungeschlachter gestalt [] (der ungelenkeste überall in der heiligenwelt), wie er auf einen baumstamm sich stützend, das zierliche Christuskind durch das tobende wasser trägt; als helfer gegen wetterschaden und schnellen unbuszfertigen tod (wer aber des morgens früh beim aufstehen sein bild sah, hatte einen glücklichen tag: dieses besonders ein grund, sein bild in jedem hause zu haben) und als patron der schiffer und schatzgräber immer wieder an kirchen- und hauswänden dargestellt, gab er mit seinem groben bäurischen gesicht und den roten haaren (vgl. visu fulgens, corde vibrans et capillis rutilans, ore Christum, corde Christum Christophorus insonat martyrol. ad jul. xxv s. 453) der phantasie des volkes zu manchem neckischen vergleiche veranlassung. auch ungefüge plastische darstellungen von holz und stein gaben weitere anregung (dergl. verbirgt sich wohl hinter dem druckfehler: ja bey den steinern staffeln dort sitzt bapst Clemens gesprech v. e. landskn. (1546) zfdph. 20, 167; einen fingerzeig giebt die andere fassung: bei dem stainen Steffan) so gewisz bei Fischart: (darum wolltest du nicht heiszen) Stöffel, weil alle seulgötzen (eine anspielung auf die häufige verwendung der Christophfigur als träger von sakramentshäuschen, kanzeln u. s. w.), und die heustöffel (locusta, der heuspringer th. 4, 2 sp. 1294), und das lied o Stöffel, lieber Göffel, Löffel also klingt? Gargantua 165 neudr.; ich hof, uns soll gelingen, hetten wir nur löffel, Stöffel, lang löffel, so wöllen wir den schweitzer hauptmann frölich singen 131; nun sing mir lieber Stöffel, hoho lieber Löffel ebenda; vgl. dazu elsäss. Steffele, bandeffele, nimm 's leffele, wenn d' esse wit, bett au! Martin-Lienhart 2, 577a; dasz glück ihm günstig sei, was hilft's dem Stöffel? denn regnet's brei, fehlt ihm der löffel Göthe 2, 250 Weim. so stoffel ungeschickter, einfältiger mensch Schmeller2 737, Tobler appenzell. sprachsch. 411a; Hunziker 256 stoffel einfältiger mensch Lenz Handschuhsheimer dialect 1, 47; elsäss. stòfl Martin-Lienhart 2, 577a stoffel dummer tölpel Crecelius oberhess. wb. 812; plumper, unbeholfener mensch Saul beitr. z. hess. idiot. 5, Hertel thür. sprachsch. 236, salz. mundart 45, dummer mensch auch in Leipzig (neben toffel) Albrecht 218a; štofl tölpel Bauer-Collitz 99b; stofel dummkopf, dummer tropf (auch im deminut. stöfelken) Schambach 211b vgl. noch Wackernagel kl. schr. 3, 160 und Meisinger appellativnamen (Programm Lörrach 1904) 7, dazu die weitere verstümmelung toffel, töffel (th. 11, 1 sp. 630). der begriff dann ausgemalt durch weitere bestimmung: es ist eine ganz merkwürdige sache, wie der gescheidteste kerli in allen dingen der welt beim heirathen ein dummer stöffel werden kann Gotthelf schr. 2, 96; denn das wuszte sie: ärgerlich war es ihm doch, wenn sie einen andern hatte, so ein dummer und einfältiger 'stoffel' er auch war Meyr erzähl. aus dem Ries 1, 233. auch die kartoffel ist ein kind der erdenmutter und — erlaub mir, alter stoffel — schmackhaft namentlich mit butter Vischer auch einer 1, 108; hierher auch stoffel rundhut als beschränkter tölpel (der den altertümlichen pfälzischen rundhut trägt, also allem fortschritt abhold) W. H. Riehl die Pfälzer 227. in der elsäss. zusammensetzung stoffelpantoni (aus Christoph Antonius) dummer mensch Martin-Lienhart 2, 577a — de grâte Stofel Schambach 211b so auch der Herkules über den wasserkünsten von Wilhelmshöhe bei Cassel (nach der volksmeinung in Südhannover, in (erneuter) anknüpfung an eine historische gestalt aus Oberscheden bei Hannöv. Münden). — als eine bezeichnung für den henker: ein bischen arbeit für den Stoffel Wagner kindesmörderin 117 (Martin-Lienhart 2, 577a) vgl. sonst meister Hans (th. 4, 2 sp. 458). — als koseform zu erwähnen elsäss. Stöffi (aus Stöffeli) neben Stèfele Martin-Lienhart 2, 577a.
4291 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stoffël

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    stoffël s. stoupvël.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stoffelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    stoffel , stöffel , m. , kurzform von Christoffel ( th. 2 sp. 626), koseform von Christoffer, Christoph: mein nachbar, d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stoffel

    Goethe-Wörterbuch

    Stoffel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stoffel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stoffel , Eugène Georges Henri Céleste, Baron von , franz. Offizier, geb. 1. März 1823 zu Arbon im Thurgau, gest. 4. Apr…

  5. modern
    Dialekt
    Stoffel

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Stoffel Band 3, Spalte 3,914f.

  6. Sprichwörter
    Stoffel

    Wander (Sprichwörter)

    Stoffel 1. Es geht ihm wie dem Stöffel, wenn's Brei (s.d. 40 u. 43) regnet, fehlt ihm der Löffel. In Tirol auch Stöffel.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stoffel

55 Bildungen · 19 Erstglied · 35 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von stoffel 2 Komponenten

stof+fel

stoffel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stoffel‑ als Erstglied (19 von 19)

Stoffelkalb

SHW

Stoffel-kalb Band 5, Spalte 1455-1456

stoffelei

DWB

stoffe·lei

stoffelei , f. , ' dummheit, torheit ' wie sie ein stoffel begeht ; im wortspiel damit in der zusammensetzung kraftstoffelei ( Oppenheim bei…

stoffelement

DWB

stoff·element

stoffelement , n. , element eines stoffs; element zur stoffbildung u. s. w.: die form im stoffelemente der wurzelgruppen ( einer sprache ) O…

stoffelen

WWB

stoff·elen

stoffelen V. stuffeln schlurfenden Schrittes gehen ( Kr. Soest Sos So). ¶ RhWB WWB-Source:238:RhWb RhWb 8,732: stoffeln (unter Stoffel ).

Stoffelglucke

PfWB

stoffel·glucke

 Stoffel-glucke f. : ' Tölpel, unbeholfener Mensch ', Stoffelgluck [ Lambert Penns 144]; Syn. s. PfWB Tappes 1 a.

stoffelig

Pfeifer_etym

Stoffel m. ‘Tölpel, ungeschickter Kerl’ (16. Jh.), Kurzform von Christoffel, der Koseform des männlichen Eigennamens Christoph(orus), griech…

Stoffelpantoni

ElsWB

Stoffelpantoni [ʿStòflpàntôni Str. ] m. dummer Mensch (eig. zsgs. aus Christoph Anton).

Stoffelrundhut

PfWB

stoffel·rundhut

Stoffel-rundhut m. : ' Tölpel ', Stoffelrundhut, Spottname nach einem für altmodisch angesehenen runden Hut [KU-Schmittw/O Schandein Bav. IV…

stoffelsack

DWB

stoffel·sack

stoffelsack als spöttischer eigenname ( entsprechend 1 Stoffel): Hans Stoffelsack Kotzebue dramat. w. 13, 252 ( der gimpel auf der messe 1, …

Stoffels+äcker

PfWB

stoffel·saecker

Stoffels + -äcker Pl. : FlN, a. 1835: Stoffelsäcker in den Entenwiesen [Vermessungsamt Kaislt Liquidationsprotokoll (KL-Hirschhn)]. —

Stoffelskopf

PfWB

stoffel·s·kopf

Stoffels-kopf m. : 'Tölpel, unbeholfener Mensch', Stoffelskopp [ KB-Kriegsf ]; Syn. s. PfWB Tappes 1 a. —

Stoffelspfad

PfWB

stoffel·s·pfad

Stoffels-pfad m. : FlN; a. 1735: am Enkenbacher oder stöffelges pfad [StArch. Kaislt Spital A. 176]. a. 1743: Gewandt zwischen stophelspfad …

Stoffelstëck(eⁿ)

Idiotikon

Stoffelstëck(eⁿ) Band 10, Spalte 1655 Stoffelstëck(eⁿ) 10,1655

Stoffeltǖfel

Idiotikon

Stoffeltǖfel Band 12, Spalte 726 Stoffeltǖfel 12,726

stoffelweide

DWB

stoffel·weide

stoffelweide , f. , wie oben stoffel, stofel f. ( unter 2; vgl. auch das vorhergehende 2 stoffeln verb. ) Buck flurnamenbuch 270 ( wo es abe…

Stoffelweidtässleⁿ

Idiotikon

Stoffelweidtässleⁿ Band 13, Spalte 1760 Stoffelweidtässleⁿ 13,1760

stoffel als Zweitglied (30 von 35)

Brotstoffel

PfWB

brot·stoffel

Brot-stoffel m. : 'dummer Mensch', Brotstoffel [Pirmas ( Otterstetter 251)]; vgl. PfWB Brotfresser 2. —

Būrstoffel

WWB

bur·stoffel

Būr-stoffel m. Bouernstoffel Bauernstoffel ( Kr. Iserlohn Isl Kr. Iserlohn@Iserlohnerheide Hd ).

christoffel

DWB

christof·fel

christoffel , Christophorus, Christträger: er hat einen Christoffel, der ihn tregt, alieno auxilio potens, er verläszt sich auf andere, dann…

Fizstoffel

RhWBN

fiz·stoffel

Fiz-stoffel Bitb-NWeis m.: -krug in Gestalt eines Mannes, der auf einem Fass sitzt.

g(e)stoffel

Idiotikon

g(e)stoffel Band 10, Spalte 1462 g(e)stoffel 10,1462

Gaffstoffel

RhWB

Gaff-stoffel Geld-Hinsbeck m.: Gaffer.

Heidenstoffel

PfWB

heiden·stoffel

Heiden-stoffel m. , Heiden-stoffelsin f. : 'Zigeuner(in), Häärestoffel [ PS-Windsbg Hengsbg ], -stoffelse [ PS-Th'eischw ]; vgl. PfWB Heide …

Heu(w)stoffel

Idiotikon

Heu(w)stoffel Band 10, Spalte 1412 Heu(w)stoffel -ö- 10,1412

Muckstoffel

Wander

mucks·toffel

Muckstoffel Er ist ein Muckstoffel. – Germania, V, 342. In Niederdeutschland von einem mürrischen Menschen.

Ochsenstoffel

PfWB

ochsen·stoffel

Ochsen-stoffel m. : 'täppischer, ungeschlachter Mensch', -stoffel [ NW-Gimmdg ]; vgl. PfWB Tappes 1a . SHW Südhess. IV 1060 . —

Paffstoffel

MeckWB

paff·stoffel

Wossidia Paffstoffel m. grober Mensch: as sönn ollen Paffstoffel kümmt hei an Nd. Kbl. 10, 4; Ma.

pappstoffel

DWB

papp·stoffel

pappstoffel , m. , schlesisch, undeutlich sprechender mensch Weinhold 67 b ; hennebergisch, einfältiger mensch Spiesz 179 .

Papstoffel

WWB

pap·stoffel

Pap-stoffel m. [verstr.] dumme, schwerfällige, ungeschickte Person; Tölpel.

Schautenstoffel

WWB

schaute·n·stoffel

Schauten-stoffel m. Dummkopf. Ick was ’n Schaudenstoffel ... dass ich das tat, hinnahm, annahm ( Kr. Halle Hal Bh).

Snūtenstoffel

WWB

snuten·stoffel

Snūten-stoffel m. [verstr.] 1. dumme (ungebildete) Person, die viel Sinnloses redet, spez.: großmäulige, einfältige Person ( die krfr. Städt…

Ableitungen von stoffel (1 von 1)

stoffele

KöblerMnd

stoffele , M. Vw.: s. stēvel (1)