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geiger

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geiger m.

Bd. 5, Sp. 2580
geiger, m. geigenspieler, mhd. gîgære, gîger, im 15. jahrh. figellator gyger Dief. 234b, fidler oder geiger voc. 1482 h 7a. 11) in alter zeit sind hauptsächlich fahrende spielleute damit gemeint: schirmer, gîger, gougelære siht man werden vil schuolære. Renner 16478, sog. verdorbene studenten; das ross erzählt: mein schwanz ein geiger hat hinzogen und macht daraus ein fidelbogen. H. Sachs 1, 501b; Jubal, von dem sind herkomen die geiger und pfeifer. 1 Mos. 4, 21; auch welsche geiger im 16. jh., bei einem reichstag neben bergknappen auftretend Mones zeitschr. 14, 490 fg.; ein getreuer sänger des landesvertriebenen herzogs Ulrich v. Würtemberg erklärt: weren harpfer, geiger noch so vil, so freut mich (allein) gott unds jägerhorn. Soltau 2, 172 (vgl. u. geige 3, d). noch der lustige geiger Simpl. 4, 250 Kz., der in der kriegsnot sein seitenspiel so wol als andere ungestimmt lassen muste (251, 19) und sich auf andere weise durchschlägt, heiszt wechselnd geiger und spielmann (seine frau spielmännin 253, 27). in den Züricher mand. u. ordn. von 1637 wird für hochzeiten verboten, es sollen da keine lyrenfrauen, gyger oder andere frömbde spillüt (uszerthalb unsern ynheimschen trummenschlahern und pfyfferen) sich nit finden lassen. E 3a, leirerin und geiger zusammen, wie unter geige 2, a a. e. geiger zum tanze: vor wonne kommt der pöbel fast von sinnen, wiewol man ihn bei diesem hochzeitfest, (wie überall) die geiger zahlen läszt. Wieland 18, 161, d. h. die kosten tragen zu fremdem genusz, wie franz. payer les violons (für andere), s. unter geige 2, d a. e. 22) geiger in herrendienste, daher mlat. auch ministeriales, engl. minstrel, franz. ménétrier (s. Diez 2, 276), letzteres jetzt ausdrücklich als geigenspieler zum tanze verstanden; wie es noch im 16. 17. jahrh. solche in herrendienst stehende spielleute gab, auch in städtischem, so hatte auch folg. sprichwort noch lebendige geltung: man sihets bald, welches (herren) vogel der geiger ist. Henisch 1442, gleichsam an seinen federn, seiner haltung und tracht (nicht blosz an dem wappenschilde, das z. b. die spielleute der stadt Nürnberg trugen), ob er einen reichen oder armen, einen mächtigen oder geringeren herrn hat (beim vogel ist an den falken, jagdvogel gedacht). sie hatten aber auch noch, wie im 13. 14. jh., in allerlei streit und fehde die sache ihrer herren mit liedern zu verfechten, zur geige gesungen (ein beispiel aus dem Nürnberger markgrafenkriege s. unter geigen 3, a); daher denn Murner von seinen gegnern als des pabstes geiger bezeichnet, gewiss zugleich noch als landfahrender gedacht: unzeliche bchlinschriber .. mich für des babsts geiger uszgeben. luth. narr vorr., klost. 10, 5; musz .. also ein mechtiger groszer nar sein und des babsts geiger geachtet, wil ich mich der zeit und dem markt vergleichen (und die rolle übernehmen). 6; ich hoff auch, das mein her der babst seinem geiger noch wol zu lonen hab. das. 33) jetzt durch violinist, violinspieler vertreten (vergl. unter geige 1, d) wird es doch auch in höherem tone noch gebraucht, auch z. b. in vorgeiger, erster violinist (oder auch erste violine), im anfang des 18. jahrh. auch baszgeiger, tenorgeiger (viol-digambist) Ludwig 719, vgl. u. geige 1, e. auch damals aber schon geringschätzig scheergeiger bierfiedler Frisch 1, 335a, baurenst. last. 177, baurengeiger, dorffiedler, bierfiedler, spielmann, ménétrier Rädlein 341a, jener geiger im Simpl. aber heiszt ein kurzweiliger braters-geiger 4, 250, 13, d. h. bratspieszgeiger (s.brater bratspiesz Schm. 1, 268), scherzend nach diesem küchenwerkzeug, dessen knarren also auch geigen hiesz (s. dort 5, a), jener spottname aber vielleicht zugleich in anspielung auf die bretleinsgeige, 'deren sich die lehrlinge bedienen' Comenius orb. p. 2, 391, bretgeige pandura sine alveo, tetrachordum in simplici asserculo Frisch 1, 334c. übrigens heiszt auch der bockkäfer, cerambyx, der geiger, von einem knarrenden tone den er von sich gibt, s. Nemnich 2, 944.
4030 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geiger

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Geiger , des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben, ein Musikus, welcher die Geige oder Violine spielet; in der …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geiger

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Geiger , Franz, Chorherr und Prof. der Theologie zu Luzern, in Rom als der „Schweizertheolog” gepriesen, wurde geb. 1755…

  3. modern
    Dialekt
    Geigerm.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Wossidia Geiger m. s. MeckWB Angeiger .

  4. Sprichwörter
    Geiger

    Wander (Sprichwörter)

    Geiger 1. Die besten Geiger lassen ihre Saiten nach. – Parömiakon, 2086. Empfehlung der Erholung nach anstrengender Arbe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geiger

33 Bildungen · 10 Erstglied · 23 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von geiger 3 Analysen

geigeln + -er

geiger leitet sich vom Lemma geigeln ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: ge-+ig+-er ge+-ig+-er

Zerlegung von geiger 2 Komponenten

gei+ger

geiger setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geiger‑ als Erstglied (10 von 10)

Geigerei

Campe

geige·rei

Х Die Geigerei , o. Mz . ein anhaltendes, wie auch ein schlechtes Geigen; das Gegeige .

geigerkompaney

DWB

geigerkompaney , f. fidicinum decuria ders. 1008.

geigerlein

DWB

geiger·lein

geigerlein , m. : do kam ain armes geigerlein für das bild und geiget so lang, bisz im das gekreyziget bild ainen guldin schuoch gab. Mones …

Geiger, Ludw.

DWBQVZ

Geiger, Ludw. *1848 Breslau †1919 Berlin.

Geiger von Gmünd

Meyers

Geiger von Gmünd , Gegenstand einer alten, vielfach dichterisch bearbeiteten und auf alten Holzschnitten dargestellten Sage, wie ein armer G…

geiger als Zweitglied (23 von 23)

Baßgeiger

Campe

bass·geiger

Der Baßgeiger , des — s, d. Mz. w. d. Ez. derjenige Tonkünstler, welcher auf der Baßgeige spielt (Violoncellist, Violon spieler).

Bratengeiger

ElsWB

braten·geiger

Bratengeiger m. ein Spielmann, der ehemals bei den Zunftessen aufspielte Mieg Mü. 1, 47. — Idiotikon Schweiz. 2, 152 Bratisg.

bratensgeiger

DWB

braten·s·geiger

bratensgeiger , m. ein gemeiner bratensgeiger oder sackpfeifer. Simpl. 3, 222. wahrscheinlich liesz man beim gastmal die musik auch erst zum…

Bratlgeiger

Wander

Bratlgeiger 'S is der Bratlgeiger. ( Kärnthen. Ueberfeld. ) Ein miserabler Fiedler, der sich kaum nothdürftig damit sein Brot verdient.

Brotgeiger

Wander

brot·geiger

Brotgeiger Es ist ein Brotgeiger. Von einem armseligen und bettelhaften Menschen. Die Brotmusikanten und Bierfiedler galten den alten Juden …

fanggeiger

DWB

fang·geiger

fanggeiger , m. einer der das geigen von selbst gelernt hat, blosz nach dem gehör, nicht nach noten spielt. Schmeller 1, 539 .

gebratensgeiger

DWB

gebratens·geiger

gebratensgeiger , m. spottname für spielleute: und wurde mir geantwortet, dasz es gebratensgeiger oder spielleut wären. Philander 1644 s. 30…

grundgeiger

DWB

grund·geiger

-geiger mundartl., auch bodengeiger Fischer schwäb. 3, 877 , vgl. grüngeiger;

Hitz(e)geiger

PfWB

hitze·geiger

Hitz(e)-geiger m. : 'Lilienhähnchen', Hitzegeigeʳ [ LA-Nd'hochstdt ]; vgl. PfWB Geigenmann 2. —

Käsebrotgeiger

PfWB

kaesebrot·geiger

Käsebrot-geiger m. : 1. 'Musikanten, die von Ort zu Ort ziehen', gleichsam 'für ein Käsebrot geigen', Käsbrotgeieʳ [ LU-Ruchh ]. — 2. Uzname…

Kniegeiger

Campe

knie·geiger

Der Kniegeiger , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der auf der Kniegeige spielt (Gambist ); besser, wenigstens bestimmter, der Kniegeigenspieler .

kuhgeiger

DWB

kuh·geiger

kuhgeiger , m. sodomita bestialis, khgyger Tschudi Schweizerchron. 2, 236 . auch kuhketzer. s. geigen futuere, vgl. Schm. 3, 284 .

Mitgeiger

Campe

mit·geiger

Der Mitgeiger , — s, Mz . gl. einer der mitgeigt; besonders ein Geiger, der mit einem andern zugleich geigt, oder der ein Tonspiel mit der G…

Ohrengeiger

PfWB

ohren·geiger

Ohren-geiger m. : = PfWB Ohrwurm 1, -geicher [ Rußl-Worms ]; ElsWB Els. I 203 and. Bed. —

schergeiger

DWB

scherg·eiger

schergeiger , m. für scherrgeiger, kratzender geiger? schlechter fiedler?: dann ein scheergeigers accord der viol di gamba nicht gleich komm…

Speckgeiger

RhWB

speck·geiger

Speck-geiger -ękgaiər u. ęgaiər, –ęi- Rhfrk in Wend-Baumholder Dickesb , Birkf , Meis-Baumb, Simm-Belth m.: fahrende Musikanten, die für ein…

thürleingeiger

DWB

thuerlein·geiger

thürleingeiger , m. , schweiz. türligiger, herumziehender, armseliger musikant, der vor allen thüren spielt. schweiz. idiot. 2, 153.

Vorgeiger

Campe

vor·geiger

Der Vorgeiger , — s, Mz . gl. einer, der vorgeiget, der vor Andern als Muster zur Nachahmung geiget, oder einer, der im Geigen anführet.

wahrheitsgeiger

DWB

wahrheit·s·geiger

wahrheitsgeiger , m. einer, der die wahrheit sagt (geigt s. oben sp. 874): da könnt ich wol auskunft geben; aber die wahrheitsgeiger sind ke…