lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gilben

nur nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
2
Verweise raus
5

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gilben vb.

Bd. 7, Sp. 7480
gilben, vb. , ursprünglich faktitive ableitung von gelb (s. d.) aus *gilwjan, gegenüber gelben aus gelbēn, mit dem bedeutungsvermischungen eingetreten sind (s. teil 4, 1, 2, 2885). 11) trans. gelb färben. allgemein: die (schleier) sie gilwent sam die jüdinne Berthold von Regensburg 115, 1; vgl. gegilwen: des enwolt si weizgot nummerme keiner hande vloiir, winpeln oder sloiir gegilwen joch geverwen joch me nach glanze gerwen in uppeclicher wise leben der hl. Elisabeth 1987 R.; vgl. noch österreichisch ein weiszes halstuch gilben, gelbfärben Höfer 1 (1815) 300; hat er gemaint, das haar damit zu gilben oder sonst ain schöne farb zu machen zimmer. chron. 2, 462, 30 B. oft als ausdruck der küchensprache begegnend, vgl. abgilben teil 1, 49: das ander von den vischen, haubt, greet und ingemisch, daraus mach ein füressen schonn gesottenin in wein und abgemacht als, und ander visch gegilbt kuchenmaisterey (1497) a 3a; (ich gelobe) ... alle jar ... ein halben zentner ... buttir ... nit gegilweit noch geverwet in irn gewalt ... ze antwurten Fr. Riederer spiegel der waren rhetoric (1493) h 2b. besonders vom safran gesagt: die wurtz die heiset der safran, verwar in, daz er nit werd nasz, alsdenn so gilbet er dest basz H. Sachs werke 21, 39 G.; das abgedestilliert wasser, mit safran gegilbet L. Thurneysser beschreibung influentischer wirkungen (1578) 87; die speisen gilben (mit safran) Hohberg georg. cur. 1 (1682) 547b; ain mutschillinmuos (d. i. semmelmus) mit saffran gilbet (1440) württemberg. geschichtsqu. 3, 437; gsottens und bratens und ein gilwten milchbri Val. Anshelm Berner chron. 2, 389, 22 hist. ver.; dasz er (der mann) ihr (der frau) safran bringen solt, damit sie den brey möcht gilben grillenvertreiber (1670) 94; mit safran gewürtzt oder gegielbet M. Kramer dict. 2 (1702) 409a; ein öl, ferbt und gilbt die speiss wie ein safran S. Franck weltbuch (1534) 216a. als technischer fachausdruck: gilben das pergament to dye parchment yellow Hoyer-Kreutter technol. wb. (1902) 1, 299. unbestimmter, im sinne von 'bleich machen': ir (Megära) wiplich bilde wolgestalt gegilwet wart alsam daz wahs (vor kummer) Göttw. Trojanerkrieg v. 22209 Kopp.; als 'undurchsichtig machen': von noten wart gegilwetdem luft sin klare luter, die erde klein gemilwet ... der helme lieht zimieremit nebel was vertunkelt (im kampf) jüngerer Titurel 4098; mit dem beisinn des schimmernden, glänzenden: polimitus gegerwet o. gegilwet rog (15. jh.) Diefenbach nov. 296b; gleyssend oder scheynend machen, gilben wie gold rutilare Frisius (1586) 1171a. ganz vereinzelt von 2 beeinfluszt, in moderner dichtung, eigenwillig: die blätter, die den boden gilben, verbreiten neuen wohlgeruch. du sprichst mir nach in klugen silben, was mich erfreut im bunten buch Stefan George jahr der seele 16. reflexiv gewendet: als des himels firmament lasuret bla gen okzident gen orient sich gilbet Suchenwirt 81 Prim.; das fleisch der wunden nehme an sich die hautfarben, gilbete sich ... heyl nit zu Paracelsus chirurg. bücher u. schr. (1618) 539b; die gewächse (des gartens) auch von solcher begieszung (mit untauglichem wasser) sich mehr gilben als grünen W. H. v. Hohberg georg. cur. 3 (1715) 492b; wird mit sanfter ähre die flur allmählich sich gilben (flavescet), selbst den wildernden dorn umhängt rotblinkend die traube J. H. Voss Virgilsndl. gedichte (1800) 1, 161; mit dem fünften lebensjahre gilben sich die anfänglich milchweiszen zähne (beim rind) Brehm tierl. (1890) 2, 684. 22) intrans. gelb werden, vgl. vergilben teil 12, 443, ergilben Sanders wb. d. dt. spr. 1, 572a: du solt nicht ansehen den wein, wen ehr gilbet und wen in dem glasz scheinet sein farb Michel Henchen vormanung, zu vormeiden die sunde d. trunkenheit (1519) a 4a; meist von pflanzen, 'reifen', vom getreide; vgl. gilm vom reifenden korn, de gärst gilbət Bacher Lusern 259; die gerste fängt an zu gilben 'gelb zu werden' Adelung 2, 689: der samen bricht durch ... körnet, reifft, gilbet, zeitigt G. Ph. Harsdörffer poetischer trichter (1653) 3, 119; es waren schöne frühsommertage, wo ... das korn eben zu gilben beginnt Paul Ernst geschichten zwischen traum und tag (1930) 57; gilbende ährenfelder H. Hesse diesseits (1907) 52. von früchten: eine apfelsinenschonung mit ihren gilbenden früchten nimmt den wagen auf wie unwirkliches land H. Fr. Blunck die weibsmühle (1927) 73. vom welken des laubes, besonders in der neueren dichtung gern verwendet: die wiesen gilbten und gaben nur sehr wenig heu Hans Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 127 (vgl. dazu Hohberg 3, 492b oben 1 ende); durch den berühmten schloszgarten ... dessen uralte buchenwipfel gilbend in der klaren herbstluft standen W. Weigand die gärten gottes (1930) 379; von mal zu mal sind all die gärten nicht dieselben; von den gilbenden zu der gelben langsamem verfall: wie war der weg mir weit R. M. Rilke buch der bilder2 50; folgst du nicht meinem — nein — dem andren ruf, so weisz ich sicher, deine lippen blassen, eh noch die gräser gilben Stefan George das neue reich 121; stufige, gilbende weingärten unterbrachen die anspruchslosigkeit E. G. Kolbenheyer Monsalvasch 17. Rosegger liebt das wort: ein gilbender buchenwald glitt an uns vorbei schriften (1895) III 2, 437; das laub der gegenüberstehenden eiche wollte schon ein wenig gilben ebda (1895) 12, 136 u. ö. im vergleich: wie blätter gilben, blumen welken ... wird auch unserm leib seine frische und grüne benommen J. Grimm kleine schriften (1864) 1, 197. bildlich: ward dem wort auf bittrer flucht rast in letzter silbe: zweifel läszt nichts unversucht, dasz es dort noch gilbe — oder fruchte, irr und wirr an verfluchtem baume J. Weinheber adel und untergang (1934) 108.
5757 Zeichen · 124 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gilben

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gilben , verb. reg. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, so wohl als ein Neutrum, für gelb werden, als auch als ein…

Verweisungsnetz

9 Knoten, 6 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 5 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gilben

3 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von gilben 2 Komponenten

gil+ben

gilben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gilben‑ als Erstglied (1 von 1)

Ableitungen von gilben (2 von 2)

ergilben

DWB

ergilben , mhd. ergilwen, 1 1) flavum reddere, mhd. wb. 1, 497 b ; welche materi sich under das blut vermischt, dasselbig verderbt und ergil…

vergilben

DWB

vergilben , verb. gelb werden. neben vergilben zeigt sich vergelben in gleicher bedeutung, gleichwie im einfachen zeitworte gilben und gelbe…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gilben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gilben/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „gilben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gilben/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gilben". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gilben/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_gilben_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gilben"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/gilben/dwb},
  urldate      = {2026-05-10},
}