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giebig

nhd. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

giebig adj.

Bd. 7, Sp. 7340
giebig, adj. , in neuerer schriftsprache ungebräuchlich, für ältere zeit in beiden bedeutungszweigen gut bezeugt. 11) passivisch; 'was gegeben wird, was zu geben üblich ist'. 1@aa) im sinne 'üblich, gültig, gängig' von münzen und maszen; anscheinend auf bair.-öst. boden unter anlehnung an geben analogisch zu dem (dem typus und geringfügig auch der bezeugung nach) älteren gäbig (s. d. sowie gebig) neu gebildet und dort zufrühest mit gäbig formelhaft gepaart (vgl. auch gib und gäb unter gib, adj.): schilling, di gibich und gaebich sind (1338) fontes rer. Austr. II 23, 393; der perkemmer ... soll sein gibig und gebig zu nemen und zu geben quelle v. 1402 in arch. f. kde österr. gesch.-qu. 17 (1857) beil. 26; ebenso in gut und gibig, gäng und gibig noch im älteren nhd. bezeugt: gleich wie daz rheinisch golt ... gut und giebig ist Chr. Lehmann speirische chron. (1612) 519b; (in) Polen und Sachsen gänge und giebige müntzsorten D. Schirmer kais. Ferd. I. tafelreden 1 (1674) 78; vgl. giebig geld, geld, dat men uitgeeven kan Kramer-Moerbeck hd.-nd. (1768) 135a; vgl. Lexer 1, 1009 (beleg v. 1359); Schmeller-Fr. 1, 868; Staub-Tobler 2, 96; mit erspartem suffix: man (erkennt) sie (die huren) in der prob, dasz sie zwar gib und gäbige, doch falsche müntzsorten seien Abele v. Lilienberg künstl. unordn. (1670) 2, 199. 1@bb) mit dem nebensinn der verpflichtung 'was zu geben, zu zahlen, zu entrichten üblich oder festgesetzt ist': der herr hat das ungelt von allem wein ... z. t. von altem her, und dann, dasz er es ... mit einer summe geldes ... erkauft und gemacht hat, also dasz solch umbgelt jetzt durch die ganze herrschaft gübig und gleich ist quelle v. 1547 bei Waller chron. d. st. Schramberg (1872) 34; s. auch Staub-Tobler 2, 96; vgl. das hiervon gebildete giebigkeit und gebig 3. 22) aktivisch, 'wer gibt oder etwas hergibt'. 2@aa) von personen im sinne 'freigebig', s. auch gäbig und gebig, vgl. dativus gybig, gibig (15. jh.) Diefenbach gl. 166b: den lieben bekanten freunten dein soltu unterstunden gibig (dapsilis) sein dist. Catonis bei Schmeller-Fr. 1, 868; man würt zu vil gibig, also das man gibt, do man nit geben solt, den buben und spilleuten Geiler v. Keisersberg seelenparadies (1510) 182b; bist du giebig, so wird den fischen das wasser bald entlauffen Lehman floril. polit. (1662) 1, 258; vgl. giebig mild Kramer-Moerbeck hd.-nd. (1768) 135a; vereinzelt noch mundartlich: gibig gern gebend (Nidwalden) bei Staub-Tobler 2, 96; in den rhein. und elsäss. maa. entspricht ein gibbelgäbig, s. rh. wb. 2, 1213, Martin-Lienhart 1, 192, das wie seine zahlreichen varianten dissimilatorische umbildung aus formelhaftem gibig-gäbig (s. 1 a) sein wird, vgl. gabgebig, teil 4, 1, 1124. 2@bb) von dingen, die einen ertrag geben, wie 'ergiebig, ausgiebig' gebraucht: derselbig knecht baut jenem ein unfruchtbar stück, das nit gibig ist Geiler v. Keisersberg seelenpar. (1510) 89b; die guten gibigen rebstöck ebda 89b; daz die gülten (des klosters) gibig seyen ebda 227a; das schlachtevieh ist nun (im herbst) viel gröszer worden, ist giebig, fett und taug nun baas zu morden W. Scherffer ged. (1652) 494; vereinzelt aus der mundart in literarische sprache gehoben: (bauer, der in der grünen tiefe des tales) seinen breiten hof und seine giebigen felder hat A. Silberstein dorfschwalben aus Österr. 2 (1863) 271; vgl. giebig ergiebig, riche, abondant Schrader dt.-frz. (1781) 1, 546; gîbich 'fruchtbar' vom acker, 'ausgiebig' vom getreide Knothe schles. ma. in Nordböhm. 256.
3568 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    giebigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    giebig , adj. , in neuerer schriftsprache ungebräuchlich, für ältere zeit in beiden bedeutungszweigen gut bezeugt. 1 1) …

  2. modern
    Dialekt
    giebigAdj.

    Pfälzisches Wb.

    giebig Adj. : 1. 'ergiebig'; e gebicheʳ Acker 'gutes Land' [Rockhs]; vgl. Gebsgern . — 2. 'abgabepflichtig (?)'. a. 156…

  3. Sprichwörter
    Giebig

    Wander (Sprichwörter)

    Giebig Bist du giebig, so wird den Fischen das Wasser bald entlaufen. – Lehmann, 234, 19.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit giebig

6 Bildungen · 1 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von giebig

giebeln + -ig

giebig leitet sich vom Lemma giebeln ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

giebig‑ als Erstglied (1 von 1)

giebigkeit

DWB

giebig·keit

giebigkeit , f. , ' abgabe, leistung; was gegeben werden musz ' ; zu 1 giebig 1 b in der rechtssprache bair. und österr. gebiete gebildet, s…

giebig als Zweitglied (4 von 4)

ausgiebig

Pfeifer_etym

aus·giebig

geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. …

ergiebig

Pfeifer_etym

geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. …

nachgiebig

DWB

nach·giebig

nachgiebig , adj. nicht widerstehend, gern und leicht nachgebend, fügsam: diesz machte mich mild und nachgiebig. Göthe 26, 118 ; der nachgie…

reichsgiebig

DRW

reich·s·giebig

reichsgiebig, adj. auch verkürzt: reichsgieb von Münzen: im Reich (II) gangbar [jährlich 60 Gulden] in münz reichsgibiger währung 1694 MittS…

Ableitungen von giebig (1 von 1)

ergiebig

Pfeifer_etym

geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. …